Polymerzusammensetzungen enthaltend nanopartikuläre IR-Absorber
Beschreibung:
Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung von Polymerzusammensetzungen mit Hilfe von Zubereitungen nanopartikulärer IR-Absorber sowie auf solche Weise hergestellte Polymerzusammensetzungen. Verwendungen dieser Polymerzusammensetzungen, beispielsweise im Wärmemangement oder in der Landwirtschaft, insbesondere als Gewächshausfolien, sind ebenfalls Gegenstand der Erfindung. Ein weiterer Gegenstand der Erfindung sind Formkörper, insbesondere Folien enthaltend solche Polymerzusammensetzungen.
Weitere Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind den Ansprüchen, der Beschreibung und den Beispielen zu entnehmen. Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale des erfindungsgemäßen Gegenstandes nicht nur in der jeweils konkret angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen verwendbar sind, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Bevorzugt bzw. ganz bevorzugt sind die Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung in denen alle Merkmale die bevorzugten bzw. ganz bevorzugten Bedeu- tungen haben.
EP 1 554 924 A1 beschreibt Materialien zur Abschirmung von Wärmestrahlung im Bereich der Landwirtschaft oder des Gartenbaus. Die Materialien enthalten eine Lage bestehend aus einem Harzsubstrat und einem Füllstoff aus Feinpartikeln, die im Harz dispergiert sind. Die Feinpartikel sind Beispielsweise Lanthanhexaborid oder antimondotiertes Zinnoxid.
In der EP 1 865 027 A1 werden Polycarbonatzusammensetzungen enthaltend Metall- borid-Feinteilchen beschrieben. Die in der EP 1 865 027 A1 beschriebenen Formkörper bestehend aus solchen Polycarbonatzusammensetzungen lassen sich als Materialien für Fenster und Dächer oder als Folien in der Landwirtschaft einsetzen.
GB 2 014 513 A beschreibt transparente thermoplastische Laminate, die als Materialien für Gewächshäuser eingesetzt werden können. Die Laminate enthalten mindes- tens zwei Schichten, wobei die unterste Schicht eine hohe UV-Beständigkeit aufweist und die anderen Schichten undurchlässig für IR-Strahlung sind.
Allingham beschreibt in der US 4,895,904 Platten oder Folien aus Polymeren und ihre Verwendung in Gewächshäusern. Solche Platten oder Folien enthalten feinteilige Komponenten, die im NIR-Bereich absorbieren oder reflektieren. Diese Platten oder Folien sind für einen Anteil von mindestens 75% der für die Photosynthese relevanten Strahlung transparent. Als feinteilige Komponenten werden Oxide oder Metalle eingesetzt. Weiterhin sind in den Platten oder Folien UV-Stabilisatoren enthalten.
Die übermäßige Aufnahme von Wärmestrahlung, insbesondere der Wärmestrahlung des Sonnenlichts durch die Oberfläche von beispielsweise Gebäuden, Fahrzeugen, Lagerhallen oder Gewächshäusern führt häufig zu einem deutlichen Anstieg der Innentemperaturen, insbesondere in Gegenden mit hoher Sonneneinstrahlung. Dieser Anstieg der Wärmeeinwirkung wirkt sich im Falle von Gewächshäusern negativ auf den Ertrag der im Gewächshaus gezüchteten Pflanzen aus.
Durch die Abschirmung der Wärmestrahlung sollen jedoch häufig andere Bereiche des Sonnenspektrums nicht ebenfalls ausgeblendet werden. Insbesondere bei der Abschirmung der Wärmestrahlung durch Gewächshausfolien wird neben einer effektiven Abschirmung der Wärmestrahlung eine hohe Transparenz im sichtbaren Spektralbe- reich angestrebt, insbesondere in dem Bereich des sichtbaren Spektrums, der für die Photosynthesevorgänge von Pflanzen relevant ist. Gerade bei diesen Anwendungen wird daher nur eine geringe Trübung der Materialien durch den Wärmeschutz akzeptiert, da selbst eine geringfügig erhöhte Transparenz in der Regel zu einem deutlichen Anstieg des Ertrags führt.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, eine Abschirmung gegen Wärmestrahlung bei der Einwirkung von Licht, insbesondere von Sonnenstrahlung auf die Oberfläche von beispielsweise Gewächshäusern bereitzustellen und eine hohe Transparenz gegenüber sichtbarem Licht bei einer gleichzeitigen effektiven Abschirmung der Wärmestrahlung zu gewährleisten.
Diese und andere Aufgaben wurden, wie im Weiteren beschrieben, gelöst durch Verfahren zur Herstellung einer Polymerzusammensetzung, umfassend die folgenden Verfahrensschritte a. Bereitstellen einer Polymerschmelze,
b. Bereitstellen einer Zubereitung, enthaltend ein flüssiges Trägermedium und darin dispergiert nanopartikuläre IR-Absorber, c. Mischen der Polymerschmelze (a.) mit der Zubereitung (b.), d. Verarbeitung der Mischung (c).
Nanopartikuläre IR-Absorber im Sinne der vorliegenden Anmeldung sind Teilchen mit einem massengemittelten Teilchendurchmesser von im Allgemeinen höchstens 200 nm, bevorzugt von höchstens 100 nm. Ein bevorzugter Teilchengrößenbereich beträgt 4 bis 100 nm, insbesondere 5 bis 90 nm. Derartige Teilchen zeichnen sich in der Regel durch eine hohe Gleichförmigkeit bezüglich ihrer Größe, Größenverteilung und Morphologie aus. Die Teilchengröße kann dabei z. B. nach der UPA-Methode (Ultrafine Particle Analyzer) bestimmt werden, z. B. nach dem Laser-Streulicht-Verfahren (laser- light back scattering).
Im IR-Bereich (etwa 700 bis 12000 nm), bevorzugt im NIR-Bereich von 700 bis 1500 nm, besonders bevorzugt im Bereich von 900 bis 1200 weisen die nanopartikulären IR- Absorber eine starke Absorption auf. Im sichtbaren Spektralbereich von etwa 400 nm bis 760 nm weisen die nanopartikulären IR-Absorber nur eine schwache Absorption auf.
Im Allgemeinen wird ein Material transparent genannt, wenn man Dahinterliegendes relativ klar erkennen kann - beispielsweise Fensterglas. Transparenz bedeutet als im Rahmen der vorliegenden Erfindung optische Transparenz im Wesentlichen ohne Streuung des Lichts durch das transparente Material im sichtbaren Spektralbereich.
Zur Messung der Trübung (Haze) kann ein Haze-Messgerät, beispielsweise der Firma Bykgardner verwendet. Es besteht aus einer Röhre, die vor eine Ulbrichtkugel platziert wird. Die Messung der Trübung lässt sich gemäß ASTM D1003-7 durchführen, wie beispielsweise in EP 1 529 632 A1 erwähnt.
Die Temperatur- und Druckbedingungen unter denen das erfindungsgemäße Herstellverfahren durchgeführt wird sind in der Regel abhängig vom den eingesetzten Polymeren und Trägermedien und können daher über einen weiten Bereich variieren. In der Regel wird das Bereitstellen einer Polymerschmelze (a.) bei Temperaturen von 100 bis 300 0C, bevorzugt von 100 bis 250 0C durchgeführt. In der Regel wird das Bereitstellen einer Zubereitung (b.) bei Temperaturen von 0 bis 150 0C, bevorzugt von 10 bis 120 0C
durchgeführt. Das Mischen der Polymerschmelze mit der Zubereitung in Schritt c. erfolgt in der Regel bei Temperaturen von 100 bis 300 0C, bevorzugt von 100 bis 250 0C. Die Mischung wird in Schritt d. in der Regel bei Temperaturen von 100 bis 300 0C, bevorzugt von 100 bis 250 0C durchgeführt. Alle Schritte des erfindungsgemäßen Verfah- rens können bei Normaldruck (1 atm.), aber auch bei einem Überdruck von bis zu 100 bar oder unter geringem Unterdruck durchgeführt werden.
Selbstverständlich lassen sich zur Bereitstellung der Polymerschmelze (a.) ein oder mehrere Polymere, beispielsweise in Form von Polymermischungen oder Blends, ein- setzen.
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden als Polymere zur Bereitstellung der Polymerschmelze (a.) thermoplastische Polymere gewählt.
Als thermoplastische Polymere kommen Oligomere, Polymere, lonomere, Dendrimere, Copolymere, beispielsweise Blockcopolymere, Graft-Copolymere, Sternförmige Block- copolymere, Random-Blockcopolymer oder Mischungen aus diesen in Frage. Im Allgemeinen weisen die thermoplastischen Polymere massengewichtete Molekularge- wichte Mw von 3000 bis 1000000 g/mol auf. Bevorzugt beträgt Mw 10000 bis 100000 g/mol, ganz bevorzugt 20000 bis 50000 g/mol, insbesondere von 25000 bis 35000 g/mol.
Als thermoplastische Polymere sind in erster Linie Polyolefine, insbesondere Polypro- pylene und Polyethylene, Polyolefincopolymere, insbesondere Ethylvinylacetatcopoly- mere, Polytetrafluoroethylene, Ethylen-Tetrafluoroethylen-Copolymere, Polyvinyli- denflouride (PVDF), Polyvinylchloride (PVC), Polyvinylidenchloride, Polyvinylalkohole, Polyvinylester, Polyvinylalkanale, Polyvinylketale, Polyamide, Polyimide, Polycarbona- te, Polycarbonat-Blends, Polyester, Polyester-Blend, Poly(meth)acrylate, Po- Iy(meth)acrylat-Styrolcopolymer-Blends, Poly(meth)acrylat-Polyvinylidendifluorid-
Blends, Polyurethane, Polystyrole, Styrolcopolymere, Polyether, Polyetherketone, Po- lysulfone und Mischungen dieser Polymere zu nennen. Bevorzugt werden Polyethylene, PVC oder PVDF eingesetzt.
Polymerschmelzen können durch beliebige dem Fachmann bekannte Verfahren wie beispielsweise durch das Schmelzen von Polymeren bereitgestellt werden. Die PoIy-
mere können hierbei vor dem Schmelzen in Form von Pulvern und Pellets vorliegen. Bevorzugt liegen die Polymere in Form von Pellets vor. Das Schmelzen erfolgt bevorzugt in einem Extruder oder Kalander.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung einer Polymerzusammensetzung umfasst in Schritt (b.) die Bereitstellung eines flüssigen Trägermediums mit darin dispergierten nanopartikulären IR-Absorbern. Dies bedeutet, dass das Trägermedium bei den jeweils eingesetzten Druck und Temperaturbedingungen in Schritt (b.) und (c.) flüssig ist. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung versteht man unter einem flüssigen Trägermedium ein Trägermedium mit rheologischen Eigenschaften, die von dünnflüssig über pastös/salbenartig bis hin zu gelförmig reichen. "Fließfähige Verbindungen" weisen in der Regel eine höhere Viskosität als eine Flüssigkeit auf, sind jedoch noch nicht selbsttragend sind, d. h. sie behalten eine ihnen verliehene Form ohne formstabilisierende Umhüllung nicht bei. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung soll der Begriff flüssiges Trägermedium auch fließfähige Komponenten umfassen. Die Viskosität derartiger Zubereitungen liegt beispielsweise in einem Bereich von etwa 1 bis 60000 mPas.
Ein Vorteil der Verwendung von flüssigen Trägermedien mit dispergierten nanopartiku- lären IR-Absorbern gegenüber der Verwendung von nanopartikulären IR-Absorbern im festen Zustand, beispielsweise als Pulver ist, dass sich in der Regel eine deutlich homogenere Verteilung der nanopartikulären IR-Absorber in der Polymerzusammensetzung erreichen lässt ohne dass größere Agglomerate auftreten. Größere Agglomerate führen nämlich in der Regel zu einer unerwünschten verstärkten Streuung des sichtba- ren Lichts, während eine feine homogene Verteilung der nanopartikulären IR-Absorber zu verbesserter Absorption von IR-Strahlung führt.
Als Trägermedien geeignet sind beispielsweise viele organischen Lösemittel, die bei Raumtemperatur flüssig sind und bevorzugt nicht mit Sauerstoff reagieren. Bevorzugt weisen diese Lösungsmittel einen annähernd neutralen pH-Wert auf.
Als mögliche Trägermedien sind hierbei beispielsweise zu nennen:
- Ester von Alkyl- und Arylcarbonsäuren,
- hydrierte Ester von Arylcarbonsäuren mit Alkanolen, - ein- oder mehrwertige Alkohole,
- Etheralkohole,
- Polyetherpolyole,
- Ether,
- gesättigte acyclische und cyclische Kohlenwasserstoffe,
- Mineralöle, - Mineralölderivate,
- Siliconöle,
- aprotisch polaren Lösungsmittel oder Mischungen dieser Trägermedien. Bevorzugt werden hierbei als Trägermedien Ethylenglycol, Glycerin, 1 ,3-Propandiol, 1 ,4-Butandiol, Ethylenglycolmonomethylether, Ethylenglycoldimethylether, Ethylenglycoldiethylether, acyclische oder cyclische Ether, Polyetherpolyole, niedrigsiedende (Siedepunkt kleiner als 200 0C) Alkohole, insbesondere 1-Butanol, 2-Butanol oder Kohlenwasserstoffe mit Siedepunkt kleiner als 200 0C oder Mischungen von den genannten bevorzugten Trägermedien eingesetzt.
Weiterhin kommen als mögliche Trägermedien Wachse in Frage. Bevorzugt lassen sich als Trägermedien Polyolefinwachse und Polyolefincomonomerwachse einsetzen, insbesondere Ethylen-Homopolymerwachse, Montanwachse, oxidierte und mikronisier- te PE-Wachse, Metallocen PE-Wachse, Ethylen-Copolymerwachse beispielsweise Produkte des Luwax® Portfolios der Fa. BASF SE.
Trägermedien sind im Allgemeinen kommerziell erhältlich.
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das Trägermedium bei Normaldruck in einem Temperaturbereich von 50 bis 120 0C flüssig, bevorzugt in einem Temperaturbereich von 90 bis 1 100C. Insbesondere handelt es sich hierbei bei dem Trägermedium um ein PE-Wachs.
Erfindungsgemäß sind in der Zubereitung aus Schritt (b.) die nanopartikulären IR- Absorber dispergiert. Dies bedeutet, dass die nanopartikulären IR-Absorber homogen und fein verteilt im Trägermedium vorliegen. Eine solche Dispergierung wird dadurch erreicht, dass die nanoskaligen IR-Absorber im Wesentlichen keine Aggregate oder Teilchen bilden die größer als 500 nm sind. Bevorzugt liegen keine Aggregate oder Teilchen größer als 300 nm, ganz bevorzugt liegen keine Aggregate oder Teilchen größer als 200 nm vor. Insbesondere liegen voneinander getrennte Teilchen mit einem mittleren Abstand von wenigstens 200 nm vor. In einer Ausführungsform der Zusammensetzung aus Schritt (b.) des erfindungsgemäßen Verfahrens haben mehr als 90%
der Teilchen eine mittlere Teilchengröße von weniger als 200 nm. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform haben mehr als 95% der Teilchen eine mittlere Teilchengröße von weniger als 200 nm. In einer weiteren Ausführungsform haben mehr als 99% der Teilchen eine mittlere Teilchengröße von weniger als 200 nm. In einer weite- ren bevorzugten Ausführungsform weisen weniger als 10% der Teilchen, besonders bevorzugt weniger als 5% der Teilchen einen geringeren Abstand zum nächstliegen- den Teilchen von mindestens 50 nm, bevorzugt mindestens 100 nm, weiter bevorzugt mindestens 250 nm und insbesondere bevorzugt mindestens 500 nm auf.
Die Teilchen können dabei beliebige Gestalt annehmen. Beispielsweise sind kugelförmige, stäbchenförmige, plättchenförmige Teilchen oder Teilchen mit unregelmäßiger Gestalt möglich. Es können auch nanoskalige IR-Absorber mit bimodalen oder multimodalen Teilchengrößenverteilungen eingesetzt werden. Die Verteilung der Partikel lässt sich beispielsweise mit Hilfe der konfokalen Laser Rastermikroskopie überprüfen. Die Methode wird beispielsweise in „Confocal and Two-Photon Microscopy", edited by Alberto Diaspro; ISBN 0-471-40920-0, Wiley-Liss, a John Wiley & Sons, Inc. Publicati- on, in Kapitel 2, Seiten 19-38, und den darin enthaltenen Zitaten beschrieben. Weiterhin ist eine Bestimmung der Teichengrößen(verteilungen) auch mit Hilfe von elektronenmikroskopischen Verfahren (TEM) möglich.
Als nanopartikuläre IR-Absorber, die in der Zubereitung in Schritt (b.) dispergiert im Trägermedium vorliegen, lassen sich im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens beispielsweise Ruse, Metallboride oder dotierte Zinnoxide nennen.
Bevorzugt werden als IR-Absorber nanopartikuläre Zinn-Oxide, dotiert mit Antimon (ATO) oder Indium (ITO) oder nanopartikuläre Metallboride (MBx, mit x von 1 bis 6), insbesondere Erdalkaliboride oder Boride der seltenen Erden eingesetzt. Besonders bevorzugt sind nanopartikuläre Boride der seltenen Erden. Ganz besonders bevorzugt sind Metallhexaboride der symbolischen Formel MBε, insbesondere M = La, Pr, Nd, Ce, Tb, Dy, Ho, Y, Sm, Eu, Er, Tm, Yb, Lu, Sr, Ca. Bevorzugt sind ebenfalls Metalldi- boride MB2, insbesondere mit M = Ti, Zr, Hf, V, Ta, Cr, Mo. Weitere geeignete Metallboride sind M02B5, MoB, W2B5. Ein ganz ausgezeichneter IR-Absorber ist nanopartiku- läres Lanthanhexaborid (Laße). Selbstverständlich sind auch Mischungen der genannten nanopartikulären Stoffe als IR-Absorber geeigent. Nanopartikuläres Laße ist kom- merziell erhältlich oder kann gemäß den Verfahren aus WO 2006/134141 oder
WO2007/107407 hergestellt werden. Nanopartikuläres ITO oder ATO ist kommerziell erhältlich.
Die Menge an eingesetztem nanopartikulärem IR-Absorber kann über einen weiten Bereich variieren und hängt beispielsweise vom endgültigen Verwendungszweck der Polymerzusammensetzung ab. Ausschlaggebend für eine effektive Wirkung des IR- Absorbers ist in der Regel, dass beim Durchtritt der Wärmestrahlung durch die Polymerzusammensetzung genügend IR-Absorber im Strahlungsgang vorhanden ist um die Wärmestrahlung zu absorbieren.
Die Menge an nanopartikulärem IR-Absorber in der Polymerzusanmmensetzung beträgt bis zu 2 Gew.-% bezogen auf die thermoplastische Polymerschmelze aus Schritt a. Bevorzugt beträgt die Menge an IR-Absorber 0,001 bis 1 Gew.-%, ganz bevorzugt 0,01 bis 0,5 Gew.-% und insbesondere 0,01 bis 0,2 Gew.-%.
Der Anteil der IR-Strahlung der von der Polymerzusammensetzung absorbiert wird ist von der jeweiligen gewünschten Anwendung abhängig. Beispielsweise absorbiert die Polymerzusammensetzung mehr als 5% der einfallenden IR-Strahlung. Bevorzugt werden mehr als 20%, ganz bevorzugt mehr als 50% der einfallenden IR-Strahlung absorbiert.
In der Regel werden zur Bereitstellung der Zubereitung in Schritt (b.) des erfindungsgemäßen Verfahrens das flüssige Trägermittel und die nanopartikulären IR-Absorber miteinander vermischt. Das Vermischen kann dabei grundsätzlich mit beliebigen dem Fachmann bekannten Mischapparaturen wie beispielsweise Rührer, Extruder und Kneter erfolgen.
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung der Polymerzusammensetzung erfolgt die Bereitstellung der Zusammenset- zung in Schritt (b.), enthaltend Metallboride, mit Hilfe von In-Situ-Plasmasynthese, wie in der noch unveröffentlichten EP 08167612.4 beschrieben. Hierbei wird ein Ausgangsmaterial für Metallboride bereitstellt, dieses Ausgangsmaterial einer thermischen Behandlung unter Plasmabedingungen unterzogen, das erhaltene Produkt einer schnellen Abkühlung unterzogen und das so erhaltene abgekühlte Produkt in eine Flüssigkeit eingetragen, wobei eine Suspension erhalten wird, die sich als Zubereitung in Schritt (b.) des erfindungsgemäßen Verfahrens direkt einsetzen lässt. Das Aus-
gangsmaterial für Metallboride wird z.B. durch Synthese aus geeigneten Edukten bereitgestellt. Der Vorteil dieser Methode liegt in der hohen Reinheit der zur Verfügung gestellten Zubereitungen. Insbesondere wird hierbei beispielsweise der bei Mahlverfahren auftretende Mahlkörperabrieb vermieden, der zu einer Verunreinigung der Zuberei- tung durch Fremdstoffe und später zur Trübung der Polymerzusammensetzung führen kann.
In einer anderen Ausführungsform erfolgt die Bereitstellung der Zubereitung aus Schritt (b.) vorzugsweise durch Einarbeiten wenigstens eines Metallborids, bevorzugt MBβ, insbesondere LaBβ in das Trägermedium unter gleichzeitiger Zerkleinerung, bevorzugt unter Vermählen, wie auch in WO2007/107407 beschrieben. Selbstverständlich kann bei dieser Variante ein Metallborid eingesetzt werden, das bereits in Form nanopartiku- lärer Teilchen vorliegt. Bevorzugt wird das zu zerkleinernde Metallborid in nicht nano- partikulärer Form eingesetzt. Insbesondere weisen die zu zerkleinernden Metallboride anfangs eine Größe von 500nm bis 50μm, bevorzugt von 1 bis 20μm auf.
Das Zerkleinern erfolgt in hierfür geeigneten Geräten, vorzugsweise in Mühlen wie beispielsweise Kugelmühlen, Rührwerkskugelmühlen, Zirkulationsmühlen (Rührwerkskugelmühle mit Stift-Mahlsystem), Scheibenmühlen, Ringkammermühlen, Doppelkonus- mühlen, Dreiwalzenwerken und Batchmühlen (vgl. Arno Kwade, „Grinding and Disper- sing with Stirred Media Mills: Research and Application", Technische Universität Braunschweig FB Maschinenbau; Auflage: 1 , 2007). Gewünschtenfalls sind die Mahlkammern mit Kühlvorrichtungen zur Abführung der beim Mahlvorgang eingetragenen Wärmeenergie ausgestattet. Für eine Nassmahlung zur Herstellung der erfindungsge- mäßen Zubereitungen eignen sich beispielsweise die Kugelmühle Drais Superflow DCP SF 12, die Zirkulationsmühle System ZETA der Fa. Netzsch-Feinmahltechnik GmbH oder die Scheibenmühle von der Firma Netzsch Feinmahltechnik GmbH, Selb, Deutschland.
Für die Vermahlung werden häufig Mahlkörper aus Aluminiumoxid, Zirkonoxid oder Zirkonoxid dotiert mit Yttrium eingesetzt . Bevorzugt wird im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens bei der Bereitstellung der Zubereitung aus Schritt (b.) das Vermählen der Trägermedien mit den IR-Absorbern mit Mahlkörpern aus Aluminiumoxid durchgeführt. Der Vorteil einer solchen Vermahlung ist, dass der im Falle der üblicher- weise eingesetzten Mahlkörper aus Zirkonoxid auftretende Abrieb, der in der Regel zu einer Trübung der Polymerzusammensetzung führt, nicht anfällt.
Bevorzugt weisen daher die Polymerzusammensetzungen, die mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellt werden nur einen geringen Gehalt an Zirkon- oxid auf. Bevorzugt sind weniger als 0,2 Gew.-% bezogen auf die Polymerzusammen- Setzung an Zirkonoxid enthalten, besonders bevorzugt weniger als 0,15 Gew.-%.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weisen daher die Polymerzusammensetzungen, die mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellt werden von 0,001 bis 1 Gew.-%, ganz bevorzugt 0,01 bis 0,8 Gew.-% und insbesondere 0,01 bis 0,5 Gew.-% eines nanopartikulären Metallborids, bevorzugt MBβ, insbesondere LaBβ und nur einen geringen Gehalt an Zirkonoxid auf. Bevorzugt sind weniger als 50 Gew.- % Zirkonoxid bezogen auf die Gesamtmenge an Zirkonoxid und nanopartikulärem Me- tallborid, besonders bevorzugt weniger als 40 Gew.-%. Ganz bevorzugt weisen hierbei die nanopartikulären Metallboride einen massengemittelten Teilchendurchmesser von höchstens 200 nm, bevorzugt von höchstens 150 nm, insbesondere von 70 bis 130nm auf.
Bevorzugt erfolgt die Zerkleinerung unter Zugabe der Hauptmenge, insbesondere wenigstens 80% bis 100% des Trägermediums.
Die für das Zerkleinern erforderliche Zeitdauer richtet sich in an sich bekannter Weise nach dem gewünschten Feinheitsgrad bzw. der Teilchengröße der Wirkstoffpartikel und kann vom Fachmann in Routineexperimenten ermittelt werden. Bewährt haben sich beispielsweise Mahldauern im Bereich von 30 Minuten bis 72 Stunden, obwohl auch eine längere Zeitdauer denkbar ist.
Druck- und Temperaturbedingungen beim Zerkleinern sind im Allgemeinen unkritisch, so hat sich beispielsweise Normaldruck als geeignet erwiesen. Als Temperaturen haben sich beispielsweise Temperaturen im Bereich von 10 0C bis 100 0C als geeignet erwiesen, wobei eine Temperaturerhöhung in der Regel zu einer Reduzierung der Mahldauer führt.
Um eine Agglomeration oder Zusammenwachsen der nanopartikulären IR-Absorber im Wesentlichen zu verhindern und/oder um eine gute Dispergierbarkeit der teilchenför- migen Phase im Trägermedium zu gewährleisten, können die eingesetzten IR- Absorber oberflächenmodifiziert bzw. oberflächenbeschichtet werden. Beispielsweise
weisen die Teilchen auf zumindest einem Teil ihrer Oberfläche eine ein- oder mehrlagige Beschichtung auf, die wenigstens eine Verbindung mit ionogenen, ionischen und/oder nichtionischen oberflächenaktiven Gruppen enthält. Die Verbindungen mit oberflächenaktiven Gruppen sind vorzugsweise ausgewählt unter den Salzen starker anorganischer Säuren, z. B. Nitraten und Perchloraten, gesättigten und ungesättigten Fettsäuren, wie Palmitinsäure, Margarinsäure, Stearinsäure, Isostearinsäure, Nonade- cansäure, Lignocerinsäure, Palmitoleinsäure, Oleinsäure, Linolsäure, Linolensäure und Elaosterinsäure, quaternären Ammoniumverbindungen, wie Tetraalkylammonium- hydroxiden, z. B. Tetramethylammoniumhydroxid, Silanen, wie Alkyltrialkoxysilanen und Mischungen davon. In einer bevorzugten Ausführung weisen die erfindungsgemäß eingesetzten nanopartikulären IR-Absorber keine Oberflächenmodifizierungsmittel auf.
Die Herstellung der Zubereitung aus Schritt (b.) erfolgt vorzugsweise durch in situ- Zerkleinerung, speziell in situ-Vermahlung, in dem flüssigen Trägermedium, in dem es anschließend eingesetzt wird. Dabei wird insbesondere nach dem Erreichen des dispergierten Zustande das Trägermedium aus der Zubereitung nicht mehr entfernt und sein Anteil höchstens soweit verringert, dass der dispergierte Zustand erhalten bleibt. Ein etwaiger teilweiser oder vollständiger Austausch des Trägermediums erfolgt durch flüssig-flüssig Umsetzung, bei der der dispergierte Zustand erhalten bleibt. Vorzugs- weise wird das Trägermedium nach Herstellung der Zubereitung nicht mehr ausgetauscht. Möglich ist jedoch die Zugabe wenigstens einer weiteren, mit dem Trägermedium verträglichen Komponente, soweit hierbei der dispergierte Zustand erhalten bleibt. Die Zugabe einer oder mehrerer weiterer Komponenten kann vor, während oder nach der Herstellung der dispergierten Zubereitung erfolgen. Vorzugsweise wird die durch in situ-Zerkleinerung erhaltene Zubereitung unmittelbar im Anschluss an ihre Herstellung einer Weiterverarbeitung unterzogen.
Der Feststoffgehalt der Zubereitung aus Schritt (b.) beträgt vorzugsweise wenigstens 1 Gew.-%, besonders bevorzugt wenigstens 10 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt we- nigstens 20 Gew.-% und insbesondere von 20 bis 40 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht der Zubereitung aus Schritt (b.).
Der Gehalt an nanopartikulärem IR-Absorber in der Zubereitung aus Schritt (b.) beträgt vorzugsweise wenigstens 1 Gew.-%, besonders bevorzugt wenigstens 10 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt wenigstens 20 Gew.-% und insbesondere von 20 bis 40 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht der Zubereitung aus Schritt (b.).
Der Gehalt an Metallborid, insbesondere MBβ, der Zubereitung aus Schritt (b.) beträgt vorzugsweise wenigstens 50 Gew.-%, besonders bevorzugt wenigstens 65 Gew.-%, bezogen auf den Gesamtfeststoffgehalt der Zubereitung.
Wie bereits erwähnt lassen sich in Schritt (b.) auch Zubereitungen enthaltend Wachse und darin dispergiert nanopartikuläre I R-Absorber einsetzten. Die Einarbeitung von nanopartikulären IR-Absorbern in Wachse erfolgt normalerweise, wie dem Fachmann bekannt ist, in einem Mischapparat. Die Einarbeitung kann hierbei mit Hilfe eines so- genannten Flush-Prozesses, wie beispielsweise in der unveröffentlichten europäischen Pateentanmeldung 08159697.5. Die nanopartikulären I R-Absorber liegen dabei häufig in Form einer Dispersion in einer polaren oder wässrigen Lösung vor. Es können als Mischapparate Batch-Kneter, Dispersionskneter aber auch Extruder mit Mischeinheiten eingesetzt werden. Besonders bevorzugt erfolgt die Einarbeitung der Dispersion der nanopartikulären I R-Absorber in einem Batch-Kneter. Dabei ist die Temperatur der Knetmasse, das Mengenverhältnis der nanopartkulären I R-Absorber zum Wachs, die eingebrachte Scherung und die Zeitdauer der Scherung von Bedeutung. Man kann bei der Einarbeitung der Dispersionen der nanopartikulären I R-Absorber in das Wachs ein Temperaturprogramm fahren, wobei man bei etwas erhöhter Temperatur beginnt und anschließend die Temperatur absenkt, um die Viskosität der Masse zu erhöhen. Dadurch wird das Dispergierergebnis verbessert. Bevorzugt geht man so vor, dass man das Wachs im Kneter zum Schmelzen bringt und dann die Dispersion der nanopartikulären I R-Absorber in Portionen oder auf einmal zugibt. Das Wachs kann aber auch als Schmelze in das Mischorgan eingebracht werden. Bevorzugt wird eine Temperatur von 50 bis 150 0C gewählt. Besonders bevorzugt liegt die Temperatur im Mischorgan zwischen 70 und 120 0C. Den Transfer der nanopartikulärene I R-Absorber in die unpolare Umgebung der Wachsphase erkennt man daran, dass sich polares oder wässriges Lösungsmittel oder Wasser abtrennt, welches je nach Temperatur in Form von flüssigen Tropfen oder aber als Wasserdampf der Knetmasse entweicht.
Durch den Phasenübergang der nanopartikulären I R-Absorber aus der polaren Dispersion in das Wachs entsteht eine für den Schritt (b.) des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignete Zusammensetzung. Das Lösungsmittel kann auf verschiedene Weise von der Zusammensetzung getrennt werden. Es kann aus dem Mischorgan abgezogen oder verdampft werden oder die Zubereitung kann aus dem Mischorgan entfernt und anschließend getrocknet und optional gemahlen werden.
Im Allgemeinen werden Zubereitungen zur vereinfachten Handhabung und Weiterverarbeitung zerkleinert. Dabei kann die Zubereitung granuliert, pelletiert oder pulverisiert werden. Für den Einsatz als flüssige Zusammensetzung in Schritt (b.) des erfindungs- gemäßen Verfahrens liegt die Zusammensetzung selbstverständlich im geschmolzenen Zustand vor.
Das Mischen der flüssigen Zubereitung aus Schritt (b.) mit der Polymerschmelze aus Schritt (a.) erfolgt in dem Fachmann bekannten Mischapparaturen, beispielsweise Mo- no- oder Co-Extruder, und Kalander . Hierbei kann das Bereitstellen der Polymerschmelze in Schritt (a.) entweder vor oder gleichzeitig mit dem Mischvorgang in Schritt (c.) erfolgen. Bevorzugt wird die Polymerschmelze unmittelbar vor oder während des Mischens bereitgestellt. Das Bereitstellen der flüssigen Zusammensetzung in Schritt (b.) erfolgt in der Regel vor dem Mischen in Schritt (c). Bevorzugt wird die bereitge- stellte flüssige Zusammensetzung während des Mischens in Schritt (c.) in einem oder mehreren Schritten der Polymerschmelze zugesetzt.
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt das Bereitstellen einer Polymerschmelze (a.) und das Mischen (c.) der Polymerschmelze mit der Zubereitung (b.) im Rahmen eines Extrusions-, Spritzguss-, Blasformungs- oder Knetprozesses.
Bevorzugt ist in Schritt (c.) die Herstellung von Polymerzusammensetzungen nach einem sogenannten Masseadditivierungsverfahren. Als geeignete Masseadditivierungs- verfahren seien im Einzelnen Extrusion, auch Coextrusion, Spritzguss, Blasformung oder Knetung genannt. Die flüssigen Zusammensetzungen aus Schritt (b.) weisen hierbei vorzugsweise Siedetemperaturen und/oder Flammtemperaturen oberhalb der zur Herstellung der Polymerzusammensetzung verwendeten Verarbeitungstemperatur auf. In einer anderen bevorzugten Ausführungsform weisen flüssigen Zusammenset- zungen aus Schritt (b.) hierbei vorzugsweise Siedetemperaturen unterhalb und Flammtemperaturen oberhalb der zur Herstellung der Polymerzusammensetzung verwendeten Verarbeitungstemperatur auf.
Eine Entfernung, insbesondere eine im Wesentlichen vollständige Entfernung, des Trä- germediums der flüssigen Zusammensetzung aus Schritt (b.) nach der Einarbeitung in
ein Polymer ist in der Regel nicht erforderlich, was einen Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens darstellt.
Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens werden nach dem Mischen in Schritt (c.) die Polymerzusammensetzungen in Schritt (d.) verarbeitet. Die Verarbeitung erfolgt dabei nach den üblichen, dem Fachmann bekannten Schritten zur Verarbeitung von Kunststoffen. Insbesondere lassen sich die Polymerzusammensetzungen durch Extru- sion, Compoundierung, Verarbeitung zu Granulaten oder Pellets, Verarbeitung zu Formkörpern durch Extrusion, auch Coextrusion, Spritzguss, Blasformung oder Kne- tung in Schritt (d.) weiterverarbeiten. Bevorzugt werden die Polymerzusammensetzungen durch Extrusion oder Coextrusion zu Folien verarbeitet (vgl. Saechtling Kunststoff Taschenbuch, 28. Auflage, Karl Oberbach, 2001 ).
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine Polymerzusammensetzung, hergestellt nach dem oben beschriebenen erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren.
In einer speziellen Ausführung enthalten die erfindungsgemäßen Polymerzusammensetzungen, bzw. die daraus hergestellten Formkörper, eine thermoplastische Polymerkomponente oder bestehen aus einer thermoplastischen Polymerkomponente. Ther- moplaste zeichnen sich durch ihre gute Verarbeitbarkeit aus und können im erweichten Zustand z. B. durch Pressen, Extrudieren, Spritzgießen oder andere Formgebungsverfahren zu Formteilen verarbeitet werden.
Die erfindungsgemäße Polymerzusammensetzung kann zusätzlich wenigstens ein Additiv enthalten, dass vorzugsweise ausgewählt ist unter Farbmitteln, Antioxidantien, Lichtstabilisierungsmitteln, UV-Absorbern, Hindered Amine Light Stabilisatoren (HALS), Nickelquenchern, Metalldesaktivatoren, Verstärkungs- und Füllstoffen, Beschlagverhinderungsmittel (Antifog), Bioziden, Säurefängern, Antistatika, weiteren IR-Absorbern für langwellige IR Strahlung wie Kaolin, Antiblockmittel wie SiO2, Lichtstreuern wie MgO oder TiO2, anorganischen oder organischen Reflektoren (beispielsweise Alumini- um-Flakes).
Die Gesamtmenge an optionalen weiteren Additiven in der Polymerzusanmmenset- zung beträgt bis zu 15 Gew.-% bezogen auf die Polymerschmelze aus Schritt (a.). Be- vorzugt beträgt die Menge dieser Additive 0,5 bis 15 Gew.-%, ganz bevorzugt 0,5 bis 10 Gew.-% und insbesondere 0,5 bis 7,5 Gew.-%.
Diese optionalen Additive werden bei der erfindungsgemäßen Herstellung der Polymerzusammensetzung entweder in einem der Schritte (a.), (b.), (c.) und/oder (d.) oder im Rahmen optionaler zusätzlicher Schritte des Verfahrens zugesetzt. Das Hinzufügen der Additive kann beispielsweise in Schritt (a.) bei der Bereitstellung der Polymerschmelze erfolgen bzw. die für die Polymerschmelze eingesetzten Polymere können bereits die Additive enthalten. Das Hinzufügen der Additive kann auch mit der Bereitstellung der flüssigen Zusammensetzung in Schritt (b.) erfolgen, die die Additive bereits enthält. Auch beim Mischen in Schritt (c.) können der Mischung der Polymerschmelze und der flüssigen Zubereitung weitere Additive hinzugefügt werden. Weitere Additive lassen sich auch während der Verarbeitung (d.) noch zur Polymerzusammensetzung hinzufügen.
Mit Hilfe der mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Polymerzusammen- Setzungen lassen sich Formkörper herstellen. Die Formkörper lassen sich aus den erfindungsgemäß hergestellten Polymerzusammensetzung durch dem Fachmann bekannte Verfahren wie beispielsweise Extrusion, Coextrusion, Spritzguß und Blasformung, herstellen.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung der Polymerzusammensetzungen und der Formkörper im Wärmemanagement. Wärmemanagement umfasst die Anwendung in Automobilen, Architektur, Wohn- und Bürogebäuden, Lagerhallen, Stadien, Flughäfen oder anderen Bereichen in denen die Wärme, die durch einfallende Wärmestrahlung erzeugt wird, unerwünscht ist.
Bevorzugt werden die Polymerzusammensetzungen oder Formkörper in der Landwirtschaft eingesetzt, insbesondere als Folien für Gewächshäuser. Weitere bevorzugte
Anwendungen in der Landwirtschaft sind weitere Agrarfolien wie Silagefolien, Wickelstretchsilagefolien, Verpackungsfolien wie Stretch- und Dehnhauben oder Schwergut- sacke.
Ein weitere Gegenstand der Erfindung sind Folien enthaltend die erfindungsgemäß hergestellte Polymerzusammensetzung, wobei die Folien von 1 bis 7 Schichten, bevorzugt von 1 bis 4 Schichten, insbesondere von 1 bis 3 Schichten aufweisen. Bevorzugt weisen diese Folien eine Dicke von höchstens 500 μm, bevorzugt von 100 bis 300 μm, ganz bevorzugt von 150 bis 250 μm, insbesondere von 150 bis 200 μm auf. Die Folien
weisen in der Regel eine Dicke von mindestens 30 μm auf. Die Folien lassen sich beispielsweise durch Extrusion oder Coextrusion wie in Saechtling Kunststoff Taschenbuch, 28. Auflage, Karl Oberbach, 2001 beschrieben herstellen.
Bevorzugt werden die erfindungsgemäßen Formkörper auch als Verglasungs- oder Dachmaterial, als Folien in der Landwirtschaft, insbesondere Gewächshausfolien, oder als Bestandteil von Fenstern eingesetzt.
Selbstverständlich lassen sich mit Hilfe der erfindungsgemäßen Formkörper auch Ge- genstände, insbesondere Bauteile, herstellen, die einen oder mehrere Formkörper enthalten. Solche Bauteile können insbesondere zum Wärmemangement von Gebäuden eingesetzt werden.
Die Verwendung der erfindungsgemäßen Polymerzusammensetzungen oder Formkör- per, enthaltend nanopartikuläre IR-Absorber, ermöglicht eine effektive Abschirmung gegen die Einwirkung von Wärmestrahlung auf die Oberfläche von beispielsweise Gebäuden, Fahrzeugen oder Gewächshäusern. Durch diese Materialien wird ein Wärmemanagement von Innenräumen ermöglicht. Im Allgemeinen wird durch diese Materialien eine hohe Transparenz gegenüber sichtbarem Licht bei einer gleichzeitigen ef- fektiven Abschirmung der Wärmestrahlung gewährleistet, so dass Innenräume bei Sonneneinstrahlung hell bleiben und sich nicht so stark erwärmen. Eine erhöhte Transparenz wirkt sich bei der Verwendung der Polymerzusammensetzungen in Gewächshausfolien unmittelbar positiv auf einen gesteigerten Ertrag der im Gewächshaus gezüchteten Pflanzen aus.
Die Erfindung wird durch die Beispiele näher erläutert ohne dass die Beispiele den Gegenstand der Erfindung einschränken.
Beispiele:
Beispiel 1 :
Herstellung von Agrofolien mit Wärmemanagementfunktion
Mengenangaben sind in Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge des Masterbatch o- der der Folie angegeben.
Da es häufig schwierig ist geringe Volumina von Additiven zu dosieren bzw. homogen in eine Folie einzuarbeiten, werden die Additive zunächst in Form eines Masterbatches verarbeitet. Dies gewährleistet eine homogene Additivierung eines Polymers, das zu einer Folie verarbeitet wird, über die gesamte Folienfläche und erleichtert den Prozess.
Die folgende Additive wurden mit Hilfe eines Extruders zu einem Masterbatch verarbeitet:
1 ,25% nanopartikuläres LaBβ, hergestellt durch In-Situ-Plasmasynthese, 15,0% Uvinu®l 5050H (HALS), 7,5% Uvinul® 3008 (UV-Absorber),
2,5% Irganox® B 225 (Mischung Irgafos® 168 und Irganox® 1010 der Fa. Ciba, Antio- xidans),
73,75% LDPE (Low Density Polyethylen).
Nanopartikuläres LaBβ wurde der Polymerschmelze (LDPE) über eine Flüssigkeitsdosierung zugegeben, die anderen Inhaltsstoffe als Pulver bzw. als Granulat.
8% des Masterbatches wurden zusammen mit 92% LDPE Granulat über Silos in den Einfülltrichter des Extruders gegeben, der dann die Bestandteile zu einer homogenen Kunststoffzusammensetzung verarbeitete. Das geschmolzene Polymer trat über eine Düse aus und wurde durch entsprechende Luftströme zu einer Folienblase geformt, die nach dem Abkühlen zu einer Folie gefaltet und aufgerollt wurde.
Diese Folien wurden in einem Gewächshaus eingesetzt und der Temperaturverlauf mit denen in anderen Gewächshaus-Compartimenten, in denen Standardfolien eingesetzt wurden, verglichen.
Im Winter konnte bei Verwendung von erfindungsgemäßen Folien mittags die Maximaltemperatur im Mittel um bis zu 5 0C reduziert werden. Nachts dagegen wurde nur eine 1-2 0C niedrigere Temperatur gemessen.
In den Sommermonaten dagegen wurde eine Temperaturreduktion von bis zu 10 0C zur Mittagszeit detektiert.
Weitere Folien mit den folgenden Zusammensetzungen wurden gemäß des oben beschriebenen Verfahrens hergestellt:
Beispiel 2:
Zusammensetzung der Folie:
1 ,0% Uvinul® 5050H (HALS), 0,5% Uvinul® 3008 (UV-Absorber), 0,3% Irganox® 1010, 0,2% Irgafos® 168, 0,03% nanopartikuläres LaB6, 97,97% Lupolen® 1840 D (PE).
Diese Folie weist eine Reduktion der Transmission von IR-Strahlung im Wellenlängenbereich von 750 bis 1500 nm von bis zu 50% gegenüber einer Folie ohne nanopartiku- lärem LaB6 auf.
Diese Folie weist ebenfalls eine Reduktion der Transmission von IR-Strahlung im Wellenlängenbereich von 750 bis 1500 nm von bis zu 50% gegenüber einer Folie mit agglomerierten nicht nanopartikulären LaB6 Teilchen (Teilchengröße beispielsweise von 1 μm bis 50 μm) auf.
Auch die weiteren Folienzusammensetzungen der Beispiele 3 bis 6 zeigen eine vergleichbare Reduktion der Transmission, wie in Beispiel 2.
Beispiel 3:
Zusammensetzung der Folie:
1 ,0% Uvinul® 5050H, 0,5% Uvinul® 3008, 0,3% Irganox® 1010, 0,2% Irgafos® 168,
0,03% nanopartikuläres LaB6, 97,97% Lupolen® 1840 D.
Beispiel 4:
Zusammensetzung der Folie:
1 ,0% Uvinul® 5050H, 0,5% Uvinul® 3008, 0,3% Irganox® 1010, 0,2% Irgafos® 168, 0,0225% nanopartikuläres LaB6, 0.0075% Mark it ® (Antimonverbindung zum Lasermarkieren), 97,97% Lupolen® 1840 D.
Beispiel 5
Zusammensetzung der Folie:
1 ,0% Uvinul® 5050H, 0,5% Uvinul® 3008, 0,3% Irganox® 1010, 0,2 Irgafos® 168,
0,03% nanopartikuläres LaB6, 0,5% Magnesiumoxid, 97,47% Lupolen® 1840 D.
Beispiel 6
Zusammensetzung der Folie:
1 ,0% Uvinul® 5050H, 0,5% Uvinul® 3008, 0,3% Irganox® 1010, 0,2 Irgafos® 168,
0,03% nanopartikuläres LaB6, 0,1 % K 1010 (Ni-Titanat), 97,87% Lupolen® 1840 D.