Verfahren zum Update und/oder Upgrade der Betriebssoftware eines elektronischen Gerätes
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Update und/oder Upgrade der Betriebssoftware eines elektronischen Gerätes, insbesondere eines medizinischen Gerätes, mit einem Benutzerauthentifizierungsmittel mit integriertem Speicher, insbesondere einer Benutzerauthentifizierungskarte, das oder die ein Nutzer vor der betriebsüblichen Verwendung des Gerätes diesem zuführt um sich an dem Gerät zu authentifizieren.
Als Betriebssoftware wird das notwendige Betriebssystem eines elektronischen Gerätes bezeichnet. Neben der Verwaltung der Gerätehardware und der Steuerung der Gerätefunktionen bietet die Betriebssoftware eine Reihe von Schnittstellen, insbesondere für interaktive Benutzereingaben, an. Hierzu stehen üblicherweise ein Eingabefeld und ein Anzeigeelement des Gerätes zur Verfügung.
Informationen für interaktive Benutzereingaben werden in der werkseitig festgelegten Sprache visuell oder auditiv am Gerät dargestellt bzw. ausgegeben. Umfasst
die Betriebssoftware mehrere Sprachpakete, so kann der Bediener zwischen unterschiedlichen Sprachwiedergaben wählen. Um die werksseitigen Herstellungskosten und den Speicherbedarf gering zu halten, sind derartige elektronische Geräte nur mit einer oder einer begrenzten Anzahl an Sprachpaketen ausgestattet. Soll das Gerät in ein fremdes Land ausgeliefert werden oder wünscht der Bediener eine initial nicht verfügbare Sprache, so muss die Betriebssoftware mittels Softwareupgrade um das erforderliche Sprachpakete erweitert werden.
Der Upgradeprozess erfolgt üblicherweise durch einen ausgebildeten Techniker. Dieser Upgradeprozess ist jedoch aufwendig und muss für jedes einzelne Gerät manuell durchgeführt werden.
Die vorgenannte Problematik trifft insbesondere auf medizinische Geräte zu, insbesondere auf Dialysemaschinen. Die geräteseitig ausgeführte Betriebssoftware steuert zum einen den Dialysevorgang zur Patientenbehandlung und bietet zum anderen eine interaktive Menüführung für die nutzerseitige Konfiguration der Dialysemaschine. Gerade bei medizinischen Geräten ist es wünschenswert, dass der Patient für die Maschinenbedienung seine bevorzugte Sprachwiedergabe bestimmen kann. Als Praxisbeispiel sind Dialysemaschinen an Urlaubsorten anzuführen, die für eine Vielzahl an Touristen unterschiedlicher Nationen bereitgestellt werden sollen. Diese Geräte müssen dann eine enorme Anzahl an unterschiedlichen Sprachpaketen umfassen.
Da die Auslieferung von Dialysemaschinen aus Kostengründen üblicherweise mit einer begrenzten Anzahl an Sprachpaketen erfolgt, müssen die gewünschten Sprachpakete unter Umständen durch aufwändige Softwareupgrades nachinstalliert werden. Gleiches gilt für den Fall, wenn bereits installierte Sprachpakete auf eine neuere Version aktualisiert werden sollen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung beschäftigt sich damit, einen entsprechenden Update- bzw. Upgradeprozess für ein elektronisches Gerät zu vereinfachen.
Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens sind Gegenstand der sich an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüche 2 - 8.
Gemäß Anspruch 1 wird ein Verfahren zum Update und/oder Upgrade der Betriebssoftware eines elektronischen Gerätes, insbesondere eines medizinischen Gerätes, vorgeschlagen. Das erfindungsgemäße Verfahren soll bei elektronischen Geräten zum Einsatz kommen, bei denen sich der Bediener vor der betriebsüblichen Verwendung des Gerätes mit einem separaten und dafür geeigneten Benut- zerauthentifizierungsmittel, insbesondere einer Benutzerauthentifizierungskarte, authentifizieren muss. Das Verfahren kann bevorzugt bei medizinischen Geräten, beispielsweise bei Dialysemaschinen, insbesondere für die Peritoneal- oder Hämodialyse, zur Anwendung kommen. Andere Einsatzzwecke sind bei Geräten zum Fluggast Check-In am Flughafen oder am Geldautomaten möglich. Das Benut- zerauthentifizierungsmittel wäre in diesem Fall eine entsprechende Fluggastkarte der Fluggesellschaft, eine Kreditkarte, Führerschein, Personalausweis oder eine Bankkarte bzw. EC-Karte.
Die Benutzerauthentifizierungskarten können grundsätzlich beliebige Chipkarten sein, oftmals als Smartcard oder Integrated Circuit Card bezeichnet. Derartige Karten weisen zumindest einen eingebauten integrierten Schaltkreis mit Speichermitteln auf, gegebenenfalls mit zusätzlicher Hardwarelogik und/oder einem programmierbaren Mikroprozessor. Das geräteseitige Auslesen dieser Karten erfolgt durch dafür vorgesehene Kartenlesegeräte am elektronischen Gerät. Die Erfindung soll jedoch nicht auf die Verwendung von Benutzerauthentifizierungskarten beschränkt sein. Grundsätzlich eignet sich für die Verfahrensausführung jegliche Form von Au- thentifizierungsmitteln mit integriertem Speicher zur Hinterlegung ein oder mehrerer Softwarepakete.
Das erfindungsgemäße Verfahren macht sich die Tatsache zu Nutze, dass vor Inbetriebnahme des Gerätes durch einen Nutzer ein Authentifizierungsvorgang mittels eines Benutzerauthentifizierungsmittels erfolgt. Erfindungsgemäß wird nunmehr
vorgeschlagen, dass während des Authentifizierungsvorgangs ein oder mehrere Softwarepakete von dem Benutzerauthentifizierungsmittel an das Gerät zum Update und/oder Upgrade der Gerätebetriebssoftware übertragen werden.
Im Gegensatz zum Stand der Technik ist also kein spezieller Updatevorgang durch einen ausgebildeten Techniker notwendig, der Update-/Upgradeprozess wird vielmehr im Hintergrund während der alltäglichen Gerätebenutzung ausgeführt. Aktualisierungspakete werden vorab auf dem Speicher des Authentifizierungsmittels des Nutzers hinterlegt und während der betriebsüblichen Verwendung der elektronischen Geräte an dieses zum Upgrade bzw. Update der Betriebssoftware übertragen.
Unter dem Updatevorgang ist insbesondere zu verstehen, dass bereits existierende Softwarepakete der Betriebssoftware durch eine auf dem Benutzerauthentifizie- rungsmittel vorgehaltene aktuellere Version ersetzt werden. Unter dem Up- gradeprozess ist wiederum zu verstehen, dass die bestehende Betriebssoftware des elektronischen Gerätes durch zusätzliche Funktionen bzw. Datenpakete ergänzt werden soll. Dadurch wird nicht die vorliegende Version der Betriebssoftware aktualisiert, sondern lediglich um zusätzliche Funktionen erweitert.
In einer bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass vor dem Update bzw. Upgrade geräteseitig überprüft wird, ob die ein oder mehreren Softwarepakete geräteseitig bereits vorhanden sind. Eine Übertragung der ein oder mehreren Softwarepakete von dem Benutzerauthentifizierungsmittel zu dem elektronischen Gerät wird nur für den Fall ausgeführt, sofern die zu übertragenden Softwarepakete auf dem elektronischen Gerät nicht vorhanden sind oder nur in einer älteren Version vorhanden sind.
Von Vorteil ist es, wenn während des Authentifizierungsvorgangs geräteseitig überprüft wird, ob ein oder mehrere geräteseitig bereits installierte oder gespeicherte Softwarepakete auf dem Benutzerauthentifizierungsmittel gespeichert sind. Liegen
entsprechende Softwarepakete auf dem Benutzerauthentifizierungsmittel nicht vor, werden diese vorzugsweise an das Benutzerauthentifizierungsmittel übertragen.
Diese Vorgehensweise ist insbesondere dann sinnvoll, wenn sich Nutzer mit ihrem Benutzerauthentifizierungsmittel an verschiedenen elektronischen Geräten anmelden bzw. anmelden könnte. Softwarepakete eines elektronischen Gerätes können mittels der vorgeschlagenen Vorgehensweise über das Benutzerauthentifizie- rungsmittel ohne zusätzlichen Aufwand an eine Vielzahl weiterer elektronischer Geräte weitergereicht werden, d.h. der Nutzer verteilt mittels seines Benutzerauthenti- fizierungsmittels ein oder mehrere Softwarepakete eines elektronischen Gerätes an weitere Geräte, die dieses oder diese Softwarepakete noch nicht aufweisen bzw. installiert haben.
Besonders bevorzugt ist es, wenn auf dem Benutzerauthentifizierungsmittel ein oder mehrere nutzerindividuelle Parameter gespeichert sind. In diesem Zusammenhang ist es zweckmäßig, wenn die Übertragung der ein oder mehreren Softwarepakte von dem Benutzerauthentifizierungsmittel an das elektronische Gerät in Abhängigkeit der ein oder mehreren gespeicherten nutzerindividuellen Parameter erfolgt. Die nutzerindividuellen Parameter umfassen idealerweise eine Art Benutzerprofil, das das Benutzerverhalten bzw. Präferenzen des Nutzers charakterisiert, beispielsweise ob dieser in der Vergangenheit bzw. in Zukunft gewisse Softwarepakete bereits genutzt hat bzw. mit hinreichender Wahrscheinlichkeit in Zukunft benutzen wird. Vor diesem Hintergrund kann eine Aktualisierung bzw. Erweiterung eines elektronischen Gerätes nur dann ausgeführt werden, wenn der jeweilige Besitzer des Benutzerauthentifizierungsmittels die zu kopierenden Softwarepakete auch tatsächlich in der Vergangenheit benutzt hat bzw. mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft verwenden wird.
Gleichfalls kann die Übertragung der ein oder mehreren Softwarepakete von dem elektronischen Gerät an das Benutzerauthentifizierungsmittel ebenfalls in Abhängigkeit der ein oder mehreren nutzerindividuellen Parameter erfolgen. Die Weitergabe der Softwarepakete ist nämlich nur dann sinnvoll, wenn diese möglicherweise
für den Besitzer des Benutzerauthentifizierungsmittels sinnvoll sind bzw. in naher Zukunft eine Rolle spielen könnten.
Das Benutzerauthentifizierungsmittel kann neben diesen Parametern beliebige weitere Daten speichern, insbesondere Nutzerdaten zur Authentifizierung und gerätespezifische Daten, die für den Gerätebetrieb notwendig sind und das Gerät für den Nutzer konfigurieren.
Alternativ oder zusätzlich ist es ebenfalls möglich, die Übertragung von dem Benut- zerauthentifizierungsmittel an das Gerät in Abhängigkeit einer vorhergehenden Benutzereingabe auszuführen. Denkbar ist es, dass eine entsprechende Bestätigung von dem Benutzer, das heißt dem Besitzer des Benutzerauthentifizierungsmittels, erforderlich ist. Gleichfalls kann auch vorgesehen sein, dass die Übertragung eines entsprechenden Softwarepaketes erst dann erfolgt, wenn der Benutzer am elektronischen Gerät über eine Bedienereingabe ein entsprechendes Softwarepaket abfragt bzw. starten möchte.
Das vorgeschlagene erfindungsgemäße Verfahren eignet sich insbesondere für die Anwendung bei medizinischen Geräten, insbesondere einer Dialysemaschine. Derartige medizinische Geräte sind mit Mitteln zur Benutzerauthentifizierung ausgestattet, so dass ein zu behandelnder Patient eine entsprechende Patientenkarte verwenden kann, um sich am Dialysegerät anzumelden. Entsprechende Patientenkarten weisen Therapiedaten auf, die das Dialysegerät entsprechend den Vorgaben des Benutzers bzw. der festgelegten Therapie konfigurieren. Neben diesen Therapiedaten kann die Patientenkarte zusätzlich Sprachpräferenzdaten enthalten, die von dem elektronischen Gerät ausgewertet und die Gerätemenüführung automatisch in die gewünschte Sprache umschalten.
In diesem Zusammenhang können ein oder mehrere Softwarepakete Sprachpakete darstellen, die für eine visuelle und/oder auditive Menüführung in der jeweiligen Sprache auf dem elektronischen Gerät erforderlich sind und bei Bedarf nachträglich installierbar sind. Denkbar ist es in diesem Fall, dass sich ein Patient mit seiner Pa-
tientenkarte an einer Dialysemaschine anmeldet, die bisher kein entsprechendes Sprachpaket für eine Menüführung in der gewünschten Sprache des Patienten bereitstellt. Auf der Patientenkarte kann jedoch das passende Sprachpaket hinterlegt sein, so dass die Dialysemaschine durch das erfindungsgemäße Verfahren automatisch um das gewünschte Sprachpaket erweitert wird.
Möglich ist es in diesem Zusammenhang ebenfalls, dass ein Patient ein Dialysegerät erwirbt, das für die von ihm gewünschte Sprache der Menüführung bereits mit einem passenden Sprachpaket ausgestattet ist. Dieses Sprachpaket wird automatisch beim ersten Anmeldevorgang auf seine Patientenkarte kopiert. Damit kann der Patient sich an einer weiteren Dialysemaschine ohne die vorinstallierte Sprachfassung anmelden und diese automatisch um die gewünschte Sprache erweitern.
Die vorliegende Erfindung betrifft neben dem erfindungsgemäßen Verfahren ein elektronisches Gerät, bevorzugt ein medizinisches Gerät, besonders bevorzugt eine Dialysemaschine, mit einem Lesegerät zum Auslesen eines Benutzerauthentifi- zierungsmittels, insbesondere in Form einer Benutzerauthentifizierungskarte, sowie Mitteln zur Überprüfung, ob die Gerätebetriebssoftware mit ein oder mehreren auf einem durch das Lesegerät auslesbaren Benutzerauthentifizierungsmittel gespeicherten Softwarepaketen updatebar und/oder upgradebar ist, sowie gegebenenfalls mit Mitteln zur Übertragung ein oder mehrerer auf dem Benutzerauthentifizie- rungsmittel gespeicherter Softwarepakete an das Gerät.
Weiterhin umfasst das elektronische Gerät vorzugsweise Mittel zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Das elektronische Gerät weist offensichtlich dieselben Vorteile und Eigenschaften auf, wie das erfindungsgemäße Verfahren, weshalb an dieser Stelle auf eine wiederholende Beschreibung verzichtet wird.
Neben dem elektronischen Gerät betrifft die vorliegende Erfindung zudem ein Be- nutzerauthentifizierungsmittel bzw. eine Benutzerauthentifizierungskarte, insbesondere eine Patientenkarte, mit einem Speichermittel zur Speicherung ein oder meh-
rerer Softwarepakete und mit Mitteln zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung.
Weitere Vorteile und Eigenschaften der Erfindung sollen im Folgenden anhand eines in der einzigen Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert werden.
Die einzige Figur zeigt ein praktisches Szenario mit insgesamt drei medizinischen Geräten A, B, C zur Verdeutlichung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Die dargestellten Geräte A, B, C können Dialysemaschinen sein, insbesondere für die Peritoneal- oder Hämodialyse.
Jedes Gerät ist mit einer entsprechenden Betriebssoftware ausgestattet, wobei die beiden Geräte A, B mit der Softwareversion SW 2.0 ausgestattet sind, während das Gerät C bereits mit einer aktuelleren Softwareversion SW 2.1 läuft.
Das Gerät A wurde werkseitig mit den beiden Sprachpaketen GB, DE für die englische und deutsche Sprache ausgeliefert. Dies bedeutet, dass ein Patient, der sich mit einer Patientenkarte 10 an dem Gerät A anmeldet, für die interaktive Menüführung entweder die englische oder alternativ die deutsche Sprache auswählen kann.
Soll das Gerät A mit einem weiteren Sprachpaket erweitert werden, beispielsweise um eine Menüdarstellung in der niederländischen Sprache zu ermöglichen, so war es bisher üblich, dass ein Techniker mit einer speziell dafür vorgesehenen Sprachupdatekarte eine Upgrade am Gerät A durchführt und das niederländische Sprachpaket passend zur installierten Softwareversion des Gerätes A nachinstalliert. Dieser durch einen Techniker bzw. Anwendungsberater durchgeführte Erweiterungsschritt ist mit dem Bezugszeichen 1 gekennzeichnet. Im Anschluss ist das Gerät A somit um das zusätzliche Sprachpaket NL in der Version NL-SW 2.0 für die Betriebssoftware SW 2.0 erweitert.
Zu beachten ist hierbei, dass die Version des Sprachpaketes zu der Version der Gerätesoftware identisch sein muss, da unterschiedliche Versionen zueinander nicht kompatibel sind.
Jedes Gerät A, B, C weist ein Lesegerät zur Aufnahme einer entsprechenden Patientenkarte auf. Die Patientenkarte kann in Form einer Chipkarte bzw. Smartcard ausgestaltet sein, wobei auf dem integrierten Speicher Informationen bezüglich des Patienten gespeichert sind. Darunter fallen beispielsweise persönliche Daten wie der Patientenname sowie dessen Nationalität. Weiterhin umfasst die Patientenkarte therapierelevante Daten, die beim Einlesen im medizinischen Gerät A, B, C automatisch entsprechende Konfigurationseinstellungen vornehmen und das Gerät für die Behandlung des authentifizierten Patienten programmieren.
Anhand der auf der Patientenkarte gespeicherten Nationalität kann das medizinische Gerät A, B, C zudem die bevorzugte Menüsprache des Patienten bestimmen und die Menüdarstellung automatisch auf die bevorzugte Menüsprache umstellen. Meldet sich der Patient mit der Patientenkarte am medizinischen Gerät A an, so wird das Menü entsprechend seiner Sprachpräferenz, beispielsweise in der niederländischen Sprache, dargestellt. Für die Umstellung muss notwendigerweise das passende Sprachpaket in der zur Gerätesoftware kompatiblen Version vorliegen, was vorliegend nach dem vorangegangenen Updateprozess 1 der Fall ist.
Gleichzeitig wird an dem Gerät A jedoch überprüft, ob das vom Patienten bevorzugte Sprachpaket auf dem internen Speicher der Patientenkarte hinterlegt ist. Ist dies nicht der Fall, initiiert das Gerät A einen Download des Sprachpaketes NL in der Version 2.0 an den Speicher der Patientenkarte, wie dies durch das Bezugszeichen 2 gekennzeichnet ist.
Zu einem nachfolgenden Zeitpunkt, beispielsweise während eines Urlaubsaufenthaltes in einem fremden Land, meldet sich der Patient mit seiner Patientenkarte an dem dort bereitgestellten medizinischen Gerät B an. Die werkseitige Installation des von dem Patienten bevorzugten Sprachpaketes (NL) ist für das Urlaubsland jedoch
nicht vorgesehen. Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann der Patient jedoch das notwendige Sprachupdate selbst bereitstellen. Im Einzelnen überprüft das Gerät B während der Authentifizierung die Nationalität des Patienten und bestimmt daraus die bevorzugte Menüsprache. Ist das bevorzugte Sprachpaket NL bisher geräteseitig nicht vorhanden, so wird die Patientenkarte auf das entsprechende Sprachpaket hin durchsucht. Ist ein passendes Sprachpaket vorhanden, das zudem kompatibel zu der installierten Gerätesoftware des Gerätes B ist, wird geräteseitig der Download des Sprachpaketes gestartet.
Für den dargestellten Fall ist das Sprachpaket NL für die Softwareversion SW 2.0 auf der Patientenkarte vorhanden, so dass das elektronische Gerät B mit dem entsprechenden Sprachpaket automatisch erweitert wird. Dieser Schritt ist mit dem Bezugszeichen 3 gekennzeichnet. Die Gerätesprache wird sodann automatisch auf die niederländische Sprache umgestellt.
Zu einem späteren Zeitpunkt meldet sich der Inhaber der Patientenkarte an dem medizinischen Gerät C an. Während des Anmeldevorgangs und dem Auslesen der Patientenkarte stellt die Gerätesoftware des Gerätes C fest, dass die bevorzugte Sprache des Patienten niederländisch ist. Bei dem Gerät C ist jedoch werkseitig bereits das niederländische Sprachpaket NL für die Version 2.1 installiert. Da diese Sprachversion noch nicht auf der Patientenkarte hinterlegt ist, wird das Paket NL SW 2.1 automatisch in den Speicher der Patientenkarte übertragen (Bezugszeichen 4). Die Patientenkarte weist nun beide Versionen 2.0 und 2.1 des niederländischen Sprachpaketes auf.
Bisher wurde der Sprachupdateprozess streng von dem regulären Nutzerbetrieb des Gerätes getrennt, d.h. wenn ein Patient ein Gerät wechselt, beispielsweise in ein fremdsprachiges Land reist, musste am Urlaubsort stets ein Gerät mit der korrekten Softwareversion und der korrekten Sprachversion extra bereitgestellt werden.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann der Patient die Sprache selbst bereitstellen, d.h. wenn die Patientenkarte des Patienten mit allen Nebenversionen ausgestattet ist, kann das entsprechend zu verwendende Gerät um die gewünschte Sprachversion ohne Aufwand erweitert werden. Es muss nur noch ein einziges Hauptgerät (Gerät A) mit der Hauptversion zur Verfügung gestellt werden, das die eingelegten Patientenkarten mit dem gewünschten Sprachpaket nachrüstet. Der ursprüngliche Aufwand für ein Update der Sprachen entfällt für die Produktion, den Service und die Techniker/Anwendungsberater.