Diagnose verfahren und Diagnosevorrichtung zum Bestimmen einer aktuellen Kapazität einer Batteriezelle einer Handwerkzeugmaschine GEBIET DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Diagnoseverfahren und eine Diagnosevorrichtung zum Bestimmen einer aktuellen Kapazität einer Batteriezelle für eine batteriebetriebene Handwerkzeugmaschine und eine batteriebetriebene Handwerkzeugmaschine, insbesondere eine elektrische Handwerkzeugmaschine, wie zum Beispiel einen Elektroschrauber, eine handgehaltene Bohrmaschine.
Bei einer herkömmlichen Diagnose einer Batteriezelle, wie beispielsweise einer wiederaufladbaren Batterie oder eines Akkumulators, wird die Batteriezelle zur Bestimmung der aktuellen Kapazität vollständig geladen und anschließend wieder vollständig entladen. Damit benötigen herkömmliche Verfahren zur Diagnose von Batteriezellen zumindest eine vollständige Ladung und anschließende Entladung der Batteriezelle. Dabei sind der maximal mögliche Ladestrom sowie der maximal mögliche Entladestrom durch die Batteriezelle begrenzt. Dies führt zu einem hohen zeitlichen Aufwand zur Diagnose der Batteriezelle.
Dabei ist ein Wert von ca. 1 C (einfacher einstündiger Ladestrom) typisch, wobei die Batteriezelle innerhalb von einer Stunde geladen wird. Die Entladung kann regelmäßig mit einem Vielfachen von 1 C durchgeführt werden, wobei sich die Entladezeit entsprechend verkürzt. Zum Beispiel bei 4C wird die Batteriezelle innerhalb von einer Viertelstunde entladen. In Summe können diese herkömmlichen Verfahren zu einer Diagnosezeit von mehr als einer Stunde führen. Hohe Lade- und Entladeströme, von beispielsweise größer 1C, werden üblicherweise vermieden, da diese die Batteriezellen schneller altern lassen.
Ferner ist nachteiligerweise eine aufwändige Leistungselektronik notwendig, die dazu eingerichtet ist, die Batteriezelle entsprechend zu laden und zu entladen.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Bestimmen einer aktuellen Kapazität einer Batteriezelle einer Handwerkzeugmaschine beinhaltet folgende Schritte: Messen einer
ersten Leerlaufspannung der Batteriezelle; Bestimmen eines Ladezustands der Batteriezelle bei der gemessenen ersten Leerlaufspannung in Abhängigkeit eines vorbestimmten Verhältnisses zwischen der Leerlaufspannung und dem Ladezustand der Batteriezelle; Verändern der in der Batteriezelle gespeicherten Ladung zur Bereitstellung eines veränderten Ladezustands; Messen einer zweiten Leerlaufspannung bei einem Istwert des veränderten Ladezustands und Berechnen der aktuellen Kapazität der Batteriezelle in Abhängigkeit einer nominellen Kapazität der Batteriezelle, eines in Abhängigkeit des bestimmten Ladezustands bestimmten Sollwerts des veränderten Ladezustands und der gemessenen zweiten Leerlaufspannung.
Der Sollwert des veränderten Ladezustands wird insbesondere in Abhängigkeit des bestimmten Ladezustands bei der gemessenen ersten Leerlaufspannung und dem Grad des Veränderns der in der Batteriezelle gespeicherten Ladung bestimmt. Erfindungsgemäß ist es zum Bestimmen der aktuellen Kapazität der Batteriezelle nicht notwendig, diese vollständig zu laden und wieder vollständig zu entladen. Dadurch wird der zeitliche Aufwand für die Bestimmung der aktuellen Kapazität verringert bzw. minimiert. Dadurch wird erfindungsgemäß die Diagnosezeit auf ein Minimum reduziert. Dabei sind Diagnosezeiten von unter fünf Minuten möglich.
Auch der herkömmliche Einsatz von aufwändiger Leistungselektronik ist erfindungsgemäß nicht notwendig. Beispielsweise erfolgt das Entladen über den üblichen Verbraucher der Handwerkzeugmaschine, beispielsweise über den Motor der Handwerkzeugmaschine. Insbesondere kann die Handwerkzeugmaschine dazu für eine vorbestimmte Zeitdauer, beispielsweise eine Minute eingeschaltet werden. Dadurch wird der technische Aufwand für die vorliegende Erfindung gegenüber herkömmlichen Diagnoseverfahren deutlich reduziert.
Bei einer Ausführungsform wird eine Soll-Leerlaufspannung bei einem Sollwert des veränderten Ladezustands in Abhängigkeit des vorbestimmten Verhältnisses bestimmt. Dann kann die aktuelle Kapazität der Batteriezelle in Abhängigkeit der nominellen Kapazität der Batteriezelle, der bestimmten Soll-Leerlaufspannung und der gemessenen zweiten Leerlaufspannung berechnet werden.
Bei einer weiteren Ausführungsform wird die berechnete aktuelle Kapazität in einem der Batteriezelle oder der Handwerkzeugmaschine zugeordneten Speicher abgelegt. Der Speicher, zum Beispiel ein EEPROM, ist zum Speichern von Informationen geeignet.
Bei einer weiteren Ausführungsform wird die berechnete aktuelle Kapazität mittels des Speichers zumindest einer, bei der Batteriezelle authentifizierten Vorrichtung bereitgestellt.
Die authentifizierte Vorrichtung ist beispielsweise eine dem Nutzer der Handwerkzeugmaschine zugeordnete Empfangsvorrichtung oder eine einem Kundendienst zugeordnete Empfangsvorrichtung.
Bei einer weiteren Ausführungsform wird die in der Batteriezelle gespeicherte Ladung durch ein Entladen der Batteriezelle oder durch ein Laden der Batteriezelle verändert.
Dabei wird vorzugsweise die Ladung der Batteriezelle um eine Ladungsmenge verändert, die höchstens 10% der nominellen Kapazität der Batteriezelle entspricht.
Bei einer weiteren Ausführungsform wird das vorbestimmte Verhältnis zwischen der Leerlaufspannung und dem Ladezustand der Batteriezelle mittels eines Durchmessens der Batteriezelle vor einer Verwendung der Batteriezelle in der Handwerkzeugmaschine bereitgestellt.
Folglich wird die Batteriezelle vor ihrer Verwendung in der Handwerkzeugmaschine zur Generierung des vorbestimmten Verhältnisses zwischen Leerlaufspannung und Ladezustand durchgemessen. Abhängig von diesem vorbestimmten Verhältnis, welches während der gesamten Betriebsdauer der Batteriezelle gültig ist, kann die aktuelle Kapazität jeweils bestimmt werden. Bei einer weiteren Ausführungsform ist das vorbestimmte Verhältnis zwischen der Leerlaufspannung (y) in Volt und dem Ladezustand (x) in Prozent der Batteriezelle ein Polynom n-ter Ordnung, wobei n = 3 oder n = 5 ist.
Beispielsweise für n = 5: y = ax5+bx +cx3+dx2+ex+f Für das Beispiel einer Lithium-Ionen-Batterie mit fünf Zellen und einer nominellen Kapazität von 2240 mAh ergibt sich das Polynom: y = 2E-09x5- 5E-07x + 6E-05x3 - 0,0029x2+ 0,0777x + 13,589.
Bei einer weiteren Ausführungsform wird das vorbestimmte Verhältnis zwischen der Leerlaufspannung und dem Ladezustand der Batteriezelle in einer Nachschlagtabelle (LUT, Look-Up-Table) abgelegt, welche in einem der Batteriezelle oder der Handwerkzeugmaschine zugeordneten Speicher gespeichert wird.
Bei noch einer weiteren Ausführungsform wird zur Berechnung der aktuellen Kapazität die Gleichung Cakt = Cneu ■ ^ soU verwendet. Cakt bezeichnet die aktuelle Kapazität der ist
Batteriezelle. Cneu bezeichnet die nominelle Kapazität der Batteriezelle. Δυ50ιι bezeichnet die Differenzspannung zwischen der gemessenen ersten Leerlaufspannung OCV1 und der bestimmten Soll-Leerlaufspannung υ50ιι- AUist bezeichnet die Differenzspannung zwischen der gemessenen ersten Leerlaufspannung OCV1 und der gemessenen zweiten Leerlaufspannung OCV2. Bei einer weiteren Ausführungsform wird zur Berechnung der aktuellen Kapazität die
AC t
Gleichung C kt = C — verwendet. Cakt bezeichnet die aktuelle Kapazität der
Batteriezelle. Cneu bezeichnet die nominelle Kapazität der Batteriezelle. ÄCS0n bezeichnet die Differenz zwischen dem Ladezustand SOC1 der Batteriezelle bei der gemessenen ersten Leerlaufspannung OCV1 und dem Sollwert CSOII des veränderten Ladezustands. ÄCist bezeichnet die Differenz zwischen dem Ladezustand SOC1 der Batteriezelle bei der gemessenen ersten Leerlaufspannung OCV1 und dem Istwert Cist des veränderten Ladezustands.
Bei einer weiteren Ausführungsform wird der Istwert Cist des veränderten Ladezustands bei der gemessenen zweiten Leerlaufspannung OCV2 in Abhängigkeit des vorbestimmten Verhältnisses ermittelt. kann obige Gleichung auch formuliert werden
AClst „ SOCl - C
ACsoll - SOCl - C soll
Bei einer weiteren Ausführungsform wird der Istwert Cist des veränderten Ladezustands bei der gemessenen zweiten Leerlaufspannung OCV2 in Abhängigkeit der Ladungsmenge Q ermittelt, um welche die in der Batteriezelle gespeicherte Ladung verändert wird.
Q ÄCist =
ÄUist OCV1 - OCV2
Dabei wird während des Veränderns des Ladezustands der Strom, beispielsweise im Ladegerät, gemessen und im Microcontroller des Ladegeräts integriert. Daraus ergibt sich
die Ladungsmenge Q, um welche die in der Batteriezelle gespeicherte Ladung verändert wird. In diesem Fall kann folgende Gleichung zur Berechnung der aktuellen Kapazität der Batteriezelle Anwendung finden:
ö
* " ACsoll ' ÜCVI - ÜCV2
Auch bei dieser Ausführungsform gibt es für die Veränderung der gespeicherten Ladung in der Batteriezelle zur Bereitstellung des veränderten Ladezustands zwei Möglichkeiten: Laden und damit Diagnose während des Ladevorgangs sowie Entladen und damit Diagnose während des Entladevorgangs. Beispiele für die Diagnose während des Ladevorgangs und für die Diagnose während des Entladevorgangs werden im Folgenden gegeben:
Diagnose während des Ladevorgangs
In dem Speicher der Batteriezelle wird das vorbestimmte Verhältnis zwischen Leerlaufspannung OCV und Ladezustand SOC gespeichert. Vor dem Start des Ladevorgangs misst der Mikrocontroller der Batteriezelle die aktuelle Leerlaufspannung OCV1. Der ermittelte Wert OCV1 wird in dem Speicher des Mikrocontrollers gespeichert. Aus der Tabelle wird der zu der Leerlaufspannung OCV1 zugehörige Ladezustand SOC1 der Batteriezelle ermittelt. Hierbei wird die Annahme genutzt, dass das Verhältnis von SOC und OCV nicht von der Kapazität abhängt. Während des Ladens wird der Strom, beispielsweise im Ladegerät, gemessen und im Mikrocontroller des Ladegeräts integriert. Die eingeladene Kapazität ÄCist ergibt sich als Differenz zwischen dem Ladezustand SOC1 der Batteriezelle bei der ersten Leerlaufspannung OCV1 und dem Istwert Cist des veränderten Ladezustands. Nach der Ladung sendet das Ladegerät den Wert ÄCist an den Mikrocontroller der Batteriezelle. Nach Beendigung der Ladung misst der Mikrocontroller der Batteriezelle die Leerlaufspannung OCV2. Verändert sich der Wert von OCV2 nicht mehr, wird der zugehörige Ladezustand SOC2 der Batteriezelle bei dieser zweiten Leerlaufspannung OCV2 ermittelt.
Zur Bestimmung der aktuellen Kapazität Cakt kann folgender Algorithmus zur Anwendung kommen:
ACsoll = Cneu - (SOC2 - SOC\) (1) SOH = -^- (2) Cakt = SOH■ Cneu (3)
SOH und Cakt können im Speicher abgelegt werden. Insbesondere wenn ein vollständiger Ladevorgang mit einem Ladestart bei SOC < 5% und einem Ladeende bei SOC > 95% durchgeführt wird, kann zusätzlich der tatsächlich eingeladene Wert ÄCist im Speicher der Batteriezelle abgelegt werden.
Diagnose während des Entladevorgangs
Im Speicher der Batteriezelle wird die Tabelle mit dem vorbestimmten Verhältnis zwischen Leerlaufspannung OCV und Ladezustand SOC der Batteriezelle hinterlegt. Wird die Batteriezelle zum ersten Mal nach einem Ladevorgang entladen, misst der Mikrocontroller der Batteriezelle die aktuelle Leerlaufspannung OCV1. Der ermittelte Wert OCV1 wird im Speicher des Mikrocontrollers gespeichert. Während der Entladung wird der Strom in der Handwerkzeugmaschine gemessen und im Mikrocontroller der Handwerkzeugmaschine integriert. Dieser Wert entspricht ÄCist. Nach jeder Entladung kann der Wert ÄCist an den Mikrocontroller der Batteriezelle übertragen werden und in dessen Speicher abgelegt werden. Der von der Handwerkzeugmaschine übermittelte Wert ÄCist wird jeweils zum bereits vorhandenen Wert Cist addiert und im Speicher gespeichert.
Zur Bestimmung der aktuellen Kapazität der Batteriezelle kann folgender Algorithmus zur Anwendung kommen:
ACsoll = Cneu - (SOC\ - SOC2) (4)
SOH =— ^ (5)
^^soll
Cakt = SOH■ Cneu (6)
Bei einer weiteren Ausführungsform liegt zwischen dem Verändern der in der Batteriezelle gespeicherten Ladung und dem Messen der zweiten Leerlaufspannung bei dem Istwert des veränderten Ladezustands zumindest eine vorbestimmte Zeitdauer zur Stabilisierung des Ladezustands der Batteriezelle. KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
Die nachfolgende Beschreibung erläutert die Erfindung anhand von exemplarischen Ausführungsformen und Figuren. In den Figuren zeigt: Fig. 1 ein schematisches Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Bestimmen einer aktuellen Kapazität einer Batteriezelle einer Handwerkzeugmaschine;
Fig. 2 ein Diagramm zur Darstellung der Leerlaufspannung einer Batteriezelle in Abhängigkeit von ihrem Ladezustand; Fig. 3 eine Tabelle zur Speicherung des vorbestimmten Verhältnisses zwischen der Leerlaufspannung und dem Ladezustand der Batteriezelle;
Fig. 4 einen Elektroschrauber; und Fig. 5 ein Ladegerät für einen Elektroschrauber.
Gleiche oder funktionsgleiche Elemente werden durch gleiche Bezugszeichen in den Figuren indiziert, soweit nicht anders angegeben. AUSFÜHRUNGSFORMEN DER ERFINDUNG
In Fig. 1 ist ein schematisches Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Bestimmen einer aktuellen Kapazität einer Batteriezelle einer Handwerkzeugmaschine dargestellt. Die Batteriezelle 11 ist beispielsweise Teil einer wiederaufladbaren Batterie, insbesondere eines Batteriepakets 10. Die Handwerkzeugmaschine ist beispielsweise ein Elektroschrauber.
In Schritt S1 wird eine Leerlaufspannung OCV1 der Batteriezelle 11 gemessen.
In Schritt S2 wird der Ladezustand SOC1 der Batteriezelle 11 bei der gemessenen ersten Leerlaufspannung SOC1 bestimmt. Für diese Bestimmung wird das vorbestimmte Verhältnis zwischen der Leerlaufspannung OCV und dem Ladezustand SOC der Batteriezelle verwendet. Das vorbestimmte Verhältnis zwischen Leerlaufspannung OCV und Ladezustand SOC wird mittels eines Durchmessens der Batteriezelle 11 vor ihrer Verwendung in der Handwerkzeugmaschine 1 generiert. Dieses vorbestimmte Verhältnis wird in einer Nachschlagtabelle abgelegt, welche in einem der Batteriezelle oder Handwerkzeugmaschine zugeordneten Speicher 26 abgelegt wird.
Der Anmelder hat festgestellt, dass das Verhältnis zwischen Leerlaufspannung OCV und Ladezustand SOC einer Batteriezelle über ihre Lebenszeit im Wesentlichen gleich bleibt und damit vorbestimmt ist.
Dazu zeigt die Fig. 2 ein Diagramm zur Darstellung der Leerlaufspannung OCV einer Batteriezelle in Abhängigkeit von ihrem Ladezustand SOC. In der Fig. 2 sind zwei Kurven K1 und K2 dargestellt. Die Kurve K1 zeigt die Leerlaufspannung OCV bei einer neuen Batteriezelle, wohingegen die Kurve K2 die Leerlaufspannung OCV nach 950 Ladezyklen zeigt. Insgesamt veranschaulicht die Fig. 2, dass die Kurven K1 und K2 - außer im vernachlässigbaren Bereich von SOC unter 5% - aufeinander liegen oder zumindest im Wesentlichen aufeinander liegen und somit das Verhältnis zwischen Leerlaufspannung OCV und Ladezustand SOC vorbestimmt ist. In Schritt S3 wird die in der Batteriezelle 1 1 gespeicherte Ladung zur Bereitstellung eines veränderten Ladezustands geändert. Zur Veränderung der gespeicherten Ladung kann die Batteriezelle 1 1 entladen oder geladen werden.
In Schritt S4 wird die Soll-Leerlaufspannung USOII bei einem Sollwert Cson des veränderten Ladezustands in Abhängigkeit des vorbestimmten Verhältnisses bestimmt.
In Schritt S5 wird eine zweite Leerlaufspannung OCV2 bei einem Istwert Cist des veränderten Ladezustands gemessen. In Schritt S6 wird die aktuelle Kapazität Cakt der Batteriezelle in Abhängigkeit einer nominellen Kapazität Cneu der Batteriezelle, der bestimmten Soll-Leerlaufspannung υ50ιι und der gemessenen zweiten Leerlaufspannung OCV2 berechnet. Die berechnete aktuelle Kapazität Cakt kann in einem der Batteriezelle oder der Handwerkzeugmaschine zugeordneten Speicher abgelegt werden. Die berechnete aktuelle Kapazität Cakt kann mittels dieses Speichers zumindest einer, gegenüber der Batteriezelle authentifizierten Vorrichtung bereitgestellt werden.
Ein Beispiel für die Berechnung der aktuellen Kapazität Cakt wird im Folgenden unter Bezugnahme auf Fig. 3 gegeben. Dabei zeigt die Fig. 3 eine Tabelle zur Speicherung des vorbestimmten Verhältnisses zwischen der Leerlaufspannung OCV und dem Ladezustand SOC der Batteriezelle des Akkus B144 von Panasonic.
Der Akku B144 hat eine nominelle Kapazität von 2240 mAh (Cneu = 2240 mAh). In Schritt S1 wird die erste Leerlaufspannung OCV1 gemessen (OCV1 = 15825 mV). In Schritt S2 wird mittels der Tabelle der Fig. 3 der Ladezustand SOC1 bei der ersten Leerlaufspannung OCV1 ermittelt (SOC1 = 88%). In Schritt S3 wird der Ladezustand des
Akkus B144 durch Entladen verändert (ÄSOC = 12%). Damit ergibt sich der Sollwert CSOII des veränderten Ladezustands durch Cson = SOC1 - ÄSOC = 88 % -12 % = 76 %.
In Schritt S4 wird bei dem Soll-Wert Cson des veränderten Ladezustands die Soll- Leerlaufspannung USoii mittels der Tabelle der Fig. 3 ermittelt (USoii = 15355mV). Anschließend wird die zweite Leerlaufspannung OCV2 bei dem a priori unbekannten Ist-Wert des veränderten Ladezustands gemessen (OCV2 = 15255mV).
Damit ergibt sich Cakt wie folgt: c c . w~ = c . ocvi-u« = 2240mAh ^^ -^^ = m7mAh akt neu AUlst OCVI - OCV2 15825^ - 15255^
Bei Cakt = 847 mAh ergibt sich ein Ist-Wert Cist des veränderten Ladezustands von 74% (Cist = 74%).
Fig. 4 zeigt einen Elektroschrauber 1 als Beispiel für eine Handwerkzeugmaschine. Der Elektroschrauber 1 hat ein Gehäuse 2 mit einem Handgriff 3, mittels welchem ein Anwender den Elektroschrauber 1 halten und führen kann. Ein Taster 4 an dem Handgriff 3 ermöglicht dem Anwender den Elektroschrauber 1 in Betrieb zunehmen. Typischerweise muss der Anwender den Taster 4 durchgehend gedrückt halten, um den Elektroschrauber 1 in Betrieb zu halten.
Der Elektroschrauber 1 hat eine Werkzeugaufnahme 5, in welche der Anwender ein Schrauberbit 6 einsetzen kann. Bei Betätigen des Tasters 4 dreht ein Elektromotor 7 die Werkzeugaufnahme 5 um ihre Achse 8. Der Elektromotor 7 ist über eine Spindel 9 und ggf. weitere Komponenten eines Antriebsstrangs, z.B. Kupplung, Getriebe, mit der Werkzeugaufnahme 5 gekoppelt.
Eine Stromversorgung des Elektromotors 7 erfolgt über eine Batteriezelle 1 1 . Die Batteriezelle ist beispielsweise Teil eines Batteriepakets 10. Das Batteriepaket 10 hat insbesondere eine Mehrzahl von sekundären Batteriezellen 11 , welche beispielsweise Lithium-basierte Chemie, aufweisen.
Das Gehäuse 2 hat eine Halterung 12 für das Batteriepaket 10, die beispielhaft an einem Ende des Handgriffs 3 vorgesehen ist. Die Halterung 12 kann Schienen mit einem L- förmigen Profil aufweisen, in welche komplementäre Schienen an dem Batteriepaket 10
gleitend einsetzbar sind. Eine lösbare Verriegelung 13 verhindert ein Herausfallen des Batteriepakets 10 aus der Halterung 12. In der Halterung 12 ist ein Stromanschluss 14 der Handwerkzeugmaschine 1 angeordnet. Der Stromanschluss 14 beinhaltet beispielsweise zwei oder mehr elektrische Kontakte 15. Das Batteriepaket 10 hat zu dem Stromanschluss 14 der Handwerkzeugmaschine 1 komplementäre Kontakte 16, welche bei einem in die Halterung 12 eingesetzten Batteriepaket 10 elektrisch kontaktiert sind.
Das Batteriepaket 10 kann einen autarken Schutzmechanismus 17 aufweisen. Der Schutzmechanismus 17 beinhaltet beispielsweise einen Spannungssensor 18, welcher die Spannungen der einzelnen Batteriezellen 11 überwacht. Erkennt der Schutzmechanismus 17 einen Abfall einer Spannung einer der Batteriezellen 11 unter einen kritischen Schwellwert, wird eine Stromabgabe des Batteriepakets 10 unterbrochen. Der kritische Schwellwert ist derart gewählt, dass eine unumkehrbare Entladung der Batteriezellen 11 unterbunden wird. Der Schwellwert liegt beispielsweise für Li-Ionen Chemie basierte Batteriezellen 1 1 bei etwa 2,5 V, insbesondere bei Raumtemperatur. Das Batteriepaket 10 kann beispielsweise mittels eines Schalters 19, z.B. einen FET in dem Batteriepaket 10 oder in der Handwerkzeugmaschine 1 , einen Strompfad 20 zwischen dem Batteriepaket 10 und dem Elektromotor 7 unterbrechen. Der reversible Schutzmechanismus 17 und der zugehörige Schalter 19 sind autark von anderen Systemen. Dies ist insbesondere bei einer Anordnung des Schalters 19 in dem Batteriepaket 10 der Fall, wenn jegliche Versorgung der Handwerkzeugmaschine 1 durch das Batteriepaket 10 unterbrochen wird.
Die Handwerkzeugmaschine 1 hat ferner eine Motorsteuerung 21 mit ein oder mehreren Schaltelementen 22, welche eine Leistungsaufnahme der Handwerkzeugmaschine 1 einstellt, um die Drehzahl auf den Sollwert auszuregeln. Weiter hat die Handwerkzeugmaschine 1 einen Sanftanlauf 23.
Die Motorsteuerung 21 kommuniziert mit dem Batteriepaket 10, um dessen Eigenschaften zu ermitteln. Eine Kommunikationsschnittstelle 24 der Motorsteuerung 21 fragt unter anderem einen Innenwiderstand des Batteriepakets 10 ab.
Die Kommunikationsschnittstelle 24 ist vorzugsweise eine elektrische Kommunikationsschnittstelle, deren Empfangseinheit von dem Batteriepaket 10 als elektrische Signale aus einem Speicherbauelement 26 übertragene Informationseinheiten empfängt. Das Speicherbauelement 26 speichert das Verhältnis zwischen der Leerlaufspannung und dem Ladezustand der Batteriezelle 1 1 . Die Motorsteuerung 21 ist zur Durchführung des Verfahrens nach Fig. 1 und damit zur Diagnose des Batteriepakets 10
eingerichtet. Ferner kann die Handwerkzeugmaschine 1 einen Temperatursensor 25 aufweisen.
In Fig. 5 ist ein Ladegerät 27 für einen Elektroschrauber 1 dargestellt. Der Elektroschrauber 1 ist beispielhaft in Fig. 4 gezeigt. Das Ladegerät 27 hat eine Aufnahme 28 zum Aufnehmen des Batteriepakets 10 des Elektroschraubers 1 während des Ladevorgangs. Das Ladegerät 27 hat ferner eine Vorrichtung 21 zur Diagnose der Batteriezellen 11 des Batteriepakets 10. Die Vorrichtung 21 ist insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach Fig. 1 eingerichtet. Weiter hat das Ladegerät 27 ein Speicherbauelement 26, welches das Verhältnis zwischen der Leerlaufspannung OCV und dem Ladezustand SOC der Batteriezelle 1 1 speichert.
GLOSSAR
Cakt aktuelle Kapazität der Batteriezelle
Cist Istwert des veränderten Ladezustands
Acist Differenz zwischen dem Ladezustand der Batteriezelle bei der gemessenen ersten Leerlaufspannung und dem Istwert des veränderten Ladezustands
Cneu nominelle Kapazität der Batteriezelle
Csoii Sollwert des veränderten Ladezustands
Δ Csoii Differenz zwischen dem Ladezustand der Batteriezelle bei der gemessenen ersten Leerlaufspannung und dem Sollwert des veränderten Ladezustands
OCV1 erste Leerlaufspannung
OCV2 zweite Leerlaufspannung
Q Ladungsmenge
SOC1 Ladezustands der Batteriezelle bei der ersten Leerlaufspannung
SOC2 Ladezustands der Batteriezelle bei der zweiten Leerlaufspannung
SOH aktueller Gesundheitszustand der Batteriezelle (SOH; State of Health)
Δ Usoii Differenzspannung zwischen der gemessenen ersten Leerlaufspannung und der bestimmten Soll-Leerlaufspannung
Δ Uist Differenzspannung zwischen der gemessenen ersten Leerlaufspannung und der gemessenen zweiten Leerlaufspannung
Umess2 gemessene zweite Leerlaufspannung bei dem Istwert des veränderten
Ladezustands
Usoii Soll-Leerlaufspannung bei dem Sollwert des veränderten Ladezustands