Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Lageregelung von
Baugruppen einer Druckmaschine gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1. Des weiteren betrifft die Erfindung eine
Vorrichtung zur Lageregelung von Baugruppen einer Druckmaschine
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 10.
[Stand der Technik]
Zur Ausführung eines neuen Druckauftrags müssen an einer
Druckmaschine eine Vielzahl von Einstellungen vorgenommen
werden. Derartige Einstellungen an Druckmaschinen, die der
Einrichtung der Druckmaschine für einen neuen Druckauftrag
dienen und außerhalb des normalen Druckbetriebs durchgeführt
werden, bezeichnet man auch als Einrichtarbeiten. Bei derartigen
Einrichtarbeiten ist es unter anderem erforderlich,
Baugruppen der Druckmaschine von einer Lage bzw. Position in
eine andere Lage bzw. Position zu überführen. Als exemplarisches
Beispiel für eine derartige Einrichtarbeit sei der
Wechsel einer Druckplatte an einem Druckplattenzylinder eines
Druckwerks der Druckmaschine genannt. Bei einem derartigen
Druckplattenwechsel muss der Druckplattenzylinder definierte
Positionen anfahren.
Die DE 41 37 482 A1 offenbart eine Abtour-Einrichtung für
einen Antriebsmotor einer Druckmaschine. Eine Drehzahlsollwerteinrichtung
erzeugt im Fall eines Not-Aus eine Sollwertgröße
bzw. eine Führungsgröße für die Drehzahl, um nach einer
optimalen Drehzahl-Zeit-Kennlinie den Abtour-Vorgang entsprechend
den Anforderungen an die Druckmaschine durchzuführen.
Das in der DE 41 37 482 A1 beschriebene Verfahren eignet sich
jedoch nicht, um zum Beispiel Einrichtarbeiten an einer
Druckmaschine durchzuführen.
[Aufgabe der Erfindung]
Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem
zugrunde, ein neuartiges Verfahren sowie eine entsprechende
Vorrichtung zur Lageregelung von Baugruppen einer
Druckmaschine zu schaffen.
Dieses Problem wird dadurch gelöst, dass das eingangs genannte
Verfahren zur Lageregelung durch die Merkmale des kennzeichnenden
Teils des Patentanspruchs 1 weitergebildet ist.
Erfindungsgemäß wird aus Daten einer vorgegebenen, durchzuführenden
Lageänderung bzw. Positionsänderung einer Baugruppe
der Druckmaschine und aus Daten über eine für die Baugruppe
bzw. die Druckmaschine maximal zulässige Geschwindigkeit
und/oder eine maximal zulässige Beschleunigung und/oder einen
maximal zulässigen Ruck automatisch mindestens eine Führungsgröße
für die Lageregelung generiert. Aus den obigen Daten
werden vorzugsweise Schaltpunkte für den Ruck derart generiert,
dass die vorgegebene, durchzuführende Lageänderung
bzw. Positionsänderung zeitoptimal erfolgt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist im unabhängigen Patentanspruch
10 definiert. Die erfindungsgemäße Verwendung derselben
ergibt sich aus den Patentansprüchen 14 und 15.
Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung.
[Beispiele]
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden, ohne hierauf
beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert.
Dabei zeigt:
- Fig. 1:
- eine schematisierte Darstellung einer Druckmaschine;
- Fig. 2:
- ein Detail der Druckmaschine gemäß Fig. 1 im
Bereich eines Druckplattenzylinders;
- Fig. 3:
- ein Blockschaltbild eines Regelungssystems mit
der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
- Fig. 4:
- ein normiertes Diagramm zur Verdeutlichung der
Erfindung;
- Fig. 5:
- ein normiertes Diagramm zur weiteren Verdeutlichung
der Erfindung;
- Fig. 6:
- ein normiertes Diagramm zur weiteren Verdeutlichung
der Erfindung; und
- Fig. 7:
- ein normiertes Diagramm zur weiteren Verdeutlichung
der Erfindung.
Fig. 1 zeigt schematisiert eine Druckmaschine 10, die an
einem Ende einen Anleger 11 und an einem gegenüberliegenden
Ende einen Ausleger 12 aufweist. Ein zu bedruckendes Material
wird ausgehend vom Anleger 11 durch die Druckmaschine 10 in
Richtung auf den Ausleger 12 bewegt und dabei durch mehrere
Druckwerke 13 gefördert. Im Anschluss an die Druckwerke 13
kann das zu bedruckende Material noch durch ein Veredelungsmodul
14, insbesondere durch ein Lackmodul, bewegt werden.
Zur Anpassung der Druckmaschine 10 an einen neuen Druckauftrag
müssen an der Druckmaschine 10 unterschiedlichste Einrichtarbeiten
durchgeführt werden. Hierbei kann es sich zum
Beispiel um das Auswechseln einer Druckplatte an einem Druckplattenzylinder
in den Druckwerken 13 handeln. Fig. 2 zeigt
ein vergrößertes Detail eines Druckwerks 13 im Zusammenhang
mit einem Druckplattenwechsel. So zeigt Fig. 2 eine Druckplatte
15, die bei einem Druckplattenwechsel einem Druckplattenzylinder
16 zugeführt wird. Hierzu muss der Druckplattenzylinder
16 vordefinierte Positionen, nämlich Winkelstellungen,
anfahren. Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung
werden nun ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Lagereglung
vorgeschlagen, womit der Druckplattenzylinder beim Druckplattenwechsel
diese vorbestimmten Positionen zeitoptimal anfahren
kann. Es sei darauf hingewiesen, dass die hier vorliegende
Erfindung nicht auf den Druckplattenwechsel an einem
Druckplattenzylinder beschränkt ist, sondern vielmehr auch
bei anderen Baugruppen verwendet werden kann, die im Zusammenhang
mit Einrichtarbeiten eine vordefinierte Position bzw.
Lage einnehmen müssen.
Fig. 3 zeigt stark schematisiert ein Blockschaltbild eines
Lageregelkreises, der zum Beispiel dazu verwendet wird, um
die im Zusammenhang mit Fig. 2 erläuterte Positionsänderung
bzw. Lageänderung des Druckplattenzylinders 16 vorzunehmen.
So umfasst der Lageregelkreis eine zu regelnde Strecke 18,
wobei die Regelstrecke 18 weiterhin unterlagerte Regelkreise
im Sinne einer Kaskadenregelung aufweisen kann. Weiterhin
umfasst der Lageregelkreis einen Regler 17, der, abhängig von
dem Unterschied zwischen einem Sollwert 19 und einem Istwert
20, eine Stellgröße 21 zur Beeinflussung der Regelstrecke 18
erzeugt. Der Sollwert 19 wird auch als Führungsgröße bezeichnet.
Es liegt nun im Sinne der hier vorliegenden Erfindung, mindestens
eine derartige Führungsgröße 19 für die Lageregelung
von Baugruppen einer Druckmaschine automatisch mithilfe eines
Sollwertgenerators bzw. Führungsgrößengenerators 22 zu erzeugen.
Hierzu werden dem Führungsgrößengenerator 22 Daten zugeführt,
aus denen derselbe automatisch die oder jede Führungsgröße 19
für die Lageregelung generiert. Bei den dem Führungsgrößengenerator
22 zugeführten Daten handelt es sich im bevorzugten
Ausführungsbeispiel um Daten 23 über die vorgegebene, durchzuführende
Lageänderung bzw. Positionsänderung der Baugruppe
sowie über Daten 24 über eine maximal zulässige Geschwindigkeit,
Daten 25 über eine maximal zulässige Beschleunigung und
Daten 26 über einen maximal zulässigen Ruck für die Druckmaschine
10 bzw. die zu regelnde Baugruppe derselben. Die Daten
23 über die vorgegebene, durchzuführende Lageänderung bzw.
Positionsänderung umfassen zumindest den Anfangspunkt und den
Endpunkt der durchzuführenden Lageänderung. Die Daten 24 über
die maximal zulässige Geschwindigkeit umfassen zumindest
Daten über die maximal zulässige, positive sowie die maximal
zulässige, negative Geschwindigkeit. Ebenso umfassen die
Daten 25 und 26 über die maximal zulässige Beschleunigung
sowie den maximal zulässigen Ruck zumindest Daten über die
maximal zulässige, positive und negative Beschleunigung sowie
über den maximal zulässigen, positiven und negativen Ruck für
die zu regelnde Baugruppe der Druckmaschine 10. Aus diesen
Daten erzeugt der Führungsgrößengenerator 22 automatisch
zumindest Schaltpunkte für den Ruck, derart, dass die vorgegebene,
durchzuführende Lageänderung bzw. Positionsänderung
zeitoptimal erfolgt. Dies wird nachfolgend unter Bezugnahme
auf Fig. 4 bis 7 in größerem Detail beschrieben.
Bei den Diagrammen der Fig. 4 bis 7 handelt es sich aus
Darstellungsgründen um normierte Diagramme, die jeweils den
zeitlichen Sollwertverlauf bzw. Führungsgrößenverlauf des
Rucks, der Beschleuniqung, der Geschwindigkeit sowie der Lage
für vier unterschiedliche, mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
sowie der erfindungsgemäßen Vorrichtung zu regelnde
Positionsänderungsaufgaben bzw. Lageänderungsaufgaben zeigen.
Auf der horizontal verlaufenden x-Achse der Diagramme gemäß
Fig. 4 bis 7 ist jeweils die normierte Zeit und auf der
vertikal verlaufenden y-Achse sind jeweils die normierten
Rucksollwerte, Beschleunigungssollwerte, Geschwindigkeitssollwerte
bzw. Lagesollwerte aufgetragen. Es sei angemerkt,
dass sich die Beschleunigung aus der Integration des Rucks
über der Zeit ergibt. Die Geschwindigkeit folgt aus der
Integration der Beschleunigung über der Zeit, die Lage folgt
aus der Integration der Geschwindigkeit über der Zeit. Mit
anderen Worten ausgedrückt, ergibt sich aus der zeitlichen
Ableitung der Lage die Geschwindigkeit, aus der zeitlichen
Ableitung der Geschwindigkeit ergibt sich die Beschleunigung
und aus der zeitlichen Ableitung der Beschleunigung ergibt
sich der Ruck.
Wie bereits erwähnt, wird dem Führungsgrößengenerator 22 im
Sinne der hier vorliegenden Erfindung neben den Daten über
die maximal zulässige, positive und negative Geschwindigkeit,
den Daten über die maximal zulässige, positive und negative
Beschleunigung sowie den Daten über einen maximal zulässigen,
positiven und negativen Ruck auch Daten über die vorgegebene,
durchzuführende Lageänderung zugeführt. Bei den Daten über
die durchzuführende Lageänderung handelt es sich um den
Anfangspunkt sowie den Endpunkt der durchzuführenden Positionsänderung.
Fig. 4 verdeutlicht nun ein Regelungsproblem, bei welchem die
zeitoptimal durchzuführende Lageänderung bzw. Positionsänderung
ohne Überschreiten der maximal zulässigen Geschwindigkeitswerte
sowie der maximal zulässigen Beschleunigungswerte
durchgeführt werden kann. So sind in dem normierten Diagramm
der Fig. 4 insgesamt vier normierte Sollwertkurven bzw.
Führungsgrößenkurven wiedergegeben. Eine Kurve 27 verdeutlicht
den Sollwertverlauf des Rucks, eine Kurve 28 verdeutlicht
den Sollwertverlauf der Beschleunigung, eine Kurve 29
verdeutlicht den Sollwertverlauf der Geschwindigkeit und eine
Kurve 30 verdeutlicht den Sollwertverlauf der Lageänderung
bzw. Positionsänderung für die Lagereglung. Der in Fig. 4 mit
der Bezugsziffer 31 gekennzeichnete Punkt markiert demnach
den Anfangspunkt und der mit der Bezugsziffer 32 markierte
Punkt definiert den Endpunkt der durchzuführenden Lageänderung
bzw. Positionsänderung. Die Lageänderung bzw. Positionsänderung
zwischen den beiden Punkten 31 und 32 wird im Sinne
der hier vorliegenden Erfindung zeitoptimal durchgeführt. In
dem in Fig. 4 gezeigten Fall, in dem zur Durchführung der
Lageänderung weder die maximal zulässige Beschleunigung noch
die maximal zulässige Geschwindigkeit überschritten werden,
werden im Sinne des erfindungsgemäßen Verfahrens lediglich
zwei Schaltpunkte für den Sollwertverlauf des Rucks generiert.
Diese Schaltpunkte sind in Fig. 4 mit den Bezugsziffern
33 und 34 gekennzeichnet. Unter Verwendung dieser
Schaltpunkte 33 und 34 für den Ruck lassen sich über entsprechende
Integrationen die Sollwertverläufe von Beschleunigung,
Geschwindigkeit und Lage errechnen. Dem in Fig. 3 gezeigten
Lageregelkreis werden als Führungsgrößen 19 eine Folge von
auf diesem Wege ermittelten Lagesollwerten übermittelt.
Fig. 5 zeigt ein weiteres normiertes Diagramm eines mithilfe
der erfindungsgemäßen Vorrichtung sowie mithilfe des erfindungsgemäßen
Verfahrens lösbaren Lageregelungsproblems, wobei
bei dem in Fig. 5 gezeigten Fall während der Lageregelung die
maximal zulässige Geschwindigkeit erreicht wird. In Fig. 5
ist der zeitliche, normierte Sollwertverlauf des Rucks durch
eine Kurve 35, der zeitliche, normierte Sollwertverlauf der
Beschleunigung durch eine Kurve 36, der zeitliche, normierte
Sollwertverlauf der Geschwindigkeit durch eine Kurve 37 und
der Sollwertverlauf für die Positionsänderung durch eine
Kurve 38 dargestellt.
Wie Fig. 5 entnommen werden kann, wird bei einer normierten
Zeit von in etwa 0.38 (siehe nachfolgend beschriebenen
Schaltpunkt 40) die maximal zulässige, positive Geschwindigkeit
erreicht und für eine definierte Zeitspanne wird die
Regelung mit dieser maximal zulässigen Geschwindigkeit durchgeführt.
Damit die maximal zulässige Geschwindigkeit jedoch
nicht überschritten wird, werden im Sinne der hier vorliegenden
Erfindung für den Rucksollwertverlauf Schaltpunkte 39,
40, 41 und 42 ermittelt, sodass die Lageregelung unter Einhaltung
der maximal zulässigen Werte zeitoptimal durchgeführt
werden kann. So werden im Ausführungsbeispiel der Fig. 5
insgesamt vier Schaltpunkte 39, 40, 41 und 42 ermittelt. Bei
Erreichen der maximal zulässigen Geschwindigkeit im Schaltpunkt
40 nimmt der Sollwert der Beschleunigung für eine
definierte Zeitspanne den Wert Null an. Gleiches gilt für den
Ruck. Dies bedeutet, dass während dieser Zeitspanne die
Geschwindigkeit konstant gehalten wird.
Fig. 6 zeigt ein weiteres, mithilfe der hier vorliegenden
Erfindung lösbares Lageregelungsproblem, bei welchem im
Unterschied zu den Ausführungsbeispielen gemäß Fig. 4 und 5
während der Lageregelung die maximal zulässige Beschleunigung
erreicht wird. Im normierten Diagramm der Fig. 6 wird der
Sollwertverlauf des Rucks durch eine Kurve 43, der Sollwertverlauf
der Beschleunigung durch eine Kurve 44, der Sollwertverlauf
der Geschwindigkeit durch eine Kurve 45 und der
Sollwertverlauf für die Positionsänderung durch eine Kurve 46
verdeutlicht. Wie Fig. 6 entnommen werden kann, wird in etwa
zum normierten Zeitpunkt 0.15 die maximale Beschleunigung
erreicht. Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung werden
dann für den Rucksollwertverlauf Schaltpunkte 47, 48, 49 und
50 ermittelt, sodass die durchzuführende Positionsänderung
zeitoptimal durchgeführt werden kann. So wird beim Erreichen
der maximal zulässigen Beschleunigung im Sinne des Schaltpunkts
47 die Beschleunigung dadurch konstant gehalten, dass
der Ruck auf den Wert Null geschaltet wird. Nach dem Schaltpunkt
47 wird demnach die Beschleunigung für eine bestimmte
Zeitspanne konstant gehalten, was bedeutet, dass während
dieser Zeitspanne die Geschwindigkeit linear steigt. Mithilfe
der weiteren Schaltpunkte 48, 49 und 50 wird das zeitoptimale
Anfahren der Endposition der Lageregelung erzielt. Auch in
diesem Fall werden demnach vier Schaltpunkte für den Sollwertverlauf
des Rucks ermittelt.
Ein weiteres mit der hier vorliegenden Erfindung handhabbares
Lageregelungsproblem verdeutlicht das normierte Diagramm der
Fig. 7. In dem in Fig. 7 gezeigten Fall werden während der
Lageregelung sowohl die maximal zulässigen Werte der Beschleunigung
als auch die maximal zulässigen Werte der Geschwindigkeit
erreicht. Im Ausführungsbeispiel der Fig. 7
verdeutlicht eine Kure 51 den zeitlichen, normierten Sollwertverlauf
des Rucks, eine Kurve 52 den zeitlichen, normierten
Sollwertverlauf der Beschleunigung, eine Kurve 53 den
zeitlichen, normierten Sollwertverlauf der Geschwindigkeit
und eine Kurve 54 den Sollwertverlauf für die Lageänderung.
In dem Fall, in dem während der Lageregelung sowohl der Wert
der maximal zulässigen Geschwindigkeit als auch der Wert der
maximal zulässigen Beschleunigung erreicht wird, werden
wiederum Schaltpunkte für den Rucksollwertverlauf derart
ermittelt, dass der Ruck nach dem Erreichen der maximal
zulässigen Beschleunigung für eine definierte Zeitspanne den
Wert Null annimmt, und dass die Beschleunigung nach dem
Erreichen der maximal zulässigen Geschwindigkeit ebenfalls
für eine definierte Zeitspanne den Wert Null annimmt. Die
entsprechenden, ermittelten Schaltpunkte für den Sollwertverlauf
des Rucks sind in Fig. 7 durch die Bezugsziffern 55, 56,
57, 58, 59 und 60 dargestellt. In diesem Fall werden demnach
sechs Schaltpunkte ermittelt.
Die in Fig. 4 bis 7 dargestellten Sollwertverläufe für Ruck,
Geschwindigkeit, Beschleunigung sowie Lage stellen allesamt
mögliche Führungsgrößen dar, die der Führungsgrößengenerator
erzeugt und an den Lageregelkreis der Druckmaschine ausgeben
kann. Neben Lagesollwerten können vom Führungsgrößengenerator
auch Vorsteuerdaten für Beschleunigung und Geschwindigkeit
des nachgeschalteten Lageregelkreises ausgegeben werden. Wie
bereits erwähnt, werden die Lagesollwerte aus mehrfacher
Integration des erzeugten Rucksollwertverlaufs ermittelt,
wobei nach der Integration des Rucksollwertverlaufs über der
Zeit der Beschleunigungssollwertverlauf vorliegt, wobei nach
der Integration des Beschleunigungssollwertverlaufs über der
Zeit der Geschwindigkeitssollwertverlauf vorliegt, und wobei
nach der Integration des Geschwindigkeitssollwertverlaufs
über der Zeit der Lagesollwertverlauf vorliegt.
Mithilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ist eine besonders einfache, zeitoptimierte
Lageregelung an Druckmaschinen möglich. Die Führungsgrößen
bzw. Sollwerte werden im Zeittakt der Lageregelung
automatisch generiert. Die Folge der Sollwerte bzw.
Führungsgrößen ergibt einen zeitlichen Verlauf, der eine
zeitoptimale Bewegung unter den vorgegebenen Randbedingungen
realisiert.
Mit den Ausführungsbeispielen der Fig. 4 bis 7 wird eine
ruckbegrenzte Regelung realisiert. Ist eine ruckunbegrenzte
Regelung ausreichend, so werden dem Führungsgrößengenerator
22 als Daten lediglich die Daten 23 über die vorgegebene,
durchzuführende Lageänderung bzw. Positionsänderung der
Baugruppe sowie die Daten 24 über eine maximal zulässige
Geschwindigkeit und die Daten 25 über eine maximal zulässige
Beschleunigung zugeführt. Auf die Daten 26 über einen maximal
zulässigen Ruck kann dann verzichtet werden. In diesem Fall
werden dann auf analoge Weise Schaltpunkte für die Beschleunigung
ermittelt, wobei über Integrationen wieder die Sollwertverläufe
von Geschwindigkeit und Lage errechnet werden
können.
Wie den Diagrammen gemäß Fig. 4 bis 7 entnommen werden kann,
sind die Verläufe von Ruck, Beschleunigung und Geschwindigkeit
bezüglich einer zum normierten Zeitpunkt 0.5 gezogenen
Achse achssymmetrisch. Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung
müssen demnach lediglich Führungsgrößen bzw. Sollwerte
bis zum normierten Zeitpunkt 0.5 generiert werden. Die sich
an den normierten Zeitpunkt 0.5 anschließenden Sollwerte bzw.
Führungsgrößen können dann durch einfache Achsspiegelung
ermittelt werden. Weiterhin kann den Diagrammen gemäß Fig. 4
bis 7 entnommen werden, dass der Verlauf der Lage bezüglich
des beim Zeitpunkt 0.5 vorliegenden Lagewerts punktsymmetrisch
ist.
Weiterhin kann den Diagrammen gemäß Fig. 4 bis 7 entnommen
werden, dass bei den gezeigten Ausführungsbeispielen Betragsgleichheit
hinsichtlich des maximal zulässigen, positiven und
negativen Rucks besteht. Weiterhin besteht Betragsgleichheit
für die maximal zulässige, positive und negative Beschleunigung
sowie für die entsprechenden Größen der Geschwindigkeit.
Es ist selbstverständlich, dass die Erfindung auch dann
einsetzbar ist, wenn bezüglich dieser maximal zulässigen,
positiven und negativen Werte keine Betragsgleichheit besteht.
Bei den Ausführungsbeispielen der Fig. 4 bis 7 werden zeitlich
konstante Daten 24, 25, 26 über die maximal zulässige
Geschwindigkeit, die maximal zulässige Beschleunigung und den
maximal zulässigen Ruck verwendet. Im Sinne der hier vorliegenden
Erfindung können diese Daten auch zeitvariabel sein.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung sowie das erfindungsgemäße
Verfahren finden bevorzugt Verwendung zur zeitoptimierten
Durchführung von Einrichtarbeiten an einer Druckmaschine,
insbesondere bei der zeitoptimierten Durchführung eines
Druckplattenwechsels an einem Druckplattenzylinder einer
Druckmaschine.
Darüber hinaus sind weitere Anwendungsfälle vorstellbar,
insbesondere bei Einrichtarbeiten an einer Druckmaschine,
wenn neben einer Vorderseite auch eine Rückseite eines zu
bedruckenden Materials bedruckt werden soll. In diesem Fall
muss nämlich die Übergabeposition zwischen den beteiligten
Zylindern geändert werden, was mithilfe der hier vorliegenden
Erfindung bei der Einrichtung der Druckmaschine ebenfalls
zeitoptimiert durchgeführt werden kann.
[Bezugszeichenliste]
- 10
- Druckmaschine
- 11
- Anleger
- 12
- Ausleger
- 13
- Druckwerk
- 14
- Veredelungsmodul
- 15
- Druckplatte
- 16
- Druckplattenzylinder
- 17
- Regler
- 18
- Regelstrecke
- 19
- Sollwert
- 20
- Istwert
- 21
- Stellgröße
- 22
- Führungsgrößengenerator
- 23
- Daten
- 24
- Daten
- 25
- Daten
- 26
- Daten
- 27
- Kurve
- 28
- Kurve
- 29
- Kurve
- 30
- Kurve
- 31
- Ausgangsposition
- 32
- Endposition
- 33
- Schaltpunkt
- 34
- Schaltpunkt
- 35
- Kurve
- 36
- Kurve
- 37
- Kurve
- 38
- Kurve
- 39
- Schaltpunkt
- 40
- Schaltpunkt
- 41
- Schaltpunkt
- 42
- Schaltpunkt
- 43
- Kurve
- 44
- Kurve
- 45
- Kurve
- 46
- Kurve
- 47
- Schaltpunkt
- 48
- Schaltpunkt
- 49
- Schaltpunkt
- 50
- Schaltpunkt
- 51
- Kurve
- 52
- Kurve
- 53
- Kurve
- 54
- Kurve
- 55
- Schaltpunkt
- 56
- Schaltpunkt
- 57
- Schaltpunkt
- 58
- Schaltpunkt
- 59
- Schaltpunkt
- 60
- Schaltpunkt