Beschreibung
Vorladen eines elektrischen Zwischenkreisspeichers
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines elektrischen Bordnetzes eines
Kraftfahrzeuges mit einem Zwischenkreisspeicher, insbesondere ein Vorladen eines elektrischen Zwischenkreisspeichers und ein entsprechendes Kraftfahrzeug, insbesondere ein entsprechendes Hybridfahrzeug.
Bei Kraftfahrzeugen mit elektrischem Antriebsmotor, beispielsweise Hybridfahrzeugen, werden üblicher Weise Traktionsbatterien mit hoher Spannung eingesetzt. Denn je höher die Spannung einer Traktionsbatterie ist, desto größer ist auch ihr Energiegehalt. Die maximale Spannung einer Traktionsbatterie wird nur durch die Spannungsobergrenze der im Kraftfahrzeug verwendeten Leistungselektronik begrenzt. Diese Spannungsobergrenze der
Leistungselektronik liegt bei etwa 400 bis 450 Volt.
Die elektrische Energie aus der Traktionsbatterie wird bei Hybridfahrzeugen über einen Zwischenkreis an den Antriebsstrang übertragen. Der Zwischenkreis dient als Energiespeicher, der verschiedene Teilnetze des Kraftfahrzeugbordnetzes auf einer gemeinsamen Strom- oder Spannungsebene über Umrichter elektrisch koppelt.
Um hohe Ströme und Lichtbogenbildung beim Elektrifizieren eines Antriebsstranges zu vermeiden, insbesondere bei der Ankopplung einer Traktionsbatterie mit hohen Spannungen im Bereich der Obergrenze der Leistungselektronik, ist es bekannt, Vorladeschütze vorzusehen und mittels Vorladewiderständen das Spannungsniveau im Zwischenkreis auf das
Spannungsniveau der Traktionsbatterie zu heben, bevor die Traktionsbatterie an den
Zwischenkreis angekoppelt wird. Dies erfordert allerdings zusätzliche Komponenten, was Kosten, Komplexität und Gewicht erhöht.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift DE 10 1010 064 325 A1 ist ein System mit einer elektrischen Maschine bekannt, die mit Hilfe eines steuerbaren ersten Energiespeichers gesteuert und mit elektrischer Energie versorgt wird, sowie ein Verfahren zum Betrieb dieses Systems. Zur Energieversorgung von mittelbar oder unmittelbar an einen Zwischenkreis
angeschlossenen elektrischen Verbrauchern, die über einen Gleichspannungswandler mit einer Gleichspannung versorgt werden, werden die Spannungen an den Energieversorgungszweigen jeweils auf einen Wert erhöht oder erniedrigt, der oberhalb oder unterhalb eines aktuell zur Energieversorgung der elektrischen Maschine benötigten Spann ungswerts liegt. Der
Gleichspannungswandler kann als Hochsetzsteller ausgebildet sein, der das Spannungsniveau des Zwischenkreises erhöht, wodurch auch Verbraucher mit höherem Spannungsniveau aus dem Zwischenkreis versorgt werden können. Ist der zweite Gleichspannungswandler bidirektional ausgeführt, kann dieser in umgekehrter Richtung als Tiefsetzer zum Laden des steuerbaren ersten Energiespeichers mit genutzt werden. Ein Vorladen des Zwischenkreises ist in dieser Offenlegungsschrift ebenfalls nicht beschrieben.
Die deutsche Offenlegungsschrift DE 101 02 243 A1 offenbart eine Vorrichtung zur Erzeugung und Verteilung von elektrischer Energie in einem Fahrzeug mit einem elektrischen
Antriebsmotor, der über einen Umrichter mit einer Brennstoffzelleneinheit verbunden ist. Die Brennstoffzelleneinheit ist mit drei Spannungsnetzen verbunden, wobei jedem Spannungsnetz ein elektrischer Verbraucher und/oder ein Energiespeicher zugeordnet ist. Das erste
Spannungsnetz ist über einen bidirektionalen Gleichspannungswandler mit dem zweiten Spannungsnetz verbunden und das zweite Spannungsnetz ist über einen zweiten
bidirektionalen Gleichspannungswandler mit dem dritten Spannungsnetz verbunden. Ein Vorladen des Zwischenkreises ist auch in dieser Offenlegungsschrift nicht beschrieben.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zum Betreiben eines elektrischen Bordnetzes und ein entsprechendes Kraftfahrzeug bereitzustellen, das die oben genannten Nachteile wenigstens teilweise überwindet.
Diese Aufgabe wird durch das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben eines elektrischen Bordnetzes nach Anspruch 1 und das entsprechende Kraftfahrzeug nach Anspruch 9 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung.
Ein hier offenbartes Verfahren zum Betreiben eines elektrischen Bordnetzes eines
Kraftfahrzeugs mit einem Zwischenkreisspeicher, einem mit dem Zwischenkreisspeicher gekoppelten Hochvoltenergiespeicher und einem mit dem Zwischenkreisspeicher über einen Spannungswandler gekoppelten Niedervoltenergiespeicher umfasst ein Vorladen des
Zwischenkreisspeichers über den Spannungswandler mittels elektrischer Energie aus dem Niedervoltenergiespeicher.
Bei dem elektrischen Bordnetz kann es sich um ein beliebiges Bordnetz eines Kraftfahrzeugs mit einem Zwischenkreisspeicher handeln. Das Kraftfahrzeug kann beispielsweise auf jeglicher Fahrzeugtechnologie beruhen, in der ein elektrischer Hochvoltenergiespeicher über einen Zwischenkreis mit einem elektrischen Verbraucher verbunden ist. Dies ist beispielsweise bei Fahrzeugen mit Elektromotor (im Folgenden: elektrische Maschine) der Fall, insbesondere bei Hybridfahrzeugen, die von einer elektrischen Maschine und einer zusätzlichen Antriebsquelle, z.B. einem Verbrennungsmotor angetrieben werden. Das beschriebe Verfahren kann aber auch für andere Fahrzeugtypen benutzt werden, beispielsweise für Motorroller, Motorräder,
Elektroboote, Flugzeuge, Züge oder andere Fahrzeugtypen.
Der Zwischenkreisspeicher kann beispielsweise als eine elektrische Einrichtung ausgebildet sein, die als Energiespeicher zwei elektrische Teilbordnetze auf einer gemeinsamen Stromoder Spannungsebene über Umrichter mit einander koppelt. Bei dem einen Teilbordnetz kann es sich beispielsweise um ein Teilbordnetz handeln, das eine elektrische Maschine und zugehörige Leistungselektronik umfasst. Das damit gekoppelte weitere Teilbordnetz kann einen Hochvoltenergiespeicher umfassen, der zur Speisung der elektrischen Maschine bzw. deren Leistungselektronik mit elektrischer Energie vorgesehen ist.
Der Zwischenkreisspeicher kann beispielsweise als elektrischer Zwischenkreiskondensator, beispielsweise als Folienkondensator ausgebildet sein.
Bei dem Hochvoltenergiespeicher kann es sich beispielsweise um eine Lithiumionen-Batterie, eine Batterie aus Nickel-Metallhydrid-Zellen oder beliebige andere Batterietypen handeln.
Alternativ könnte es sich bei dem Hochvoltenergiespeicher auch um Superkondensatoren oder dergleichen handeln. Der Hochvoltenergiespeicher versorgt beispielsweise einen
Traktionsantrieb eines Elektro- oder Hybrid-Kraftfahrzeugs mit elektrischer Energie.
Der Hochvoltenergiespeicher kann beispielsweise als Traktionsbatterie mit einer Spannung nahe einer Grenzspannung einer Leistungselektronik des Hybridfahrzeugs ausgebildet sein. Ein beispielhafter Hochvoltenergiespeicher kann einen Batteriemodulstrang aus mehreren
Batteriemodulen aufweisen. Jedes Batteriemodul kann wenigstens eine Batteriezelle umfassen, im Falle einer Lithiumionen-Batterie beispielsweise Lithiumionenzellen. In einem Batteriemodul können mehrere Batteriezellen gepackt sein. Ein Batteriemodul kann beispielsweise zwölf in Reihe geschaltete Lithiumionenzellen aufweisen. Eine beispielhafte Hochvoltbatterie kann mehrere, z.B. neun solcher Batteriemodule aufweisen, die in Reihe geschaltet sind, um
beispielsweise eine Batterie zu bilden, bei der 108 Batteriezellen in Reihe geschaltet sind. Alternativ kann ein erfindungsgemäßes Batteriemodul auch zwei oder mehrere parallel geschaltete Batteriestränge aufweisen. Weist eine Lithiumionenzelle im aufgeladenen Zustand beispielsweise eine Spannung von 4,2 V auf, so ergibt sich für ein entsprechendes
Batteriemodul mit zwölf Lithiumionenzellen eine Modulspannung von 50,4 V. Eine beispielhafte Batterie mit neun solchen Batteriemodulen, d.h. 108 in Reihe geschalteten Batteriezellen, würde im geladenen Zustand eine maximale Batteriespannung von ungefähr 453,6 V aufweisen. Eine solche Spannung liegt nahe an der typischen Grenzspannung einer
Leistungselektronik.
Der Hochvoltenergiespeicher könnte aber auch mit einer niedrigeren Maximalspannung ausgelegt sein. Es können weniger als die oben genannten beispielhaften neun Batteriemodule in Reihe geschaltet werden, es könnten Batteriemodule mit weniger in Reihe geschalteter Zellen verwendet werden, oder die einzelnen Zellen könnten eine niedrigere Zellenspannung aufweisen.
Die Anbindung des Hochvoltenergiespeichers an den Zwischenkreisspeicher kann über einen bidirektionalen Gleichspannungswandler erfolgen, der mögliche Spannungsunterschiede zwischen des Hochvoltenergiespeichers und der Leistungselektronik des elektrischen Antriebs ausgleicht. Der Hochvoltenergiespeicher kann aber auch direkt mit dem Zwischenkreisspeicher gekoppelt werden.
Der Niedervoltenergiespeicher, der in dem hier beschriebenen Verfahren zum Vorladen des Zwischenkreisspeichers genutzt wird, kann beispielsweise als eine Batterie eines Niedervolt- Bordnetzes eins Hybridfahrzeugs ausgebildet sein. Es kann sich beispielsweise um eine konventionelle 12V-Bleibatterie, eine 24V-Batterie, oder aber auch um Batterie eines 48V- Bordnetzes handeln. Ein solcher Niedervoltenergiespeicher kann auch zur Versorgung von Niedervoltverbrauchern im Kraftfahrzeug genutzt werden. Beispielsweise kann als
Niedervoltenergiespeicher eine bereits vorhandene Niedervoltbatterie verwendet werden, die bereits zur Versorgung von Niedervoltverbrauchern im Kraftfahrzeug genutzt wird. Dies hat den Vorteil, dass es nicht erforderlich ist, einen zusätzlichen Niedervoltenergiespeicher für das Vorladen des Zwischenkreisspeichers zu verbauen. Alternativ ist aber auch möglich, für den Zweck des Vorladens eine spezielle Batterie vorzusehen.
Die Begriffe Niedervoltenergiespeicher und Hochvoltenergiespeicher sind in diesem Sinne nicht so zu verstehen, dass der Niedervoltenergiespeicher eine besonders niedrige Spannung
aufweisen muss und der Hochvoltenergiespeicher eine besonders hohe Spannung aufweisen muss. Es ist für das hier beschriebene Verfahren ausreichend, dass der
Niedervoltenergiespeicher unter Verwendung eines Spannungswandlers dazu geeignet ist, den Zwischenkreis vorzuladen.
Gemäß eines Ausführungsbeispiels wird der Zwischenkreisspeicher mittels elektrischer Energie aus dem Niedervoltenergiespeicher auf eine Spannung des Hochvoltenergiespeichers vorgeladen. Beispielsweise könnte die elektrische Energie aus einer 12V-Bleibatterie dazu genutzt werden, den Zwischenkreisspeicher auf das Spannungsniveau einer mit dem
Zwischenkreisspeicher gekoppelten Hochvolt-Antriebsbatterie vorzuladen.
Das Spannungsniveau des Hochvoltenergiespeichers kann beispielsweise von einem
Batteriemanagementsystem ermittelt werden.
Gemäß eines Ausführungsbeispiels umfasst das Vorladen des Zwischenkreisspeichers ein Ansteuern eines Spannungswandlers derart, dass dieser eine Spannung des
Niedervoltenergiespeichers auf eine Spannung des Hochvoltenergiespeichers wandelt und elektrische Energie aus dem Niedervoltenergiespeicher in den Zwischenkreisspeicher überträgt. Das Ansteuern des Spannungswandlers kann beispielsweise durch eine elektrische
Steuereinheit erfolgen. Diese elektrische Steuereinheit kann in der Leistungselektronik der elektrischen Maschine des Kraftfahrzeugs vorgesehen werden. Die Ansteuerung kann aber beispielsweise auch über eine im Spannungswandler integrierte mikroelektronische Steuerung erfolgen. Die Steuerung bzw. die Steuereinheit kann auch über mehrere Einheiten verteilt sein. So kann das Verfahren beispielsweise von einer Steuereinheit in einer Leistungselektronik des Kraftfahrzeugs initiiert werden, die ggf. Informationen von einem Batteriemanagementsystem erhält und daraus entsprechende Vorgaben wie beispielsweise eine Sollspannung für einen Zwischenkreis ermittelt. Eine solche Sollspannung kann an einen Spannungswandler übertragen werden. Eine im Spannungswandler integrierte elektronische Steuerung kann dann aus einer solchen Sollspannung entsprechende Steuersignale zur Einstellung von
Tastverhältnissen im Spannungswandler erzeugen und entsprechende Steuerverfahren wie z.B. Pulsbreitenmodulation oder dergleichen ausführen, um eine gegebene Quellenspannung (hier die Spannung eines Niedervoltenergiespeichers) in eine gewünschte Ausgangsspannung (hier die Spannung eines Zwischenkreisspeichers) überzuführen.
Für das hier beschriebene Verfahren kann insbesondere auch ein bidirektionaler
Spannungswandler genutzt werden, der bereits in einem Kraftfahrzeug vorgesehen ist, um ein
Niedervolt-Bordnetz an einen Zwischenkreis anzuschließen. Dies hat den Vorteil, dass für das beschriebene Verfahren kein zusätzlicher Spannungswandler verbaut werden muss.
Der Spannungswandler kann beispielsweise als bidirektionaler Spannungswandler ausgebildet sein, mit wenigstens einem ersten Betriebsmodus, in dem elektrische Energie aus dem
Niedervoltenergiespeicher in den Zwischenkreisspeicher übertragen wird, und einem zweiten Betriebsmodus, in dem elektrische Energie aus dem Zwischenkreisspeicher zum
Niedervoltenergiespeicher übertragen wird. Solch ein bidirektionaler Spannungswandler ermöglicht das Umschalten zwischen dem ersten Betriebsmodus, in dem elektrische Energie aus dem Niedervoltenergiespeicher in den Zwischenkreisspeicher übertragen wird, und dem zweiten Betriebsmodus, in dem elektrische Energie aus dem Zwischenkreisspeicher zum Niedervoltenergiespeicher übertragen wird.
Das Vorladen kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass die Steuereinheit den
Spannungswandler derart ansteuert, dass die Spannung des Zwischenkreisspeichers nach und nach erhöht wird. Dies kann beispielsweise erfolgen, indem die Steuereinheit dem
Spannungswandler einen zeitlich veränderlichen Spannungswert als Zielwert für die Spannung im Zwischenkreis übermittelt. Die Steuereinheit könnte aber auch lediglich einen
Zielspannungswert vorgeben, z.B. einen von einem Batteriemanagementsystem erhaltenen Spannungswert, der die aktuelle Spannung des Hochvoltenergiespeichers angibt. In diesem Fall könnte eine Steuerlogik im Spannungswandler dafür sorgen, dass die Spannung im Zwischenkreis auf die gewünschte Zielspannung hochgefahren wird. Entsprechende steuerbare Spannungswandler stehen dem Fachmann zur Verfügung. Entsprechende Techniken zur Ansteuerung von Spannungswandlern sind dem Fachmann aus seinem allgemeinen
Fachwissen bekannt.
In einem Ausführungsbeispiel wird ein Spannungswandler eingesetzt, der es ermöglicht, den Ladestrom kontrolliert zu regeln. Damit kann der Ladestrom während des Vorladens des Zwischenkreisspeichers beispielsweise konstant gehalten werden. Dies kann vorteilhaft dazu beitragen, unerwünschte Spannungsspitzen zu vermeiden.
Das Bordnetz kann ferner einen zwischen den Zwischenkreisspeicher und den
Hochvoltenergiespeicher gekoppelten Schutzschalter aufweisen. Vor dem Vorladen des Zwischenkreisspeichers kann der Schutzschalter geöffnet werden, um den
Hochvoltenergiespeicher vom Zwischenkreisspeicher zu trennen. Nach dem Vorladen des Zwischenkreisspeichers kann der Schutzschalter dann wieder geschlossen werden, um den
Hochvoltenergiespeicher an den Zwischenkreisspeicher zu koppeln und den
Zwischenkreisspeicher und eine an den Zwischenkreisspeicher gekoppelte elektrische
Maschine mit elektrischer Energie aus dem Hochvoltenergiespeicher zu versorgen.
Bei dem Schutzschalter kann es sich beispielsweise um einen oder mehrere elektrische Schütze handeln. Dadurch, dass die Zwischenkreisspannung auf das Niveau des
Hochvoltenergiespeichers (z.B. einer Traktionsbatterie) gehoben wird, bevor dieser mit dem Zwischenkreis gekoppelt wird, können hohe Ströme und somit Lichtbogenbildung beim
Schließen der Schütze vermieden werden. Würde bei elektrifiziertem Antrieb dagegen ein nicht vorgeladener Zwischenkreis mittels Schließen von Schützen mit einer Antriebsbatterie verbunden werden, könnte dies zu hohen Strömen und somit Lichtbogenbildung führen. Durch das Vorladen des Zwischenkreises mittels Niedervoltenergiespeicher und Spannungswandler kann auf andere Schutzmechanismen wie die Zuschaltung von Vorladewiderständen über Vorladeschütze verzichtet werden. Damit können zusätzliche Bauteile wie eine
Vorladeschaltung mit Vorladewiderstand und Vorladeschützen vermieden werden, was Kosten, Komplexität und Gewicht des Antriebsstranges verringern kann.
Die oben beschriebenen Verfahren zum Betrieb eines Kraftfahrzeugbordnetzes können in einem Kraftfahrzeug mit einem elektrischen Bordnetz verwendet werden, das einen
Zwischenkreisspeicher, einen mit dem Zwischenkreisspeicher gekoppelten
Hochvoltenergiespeicher, einen mit dem Zwischenkreisspeicher über einen Spannungswandler gekoppelten Niedervoltenergiespeicher, und eine Steuereinheit aufweist. Die Steuereinheit kann dazu eingerichtet sein, die oben beschriebenen Verfahren zum Betrieb des elektrischen Bordnetzes auszuführen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nun beispielhaft und unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschreiben, in denen:
Fig. 1 schematisch ein Ausführungsbeispiel eines Kraftfahrzeugs für die Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zeigt;
Fig. 2 schematisch ein elektrisches Bordnetz eines Kraftfahrzeugs für die Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zeigt;
Fig. 3 schematisch eine Steuereinheit zeigt, die mit einem bidirektionalen Spannungswandler kommunikativ gekoppelt ist; und
Fig. 4a und Fig. 4b schematisch ein Ausführungsbeispiel für Spannungs- bzw. Stromverlauf beim Vorladen eines Zwischenkreisspeichers mittels elektrischer Energie aus einem
Niedervoltenergiespeicher zeigen.
Ein Ausführungsbeispiel eines Kraftfahrzeugs für die Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist schematisch in Fig. 1 dargestellt. Das Kraftfahrzeug 1 ist hier beispielhaft nach dem Prinzip des Parallel-Hybrid aufgebaut. Beim Parallel-Hybrid sind sowohl ein
Verbrennungsmotor 2 als auch eine elektrische Maschine 3 über ein Getriebe 4 mechanisch an eine Antriebsachse 5 gekoppelt. Die vom Verbrennungsmotor 2 abgegebene mechanische Energie wird mittels der elektrischen Maschine 3 in elektrische Energie umgewandelt und mit Hilfe eines Umsetzers 6 in einen Zwischenkreisspeicher 7, hier in einen
Gleichspannungszwischenkreis, eingespeist. Ein Hochvoltenergiespeicher 8, hier eine
Traktionsbatterie, ist über einen bidirektionalen Spannungswandler 9 mit dem
Zwischenkreisspeicher 7 gekoppelt. So kann der Hochvoltenergiespeicher 8 elektrische Energie über den Zwischenkreisspeicher 7 an die elektrische Maschine 3 bereitstellen. Umgekehrt kann vom Verbrennungsmotor 2 abgegebene mechanische Energie (oder auch rekuperativ aus der Antriebsachse 4 gewonnene mechanische Energie) dem Hochvoltenergiespeicher 8 zugeführt werden. Mit dem Zwischenkreisspeicher 7 ist über einen weiteren bidirektionalen
Spannungswandler 10 ferner auch ein Niedervoltenergiespeicher 1 1 gekoppelt, der hier beispielhaft als Bleibatterie ausgeführt ist. Der Niedervoltenergiespeicher 1 1 dient zum
Vorladen des Zwischenkreisspeichers 7 und kann zudem auch zur Versorgung von
Verbrauchern eines Niedervoltbordnetzes (in Fig. 1 nicht gezeigt) des Kraftfahrzeugs 1 verwendet werden. In einer alternativen Ausführungsform könnte der Spannungswandler 9 zur Ankopplung des Hochvoltenergiespeichers 8 auch entfallen.
Fig. 2 zeigt schematisch ein beispielhaftes elektrisches Bordnetz eines Kraftfahrzeugs für die Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Ein Hochvoltenergiespeicher 8 ist über einen Zwischenkreisspeicher 7, hier ausgebildet als Zwischenkreiskondensator von beispielsweise 60 Mikrofarad Kapazität (oder beispielsweise einem Energiegehalt von 80 Wattsekunden), mit einer Leistungselektronik 13 einer elektrischen Maschine (in Fig. 2 nicht gezeigt) gekoppelt. Der Zwischenkreiskondensator 7 kann mit elektrischer Energie aus einem
Niedervoltenergiespeicher 1 1 über einen bidirektionalen Spannungswandler 10 vorgeladen werden. Zwei Schütze 12 ermöglichen ein Abkoppeln des Hochvoltenergiespeichers 8 vom Zwischenkreisspeicher 7 während des Vorladens. Nach dem Vorladen können die Schütze 12 geschlossen werden, um elektrische Energie aus dem Hochvoltenergiespeicher 8 in den
Zwischenkreisspeicher 7 einzuspeisen und damit die Leistungselektronik 13 und eine zugehörige elektrische Maschine (in Fig. 2 nicht gezeigt) mit elektrischer Energie zu versorgen. Sind die Schütze 12 geschlossen, so kann umgekehrt auch elektrische Energie aus dem Hochvoltenergiespeicher 8 über den Spannungswandler 10 an den Niedervoltenergiespeicher 1 1 übertragen werden. So könnten beispielsweise auch Niedervoltverbraucher eines
Niedervoltbordnetzes eines Kraftfahrzeuges mit elektrischer Energie versorgt werden. Die Doppelpfeile 14, 15 und 16 in Fig. 3 symbolisieren elektrische Spannungen des
Hochvoltenergiespeichers 8, des Zwischenkreisspeicher 7, bzw. des
Niedervoltenergiespeichers 1 1 . Die Spannung 16 des Niedervoltenergiespeichers 1 1 wird durch den bidirektionalen Spannungswandler 10 auf eine Spannung 15 des Zwischenkreisspeichers 7 gewandelt. Beim Prozess des Vorladens des Zwischenkreisspeichers 7 wird die Spannung des Zwischenkreisspeichers 7 insbesondere auf die Spannung 14 des Hochvoltenergiespeichers 8 hochgefahren.
Die Leistungselektronik 13 der Fig. 2 kann beispielsweise den Umrichter 6 aus Fig. 1 umfassen. Die Leistungselektronik 13 der Fig. 2 kann ferner eine Steuereinheit (17 in Fig. 3) umfassen, welche dazu eingerichtet ist, den bidirektionalen Spannungswandler 10 derart anzusteuern, dass das erfindungsgemäße Vorladen des Zwischenkreisspeichers 7 erfolgt.
Fig. 3 zeigt schematisch eine Steuereinheit 17, die mit einem bidirektionalen
Spannungswandler 10 kommunikativ gekoppelt ist. Die kommunikative Kopplung zwischen Steuereinheit 17 und bidirektionalem Spannungswandler 10 ist in Fig. 3 lediglich schematisch als eine logische Verbindung dargestellt. Physikalisch kann diese Kopplung auf vielfältige, dem Fachmann bekannte Weise realisiert werden. Die Kopplung kann beispielsweise über einen Fahrzeugbus oder eine vergleichbare Kommunikationsverbindung erfolgen. Die Steuereinheit 17 steuert den Spannungswandler 10 derart an, dass dieser beispielsweise in Reaktion auf von der Steuereinheit übertragene elektrische Signale die Spannung eines Zwischenkreisspeichers (7 in den Fig. 1 und 2) entsprechend der empfangenen elektrischen Signale hochfährt. Die Steuereinheit 17 kann den bidirektionalen Spannungswandler 10 mittels geeigneter elektrischer Signale auch so ansteuern, dass dieser zwischen einem ersten Betriebsmodus, in dem elektrische Energie aus einem Niedervoltenergiespeicher 1 1 in einen Zwischenkreisspeicher 7 übertragen wird, und einem zweiten Betriebsmodus, in dem elektrische Energie aus einem Zwischenkreisspeicher 7 zum Niedervoltenergiespeicher 1 1 übertragen wird, wechselt.
Die Fig. 4a und Fig. 4b zeigen schematisch einen beispielhaften Spannungs- und Stromverlauf beim Vorladen eines Zwischenkreisspeichers (7 in den Fig. 1 und 2) mittels elektrischer Energie
aus einem Niedervoltenergiespeicher (1 1 in den Fig. 1 und 2). Das Diagramm der Fig. 4a zeigt die Zwischenkreisspannung über der Zeit. Die Kurve 18 repräsentiert einen beispielhaften Verlauf der Spannung (15 in Fig. 2) des Zwischenkreisspeichers 7 während des Prozesses des Vorladens. Zu einer Zeit tO beginnt das Vorladen. Bis zum Zeitpunkt t1 wird die Spannung 18 im Zwischenkreis hochgefahren. Zum Zeitpunkt t1 hat die Spannung 18 im Zwischenkreis einen Sollwert 19 erreicht. Dieser Sollwert entspricht vorzugsweise der Spannung (14 in Fig. 2) des Hochvoltenergiespeichers (8 in Fig. 2). Zu einem Zeitpunkt t2, der nach dem Beenden des Vorladens des Zwischenkreisspeichers (7 in Fig. 2) liegt, werden Schütze (12 in Fig. 2) geschlossen, um einen Hochvoltenergiespeicher (8 in Fig. 2) an den Zwischenkreisspeicher 7 zu koppeln.
Das Diagramm der Fig. 4b zeigt den Ladestrom über der Zeit. Die Kurve 20 repräsentiert einen beispielhaften Verlauf des Ladestromes des Zwischenkreisspeichers 7 während des Prozesses des Vorladens. Zu einer Zeit tO wird eine Steuereinheit 17 so angesteuert, dass das Vorladen beginnt. Der Ladestrom 20 erreicht bald einen vorgegebenen Sollwert 21 , auf dem der
Ladestrom 20 während des Vorladens gehalten wird. Zum Zeitpunkt t1 hat die Spannung 18 im Zwischenkreis ihren Sollwert erreicht und der Vorladeprozess endet. Der Ladestrom 20 geht wieder auf Null zurück. Zu einem Zeitpunkt t2, der nach dem Beenden des Vorladeprozesses liegt, werden Schütze (12 in Fig. 2) geschlossen, um einen Hochvoltenergiespeicher (8 in Fig. 2) an den Zwischenkreisspeicher (7 in Fig. 2) zu koppeln.
In weiteren Ausführungsbeispielen sind alternativ zu den Spannungs- und Stromverläufen 18 und 20 der Fig. 4a bzw. 4b auch abgewandelte Spannungs- und Stromverläufe während des Vorladeprozesses denkbar. Der Ladestrom muss insbesondere während des Prozesses des Vorladens nicht unbedingt konstant gehalten werden. Auch muss die Spannung im
Zwischenkreis nicht notwendiger Weise genau auf die Spannung 14 des
Hochvoltenergiespeichers 8 hochgefahren werden. Auch kleiner Sollspannungen sind denkbar. Es genügt, dass die Spannung im Zwischenkreis so angehoben wird, das hohe Ströme beim Schließen der Schütze 12 und damit eine Lichtbogenbildung vermieden werden, oder zumindest die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Lichtbögen reduziert wird.
Bezugszeichenliste
1 Kraftfahrzeug
2 Verbrennungsmotor
3 elektrische Maschine
4 Getriebe
5 Antriebsachse
6 Umrichter
7 Zwischenkreisspeicher
8 Hochvoltenergiespeicher
9 bidirektionaler Spannungswandler
10 bidirektionaler Spannungswandler
1 1 Niedervoltenergiespeicher
12 Schütze
13 Leistungselektronik
14 Spannung des Hochvoltenergiespeichers
15 Spannung des Zwischenkreisspeichers
16 Spannung des Niedervoltenergiespeicher
17 Steuereinheit
18 Verlauf der Zwischenkreisspannung
19 Sollwert der Zwischenkreisspannung
20 Verlauf des Zwischenkreisladestromes
21 Sollwert des Zwischenkreisladestromes
tO Beginn des Vorladeprozesses
t1 Ende des Vorladeprozesses
t2 Schließen der Schütze