Beschreibung
Verfahren zum Bereitstellen von Diensten im Teilnehmeran- schlußbereich .
Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.
Beim Stand der Technik gelangen im Teilnehmeranschlußbereich unterschiedliche xDSL Übertragungsverfahren zur Geltung. Diese bieten die Möglichkeit, verschiedene Dienste über eine Kupferdoppelader dem Teilnehmer anzubieten. Neben dem schnellen Internetzugang werden gegenwärtig auch Sprachdienste und Videodienste über xDSL angeboten. Bei letzteren wird zwischen individuellen Videoangeboten wie z. B. Video on Demand und
Videoverteildiensten wie Switched Digital Video Broadcast unterschieden werden. Letztere zeichnen sich dadurch aus, dass derselbe Datenstrom an mehrere berechtigte Teilnehmer gleichzeitig verteilt wird.
Figur 1 zeigt schematisch die Verhältnisse im Teilnehmeranschlußbereich für das Bereitstellen solcher Videodienste. Demgemäss ist eine als Videoverteiler ausgebildete Vorrichtung VSU (Video Streaming Unit) vorgesehen, über die Videoda- ten einer Vorrichtung OLT (Optical Line Termination) zugeführt werden. Dort werden die Videodaten in ATM-Zellen eingefügt und über das Core-Netz einem Multiplexer DSLAM zugeführt. Um die Bandbreite an der Schnittstelle zwischen dem Multiplexer DSLÄM und dem Core-Netz effizient zu nutzen, wer- den die Daten im allgemeinen in einem ATM-Zellenstrom bis zum Multiplexer DSLAM geführt und dann in diesem als "Multicast" zu allen den Teilnehmeranschlüssen NT vervielfältigt, die diesen Datenstrom zeitgleich abonniert haben.
Diese Vervielfältigung findet heute in der Regel auf zwei verschiedenen Protokollschichten statt. Zum einen kann dies auf der ATM-Schicht, zum anderen auf der IP-Schicht erfolgen.
An den Teilnehmeranschluss NT ist die Set Top Box STB angeschlossen. Von dieser werden die im ATM-Zellenstrom enthaltenen Informationen entgegengenommen, ausgewertet und an einer Anzeigevorrichtung wie beispielsweise einem Bildschirm ange- zeigt.
Die beim Stand der Technik verwendeten Multiplexer DSLAM sind im allgemeinen ATM basiert, d.h. sie nehmen keine weiteren Funktionen oberhalb der ATM Schicht wahr. Ein ATM Multicast kann in der Regel einfach und effizient in Hardware realisiert werden. Viele Dienste dagegen werden heute ausschließlich über das Internet Protokoll (IP) abgewickelt. Sie können auf einer weit verbreiteten IP Infrastruktur aufsetzen und vielfach bereits existierende Implementierungen wiederverwen- den. In diesem Fall müssten entweder IP basierte Multiplexer eingesetzt werden, was die Flexibilität im Hinblick auf ATM Dienste stark einschränkt, oder die Multiplexer DSLAM müssten derart erweitert werden, dass ATM und IP Funktionen wahlweise bedient werden können, was unter wirtschaftlichen Gesichts- punkten nicht zu vertreten ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Weg aufzuzeigen, wie die eine Mehrzahl von unterschiedliche Übertragungsverfahren nutzenden Dienste mit einfachen Mitteln im Teilneh- eranschlußbereich bereitgestellt werden können.
Vorteilhaft an der Erfindung ist, dass die beim Stand der Technik verwendeten ATM basierten Multiplexer unverändert weiter benutzt werden können. Damit können über diese Multi- plexer sowohl ATM basierte als auch Ethernet/IP basierte
Dienste bereitgestellt werden. Hierzu müssen auch keine weitere Funktionen in den ATM basierten Multiplexern zum IP Multicast implementiert werden. Das Behandeln der IP Schicht erfolgt erfindungsgemäß im Teilnehmeranschluss. Vorteilhaft ist damit der Umstand, dass die gesamte Internet sowie ATM Infrastruktur beibehalten werden kann.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unter- ansprüchen angegeben.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines figürlich darge- stellten Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Darstellung der Verhältnisse im Teilnehmeranschlußbereich
Figur 2 eine Netzarchitektur für Video über ATM
Figur 3 die Protokollschichten zwischen Set Top Box STB und Video Verteiler VSU
Figur 4 eine Netzarchitektur für Video über IP/Ethernet
Figur 5 die Protokollschichten zwischen Set Top Box STB und Video Verteiler VSU
Figur 6 die Protokollschichten gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren
In Figur 2 ist beispielhaft eine bekannte Netzarchitektur für Video über ATM aufgezeigt. Demgemäss werden von einem Videoverteiler VSU als Videodaten ausgebildete Informationen einer ATM Multiplexeinrichtung OLT zugeführt. Die Videodaten werden als im MPEG Format codierte Daten in ATM-Zellen eingebunden und übertragen. Wahlweise werden der ATM Multiplexeinrichtung OLT von einem Internet Access Router IAR Dienste angeboten. Von einem Multiplexer DSLAM werden die ATM-Zellen entgegengenommen und über eine breitbandige Verbindung BB dem Teilnehmeranschluss NT zugeführt. Dort wird beim hier zur Geltung kommenden ATM basierten Ansatz ein standardisiertes Signali- sierungsprotokoll DSM-CC zur Kanalauswahl zwischen dem Teilnehmerendgerät STB und dem Multiplexer DSLAM verwendet. Dabei
werden die Kanäle eindeutig ATM-Verbindungen zugeordnet. Zwischen Multiplexer DSLAM und dem Teilnehmeranschluss NT kommt neben der breitbandigen Verbindung BB noch eine schmalbandige Steuerverbindung SB zum Einsatz. Als Übertragungsverfahren zwischen der Teilnehmeranschluss NT und dem Teilnehmerendgerät STB kann ein ATM-Anschlusstechnik wie z.B. ATM25 zur Anwendung kommen.
Eine schematische Darstellung mit den verwendeten Protokoll- schichten ist in Figur 3 dargestellt. Dort sind die Protokollschichten zwischen Set Top Box STB und dem Videoverteiler VSU offenbart. In diese Verbindungen sind der Multiplexer DSLAM und die Vorrichtung NT eingebunden. Demgemäss unterstützt die Set Top Box STB die Protokolle MPEG, AAL5, ATM, ATM25, der Teilnehmeranschluss NT die Protokolle ATM, ATM25, VDSL etc.. Die übereinanderliegenden Schichten in Figur 3 beschreiben, bis zu welcher Schicht die jeweilige Einrichtung die Daten behandeln muss.
Ähnlich ist die Lösung mit rein IP basierten Protokollschicht zwischen dem Teilnehmerendgerät STB und dem Videoverteiler VSU, die in Figur 4 aufgezeigt ist. Als Unterschied zu der in Figur 2 aufgezeigten ATM basierten Konfiguration werden hier die Videodaten als MPEG Daten in IP Pakete eingebunden und diese im Infor ationsteil der ATM-Zellen der ATM Multiplexeinrichtung OLT und dem Multiplexer DSLAM zugeführt. Bei dem IP basierten Lösungsansatz wird zwischen dem Teilnehmerendgerät STB und dem Multiplexer DSLAM als Signalisierungsproto- koll das Internet Group Management Protokoll IGMP verwendet. Dabei fällt dem Multiplexer DSLAM die Aufgabe zu, die empfangenen IGMP Most Membership Report Nachrichten zu verarbeiten und innerhalb der IP Schicht den entsprechenden Multicast zu schalten. Dies bedeutet, dass im Multiplexer DSLAM der empfangene ATM-Zellenstrom abgeschlossen d.h. entpackt wird. Die IP Pakete werden den ATM-Zellen entnommen, als IP Pakete im Sinne eines Multicast vervielfältigt, wieder in ATM-Zellen eingebunden und über den Teilnehmeranschluss NT dem Teilneh-
merendgerät STB zugeführt. Als Übertragungsverfahren zwischen dem Teilnehmeranschluss NT und dem Endgerät STB kommt hier die Ethernet-Übertragungstechnik zur Anwendung, die keine ATM-Übertragungsverfahren unterstützen .
Eine schematische Darstellung mit den verwendeten Protokoll- Schichten ist in Figur 5 dargestellt. Dort sind die Protokollschichten zwischen Set Top Box STB und dem Video Verteiler VSU offenbart. In diese Verbindungen sind Multiplexer DSLAM und Teilnehmeranschluss NT eingebunden. Die Set Top Box STB unterstützt gemäß Figur 5 die Protokolle MPEG, UDP/IP, Ethernet etc..
In Figur 6 sind nun die Protokollschichten des erfindungsge- maßen Verfahrens aufgezeigt. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Multiplexer DSLAM als reiner ATM Multiplexer beibehalten werden kann. Die vom Videoverteiler VSU oder vom Internet Access Router IAR eintreffenden Informationen werden von der ATM Multiplexeinrichtung OLT entgegengenommen und dem Multiplexer DSLAM als ATM-Zellenstrom zugeführt. Bei vorliegendem Ausführungsbeispiel wird davon ausgegangen, dass die Informationen als Videodaten ausgebildet sind. Diese werden vom Multiplexer DSLAM den berechtigten Teilnehmern zur Verfügung gestellt.
Hierzu werden die ATM-Zellen mit den im Informationsteil eingebundenen Videodaten im Sinne eines Multicast vervielfältigt und über eine breitbandige Verbindung BB zum Teilnehmeranschluss NT der in Frage kommenden Teilnehmer gesendet. Der Multicast wird mit dem standardisierten Signalisierungsproto- koll DSM-CC des ATM Übertragungsverfahrens gesteuert. Da im Hausbereich in der Regel die Ethernet-Übertragungstechnik zur Anwendung gelangt, müssen die Videodaten in der Teilnehmeranschluss NT den ATM-Zellen entnommen, in das Ethernetprotokoll umgesetzt und dem Teilnehmerendgerät STB zugeführt werden.
Dies ist unabhängig davon, ob die Videodaten ATM oder IP ba-
siert übertragen wurden. Erfindungsgemäß wird die IP Schicht ausschließlich im Teilnehmeranschluss NT behandelt.
Für die schmalbandige Steuerverbindung SB ist hier in der Teilnehmeranschluss NT beim Teilnehmer eine Nachrichtenadaption vorzunehmen. Hierzu werden die IGMP Nachrichten des IGMP Internetprotokolls auf die DSM-CC Nachrichten des ATM Protokolls umgesetzt.
Die vorgeschlagene Lösung wurde für einen Videoverteildienst beispielhaft beschrieben, allerdings ist die Anwendung nicht darauf beschränkt, sondern unabhängig vom zu verteilendem Inhalt anwendbar (z.B. Broadcast oder Multicast von Audiodaten, Börsennachrichten etc.).