Axialturbomaschine mit geringen Spaltverlusten
Die Erfindung betrifft eine Axialturbomaschine, die geringe Spaltverluste hat.
Eine Axialturbomaschine weist ein Gehäuse und einen Rotor auf, der von dem Gehäuse umgeben ist. Der Rotor weist eine Nabenkontur auf, die zusammen mit der Innenkontur des Gehäuses einen Strömungskanal durch die Axialturbomaschine bildet. Der Rotor weist eine Mehrzahl von Rotorstufen auf, die jeweils von einem Laufschaufelgitter gebildet sind. Die Laufschaufelgitter weisen eine Mehrzahl von Laufschaufeln auf, die jeweils mit ihrem einen Ende nabenseitig an dem Rotor befestigt sind und mit ihrem anderen Ende radial nach
außen zeigen. An diesem anderen Ende der Laufschaufel ist eine Schaufelspitze ausgebildet, die der Innenseite des Gehäuses zugewandt und unmittelbar benachbart angeordnet ist. Der Abstand zwischen jeder Schaufelspitze und der Innenseite des Gehäuses ist als ein Radialspalt ausgebildet, der derart dimensioniert ist, dass einerseits die Schaufelspitzen beim Betrieb der Axialturbomaschine an das Gehäuse nicht anstreifen und andererseits die beim Betrieb der Axialturbomaschine sich einstellende Leckageströmung durch den Radialspalt möglichst gering ist. Damit die Axialturbomaschine einen hohen Wirkungsgrad hat, ist es wünschenswert, dass die Leckageströmung durch den Radialspalt möglichst gering ist.
Ist die Axialturbomaschine in einem Flugtriebwerk eingebaut, ist das Gehäuse filigran konstruiert, um ein möglichst geringes Gewicht zu haben. Dagegen ist der Rotor massiv konstruiert, um den Druck- und Temperaturbeanspruchungen beim Betrieb der Axialturbomaschine standhalten zu können. Die Laufschaufeln sind im Vergleich zu dem Rotor weniger massiv ausgeführt und sind an den Rotor montiert.
Beim Betrieb der Axialturbomaschine stehen die Innenseite des Gehäuses und die Laufschaufeln mit heißem Gas in Kontakt, wobei das Gehäuse an seiner Innenseite einen großflächigen Kontakt mit dem heißen Gas hat. Dadurch, dass das Gehäuse filigraner als der Rotor ausgebildet ist, erwärmt sich der Rotor langsamer als das Gehäuse. Dies hat zur Folge, dass zum An- und Abfahren der Axialturbomaschine der Rotor und das Gehäuse unterschiedliche Wärmeausdehnungsgeschwϊndigkeiten haben, so dass sich beim An- und Abfahren der Axialturbomaschine die Höhe des Radialspalts, der zwischen den Schaufelspitzen der Laufschaufeln und der Innenseite des Gehäuses ausgebildet ist, ändert. Dabei stellt sich beim Anfahren der Radialspalt als groß und beim Abfahren als klein ein. Damit beim Abfahren die Schaufelspitzen der Laufschaufeln nicht an das Gehäuse anstreifen und beschädigt werden, ist der Radialspalt mit einer derart dimensionierten Minimalhöhe versehen, dass beim
Abfahren der Axialturbomaschine die Schaufelspitzen das Gehäuse so gut wie nie berühren. Dies hat zur Folge, dass an den Schaufelspitzen ein entsprechend dimensionierter Radialspalt vorgehalten ist. Andererseits soll insbesondere beim Anfahren der Axialturbomaschine der Radialspalt nur so groß ausgebildet sein, dass eine Reduktion der Leistungsdichte und des Wirkungsgrads der Axialturbomaschine hervorgerufen durch die Leckageströmung sich in hinnehmbaren Grenzen hält.
Moderne Laufschaufeln haben eine sehr hohe aerodynamische Effizienz, die durch eine hohe Druckbelastung der Laufschaufeln erreicht ist. Hervorgerufen durch diese hohe Druckbelastung ist die Leckageströmung durch den Radialspalt besonders stark ausgebildet, so dass durch die Leckageströmung der Gesamtwirkungsgrad der Laufschaufel stark beeinträchtigt ist. Insbesondere bei Laufschaufeln mit kleiner Bauhöhe und großen Radialspalten wird etwa 50% des Gesamtverlusts der Laufschaufeln durch die Leckageströmung verursacht. Eine Reduktion der Leckageströmung bewirkt eine Verbesserung des Gesamtwirkungsgrads der Laufschaufel.
Herkömmlich ist bekannt, die Leckageströmung beispielsweise durch eine "active-clearance-controP'-Einrichtung zu verringern. Bei der "active-clearance- control"-Einrichtung wird das Gehäuse beim Anfahren gekühlt und beim Abfahren erwärmt, so dass die Wärmeausdehnungsgeschwindigkeit des Gehäuses an die der Laufschaufeln angeglichen ist. Ferner ist eine besondere Formgebung der Schaufelspitzen bekannt, wie beispielsweise aus der US 4,738,586 das Ausbilden einer klingenförmigen Schaufelspitze, zur Reduktion der Leckageströmung.
Eine weitere sich in Richtung der Spannweite der Laufschaufel konturierte Schaufelspitze ist aus der EP 675 290 A2 bekannt. Die Schaufelspitze und die gegenüberliegende Kanalwand sind zueinander korrespondierend konturiert, wobei die Kanalwand eine umlaufende Vertiefung und die Schaufelspitze eine zur Vertiefung passende radiale Spitzenverlängerung aufweisen. Durch diese
Maßnahme kann eine schnelle Reduzierung der Gasgeschwindigkeit im Bereich der Vertiefung erreicht werden, wodurch die Stärke von Schockwellen geschwächt wird.
Eine weitere Schaufelspitzenkonturierung und Kanalwandkonturierung geht aus der FR 996967 hervor.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Axialturbomaschine zu schaffen, die einen hohen aerodynamischen Wirkungsgrad hat. Weitere Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung einer Laufschaufel dazu.
Die erfindungsgemäße Axialturbomaschine weist ein Laufschaufelgitter gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1 auf.
Die Profilierung der Laufschaufel der erfindungsgemäßen Axialturbomaschine kann herkömmlicher Art sein. Die Radialerhebungen der Laufschaufel verlaufen parallel zu der Radialvertiefung der Ringrauminnenseite in Hauptdurchströmungsrichtung der Axialturbomaschine, so dass der Radialspalt einen gleichmäßigen und mehrfach gewellten Verlauf hat. Die nach Art einer Doppelwelle ausgebildete Ringrauminnenseite und Schaufelblattspitze - und dementsprechend auch der Radialspalt - umfassen jeweils zumindest vier durch Wendepunkte abgegrenzte Krümmungsabschnitte, wobei die Krümmungen benachbarter Krümmungsabschnitte unterschiedliche Vorzeichen aufweisen. Dadurch wird die Leckageströmung, die sich im Betrieb der Axialturbomaschine durch den Radialspalt einstellt, wechselweise beschleunigt und verzögert. Durch die Beschleunigung und Verzögerung wird die Überströmgeschwindigkeit und die Richtung der Leckageströmung so verändert, dass ein Spaltwirbel, der beim Vermischen der Leckageströmung mit der Hauptströmung sich ausbildet, in der Entstehungsphase und im Wachstum gehindert ist. Dadurch wird vorteilhaft erreicht, dass die Strömung durch das Laufschaufelgitter homogen und
verlustarm ist, wodurch der Wirkungsgrad des Laufschaufelgitters und somit der Axialturbomaschine hoch ist.
Der in seinem Spaltmaß konstante Spalt hat entlang der Hauptströmungsrichtung einen gleichmäßigen, sich nicht abrupt ändernden Verlauf, so dass die Strömung im Bereich der Schaufelspitze verlustarm ist.
Hervorgerufen durch den verminderten Einfluss der Leckageströmung auf die Hauptströmung ist zusätzlich die Arbeitsumsetzung der Laufschaufel hoch und die Anströmung einer stromab der Laufschaufel liegenden Leitschaufel verbessert. Dadurch ist eine Fehlanströmung dieser Leitschaufel reduziert und/oder die Leitschaufel kann eine einfachere Form haben.
Vorteilhaft ist der Massenstrom der Leckageströmung und deren ungünstige Auswirkung auf den Gesamtwirkungsgrad des Laufschaufelgitters reduziert. Dadurch ergibt sich, ohne zusätzliche konstruktive Maßnahmen vorsehen zu müssen, eine verbesserte aerodynamische Güte des Laufschaufelgϊtters.
Dabei ist der Radialabstand der Radialvertiefung zu der Einhüllenden der Schaufelspitzen entlang der Hauptströmungsrichtung der Axialturbomaschine konstant.
Ferner ist es bevorzugt, dass der erste Krümmungsabschnitt in demjenigen Bereich der Ringrauminnenseite angesiedelt ist, welcher dem Bereich einer vorderen Hälfte der Profilsehne der Schaufelblattspitze von der Vorderkante aus gesehen gegenüberliegt. Außerdem ist es bevorzugt, dass das Maximum der ersten Radialvertiefung in demjenigen Bereich bzw. in demjenigen Punkt angesiedelt ist, welcher bei 10% bis 30%, bevorzugt bei 20%, der Profilsehne von der Vorderkante aus gesehen gegenüberliegt.
Somit ist vorteilhaft die Radialerhebung und die Radialvertiefung im Bereich der höchsten Druckbelastung der Schaufelspitze der herkömmlich profilierten Laufschaufel angesiedelt, so dass die Leckageströmung durch den Radialspalt reduziert ist.
Ferner ist es bevorzugt, dass die Krümmungsabschnitte derart geformt sind, dass in Hauptdurchströmungsrichtung der Axialturbomaschine der Verlauf des Radialspalts im Wesentlichen kantenfrei und stufenfrei verläuft. Dabei können auch mehr als vier Krümmungsabschnitte, sowohl in der Ringrauminnenseite als auch an der Schaufelblattspitze, vorgesehen sein, um die Leckageströmung über den Radialspalt zu vermindern.
Bevorzugt ist, dass vor dem ersten Krümmungsabschnitt, nach dem vierten Krümmungsabschnitt und/oder nach einem sich daran anschließenden Krümmungsabschnitt ein weiterer Abschnitt an der Ringrauminnenseite bzw. an der Schaufelblattspitze vorgesehen ist, dessen Verlauf in Hauptströmungsrichtung der Axialturbomaschine gerade ist.
Alternativ ist es bevorzugt, dass der weitere Abschnitt bzw. die weiteren Abschnitte in Hauptdurchströmungsrichtung der Axialturbomaschine konusförmig ist bzw. sind.
Dadurch ist ein sanfter Übergang von der Radialvertiefung bzw. den Radialerhebungen stromab zu der Hinterkante der Laufschaufel erreicht, so dass die Strömung im Bereich der Schaufelspitze verlustarm ist.
Es ist bevorzugt, dass in Hauptströmungsrichtung der Axialturbomaschine und von der Vorderkante aus gesehen der erste Wendepunkt bei 5% bis 15%, bevorzugt bei 10%, der Sehnenlänge der Schaufel und/oder der Grund der Radialvertiefung bei 15% bis 25%, bevorzugt bei 20%, der Sehnenlänge der Laufschaufel angesiedelt ist.
Prinzipiell sind die Kontur der Schaufelblattspitze und die der ihr gegenüberliegenden Ringrauminnenseite stets korrespondierend, so dass beide Konturen identisch zu beschreiben sind. Somit gelten die für eine Axialturbomaschine auftretenden Vorteile sinngemäß auch für eine Laufschaufel.
Bevorzugt ist die Axialturbomaschine ein Verdichter in einer stationären Gasturbine, in einem Flugtriebwerk, in einem Prozessverdichter, in einem Ventilator, in einem Gebläse, in einer Dampfdruckturbine, in einer hydraulischen Turbine und/oder einer Pumpe.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Axialverdichters anhand der beigefügten schematischen Zeichnungen erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Gehäusebereichs einer ersten
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Axialverdichters,
Fig. 2 eine perspektivische Ansicht einer Laufschaufelspitze der
Ausführungsform aus Fig. 1,
Fig. 3 eine Seitenansicht der ersten und einer zweiten Ausführungsform eines Gehäuses des erfindungsgemäßen Axialverdichters, und
Fig. 4 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Ringraumwandung mit entsprechend angepasster Kontur der Schaufelspitze.
Wie es aus Fig. 1 bis 3 ersichtlich ist, weist ein Axialverdichter 1 einen Rotor 2 auf, der ein Laufschaufelgitter aufweist, das von einer Mehrzahl von
Laufschaufeln 3 gebildet ist. In Figuren 1 und 3 gesehen wird der Axialverdichter
I von links nach rechts durchströmt.
Ferner weist der Axialverdichter 1 stromauf der Laufschaufel 3 einen ersten Stator 4 und stromab der Laufschaufel 3 einen zweiten Stator 5 auf. Der erste Stator 4 ist von einer Mehrzahl von ersten Leitschaufeln 6 und der zweite Stator 5 ist von einer Mehrzahl von zweiten Leitschaufeln 7 gebildet.
Die Laufschaufel 3 weist an ihrem stromauf gewandten Ende eine Vorderkante 8 und an ihrem stromab gewandten Ende eine Hinterkante 9 auf, wobei die eine Seite zwischen der Vorderkante 8 und der Hinterkante 9 die Druckseite 10 und die andere Seite zwischen der Vorderkante 8 und der Hinterkante 9 die Saugseϊte
II der Laufschaufel 3 ist. Von der Vorderkante 8 zur Hinterkante 9 erstreckt sich eine geradlinige Profilsehne mit einer normierten Sehnenlänge von 100%, wobei der Anfangspunkt gleich 0% der Sehnenlänge der Profilsehne an der Vorderkante angesiedelt ist und 100% der Sehnenlänge der Profilsehne an der Hinterkante.
Die Laufschaufel 3 ist radial außenseitig von einer Ringraumwandung 13 umgeben, wobei die Ringraumwandung 13 eine Ringrauminnenseite 14 aufweist, die der Laufschaufel 3 zugewandt ist. Die Laufschaufel 3 ist an ihrem radial innen liegenden Längsende befestigt und mit ihrem radial außen liegenden Längsende freistehend, wobei an dem freistehenden Ende eine Schaufelspitze 15 ausgebildet ist. Zwischen der Ringrauminnenseite 14 und der Schaufelspitze 15 ist ein Spalt 16 vorgesehen.
Die Schaufelspitze 15 ist an ihrer der Ringrauminnenseite 14 zugewandten Seite mit einer Radialerhebung 18 versehen, deren maximale Radialerstreckung bei 20% der Sehnenlänge der Profilsehne Schaufel 3 angesiedelt ist. Dem Verlauf der Schaufelspitze 15 folgend ist in einem Abschnitt der Ringrauminnenseite (14), welcher der Schaufelspitze 15 gegenüberliegt, in der Ringraumwandung 13 an der Ringrauminnenseite 14 eine Radialvertiefung 17 vorgesehen, die in Fig. 1
und 3 gesehen von links nach rechts parallel zu der Radialerhebung 18 verläuft. Die Radialvertiefung 17 weist einen Grund 12 auf, der radial außerhalb auf der Höhe der maximalen Radialerstreckung der Radialerhebung 18 angeordnet ist.
Die Radialvertiefung 17 ist in der Ringraumwandung 13 umlaufend ausgebildet. Dadurch kann, wenn der Rotor 2 um die Drehachse 28 sich dreht, jede Laufschaufel 3 mit ihrer Radialerhebung 18 in die Radialvertiefung 17 eingreifend rotieren.
In Hauptströmungsrichtung des Axialverdichters 1 gesehen ist die Radialvertiefung 17 und analog dazu die Radialerhebung 18 gemäß einer ersten Ausführungsform von vier Krümmungsabschnitten 19, 21, 23, 25 gebildet, wobei die Krümmungsabschnitte 19, 21, 23, 25 jeweils eine Krümmung haben, wobei das Vorzeichen der Krümmungen von Krümmungsabschnitt zu Krümmungsabschnitt wechselt. Die Krümmungsabschnitte 19, 21, 23, 25 sind hintereinander liegend angeordnet, wobei der erste Krümmungsabschnitt 19 von dem zweiten Krümmungsabschnitt 21 durch einen ersten Wendepunkt 20 abgegrenzt ist. Ferner ist der zweite Krümmungsabschnitt 22 von dem dritten Krümmungsabschnitt 23 durch einen zweiten Wendepunkt 22 abgetrennt. Der dritte Krümmungsabschnitt 23 ist von dem vierten Krümmungsabschnitt 25 durch einen dritten Wendepunkt 24 abgegrenzt. Durch die hintereinander liegende Anordnung der Krümmungsabschnitte 19, 21, 23, 25 und der dazwischen liegenden Wendepunkte 20, 22, 24 ist der Spalt 16 zwischen der Schaufelspitze 15 und der Ringrauminnenseite 14 wellenartig ausgebildet.
In Fig. 2 ist mit der Linie 27 die Radialabgrenzung einer herkömmlichen Schaufelspitze dargestellt, so dass der radiale Überstand hervorgerufen durch das Vorsehen der Radialerhebung 18 deutlich wird.
In Fig. 3 ist der Verlauf der Ringraumϊnnenseite 14 in Relation zu einer Drehachse 28 des Axialverdichters 1 gemäß der ersten Ausführungsform gezeigt.
Stromauf des ersten Krümmungsabschnitts 19 und/oder stromab des vierten Krümmungsabschnitts 25 ist der Verlauf der Ringrauminnenseite 14, zumindest in demjenigen Bereich, welcher der Schaufelblattspitze 15 gegenüberliegt, konusförmig und somit geradlinig, um eine Kanalkontraktion zu erhalten.
Selbstverständlich ist es möglich, dass der Verlauf der Ringrauminnenseite 14 und dementsprechend die Schaufelblattspitze 15 nicht nur vier Krümmungsabschnitte aufweist, sondern noch mehr Krümmungsabschnitte.
Figur 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Ringraumwandung 13 mit entsprechend angepasster Kontur der Schaufelspitze 15, bei welchem hinter einem stromauf angeordneten ersten Krümmungsabschnitt 19 zahlreiche weitere Krümmungsabschnitte 21,23,25,27,29,31,33,35 vorgesehen sind. Benachbarte Krümmungsabschnitte sind zueinander ϊnvers gekrümmt. Dies bedeutet, dass, wenn der eine Krümmungsabschnitt konkav gekrümmt ist, der nächstfolgende Krümmungsabschnitt konvex gekrümmt ist, und umgekehrt. Konkave und konvexe Krümmungsabschnitte wechseln einander ab. Zwischen ihnen befindet sich jeweils ein Wendepunkt W1,W2,W3,W4,W5,W6,W7,W8.
In Figur 4 ist die Profilsehne der Ringraumwandung 13 mit 40 bezeichnet. Die Profilsehne fällt vom Anström-Ende zum Abström-Ende des Strömungskanals ab. Die Mittelachse des von der Ringraumwandung 13 begrenzten Ringraums ist mit A bezeichnet. An dieser Achse A orientieren sich die Begriffe Maximum und Minimum. Das größte Maximum, welches als Hauptmaximum bezeichnet wird, befindet sich in dem Krümmungsabschnitt 21. Es ist das erste Maximum innerhalb der axialen Länge der Schaufel. Danach folgen kleinere Maxima in den Krümmungsabschnitten 25, 29 und 33.
Der zweite Krümmungsabschnitt 21 bildet also, bezogen auf die Achse A der Ringraumwandung 13 und der Laufschaufel, das Hauptmaximum. Jeder zweite der nachfolgenden Krümmungsabschnitte, nämlich die Krümmungsabschnitte 25,
29 und 33, bildet ein weiteres Maximum von kleinerer Amplitude als das Hauptmaximum.
Die Amplituden aller Maxima fallen, beginnend mit dem Hauptmaximum, monoton ab.
Die Amplituden der Maxima fallen vorzugsweise nach einer Funktion zweiter Ordnung ab, entsprechend der Formel
Y = cX2 + bX + C.
Hierbei bildet Y die Amplitude (senkrecht zur Achse A), X die Position längs der Achse A. c und b sind konstante Koeffizienten und C ist eine Konstante. Die Koeffizienten c und b sind ungleich Null.
Zwischen zwei benachbarten Maxima liegen genau zwei Wendepunkte.
In dem ersten Krümmungsabschnitt 19 befindet sich noch nicht die Laufschaufel 3. Diese beginnt erst an dem ersten Wendepunkt Wl. Folglich bezieht sich der erste Krümmungsabschnitt 19 ausschließlich auf die Ringraumwandung 13, die in diesem Krümmungsabschnitt konvex gekrümmt ist. Im Bereich des ersten Wendepunktes Wl erfolgt ein Anstieg und dann folgt das Hauptmaximum mit einem anschließenden Absinken zum Wendepunkt W2 hin.
Das Ausführungsbeispiel von Figur 4 eignet sich insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, für die im transsonischen Bereich arbeitende Frontstufe einer mehrstufigen Gasturbine. Durch Störung der beim Überströmen der Schaufelspitze entstehenden Wirbel wird der Wirkungsgrad der Axialturbomaschine erhöht.