Multiphasenpumpe
Die Erfindung betrifft eine Multiphasenpumpe gemäss Oberbegriff von Anspruch 1 zur Förderung von Gemischen, die mehrere Phasen enthalten.
Bei der Förderung von Gemischen, die mehrere Phasen enthalten, wie beispielsweise Rohöl, das neben Erdöl auch Erdgas und häufig auch Wasser und Feststoffanteile wie z.B. Sand enthält, stellt sich das Problem, das mit steigendem Gasanteil im Gemisch der Wirkungsgrad der Pumpvorrichtungen mit radialen Laufrädern abnimmt. Beispielsweise ist bei niedrigen Gasdichten der Einsatz von Pumpvorrichtungen mit radialen Laufrädern bereits ab einem volumetrischen Gas/Flüssigkeitsverhältnis von grösser als 0.04 bis 0.06 nicht mehr möglich oder wirtschaftlich. Für Gemische mit erhöhtem Gasanteil werden deshalb spezielle Multiphasenpumpen eingesetzt. Eine derartige Multiphasenpumpe ist beispielsweise in Dokument GB-A-1 561 454 beschrieben. Sie enthält ein helico-axiales Laufrad mit einer Nabe und mindestens einer an derselben befestigten Schaufel. Die Schaufel hat ein Profil, das durch den Schnitt derselben mit der Oberfläche eines zum Laufrad koaxialen Zylinders gebildet wird, wobei der Neigungswinkel des Profils zur axialen Richtung von der Eintrittskante der Schaufel bis zur Austrittskante kontinuierlich abnimmt. Das Profil weist in der unmittelbaren Umgebung der Eintrittskante im Wesentlichen keine Krümmung auf, wobei sich die Steilheit einer Kurve der Schaufelprofilkrümmung als Funktion des axialen Abstandes von der Eintrittskante mit zunehmendem Abstand von der Eintrittskante ständig vergrössert.
Die Laufräder von Multiphasenpumpen weisen typisch einen vergleichsweise grossen Innendurchmesser auf (siehe beispielsweise Figuren 2A und 2B von GB-A-1 561 454). Aus rotordynamischen Gründen sind deshalb meist Hohlwellen erforderlich, da die geringere Masse der Hohlwellen die Eigenfrequenz sowie die Grenze zur Instabilität erhöht. Wegen des grossen Innendurchmessers der Laufräder wird die Hohlwelle normalerweise mit Wellenansätzen versehen, die einen kleineren Durchmesser aufweisen, so dass die Lager und die Dichtungen, welche die Wellenansätze gegenüber dem Pumpengehäuse abdichten, kleiner ausgeführt werden können.
In der beschriebenen Ausführung müssen die Wellenansätze mit der
Hohlwelle verbunden werden. Hierzu wurden die Wellenansätze, die bisher als Wellenzapfen ausgeführt waren, in die Hohlwelle eingeschrumpft bei gleichzeitigem axialem Anschlag des Wellenzapfens in der Hohlwelle. Bei der Schrumpfverbindung kam es jedoch immer wieder zu Problemen mit der Stabilität der Verbindung. Diese sind zum einen im zu verwendenden Material für die Welle (austenitischer Stahl oder Duplexstahl) begründet, bei welchem unter der ständigen Belastung der Schrumpfverbindung ein Kriechen des Materials und damit eine Lockerung der Verbindung nicht auszuschliessen ist. Zum anderen werden die Probleme durch Schwierigkeiten bei der Fertigung verursacht. Toleranzen and eine ungleichmässige Abkühlung über den Umfang können zu einer ungleichförmigen Schrumpfverbindung mit verminderter Belastbarkeit führen. Ein weiterer Nachteil der Schrumpfverbindung ist die ungenügende Abdichtung der Hohlwelle gegenüber dem zu fördernden Gemisch. Durch das Eindringen von Flüssigkeit in die Hohlwelle kann der Vorteil der geringeren Masse mindestens teilweise zunichte gemacht werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Multiphasenpumpe mit einer Hohlwelle zur Verfügung zu stellen, die mit Wellenansätzen versehen ist, welche stabil mit der Hohlwelle verbunden sind, und welche einfach gegenüber der Hohlwelle abgedichtet werden können.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die in Anspruch 1 definierte Multiphasenpumpe gelöst.
Die erfindungsgemässe Multiphasenpumpe zur Förderung von Gemischen, die mehrere Phasen enthalten, umfasst mindestens ein Laufrad, eine Hohlwelle, auf der das Laufrad angeordnet ist und mindestens ein Wellenansatzstück, das jeweils einen Wellenansatz mit einem gegenüber der Hohlwelle kleineren Wellendurchmesser und einen Verbindungsteil umfasst, um das mindestens eine Wellenansatzstück mit der Hohlwelle zu verbinden. Zusätzlich ist am Verbindungsteil des Wellenansatzstücks ein Flansch ausgeformt, der mit einer Stirnseite und/oder -fläche der Hohlwelle verbunden ist. Der am Verbindungsteil ausgeformte Flansch kann beispielsweise mittels mehreren Schrauben und/oder Gewindebolzen mit einer der Stirnseiten und/oder -flächen der Hohlwelle verbunden sein.
In einer vorteilhaften Ausführungsvariante umfasst die Multiphasenpumpe auf einer Seite der Hohlwelle ein Wellenansatzstück mit einem Wellenansatz und einem Verbindungsteil, an welchem ein Flansch ausgeformt ist, der mit einer Stirnseite und/oder -fläche der Hohlwelle verbunden ist, und auf der andern Seite der Hohlwelle einen direkt an derselben ausgebildeten Wellenansatz mit einem gegenüber der Hohlwelle kleineren Wellendurchmesser.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante umfasst die Multiphasenpumpe zwei Wellenansatzstücke mit jeweils einem Verbindungsteil, an welchem ein Flansch ausgeformt ist, der mit jeweils einer Stirnseite und/oder -fläche der Hohlwelle verbunden ist.
In einer vorteilhaften Ausführungsform umfassen das oder die Wellenansatzstücke jeweils eines oder mehrere Zentrierelemente, um das oder die Wellenansatzstücke gegenüber der Hohlwelle zu zentrieren. Das oder die Zentrierelemente können zum Beispiel in die Hohlwelle hineinragen, wobei das oder die Wellenansatzstücke fallweise an einer Innenseite oder - fläche der Hohlwelle zentriert sein können.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist zwischen dem oder den Wellenansatzstücken und der Hohlwelle jeweils eine Dichtung, beispielsweise eine O-Ring-Dichtung, vorgesehen, um das oder die Wellenansatzstücke gegenüber der Hohlwelle abzudichten.
Unabhängig von der Ausführungsform kann die Multiphasenpumpe fallweise eines oder mehrere Lager umfassen, beispielsweise eines oder mehrere Radiallager und/oder Axiallager, um den oder die Wellenansätze drehbar zu lagern, und/oder ein Pumpengehäuse und eine oder mehrere Dichtungen, beispielsweise eine oder mehrere Gleitringdichtungen, um den oder die Wellenansätze gegenüber dem Pumpengehäuse abzudichten.
Die erfindungsgemässe Multiphasenpumpe hat den Vorteil, dass durch das Anflanschen des Wellenansatzstücks an einer Stirnseite und/oder -fläche der Hohlwelle eine sichere Verbindung zwischen Wellenansatzstück und Hohlwelle gewährleistet ist. Das Anflanschen des Wellenansatzstücks ermöglicht zudem, eine einfache Abdichtung zwischen Wellenansatzstück und Hohlwelle, beispielsweise mit Hilfe einer O-Ring-Dichtung.
Die obige Beschreibung von Ausführungsformen und -Varianten dient lediglich als Beispiel. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen gehen aus den abhängigen Ansprüchen und der Zeichnung hervor. Darüber hinaus können im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch einzelne Merkmale aus den beschriebenen oder gezeigten Ausführungsformen und -Varianten miteinander kombiniert werden, um neue Ausführungsformen zu bilden.
Im Folgenden wird die Erfindung an Hand der Ausführungsbeispiele und an Hand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel einer Multiphasenpumpe gemäss vorliegender Erfindung, und
Fig. 2 eine Detailansicht der Wellenverbindung aus dem
Ausführungsbeispiel von Fig. 1.
In dem in den Figuren 1 und 2 gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Multiphasenpumpe 1 zur Förderung von Gemischen, die mehrere Phasen enthalten, mit mindestens einem Laufrad 5.1 , 5.2, einer Hohlwelle 2, auf der das Laufrad angeordnet ist und mindestens einem Wellenansatzstück 10 ausgestattet. Das Wellenansatzstück 10 umfasst einen Wellenansatz 12, 12.2
mit einem gegenüber der Hohlwelle kleineren Wellendurchmesser und einen Verbindungsteil 11 , um das mindestens eine Wellenansatzstück mit der Hohlwelle zu verbinden. Zusätzlich ist am Verbindungsteil 11 des Wellenansatzstücks 12, 12.2 jeweils ein Flansch 11 a ausgeformt ist, der mit einer Stirnseite und/oder -fläche 2a der Hohlwelle 2 verbunden ist. Die Stirnfläche kann beispielsweise, wie in den Figuren 1 und 2 gezeigt, die gesamte Stirnseite umfassen oder auch nur einen Teil derselben. Es ist jedoch auch möglich, die Stirnfläche in der Hohlwelle versenkt anzuordnen. Zweckmässigerweise umfassen das oder die Laufräder 5.1 , 5.2 jeweils eine oder mehreren Schaufeln, die einen Eintrittswinkel zwischen beispielsweise 2° und 50°, insbesondere zwischen 4° und 25° aufweisen können und einen Austrittswinkel der zum Beispiel zwischen dem Eintrittswinkel und 60° liegen kann, insbesondere zwischen dem Eintrittswinkel und 25°.
Der Aussendurchmesser des Flansches 11 a kann, wie in den Figuren 1 und 2 gezeigt, im Wesentlichen gleich gross wie der Aussendurchmesser der Hohlwelle 2 gewählt werden. Es ist jedoch fallweise auch möglich, den Aussendurchmesser des Flansches grösser oder kleiner als den Aussendurchmesser der Hohlwelle 2 zu wählen. Bei Bedarf kann ein Andruckelement, beispielsweise eine Andruckplatte, vorgesehen werden, mit welchem der Flansch gegen eine Stirnfläche der Hohlwelle gedrückt werden kann. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn der Aussendurchmesser des Flansches kleiner als der Aussendurchmesser der Hohlwelle ist. Unabhängig davon kann an der Hohlwelle zumindest auf einer Seite ein gegenüber der restlichen Hohlwelle grosserer Aussendurchmesser und/oder ein Flansch vorgesehen sein. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn die
Hohlwelle vergleichsweise dünnwandig ausgeführt ist und die Festigkeit der Verbindung zwischen dem Flansch 11 a des Verbindungsteils 11 und einer der Stirnseiten und/oder -flächen 2a der Hohlwelle kritisch ist.
Der am Verbindungsteil 11 ausgeformte Flansch 11 a kann beispielsweise mittels mehreren Schrauben und /oder Gewindebolzen 13.1 , 13.2 mit einer der Stirnseiten und/oder -flächen 2a der Hohlwelle verbunden sein. Falls ein Andruckelement, wie beispielsweise eine Andruckplatte, vorhanden ist, mit welchem der Flansch 11 a des Verbindungsteils gegen eine Stirnseite und/oder -fläche der Hohlwelle gedrückt wird, kann das Andruckelement
mittels Schrauben und /oder Gewindebolzen 13.1 , 13.2 mit einer der Stirnseiten und/oder -flächen 2a der Hohlwelle verbunden sein.
In einer vorteilhaften Ausführungsvariante umfasst die Multiphasenpumpe zwei Wellenansatzstücke 10 mit jeweils einem Verbindungsteil 11 , an welchem ein Flansch 11a ausgeformt ist, der mit jeweils einer Stirnseite und/oder -fläche 2a der Hohlwelle 2 verbunden ist. Es ist jedoch, wie in Fig. 1 gezeigt, auch möglich, nur auf einer Seite der Hohlwelle 2 ein Wellenansatzstück 10 mit einem Wellenansatz 12.2 anzubringen und auf der andern Seite einen direkt an der Hohlwelle ausgebildeten Wellenansatz 12.1 mit einem gegenüber der Hohlwelle kleineren Wellendurchmesser vorzusehen.
In einer vorteilhaften Ausführungsform umfasst das Wellenansatzstück 10 jeweils eines oder mehrere Zentrierelemente 11 b, um das Wellenansatzstück gegenüber der Hohlwelle 2 zu zentrieren. Das oder die Zentrierelemente können zum Beispiel in die Hohlwelle hineinragen, wobei das
Wellenansatzstück fallweise an einer Innenseite oder -fläche 2b der Hohlwelle 2 zentriert sein kann. Bei Bedarf kann für die Innenseite oder -fläche 2b der Hohlwelle eine Feinbearbeitung vorgesehen werden, beispielsweise indem die Innenseite oder -fläche zusätzlich abgedreht wird, um eine einwandfreie Zentrierung des Wellenansatzstücks sicherzustellen. Als Zentrierelement kann beispielsweise, wie in den Figuren 1 und 2 gezeigt, ein kurzer Zentrierbolzen vorgesehen sein, der in die Hohlwelle eingepasst ist.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist zwischen dem oder den Wellenansatzstücken 10 und der Hohlwelle 2 jeweils eine Dichtung 14 vorgesehen, um das oder die Wellenansatzstücke gegenüber der Hohlwelle abzudichten. Die Dichtung kann beispielsweise, wie in Fig. 2 gezeigt, zwischen dem Zentrierteil 11 b und der Innenseite oder -fläche 2b der Hohlwelle 2 vorgesehen sein oder zusätzlich oder alternativ zwischen dem Flansch 11 a des Verbindungsteils 11 und einer der Stirnseiten und/oder - flächen 2a der Hohlwelle. Falls die Dichtung zwischen dem Zentrierteil 11 b und der Innenseite oder -fläche 2b der Hohlwelle vorgesehen ist, so ist eine Feinbearbeitung der Innenseite oder -fläche, wie sie bereits im Zusammenhang mit der Zentrierung des Wellenansatzstücks beschrieben
wurde, vorteilhaft, um die Abdichtung zu verbessern. Als Dichtungen können vergleichsweise günstige Elastomerdichtungen, wie beispielsweise O-Ring- dichtungen, eingesetzt werden, da die Temperatur an der Dichtstelle sowohl bei der Herstellung als auch im Betrieb der Multiphasenpumpe begrenzt sind und normalerweise unter 100 0C liegen.
Unabhängig von der Ausführungsform kann die Multiphasenpumpe 1 fallweise eines oder mehrere Leitelemente 4.1 , 4.2 umfassen. Mit Vorteil wird jeweils nach einem Laufrad 5.1 , 5.2 ein Leitelement 4.1 , 4.2 vorgesehen, das zusammen mit dem vorangehenden Laufrad eine Pumpen- und/oder Kompressionsstufe bildet. Die Multiphasenpumpe kann eine oder mehrere Stufen umfassen, zum Beispiel wie in Fig. 1 gezeigt vier Stufen. In dem in Fig. 1 gezeigten Längsschnitt sind jeweils nur im oberen Teil der gezeigten Multiphasenpumpe Laufräder und Leitelemente eingezeichnet, während im unteren Teil die entsprechenden axialsymmetrischen Abbildungen der Laufräder und Leitelemente weggelassen wurden.
In einer vorteilhaften Ausführungsvariante umfasst die Multiphasenpumpe fallweise eines oder mehrere Lager, beispielsweise eines oder mehrere Radiallager 9.1 , 9.2 und/oder Axiallager 9.3, um den oder die Wellenansätze12.1 , 12.2 drehbar zu lagern, und/oder ein Pumpengehäuse 3 sowie eine oder mehrere Dichtungen, die in Fig. 1 nicht gezeigt sind, beispielsweise eine oder mehrere Gleitringdichtungen, Drosselspalte mit Labyrinthen, Drosselspalte mit Radialdichtringen, mit Quenchdichtungen, Schwimmringdichtungen, Bürstendichtungen oder Packungen, um den oder die Wellenansätzei 2.1 , 12.2 gegenüber dem Pumpengehäuse 3 abzudichten. Das Pumpengehäuse 3 ist typischerweise mit einem Einlass 7 und einem Auslass 8 versehen.
Die beschriebene Multiphasenpumpe zur Förderung von Gemischen, die mehrere Phasen enthalten, ermöglicht dank der Hohlwelle auch bei grossem Innendurchmesser der Laufräder einen stabilen Betrieb und erlaubt dank des oder der Wellenansatzstücke die Verwendung von Lagern und Dichtungen mit gegenüber der Hohlwelle reduziertem Durchmesser, was sich sowohl auf den Herstellungs- als auch auf den Wartungsaufwand günstig auswirkt. Das Anflanschen des jeweiligen Wellenansatzstücks an einer Stirnseite der
Hohlwelle ermöglicht darüber hinaus eine sichere Verbindung und eine einfache Abdichtung zwischen Wellenansatzstück und Hohlwelle.