Beschreibung
Verfahren zur Ermittlung eines durch einen elektrischen Leiter fließenden Stromes
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung eines durch einen elektrischen Leiter fließenden Stromes, sowie eine Strommessanordnung. Mittels Schutzschaltern werden Leitungen und/oder Verbraucher eines elektrischen Stromkreises geschützt, wie zum Beispiel Elektromotoren, indem bei einer Überbelastung ein durch die Leitungen fließende elektrische Strom unterbrochen wird. Dabei wird zwischen zwei Anwendungsfällen unterschieden, für die der Schutzschalter geeignet sein muss. Der erste ist der Kurzschlussfall, bei dem der elektrische Stromkreis praktisch keinen elektrischen Widerstand aufweist, und der elektrische Strom somit vergleichsweise groß ist. Dies führt zu einer Überbelastung der Leitungen, die auf eine derartige Strom- tragfähigkeit nicht ausgelegt sind und somit schmelzen oder anderweitig zerstört werden. In einem derartigen Fall ist das möglichst schnelle Unterbrechen des elektrischen Stromflusses von Nöten. Der zweite Fall wird als sogenannter Überlastfall bezeichnet. Bei diesem tritt kurzzeitig ein erhöhter elektrischer Strom auf, beispielsweise während einer Anlaufphase des Elektromotors. Dabei ist dieser Stromfluss zu tolerieren, solange der I2t-Wert unterhalb einer bestimmten Grenzschwelle ist. Hier- für muss folglich der Wert des durch die Leitungen fließenden elektrischen Stroms präzise bekannt sein.
Herkömmliche Schutzschalter weisen einen Bimetallstreifen auf, der in den Strompfad geschalten ist. Bei einem übermäßi- gen Stromfluss durch den Bimetallschalter wird dieser erwärmt und aufgrund seiner Materialeigenschaften verbogen, worauf der Strompfad unterbrochen wird. Nachteilig bei einem derartigen System ist einerseits die relativ träge Reaktion und
andererseits der vergleichsweise große Toleranzbereich, der eine präzise Einstellung des Auslösens des Schutzschalters bei einem definierten Stromfluss verhindert. Alternativ hierzu wird der Stromfluss durch eine der Leitungen gemessen, beispielsweise mittels eines Hall-Sensors oder eines Stromwandlers. Der jeweilige Sensor ist mit einer Auswerteelektronik verbunden, mittels derer bei einem Überschreiten des Stroms einer vordefinierten Schwelle ein Leis- tungsschalter betätigt wird, der den Stromkreis unterbricht. Nachteilig bei einer derartigen Messanordnung ist, dass der Sensor und die hiermit verbundene Auswerteelektronik im Wesentlichen auf dem gleichen elektrischen Potential liegen, wie die zu überwachende Leitung. Falls folglich die Leitung auf einem vergleichsweise hohen Potential im Vergleich zu
Masse liegt, ist daher eine galvanische Trennung des Sensors und der Auswerteelektronik nötig, um einen möglichen Kurz- schluss, zum Beispiel über einen Lichtbogen, zu vermeiden. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein besonders geeignetes Verfahren zur Ermittlung eines durch einen elektrischen Leiter fließenden Stromes anzugeben, das
geeigneterweise auch bei einem hohen elektrischen Potential des Leiters gegenüber Masse sicher und ohne zusätzliche gal- vanische Trennung möglich ist. Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es eine besonders geeignete Strommessanordnung und einen besonders geeigneten Schutzschalter anzugeben, der insbesondere vergleichsweise kostengünstig herstellbar und vorzugsweise auf einen Auslösestrom vergleichsweise genau einstellbar ist.
Hinsichtlich des Verfahrens wird die Aufgabe erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteran- Sprüche.
Das Verfahren zur Ermittlung eines durch einen elektrischen Leiter fließenden elektrischen Stromes sieht vor, dass je-
weils die über einen ersten Widerstand zweier Widerstandsanordnungen abfallende elektrische Spannung erfasst wird, die jeweils mit dem elektrischen Leiter und einem, vorzugsweise gemeinsamen, Bezugspotential elektrisch kontaktiert sind. Da- bei befindet sich zwischen den beiden Kontaktpunkten der Widerstandsanordnungen mit dem Leiter ein Messwiderstand mit einem definierten Widerstandswert. Der Widerstandswert des Messwiderstands ist hierbei vorzugsweise kleiner 1Ω vorzugsweise kleiner 500mQ und insbesondere kleiner lOOmQ. Die Wi- derstandswerte der ersten Widerstände liegen vorzugsweise zwischen 100Ω und 10kQ, beispielsweise bei lkQ.
Aus der Differenz der ermittelten elektrischen Spannungen wird die über dem Messwiderstand anfallende elektrische Span- nung berechnet, auch als Messspannung bezeichnet, und dieser Wert mit dem Widerstandswert des Messwiderstands zur Ermittlung des durch den Messwiderstand und somit auch durch den elektrischen Leiter fließenden Stromes dividiert. Sofern die Widerstandsanordnungen jeweils lediglich den ersten Wider- stand umfassen, entspricht die Differenz der beiden über den ersten Widerstand anfallenden elektrischen Spannungen der MessSpannung .
Mit anderen Worten sind die erste Widerstandsanordnung auf einer der Seiten des Messwiderstands und die zweite Widerstandsanordnung auf der verbleibenden Seite des Messwiderstands mit dem elektrischen Leiter kontaktiert. Somit sind die beiden Widerstandsanordnungen zueinander parallel geschalten, wobei der Messwiderstand in Reihe zu einer der Wi- derstandsanordnungen angeordnet ist.
Aufgrund des vorgeschlagenen Verfahrens ist es möglich, mittels Variation und Einstellung des Bezugspotentials den Bereich, innerhalb dessen die erste elektrische Spannung liegt, vergleichsweise frei zu wählen. Dies vereinfacht die Ermittlung der elektrischen Spannung, da zum Beispiel bestimmte Messgeräte verwendet werden können.
Besonders bevorzugt wird als Bezugspotential Masse gewählt, und insbesondere Erde. Auf diese Weise kann eine Isolierung und/oder galvanische Trennung des zur Erfassung der über den ersten Widerstand anfallenden elektrischen Spannung dienenden Messgeräts unterbleiben. Ferner ist es nicht erforderlich, die Stabilität des Bezugspotentials zu überprüfen und ggf. nachzuregeln . Darüber hinaus ist ein Verschaltungs- und/oder Verkabelungsaufwand reduziert, da der erste Widerstand prinzipiell gegen jedes mit Masse verbundenes Bauteil geführt werden kann, wie zum Beispiel ein Gehäuse.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird zwischen dem Leiter und dem ersten Widerstand zumindest einer der Widerstandsordnung, vorzugsweise beider, ein zwei- ter Widerstand angeordnet. Beispielsweise ist der zweite Widerstand direkt einerseits mit dem elektrischen Leiter und andererseits mit dem ersten Widerstand elektrisch leitende verbunden. Mit anderen Worten weist die Widerstandsanordnung jeweils den ersten Widerstand und den zweiten Widerstand auf, wobei der Spannungsabgriff zwischen diesen und dem Bezugspotential erfolgt. Insbesondere weist die Widerstandsanordnung weitere elektrische Widerstände und/oder Kondensatoren auf, die zu den beiden Widerständen jeweils oder gemeinsam parallel- oder in Reihe geschaltet sind.
Mittels der Verwendung des zweiten Widerstands wird die über den ersten Widerstand anfallende elektrische Spannung eingestellt, sofern dies nicht mittels des Bezugspotentials erfolgt. Insbesondere wird mittels des zweiten Widerstands ein Stromfluss durch den ersten Widerstand auf unter 3,5mA begrenzt. Falls die Widerstandsanordnung lediglich den zweiten und ersten Widerstand umfasst, die zueinander in Reihe geschalten sind, ist somit der Stromfluss durch die vollständige Widerstandsanordnung zu dem Bezugspotential auf unter 3,5mA begrenzt. Auf diese Weise sind die elektrischen Verluste reduziert und ein Wirkungsgrad des Verfahrens erhöht.
Vorzugsweise wird als Bezugspotential Masse gewählt und der zweite Widerstand weist einen derartigen Widerstandswert auf, dass die über den ersten Widerstand anfallende elektrische Spannung IV, insbesondere 0,5V, nicht übersteigt, auch wenn 5 der Leiter zur Masse eine Potentialdifferenz von 100V und
mehr aufweist.
Geeigneterweise entspricht der Aufbau der ersten Widerstandsanordnung der zweiten Widerstandsanordnung. Mit anderen World) ten ist der Widerstandswert der ersten Widerstände und insbesondere der zweiten Widerstände gleich groß. Auf diese Weise ist die Differenz zwischen der ersten elektrischen Spannung und der zweiten elektrischen Spannung gleich der Messspannung multipliziert mit dem Widerstandswert des ersten Widerstands 15 geteilt durch die Summe der Widerstandswerte des ersten und des zweiten Widerstands. Diese Art der Berechnung ist unabhängig von der Stromflussrichtung durch den Messwiderstand. Folglich ist es möglich, das Verfahren sowohl bei Gleichstrom als auch bei Wechselstrom anzuwenden.
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Vorzugsweise wird der auf diese Weise ermittelte Strom im Rahmen eines Verfahrens zur Ermittlung einer durch einen elektrischen Leiter fließenden elektrischen Energie ausgeführt. Dabei wird zusätzlich mittels der erfassten ersten
25 und/oder zweiten Spannung auf die an dem Leiter gegenüber
Masse anliegende elektrische Spannung geschlossen. Hierzu ist insbesondere das Bezugspotential gleich Masse. Somit ist die elektrische Spannung des Leiters gleich der ersten elektrischen Spannung, sofern die Widerstandsanordnung lediglich den
30 ersten Widerstand aufweist.
Falls die Widerstandsanordnung den zweiten Widerstand um- fasst, ist die elektrische Spannung des Leiters die Summe der über den ersten und den zweiten Widerstand anfallenden elekt- 35 rischen Spannung. Falls weitere Bauteile verwendet werden, die parallel oder in Reihe zu dem ersten Widerstand angeordnet sind, werden diese berücksichtigt. Dabei kann die elektrische Spannung berechnet werden, da einerseits die Wider-
standswerte der verwendeten Bauelemente und andererseits deren Verschaltung bekannt ist, und eine Referenzspannung, nämlich die erste oder zweite Spannung, erfasst wird. Folglich ist es möglich, die elektrische Energie zu berechnen, die proportional zu dem Produkt der elektrischen Spannung und des elektrischen Strom ist. Falls Wechselstrom durch den elektrischen Leiter fließt, ist es möglich, die Phase und den Versatz der elektrischen Spannung zu dem elektrischen Strom zu ermitteln .
Hinsichtlich der Strommessanordnung wird die Aufgabe ferner erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 7 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die Strommessanordnung zur Ermittlung eines durch einen elektrischen Leiter fließenden Stroms umfasst eine Messschaltung, die zu einem in den Leiter eingebrachten Messwiderstand parallel geschalten ist. Unter in den Leiter eingebracht wird dabei verstanden, dass der Messwiderstand mit dem elektrischen Leiter kontaktiert ist und somit einen Teil des Stromes trägt. Hierfür ist der Messwiderstand entweder zu dem elektrischen Leiter parallel geschalten oder besonders bevorzugt bildet der Messwiderstand den Leiter. Mit anderen Worten han- delt es sich um eine Reihenschaltung.
Die Messschaltung umfasst eine erste Widerstandsanordnung und eine zweite Widerstandsanordnung, die mit dem elektrischen Leiter kontaktiert sind. Insbesondere bilden die Widerstands- anordnungen zumindest teilweise die Verbindungspunkte der
Messschaltung, mittels derer diese zu dem Messwiderstand parallel geschalten ist. Die erste und die zweite Widerstandsanordnung sind vorzugsweise miteinander elektrisch kontaktiert, wobei dieser Kontaktpunkt auf einem Bezugspotential liegt. Alternativ hierzu sind die beiden Widerstandsanordnungen jeweils separat gegen das Bezugspotential geführt.
Jede Widerstandsanordnung weist einen ersten Widerstand auf, zu dem jeweils ein elektrisches Spannungsmessgerät parallel geschalten ist. Mit anderen Worten ist es ermöglicht, mittels der Spannungsmessgeräte die über den jeweils ersten Wider- stand anfallende elektrische Spannung zu ermitteln. Insbesondere wird hierzu die Differenz der beiden ermittelten elektrischen Spannungen herangezogen, die beispielsweise gleich der über den Messwiderstand anfallenden elektrischen Spannung ist. Dieser Wert wird zum Beispiel mit dem Widerstandswert des Messwiderstands dividiert, um den Wert des elektrischen Stromes zu erhalten. Vorzugsweise umfasst die Messschaltung einen Mikrochip, der vorgesehen und geeignet ist, das erfindungsgemäße Verfahren durchzuführen. Zwar weist die Messschaltung zwei Spannungsmessgeräte auf, um die über den Messwiderstand anfallende elektrische Spannung zu ermitteln. Jedoch sind die zu erfassenden elektrischen Spannungen auch bei einem vergleichsweise niederohmigen Messwiderstand vergleichsweise groß, so dass vergleichsweise kos- tengünstige Spannungsmessgeräte ohne eine vergleichsweise komplizierte Verstärkerschaltung herangezogen werden können.
Vorzugsweise ist das Bezugspotential Masse. Mit anderen Worten ist die erste und zweite Widerstandsanordnung gegen Masse geführt und beispielsweise gegen Erde. Auf diese Weise ist es ermöglicht, die Messschaltung vergleichsweise einfach zu fertigen, da einerseits das Bezugspotential nicht stabilisiert werden muss und andererseits ein Masseanschluss vergleichsweise einfach im Bereich der jeweiligen Widerstandsanordnung realisierbar ist.
Besonders bevorzugt ist der erste Widerstand direkt mit dem Bezugspotential kontaktiert. Mit anderen Worten wird mittels des Spannungsmessgeräts die Potentialdifferenz zwischen dem Bezugspotential und der verbleibenden Seite des ersten Widerstands gemessen, die zum Bespiel direkt mit dem elektrischen Leiter kontaktiert ist. Somit wird mittels des Spannungsmess-
gerät diejenige elektrische Spannung ermittelt, auf der der Leiter gegenüber dem Bezugspotential liegt.
Falls zusätzlich als Bezugspotential Masse gewählt wird, ist bei einer Kontaktierung des ersten Widerstands mit Masse der Verschaltungsaufwand der Messschaltung reduziert, zumal als jeweilige Kontaktpunkte des Spannungsmessgeräts und des ersten Widerstands unterschiedliche räumliche Bereiche gewählt werden können, wie zum Beispiel unterschiedliche Gehäuseab- schnitte.
Besonders bevorzugt umfasst zumindest eine der Widerstandsanordnungen und geeigneterweise beide, einen Spannungsteiler mit einem zweiten Widerstand, der mit dem ersten Widerstand in Reihe geschalten ist. Vorzugsweise ist hierbei der erste Widerstand direkt mit Masse und insbesondere der zweite Widerstand direkt mit dem elektrischen Leiter kontaktiert. Auf diese Weise ist es einerseits ermöglicht, einen Stromfluss durch die jeweilige Widerstandsanordnung zu limitieren, bei- spielsweise auf unter 3,5mA, was den Wirkungsgrad der Messschaltung erhöht. Andererseits ist bei einer geeigneten Wahl des Widerstandswertes des zweiten Widerstands die an dem ersten Widerstand anfallende elektrische Spannung vergleichsweise gering. Folglich ist es nicht erforderlich, das Spannungs- messgerät galvanisch zu trennen. Auch sind Rückwirkungen in der elektrischen Spannung, die aufgrund des Messvorgangs hervorgerufen werden, mittels des zweiten Widerstands innerhalb des durch den Leiter fließenden elektrischen Stroms reduziert .
Besonders bevorzugt umfasst zumindest eines der beiden Spannungsmessgeräte, vorzugsweise beide Spannungsmessgeräte, einen analogen Verstärker. Folglich ist es ermöglicht, mittels des Spannungsmessgeräts auch vergleichsweise kleine elektri- sehe Spannungen zu erfassen. In einer Alternative hierzu weist das oder die Spannungsmessgeräte jeweils einen Sigma- Delta-Wandler auf, mittels dessen aus dem erfassten Wert insbesondere ein digitales Wort erstellt wird. Beispielsweise
umfasst der Sigma-Delta-Wandler, auch als Sigma-Delta- Modulator bezeichnet, einen differenziellen Eingang auf, der jeweils mit einem der beiden Spannungsmessgeräte verbunden ist. Mit anderen Worten wird die Differenz zwischen der ers- ten Spannung und der zweiten Spannung mittels des Sigma-
Delta-Wandlers erstellt und vorzugsweise diese Differenz in ein digitales Wort überführt. Aufgrund der vergleichsweise hohen Dynamik des Sigma-Delta-Wandlers ist ein zusätzlicher Verstärker nicht erforderlich und die Messqualität erhöht, bedingt durch das vergleichsweise hohe Signal -Rausch-Verhältnis (SNR) .
Hinsichtlich eines Schutzschalters wird die Aufgabe weiterhin erfindungsgemäß jeweils durch die Merkmale der Ansprüche 12 bis 14 gelöst.
Der Schutzschalter weist einen Leistungsschalter auf, mittels dessen ein durch einen elektrischen Leiter fließender Strom unterbrochen werden kann. Der Leistungsschalter ist bei- spielsweise ein Transistor, insbesondere ein IGBT, oder ein Thyristor, zum Beispiel ein GTO-Thyristor, oder ein elektromagnetischer Auslöser. Zweckmäßigerweise ist der Leistungsschalter in den elektrischen Leiter eingebracht. Mit anderen Worten bildet der Leistungsschalter einen Teil des Strompfa- des und weist zu dem Leiter eine Reihenschaltung auf. Der
Leistungsschalter wird beispielsweise mittels einer Ansteuerschaltung betätigt, insbesondere einem Mikrochip.
Zweckmäßigerweise ist in den Leiter ein Messwiderstand einge- bracht und vorzugsweise in Reihe zu dem Leistungsschalter geschalten. Aus der über dem Messwiderstand anfallenden elektrischen Spannung wird auf den durch den Leiter fließenden Strom geschlossen. Dabei wird der Leistungsschalter vorzugsweise in Abhängigkeit einer Kennlinie betätigt. Insbesondere wird der Leistungsschalter unverzüglich geöffnet, sobald ein Kurzschlussfall mittels des Messwiderstands erkannt wurde. Im Überlastfall hingegen erfolgt die Auslösung des Leistungs-
Schalters in Abhängigkeit der Stromstärke und der Zeit, die der Überlastfall andauert.
Vorzugsweise ist der Messwiderstand mit der Messschaltung überbrückt, die die erste und die zweite Widerstandsanordnung aufweist. Mit anderen Worten ist die Messschaltung parallel zu dem Messwiderstand geschalten. Geeigneterweise wird der durch den Messwiderstand fließende Strom mittels des vorgeschlagenen Verfahrens ermittelt. Vorzugsweise ist die An- Steuerschaltung des Leistungsschalters eingerichtet und vorgesehen, das Verfahren auszuführen.
Vorzugsweise ist eine Anzahl derartiger Schutzschalter zu einer mehrphasigen Schutzschaltung zusammengefasst , die noch weitere Bauteile enthält. Dabei wird mittels jedes Schutzschalters ein Leiterstrang überwacht, die einen Wechselstrom führen. Die Frequenz der elektrischen Ströme der Leiterstränge ist hierbei gleich, jedoch sind die Ströme gegeneinander um jeweils eine Phase verschoben. Beispielsweise beträgt die Phase der Wechselströme zueinander 120° und mittels der
Schutzschaltung werden drei Leiterstränge überwacht.
Die Widerstandsanordnungen jedes Schutzschalters sind gegen ein gemeinsames Bezugspotential geführt, was den Verschal - tungsaufwand reduziert. Insbesondere sind die Widerstandsanordnungen im Wesentlichen in einem Punkt, einem sogenannten Sternpunkt oder in einem vergleichsweise räumlich begrenzten Bereich miteinander kontaktiert, um etwaige zwischen den Widerstandsanordnungen auftretende Potentialdifferenzen zu re- duzieren. Vorzugsweise ist das Bezugspotential Masse und insbesondere ist der Sternpunkt mit Masse kontaktiert. Geeigneterweise sind die Ansteuerschaltungen der einzelnen Schutzschalter in einer gemeinsamen Ansteuerschaltung integriert und die Auswertung der elektrischen Spannungen erfolgt vor- zugsweise mittels eines gemeinsamen Mikrochips .
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert . Darin zeigt :
FIG 1 schematisch einen Elektromotor mit einer mehrphasige
SchutzSchaltung,
FIG 2 ausschnittsweise zwei Schutzschalter der mehrphasige
SchutzSchaltung,
FIG 3 ein Verfahren zum Betrieb eines der Schutzschalter, und
FIG 4 ein Verfahren zur Leistungsmessung.
Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
In FIG 1 ist schematisch vereinfacht ein Elektromotor 2 gezeigt, der mittels dreier Leiterstränge 4 mit elektrischer Energie versorgt wird. Hierfür führt jeder Leiterstrang 4 einen elektrischen Wechselstrom I und in dem Motor sind die einzelnen Leiterstränge über Spulen miteinander kontaktiert. Beispielsweise weist der Elektromotor 2 hierfür eine sogenannte Dreiecksschaltung auf. Dem Elektromotor 2 ist eine mehrphasige Schutzschaltung 6 vorgeschalten, mittels derer der durch die Leiterstränge 4 fließende elektrische Wechselstrom I überwacht wird, und mittels derer in einem Kurz- schluss- oder Überlastfall der Stromfluss unterbrochen wird.
Die mehrphasige Schutzschaltung 6 umfasst drei Schutzschalter 8, von denen jeder in jeweils einen der Leiterstränge 4 eingebracht ist. Die Schutzschalter 8 sind im Wesentlichen gleich aufgebaut und weisen jeweils einen Leistungsschalter 10 und eine Strommessanordnung 12 auf, die zueinander in Reihe in den Leiterstrang 4 eingebracht sind. Jeder Schutzschalter 8 umfasst ferner eine Steuerelektronik 14, die Teil der Strommessanordnung 12 sein kann. Mittels der Steuerelektronik 14 wird ein Messergebnis 16 der Strommessanordnung 12 verarbeitet und ein Betätigungssignal 18 generiert, in Abhängigkeit dessen sich der jeweilige Leistungsschalter 10 in einer geöffneten oder geschlossenen Position befindet. In FIG 1 ist der erste der gezeigten Leistungsschalter 10 in einer geöff-
neten Position dargestellt, wohingegen die verbleibenden Leistungsschalter 10 sich in einem leitenden Zustand befinden . In FIG 2 sind zwei der drei Strommessanordnungen 12 dargestellt. Jede Strommessanordnung 12 umfasst einen Messwiderstand 20 der mittels einer Messschaltung 22 überbrückt ist. Der Widerstandswert R des Messwiderstands 20 ist kleiner als 1Ω und gleich 0,05Ω. Jede Messschaltung 22 weist zwei Wider- Standsanordnungen 24 mit einem Spannungsteiler 26 auf.
Jeder Spannungsteiler 26 umfasst einen zweiten Widerstand 28, der einseitig mit dem zugehörigen Leiterstrang 4 elektrisch kontaktiert ist. Dabei ist der Messwiderstand 20 zwischen den beiden Kontaktpunkten der zweiten Widerstände 28 mit dem elektrischen Leiter 4 jeder der Strommessanordnungen 12 angeordnet. Das verbleibende Ende jedes zweiten Widerstands 28 ist mit einem ersten Widerstand 30 elektrisch kontaktiert, dessen verbleibendes Ende jeweils gegen einen gemeinsamen Sternpunkt 32 der mehrphasigen Schutzschaltung 6 geführt ist. Mit anderen Worten sind der zweite Widerstand 28 und der erste Widerstand 30 in Reihe zwischen dem jeweiligen Leiterstrang 4 und dem gemeinsamen Sternpunkt 32 geschalten. Auch die Widerstandsanordnungen 24 des nicht gezeigten Schutz - Schalters 8 sind gegen den gemeinsamen Sternpunkt 32 geführt. Der Sternpunkt 32 befindet sich auf einem Bezugspotential P und ist mit Masse kontaktiert, im Speziellen mit Erde. Mit anderen Worten ist als Bezugspotential P Masse M gewählt. Hierfür ist der Sternpunkt 32 mit einem geerdeten Gehäuse der mehrphasigen Schutzschaltung 6 elektrisch kontaktiert.
Jeder erste Widerstand 30 ist mit einem hochohmigen Spannungsmessgeräts 34 überbrückt, mittels dessen eine an dem ersten Widerstand 30 abfallende elektrische Spannung erfasst wird. Hierfür weist jedes Spannungsmessgerät 34 einen Sigma- Delta-Modulator 36 auf, mittels dessen der Messwert in ein digitales Wort überführt wird.
Im Weiteren wird die jeweils in der Figur links gezeigte Widerstandsanordnung 24 jeder der Messschaltungen 22 als erste Widerstandsanordnung 24 bezeichnet und die an dem ersten Widerstand 30 der ersten Widerstandsanordnung 24 anfallende elektrische Spannung als erste elektrische Spannung Ul . Die rechts gezeigten Widerstandsanordnungen 24 werden als zweite Widerstandsanordnungen bezeichnet und die an dem ersten Widerstand 30 der zweiten Widerstandsanordnung 24 anfallende elektrische Spannung als zweite elektrische Spannung U2.
Der Widerstandswert R2 des zweiten Widerstands 28 ist derart bemessen, dass der durch die jeweilige Widerstandsanordnung 24 zum Sternpunkt 32 fließende elektrische Strom einen Wert von 3,5mA nicht überschreitet. Der Widerstandswert Rl des ersten Widerstands 30 ist derart gewählt, dass sowohl die erste elektrische Spannung Ul als auch die zweite elektrische Spannung U2 stets kleiner als 5V ist, auch wenn die Potentialdifferenz zwischen dem Leiterstrang 4 und dem Bezugspotential P größer als 100V ist. Hierfür trägt der Widerstandswert Rl vorzugsweise 1 Hundertstel des Widerstandswerts R2.
In FIG 3 ist in einem Flussdiagramm ein Verfahren 38 dargestellt, mittels dessen der durch einen der Leiterstränge 4 fließende Wechselstrom I ermittelt wird, und nach dem jeder der Schutzschalter 8 betrieben ist. In einem ersten Span- nungserfassungsschritt 40 wird mittels des Spannungsmessgeräts 34 die erste elektrische Spannung Ul erfasst. Im Wesentlichen zeitgleich wird in einem zweiten Spannungserfassungsschritt 42 die zweite elektrische Spannung U2 erfasst.
Aus den erfassten elektrischen Spannungen Ul , U2 wird jeweils mittels des Sigma-Delta-Wandlers 36 ein digitales Wort erstellt und an die Steuerelektronik 14 geleitet. Dort wird in einem Messspannungsermittlungsschritt 44 die an den Messwi- derstand 20 anfallende Messspannung U errechnet. Hierfür wird die erste elektrische Spannung Ul von der zweiten elektrischen Spannung U2 abgezogen und dieser Wert mit der Summe aus dem bekannten Widerstandswert des ersten Messwiderstands Rl
und des bekannten Widerstandswerts des zweiten Messwiderstands R2 multipliziert. Das Ergebnis wird durch den Widerstandswert des ersten Widerstands Rl geteilt und als Messspannung U herangezogen.
In einem darauffolgenden Stromermittlungsschritt 46 wird die Messspannung U mit dem Widerstandswert des Messwiderstands R dividiert, um den Wert des durch den Leiterstrang 4 fließenden elektrischen Stroms I zu erhalten. Falls dieser Wert eine vordefinierte Kurzschlussschwelle überschreitet, wird in einem Betätigungsschritt 48 der Leistungsschalter 10 betätigt und der Stromfluss durch den Leiterstrang 4 unterbrochen, also das Betätigungssignal 18 erstellt. Die Unterbrechung erfolgt auch, wenn ein Überlastfall für eine bestimmte Zeit- spanne andauert, der die Stromtragfähigkeit des Leiterstrangs 4 übersteigt.
In FIG 4 ist ein Verfahren 50 zur Ermittlung der durch den Leiterstrang 4 fließenden elektrischen Energie in einem
Blockschaltbild gezeigt. Hierfür wird das Stromerfassungsverfahren 38 verwendet, um den durch den Leiterstrang 4 fließenden elektrischen Strom I zu ermitteln. Zusätzlich wird in einem Spannungsermittlungsschritt 52 aus der erfassten ersten elektrischen Spannung Ul und dem bekannten Widerstandswert des ersten Widerstands und des zweiten Widerstands R1,R2 die über die vollständige erste Widerstandsanordnung 24 anfallende elektrische Spannung ü1 errechnet. Mit anderen Worten wird die Potentialdifferenz zwischen dem Leiterstrang 4 und dem Bezugspotential P berechnet. In einem Energieermittlungs- schritt wird aus der errechneten Leiterspannung ü1 und dem errechneten elektrischen Strom I die durch den Leiterstrang 4 übertragene elektrische Energie mittels Multiplikation der beiden Werte errechnet . Die Erfindung ist nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt. Vielmehr können auch andere Varianten der Erfindung von dem Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlassen. Ins-
besondere sind ferner alle im Zusammenhang mit dem Ausführungsbeispiel beschriebene Einzelmerkmale auch auf andere Weise miteinander kombinierbar, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlassen.