Verfahren zum Betreiben eines Sensors und Aus erteeinrich- tung zur Durchführung des Verfahrens
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Betreiben eines Sensors, insbesondere eines Raddrehzahlsensors, der Sensorausgangssignale an eine elektronische Auswerteeinrichtung übermittelt. Sie betrifft weiterhin eine elektronische Auswerteeinrichtung für einen zugeordneten Sensor zur Durchführung des Verfahrens.
Bei aktiven Bewegungssensoren ist üblicherweise ein Messwertaufnehmer vorgesehen, der beispielsweise mit einem magnetostatisch empfindlichen Element mit einem Permanentmagneten versehen sein kann. Der Messwertaufnehmer wirkt dabei mit einem geeigneten die zu erfassende Bewegung ausführenden Encoder oder Messwertgeber zusammen. Das Sensorelement spricht dabei beispielsweise auf eine durch die zu erfassende Bewegung des Encoders hervorgerufene Änderung der magnetischen Flussdichte oder des Feldvektors an, wobei das Ausgangssignal des Sensorelements einem Modulator zugeführt wird, der üblicherweise eine periodische Sensorspannung oder einen periodischen Sensorstrom erzeugt, dessen Frequenz durch die Bewegungsgeschwindigkeit bestimmt wird.
Derartige aktive Sensoren finden gerade in der Kraftfahrzeugtechnik, beispielsweise in Fahrstabilitäts- oder in einer Kraftfahrzeugbremsenregulierung, insbesondere als Raddrehzahlsensoren, steigende Verbreitung. Gerade in Verbindung mit möglichen Anwendungen in sicherheitsrelevanten Bereichen, wie beispielsweise bei der Bremsensteuerung in einem Kraftfahrzeug, ist eine besonders hohe Zuverlässigkeit der von den Sensoren gelieferten Ausgangssignale von besonderer Bedeutung.
Aus der WO 00/22441 ist eine Eingangsschaltung eines Bremsensteuergerätes für einen Raddrehzahlsensor bekannt, mit der das Signal eines 2-Level- oder 3-Level-Sensors verarbeitet wird. Die bekannte Schaltung bereitet das Stromsignal eines Raddrehzahlsensors für das Bremsensteuergerät auf, so dass Übertragungsstörungen weitestgehend eliminiert werden. Zur Vermeidung von Fehlinterpretationen des Signals aufgrund kurzzeitiger Signalstörungen wird das Signal gefiltert. Zur Vermeidung von Problemen aufgrund länger anhaltender Übertragungsstörungen (Sensorausfall, Kurzschlüsse, Übergangswiderstände etc.) wird das Impulssignal des aktiven Sensors mit Schwellenwerten überprüft, wie sie in Fig. 1 dargestellt sind. Über- bzw. unterschreitet das Signal die vorgegebenen Schwellen, wird das Sensorsignal verworfen und ein Fehlersignal erzeugt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der oben genannten Art anzugeben, mit dem eine besonders hohe Zuverlässigkeit bei der Auswertung der Sensorausgangssignale und somit eine besonders hohe betriebliche Sicherheit erreichbar ist. Zudem soll eine für die Durchführung des Verfahrens besonders geeignete Auswerteeinrichtung angegeben werden.
Die Auswerteeinrichtung und die für diese vorgesehene Schaltungsanordnung dient insbesondere zur Verbesserung der aus der WO 00/22441 bekannten Schaltungsanordnung, so dass hinsichtlich der übrigen, im Folgenden nicht ausdrücklich erläuterten Bestandteile der Schaltung auf die vorstehend genannte Druckschrift verwiesen wird.
Bezüglich des Verfahrens wird die genannte Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das zeitliche Verhalten eines charakteristischen Sensorsignals überwacht und mit einem erwarteten zeitlichen Verhalten verglichen wird, wobei bei einer Abweichung des ermittelten vom erwarteten zeitlichen Verhalten von mehr als einer vorgebbaren Toleranzschwelle auf eine Funktionsstörung des Sensors geschlossen wird.
Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass eine besonders hohe betriebliche Sicherheit und eine besonders hohe Zuverlässigkeit bei der Auswertung der vom Sensor bereitgestellten Ausgangssignale insbesondere dadurch erreichbar ist, dass mögliche Fehlerquellen bei der Auswertung der Sensorsignale konsequent unterdrückt werden. Zusätzlich oder alternativ zu den durch das System nach der Druckschrift WO 00/22441 unterdrückten kurzzeitigen Signalstörungen oder Übertragungsstörungen sollten daher auch Fehlerquellen konsequent unterdrückt werden, die sich bei einem lang anhaltenden Einsatz des Sensors, beispielsweise in einem Kraftfahrzeug, über einen längeren Zeitraum hinweg einstellen könnten. Als derartige Fehlerquellen kommen insbesondere bei der Verbindung des jeweiligen Sensors mit der zugeordneten Auswerteeinheit hinzukommende elektrische Widerstände in Betracht, die mit der Zeit das der Auswerteeinheit zugeführte Sensorsignal systematisch verfälschen könnten. Derartige, sich mit der Zeit einstellende elektrische Widerstände können hinzutretende serielle Widerstände infolge einer sich verschlechternden Kontaktierung des Sensors beispielsweise durch Korrosion oder signalseitig parallel geschaltete Widerstände durch sich bildende parasitäre Strompfade zu anderen Steckerkontakten oder sich einstellende Isolationsprobleme im Steckergehäuse auftreten. Um die durch derartige zusätzlich auftretende elektrische Widerstände denkbare Ver-
fälschung der Sensorausgangssignale konsequent zu vermeiden, sollte der Sensor hinsichtlich seiner Anbindung an die Auswerteeinheit kontinuierlich überwacht und auf seine ordnungsgemäße Funktionsfähigkeit hin überprüft werden. Wie sich herausgestellt hat, bilden sich derartige, die Sensorsignale möglicherweise verfälschende zusätzliche Widerstände in zeitlicher Hinsicht vergleichsweise langsam aus. Ein besonders geeignetes Kriterium für die Erkennung derartiger sich einstellender Fehlerquellen ist somit die zeitliche Überwachung von charakteristischen Sensorausgangssignalen. Falls dabei eine Abweichung des charakteristischen Sensorausgangssignals von einem erwarteten Signalwert festgestellt wird, so kann auf eine eingetretene Fehlfunktion des Sensors geschlossen werden, so dass eine Berücksichtigung der vom Sensor gelieferten Ausgangssignale für die weitere Auswertung rechtzeitig unterdrückt werden kann.
Mit anderen Worten: Es wird ausgehend von einem fehlerfreien Signal eine längerfristige Signalverschlechterung betrachtet, welche sich z. B. durch Serien- oder Parallelwiderstände ergibt. Eine besonders einfache und damit kostengünstige Lösung für diese Auswertung besteht darin, die Zeit zu betrachten, die benötigt wird, um zwei Schwellwerte mit definiertem Abstand zu über- oder unterschreiten. Bevorzugt wird die in der an sich bekannten Schaltungsanordnung vorhandene Schwelle 1 in Fig. 1, welche beispielsweise bei etwa 10 mA liegt, in zwei Schwellen 1' und 3 (Fig. 2) aufgespaltet, wobei die neuen Schwellen insbesondere leicht oberhalb bzw. leicht unterhalb der vorher verwendeten Schwelle, z. B. bei 9,3 mA und 10,7 A, angeordnet werden.
Durch Einführung von weiteren Schwellen kann das Verfahren erweitert und verfeinert werden. Die Systemverfügbarkeit erhöht sich in diesem Fall.
Als charakteristisches Sensorausgangssignal, dessen mögliche zeitliche Veränderung überwacht wird, kommt beispielsweise ein vom Sensor unmittelbar geliefertes Ausgangssignal, wie beispielsweise die Amplitude einer Ausgangsspannung oder eines Ausgangsstroms, in Betracht. Alternativ kann als zur Überwachung herangezogenes charakteristisches Sensorausgangssignal insbesondere für den Fall, dass ein Sensorausgangssignal in Form von Impulssignalen, wie beispielsweise Rechtecksignalen oder Sinussignalen, vorliegt, aber auch vorteilhafterweise die so genannte Flankensteilheit des Sensorausgangssignals überwacht und im Hinblick auf eine noch tolerierbare Abweichung von einem Erwartungswert hin überprüft werden. Dabei kann die Auswertung der Steilheit der ansteigenden und/oder der abfallenden Flanke vorgesehen sein. Die Überwachung der ansteigenden Flanke kann dabei vorzugsweise erfolgen, indem auf eine Funktionsstörung des Sensors geschlossen wird, wenn das Sensorausgangssignal während der Dauer eines gewöhnlichen Impulses einen vorgegebenen Schwellwert nicht überschreitet. Im Fall der Überwachung der abfallenden Flanke wird hingegen vorzugsweise auf eine Funktionsstörung des Sensors geschlossen, wenn das Sensorausgangssignal während der Dauer eines gewöhnlichen Impulses einen vorgegebenen Schwellwert nicht unterschreitet. Das charakteristische Sensorsignal ist in diesen Fällen somit eine Flankenzeit. Dabei liegt die Erkenntnis zugrunde, dass eine Verfälschung der Sensorausgangssignale durch das Auftreten der genannten seriellen oder parallelen Widerstände sich insbesondere in vergleichsweise flachen Flankenverläufen niederschlagen kann, so dass ausgehend vom Beginn des
Impulses der jeweils vorgesehene Schwellwert später erreicht wird als vorgesehen. Die Zeit wird dabei vorzugsweise mittels eines Signalfilters bestimmt.
Vorteilhafterweise ist zusätzlich zur Überwachung des charakteristischen Sensorsignals zur weiteren Erhöhung der Zuverlässigkeit bei der Auswertung der Sensorausgangssignale in der Art einer Plausibilitätskontrolle vorgesehen, dass ein Sensorausgangssignal in der elektronischen Auswerteeinheit nur dann weiterverarbeitet wird, wenn es innerhalb eines vorgegebenen Normbereichs oder innerhalb eines erwartungsgemäß als zulässig erachteten Wertebereichs liegt.
Vorteilhafterweise handelt es sich beim Sensor um einen Raddrehzahlsensor eines Kraftfahrzeugs, wobei der Sensor vorzugsweise als 3-Level-Sensor ausgestaltet ist.
Bezüglich der Auswerteeinrichtung für einen zugeordneten Sensor wird die genannte Aufgabe gelöst mit einem Sensorsignaleingang, dem eine Anzahl von Komparatoren nachgeschaltet ist, die ihrerseits ausgangsseitig mit einer Auswertelogik verbunden sind, wobei an die Auswertelogik ein Fehlermeldebaustein angeschlossen ist. Die Auswertelogik ist dabei vorzugsweise derart ausgestaltet, dass beim Abweichen des zeitlichen Verhaltens eines charakteristischen Sensorsignals von einem erwarteten zeitlichen Verhalten von mehr als einer vorgebbaren Toleranzschwelle auf eine Funktionsstörung des Sensors geschlossen wird.
Vorzugsweise ist die Auswertelogik ausgangsseitig mit einem Mikroprozessorsystem zur Steuerung eines Kraftfahrzeugbremsenreglers verbunden.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besteht die Schaltungsanordnung aus einem n-bit A/D- Wandler, insbesondere mit nachfolgender digitaler Filterung und Auswertung. Die digitale Filterung ermöglicht eine Unterdrückung von störenden Signalanteilen, die sonst in unerwünschter Weise einen Fehler auslösen würden.
Besonders bevorzugt wird in der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung ein digitaler Tiefpass 1. Ordnung eingesetzt, welcher eine besonders kostengünstige Lösung darstellt.
Durch ein zusätzliches RS-Latch in dem Signalpfad, welcher dem Bremsensteuergerät zugeführt wird, kann die Signalqualität vorzugsweise noch weiter verbessert werden.
Eine weitere Möglichkeit, das erfindungsgemäße Ziel zu erreichen, besteht prinzipiell darin, eine Signalnachführung mit einem Analog/Digital-Wandler mit einer entsprechenden Schaltungsanordnung zu realisieren. Eine derartige Schaltungsanordnung wäre jedoch erheblich aufwendiger als die erfindungsgemäß bevorzugte Schaltungsanordnung mit analoger Signalnachführung .
Die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung zeichnet sich gegenüber anderen denkbaren Schaltungsanordnungen zur Beseitigung von Funktionsstörungen bei der Sensorübertragung durch eine besondere Einfachheit aus. So werden beispielsweise keine Flip-Flops im Signalpfad benötigt. Wird mit der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung eine Sensoreingangsschaltung, wie sie z. B. in der Eingangs angeführten WO 00/22441 beschrieben ist, erweitert, kann besonders vorteilhaft ein bereits vorhandenes digitales Filter mitbenutzt werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
Fig. 1 ein Diagramm mit Signalerkennungsschwellen, wie sie in einer an sich bekannten Schaltungsanordnung vorhanden sind,
Fig. 2 ein Diagramm, welches die Schwellenwerte nach der Erfindung und die erfindungsgemäße Auswertelogik mit anschließender Filterung erläutert, und
Fig. 3 ein Beispiel für eine erfindungsgemäße Schaltungsanordnung.
Durch die in Fig. 1 dargestellten Schwellen der an sich bekannten Schaltungsanordnung wird mittels Komparatoren das Signal eines Raddrehzahlsensors ausgewertet, in dem geprüft wird, ob sich das Signal innerhalb eines festgelegten Arbeitsbereiches befindet. Befindet sich das Sensorsignal 2 oberhalb von Schwelle 1, wird noch kein Fehlersignal erzeugt, dies geschieht vielmehr erst, wenn das Sensorsignal 2 die Schwelle 1' übersteigt. Wenn sich das Signal 2' unterhalb von Schwelle 1" befindet, wird ebenfalls ein Fehlersignal erzeugt. Demzufolge wird erkannt, ob die Eingangsströme zu klein oder zu groß werden. Um durch die gegebenen Toleranzen des Sensors und der Verarbeitungselektronik nicht willkürlich einen Fehler zu melden, werden die Fehlererkennungsschwellen in ausreichendem Abstand zu den typischen Ausgangströmen des Sensors gelegt.
Die Auswerteschaltung ist damit unempfindlich für kleine Störungen am Eingang. Damit existieren aber auch Graubereiche, in denen kein Fehler angezeigt wird und eine korrekte
Signalverarbeitung nicht mehr sichergestellt ist. Im einem ungünstigen Fall kann es vorkommen, dass vom System fälschlich eine Fahrsituation mit einem Radschlupf erkannt wird, und deshalb eine ABS-Regelung durchgeführt wird. Eine entsprechende Situation entsteht beispielsweise dann, wenn sich das Sensorsignal während der Fahrt so weit verschlechtert, dass Schwelle 1 unterschritten wird. In diesem Fall wird kein Impuls mehr weitergeleitet, was einem stehenden Rad (Schlupf) entspricht.
In Fig. 3 ist eine zusätzliche Schwelle 3 zu der in Fig. 2 dargestellten, bereits vorhandenen Schwelle 1', vorgesehen. Fig. 2 zeigt die entsprechende Schaltungsanordnung. Signal 4 ist das analoge Sensorsignal, welches am Eingang des Bremsensteuergerätes anliegt. Stromsignal 4 wird durch Stromspiegel 12 in ein Spannungssignal umgewandelt, welches Kom- paratoren 13 und 14 eingangsseitig zugeführt ist. Das anliegende Signal wird dann mit zwei Referenzspannungen verglichen. Die Ausgänge der Komparatoren sind mit zwei Eingängen von Logik 7 verbunden. Die erfindungsgemäße Schaltung ist in einen Chip des Bremsensteuergerätes integriert. Signal 5 ist ein Digitalsignal, welches an Ausgang 6 von Logik 7 anliegt. Signal 8 liegt an Ausgang 10 der Logik an und wird Digitalfilter 11 zugeführt. Logik 7 ist so ausgeführt, dass in Abhängigkeit der Schwellenüberschreitung des Signals 4 bezüglich der Schwellen 1' und 3 ein Signalmuster entsprechend Signal 8 erzeugt wird. Am Ausgang des Digitalfilters 11 wird Signal 9 ausgegeben. Ein High-Pegel von Signal 9 entspricht einem Fehler des Sensorsignals. Die Schaltung bestimmt über das Filter die Zeit, die vergeht, um die beiden Schwellen zu durchlaufen. Im normalen Betriebsbereich wird diese Zeit durch die Flankensteilheit der Sensorstromflanken bestimmt. Ist diese Zeit länger als ein vorgegebener Grenzwert, wird
ein Fehler des Sensorsignals erkannt. Mit der entwickelten Schaltung wird - bevor das Radsignal falsch bewertet wird - ein Fehler, bzw. die Verschlechterung des Sensorsignals angezeigt.
Bezugszeichenliste
1, 1', 1" Schwellen
2, 2' Sensorsignale
3 Schwelle
4 (Strom-) Signal
5 (Digital-) Signal
6 Ausgang
7 Logik
8, 9 Signale
10 Ausgang
11 Digitalfilter
12 Stromspiegel
13, 14 Komparatoren