EP2291117A1 - Messvorrichtung und verfahren zur bestimmung von bewegung in einem gewebe - Google Patents

Messvorrichtung und verfahren zur bestimmung von bewegung in einem gewebe

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EP2291117A1
EP2291117A1 EP09757266A EP09757266A EP2291117A1 EP 2291117 A1 EP2291117 A1 EP 2291117A1 EP 09757266 A EP09757266 A EP 09757266A EP 09757266 A EP09757266 A EP 09757266A EP 2291117 A1 EP2291117 A1 EP 2291117A1
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EP
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microwave
tissue
control device
microwave signal
frequency
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Withdrawn
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EP09757266A
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Inventor
Martin Leibfritz
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Rohde and Schwarz GmbH and Co KG
Original Assignee
Rohde and Schwarz GmbH and Co KG
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Publication date
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61BDIAGNOSIS; SURGERY; IDENTIFICATION
    • A61B5/00Measuring for diagnostic purposes; Identification of persons
    • A61B5/05Detecting, measuring or recording for diagnosis by means of electric currents or magnetic fields; Measuring using microwaves or radio waves
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61BDIAGNOSIS; SURGERY; IDENTIFICATION
    • A61B5/00Measuring for diagnostic purposes; Identification of persons
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    • A61B5/0507Detecting, measuring or recording for diagnosis by means of electric currents or magnetic fields; Measuring using microwaves or radio waves using microwaves or terahertz waves

Definitions

  • a measuring device includes a microwave transmitter, a microwave receiver and a control device.
  • the controller controls the microwave transmitter to transmit a microwave signal to a tissue.
  • the tissue contains moving components.
  • the tissue scatters the microwave signal.
  • the moving components of the tissue change the frequency of the microwave signal.
  • the control device controls the microwave receiver such that it receives the scattered and / or changed in its frequency microwave signal.
  • the control device determines from the received microwave signal a movement of the moving components of the tissue. So movements within the tissue are detected.
  • the examination results are independent of the qualification of the operating personnel.
  • Microwave tomography and the movements within the tissue are easily compared.
  • FIG. 4 shows a microwave signal transmitted by a third embodiment of the device according to the invention in a frequency diagram
  • FIG. 1 shows a sectional view of an exemplary tumorous tissue.
  • a tissue 15 is bounded by a tissue surface 14.
  • the tissue 15 includes an artery 12, a vein 13, a tumor 10, and a plurality of capillaries 11.
  • the tumor 10 is connected to both the artery 12 and the vein 13 by a plurality of capillaries 11.

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Abstract

Eine Messvorrichtung beinhaltet einen Mikrowellensender (21), einen Mikrowellenempfänger (22) und eine Steuerungseinrichtung (23). Die Steuerungseinrichtung (23) steuert den Mikrowellensender (21) derart, dass dieser ein Mikrowellensignal in ein Gewebe sendet. Das Gewebe beinhaltet bewegte Bestandteile. Das Gewebe streut das Mikrowellensignal. Die bewegten Bestandteile des Gewebes verändern die Frequenz des Mikrowellensignals. Die Steuerungseinrichtung (23) steuert den Mikrowellenempfänger (22) derart, dass dieser das gestreute und/oder in seiner Frequenz veränderte Mikrowellensignal empfängt. Die Steuerungseinrichtung (23) bestimmt aus dem empfangenen Mikrowellensignal eine Bewegung der bewegten Bestandteile des Gewebes.

Description

Messvorrichtung und Verfahren zur Bestimmung von Bewegung in einem Gewebe
Die Erfindung betrifft eine Messvorrichtung und ein Messverfahren zur Bestimmung von Bewegung in einem Gewebe, insbesondere ein Mikrowellentomographiegerät und ein Verfahren zur Mikrowellentomographie mit Doppleranalyse.
Herkömmlich werden zur Detektion von Bewegungen in Gewebe Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. So zeigt die DE 196 19 808 Al ein Ultraschall-Diagnosesystem, welches Bewegungen registriert und darstellt. Diese ermöglichen jedoch lediglich eine geringe Bildqualität. Weiterhin erfordern sie ein hohes Maß an Erfahrung des Bedienpersonals. Darüber hinaus können auf Grund der geringen Bildqualität kleine Blutgefäße nicht zuverlässig erkannt werden. Zur Diagnose von tumorösen Erkrankungen sind solche Kapillaren jedoch essentiell, da viele Tumoren von solchen Kapillaren umgeben sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren und eine Messvorrichtung zu schaffen, welche Bewegungen innerhalb von Gewebe mit einer hohen Bildqualität ermitteln und geringe Anforderungen an das Bedienpersonal stellen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß für die Messvorrichtung durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1 und für das Verfahren durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 9 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der hierauf rückbezogenen Unteransprüche. Eine erfindungsgemäße Messvorrichtung beinhaltet einen Mikrowellensender, einen Mikrowellenempfänger und eine Steuerungseinrichtung. Die Steuerungseinrichtung steuert den Mikrowellensender derart, dass dieser ein Mikrowellensignal in ein Gewebe sendet. Das Gewebe beinhaltet bewegte Bestandteile. Das Gewebe streut das Mikrowellensignal. Die bewegten Bestandteile des Gewebes verändern die Frequenz des Mikrowellensignals. Die Steuerungseinrichtung steuert den Mikrowellenempfänger derart, dass dieser das gestreute und/oder in seiner Frequenz veränderte Mikrowellensignal empfängt. Die Steuerungseinrichtung bestimmt aus dem empfangenen Mikrowellensignal eine Bewegung der bewegten Bestandteile des Gewebes. So werden Bewegungen innerhalb des Gewebes detektiert. Die Untersuchungsergebnisse sind unabhängig von der Qualifikation des Bedienpersonals.
Die Messvorrichtung beinhaltet bevorzugt zumindest eine Antenne. Mittels der zumindest einen Antenne wird das von dem Mikrowellensender gesendete Mikrowellensignal bevorzugt nacheinander auf bestimmte Orte innerhalb des Gewebes gerichtet und/oder das von dem Mikrowellenempfänger empfangene Mikrowellensignal bevorzugt auf bestimmte Orte innerhalb des Gewebes gerichtet. Die Steuerungseinrichtung bestimmt bevorzugt aus den empfangenen Mikrowellensignalen der bestimmten Orte eine Mikrowellentomographie des Gewebes. So kann eine hohe Ortsauflösung erreicht werden.
Vorteilhafterweise beinhaltet die Messvorrichtung eine Anzeigeeinrichtung. Vorteilhafterweise steuert die Steuerungseinrichtung die Anzeigeeinrichtung. Bevorzugt stellt die Steuerungseinrichtung eine Richtung und Stärke der Bewegung auf der Anzeigeeinrichtung dar. So können die Ergebnisse einfach weiterverarbeitet werden. Insbesondere eine Bestimmung von Tumoren im Gewebe wird so erleichtert.
Die Steuerungseinrichtung stellt bevorzugt die Mikrowellentomographie auf der Anzeigeeinrichtung dar. So können einfach zusätzliche Informationen über das Gewebe genutzt werden.
Vorteilhafterweise stellt die Steuerungseinrichtung die Mikrowellentomographie und die Bewegung überlagert auf der
Anzeigeeinrichtung dar. Bevorzugt stellt die
Steuerungseinrichtung die Bewegung farbcodiert auf der
Anzeigeeinrichtung dar. So können die
Mikrowellentomographie und die Bewegungen innerhalb des Gewebes einfach verglichen werden. Insbesondere eine
Referenz des genauen Ortes der Bewegungen ist so möglich.
Die bewegten Bestandteile des Gewebes sind bevorzugt Blut. Die Steuerungseinrichtung detektiert bevorzugt Blutgefäße und/oder Tumoren. So kann eine Bestimmung von
Gewebeveränderungen auch durch gering qualifiziertes Personal durchgeführt werden.
Vorteilhafterweise ist das gesendete Mikrowellensignal ein Frequenzdurchlauf. Der Mikrowellenempfänger empfängt vorteilhafterweise auf einer festen Frequenz. So kann ein sehr einfacher Empfänger eingesetzt werden.
Alternativ ist das gesendete Mikrowellensignal weitgehend monofrequent . Der Mikrowellenempfänger empfängt bevorzugt mittels eines Frequenzdurchlaufs. So kann ein genaues Ergebnis erzielt werden. Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Zeichnung, in der ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt ist, exemplarisch beschrieben. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Schnittdarstellung eines beispielhaften tumorösen Gewebes;
Fig. 2 ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Messvorrichtung;
Fig. 3 ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen MessVorrichtung;
Fig. 4 ein von einem dritten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung gesendetes Mikrowellensignal in einem Frequenzdiagramm;
Fig. 5 beispielhafte Dopplerverschiebungen in einem Frequenzdiagramm, und
Fig. 6 ein Flussdiagramm eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Zunächst wird anhand der Fig. 1 die generelle Problematik und die grundlegende Funktionsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung und des erfindungsgemäßen Verfahrens erläutert. Mittels der Fig. 2 - 5 wird anschließend der Aufbau und die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung anhand von verschiedenen Ausführungen beschrieben. Abschließend wird anhand der Fig. 6 die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Verfahrens gezeigt. Identische Elemente wurden in ähnlichen Abbildungen zum Teil nicht wiederholt dargestellt und beschrieben. Fig. 1 zeigt eine Schnittdarstellung eines exemplarischen tumorösen Gewebes. Ein Gewebe 15 wird durch eine Gewebeoberfläche 14 begrenzt. Das Gewebe 15 beinhaltet eine Arterie 12, eine Vene 13, einen Tumor 10 und eine Vielzahl an Kapillaren 11. Der Tumor 10 ist mittels einer Vielzahl an Kapillaren 11 sowohl mit der Arterie 12 als auch mit der Vene 13 verbunden.
Blut fließt dabei von der Arterie 12 durch die Kapillaren 11 zum Tumor 10, und von dort durch weitere Kapillaren 11 zu der Vene 13. An jedem Ort innerhalb einer Kapillare 11, der Arterie 12 oder der Vene 13 weist das Blut dabei eine Flussrichtung auf. Das übrige Gewebe befindet sich weitgehend in Ruhe.
Tumoren senden in Botenstoffe aus, welche eine Gefäßsprossung auslösen. Dies führt zu einem vermehrten Wachstum von Kapillaren in deren Nähe. Anhand dieses verstärkten Vorhandenseins von durchbluteten Kapillaren in der Nähe der Tumoren können diese detektiert werden, indem Bereiche konzentrierter Bewegung von Blut ermittelt werden.
In Fig. 2 wird ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Messvorrichtung dargestellt. In einem Gehäuse 26 sind ein Mikrowellensender 21, ein Mikrowellenempfänger 22, eine Steuerungseinrichtung 23 und ein Antennenarray 24 angeordnet. Die Steuerungseinrichtung 23 ist dabei mit einer außerhalb des Gehäuses 26 angeordneten Anzeigeeinrichtung 25 verbunden. Eine Anordnung der Anzeigeeinrichtung 25 innerhalb des Gehäuses 26 ist ebenso möglich. Weiterhin ist die Steuerungseinrichtung 23 mit dem Mikrowellensender 21 und dem Mikrowellenempfänger 22 verbunden. Der Mikrowellensender 21 und der Mikrowellenempfänger 22 sind jeweils mit dem Antennenarray 24 verbunden. Anstatt eines Antennenarrays 24 können auch mehrere Einzelantennen oder auch nur eine einzige Antenne eingesetzt werden. Um bei nur einer einzelnen Antenne eine Ortsauflösung zu erreichen sind mehrere Antennenstandorte gegenüber dem Gewebe notwendig. Dies wird durch eine Bewegung der Antenne gegenüber dem Gewebe erreicht.
Zur Durchführung einer Messung steuert die Steuerungseinrichtung 23 den Mikrowellensender 21 derart an, dass dieser ein Mikrowellensignal mittels des Antennenarrays 24 in ein Gewebe, hier eines Patienten 20, sendet. Das Mikrowellensignal ist dabei ein
Frequenzdurchlauf. D.h. über einen definierten Zeitraum werden eine Vielzahl unterschiedlicher weitgehend monofrequenter Mikrowellensignale gesendet. Die Vielzahl monofrequenter Mikrowellensignale deckt dabei einen bestimmten Frequenzbereich ab. Die Mikrowellensignale dringen in das Gewebe ein und werden von diesem gestreut. Bewegte Elemente innerhalb des Gewebes, z.B. fließendes Blut, verursachen aufgrund des Doppler-Effekts eine Frequenzänderung der Mikrowellensignale.
Der Mikrowellenempfänger 22 empfängt mittels des Antennenarrays 24 die von dem Gewebe gestreuten und frequenzveränderten Mikrowellensignale. Dabei empfängt der Mikrowellenempfänger 22 lediglich bei einer einzelnen Frequenz. Alternativ zu dem Senden eines
Frequenzdurchlaufs und dem Empfangen auf einer festen Frequenz ist ebenso das Senden auf einer festen Frequenz und Empfangen eines Frequenzdurchlaufs möglich. Eine besonders hohe Genauigkeit kann erreicht werden, wenn ein Frequenzdurchlauf gesendet wird und für jede einzige Frequenz des gesendeten Frequenzdurchlaufs ein Frequenzdurchlauf empfangen wird.
Die Steuerungseinrichtung 23 ermittelt jeweils aus den zu einem bestimmten Zeitpunkt gesendeten und empfangenen Mikrowellensignalen Bewegungen innerhalb des Gewebes. Weiterhin bestimmt die Steuerungseinrichtung 23 eine Mikrowellentomographie des Gewebes. Einer Ortsauflösung der Bewegungen innerhalb des Gewebes und der
Mikrowellentomographie wird durch sequenzielle Nutzung des Antennenarrays 24 erreicht. D.h. mittels einer Vielzahl von Sendepositionen und Empfangspositionen wird eine Vielzahl von Ortspunkten im Gewebe erfasst.
Um eine weitere Erhöhung der Genauigkeit zu erreichen, kann ein zweistufiges Messverfahren eingesetzt werden. So wird zunächst für das gesamte Gewebe festgestellt, in welchen Bereichen Bewegungen auftreten und wie groß die Bewegungen in etwa sind. In einem zweiten Schritt werden diese Bereiche gezielt auf Bewegungen in dem bestimmten Geschwindigkeitsbereich untersucht. Eine sehr hohe Geschwindigkeitsauflösung wird so erreicht.
Die Mikrowellentomographie und die Bewegungen innerhalb des Gewebes werden auf der Anzeigeeinrichtung 25 überlagert dargestellt.
Zusätzlich kann eine Detektion von Gewebeveränderungen durchgeführt werden. So können z.B. Tumoren anhand der sie umgebenden zahlreichen Blutgefäße automatisiert erkannt werden. Fig. 3 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Messvorrichtung. Dargestellt ist hier lediglich eine einzelne Antenne 27, die Gewebeoberfläche 14 und eine einzelne Kapillaren lla. Die Antenne 27 sendet dabei ein Mikrowellensignal in Richtung des Gewebes. Die Flussrichtung des Blutes innerhalb der Kapillare lla bildet dabei einen Winkel Φ zu dem Poynting-Vektor der einfallenden Welle. Aus der Flussgeschwindigkeit v des Blutes und dem Winkel Φ ergibt sich die Frequenzänderung aufgrund des Doppler-Effekts zu
Δf = 2 * f * v / c0 * cos Φ
Die Frequenzänderung ist somit umso größer, je höher die Flussgeschwindigkeit des Blutes ist, und je paralleler die Flussrichtung des Blutes gegenüber der einfallenden Welle ist. Bewegungen innerhalb des Gewebes, welche exakt senkrecht zu der einfallenden Welle verlaufen, verursachen keine Frequenzänderung und können somit nicht detektiert werden. Aufgrund unterschiedlicher Antennenpositionen ist dieser Fall für die Praxis jedoch nicht relevant.
In Fig. 4 wird ein von einem dritten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung gesendetes Mikrowellensignal 30 dargestellt. Über der Frequenz aufgetragen ist ein Ausschnitt aus einem von dem Mikrowellensender gesendeten Mikrowellensignal dargestellt. Es weist im Wesentlichen lediglich eine einzelne Frequenzkomponente auf.
Bei Anregung eines bestimmten Ortes innerhalb des Gewebes mit dieser einzelnen Frequenzkomponente wird das Signal durch das Gewebe gestreut und bei einer Bewegung des Ortes innerhalb des Gewebes gegenüber der Antenne in seiner Frequenz verändert.
Fig. 5 zeigt exemplarische Dopplerverschiebungen in einem Frequenzdiagramm. Wird ein in Ruhe befindlicher Ort innerhalb des Gewebes mit dem Mikrowellensignal 30 aus Fig. 4 bestrahlt, so wird ein abgeschwächtes Signal 31 empfangen. Da sich der Ort innerhalb des Gewebes in Ruhe befindet, erfolgt keine Veränderung der Frequenz des Mikrowellensignals 30. Befindet sich der Ort innerhalb des Gewebes jedoch nicht in Ruhe, so tritt eine Frequenzänderung auf. Handelt es sich bei dem Ort innerhalb des Gewebes z.B. um einen Abschnitt einer blutdurchflossenen Kapillare, deren Flussrichtung entgegen der Richtung der Antenne ausgerichtet ist, so wird ein Mikrowellensignal 33 mit reduzierter Frequenz empfangen. Ist die Flussrichtung hingegen auf die Antenne gerichtet, so wird ein Mikrowellensignal 32 erhöhter Frequenz empfangen. Aus der Frequenzänderung Δf kann auf den Winkel Φ bzw. auf die Flussgeschwindigkeit v geschlossen werden.
Fig. 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens. In einem ersten Schritt 40 wird eine Fokussierung auf einen bestimmten Ort innerhalb des Gewebes durchgeführt. Dies kann durch Bewegung einer einzelnen Sendeantenne geschehen. Auch eine Fokussierung mittels eines Antennenarrays ist möglich. Neben einer solchen senderseitigen Fokussierung ist auch eine empfangsseitige Fokussierung bei homogener Anregung möglich. Dabei kann sowohl eine einzelne bewegte
Empfangsantenne als auch ein Antennenarray eingesetzt werden. In einem zweiten Schritt 41 wird ein Mikrowellensignal in den bestimmten Ort des Gewebes gesendet. In einem dritten Schritt 42 erfährt das Mikrowellensignal durch das Gewebe eine Streuung. Beschreibt der Ort innerhalb des Gewebes eine Bewegung gegenüber der Antenneposition, so erfährt das Mikrowellensignal zusätzlich eine Frequenzänderung. In einem vierten Schritt 43 wird das gestreute und/oder frequenzveränderte Mikrowellensignal empfangen.
Die Schritte 40 - 43 werden für eine Vielzahl von Orten innerhalb des Gewebes in schneller Folge wiederholt. Wurden sämtliche zu untersuchenden Orte innerhalb des Gewebes abgearbeitet, wird in einem fünften Schritt 44 aus den Streuungen der Mikrowellensignale eine Mikrowellentomographie des Gewebes bestimmt. In einem sechsten Schritt 45 werden aus den Frequenzänderungen der Mikrowellensignale Bewegungen innerhalb des Gewebes bestimmt.
Abschließend werden in einem siebten Schritt 46 sowohl die Mikrowellentomographie als auch die Bewegungen innerhalb des Gewebes überlagert dargestellt. Eine Darstellung der Mikrowellentomographie in Graustufen bei Darstellung der Bewegungen innerhalb des Gewebes in Farbe bietet sich hierbei an. Unterschiedliche Farbabstufungen kodieren dabei die Bewegungs-Geschwindigkeit oder die Richtung der Bewegung.
Optional kann zusätzlich eine automatische Detektion von Gewebeveränderungen durchgeführt werden. So kann aus hohen Bewegungskonzentrationen auf besonders stark durchblutetes Gewebe geschlossen werden, welche häufig in der Umgebung von Tumoren auftritt. Insbesondere hohe Bewegungskonzentrationen unterschiedlicher Richtungen weisen auf ein feines Geflecht von Kapillaren hin. Solche festgestellten Gewebeveränderungen werden zusätzlich zu der Mikrowellentomographie und den Bewegungen innerhalb des Gewebes dargestellt.
Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. Wie bereits erwähnt, können unterschiedliche Gewebeveränderungen detektiert werden. Auch Bewegungen unterschiedlicher Gewebsbestandteile können ermittelt werden. Neben der Bewegung von Blut ist auch die Bewegung von anderen Körperflüssigkeiten aber auch die Bewegung von festen Gewebebestandteilen, z.B. des Herzmuskels ermittelbar. Alle vorstehend beschriebenen Merkmale oder in den Figuren gezeigten Merkmale sind im Rahmen der Erfindung beliebig vorteilhaft miteinander kombinierbar.

Claims

Ansprüche
1. Messvorrichtung mit einem Mikrowellensender (21), einem Mikrowellenempfänger (22) und einer Steuerungseinrichtung (23), wobei die Steuerungseinrichtung (23) den Mikrowellensender (21) derart steuert, dass dieser ein Mikrowellensignal (30) in ein Gewebe (15) sendet, wobei das Gewebe (15) bewegte Bestandteile beinhaltet, wobei das Gewebe (15) das Mikrowellensignal (30) streut, wobei die bewegten Bestandteile des Gewebes (15) die Frequenz des Mikrowellensignals (30) verändern, wobei die Steuerungseinrichtung (23) den Mikrowellenempfänger (22) derart steuert, dass dieser das gestreute und/oder in seiner Frequenz veränderte Mikrowellensignal (31, 32, 33) empfängt, wobei die Steuerungseinrichtung (23) derart ausgebildet ist, dass sie aus dem empfangenen Mikrowellensignal (31, 32, 33) eine Bewegung der bewegten Bestandteile des Gewebes (15) bestimmt.
2. Messvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Messvorrichtung zumindest eine Antenne (27) beinhaltet, dass mittels der zumindest einen Antenne (27) das von dem Mikrowellensender (21) gesendete Mikrowellensignal (30) nacheinander auf bestimmte Orte innerhalb des Gewebes (15) gerichtet ist und/oder das von dem Mikrowellenempfänger (22) empfangene Mikrowellensignal (31, 32, 33) auf bestimmte Orte innerhalb des Gewebes (15) gerichtet ist, und dass die Steuerungseinrichtung (23) aus den empfangenen Mikrowellensignalen (31, 32, 33) der bestimmten Orte eine Mikrowellentomographie des Gewebes (15) bestimmt.
3. Messvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Messvorrichtung eine Anzeigeeinrichtung (25) beinhaltet, dass die Steuerungseinrichtung (23) die Anzeigeeinrichtung (25) steuert, und dass die Steuerungseinrichtung (23) eine Richtung und Stärke der Bewegung auf der Anzeigeeinrichtung (25) darstellt.
4. Messvorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (23) die Mikrowellentomographie auf der Anzeigeeinrichtung (25) darstellt.
5. Messvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (23) die
Mikrowellentomographie und die Bewegung überlagert auf der Anzeigeeinrichtung (25) darstellt, und dass die Steuerungseinrichtung (23) die Bewegung farbcodiert auf der Anzeigeeinrichtung (25) darstellt.
6. Messvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die bewegten Bestandteile des Gewebes (15) Blut sind, dass die Steuerungseinrichtung (23) Blutgefäße (11, 12, 13) und/oder Tumore (10) detektiert.
7. Messvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das gesendete Mikrowellensignal ein Frequenzdurchlauf über verschiedene Frequenzen ist, und dass der Mikrowellenempfänger (22) auf einer festen Frequenz empfängt.
8. Messvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das gesendete Mikrowellensignal (30) weitgehend monofrequent ist, und dass der Mikrowellenempfänger (22) mittels eines Frequenzdurchlaufs auf verschiedenen Frequenzen empfängt.
9. Verfahren zur Bestimmung von Bewegung in einem Gewebe (15) mit einem Mikrowellensender (21), einem
Mikrowellenempfänger (22) und einer Steuerungseinrichtung
(23), wobei die Steuerungseinrichtung (23) den Mikrowellensender
(21) und den Mikrowellenempfänger (22) steuert, wobei das Gewebe (15) bewegte Bestandteile beinhaltet, wobei die folgenden Schritte durchgeführt werden:
- Senden eines Mikrowellensignals (30) in das Gewebe (15) durch den Mikrowellensender (21) ;
- Streuen des Mikrowellensignals (30) durch das Gewebe (15);
- Veränderung der Frequenz des Mikrowellensignals (30) durch die bewegten Bestandteile des Gewebes (15);
- Empfangen des gestreuten und/oder in seiner Frequenz veränderten Mikrowellensignals (31, 32, 33) durch den Mikrowellenempfänger (22) ;
- Bestimmen einer Bewegung der bewegten Bestandteile des Gewebes (15) aus dem empfangenen Mikrowellensignal (31, 32, 33) durch die Steuerungseinrichtung (23) .
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet , dass mittels zumindest einer Antenne (27) das von dem Mikrowellensender (21) gesendete Mikrowellensignal (30) nacheinander auf bestimmte Orte innerhalb des Gewebes (15) gerichtet wird und/oder das von dem Mikrowellenempfänger (22) empfangene Mikrowellensignal (31, 32, 33) auf bestimmte Orte innerhalb des Gewebes (15) gerichtet wird, und dass eine Mikrowellentomographie von der Steuerungseinrichtung (23) aus den empfangenen
Mikrowellensignalen (31, 32, 33) der bestimmten Orte des Gewebes (15) bestimmt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anzeigeeinrichtung (25) von der Steuerungseinrichtung (23) gesteuert wird, und dass eine Richtung und Stärke der Bewegung von der Steuereinrichtung auf der Anzeigeeinrichtung (25) darstellt werden.
12. Verfahren nach Anspruch 10 und 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikrowellentomographie auf der Anzeigeeinrichtung (25) dargestellt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikrowellentomographie und die Bewegung überlagert auf der Anzeigeeinrichtung (25) dargestellt werden, und dass die Bewegung farbcodiert auf der Anzeigeeinrichtung (25) dargestellt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die bewegten Bestandteile des Gewebes (15) Blut sind, dass von der Steuerungseinrichtung (23) Blutgefäße (11, 12, 13) und/oder Tumore (10) detektiert werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass von dem Mikrowellensender (21) ein Frequenzdurchlauf über verschiedene Frequenzen als Mikrowellensignal gesendet wird, und dass von dem Mikrowellenempfänger (22) Mikrowellensignale einer festen Frequenz empfangen werden.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass von dem Mikrowellensender (21) ein monofrequentes Mikrowellensignal (30) gesendet wird, und dass von dem Mikrowellenempfänger (22) mittels eines Frequenzdurchlaufs auf verschiedenen Frequenzen empfangen wird.
EP09757266A 2008-06-02 2009-06-02 Messvorrichtung und verfahren zur bestimmung von bewegung in einem gewebe Withdrawn EP2291117A1 (de)

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