Beschreibung
Titel
Verfahren zum Betreiben eines Schaltgliedes Stand der Technik
Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 , sowie eine elektrische Schaltung, eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung und ein Kraftstoffeinspritzventil nach den nebengeordneten Patentansprüchen.
Schaltglieder, wie etwa Relais, Piezoaktoren oder Magnetventile - letztere insbesondere als Einspritzventile einer Brennkraftmaschine - sind im Betrieb hohen Anforderungen ausgesetzt und werden daher häufig überwacht. Dies kann beispielsweise durch eine Auswertung von Spannungen und/oder Strömen eines Aktors des Schaltglieds erfolgen, oder auch mittels Sensoren, welche beliebige physikalische Größen in elektrische Größen umsetzen. Zur Übertragung dieser Größen an eine Steuereinheit oder dergleichen sind im allgemeinen zusätzliche elektrische Leitungen erforderlich, welche einen erhöhten Aufwand bedeuten.
Bei Magnetventilen für eine Benzin-Direkteinspritzung von Brennkraftmaschinen können in vielen Fällen elektrische Ansteuergrößen des Magnetkreises dazu verwendet werden, den Schließzeitpunkt einer Düsennadel des Einspritzventils zu ermitteln, wenn der Magnetkreis die Düsennadel direkt betätigt. Häufig sind zusätzliche Messleitungen oder dergleichen dabei entbehrlich. Im Unterschied dazu - beispielsweise für Diesel-Einspritzung - gibt es Ausführungen von
Einspritzventilen, bei denen der Magnetkreis zunächst ein Servoventil betätigt, welches nachfolgend eine die Düsennadel betätigende Hochdruckhydraulik steuert. Der Schließzeitpunkt der Düsennadel kann dabei nicht aus der
Bewegung eines Magnetankers des Magnetventils ermittelt werden.
Offenbarung der Erfindung
Das der Erfindung zugrunde liegende Problem wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1 sowie durch eine elektrische Schaltung, eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung und ein Kraftstoffeinspritzventil nach den nebengeordneten Ansprüchen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, dass ein Schaltglied grundsätzlich einen bestromten und einen unbestromten Zustand aufweisen kann. In dem bestromten Zustand wird das Verhalten des Schaltglieds im Wesentlichen von einer an einem Aktor angelegten Spannung bzw. dem in dem Aktor fließenden Strom bestimmt, wogegen in dem unbestromten Zustand das Verhalten des Schaltglieds beispielsweise von der Wrkung einer Rückstellfeder bestimmt wird. Daher sind die Ansteuerleitungen der Aktor während des unbestromten Zustands funktionslos.
In dem unbestromten Zustand des Aktors werden erfindungsgemäß deren Anschlüsse im Wesentlichen von einer ansteuernden Quelle sowie vorzugsweise auch von einem Bezugspotenzial mindestens zeitweise entkoppelt, der Aktor also freigeschaltet. Somit stehen - wie weiter unten noch erläutert werden wird - die an dem Aktor dauernd angeschlossenen Ansteuerleitungen zur Verfügung, um in einem Messzustand Signale von dem Aktor in Richtung der Quelle bzw. einer Ansteuerschaltung (Treiberschaltung) zu übertragen. Die ansteuernde Quelle kann eine Spannungsquelle, eine Stromquelle, oder ein beliebiges elektrisches Netzwerk sein, das dazu ausgebildet ist, den Aktor anzusteuern.
Beispielsweise weist der Aktor zwei Anschlüsse auf und ist entsprechend an zwei Ansteuerleitungen angeschlossen. Somit kann eine Sensoreinrichtung zur Erfassung physikalischer Größen, die beispielsweise als Zweipol ausgeführt ist, nur an einen oder auch an beide Anschlüsse des Aktors und damit an die
Ansteuerleitungen dauerhaft geschaltet sein. Ist der Aktor in dem Messzustand an beiden Anschlüssen von der ansteuernden Quelle entkoppelt, so kann ein elektrisches Potenzial der Sensoreinrichtung an den Ansteuerleitungen im Wesentlichen unabhängig von dem ohmschen Widerstand des Aktors ermittelt werden. In diesem Fall kann ein Anschluss der Sensoreinrichtung vorteilhaft an
einen Anschluss des Aktors angeschlossen sein, und der andere Anschluss der Sensoreinrichtung kann mit dem Bezugspotenzial verbunden sein.
Ist alternativ der Aktor in dem Messzustand nur an einem Anschluss von der ansteuernden Quelle oder dem Bezugspotenzial entkoppelt, dann kann die
Sensoreinrichtung mit beiden Anschlüssen an beide Anschlüsse des Aktors angeschlossen sein, und somit parallel an dem Aktor liegen. Diese Alternative kann dann sinnvoll sein, wenn die Impedanz des Aktors ein von der
Sensoreinrichtung erzeugtes Signal nicht zu stark bedämpft, beziehungsweise, wenn ein von der Sensoreinrichtung erzeugtes Messsignal trotz dem parallel angeschlossenen Aktor noch ermittelbar ist.
Der Aktor kann von der ansteuernden Quelle dadurch entkoppelt werden, indem eine Ansteuerschaltung (Treiberschaltung), beispielsweise eine
Halbleiterschaltung oder ein Relais, sperrt beziehungsweise öffnet.
Die Sensoreinrichtung umfasst im einfachsten Fall einen zweipoligen Sensor und ist dann mit dem Sensor identisch. Jedoch kann der Sensor auch um weitere Elemente, wie beispielsweise einen Vorwiderstand, eine in Reihe geschaltete Diode, oder um einen parallel geschalteten Überspannungsschutz ergänzt sein, und bildet somit eine Baulelementgruppe, also ein elektrisches Netzwerk.
Weiterhin kann der Sensor ein aktives oder ein passives Element sein, das heißt, er erzeugt in Abhängigkeit von einer bestimmten physikalischen Größe eine Spannung oder einen Strom, beziehungsweise er ändert einen passiven elektrischen Parameter, z.B. seinen Widerstand.
Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, dass die Sensoreinrichtung und der Aktor mindestens teilweise elektrisch verbunden sind, so dass durch eine Auswertung von an den Anschlüssen des Aktors anliegenden Potenzialen in einem Messzustand das Signal der Sensoreinrichtung ermittelt werden kann.
Außerdem kann eine Ansteuerschaltung in einer Steuer- und/oder
Regeleinrichtung zur Ansteuerung des Schaltglieds gegenüber vorbekannten Ausführungen im Wesentlichen unverändert bleiben. Sofern der Sensor ein aktives Element ist, sind ebenso keine Hilfsspannungen oder dergleichen erforderlich, um das Signal des Sensors zu ermitteln oder auszuwerten.
Weiterhin weist die Erfindung den Vorteil auf, dass auch mehrere Schaltglieder ' einem System individuell angesteuert werden können, wobei in dem
Messzustand - ergänzend zu der Entkopplung von der ansteuernden Quelle und/oder dem Bezugspotenzial - erfindungsgemäß auch eine Entkopplung zwischen den Anschlüssen des Aktors beziehungsweise der
Sensoreinrichtungen erfolgt, ohne dass zusätzliche Ansteuerleitungen oder Messleitungen erforderlich sind. Dabei können gegebenenfalls die Signale der verschiedenen Sensoreinrichtungen sogar gleichzeitig ermittelt werden.
Insbesondere sieht das Verfahren vor, dass mit den Anschlüssen des Aktors verbundene und außerhalb des Messzustands für die Ansteuerung des magnetischen Schaltglieds verwendete Ansteuerleitungen in dem Messzustand dazu verwendet werden, das mindestens eine elektrische Potenzial zu einer Auswerteschaltung zu übertragen. Damit wird vorteilhaft erreicht, dass das Signal der Sensoreinrichtung - welche vorzugsweise an dem Schaltglied oder an einer davon betätigten Vorrichtung angeordnet ist - ohne die Verwendung zusätzlicher Messleitungen oder dergleichen ermittelt werden kann. Außerdem kann die zugehörige Auswerteschaltung dadurch räumlich benachbart zur ansteuernden Quelle bzw. zur Ansteuerschaltung angeordnet sein. Im Ergebnis können erhebliche Kosten gespart und die Verdrahtung vereinfacht werden.
Die Erfindung ist besonders nützlich, wenn das Schaltglied ein Servoventil eines Kraftstoffeinspritzventils einer Brennkraftmaschine ist oder zu diesem gehört, und wenn aus dem Signal des Sensors eine Größe ermittelt wird, die einen in einem hydraulischen Steuerraum herrschenden Druck oder einen in einem
hydraulischen Ventilraum herrschenden Druck oder eine Druckänderung charakterisiert, und wenn aus der Größe wiederum ein Öffnungs- und/oder Schließzeitpunkt eines Ventilelements des Kraftstoffeinspritzventils ermittelt wird. Die zum Betreiben des Kraftstoffeinspritzventils wichtige Ermittlung des
Öffnungs- und/oder Schließzeitpunktes kann somit über die vorhandenen
Ansteuerleitungen des Aktors erfolgen, ohne dass zusätzliche Messleitungen verlegt sein müssen oder Abdichtungen und dergleichen benötigt werden. Somit kann eine wichtige den Betrieb des Kraftstoffeinspritzventils charakterisierende Größe ermittelt werden, ohne dass ein erheblicher Aufwand dazu erforderlich ist.
Weiterhin ist vorgesehen, dass das Schaltglied in einer ersten Phase von der Quelle angesteuert wird, danach in einer zweiten Phase die ansteuernde Quelle von dem Aktor entkoppelt wird, und in einer dritten Phase der Messzustand hergestellt wird. Dadurch kann das Verfahren schrittweise durchgeführt werden, wobei die Dauer der jeweiligen Schritte in Abhängigkeit von den jeweiligen den
Betrieb des magnetischen Schaltglieds kennzeichnenden Parametern gewählt werden kann. Ebenso kann das Verfahren gut auf periodische Vorgänge angewendet werden, insbesondere auf die kurzen Zyklen beim Betrieb von Kraftstoffeinspritzventilen. Ferner berücksichtigt die Erfindung, dass das
Betreiben eines Aktors neben der eigentlichen Ansteuerung weitere
Schaltvorgänge umfassen kann, wie beispielsweise ein Löschen eines durch den Aktors fließenden Stroms. Häufig stehen in der Ansteuerschaltung nicht nur entsprechende Schaltglieder zur Verfügung oder können auf einfache Weise ergänzt werden, um erfindungsgemäß mindestens einen Anschluss des Aktors im Wesentlichen von der den Aktor ansteuernden Quelle oder dem
Bezugspotenzial zu entkoppeln, sondern es kann auch der durch den Aktor fließende Strom nach dem Ende der Ansteuerung mittels einer Schnelllöschung rasch abgebaut werden, um den Messzustand herbeizuführen. Daraus ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, um die Erfindung anzuwenden. In der ersten Phase kann die Ansteuerung beispielsweise kontinuierlich erfolgen, oder auch getaktet nach der Art einer Pulsbreitensteuerung oder einer
Zweipunkt-Stromregelung. In der zweiten Phase wird die ansteuernde Quelle von dem Aktor entkoppelt und es kann eine in dem Aktor vorhandene restliche Energie beispielsweise mittels elektrischer Schaltglieder abgebaut werden, oder es kann eine Zeit abgewartet werden, während derer die restliche Energie aufgrund von Verlusten im Magnetkreis selbst abgebaut wird. In der dritten Phase kann der Messzustand hergestellt werden, beispielsweise indem die Auswerteschaltung aktiviert wird.
Dabei ist es erfindungsgemäß auch möglich, die dritte Phase bereits dann zu beginnen, wenn die restliche Energie des Aktors noch nicht vollständig abgebaut ist und daraus resultierende Spannungen bzw. Potenziale an den Anschlüssen des Aktors zu den von der Sensoreinrichtung erzeugten Potenzialen überlagert sind. Ebenso können gegebenenfalls sonstige Einflüsse, wie beispielsweise an die Ansteuerleitungen angeschlossene Entstörkondensatoren, einen zeitlichen
Verlauf der Potenziale verändern. In solchen Fällen ist es die Aufgabe der Auswerteschaltung, die gewollten Signale der Sensoreinrichtung von den störenden überlagerten Spannungen bzw. Einflüssen genügend zu
unterscheiden. Dazu sind aus dem Stand der Technik geläufige Methoden bekannt.
Eine Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, dass mindestens zwei
Schaltglieder betrieben werden, und dass ein jeweiliger erster Anschluss des Aktors der Schaltglieder von einer für die Schaltglieder gemeinsamen
Schalteinrichtung angesteuert wird, und dass ein jeweiliger zweiter Anschluss der
Aktoren der Schaltglieder von einer für die Schaltglieder individuellen
Schalteinrichtung angesteuert wird, und dass in dem Messzustand die
gemeinsame Schalteinrichtung und/oder mindestens eine der individuellen Schalteinrichtungen in einen sperrenden Zustand geschaltet wird. Damit können mehrere Schaltglieder durch das Verfahren betrieben werden, wobei die Aktoren an beiden Anschlüssen angesteuert werden. Dabei genügt es, einen jeweiligen ersten Anschluss der Aktoren gemeinsam anzusteuern, wobei die ersten
Anschlüsse miteinander verbunden oder verbindbar sind und über einen gemeinsamen Schalter beispielsweise an eine ansteuernde Quelle geschaltet werden. Dabei können die jeweiligen zweiten Anschlüsse der Aktoren
unabhängig voneinander über individuelle Schalter beispielsweise an eine Masse geschaltet werden. Auf diese Weise können mehrere Schaltglieder vorteilhaft und mit einem vergleichsweise geringen Aufwand an Schaltmitteln individuell angesteuert werden, wobei dennoch der Messzustand definiert hergestellt werden kann. Dies erfolgt dadurch, dass der gemeinsame Schalter und/oder mindestens einer der individuellen Schalter in einen sperrenden Zustand geschaltet werden. Das bedeutet, dass in dem Messzustand die Schalter in Bezug auf die Aktoren und die damit verbundenen Sensoreinrichtungen eine genügend hohe und im allgemeinen vernachlässigbare Impedanz aufweisen.
Zur Durchführung des Verfahrens schlägt die Erfindung eine elektrische
Schaltung zum Betreiben mindestens eines Schaltgliedes vor, wobei die mindestens eine Sensoreinrichtung mit mindestens einem Anschluss des Aktors verbunden ist, und wobei die elektrische Schaltung dazu ausgebildet ist, einen Messzustand herzustellen, in dem mindestens ein Anschluss des Aktors mindestens zeitweise von einem Bezugspotenzial und/oder einer den Aktor
ansteuernden Quelle im Wesentlichen entkoppelt wird, und wobei die elektrische Schaltung weiter dazu ausgebildet ist, in dem Messzustand mindestens ein Signal mindestens eines Sensors aus mindestens einem elektrischen Potenzial an den Anschlüssen des Aktors zu ermitteln. Damit wird eine Vielzahl vorteilhafter Ausgestaltungen beschrieben, um das Verfahren durchzuführen.
Weiterhin berücksichtigt die Erfindung, dass die Sensoreinrichtung
beziehungsweise der darin enthaltene Sensor ein aktives oder ein passives Element sein kann. Sofern der Sensor ein aktives Element ist, also eine
Spannung oder einen Strom erzeugt, wie beispielsweise ein Piezo-Element, kann die Auswerteschaltung dieses Signal - gegebenenfalls unter Berücksichtigung weiterer Randbedingungen wie etwa einem Zeitfenster - direkt messen oder ermitteln. Ist alternativ der Sensor ein passives Element, das heißt, er ändert beispielsweise seinen ohmschen Widerstand oder seine Kapazität in
Abhängigkeit von einer bestimmten physikalischen Größe, so kann es erforderlich sein, mittels zusätzlicher elektrischer Bauelemente den ohmschen Widerstand oder die Kapazität zu erfassen oder zu ermitteln. Dazu können im einfachsten Fall eine Gleichspannungsquelle und ein Vorwiderstand oder auch ein Schwingkreis verwendet werden.
Ergänzend ist vorgesehen, dass die Sensoreinrichtung ein kraftempfindlicher Wandler ist. Damit eignet sich die Sensoreinrichtung bzw. der darin enthaltene Sensor besonders gut zur Erfassung mechanischer Größen, wie etwa Kräfte, Drücke oder Beschleunigungen, wie sie in Kraftstoffeinspritzventilen auftreten können.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der kraftempfindliche Wandler ein Piezoelement ist. Damit kann ein technisch bewährtes Bauelement vorteilhaft verwendet werden, welches aktiv wirkt und daher bei Beaufschlagung mit einer Kraft eine Spannung oder einen Spannungsimpuls erzeugen kann, beziehungsweise bei entsprechender Beschaltung eine Ladung oder einen Ladungsimpuls abgibt.
Eine Ausgestaltung der elektrischen Schaltung sieht vor, dass mindestens zwei Schaltglieder betrieben werden, und dass ein jeweiliger erster Anschluss der
Aktoren der mindestens zwei Schaltglieder von einer gemeinsamen
Schalteinrichtung angesteuert werden kann, und dass ein jeweiliger zweiter Anschluss der Aktoren der mindestens zwei Schaltglieder von einer individuellen Schalteinrichtung angesteuert werden kann, wobei die zweiten Anschlüsse über einen zweiten Satz von Ansteuerleitungen mit den individuellen
Schalteinrichtungen verbunden sind. Die Aktoren werden dadurch besonders effizient angesteuert, da die jeweiligen ersten Anschlüsse miteinander verbunden sind und von der gemeinsamen Schalteinrichtung auch gemeinsam angesteuert werden.
In der so beschriebenen Grundform der Ausgestaltung können die jeweiligen ersten Anschlüsse über individuelle Ansteuerleitungen angeschlossen sein, welche erst in der elektrischen Schaltung miteinander verbunden sind. Alternativ ist es denkbar, die ersten Anschlüsse der Aktoren über eine gemeinsame Ansteuerleitung zu der elektrischen Schaltung zu führen.
Eine auf diese Grundform aufbauende weitere Ausgestaltung der elektrischen Schaltung sieht vor, dass die ersten Anschlüsse der Aktoren jeweils über einen ersten Satz von Ansteuerleitungen und über zu dem ersten Satz von
Ansteuerleitungen in Reihe geschaltete erste individuelle Gleichrichter an die gemeinsame Schalteinrichtung angeschlossen sind. Dadurch werden die ersten Anschlüsse in dem Messzustand nicht nur von der ansteuernden Quelle, sondern auch voneinander entkoppelt. Die Auswerteschaltung kann beispielsweise die Signale an der Verbindungsstelle der Ansteuerleitungen und der ersten individuellen Gleichrichter abgreifen. Dadurch können die Signale der mit mindestens einem Anschluss mit den Aktoren verbundenen Sensoreinrichtungen gegebenenfalls auch gleichzeitig von der Auswerteschaltung ermittelt und ausgewertet werden.
Eine nochmals weitere Ausgestaltung der elektrischen Schaltung sieht ergänzend vor, dass die ersten Anschlüsse des Aktors jeweils über den ersten
Satz von Ansteuerleitungen und über die zu dem ersten Satz von
Ansteuerleitungen in Reihe geschalteten ersten individuellen Gleichrichter und über einen gemeinsamen ersten Schalter der gemeinsamen Schalteinrichtung mit einer ersten Gleichspannungsquelle verbindbar sind, und dass die ersten Anschlüsse der Aktoren außerdem jeweils über den ersten Satz von
Ansteuerleitungen und über zu dem ersten Satz von Ansteuerleitungen in Reihe
geschaltete zweite individuelle Gleichrichter und über einen gemeinsamen zweiten Schalter der gemeinsamen Schalteinrichtung mit einer zweiten
Gleichspannungsquelle verbindbar sind. Dadurch ist es möglich, eine (im Allgemeinen individuelle) Bestromung der Aktoren durchzuführen, wobei nacheinander die erste Gleichspannungsquelle beispielsweise eine so genannte
Boost-Spannung aufweist und die zweite Gleichspannungsquelle beispielsweise eine Batteriespannung aufweist. Erfindungsgemäß sind in dem Messzustand die Aktoren wegen der Gleichrichter auch voneinander entkoppelt. Von Vorteil ist ferner, dass die Zahl der im Strompfad liegenden Gleichrichter minimiert ist, wodurch die Verlustleistung reduziert und Kosten gesenkt werden können.
Eine nochmals weitere Ausgestaltung der elektrischen Schaltung sieht weiter ergänzend vor, dass die ersten Anschlüsse der Aktoren außerdem jeweils über den ersten Satz von Ansteuerleitungen und über zu dem ersten Satz von Ansteuerleitungen in Reihe geschaltete dritte individuelle Gleichrichter an das Bezugspotenzial oder eine Masse geschaltet sind, und dass die zweiten Anschlüsse der Aktoren jeweils über den zweiten Satz von Ansteuerleitungen und über zu dem zweiten Satz von Ansteuerleitungen in Reihe geschaltete vierte individuelle Gleichrichter an die erste Gleichspannungsquelle geschaltet sind. Dadurch wird erreicht, dass nach dem Ende der Bestromung von einer oder mehreren der Aktoren eine jeweils vorhandene restliche Energie abgebaut und gleichzeitig der ersten ansteuernden Quelle zugeführt werden kann, wobei in dem sich ausbildenden Stromkreis nur zwei Gleichrichter-Strecken enthalten sind. Dadurch kann die restliche Energie besonders verlustarm verwertet werden, und dennoch in dem Messzustand die benötigte Entkopplung erreicht werden.
Weiterhin schlägt die Erfindung ein Kraftstoffeinspritzventil vor, das eine
Sensoreinrichtung mit mindestens einem Sensor umfasst, wobei die
Sensoreinrichtung dazu ausgebildet ist, eine Kraft und/oder einen Druck eines
Fluids und/oder einen Körperschall zu erfassen, und wobei ein erster Anschluss der Sensoreinrichtung beziehungsweise des Sensors an einen Anschluss eines Aktors eines Schaltglieds des Kraftstoffeinspritzventils angeschlossen ist, und wobei ein weiterer Anschluss der Sensoreinrichtung elektrisch leitend mit mindestens einem elektrisch leitenden Abschnitt eines Gehäuses des
Einspritzventils verbunden ist. Insbesondere ist vorgesehen, dass der weitere
Anschluss der Sensoreinrichtung beziehungsweise des Sensors mit einem Bezugspotenzial innerhalb des Gehäuses des Kraftstoffeinspritzventils verbunden ist. Damit wird eine kompakte Einheit aus dem Kraftstoffeinspritzventil und der Sensoreinrichtung geschaffen. Die Sensoreinrichtung kann grundsätzlich beliebige physikalische Größen erfassen, welche auch unabhängig von dem Kraftstoffeinspritzventil oder außerhalb seines Gehäuses auftreten können, beispielsweise auch eine Temperatur. Sofern die Sensoreinrichtung Größen erfassen soll, welche mit dem Betrieb des Kraftstoffeinspritzventils
zusammenhängen, so ist es vorteilhaft, die Sensoreinrichtung innerhalb des Gehäuses anzuordnen und einen Anschluss des Sensors mit einem
Bezugspotenzial - beispielsweise der Fahrzeugmasse eines Kraftfahrzeugs - innerhalb des Gehäuses zu verbinden. Dadurch wird die Anordnung besonders robust und unempfindlich gegen elektromagnetische Störungen.
Die Sensoreinrichtung umfasst im einfachsten Fall einen zweipoligen Sensor und ist dann mit dem Sensor identisch. Jedoch kann der Sensor auch um weitere Elemente, wie beispielsweise einen Vorwiderstand, eine in Reihe geschaltete Diode, oder um einen parallel geschalteten Überspannungsschutz ergänzt sein, und bildet somit eine Baulelementgruppe, also ein elektrisches Netzwerk.
Weiterhin kann der Sensor ein aktives oder ein passives Element sein, das heißt, er erzeugt in Abhängigkeit von einer bestimmten physikalischen Größe eine Spannung oder einen Strom, beziehungsweise er ändert beispielsweise seinen ohmschen Widerstand.
Für die Erfindung wichtige Merkmale finden sich ferner in den nachfolgenden Zeichnungen, wobei die Merkmale sowohl in Alleinstellung als auch in
unterschiedlichen Kombinationen für die Erfindung wichtig sein können, ohne dass hierauf nochmals explizit hingewiesen wird.
Nachfolgend werden beispielhafte Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Figur 1 eine teilweise Schnittdarstellung eines Servoventils eines
Kraftstoffeinspritzventils mit einem magnetischen Schaltglied und einem Ventilstück;
Figur 2 ein Zeitdiagramm eines Steuerraumdrucks und eines Hubs eines als
Ventilnadel ausgebildeten Ventilelements des Servoventils von Figur 1 ;
Figur 3 ein vereinfachtes Schema eines Ausführungsbeispiels zum Anschluss eines Sensors und einer Spule in einem Gehäuse eines
Kraftstoffeinspritzventils;
Figur 4 eine erste Darstellung zur Durchführung des Verfahrens;
Figur 5 eine zweite Darstellung zur Durchführung des Verfahrens;
Figur 6 eine erste Ausführungsform einer elektrische Schaltung zum Betreiben des Servoventils von Figur 1 ;
Figur 7 eine zweite Ausführungsform einer elektrische Schaltung zum Betreiben des Servoventils von Figur 1 ;
Figur 8 eine dritte Ausführungsform einer elektrische Schaltung zum Betreiben des Servoventils von Figur 1 ;
Figur 9 eine Grundform einer elektrischen Schaltung zum Betreiben mehrerer magnetischer Schaltglieder;
Figur 10 eine ergänzende Ausführungsform der elektrischen Schaltung von Figur 9; und
Figur 1 1 eine nochmals ergänzende Ausführungsform der elektrischen Schaltung von Figur 9.
Es werden für funktionsäquivalente Elemente und Größen in allen Figuren auch bei unterschiedlichen Ausführungsformen die gleichen Bezugszeichen verwendet.
Die erfindungsgemäßen Schaltglieder können als beliebige Schaltglieder realisiert sein. Vorzugsweise sind die Schaltglieder als magnetische Schaltglieder oder als kapazitive Schaltglieder ausgebildet. Solche kapazitive Schaltglieder
werden auch als Piezoaktoren bezeichnet. Als Aktoren werden bei magnetischen Schaltgliedern Spulen und bei Piezoaktoren Kondensatoren in form von
Piezokeramiken eingesetzt.
Im folgenden wird die erfindungsgemäße Vorgehensweise am Beispiel eines magnetischen Schaltglieds mit einer Spule beschrieben. Die erfindungsgemäße Vorgehensweise kann aber auch bei anderen Aktoren, insbesondere bei Piezoaktoren eingesetzt werden. Dort ist die Vorgehensweise entsprechend anzupassen. So ist die Spule durch eine Kapazität zu ersetzen. Dabei sind die unterschiedlichen Eigenschaften einer Spule und einer Kapazität zu
berücksichtigen. So sind beispielsweise Spannungen an Stelle von Strömen auszuwerten.
Figur 1 zeigt eine teilweise Schnittdarstellung eines Servoventils 10 eines weiter nicht genauer dargestellten Kraftstoffeinspritzventils 1 1 einer
Brennkraftmaschine. Das Servoventil 10 ist im Wesentlichen
rotationssymmetrisch um eine Längsachse 12 ausgeführt. In einem oberen Bereich der Zeichnung ist eine an einem (nicht dargestellten) Gehäuse fest verankerte Abstützplatte 14 dargestellt, in einem vertikal mittleren Bereich ist ein magnetisches Schaltglied 16 dargestellt, und in einem unteren Bereich ist ein gehäusefestes Ventilstück 18 mit einem hydraulischen Steuerraum 20 und einem auf eine nicht dargestellte Ventilnadel des Kraftstoffeinspritzventils 11 wirkenden oder mit einer solchen Ventilnadel fest verbundenen Ventilkolben 22 dargestellt.
Die Abstützplatte 14 weist im Bereich der Längsachse 12 einen Stützkolben 24 auf, mit dem ein kraftempfindlicher Wandler 26 wirkverbunden ist. Der kraftempfindliche Wandler 26 stützt sich wiederum in Richtung der Längsachse 12 an der Abstützplatte 14 ab. In der Zeichnung oberhalb des kraftschlüssigen Wandlers 26 sind zwei Öffnungen (ohne Bezugszeichen) angeordnet, durch welche Leitungen zur Kontaktierung der Anschlüsse 70a und 70b einer
Sensoreinrichtung 70 geführt sind. Die Anordnung der beiden Öffnungen ist in der Figur 1 lediglich beispielhaft dargestellt.
Das magnetische Schaltglied 16 umfasst eine Spule 30, welche in einen
Magnetkern 32 eingebettet ist, wobei der Magnetkern 32 von einer Tellerfeder 34 gegen einen ringförmigen Ankeranschlag 36 gedrückt wird. Der Ankeranschlag
36 wird seinerseits von der Tellerfeder 34 mittels des Magnetkerns 32 gegen einen Durchmessersprung (ohne Bezugszeichen) einer gehäusefesten Hülse 38 gedrückt. Entlang eines mittleren Bereichs der Längsachse 12 ist ein längs der Längsachse 12 spielbehaftet gelagerter aber radial gehaltener Ankerbolzen 40 angeordnet, auf dem ein Anker 42 in Richtung der Längsachse 12 verschiebbar angeordnet ist. Ein in Figur 1 unterer Endbereich 44 des Ankers 42 kann an einem einen Ventilsitz bildenden Dichtabschnitt 46 des Ventilstücks 18 aufliegen. Der Endbereich 44 bildet insoweit ein Ventilelement des Servoventils 10. Das magnetische Schaltglied 16 ist wie die übrigen Elemente des Servoventils 10 im Wesentlichen rotationssymmetrisch ausgeführt, dargestellt ist jedoch nur die in der Zeichnung rechte Hälfte einer Schnittansicht. Ein Führungsdurchmesser des Ankers 42 und ein Sitzdurchmesser im Bereich des Dichtabschnitts 46 sind in etwa gleich groß.
Das Ventilstück 18 umgrenzt den hydraulischen Steuerraum 20 und den
Ventilkolben 22. Der Ventilkolben 22 ist in dem Ventilstück 18 in Richtung der Längsachse 12 verschiebbar und ist, wie bereits oben erwähnt, mit einem nicht dargestellten Ventilelement (Düsen- oder Ventilnadel) fest gekoppelt. In der Zeichnung oberhalb des Steuerraums 20 ist dieser über eine Ablaufdrossel 48 mit einem Ventilraum 50 verbunden. In der Zeichnung rechts des Steuerraums 20 ist eine Zulaufdrossel 52 angeordnet, durch welche der Steuerraum 20 mit einem unter hohem Druck stehenden Fluid 54 gespeist werden kann. Das Fluid 54 wird beispielsweise von einem nicht gezeigten Common-Rail-Kraftstoffsystem zur Verfügung gestellt. Ein Fluidraum 56, in dem der Anker 42 und der
Ankerbolzen 40 angeordnet sind, ist mit einem nicht gezeigten
Niederdruckbereich verbunden.
Solange die Spule 30 nicht bestromt ist, wird der Endbereich 44 durch eine nicht gezeigte Ventilfeder gegen den Dichtabschnitt 46 gedrückt, das Servoventil 10 ist also geschlossen. Aufgrund der Druckverhältnisse im Steuerraum 20 wird der
Ventilkolben 22 in der Zeichnung nach unten gedrückt, so dass die (nicht dargestellte) Ventilnadel schließt. Wird die Spule 30 bestromt, so wird der Anker 42 durch magnetische Kraft in Richtung des Magnetkerns 32 gegen den
Ankeranschlag 36 bewegt. Hierdurch strömt Fluid aus dem Steuerraum 20 zum Fluidraum 56 hin ab, so dass der Druck im Steuerraum 20 sinkt und sich die
Ventilnadel mit dem Ventilkolben 22 in Figur 1 nach oben bewegen und öffnen
kann. Die Kraftstoff-Einspritzung beginnt. Zum Schließen wird die Bestromung der Spule 30 beendet. Durch die Ventilfeder wird der Endbereich 44 wieder gegen den Dichtabschnitt 46 gedrückt, das Servoventil 10 schließt also, und das Abströmen von Fluid aus dem Steuerraum 20 wird beendet. Da weiterhin Fluid über die Zulaufdrossel 52 in den Steuerraum 20 nachströmt, werden der
Ventilkolben 22 und mit ihm die Ventilnadel in Figur 1 nach unten in
Schließrichtung gedrückt. Die Kraftstoff-Einspritzung endet.
Der Schließzeitpunkt des Kraftstoffeinspritzventils 1 1 kann ermittelt werden, indem der Verlauf der Kraft, die der Ankerbolzen 40 gegen den
kraftempfindlichen Wandler 26 ausübt, ausgewertet wird. Durch eine solche Kraft bzw. Kraftänderung wird in dem letzteren eine Spannung aufgebaut oder ein Stromimpuls erzeugt oder es erfolgt eine Änderung eines passiven Parameters des Sensors, beispielsweise seines Wderstands oder seiner Kapazität, wodurch ein Sensorsignal erzeugt wird. Das Sensorsignal kann mittels elektrischer
Schaltungen, wie sie nachfolgend in den Figuren 4 bis 1 1 beschrieben werden, erfasst werden.
Weiterhin kann der kraftempfindliche Wandler 26 als ein Sensor 26 ausgeführt sein, welcher alternativ oder ergänzend eine Kraft und/oder einen Druck des
Fluids 54 und/oder einen Körperschall der Abstützplatte 14 bzw. eines Gehäuses des Kraftstoffeinspritzventils 1 1 erfasst, so dass daraus ebenfalls die
Öffnungszeitpunkte und/oder Schließzeitpunkte des Servoventils 10 ermittelt werden können.
Figur 2 zeigt einen zeitlichen Zusammenhang zwischen einem Druck 160 in dem Ventilraum 50, dem Druck 60 in dem Steuerraum 20 und dem Hub 62 des Ventilkolbens 22 bzw. der damit verbundenen Ventilnadel. In einem oberen Diagramm der Figur 2 sind an der Ordinate der Druck 60 in dem Steuerraum 20 sowie der Druck 160 in dem Ventilraum 50 aufgetragen, und in einem unteren
Diagramm ist an der Ordinate der Hub 62 des Ventilkolbens 22 aufgetragen. Dabei ist der Druck 60 durch eine durchgezogene Linie, der Druck 160 durch eine strichlierte Linie dargestellt. Vorliegend bedeutet ein Hub 62 von null ein geschlossenes Einspritzventil. Beide Diagramme weisen auf der Abszisse einen zueinander gleichen Zeitmaßstab t auf.
Man erkennt, dass sowohl zu Beginn der Öffnungsbewegung des Ventilkolbens 22 in einem Zeitpunkt ta als auch am Ende der Schließbewegung in einem Zeitpunkt tb der Verlauf des Drucks 60 deutlich sichtbare Veränderungen erfährt. Unmittelbar vor dem Öffnen zum Zeitpunkt ta ergibt sich ein plötzlicher
Druckabfall, beim Schließen zum Zeitpunkt tb erfolgt ein plötzlicher Druckanstieg.
Der Druck 160 im Ventilraum 50, der bei geschlossenem Servoventil 10 mit dem Druck 60 im Steuerraum 20 identisch ist, wirkt über den Ankerbolzen 40 auf den kraftempfindlichen Wandler 26, und kann somit in ein Sensorsignal umgewandelt werden, so dass die Veränderungen des Drucks 160 sich im Sensorsignal abbilden und somit für eine Ermittlung beispielsweise des Schließzeitpunktes ausgewertet werden können.
Figur 3 zeigt ein vereinfachtes schematisches Ausführungsbeispiel zum
Anschluss des Sensors 26 und der Spule 30 in einem Gehäuse 64 des
Kraftstoffeinspritzventils 1 1 . Der Sensor 26 ist vorliegend ein zweipoliges
Piezoelement und alleiniger Bestandteil einer Sensoreinrichtung 70. Die
Anschlüsse HS und LS der Spule 30 sind isoliert aus dem Gehäuse 64 des Kraftstoffeinspritzventils 1 1 heraus geführt. Ein Anschluss 70a des Sensors 26 beziehungsweise der Sensoreinrichtung 70 ist mit dem Anschluss HS der Spule 30 elektrisch leitend verbunden, ein weiterer Anschluss 70b des Sensors 26 ist elektrisch leitend mit einem elektrisch leitenden Abschnitt 66 des Gehäuses 64 niederohmig verbunden. Das Gehäuse 64 wiederum ist mit einem
Bezugspotenzial 88, welche vorliegend ein Massepotenzial eines das
Kraftstoffeinspritzventil 1 1 enthaltenden Kraftfahrzeugs ist, elektrisch leitend verbunden. Dies erfolgt mittels der mechanischen Befestigung des
Kraftstoffeinspritzventils 1 1 , welches beispielsweise in einen Motorblock eingeschraubt ist. Dies ist in der Zeichnung jedoch nicht dargestellt.
Der Sensor 26 ist vorliegend ein kraftempfindlicher Wandler 26, der kompakt innerhalb des Gehäuses 64 angeordnet ist. Der Sensor 26 ermittelt entsprechend der Darstellung von Figur 2 den Druck 160 in dem Ventilraum 50 des
Servoventils 10. Über den Anschluss HS bzw. LS der Spule 30 kann ein Signal des Sensors 26 ermittelt werden, indem ein elektrisches Potenzial am Anschluss HS bzw. LS der Spule 30 erfasst wird. Durch die Anordnung des Sensors 26 innerhalb des Gehäuses 64 ist das erfindungsgemäße Verfahren besonders robust und unempfindlich gegen störende elektromagnetische Einkopplungen.
Die Figur 4 zeigt eine erste grundsätzliche Darstellung zur Durchführung des Verfahrens. Entsprechend der Figur 3 ist ein Anschluss 70a der
Sensoreinrichtung 70 bzw. des Sensors 26 beispielhaft mit dem Anschluss HS der Spule 30 elektrisch leitend verbunden. Alternativ kann der Anschluss 70a der
Sensoreinrichtung 70 bzw. des Sensors 26 auch mit dem Anschluss LS der Spule 30 verbunden sein. Der andere Anschluss 70b ist mit dem
Bezugspotenzial 88 elektrisch leitend verbunden. Beide Anschlüsse HS und LS der Spule 30 sind nicht an das Bezugspotenzial 88 angeschlossen. Zwei Ansteuerleitungen 76 und 77 verbinden die Anschlüsse HS und LS der Spule 30 mit einer Ansteuerschaltung 78 (Treiberschaltung), welche in der Zeichnung der Figur 4 mittels Schaltersymbolen dargestellt ist, und beispielsweise als
Halbleiterschaltung ausgeführt sein kann. Eine ansteuernde Quelle 80 bzw. 86 ist vorliegend durch Gleichspannungsquellen 80 und 81 dargestellt. In der
Zeichnung der Figur 4 sind die Elemente rechts einer senkrechten gestrichelten
Linie 82 einer (nicht weiter dargestellten) Steuer- und/oder Regeleinrichtung zugeordnet, die Elemente links der Linie 82 sind dem Kraftstoffeinspritzventil 1 1 und einem Motorraum zugeordnet. Eine Auswerteschaltung 90 erfasst an den Ansteuerleitungen 76 und 77 anliegende Potenziale 92 und 102 in Bezug auf das Bezugspotenzial 88.
Alternativ oder ergänzend kann auch eine Linearkombination der Potenziale 92 und 102 zwischen jeweils einem Anschluss HS und LS der Spule 30 und dem Bezugspotenzial 88 ausgewertet werden.
In einer ersten Phase ist die Spule 30 mittels der Ansteuerschaltung 78 an die ansteuernde Quelle 80 bzw. 81 angeschaltet, das heißt, niederohmig mit der Quelle 80 bzw. 81 verbunden. Die dargestellten Schalter sind geschlossen. Die Spule 30 wird daher bestromt und das Servoventil 10 kann in eine Arbeitsstellung gebracht werden.
In einer zweiten Phase wird die Spule 30 mittels der Ansteuerschaltung 78 von der ansteuernden Quelle 80 bzw. 81 entkoppelt, das heißt, die dargestellten Schalter sind geöffnet. Der Strom in der Spule 30 wird zu null, und das
Servoventil 10 kann eine Ruhestellung annehmen. In der Ansteuerschaltung 78 zusätzlich enthaltene so genannte "Clamp"-Dioden, die ein Weiterfließen des
Spulenstroms nach Öffnen der Schalter 78 gegen eine Löschspannung ermöglichen, sind hier nicht dargestellt.
In einer dritten Phase wird ein Messzustand hergestellt, indem die
Auswerteschaltung 90 aktiviert wird. Dies kann auch unabhängig davon erfolgen, ob und wie weit die Restenergie der Spule 30 in der vorangegangenen zweiten Phase tatsächlich abgeklungen ist. Der Übergang von der zweiten zur dritten Phase kann also nach Bedarf willkürlich gewählt werden. Die Auswerteschaltung 90 erfasst die Potenziale 92 und 102 der Ansteuerleitungen 76 und 77 gegen das Bezugspotenzial 88, um ein durch die Sensoreinrichtung 70 bzw. den Sensor 26 erzeugtes Spannungssignal oder Stromsignal zu ermitteln. Gemäß der in der Figur 4 gezeigten Schaltung kann es genügen, allein das Potenzial 92 der Ansteuerleitung 76 oder allein das Potenzial 102 der Ansteuerleitung 77 auszuwerten.
Die Figur 5 zeigt eine alternative Anordnung zur Durchführung des Verfahrens. Im Unterschied zu der Figur 4 ist die Sensoreinrichtung 70 mit beiden
Anschlüssen 70a und 70b an die Anschlüsse HS und LS der Spule 30 angeschlossen. Die Spule 30 liegt über den Anschluss LS an dem
Bezugspotenzial 88. Die Bestromung der Spule 30 erfolgt über nur eine
Ansteuerleitung 76 und über nur einen Schalter der Ansteuerschaltung 78. In dem Messzustand kann damit ebenfalls über das Potenzial 92 ein Signal der Sensoreinrichtung 70 bzw. des Sensors 26 erfasst und in der Auswerteschaltung 90 ausgewertet werden. Wegen der Parallelschaltung des Sensors 26 und der Spule 30 ist das Potenzial 92 jedoch von dem ohmschen Widerstand und der Induktivität der Spule 30 abhängig und vergleichsweise klein.
Figur 6 zeigt eine erste Ausführungsform einer elektrischen Schaltung 100 zur Ansteuerung der Spule 30 und zum Erfassen der Signale des Sensors 26 bzw. des kraftempfindlichen Wandlers 26. Der Sensor 26 ist ein aktiver Sensor 26, das heißt, er erzeugt eine Spannung bzw. einen Spannungsimpuls oder einen Stromimpuls, wenn er mit einer Kraft beaufschlagt wird. Die Spule 30 weist einen oberen Anschluss HS und einen unteren Anschluss LS auf. Der Sensor 26 ist mit dem Anschluss 70a an den Anschluss HS der Spule 30 angeschlossen, und mit dem Anschluss 70b an das Bezugspotenzial 88 angeschlossen. Der Raum zwischen einer senkrechten gestrichelten Linie 94 und der Linie 82 repräsentiert
einen (nicht explizit gezeichneten) Kabelbaum, der unter anderem die
Ansteuerleitungen 76 und 77 umfasst.
Die in der Zeichnung rechts der Linie 82 angeordneten Elemente sind wie in den Figuren 4 und 5 der Steuer- und/oder Regeleinrichtung zugeordnet. Diese Elemente umfassen die Ansteuerschaltung 78, die Auswerteschaltung 90, die Spannung 80 einer nicht gezeigten Fahrzeugbatterie und einen
Gleichspannungswandler 96, der aus der Spannung 80 gespeist wird. Der Gleichspannungswandler 96 erzeugt an einem Kondensator 84 eine Spannung 86. Diese Spannung 86 ist höher als die Spannung 80 und stellt eine so genannte Boostspannung dar. Die Ansteuerschaltung 78 der Figur 6 umfasst Dioden D1 , D2 und D3, sowie Schalter TS1 , TS2 und TS3. Ein Pfeil 98 symbolisiert die Verbindung des Bezugspotenzials 88 beziehungsweise der Fahrzeugmasse zwischen dem Kraftstoffeinspritzventil 1 1 und einer Masse 91 der Steuer- und/oder Regeleinrichtung. Diese Verbindung erfolgt parallel über die Karosserie des Fahrzeugs und über eine Masseleitung innerhalb des
Kabelbaums.
Die Diode D1 ist als so genannte Freilaufdiode geschaltet. Die Dioden D1 bis D3 sowie die Schalter TS1 bis TS3 sind als Halbleiterelemente ausgeführt. Der Kondensator 84 ist so dimensioniert, dass die Spannung 86 in allen Phasen des Betriebs in etwa konstant bleibt und vorliegend beispielhaft rund 48 Volt beträgt.
In der ersten Phase wird die Spule 30 mittels der Ansteuerschaltung 78 bestromt. Dazu schließt der Schalter TS1 den Anschluss LS der Spule 30 über die
Ansteuerleitung 77 an die Masse 91 , welche mit dem Bezugspotenzial 88 elektrisch leitend verbunden ist. Ebenfalls ist der Schalter TS2 leitend, so dass ein der Spannung 86 (Boostspannung) entsprechender steiler Stromanstieg in der Spule 30 stattfindet. Der Schalter TS3 ist zunächst gesperrt. Sobald der Strom in der Spule 30 einen vorgegebenen Wert erreicht, wird der Schalter TS2 gesperrt und mittels des Schalters TS3 eine getaktete Bestromung der Spule 30 nach einem vorgegebenen Muster durchführt.
In der zweiten Phase werden alle drei Schalter TS1 bis TS3 gesperrt. Daraufhin findet eine so genannte Schnelllöschung des Spulenstroms der Spule 30 wie folgt statt: Der Spulenstrom fließt im Wesentlichen über den Anschluss LS der
Spule 30, danach über die Diode D2, danach über den Kondensator 84 in die Masse 91 der Steuer- und/oder Regeleinrichtung, danach über die Diode D1 und danach in den Anschluss HS der Spule 30. Weil der Kondensator 84 eine vergleichsweise hohe Spannung aufweist, ist die abgegebene elektrische Leistung vergleichsweise groß und die Zeit zum Abbau des Spulenstroms entsprechend klein.
In der dritten Phase wird der Messzustand herbeigeführt, um das durch den Sensor 26 bzw. den kraftempfindlichen Wandler 26 erzeugte Signal zu ermitteln. In dieser Phase sind die Schalter TS1 bis TS3 weiterhin gesperrt. Dabei wird die
Auswerteschaltung 90 aktiviert und in einer ähnlichen Weise verwendet, wie dies oben mittels der Figuren 4 und 5 bereits beschrieben wurde. Eine Spannung 95 zwischen der Ansteuerleitung 76 und der Masse 91 charakterisiert das Signal des Sensors 26. Aus dem ermittelten Signal kann die auf den kraftempfindlichen Wandler 26 einwirkende Kraft und daraus der in dem Ventilraum 50 des
Kraftstoffeinspritzventils 1 1 herrschende Druck 160 bestimmt werden, der bei geschlossenem Servoventil 10 identisch ist mit dem Druck 60 in dem Steuerraum 20. Die Diode D3 kann entfallen, sofern der in Reihe liegende Schalter TS3 selbst eine entsprechende Sperrwirkung aufweist. Insbesondere kann der Zeitpunkt einer Änderung der auf den kraftempfindlichen Wandler 26 wirkenden
Kraft bestimmt werden.
Es versteht sich, dass die in den Figuren 6 bis 8 dargestellte Ansteuerschaltung 78 nur beispielhaft ist, und die Erfindung auch auf andere Ausführungsformen der Ansteuerschaltung 78 anwendbar ist, sofern die Anschlüsse HS und LS der
Spule 30, beziehungsweise die daran angeschlossenen Ansteuerleitungen 76 und 77, in dem Messzustand mindestens an einem Anschluss von der
Ansteuerschaltung 78 entkoppelt werden können. Außerdem sind in den Figuren 6 bis 8 die zum Betrieb der Schalter "TS" erforderlichen elektrischen
Steuerleitungen nicht mit dargestellt.
Figur 7 zeigt eine alternative Ausführungsform der elektrischen Schaltung 100. Im Unterschied zu der Figur 6 ist der Anschluss 70a der Sensoreinrichtung 70 bzw. des Sensors 26 nicht mit dem Anschluss HS, sondern mit dem Anschluss LS der Spule 30 verbunden. Entsprechend erfasst die Auswerteschaltung 90 das
Potenzial 102 an der Ansteuerleitung 77 in Bezug auf die Masse 91 , um das
Signal des Sensors 26 zu ermitteln. Im Übrigen entspricht die Arbeitsweise der elektrischen Schaltung 100 in der Figur 7 der von Figur 6, wie es zuvor beschrieben wurde. Ebenso ist es möglich, den Anschluss 70a der
Sensoreinrichtung 70 bzw. des Sensors 26 mit dem Anschluss LS der Spule 30 zu verbinden und dennoch mit der Auswerteschaltung 90 das Potenzial 92 der Ansteuerleitung 76 in Bezug auf die Masse 91 zu erfassen oder umgekehrt.
Die Ausführungsform der Figur 8 entspricht ebenfalls im Wesentlichen der oben beschriebenen Figur 6. Ergänzend dazu sind in der Figur 8 zwei Kondensatoren 104 und 106 zwischen auf der Linie 82 angeordneten Übergabepunkten (ohne Bezugszeichen) der Ansteuerleitungen 76 und 77 und der Masse 91 der Steuer- und/oder Regeleinrichtung 84 angeschlossen.
Die Kondensatoren 104 und 106 wirken als Entstörkondensatoren gegen unerwünschte elektromagnetische Abstrahlungen und bilden eine elektrische Last auch für die Sensoreinrichtung 70. Insbesondere ab der zweiten Phase bestimmen die Kondensatoren 104 und 106 entsprechend ihrer Kapazität den zeitlichen Verlauf der Potenziale 92 und 102 mit. Vorliegend ist die
Auswerteschaltung 90 dazu ausgebildet, sowohl die gegebenenfalls noch abklingende Restenergie der Spule 30, welche durch entsprechende
Veränderungen der Potenziale 92 und 102 in Erscheinung tritt, als auch die Wirkung der Kondensatoren 104 und 106 soweit zu berücksichtigen, dass das durch den Sensor 26 erzeugte Signal - beispielsweise ein Spannungsimpuls oder eine Flanke in einem zeitlichen Verlauf der Potenziale 92 und 102 - von der Auswerteschaltung 90 noch ausreichend erkannt werden kann.
Ergänzend sei angemerkt, dass es möglich ist, die dritte Phase bereits dann zu beginnen, wenn die restliche Energie der Spule 30 noch nicht vollständig abgebaut ist und daraus resultierende Spannungen bzw. Potenziale 92 bzw. 102 an den Anschlüssen HS bzw. LS der Spule 30 zu den von der Sensoreinrichtung 70 erzeugten Potenzialen überlagert sind. Somit kann der Messzustand zeitlich nahezu beliebig gewählt werden.
Grundsätzlich kann die Auswerteschaltung 90 sogar während aller drei Phasen aktiv sein, das heißt, es kann ein Messzustand hergestellt werden, und es können Messungen durchgeführt werden. Allerdings werden in der ersten Phase
die Potenziale 92 und 102 im Wesentlichen durch die Ansteuerschaltung 78 bzw. die ansteuernde Quelle 80, 81 , und/oder 86 bestimmt, wobei sich ein Signal der Sensoreinrichtung 70 nicht oder nur eingeschränkt ermitteln lässt. Die Figur 9 zeigt eine Grundform einer elektrischen Schaltung 100 zum Betreiben mehrerer magnetischer Schaltglieder, die beispielsweise jeweils einem
Kraftstoffeinspritzventil 1 1 einer Brennkraftmaschine zugeordnet sind. In der Zeichnung links der senkrechten Linie 94 sind die magnetischen Schaltglieder 16 bzw. die Kraftstoffeinspritzventile 1 1 dargestellt.
In der Zeichnung rechts einer senkrechten gestrichelten Linie 82 sind die
Elemente der (nicht weiter dargestellten) Steuer- und/oder Regeleinrichtung zugeordnet, die Elemente zwischen den Linien 94 und 82 umfassen einen ersten Satz 1 12 von Ansteuerleitungen und einen zweiten Satz 1 14 von
Ansteuerleitungen. Der erste Satz 1 12 von Ansteuerleitungen bzw. der zweite
Satz 1 14 von Ansteuerleitungen umfasst dabei Ansteuerleitungen 76 bzw. 77 entsprechend den Figuren 6 bis 8.
Der erste Satz 1 12 von Ansteuerleitungen ist in der elektrischen Schaltung 100 zu einem Knoten 1 16 verbunden, welcher mit einer gemeinsamen
Schalteinrichtung 1 18 verbunden ist. Die gemeinsame Schalteinrichtung 1 18 kann den Knoten 1 16 nacheinander an die erste Gleichspannungsquelle 86 oder die zweite Gleichspannungsquelle 80 schalten. Vorliegend ist die erste
Gleichspannungsquelle 86 die Boost-Spannungsquelle, und die zweite
Gleichspannungsquelle 80 ist die Spannung der Fahrzeugbatterie. Die Boost-
Spannung wird mittels des Gleichspannungswandlers 96 aus der Spannung der Fahrzeugbatterie erzeugt und in dem Kondensator 84 gespeichert. Die
Auswerteschaltung 90 greift das an dem Knoten 1 16 anliegende Potenzial ab und kann dieses in Bezug auf die Masse 91 auswerten. Vorliegend umfasst die gemeinsame Schalteinrichtung 1 18 die Schalter TS2 und TS3 sowie die Diode
D3.
Der zweite Satz 1 14 von Ansteuerleitungen ist in der elektrischen Schaltung 100 mit individuellen Schalteinrichtungen 120 verbunden, welche jeweils die zweiten Anschlüsse LS der Spulen 30 gegen das Bezugspotenzial 88 beziehungsweise die Masse 91 individuell schalten können. Vorliegend umfassen die individuellen
Schalteinrichtungen 120 jeweils einen als Halbleiter ausgeführten Schalter, vergleichbar zu dem Schalter TS1 der Figuren 6 bis 8. Weiterhin ist der zweite Satz 1 14 von Ansteuerleitungen mit "vierten" individuellen Gleichrichtern 122 verbunden, welche als Halbleiter-Dioden ausgeführt sind und an ihrem anderen Anschluss gemeinsam an den Kondensator 84 geschaltet sind.
Die zum Betrieb der gemeinsamen Schalteinrichtung 1 18 bzw. der individuellen Schalteinrichtungen 120 erforderlichen Steuerleitungen sind in der Figur 9 sowie in den nachfolgenden Figuren 10 und 1 1 nicht mit dargestellt.
Man erkennt, dass in der Figur 9 die Anschlüsse HS der Spulen 30 am Knoten 1 16 parallel geschaltet sind. Die zugehörigen Sensoreinrichtungen 70 sind dabei ebenfalls parallel geschaltet. Zum einen werden die Signale der
Sensoreinrichtungen 70 dadurch geschwächt, zum andern kann es zu einem ungewollten Überkoppeln der Signale zwischen den Sensoreinrichtungen 70 kommen.
Die Funktionsweise der elektrischen Schaltung 100 kann aus der weiter unten beschriebenen Funktion nach der Figur 1 1 abgeleitet werden. Es versteht sich, dass die in der Figur 9 und den nachfolgenden Figuren 10 und 1 1 dargestellte
Anzahl von drei magnetischen Schaltgliedern 16 nur beispielhaft ist, und allgemein auf eine Anzahl von mindestens zwei magnetischen Schaltgliedern angepasst werden kann. Die Figur 10 stellt eine Ergänzung zu der in der Figur 9 gezeigten Grundform dar.
Im Unterschied zu der Figur 9 sind in der Figur 10 die dem ersten Satz 1 12 zugeordneten Ansteuerleitungen über einen Satz von "ersten" individuellen Gleichrichtern 124 geführt, bevor sie an dem Knoten 1 16 miteinander verbunden werden. Die Auswerteschaltung 90 kann daher drei mit den jeweiligen
Anschlüssen HS korrespondierende Potenziale 126, 128 und 130 an dem ersten
Satz 1 12 von Ansteuerleitungen abgreifen und auswerten.
Man erkennt, wie durch die Wirkung der ersten individuellen Gleichrichter 124 die Signale der drei Sensoreinrichtungen 70 voneinander entkoppelt sind, und in dem Messzustand außer den Schaltern TS2, TS3, und den drei individuellen
Schalteinrichtungen 120, auch alle drei individuellen Gleichrichter 124 sperren
bzw. sperren können. Damit kann insbesondere das Schließen der
Kraftstoffeinspritzventile 1 1 individuell und besonders genau ermittelt werden. Bei einer Bestromung der Spulen 30 sind gegebenenfalls die an den individuellen Gleichrichtern 124 auftretenden Spannungsabfälle zu berücksichtigen, welche beispielsweise 0,7 Volt betragen.
Die Figur 11 stellt eine Erweiterung zu der Figur 10 dar. Ergänzend zu der Figur 10 umfasst die elektrische Schaltung 100 der Figur 1 1 einen Satz von "zweiten" individuellen Gleichrichtern 132 und einen Satz von "dritten" individuellen
Gleichrichtern 134, welche - vergleichbar zu den ersten individuellen
Gleichrichtern 124 - mit dem ersten Satz 112 von Ansteuerleitungen verbunden sind.
Ein Betrieb der elektrischen Schaltung 100 der Figur 1 1 kann beispielhaft so erfolgen:
In einem ersten Schritt wird der Schalter TS2 der gemeinsamen
Schalteinrichtung 1 18 in den leitenden Zustand gebracht. Über die ersten individuellen Gleichrichter 124 und den ersten Satz 1 12 von Ansteuerleitungen können die Potenziale an den Anschlüssen HS der Spulen 30 in etwa den Wert der ersten Gleichspannung 86 annehmen. Ebenso wird eine der drei
individuellen Schalteinrichtungen 120 in den leitenden Zustand gebracht.
Daraufhin wird eine der in der Figur 1 1 dargestellten Spulen 30 bestromt und das jeweilige magnetische Schaltglied 16 wird betätigt beziehungsweise das zugehörige Kraftstoffeinspritzventil 11 geöffnet.
In einem zweiten Schritt wird der Schalter TS2 der gemeinsamen
Schalteinrichtung 1 18 wieder in den sperrenden Zustand gebracht, und der Schalter TS3 wird in den leitenden Zustand gebracht. Über die zweiten individuellen Gleichrichter 132 und den ersten Satz 1 12 von Ansteuerleitungen können die Potenziale an den Anschlüssen HS der Spulen 30 in etwa den Wert der zweiten Gleichspannung 80 annehmen.
In einem dritten Schritt werden alle Schalter der gemeinsamen Schalteinrichtung 1 18 und die individuellen Schalteinrichtungen 120 gesperrt. Daraufhin vermindert sich der durch die zuvor bestromte Spule 30 fließende Strom fortwährend nach
einer spezifischen Funktion, wobei der Strom den folgenden Weg nimmt: Über den Anschluss LS der Spule 30, danach über einen der vierten individuellen Gleichrichter 122, danach über den Kondensator 84, danach über die Masse 91 , danach über einen der dritten individuellen Gleichrichter 134, danach über eine der Ansteuerleitungen aus dem ersten Satz 1 12 von Ansteuerleitungen, danach über den Anschluss HS zurück in die Spule 30.
In einem vierten Schritt wird der Messzustand hergestellt. Dabei sind die Schalter der gemeinsamen Schalteinrichtung 1 18 und die individuellen
Schalteinrichtungen 120 gesperrt. Ebenso sind die individuellen Gleichrichter
122, 124, 132 und 134 gesperrt. Die Auswerteschaltung 90 greift eines oder mehrere der Potenziale 126, 128 und/oder 130 ab und ermittelt mindestens ein Signal von einer oder mehreren der Sensoreinrichtungen 70. Man erkennt an der elektrischen Schaltung 100 der Figur 1 1 , dass durch die
Verwendung der individuellen Gleichrichter 122, 124, 132 und 134 die Signale der Sensoreinrichtungen 70 im Wesentlichen unabhängig voneinander gebildet, übertragen und ermittelt werden können, wobei sie sich - trotz der beim Betrieb des magnetischen Schaltgliedes 16 parallelen Ansteuerung durch die
gemeinsame Schalteinrichtung 1 18 - in dem Messzustand weder gegenseitig schwächen, noch aufeinander koppeln. Dadurch ist es sogar möglich, die Signale der drei Sensoreinrichtungen 70 gleichzeitig zu ermitteln.
Weiterhin ist in der Figur 1 1 zu erkennen, dass die zweiten individuellen
Gleichrichter 132 die Funktion der Diode D3 nach den Figuren 9 und 10 mit übernehmen. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass zwischen der ansteuernden Quelle 80 und den Anschlüssen HS der Spulen 30 nur jeweils ein Halbleiter- Schalter und eine Diodenstrecke angeordnet sind. Im Vergleich zu der Figur 10 wird also eine Diodenstrecke gespart. Die beiden Ausgänge der gemeinsamen Schalteinrichtung 1 18 sind somit jeweils über die ersten individuellen
Gleichrichter 124 beziehungsweise über die zweiten individuellen Gleichrichter 132, und jeweils in Reihe dazu über den ersten Satz 1 12 von Ansteuerleitungen mit den Anschlüssen HS der Spulen 30 verbunden. Ähnliches wie für die Diode D3 ergibt sich für die Diode D1 , deren Funktion in der
Figur 1 1 durch die dritten individuellen Gleichrichter 134 übernommen wird. Nach
einem Abschalten der Bestromung wird die in den Spulen 30 vorhandene Restenergie somit vorteilhaft über insgesamt nur zwei Diodenstrecken dem Kondensator 84 zugeführt. Lediglich in der "Boost-Phase", wenn die Spule 30 aus der Boost-Spannung des Kondensators 84 bestromt wird, ist im Vergleich zu der Figur 9 die Diodenstrecke der ersten individuellen Gleichrichter 124 zusätzlich im Strompfad angeordnet.
Die Gleichrichter 132 bzw. die Gleichrichter 134 der Figur 1 1 können einzeln eine geringere mittlere Verlustleistung aufweisen, als die Dioden D3 bzw. D1 nach der Figur 9. Vorzugsweise können die drei individuellen Gleichrichter 122 bzw. 124 bzw. 132 bzw. 134 jeweils in einem Gehäuse montiert oder sogar auf einem Halbleiterkristall platzsparend und kostengünstig angeordnet werden.