ULTRASCHALLVERFAHREN ZUR BESTIMMUNG VOM KENNWERTEN UND/ODER DER HOMOGENITÄT
EINER OFFENPRORIGEN MATERIALSCHICHT
Technisches Anwendungsgebiet
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren 5 zur Bestimmung von Kennwerten und/oder der Homogenität einer offenporigen Materialschicht, insbesondere einer Fasermatte, unter Einsatz von Ultraschall-Impulsen. Unter einer offenporigen Materialschicht ist hierbei eine Schicht aus Festkörpermaterial zu verstehen, die 10 von Luft- oder Gas-gefüllten Zwischenräumen durch¬ drungen ist, beispielsweise eine lockere Material¬ schichten aus einzelnen Fasern und/oder Partikeln.
Eine bevorzugte Anwendung des Verfahrens besteht 15 in der Bestimmung der Homogenität der Faserverteilung in Fasermatten (Vliese) . Die Eigenschaften von Faser¬ matten hängen sehr stark von der Flächenmasse, d. h. der Gesamtmasse der Fasern pro Flächeneinheit der Fasermatte, ab. Ein entscheidendes Qualitätsmerkmal für
20 den Einsatz der Fasermatten ist deshalb die Homogenität der Flächenmasse, d. h. die gleichmäßige Verteilung der Fasern über die Fläche. Inhomogenitäten der Faserver¬ teilung führen zur Ausbildung von Bereichen mit geringer Flächenmasse, die Schwachstellen der Vlies- 25 eigenschaften darstellen. So beeinträchtigen derartige Bereiche mit geringer Flächenmasse bspw. die mecha¬ nische Festigkeit und die Dehnbarkeit der Fasermatten. Die Schwachstellen können bei entsprechender Belastung zum Versagen der Fasermatten in diesem Bereich führen.
30 Auf der anderen Seite verursachen derartige Bereiche
bei der Nutzung von Aus- oder Abschnitten aus einer Fasermatte eine breite, unakzeptable Streuung der Materialkennwerte. Schwankungen der Flächenmasse können beim Einsatz der Fasermatten als Verstärkungsmaterial in Formpressteilen zu einem lokalen Versagen (Reißen) beim Drapieren und demzufolge zu Schwachstellen im Bauteil führen, wenn ein Vliesbereich mit niedriger Flächenmasse in einer Zone hoher Dehnung in der Pressform liegt. Bei der Verwendung der Fasermatten als Filter- und Dämmmatten führen Bereiche mit unterschied¬ lichen Flächenmassen zu lokalen Unterschieden in den Durchlässigkeiten bzw. Dämmwerten. Auch beim Einsatz als Feuchteträger, bspw. in Windeln, bedingen lokal unterschiedliche Flächenmassen Unterschiede in der Flüssigkeitsaufnahme.
Stand der Technik
Die Flächenmasse wird nach DIN EN 29073-1:1992-08 an Flächenabschnitten > 500 cm2 durch Wägen bestimmt. Die Flächenmasse wird im Allgemeinen im Anschluss an den Produktionsprozess als Mittelwert aus dem Quotienten des Gewichts und der Gesamtfläche einer Fasermatte ermittelt. Inhomogenitäten werden bei dieser Art der Bestimmung je nach Größe der Prüffläche gemittelt. Dieses Verfahren ist diskontinuierlich, es stellt lediglich eine exemplarische Bestimmung der Flächenmasse dar und hat zudem die Zerstörung der Fasermatten zur Folge. Es eignet sich daher nicht für eine On-line-Qualitätskontrolle bei der Herstellung oder Verwendung von Fasermatten.
Die Homogenität der Faserverteilung der Faser¬ matten kann auch durch eine Dickenkontrolle erfasst werden. Die Dicke der Fasermatten wird nach DIN EN ISO 9073-2:1997-02 bestimmt und kann durch das Aufsetzen einer Messplatte in Verbindung mit einem Wegaufnehmer gemessen werden. In dieser DIN, die, ebenso wie die erstgenannte DIN, bspw. dem Buch „Vliesstoffe" von W. Albrecht, H. Fuchs und W. Kittelmann, Wiley-VCH Verlag GmbH, Winheim (Deutschland. 2000) entnommen werden kann, werden der Prüfdruck und die Prüffläche in
Abhängigkeit von der Komprimierbarkeit und der Dicke der Fasermatten festgelegt. Da die Messplatte auf die Fasermatte aufgesetzt werden muss, ist dieses Verfahren nicht geeignet, die Faserverteilung kontinuierlich im Verlauf der Vliesherstellung im Vliesleger zu erfassen. In einer Abwandlung dieser DIN können auch mehrere Rollen in Verbindung mit einem Wegaufnehmer und einem entsprechenden Anpressdruck über das Vlies geführt werden. Bei einer Anordnung mehrerer Rollen quer zur Maschinenlaufrichtung kann die Vliesdicke kontinuier¬ lich und ortsaufgelost erfasst werden. Allerdings hängen die Messergebnisse vom Kontakt zwischen der abgreifenden Rolle und der Fasermatte, also vom Anpressdruck ab, so dass das Verfahren nur an Faser- matten ab einer bestimmten Festigkeit eingesetzt werden kann. Lockere Faserlagen, wie die unvernadelte Fache oder lockere Faserflocken, können damit nicht unter¬ sucht werden. Weiterhin ist die Dicke der Fasermatte nur ein indirektes Maß für die Flächenmasse, da diese sowohl von der Anzahl der Fasern als auch von deren
Verdichtung, bspw. von der so genannten Vernadelungsdichte, abhängig ist.
In der Werkstofftechnik wird zur Untersuchung verschiedener kompakter Festkörper auch die Ultra¬ schalltechnik eingesetzt. So ist es beispielsweise bekannt, Ultraschall-Impulse in das Festkörpermaterial einzukoppeln, damit sie sich in dem Material aus¬ breiten, und an einer Auskoppelstelle mit einem Ultraschall-Empfänger zu empfangen, um die Impuls¬ laufzeiten durch den Festkörper zu messen. Da die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Schall in Festkörpern höher ist als in Luft, wird die Impulslaufzeit bei gleichem Abstand zwischen Ultraschall-Sender und Ultraschall-Empfänger durch das Einkoppeln in den dazwischen positionierten Festkörper verkürzt. Die Ein- und Auskopplung der Ultraschall-Impulse wird entweder durch direkten Kontakt zwischen dem Festkörpermaterial und dem Ultraschall-Sender und -Empfänger oder mit Hilfe eines zusätzlichen Kopplungsmediums für Ultra¬ schall erreicht. Als Kopplungsmedien werden in der Regel spezielle Flüssigkeiten oder Wasser benutzt. Für die Untersuchung lockerer bzw. offenporiger Materialien ist diese Art der Einkopplung jedoch nicht geeignet. So kann die Kopplungsflüssigkeit die Zwischenräume bzw. die Poren des Materials füllen, so dass die Ausbreitung des Ultraschalls auch zu einem großen Teil im Kop- plungsmedium selbst erfolgen kann. Andererseits kann die Kopplungsflüssigkeit auch von dem zu untersuchenden Material adsorbiert werden, wodurch sich dessen Eigen¬ schaften - insbesondere die Geschwindigkeit des Ultraschalls - ändern können.
Aus der US 5824908 A ist eine Ultraschalltechnik zur berührungslosen Untersuchung von Materialien bekannt, bei der die Einkopplung des Ultraschalls in
das Festkörpermaterial ohne direkten Kontakt oder Zwischenschaltung eines speziellen Kopplungsmediums erfolgt. Die Einkopplung wird bei dieser Technik dadurch erreicht, dass durch geeignete Einstellung der eingestrahlten Ultraschallfrequenz eine Resonanz¬ frequenz des Festköpermaterials angeregt wird. Da die Resonanzfrequenz abhängig von der Art des Festkörper¬ materials und der Dicke der vermessenen Materialschicht ist, können über die Lage bzw. Verschiebung der Resonanzfrequenz Inhomogenitäten in der Probendicke sowie Materialschäden ermittelt werden. Eine Änderung der Schichtdicke kann dabei auch über eine Änderung der Laufzeiten der im Bereich der Resonanzfrequenz in das Material eingekoppelten Ultraschall-Impulse erfasst werden. In jedem Fall ist ein Durchstimmen der
Ultraschallfrequenz zur Einstellung der Resonanz notwendig, so dass keine kontinuierliche Messung möglich ist.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Bestimmung von Kennwerten und/oder der Homogenität einer lockeren bzw. offen¬ porigen Materialschicht, insbesondere einer Fasermatte, anzugeben, das sich mit geringem technischen Aufwand durchführen lässt und auch eine kontinuierliche
Überwachung der Homogenität der Materialschicht in einem Produktionsprozess ermöglicht.
Darstellung der Erfindung
Die Aufgabe wird mit dem Verfahren gemäß Patent¬ anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens sind Gegenstand der Unteransprüche oder
lassen sich der nachfolgenden Beschreibung sowie den Ausführungsbeispielen entnehmen.
Bei dem vorliegenden Verfahren zur Bestimmung von Kennwerten und/oder der Homogenität einer offenporigen Materialschicht, insbesondere einer Fasermatte, wird auf einer Seite der Materialschicht zumindest ein Ultraschall-Sender und auf einer gegenüberliegenden Seite zumindest ein Ultraschall-Empfänger eingesetzt. Die Materialschicht wird in einem oder mehreren geo¬ metrisch definierten Bereichen mit einem oder mehreren Ultraschall-Impulsen durchstrahlt und die Laufzeit der Ultraschall-Impulse zwischen dem Ultraschall-Sender und dem Ultraschall-Empfänger wird für jeden der Bereiche gemessen. Schließlich werden aus der Laufzeit Kennwerte der Materialschicht in den jeweiligen Bereichen durch Vergleich mit Referenzwerten bestimmt und/oder die Homogenität der Materialschicht wird durch Vergleich der Laufzeiten, die an örtlich unterschiedlichen Bereichen der Materialschicht gemessen wurden, bestimmt. Das vorliegende Verfahren zeichnet sich vor allem dadurch gegenüber bekannten Ultraschalltechniken aus, dass die Ultraschall-Impulse in einem Frequenz¬ bereich in die Materialschicht eingestrahlt werden, in dem sie nicht in Material der Materialschicht ein- koppeln.
Das vorliegende Verfahren ist somit ein kontakt¬ loses Verfahren, das ohne Verwendung eines Kopplungs- mediums auskommt. Das Verfahren beruht auf der über¬ raschenden Beobachtung, dass die Ausbreitung des Ultraschalls in den untersuchten lockeren bzw. offenporigen Materialschichten verzögert wird, wenn die
Ultraschall-Impulse nicht in das Festkörpermaterial der Materialschicht, bspw. in die ggf. die Materialschicht bildenden Fasern oder Partikel, einkoppeln. Die Verzögerung der Ultraschall-Impulse nimmt mit zuneh- mender Zahl von Fasern oder Partikeln, die zwischen Ultraschall-Sender und Ultraschall-Empfänger liegen, zu. Die Materialschichten bestehen dabei in der Regel aus einer Verteilung von Fasern oder Partikeln mit Luft- oder Gas-gefüllten Zwischenräumen, bspw. in Form von Matten oder Flocken.
Werden bspw. Fasermatten mit dem Verfahren unter¬ sucht, die durch eine Vielzahl übereinander geschich¬ teter Fasern gebildet sind und eine von Luft durch- drungene (poröse) Struktur darstellen, so wird im
Gegensatz zu den bekannten Ultraschalluntersuchungen an Festkörpern mit dem vorliegenden Verfahren eine Verlängerung der Laufzeit der Ultraschall-Impulse gegenüber der Laufzeit in Luft beobachtet. Diese Verlängerung ergibt sich dann, wenn die Ultraschall-
Impulse gemäß dem vorliegenden Verfahren eine Frequenz aufweisen, bei der sie nicht in die Fasern einkoppeln. Bei einer Einkopplung würde aufgrund der höheren Geschwindigkeit des Ultraschalls in Festkörpern eine Verkürzung der Laufzeit eintreten.
Als Grund für die LaufZeitverlängerung werden beim vorliegenden Verfahren Vielfachreflexionen an den Fasern im untersuchten Schichtbereich angenommen, so dass die Ultraschall-Impulse gegenüber einer gerad- linigen Ausbreitung in Luft oder einem Festkörper später am Ultraschall-Empfänger eintreffen. Die Anzahl der Reflexionen nimmt bei steigender Faserzahl auf dem Weg zwischen Sender und Empfänger zu, so dass damit
auch eine Verlängerung der Laufzeit mit zunehmender Faserzahl erklärbar ist. Somit werden beim vorliegenden Verfahren in unterschiedlichen Bereichen einer Faser¬ matte, die eine unterschiedliche Anzahl von Fasern bzw. eine unterschiedliche Flächenmasse aufweisen, unter¬ schiedliche Laufzeiten der Ultraschall-Impulse gemessen. Durch Vergleich der gemessenen Laufzeiten mit vorbestimmten Referenzwerten, die für den jeweils untersuchten Typ der Materialschicht vorab ermittelt werden können, lassen sich dann Kennwerte der Material¬ schicht, insbesondere die Flächenmasse und/oder die Anzahl der Fasern oder Partikel zwischen Ultraschall- Sender und Ultraschall-Empfänger, bestimmen. Weiterhin kann durch einfache Messung der Laufzeiten an örtliche unterschiedlichen Bereichen der Materialschicht die Homogenität der MaterialSchicht erfasst werden. Bei annähernd gleichen Laufzeiten liegt eine homogene Faser- bzw. Partikelverteilung über die untersuchte Fläche der Materialschicht vor. Größere Unterschiede sind ein Anzeichen für größere Inhomogenitäten in der
Faserverteilung. Die Laufzeiten können hierbei bspw. farblich codiert in einem 2D-Diagramm wiedergegeben werden, dessen x- und y-Achse der Längs- bzw. Querrichtung der untersuchten Fläche der Material- schicht entsprechen.
Für die Bestimmung der Kennwerte oder der Homogenität der Materialschicht ist es erforderlich, die Messung jeweils in geometrisch definierten Bereichen durchzuführen, um insbesondere für die
Bestimmung der Flächenmasse die Größe der durch¬ strahlten Fläche der Materialschicht zu kennen, die in die Messung eingeht. Diese Fläche kann bspw. über eine
Blende eingestellt werden, die zwischen dem Ultra¬ schall-Sender und dem Ultraschall-Empfänger direkt über der Materialschicht angeordnet wird. Der Ort und die Größe der Blendenöffnung geben dabei den momentanen Untersuchungsbereich der Materialschicht an, über den die Messung mittelt . Das Verfahren kann auch ohne Einsatz einer Blende durchgeführt werden, wenn die Empfangs- bzw. Sendefläche des Ultraschall-Empfängers und/oder -Senders so nahe an der Materialschicht platziert wird, dass der vermessene Bereich durch die Empfangs- bzw. Sendefläche des Ultraschallschall- Empfängers und/oder -Senders definiert ist. Hierbei kann diese Fläche auch die Materialschicht berühren.
Der Vergleich mit Referenzwerten zur Bestimmung der Kennwerte umfasst vorzugsweise einen Berechnungs¬ schritt, in dem aus der/den gemessenen Laufzeit (en) jeweils eine Laufzeitverlängerung gegenüber einer bekannten, insbesondere vorbestimmten, Laufzeit durch Luft berechnet wird. Die berechneten Laufzeitverlän¬ gerungen werden dann mit vorbestimmen Eichwerten verglichen, die Kennwerte der Materialschicht in Abhängigkeit von der Laufzeitverlängerung gegenüber Luft angeben. Derartige Eichwerte können durch eine Vormessung an Materialschichten gleichen Typs mit unterschiedlichen Kennwerten erhalten werden.
Für eine Vermessung der kompletten Fläche einer Materialschicht werden die geometrisch definierten Bereiche auf der Materialschicht kontinuierlich oder diskontinuierlich örtlich verändert, bis die voll¬ ständige Fläche vermessen bzw. abgerastert wurde. Hierbei ist es von Vorteil, wenn sich die Material-
Schicht während der Messungen relativ zum Ultraschall- Sender und Ultraschall-Empfänger bewegt und/oder der Ultraschall-Sender und Ultraschall-Empfänger relativ zur Materialschicht bewegt werden, um die örtlich unterschiedlichen Bereiche zu vermessen. Selbst¬ verständlich können mit mehreren Ultraschall-Sendern und/oder mehreren Ultraschall-Empfängern auch gleichzeitig Messungen in unterschiedlichen Bereichen durchgeführt werden.
Weiterhin lässt sich das vorliegende Verfahren auch zur Detektion von Abweichungen in der Homogenität schon im Produktionsprozeß der Materialschichten, insbesondere der Fasermatten, einsetzen. Hierzu werden kontinuierlich oder diskontinuierlich an unterschied¬ lichen Stellen der produzierten Fasermatten Messungen vorgenommen, um eine Abweichung um einen Mindestwert von einer vorgegebenen Solllaufzeit zu detektieren und diese Werte zur Steuerung des Produktionsprozesses zu nutzen.
Das Verfahren lässt sich somit als im Wesentlichen kontaktloses On-line-Messverfahren zur Bestimmung der Faserverteilung oder der Homogenität der Flächenmasse einer Materialschicht, insbesondere bei der Herstellung einer Fasermatte, einsetzen. Die Messung erfolgt durch Einstrahlung von Ultraschall-Impulsen durch Luft in die Materialschicht. Der Frequenzbereich, in dem die Ultraschall-Impulse eingestrahlt werden, wird dabei so gewählt, dass keine Einkopplung der Ultraschall-Impulse in das Material der Materialschicht stattfindet. Dies kann auch daran erkannt werden, dass sich eine Lauf¬ zeitverlängerung der Ultraschall-Impulse gegenüber
einer geradlinigen Ausbreitung in Luft ergibt. Das vorliegende Verfahren lässt sich im Gegensatz zu einer Einkopplungstechnik, bei der die Ultraschallfrequenzen im Bereich der Resonanzen der Materialschicht liegen müssen, mit sehr einfachem Aufwand realisieren. So ist bspw. bei der Vermessung von Fasermatten eine Einstrah¬ lung der Ultraschallsignale mit einer definierten Frequenz von bspw. 40 oder 250 kHz vollkommen aus¬ reichend. Die Bestimmung der Kennwerte und/oder der Homogenität der Flächenmasse der Materialschicht erfordert dabei lediglich die Bestimmung der Laufzeit der Ultraschall-Impulse zwischen Ultraschall-Sender und Ultraschall-Empfänger sowie ggf. einen Vergleich mit Referenzwerten. Mit dem vorliegenden Verfahren lässt sich daher die örtliche Verteilung der Flächenmasse einer Materialschicht auf einfache Weise bestimmen. Auch eine Überwachung der Homogenität einer Material- Schicht ohne Bestimmung der konkreten Flächenmassen ist mit dem Verfahren problemlos möglich.
Für eine kontinuierliche oder diskontinuierliche Vermessung einer Materialschicht kann bspw. ein gro߬ flächiger (zeilenförmiger) Ultraschall-Sender gegenüber einer Zeile von einzelnen Ultraschall-Empfängern für eine zeilenweise Bestimmung der Flächenmasse der
Materialschicht eingesetzt werden. Auch eine Anordnung eines großflächigen (zeilenförmigen) Ultraschall- Empfängers gegenüber einer Zeile von einzelnen Ultra¬ schall-Sendern ist für die zeilenweise Bestimmung der Flächenmasse möglich. Schließlich lassen sich bspw. mehrere auch Ultraschall-Empfänger und Ultraschall- Sender jeweils gegenüberliegend zeilenweise anordnen, um das Verfahren durchzuführen. In einer weiteren
Ausgestaltungsmöglichkeit wird zumindest ein Paar aus Ultraschall-Sender und Ultraschall-Empfänger zeilen¬ weise über die Materialschicht geführt, die sich gleichzeitig senkrecht zur Zeilenrichtung zwischen Sender und Empfänger hindurch bewegt .
Das vorliegende Verfahren lässt sich vorteilhaft bei der Herstellung von breiten Fasermatten, z. B. an Vlieslegemaschinen einsetzen, um eine Qualitäts- kontrolle durchzuführen und/oder den Herstellungs- prozess zu optimieren. Das Verfahren kann auch lediglich der Prozessaufzeichnung dienen und lässt sich, da es kontaktlos arbeitet, sowohl im Bereich vernadelten als auch unvernadelten Materials problemlos einsetzen. Für eine Vermessung von kleineren Faser¬ matten kann zusätzlich eine x-y-Tischsteuerung zur punktförmigen Aufzeichnung der Flächenverteilung eingesetzt werden, mit der die Matten zur raster- förmigen Vermessung bewegt werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Das vorliegende Verfahren wird nachfolgend ohne Beschränkung des durch die Patentansprüche vorgegebenen Schutzbereichs anhand von Ausführungsbeispielen nochmals erläutert. Hierbei zeigen:
Fig. 1 schematisch ein Beispiel für einen
Messaufbau zur Durchführung des vorliegenden Verfahrens;
Fig. 2 ein Beispiel für gemessene Laufzeiten bei Durchgang durch Luft und durch ein Vlies; und
Fig. 3 eine beispielhafte Darstellung eines 2D-
Diagramms zur Visualisierung der gemes¬ senen Laufzeiten bzw. der Homogenität einer Fasermatte.
Wege zur Ausführung der Erfindung
Figur 1 zeigt ein Beispiel für eine Messanordnung zur Durchführung des vorliegenden Verfahrens. Die Messanordnung setzt sich aus einem Ultraschall-Sender 1 und einem gegenüberliegenden Ultraschall-Empfänger 2 zusammen, die an einem Ultraschall-Signalgenerator 3 zur Erzeugung eines getriggerten Ultraschall-Impulses angeschlossen sind. Der Ultraschall-Signalgenerator 3 und der Ultraschall-Detektor 2 sind weiterhin mit einem PC mit Oszillograph-Funktion 4 zur Aufzeichnung des vom
Ultraschall-Detektor 2 empfangenen Ultraschall-Signals verbunden. Die Materialschicht, im vorliegenden Bei¬ spiel ein Vlies 5, ist in einem geringen Abstand über dem Ultraschall-Empfänger 2 angeordnet, so dass die jeweils untersuchte Fläche des Vlieses durch die
Empfangsfläche des Ultraschall-Empfängers 2 vorgegeben ist. Alternativ oder zusätzlich kann eine Blende 6 aus einem für den Ultraschall undurchlässigen Material, bspw. eine Metallfolie mit einer Öffnung (z. B. ein Quadrat mit einer definierten Fläche) direkt über dem
Vlies 5 angeordnet werden, um die untersuchte Fläche zu verkleinern bzw. zu begrenzen und damit die lokale Auflösung des Verfahrens zu verbessern.
Die Messung wird in diesem Beispiel mit einem Ultraschall-Impuls einer Frequenz von 250 kHz durch¬ geführt. Die Laufzeit des Ultraschall-Impulses in Luft t0 beträgt bei einem Abstand L zwischen Sender und
Empfänger von 41 mm ca. 127 μs. Die Schallgeschwindig¬ keit in Luft beträgt etwa 330 m/sec unter Normaldruck und bei Raumtemperatur. Beim Durchlaufen eines typischen Vlieses 5 wird die Laufzeit des Ultraschall- Impulses tx = 130,3 μs um ca. Δt = 3,3 μs verzögert. Diese Laufzeit wird an dem PC-Oszillographen 4 gemessen, der das empfangene Ultraschall-Signal 8 sowie ein Triggersignal 7 des Ultraschall-Signalgenerators 3 erhält, aus denen die Verzögerungszeit berechnet werden kann.
Vorzugsweise wird das Vlies 5 bereits während oder direkt im Anschluss an den Herstellungsprozess mit dem vorliegenden Verfahren vermessen, wobei das Vlies in einer Richtung zwischen dem Ultraschall-Sender 1 und dem Ultraschall-Empfänger 2 kontinuierlich hindurch bewegt wird. Die Anordnung aus Ultraschall-Sender 1 und Ultraschall-Empfänger 2 kann dabei bspw. senkrecht oder - unter Berücksichtigung der Weiterbewegung des Vlieses - auch schräg zur Bewegungsrichtung des Vlieses 5 zeilenweise hin- und herbewegt werden, um die gesamte Fläche zu vermessen. Das Zeitintervall zur jeweiligen Bestimmung der Laufzeiten wird vorzugsweise so kurz eingestellt, dass sich das Vlies in diesem Zeit- intervall nur wenig weiterbewegt. Ein eventueller
Versatz des Vlieses während der Abrasterung der Zeile kann bei einer 2D-Darstellung, wie sie in Figur 3 beispielhaft gezeigt ist, mit eingerechnet werden.
Figur 2 zeigt beispielhaft die Laufzeiten des Ultraschallsignals von t0 = 127 μs an Luft (Teilab¬ bildung a) und von tx = 130,3 μs an einem Vlies (Teil- abbildung b) bei dem gewählten Abstand L von 41 mm zwischen Ultraschall-Sender 1 und Ultraschall-Empfänger 2. Aus den beiden Teilabbildungen ist, durch die gestrichelten senkrechten Linien angedeutet, deutlich die Laufzeitverzögerung des Ultraschall-Impulses durch das Vlies zu erkennen.
Durch Auftragung der an den unterschiedlichen Orten des Vlieses gemessenen Laufzeiten über der Fläche kann ein Bild der Homogenität des Vlieses erstellt werden. Schwachstellen im Vlies können in dieser Darstellung sofort erkannt werden.
Figur 3 zeigt hierbei bspw. eine 2D-Kontur der Laufzeitverzögerung Δt an einem Vlies mit einer Fläche von 500 x 500 mm2. Die unterschiedlichen, in der Figur erkennbaren Flächen sind Bereiche des Vlieses mit unterschiedlichen Flächenmassen. Insbesondere die Bereiche mit der geringsten Laufzeitverzögerung stellen die Schwachpunkte der Fasermatte dar. Eine derartige Darstellung wird vorzugsweise farblich codiert visuali- siert, so dass die Schwachstellen für den Betrachter sofort anhand der Farbe erkennbar sind.
Durch vorherige Eichmessungen für den jeweiligen Vliestyp können den Verzögerungszeiten auch die entsprechenden Flächenmassen zugeordnet werden, so dass anstelle der Verzögerungszeit in diesem Fall direkt die Flächenmasse des jeweils vermessenen Bereiches Vlieses angegeben werden kann.
Bezugszeichenliste
1 Ultraschall-Sender
2 Ultraschall-Empfänger bzw. -Detektor 3 Ultraschall-Signalgenerator
4 PC-Oszillograph
5 Vlies
6 Blende
7 Triggersignal 8 Ultraschallsignal (Messsignal)