TECHNISCHES GEBIET
Bei der Erfindung wird ausgegangen von einem Verfahren zum Trocknen der
Feststoffisolationen eines elektrischen Gerätes nach dem gemeinsamen
Oberbegriff der Patentansprüche 1 und 3.
Bei einem solchen Verfahren wird die Kondensationswärme eines in einem
Verdampfer erzeugten Solventdampfs zum raschen und schonenden Aufheizen
der Feststoffisolationen des in einem auf Unterdruck gehaltenen Autoklaven
befindlichen elektrischen Gerätes ausgenutzt. Beim Aufheizen aus den
Feststoffisolationen tretendes Wasser wird in einem Solvent-Wasser-Dampfgemisch
einer Kondensations- und Trennvorrichtung zugeführt, in der das
Dampfgemisch kondensiert und aus dem hierbei gebildeten Solvent-Wasser-Kondensat
Wasser ausgeschieden wird.
Gegebenenfalls in den Feststoffisolationen vorhandenes Isolieröl wird durch das
kondensierte Solvent aus den Feststoffisolationen herausgelöst. Die hierbei
gebildete Solvent-lsolieröl-Lösung wird am Boden des Autoklaven gesammelt.
Durch nachfolgende Destillation wird das Solvent aus dieser Lösung entfernt und
das zurückbleibende Isolieröl aus der Vorrichtung entfernt.
STAND DER TECHNIK
Ein Verfahren der eingangs genannten Art ist von P. K. Gmeiner in der
Firmenschrift der Fa. Micafil Vakuumtechnik AG, Zürich, MTV/E 02923000/22
"Modern vapour drying processes and plants", insbesondere S.5, beschrieben. Bei
diesem Verfahren wird ein beim Aufheizen von Feststoffisolationen in einem
evakuierten Autoklaven gebildetes Solvent-Wasser-Dampfgemisch ausserhalb
des Autoklaven kondensiert. Die aus dem Autoklaven pro Zeiteinheit entfernte
Menge an Dampfgemisch wird mit Hilfe eines zwischen dem Autoklaven und
einem Kondensator angeordneten Regelventils konstant gehalten. Es können so
der Partialdruck des Wassers und damit auch das Fortschreiten des
Trocknungsvorganges beurteilt werden.
KURZE DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
Der Erfindung, wie sie in den Patentansprüchen angegeben ist, liegt die Aufgabe
zugrunde, den Energiebedarf des eingangs genannten Verfahrens mit einfachen
Mitteln zu reduzieren.
Beim erfindungsgemässen Verfahren werden folgende Verfahrensschritte
ausgeführt:
- die pro Zeiteinheit im Kondensat anfallenden Mengen an Solvent und Wasser
und/oder die pro Zeiteinheit anfallende Menge an Solvent und der Partialdruck
des Wasserdampfs im Autoklaven werden gemessen,
- aus den gemessenen Werten der pro Zeiteinheit anfallenden Wassermenge
und/oder des Wasserdampf-Partialdrucks und einem prozessspezifischen
Bewertungsfaktor wird fortlaufend eine Solvent-Sollwertkurve gebildet,
- die gemessenen Werte der pro Zeiteinheit anfallenden Solventmenge werden
fortlaufend mit zeitlich zugeordneten Werten der Solvent-Sollwertkurve
verglichen, und
- es wird ein Steuersignal zur Betätigung eines Elementes zur Regelung der
Durchflussrate des Dampfgemisches abgegeben, wenn die verglichenen Werte
voneinander abweichen.
Hierdurch wird erreicht, dass bei dem aus dem Autoklaven geführten
Dampfgemisch während des grössten Teils der Aufheizphase das Verhältnis
Wasserdampf zu Solventdampf durch den prozessspezifischen Bewertungsfaktor
vorbestimmt und im allgemeinen weitgehend konstant ist. Es wird so eine relativ
geringe Menge an Dampfgemisch aus dem Autoklaven geführt. Im Kondensator
geht daher wenig Energie verloren. Dementsprechend wenig Energie wird zur
Erzeugung des Dampfgemisches benötigt.
Es empfiehlt sich, die pro Zeiteinheit anfallende Menge an Wasser mit einem
Niveausensor oder einen Durchflussmesser zu messen, da die so ermittelten
Werte eine gute Genauigkeit aufweisen und das Verfahren dann sehr exakt
gesteuert werden kann.
Werden geringere Anforderungen an die Genauigkeit gestellt, so reicht es im
allgemeinen aus, wenn anstelle der zeitlich anfallenden Wassermenge der im
Autoklaven herrschende Wasserdampf-Partialdruck gemessen wird. Ein
Durchflussmessgerät für Wasser kann dann entfallen.
Besonders hohe Redundanz wird erreicht, wenn sowohl die Wassermenge und
der Wasserdampf-Partialdruck gemessen werden.
Der prozessspezifische Bewertungsfaktor wird im allgemeinen vor Beginn des
Trocknungsprozesses aus empirisch ermittelten Daten gebildet und in einer
Steuer- und Regelvorrichtung gespeichert. Es ist so mit einfachen Mitteln ein Soll-Ist-Vergleich
mit ausreichend guter Genauigkeit möglich.
Wird die Abflussrate des Dampfgemisches indirekt durch Änderung der Kühlung
des Kondensators geregelt, so kann ein Dampfregelventil zwischen dem
Autoklaven und dem Kondensator entfallen. Der Kondensator kann dann im
allgemeinen sogar ohne zusätzliche Montagemittel direkt am Autoklaven
angesetzt werden.
In bevorzugt einfachen Ausführungsformen wird die Kühlung des Kondensators
verändert durch Regelung der Durchflussmenge von durch den Kondensator
geführtem Inertgas oder durch Regelung der Durchflussmenge von Kühlwasser.
Zusätzlich Energie wird eingespart, wenn das im Kondensat anfallende Solvent
über einen im Autoklaven angeordneten Wärmerekuperator zu einem Verdampfer
rückgeführt wird.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung vereinfacht
dargestellt, und zwar zeigt:
- Fig.1
- ein Prinzipschema einer Ausführungsform der Trocknungsvorrichtung nach
der Erfindung mit einem zu trocknende Feststoffisolationen aufnehmenden
Autoklaven, aus dem beim Aufheizen der Feststoffisolationen ein Solvent-Wasser-Dampfgemisch
ausgeleitet wird, und
- Fig.2
- ein Diagramm, in dem in Funktion der Zeit der Verlauf einiger für den
Betrieb der Vorrichtung nach Fig.1 typischer Parameter dargestellt ist.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
Bei der in der Figur dargestellten Trocknungsvorrichtung bezeichnet 10 einen
heiz- und evakuierbaren Autoklaven, in dem ein Verdampfer 20 für ein Solvent
und ein Wärmerekuperator 30 angeordnet sind. Im Autoklav 10 befindet sich
ferner ein zu trocknendes Objekt, beispielsweise ein hygroskopische
Feststoffisolationen aufweisendes elektrisches Gerät 40, etwa ein Transformator.
Der Wärmerekuperator ist über eine Rohrleitung 51 mit einem Kondensator 50
verbunden. Über eine Rohrleitung 81 ist er mit einer Solvent aus einem
Trenngefäss 70 abführenden Solvent-Förderpumpe 80 verbindbar.
Der Wärmerekuperator 30 ist vertikal ausgerichtet und weist eine vorwiegend
parallel zu einer Autoklaven-Seitenwand 11 erstreckte und als Leitelement
wirkende Begrenzungswand 31 auf. Diese Wand begrenzt zusammen mit der
Autoklaven-Seitenwand 11 einen schachtartig ausgeführten Raum 32, der über
eine im Bereich des Autoklavenbodens 1 befindliche Öffnung 33 mit dem den
Verdampfer 20 enthaltenden Innenraum des Autoklaven verbunden ist. Die
Öffnung 33 ist schlitzförmig ausgebildet und erstreckt sich vorwiegend horizontal
über die durch die Seitenwand 11 bestimmte Tiefe des Autoklaven 10. An seinem
oberen Ende mündet der Raum 32 in die Rohrleitung 51, die vakuumfest durch die
Autoklaven-Seitenwand 11 nach aussen geführt ist. Der Raum 32 ist in zwei
vertikal übereinander angeordnete und jeweils eine Wärmeaustauschstrecke 34
bzw. 35 für ein wärmeaufnehmendes Medium enthaltende Teilräume unterteilt.
Der die Strecke 34 enthaltende Teilraum ist einer ersten Stufe 36 und der die
Strecke 35 enthaltende Teilraum einer zweiten Stufe 37 des Wärmerekuperators
zugeordnet. Das untere Ende der Strecke 34 bzw. 35 wirkt mit der vakuumfest
durch die Wand 11 geführten Rohrleitung 81 bzw. einer ebenfalls vakuumfest
durch die Wand 11 geführten Rohrleitung 12 zusammen, wohingegen das obere
Ende der Strecke 34 in das in den Raum 32 geführte Ende der Rohrleitung 12 und
das obere Ende der Strecke 35 in eine zum Verdampfer 20 führende Rohrleitung
21 einmündet. Die Strecken 34 und 35 können beispielsweise als Rohrabschnitte
ausgeführt sein. Die Rohrleitung 21 kann- wie gestrichelt angegeben ist -
gegebenenfalls vakuumfest durch die Autoklavenwand zu einem externen
Verdampfer 22 geführt sein. Dieser externe Verdampfer ist über ein Ventil 23 mit
dem Autoklaven 10 verbindbar.
Der Kondensator 50 ist mit dem Trenngefäss 70 über ein Durchflussmessgerät 54
verbunden. Über ein Ventil 53 ist der Kondensator 50 ferner mit einer
Vakuumanlage 60 verbindbar. Der Kondensator 50 kann ferner über ein
Inertgasregelventil 61 mit der Vakuumanlage 60 verbunden werden. In dieser
Verbindung befindet sich zwischen einem Abgang vom Kondensator 50 - bzw.
einem Abgang von der Verbindung zwischen Kondensator 50 und Trenngefäss 70
- und dem Regelventil 61 ein mit einer Inertgasquelle, wie insbesondere Luft oder
Stickstoff, verbundenes Einlassventil 62. In einer Kühlwasserzufuhr des
Kondensators 50 ist ein Kühlwasserregelventil 52 angeordnet.
Die Ausgangssignale des Durchflussmessgerätes 54 und eines am Trenngefäss
70 vorgesehenen Niveausensors 71 werden einer Steuer- und Regelvorrichtung
90 zugeführt. Die Steuer- und Regelvorrichtung verarbeitet diese Signale und
bildet Steuersignale für die Ventile 52, 61 und 62.
Im Trenngefäss 70 ist ein Auslauf vorgesehen, welcher über die Förderpumpe 80
mit einem Solvent-Vorratsgefäss 82 oder wahlweise mit der Rohrleitung 81
verbindbar ist. Die Verbindung zum Solvent-Vorratsgefäss 82 kann über ein Ventil
83 und diejenige zur Rohrleitung 81 über ein Ventil 84 hergestellt werden. Der
Pumpe 80 ist ein Durchflussmessgerät 85 nachgeschaltet, dessen Messsignale
der Steuer- und Regelvorrichtung 90 zugeführt werden.
Im Boden des Autoklaven 10 ist ein Abfluss vorgesehen, welcher über eine
Förderpumpe 86 und ein Ventil 87 entweder mit der Rohrleitung 12 oder über die
Förderpumpe 86 und ein Ventil 88 mit einem Vorratsbehälter für Isolieröl, welches
beim Kondensieren des Solvents aus den Feststoffisolationen herausgewaschen
wird, verbindbar ist.
Am Autoklaven ist ferner ein Druckmessgerät 13 angebracht, welches den
Partialdruck vom im Autoklaven befindlichen Wasserdampf ermitteln kann und
entsprechende Signale an die Steuer- und Regelvorrichtung weiterleitet. 55
bezeichnet einen Temperatursensor, welcher die Temperatur des vom
Kondensator 50 abgeführten Kühlwassers erfasst.
Die Wirkungsweise dieser Vorrichtung ist wie folgt:
Zum Trocknen der Feststoffisolationen des elektrischen Geräts 40 wird der mit
den Feststoffisolationen beladene Autoklav 10 zunächst mit der Vakuumanlege
60 evakuiert. Bei geschlossenem Ventil 53 erzeugt der Verdampfer 12 und/oder
der Verdampfer 22 Solventdampf, welcher an den Feststoffisolationen kondensiert
und diese dadurch aufheizt. Zugleich löst das kondensierte Solvent
gegebenenfalls in den Feststoffisolationen vorhandenes Isolieröl oder andere
Verunreinigungen. Das gegebenenfalls Öl enthaltende Solvent-Kondensat
sammelt sich am Boden des evakuierten Autoklaven und wird von der
Förderpumpe 86 bei geschlossenem Ventil 88 über das geöffnete Ventil 87 und
die Rohrleitung 12 in die Wärmeaustauschstrecke 35 gepumpt. Durch das
Aufheizen der Feststoffisolationen 40 treten Wasserdampf und gegebenenfalls in
den Feststoffisolationen vorhandene Inertgase in den Autoklaven und bilden mit
dem Solventdampf ein Solvent-Wasser-Dampfgemisch, in dem auch die
gegebenenfalls vorhandenen Inertgase enthalten sind. Dieses Dampfgemisch
gelangt durch die Öffnung 33 in den die Wärmeaustauschstrecken 34 und 35 des
Wärmerekuperators 30 enthaltenden Raum 32 und wird dort über die
Wärmeaustauschstrecken nach oben geführt und schliesslich über die Rohrleitung
51 in den Kondensator 50 gesaugt, in dem es als Solvent-Wasser-Kondensat
abgeschieden wird. Die gegebenenfalls mit abgesaugten Inertgase werden über
den Kondensator 50 und das Regelventil 61 in die Vakuumanlage 60 geführt. Da
sich die Öffnung 33 über die ganze Tiefe des Autoklaven 10 in dessen Inneren
erstreckt, tritt das Dampfgemisch nicht punktförmig sondern linienförmig in den
Wärmerekuperator 30 ein. Hierdurch wird eine homogene, grossflächige Strömung
und dadurch ein sehr guter Wärmeaustausch ermöglicht.
Aus dem Kondensat werden nachfolgend im Trenngefäss 70 Solvent und Wasser
gewonnen. Das so gewonnene Solvent wird bei geschlossenem Ventil 83 über die
Solvent-Förderpumpe 80, das geöffnete Ventil 84 und die Rohrleitung 81 in die in
der ersten Stufe 36 des Wärmerekuperators 30 vorgesehene
Wärmeaustauschstrecke 34 befördert, in der es Wärme aus dem als
wärmeabgebenden Medium wirkenden Solvent-Wasser-Dampfgemisch aufnimmt.
Das solchermassen vorgewärmte Solvent wird über die zweite Stufe 37 des
Wärmerekuperators oder aber auch direkt dem Verdampfer 20 zugeführt.
Dadurch, dass der Wärmerekuperator 30 im Autoklaven angeordnet ist, geht
besonders wenig Prozesswärme verloren und kann dementsprechend der
Kondensator 50 klein dimensioniert werden. Zugleich muss dem Verdampfer 20
praktisch nur die zum Aufheizen der Feststoffisolationen notwendige Energie
zugeführt werden.
Der Wirkungsgrad des Trocknungsprozesses ist besonders hoch, wenn das sich
am Boden des Autoklaven 10 sammelnde Kondensat bei geschlossenem Ventil 88
mittels der Förderpumpe 86 über das geöffnete Ventil 87 und die Rohrleitung 12 in
die zweite Stufe 37 des Wärmerekuperators befördert wird und in der
Wärmeaustauschstrecke 35 Wärme aus dem Dampfgemisch aufnimmt. Wird wie
in der Fig.1 dargestellt ist, dieses Kondensat zusammen mit dem in der ersten
Stufe 36 vorgewärmten Solvent in die zweite Stufe 37 gebracht, so kann
besonders viel Prozesswärme aus dem Dampfgemisch gewonnen werden. Das in
der zweiten Stufe 37 erwärmte Kondensat und/oder das aus der erstenStufe
zugeführte, zusätzlich erwärmte Solvent werden dem Verdampfer 20 und/oder
dem Verdampfer 22 zugeführt, wo sie unter geringer Energieaufnahme verdampft
werden.
Von grossem Vorteil ist es hierbei, dass durch Einbau des Wärmerekuperators in
den Autoklaven 10 Rückführleitungen und Ventile für im Wärmerekuperator 30
durch Kondensieren von Solvent-Wasser-Dampfgemisch gebildetes Solvent
entfallen, da das im Wärmerekuperator 30 kondensierte Solvent direkt in den
Autoklaven 10 abfliesst. Da der Verdampfer 20 und der Wärmerekuperator 30 im
Autoklaven liegen, kann die Solventzuführungsleitung 21 einfach, d. h.
insbesondere ohne Ventile und ohne Vakuumdurchführungen, ausgebildet sein.
Darüber hinaus braucht der Wärmerekuperator 30 weder vakuumdicht noch
thermisch isoliert ausgeführt zu sein. Aus den vorgenannten Gründen kann der
Wärmerekuperator 30 einfach aufgebaut sein und kann an leicht zugänglichen
Stellen im Autoklaven installiert werden. Er lässt sich dann einfach reinigen.
Während der Aufheizphase des Trocknungsverfahrens kann zusätzlich
Prozessenergie eingespart werden, wenn die Rückführrate des aus dem
Autoklaven 10 ausgeleiteten Dampfgemischs wie folgt geregelt wird:
Mit dem Niveausensor 71 oder einem das Auslaufen von Wasser aus dem
Trenngefäss ermittelnden Durchlaufmesser (nicht dargestellt) wird die pro
Zeiteinheit Δt, beispielsweise alle 10 Minuten, im Trocknungsprozess anfallende
Menge ΔmH2O, beispielsweise in kg, an Wasser ermittelt. Ein dieser zeitlichen
Mengenänderung ΔmH20/Δt proportionales Signal wird der Steuer- und
Regelvorrichtung 90 zugeführt. Der zeitliche Verlauf dieses Signals während der
Aufheizphase, d.h. die in diesem Zeitraum pro Zeiteinheit fortlaufend aus dem
Autoklaven entfernte Wassermenge, ist in Fig. 2 dargestellt.
In der Steuer- und Regelvorrichtung 90 wird dieses Signal mit einem
vorbestimmten Bewertungsfaktor gewichtet, welcher die zum Entfernen einer
Mengeneinheit Wasser aus den Feststoffisolationen 40 benötigten
Mengeneinheiten an Solvent beschreibt. Der Bewertungsfaktor ist unter anderem
abhängig von der Menge der Feststoffisolationen und den physikalischen
Eigenschaften des Solvents und kann empirisch, etwa durch
Versuchstrocknungen, ermittelt werden. Der Bewertungsfaktor liegt während der
Aufheizphase typischerweise zwischen 4 und 10. Es ergibt sich so eine in Fig.2
dargestellte Solvent-Sollwertkurve solventcontrol. Diese Solvent-Sollwertkurve
zeigt den gewünschten Wert der pro Zeiteinheit während der Aufheizphase
rücklaufenden Menge an Solvent an.
Alternativ oder zusätzlich kann diese Solvent-Sollwertkurve auch durch Messung
des im Autoklaven 10 herrschenden Partialdrucks pH20 des Wasserdampfs mit
Hilfe des Druckmessgeräts 13 ermittelt werden. Ein dem Wasserdampf-Partialdruck
pH20 proportionales Signal wird in der Steuer- und Regelvorrichtung
ebenfalls mit dem vorbestimmten Bewertungsfaktor gewichtet. Es ergibt sich so
ebenfalls die in Fig.2 dargestellte Solvent-Sollwertkurve solventcontrol.
Mit Hilfe des Durchflussmessers 85 wird die rücklaufende Menge Solvent direkt
gemessen oder aber indirekt ermittelt über eine Durchflussmessung des in das
Trenngefäss 70 geführten Kondensats mit Hilfe des Durchflussmessers 61. Der
gemessene oder indirekt ermittelte Istwert wird mit dem sich aus der Solvent-Sollwertkurve
ergebenden, entsprechenden Sollwert verglichen. Weicht der Istwert
zu stark vom Sollwert ab, so gibt die Steuer- und Regelvorrichtung 90 einen Befehl
an ein Regelelement ab, welches die Menge des aus dem Autoklaven 10 in den
Kondensator 50 geführten Dampfgemischs derart regelt, dass sich die
rücklaufende Solventmenge an die Solvent-Sollwertkurve anpasst. Die Menge des
aus dem Autoklaven 10 tretenden Dampfgemischs wurde bisher so geregelt
wurde, dass die im Kondensator 40 pro Zeiteinheit anfallende Kondensatmenge
nach dem Durchlaufen einer Anfangsphase konstant gehalten wurde. Der
entsprechende zeitliche Verlauf des anfallenden Solvents ist in Fig. 2 gestrichelt
eingezeichnet (Solvent-Rücklaufkurve solventrate prior art).
Die Flächen unter der Solvent-Sollwertkurve solventcontrol und der gestrichelt
dargestellten Solvent-Rücklaufkurve solventrate nach dem Stand der Technik sind
ein Mass für die im Kondensator 50 vernichtete Energie beim Verfahren nach der
Erfindung bzw. beim Verfahren nach dem Stand der Technik. Die durch die
Differenz der Flächeninhalte beider Kurven festgelegte Energiemenge wird im
erfindungsgemässen Verfahren eingespart.
Zur Regelung des Solventrücklaufs ist vorzugsweise das in der
Verbindungsleitung vom Kondensator 50 zur Vakuumanlage 60 enthaltene
Inertgasregelventil 61 vorgesehen. Dieses Regelventil bestimmt durch
Veränderung des Inertgasdruckes den Kondensatanfall im Kondensator 50 und
damit die pro Zeiteinheit rücklaufende Menge an Solvent. Ein sonst übliches
Regelventil in der Rohrleitung 51 zwischen Autoklav 10 und Kondensator 50 kann
so entfallen. Falls zu wenig Inertgas im Autoklaven 10 oder durch Leckverluste
anfällt, kann über das Einlassventil 62 zusätzlich etwas Inertgas in den
Kondensator 50 eingelassen und so der Kondensatanfall gedrosselt werden.
Eine weitere vorteilhafte, da indirekte, Regelung des Solventrücklaufs wird erreicht
durch Regelung des Kühlwassers des Kondensators 50. Zu diesem Zweck wird
die Temperatur des Kühlwassers mit dem Temperatursensor 55 im
Kühlwasserrücklauf gemessen, die gemessene Temperatur von der Steuer- und
Regelvorrichtung 90 überwacht und beim Überschreiten eines Grenzwertes ein
Steuerbefehl an das Kühlwasserregelventil 61 abgeben, mit dem der Vorlauf des
Kühlwassers verändert wird. Hierdurch werden der Kondensatanfall im
Kondensator 50 und auch damit die pro Zeiteinheit rücklaufende Menge an
Solvent geregelt. Auch bei dieser Regelung ist ein Dampfregelventil zwischen
Autoklav und Kondensator entbehrlich. Durch Kombination der
Kühlwasserregelung mit der Inertgasregelung wird eine besonders hohe
Redundanz des Verfahrens erreicht.
Bezugszeichnungsliste
- 10
- Autoklav
- 11
- Autoklavenwand
- 12
- Rohrleitung
- 13
- Partialdruckmessgerät
- 20
- Verdampfer
- 21
- Rohrleitung
- 22
- Verdampfer
- 23
- Ventil
- 30
- Wärmerekuperator
- 31
- Begrenzungswand
- 32
- Raum
- 33
- Öffnung
- 34, 35
- Wärmeaustauschstrecken
- 36, 37
- Stufen
- 40
- elektrisches Gerät mit Feststoffisolationen
- 50
- Kondensator
- 51
- Rohrleitung
- 52
- Kühlwasserregelventil
- 53
- Ventil
- 54
- Durchflussmessgerät
- 55
- Temperatursensor
- 60
- Vakuumanlage
- 61
- Regelventil
- 62
- Inertgas-Einlassventil
- 70
- Trenngefäss
- 71
- Niveausensor
- 80
- Solventpumpe
- 81
- Rohrleitung
- 82
- Solventvorratsgefäss
- 83, 84
- Ventile
- 85
- Durchflussmesser
- 86
- Förderpumpe
- 87, 88
- Ventile
- 90
- Steuer- und Regelvorrichtung
- ΔmH2O/Δt
- pro Zeiteinheit anfallende Menge an Wasser
- pH20
- Wasserdampf-Partialdruck im Autoklaven