Verfahren zum Aufbau einer Push-to-talk-Kommunikations- verbindung
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Aufbau einer
Push-to-talk- (Ptt) -Kommunikationsverbindung zwischen einem ersten Ptt-Gerät und einem zweiten Ptt-Gerät, bei der Daten unterschiedlichen Datentyps, wie etwa Sprachdaten, Bilddaten oder Textdaten, zwischen dem ersten und dem zweiten Ptt-Gerät übertragen werden, wobei das erste Ptt-Gerät eine Ptt- Verbindungsanfrage für die gegenseitige Übertragung unterschiedlicher Datentypen an das zweite Ptt-Gerät übermittelt, und in weiterer Folge eine Kommunikationsverbindung für zu- mindest eine Auswahl dieser unterschiedlichen Datentypen über einen Kommunikationskanal gemäß eines Kommunikationsprotokolls aufgebaut wird, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
Die Erfindung betrifft weiters ein Push-to-talk- (Ptt) -Gerät zum Aufbau einer Push-to-talk- (Ptt ) -Kommunikationsverbindung zu einem weiteren Ptt-Gerät, bei der Daten unterschiedlichen Datentyps, wie etwa Sprachdaten, Bilddaten oder Textdaten, zwischen dem ersten und dem zweiten Ptt-Gerät über einen Kommunikationskanal gemäß eines Kommunikationsprotokolls über- tragen werden, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 7.
Die Erfindung betrifft weiters eine Kommunikationsanordnung zum Aufbau einer Push-to-talk- (Ptt ) -Kommunikationsverbindung mit einem ersten Ptt-Gerät und einem zweiten Ptt-Gerät, zwi- sehen denen Daten unterschiedlichen Datentyps, wie etwa
Sprachdaten, Bilddaten oder Textdaten, über einen Kommunikationskanal gemäß eines Kommunikationsprotokolls übertragen werden, sowie einem Ptt-Server, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 8.
Push-to-talk- (Ptt) -Kommunikationsverbindungen finden insbesondere im Zusammenhang mit der Mobilfunktechnologie Anwendung, wobei man in diesem Fall auch von Push-to-talk-over-Cellular (PoC) -Verbindungen spricht, da es sich bei den entsprechenden Ptt-Geräten um Mobilfunkgeräte handelt. Hierbei wird es einem Mobilfunkteilnehmer mithilfe seines Ptt-Geräts ermöglicht, eine Sprachnachricht an einen oder mehrere Empfänger gleichzeitig über eine Mobil- funk-Schnittstelle zu übermitteln, meistens durch Betätigen einer Taste. Dabei werden die Sprachdaten üblicherweise schon während des Sprechvorgangs des Senders über das Mobilfunk-Kommunikationsnetzwerk verteilt, und an den oder die gewünschten Empfänger übermittelt. Eine PoC- Kommunikationsverbindung ähnelt daher dem bekannten CB-Funk, allerdings mit dem großen Unterschied, dass die Teilnehmer einer PoC-Verbindung weltweit erreichbar sind, da die Übertragung der Daten über ein Mobilfunk-Netzwerk erfolgt. Im folgenden ist in erster Linie von PoC-Verbindungen die Rede, die Erfindung ist aber prinzipiell nicht auf eine Anwendung im Mobilfunkbereich eingeschränkt.
Technisch funktioniert eine PoC-Kommunikation ähnlich wie bei der Internet-Telefonie („Voice over IP", VoIP). Die Teilneh- mer bekommen zuerst eine Signalisierung durch das SIP-
Protokoll (Session Initiation Protocol) , nachfolgend werden die Sprachdaten („Talk Bursts") über das RTP-Protokoll (Real- Time Transport Protocol) übertragen. Dabei ist man um größtmögliche Standardisierung bemüht, um die Kompatibilität der teilnehmenden PoC-Geräte sicher zu stellen. Derzeit existieren etwa der ,,PoC Version 1.0"-Standard sowie eine Version 2.0, die grundlegende Eigenschaften der Kommunikationsproto-
kolle für Aufbau und Betrieb der PoC-Kommunikationsverbindung festlegen sollen.
Gemäß gegenwärtig üblicher Industriespezifikationen sind zwei unterschiedliche Varianten zum Aufbau einer
PoC-Kommunikationsverbindung (d.h. einer PoC-Session) beschrieben, die sich dadurch unterscheiden, zu welchem Zeitpunkt ein erster PoC-Benutzer nach erfolgtem Aufbau der PoC-Session mit einer PoC-Server-Einheit mit dem Sprechen be- ginnen kann, und die Sprachdaten zu den weiteren PoC- Teilnehmern übertragen werden.
Gemäß dem sogenannten „Late Media Modus" wird dem ersten PoC-Benutzer, d.h. einer ersten PoC-Client-Einheit , erst dann eine Freigabe zum Senden von Daten, etwa von Sprachdaten, erteilt, wenn zu einem angewählten PoC-Benutzer, bei dem es sich auch um eine PoC-Client-Einheit handelt, tatsächlich eine PoC-Kommunikationsverbindung aufgebaut wurde, und dieser PoC-Benutzer die Ptt-Verbindungsanfrage auch angenommen hat.
Gemäß der zweiten Variante, die auch als „Early Media Modus" bezeichnet wird, wird dem ersten PoC-Benutzer von der PoC- Server-Einheit bereits dann eine Freigabe zum Senden von Daten erteilt, obwohl noch keine Kommunikationsverbindung zwi- sehen der PoC-Server-Einheit und dem angewählten PoC-
Teilnehmer besteht. Der erste PoC-Teilnehmer kann somit nicht sicher sein, ob seine Daten vom zweiten PoC-Teilnehmer bereits empfangen wurden.
Zusätzliche Schwierigkeiten ergeben sich beim Aufbau einer
PoC-Session, wenn Daten unterschiedlichen Datentyps übertragen werden sollen, also nicht nur Sprachdaten, sondern auch Audiodaten (z.B. Musikdateien), Videodaten, Bilder, Textnach-
richten oder andere textuelle Daten, wie dies auch im PoC Version 2.0-Standard vorgesehen ist. Schwierigkeiten können dabei etwa entstehen, wenn nicht jeder der PoC-Clients jeden Datentyp technisch verwerten kann, oder wenn ein bestimmter PoC-Client einen bestimmten Datentyp nicht empfangen möchte (etwa Sprach- oder Audiodaten, falls der Teilnehmer sein PoC- Gerät in bestimmten Situationen geräuschlos betreiben möchte) . In diesen Fällen können somit aus einer Gruppe verschiedener Datentypen, die in der Verbindungsanfrage eines PoC- Clients (dem sog. „PoC-Initiator" ) enthalten sind, von den anderen PoC-Clients lediglich Untergruppen von Datentypen akzeptiert werden. Gemäß dem Stand der Technik besitzt der PoC- Initiator somit keinerlei Möglichkeit festzustellen, ob und für welche Datentypen die anderen PoC-Clients empfangsbereit sind. Selbstverständlich könnte während einer PoC-Session erkannt werden, ob ein anderer Teilnehmer einen bestimmten Datentyp empfangen kann, zu diesem Zeitpunkt wurde die PoC- Session aber bereits erstellt, und verursacht bereits Kosten. Vorteilhaft wäre es stattdessen, wenn bereits vor Aufbau ei- ner PoC-Session entschieden werden kann, ob eine Verbindung zu einem Teilnehmer aufgebaut werden soll.
Diese Schwierigkeit findet im PoC Version 2.0-Standard Erwähnung, ohne dass hierfür eine Lösung vorgeschlagen wurde. Eine solche Lösung sollte möglichst einfach sein und sicher stellen, dass ein PoC-Client nur dann zu einer PoC-Session zugelassen wird, wenn er für zumindest einen gemeinsamen Datentyp mit allen anderen an der PoC-Session teilnehmenden PoC- Clients empfangsbereit ist.
Dieses Ziel wird durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1, ein Push-to-talk-Gerät gemäß Anspruch 7, und eine Kommunikations-
anordnung zum Aufbau einer Push-to-talk- Kommunikationsverbindung gemäß Anspruch 8 erreicht.
Anspruch 1 bezieht sich zunächst auf ein Verfahren zum Aufbau einer Push-to-talk- (Ptt) -Kommunikationsverbindung zwischen einem ersten Ptt-Gerät und einem zweiten Ptt-Gerät, bei der Daten unterschiedlichen Datentyps, wie etwa Sprachdaten, Audiodaten, Videodaten, Bilddaten, Textdaten, oder andere, tex- tuelle Daten, zwischen dem ersten und dem zweiten Ptt-Gerät übertragen werden, wobei das erste Ptt-Gerät eine Ptt-
Verbindungsanfrage für die gegenseitige Übertragung unterschiedlicher Datentypen an das zweite Ptt-Gerät übermittelt, und in weiterer Folge eine Kommunikationsverbindung für zumindest eine Auswahl dieser unterschiedlichen Datentypen über einen Kommunikationskanal gemäß eines Kommunikationsprotokolls aufgebaut wird. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass in der Ptt-Verbindungsanfrage eine Prioritätsinformation enthalten ist, mit der den über den Kommunikationskanal zu übertragenden, unterschiedlichen Datentypen eine Übertragungspriori- tat zugewiesen wird, und das Kommunikationsprotokoll den Aufbau eines Kommunikationskanals mit dem zweiten Ptt-Gerät nur dann zulässt, wenn das zweite Ptt-Gerät für den Datentyp oder die Datentypen mit der höchsten Übertragungspriorität verfügbar ist, und die Übermittlung eines Datentyps mit niedrigerer Übertragungspriorität über diesen Kommunikationskanal nur dann zulässt, wenn das zweite Ptt-Gerät für diesen Datentyp verfügbar ist, und das zweite Ptt-Gerät auch für alle Datentypen mit höherer Übertragungspriorität verfügbar ist.
Somit wird eine „Rangliste" der unterschiedlichen Datentypen erstellt, die entweder für jede PoC-Session dieselbe ist, o- der durch den PoC-Initiator vor dem Aufbau der PoC-Session festgelegt werden kann. Ein PoC-Client, der zu einer PoC-
Session geladen wird, kann erfindungsgemäß nur dann teilnehmen, wenn er den Datentyp mit der höchsten Übertragungspriorität unterstützt. Für einen Datentyp mit niedrigerer Priorität darf der eingeladenen PoC-Client wiederum nur dann teil- nehmen, wenn er alle Datentypen mit höherer Übertragungspriorität unterstützt. Dieses Kommunikationsprotokoll erlaubt es dem PoC-Initiator daher, vor der PoC-Session festzulegen, dass jeder teilnehmende PoC-Client zumindest einen Datentyp unterstützt, und zwar jenen, dem der PoC-Initiator die höchs- te Priorität verliehen hat.
Die Übertragung der Datentypen erfolgt dabei über Kommunikationskanäle, worunter organisatorische Übertragungswege verstanden werden, in denen ein Kommunikationsprotokoll für die Übertragung einer Gruppe von Datentypen, die diesem Kommunikationsprotokoll unterliegen, implementiert ist. Solche Kommunikationskanäle werden auch als „Media Floor Control Enti- ties" bezeichnet, wobei es sich bei den „Media" um die gegenständlichen Datentypen handelt, und bei einer „Media Floor Control" um ein Kommunikationsprotokoll. Dabei ist es üblich, dass die Übertragung kontinuierlicher (Echtzeit-) Datentypen wie etwa Sprach-, Audio- oder Videodaten über einen Kommunikationskanal erfolgt, bei diskreten (Nicht-Echtzeit- ) Datentypen wie etwa Textnachrichten oder textuelle Dateien ist es aber nicht üblich, einen eigenen Kommunikationskanal zu wählen.
Wie noch näher ausgeführt werden wird, ist es aber im Rahmen der Erfindung vorteilhaft, auch für diskrete Datentypen einen Kommunikationskanal zu definieren. Daher sieht Anspruch 2 vor, dass für eine erste Untergruppe der zu übertragenden, unterschiedlichen Datentypen ein erster Kommunikationskanal verwendet wird, und für eine zweite Untergruppe der zu über-
tragenden, unterschiedlichen Datentypen ein zweiter Kommuni¬ kationskanal verwendet wird.
Durch diese Maßnahme wird es insbesondere möglich, die Merk- male von Anspruch 3 zu verwirklichen, dem zu Folge in der Ptt-Verbmdungsanfrage eine Prioritatsinformation enthalten ist, mit der den Kommunikationskanalen eine Ubertragungspπo- πtat zugewiesen wird, und das Kommunikationsprotokoll den Aufbau des Kommumkationskanals mit der niedrigeren Ubertra- gungsprioritat nur dann zulasst, wenn ein Aufbau des Kommumkationskanals mit der höheren Ubertragungsprioritat erfolgt.
Gemäß Anspruch 4 handelt es sich bei der Ptt- Kommunikationsverbindung um eine Mobilfunk- Kommunikationsverbindung, etwa zum Aufbau einer PoC-Session. Gemäß Anspruch 5 erfolgt die Ptt-Verbmdungsanfrage mithilfe einer SIP-INVITE-Nachπcht . Die Zuweisung der Ubertragungsprioritat kann etwa gemäß Anspruch 6 im Session Description Protocol erfolgen.
Anspruch 7 bezieht sich auf ein Push-to-talk- (Ptt) -Gerat zum Aufbau einer Push-to-talk- (Ptt ) -Kommunikationsverbindung zu einem weiteren Ptt-Gerat, bei der Daten unterschiedlichen Datentyps, wie etwa Sprachdaten, Audiodaten, Videodaten, BiId- daten, Textdaten, oder andere, textuelle Daten, zwischen dem ersten und dem zweiten Ptt-Gerat über einen Kommunikationska- nal gemäß eines Kommunikationsprotokolls übertragen werden. Erfmdungsgemaß ist bei einem solchen Gerat vorgesehen, dass eine Einheit zum Erstellen einer Ptt-Verbmdungsanfrage vor- gesehen ist, die eine Prioritatsinformation enthalt, mit der den über den Kommunikationskanal zu übertragenden, unterschiedlichen Datentypen eine Ubertragungsprioritat zugewiesen wird, und mit einer Sendeeinheit zum Senden der Ptt-
Verbindungsanfrage an ein weiteres Ptt-Gerat ausgestattet ist.
Schließlich wird gemäß Anspruch 8 eine Kommunikationsanord- nung zum Aufbau einer Push-to-talk- (Ptt) -
Kommunikationsverbindung mit einem ersten Ptt-Gerat und einem zweiten Ptt-Gerat, zwischen denen Daten unterschiedlichen Datentyps, wie etwa Sprachdaten, Audiodaten, Videodaten, Bilddaten, Textdaten, oder andere, textuelle Daten, über einen Kommunikationskanal gemäß eines Kommunikationsprotokolls u- bertragen werden, sowie einem Ptt-Server, vorgeschlagen. Hierbei wird erfmdungsgemaß vorgeschlagen, dass die Ptt- Gerate jeweils eine Einheit zum Erstellen einer Ptt- Verbmdungsanfrage, sowie eine Sendeeinheit zum Senden der Ptt-Verbindungsanfrage an ein weiteres Ptt-Gerat umfassen, wobei die Ptt-Verbindungsanfrage des ersten Ptt-Gerats eine Prioπtatsinformation enthalt, mit der den über den Kommuni¬ kationskanal zu übertragenden, unterschiedlichen Datentypen eine Ubertragungsprioritat zugewiesen wird, und der Ptt- Server mit einem Kommunikationsprotokoll ausgestattet ist, das den Aufbau eines Kommunikationskanals zwischen dem ersten Ptt-Gerat und dem zweiten Ptt-Gerat nur dann zulasst, wenn das zweite Ptt-Gerat für den Datentyp oder die Datentypen mit der höchsten Ubertragungsprioritat verfugbar ist, und die U- bermittlung eines Datentyps mit niedrigerer Ubertragungsprioritat über diesen Kommunikationskanal nur dann zulasst, wenn das zweite Ptt-Gerat für diesen Datentyp verfugbar ist, und das zweite Ptt-Gerat auch für alle Datentypen mit höherer U- bertragungsprioritat verfugbar ist.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der beiliegenden Figuren naher erläutert. Hierbei zeigen die
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Kommunikationsanordnung mit einem PoC-Initiator, einer PoC-Server-Einheit , sowie drei weiteren PoC-Teilnehmern, die vom PoC-Initiator kontaktiert werden,
Fig. 2 eine schematische Darstellung des herkömmlichen Aufbaus einer PoC-Session in einer Kommunikationsanordnung gemäß Fig. I1
Fig. 3 eine schematische Darstellung des Aufbaus einer PoC-
Session in einer Kommunikationsanordnung gemäß Fig. 1 für eine erste Ausführungsform der Erfindung, und die
Fig. 4 eine schematische Darstellung des Aufbaus einer PoC- Session in einer Kommunikationsanordnung gemäß Fig. 1 für eine zweite Ausführungsform der Erfindung. Die Erfindung bezieht sich allgemein auf Push-to-talk- (Ptt) Kommunikationsanordnungen mit Ptt-Clients bzw. Ptt- Geräten 1,2 und zumindest einer Ptt-Server-Einheit 3. Im fol- genden soll die Erfindung in Bezug auf eine spezielle Anordnung dieser Art erläutert werden, nämlich eine Push-to-talk- over-Cellular (PoC) -Kommunikationsanordnung mit einem PoC- Initiator 1, einer PoC-Server-Einheit 3, sowie drei weiteren PoC-Clients 2a, 2b, 2c, die vom PoC-Initiator 1 kontaktiert werden. Die PoC-Clients 1,2a, 2b, 2c sind jeweils eingerichtet zur Kommunikation gemäß dem UMTS-Standard, dem GSM-Standard, dem GPRS-Standard, oder einem anderen Mobilfunk-Kommunikationsstandard.
Allgemein wird im Rahmen der Erfindung unter einer
PoC-Kommunikation eine Kommunikation zwischen den PoC-Clients 1,2a, 2b, 2c über eine Mobilfunk-Schnittstelle verstanden, bei der der Sender, beispielsweise durch Auswahl einer speziellen
Drucktaste des PoC-Geräts, Sprachdaten an mindestens einen Empfänger, vorzugsweise an mehrere Empfänger, gleichzeitig gemäß dem Duplex-Verfähren, vorzugsweise gemäß dem HaIb- duplex-Verfahren, übermitteln kann. Das setzt voraus, dass bereits eine PoC-Session aufgebaut wurde, wobei der Sender und der Empfänger ein jeder der PoC-Clients 1,2a, 2b, 2c sein kann. Gemäß dem Halbduplex-Verfahren kann nur der Benutzer der Sendeeinheit sprechen, die Benutzer der Empfängereinheiten können den Benutzer der Sendeeinheit nur hören und nicht unterbrechen.
Gemäß der PoC-Technologie werden die eingesprochenen Sprachdaten üblicherweise schon während des Einsprechens der Sprachdaten durch einen PoC-Client 1,2a, 2b, 2c über das IMS (IP Multimedia Subsystem) -Kern-Kommunikationsnetz zu den an¬ deren PoC-Clients 1,2a, 2b, 2c verteilt. Diese Technologie wird auch als „Streaming" bezeichnet. Damit kann eine PoC- Kommunikationsverbindung mit dem bekannten CB-Funk verglichen werden, allerdings mit dem großen Unterschied, dass die Teil- nehmer einer PoC-Verbindung weltweit erreichbar sind, da die Übertragung der Daten über ein Mobilfunk-Netzwerk erfolgt.
Für den Fall, dass der Sender immer wieder die gleichen Empfänger ansprechen möchte, ist im Rahmen des PoC-Dienstes für jeden PoC-Client 1,2a, 2b, 2c vorgesehen, sich seine persönlichen, fest vorgegebenen Gruppen von PoC-Clients 1,2a, 2b, 2c zu definieren. So kann beispielsweise eine Gruppe von PoC-Clients 2a, 2b, 2c und deren jeweilige Adressen definiert werden. Die Adressen können beispielsweise in Form einer Te- lefonnummer als Session Initiation Protocol-Unique Resource
Locator (SIP-URL) , oder in Form einer Session Initiation Pro- tocol-Adresse (SIP-Adresse als SIP-URL) angegeben werden. Die benutzerdefinierte Gruppe von PoC-Clients 2a, 2b, 2c erhält da-
bei üblicherweise eine eigene Gruppen-Adresse, beispielsweise ebenfalls in Form einer SIP-URL, sodass der PoC-Initiator 1 beim Aufbau einer PoC-Session alle Gruppenmitglieder mittels der PoC-Server-Einheit 3 adressieren und zur PoC-Session ein- laden kann. Hierbei wird die PoC-Verbindungsanfrage an alle in der jeweiligen Gruppe enthaltenen PoC-Clients 2a, 2b, 2c ü- bermittelt .
Die PoC-Clients 1,2a, 2b, 2c sowie die PoC-Server-Einheit 3 sind in der Regel zur Kommunikation gemäß dem Session Initiation Protocol (SIP) eingerichtet, sowie in den unteren Kommunikationsschichten, d.h. in der Transportschicht, zur Kommunikation gemäß dem Transport Control Protocol (TCP) und/oder User Datagramm Protocol (UDP) , sowie in der Vermittlungs- schicht zur Kommunikation gemäß dem Internet Protocol (IP). Die PoC-Kommunikationsanordnung gemäß Fig. 1 ist somit zur Kommunikation basierend auf dem IP Multimedia Subsystem (IMS) eingerichtet .
Nach erfolgtem Aufbau einer PoC-Session erfolgt die Übertragung von Nutzdaten, insbesondere von Sprachdaten, aber auch von Audio-, Video- oder Textdaten, ausgehend vom ersten PoC-Client 1 gemäß dem Halbduplex-Verfahren zu den in der jeweils angewählten Gruppe angegebenen PoC-Clients 2a, 2b, 2c ü- ber das IP-basierte Kommunikationsnetz sowie über die PoC-Server-Einheit 3.
Wie in der Fig. 1 dargestellt ist, sind die PoC-Clients 1,2a, 2b, 2c mittels jeweils einer Mobilfunk-Schnittstelle mit der PoC-Server-Einheit 3 verbunden, wobei die Mobilfunk-Schnittstellen in jenen Fällen, in denen die Kommunikationsanordnung auf dem UMTS-Standard beruht, mittels des Ra-
dio Access Network (RAN) , des Core Network (CN) und des IP Multimedia Subsystems aufgebaut sein können.
Wie in der Fig. 2 in einem ersten Nachrichtenflussdiagramm dargestellt ist, wird vom PoC-Initiator 1 zunächst eine SIP-INVITE-Nachricht mittels des UMTS-Core Network (UMTS-Kern-Kommunikationsnetz) zu der PoC-Server-Einheit 3 übertragen. Bei den zu übertragenden Datentypen kann es sich etwa um Sprachdaten Sp, Audiodaten A, Videodaten V, Bilddaten I, Textdaten T, oder sonstige, textuelle Daten F (z.B. Dateien) handeln. Wie in der Fig. 2 dargestellt ist, kann beispielsweise PoC-Initiator 1 alle diese Datentypen senden und empfangen, und lädt daher alle anderen PoC-Clients 2a, 2b, 2c in seiner PoC-Verbindungsanfrage zu einer PoC-Session ein, in der alle diese Datentypen ausgetauscht werden sollen. Dabei wird für die Sprachdaten Sp, Audiodaten A, Videodaten V und Bilddaten I ein Kommunikationskanal Fl definiert. Für die diskreten Datentypen, also etwa die Textdaten T und die sonstigen Daten F, wird ein zweiter Kommunikationskanal NF defi- niert.
Die in Fig. 2 gezeigte PoC-Verbindungsanfrage ergeht in Form einer SIP-INVITE-Nachricht zunächst an die PoC-Server-Einheit 3, die sie an die ausgewählten PoC-Clients 2a, 2b, 2c weiter- leitet. PoC-Client 2a unterstützt dabei beispielsweise nur Sprachdaten Sp, und ist auch für eine PoC-Session verfügbar. PoC-Client 2a akzeptiert daher den Aufbau eines Kommunikationskanals Fl für Sprachdaten Sp.
PoC-Client 2b unterstützt in diesem Beispiel Sprachdaten Sp, Audiodaten A und Videodaten V, und ist ebenfalls für eine PoC-Session verfügbar. PoC-Client 2b akzeptiert daher den
Aufbau eines Kommunikationskanals Fl für Sprachdaten Sp, Audiodaten A und Videodaten V.
PoC-Client 2c unterstützt in diesem Beispiel zwar alle Daten- typen, ist aber nur für Bilddaten I, sonstige Daten F und
Textdaten T für eine PoC-Session verfügbar. So könnte es etwa sein, dass sich PoC-Client 2c in einer Besprechung befindet, und sein PoC-Gerät lautlos betreiben möchte. PoC-Client 2c akzeptiert daher den Aufbau eines Kommunikationskanals Fl für Bilddaten I, und den Aufbau eines Kommunikationskanals NF für sonstige Daten F und Textdaten T.
Die PoC-Server-Einheit 3 sendet somit die Antwort an den PoC- Initiator 1, dass Bedarf am Aufbau von Kommunikationskanal Fl und NF für alle Datentypen besteht. Es wird in weiterer Folge in bekannter Weise die PoC-Session aufgebaut, wobei aber PoC- Client 2c mit den PoC-Clients 2a und 2b nicht kommunizieren kann. Gemäß dem Stand der Technik wird PoC-Initiator 1 vor dem Beginn der PoC-Session auch nicht erfahren, dass einer der Teilnehmer, nämlich PoC-Client 2c, keine Sprachdaten Sp empfängt. Die PoC-Session wird in herkömmlicher Weise dennoch aufgebaut und verrechnet.
In der Fig. 3 ist im Gegensatz dazu gezeigt, welche Wirkung das erfindungsgemäße Kommunikationsprotokoll auf den Aufbau einer PoC-Session hat. Wie in Fig. 2 gezeigt, ergeht zunächst eine PoC-Verbindungsanfrage in Form einer
SIP-INVITE-Nachricht an die PoC-Server-Einheit 3, die sie an die ausgewählten PoC-Clients 2a, 2b, 2c weiterleitet. Die Er- findung bedingt zunächst keine Änderungen in der Initiierung einer PoC-Session mithilfe des Session Initiation Protocols.
Erfmdungsgemaß ist in dieser PoC-Verbmdungsanfrage, etwa im Session Descπption Protocol, m einem gegenüber dem Stand der Technik zusatzlich vorgesehenen Nachrichtenfeld aber eine Prioπtatsmformation enthalten, mit der den zu ubertragen- den, unterschiedlichen Datentypen Sp, A, V, I, T und F eine Ubertragungsprioritat zugewiesen wird. Sind mehr als ein Kom- munikationskanal vorgesehen, etwa zwei Kommunikationskanale Fl und NF, in denen jeweils eine Gruppe von Datentypen organisatorisch zusammengefasst ist, können Ubertragungspπorita- ten für die jeweilige Gruppe an Datentypen definiert werden. So ist in der Fig. 3 etwa dargestellt, dass PoC-Initiator 1 den Sprachdaten Sp die höchste Priorität verleiht, den Audiodaten eine niedrigere Priorität, usw. Den Bilddaten I wird im Kommunikationskanal Fl m diesem Beispiel die niedrigste Pn- oritat verliehen. Im Kommunikationskanal NF haben die sonstigen Daten F eine höhere Ubertragungsprioritat als die Textdaten T.
Zur praktischen Ausfuhrung der Erfindung verfugt der PoC- Initiator 1 über eine Einheit (in den Fig. 3 und 4 nicht ersichtlich) zum Erstellen einer PoC-Verbmdungsanfrage, die eine Prioritatsmformation enthalt, mit der den über den Kommunikationskanal Fl, NF zu übertragenden, unterschiedlichen Datentypen Sp,A,V,I,T,F eine ubertragungsprioritat zugewiesen wird, und über eine Sendeeinheit (m den Fig. 3 und 4 nicht ersichtlich) zum Senden der PoC-Verbmdungsanfrage an einen weiteren PoC-Client 2.
Mit Bezug auf die Fig. 3 unterstutzt PoC-Client 2a wiederum nur Sprachdaten Sp, und ist auch für eine PoC-Session verfugbar. PoC-Client 2a akzeptiert daher den Aufbau eines Kommunikationskanals Fl für Sprachdaten Sp. Das wird vom Kommunika- tionsprotokoll zugelassen, da PoC-Client 2a für den Datentyp
mit der höchsten Ubertragungsprioritat verfugbar ist, nämlich für Sprachdaten Sp.
PoC-Client 2b unterstutzt wiederum Sprachdaten Sp, Audiodaten Ä und Videodaten V, und ist ebenfalls für eine PoC-Session verfugbar. PoC-Client 2b akzeptiert daher den Aufbau eines Kommunikationskanals Fl für Sprachdaten Sp, Audiodaten A und Videodaten V. Vom Kommunikationsprotokoll wird zunächst der Aufbau eines Kommunikationskanals Fl für Sprachdaten zugelas- sen, da es sich hierbei um den Datentyp mit der höchsten U- bertragungsprioritat handelt. Aber auch die Übermittlung des Datentyps A mit niedrigerer Ubertragungsprioritat über diesen Korπmunikationskanal Fl wird zugelassen, da PoC-Client 2b auch für alle Datentypen mit höherer Ubertragungsprioritat, also Sprachdaten Sp, verfugbar ist. Des Weiteren wird auch die U- bermittlung des Datentyps V mit niedrigerer Ubertragungsprioritat über diesen Kommunikationskanal Fl zugelassen, da PoC- Client 2b auch für alle Datentypen mit höherer Ubertragungsprioritat, also Sprachdaten Sp und Audiodaten A, verfugbar ist.
PoC-Client 2c unterstutzt wiederum alle Datentypen, ist aber nur für Bilddaten I, sonstige Daten F und Textdaten T verfugbar. PoC-Client 2c akzeptiert daher den Aufbau eines Kommuni- kationskanals Fl für Bilddaten I, und den Aufbau eines Kommunikationskanals NF für sonstige Daten F und Textdaten T. Da PoC-Client 2c aber für den Datentyp mit der höchsten Ubertragungsprioritat, nämlich für Sprachdaten Sp, nicht verfugbar ist, wird der Kommunikationskanal Fl zu PoC-Client 2c nicht aufgebaut, obwohl PoC-Client 2c für Bilddaten I verfugbar wäre. Hierin äußert sich der Unterschied des erfmdungsgemaßen Kommunikationsprotokolls gegenüber dem Stand der Technik gemäß Fig. 2.
Da PoC-Client 2c aber für den Datentyp mit der höchsten Übertragungspriorität im Kommunikationskanal NF verfügbar ist, nämlich für sonstige Daten F, wird der Kommunikationskanal NF aufgebaut. Aber auch die Übermittlung des Datentyps T mit niedrigerer Übertragungspriorität wird über diesen Kommunikationskanal Fl zugelassen, da PoC-Client 2c auch für alle Datentypen mit höherer Übertragungspriorität, nämlich sonstige Daten F, verfügbar ist.
In diesem Anwendungsbeispiel würden somit die PoC-Clients 2a und 2b mit dem PoC-Initiator 1 Sprachdaten Sp austauschen, und der PoC-Client 2c Textdaten T und sonstige Daten F.
Das erfindungsgemäße Verfahren löst die erfindungsgemäße Auf¬ gabe somit für jene Fälle vollständig, in denen lediglich ein einziger Kommunikationskanal definiert ist. Falls mehrere Kommunikationskanäle definiert sind, wie in der Fig. 3, kann es noch zu PoC-Sessions kommen, in denen nicht alle Teilneh- mer zumindest einen Datentyp teilen können.
Daher kann eine weitere Ausführungsform vorgesehen sein, die in der Fig. 4 dargestellt ist. Hierbei ist in der PoC- Verbindungsanfrage, etwa im Session Description Protocol, in einem gegenüber dem Stand der Technik zusätzlich vorgesehenen Nachrichtenfeld eine weitere Prioritätsinformation enthalten, mit der auch den Kommunikationskanälen Fl, NF eine Übertragungspriorität zugewiesen wird, und das Kommunikationsprotokoll den Aufbau des Kommunikationskanals NF mit der niedrige- ren Übertragungspriorität nur dann zulässt, wenn ein Aufbau des Kommunikationskanals Fl mit der höheren Übertragungspriorität erfolgt. Diese Regel lässt den Aufbau von Kommunikationskanälen mit den PoC-Clients 2a und 2b zunächst unverän-
dert, wie ein Vergleich der Fig. 4 mit der Fig. 3 zeigt, da ohnehin der Kommunikationskanal Fl mit der höchste Übertra¬ gungspriorität aufgebaut wird.
Hinsichtlich PoC-Client 2c zeigt sich aber nun, dass das erfindungsgemäße Kommunikationsprotokoll nun den Aufbau des Kommunikationskanals NF nicht zulässt, da kein Aufbau des Kommunikationskanals Fl mit der höheren Übertragungspriorität erfolgt. Dadurch wird keine PoC-Session mit PoC-Client aufge- baut. An der PoC-Session mit dem PoC-Initiator 1 nehmen stattdessen lediglich die PoC-Clients 2a und 2b teil, wobei alle Teilnehmer Sprachdaten Sp austauschen können, und somit zumindest einen Datentyp teilen können.
Die Erfindung stellt somit auch in diesen Fällen sicher, dass ein PoC-Client 2a, 2b, 2c nur dann zu einer PoC-Session zugelassen wird, wenn er für zumindest einen gemeinsamen Datentyp mit allen anderen an der PoC-Session teilnehmenden PoC- Clients empfangsbereit ist.
Hinsichtlich Fig. 4 kann bemerkt werden, dass bei einer Um¬ kehrung der Prioritätszuordnung zu den Kommunikationskanälen Fl und NF der Aufbau der PoC-Session nur mit PoC-Client 2c erfolgt. In diesem Fall hat nämlich der Kommunikationskanal NF eine höhere Übertragungspriorität als der Kommunikationskanal Fl, sodass das erfindungsgemäße Kommunikationsprotokoll den Aufbau des Kommunikationskanals Fl mit den PoC-Clients 2a und 2b nicht zulässt, da kein Aufbau des Kommunikationskanals NF mit der höheren Übertragungspriorität erfolgt ist.
Eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, den Datentypen eine Übertragungspriorität unabhängig von deren Zuteilung zu Kommunikationskanälen zuzu-
ordnen. Mehrere Datentypen können somit dieselbe Übertragungspriorität besitzen, aber jeder Datentyp besitzt lediglich eine Prioritätszuordnung. Der PoC-Initiator 1 könnte etwa Sprachdaten Sp, Audiodaten A und Videodaten V jeweils die höchste Übertragungspriorität verleihen, Bilddaten I die zweithöchste Priorität, und allen anderen Datentypen die niedrigste Priorität. Die PoC-Clients 2a, 2b und 2c können an der PoC-Session somit nur dann teilnehmen, wenn sie für Sprachdaten Sp, Audiodaten A und Videodaten V verfügbar sind. In Bezug auf das Beispiel von Fig. 4 würde das bedeuten, dass nur PoC-Client 2b an einer PoC-Session mit dem PoC-Initiator 1 teilnehmen könnte.
Die Erfindung stellt daher eine besonders einfache, aber auch vielseitige Möglichkeit dar, einen PoC-Client 2a, 2b, 2c nur dann zu einer PoC-Session zuzulassen, wenn er für gewünschte Datentypen des PoC-Initiators 1 empfangsbereit ist.