Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Erfassung von
Pumpenbetriebsparametern einer Membranfördereinheit.
Stand der Technik
Bei vielen Einsatzgebieten von Membranpumpen ist es erforderlich,
Pumpenbetriebsparameter messtechnisch erfassen zu können. Wenn die
Fördereinheit für toxische oder feuergefährliche Flüssigkeiten verwendet wird,
sind hohe sicherheitstechnische Anforderungen zu erfüllen. Die
Funktionsfähigkeit dieser Anlagen wird in der Regel von einem
Prozessleitungssystem überwacht. Dieses schaltet im Störfall auf einen
redundanten Förderkreis um. Man ist bestrebt, ein Versagen der Pumpe
möglichst vorausschauend ermitteln zu können. Die Membran einer
Membranfördereinheit ist jenes Bauteil mit der höchsten Ausfallrate. Sie
unterliegt während der gesamten Betriebsdauer einer periodischen
Wechselbeanspruchung.
Zur Voraussage einer Störung einer Pumpenmembran wird in WO 95/06205
vorgeschlagen, eine elektrisch leitende Faser aus Polytetrafluorethylen zu
verwenden. Sie ist in eine Membranschicht aus gleichem Werkstoff eingebettet
und arbeitet als Messumformer. Die Faser ist auf der Membran so ausgelegt,
dass sie im wesentlichen die gesamte Verformungsfläche der Membran in
Form einer Spirale oder einer Doppelspirale abdeckt. Die Enden der Faser sind
am Rand heraus geführt und mit einer elektrischen Messvorrichtung
verschaltet. Die Messvorrichtung ermittelt den Ohmschen Widerstand der
Faser. Sobald die Membranschicht Ermüdungserscheinungen oder Risse
aufweist, übertragen sich diese auf die Faser. Es kommt zu einem Anreißen der
Faser und als Folge davon ändert sich die Leitfähigkeit der Faser, was durch
die Messeinrichtung detektiert wird. Durch diesen in eine Membranschicht
eingebetteten Messumformer ist also ein Riss oder ein beginnender Bruch der
Membran messtechnisch erfassbar. Von Nachteil ist die sehr aufwendige
Fertigung der leitfähigen Kunststofffaser, sowie deren Einbettung in die
Membranschicht. Von Nachteil ist auch, dass sich die elektrische Leitfähigkeit
nur geringfügig durch Dehnung ändert. Die praktische Auswertung des
Messsignals beschränkt sich daher auf Schadensaussage. Es kann nur
festgestellt werden, ob die Membran unversehrt ist.
Darstellung der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Einrichtung
zu schaffen, mit deren Hilfe Pumpenbetriebsparameter einer
Membranfördereinheit erfasst werden können.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren zur Erfassung von
Pumpenbetriebsparametern einer Membranfördereinheit durch die technischen
Merkmale des Patentanspruch 1 gelöst. Auf vorteilhafte Ausgestaltungen der
Erfindung nehmen die Unteransprüche Bezug. Beim erfindungsgemäßen
Verfahren wird die Leitfähigkeit einer an einer Membran befestigten
Widerstandseinrichtung zumindest über eine Pumpperiode als zeitabhängige
Größe gemessen und diese Größe bei der Erfassung herangezogen. Bei einer
Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens wird das zugrundeliegende
technische Problem erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass eine
Elastomerleiterschlinge an einer Membran einer Membranfördereinheit
befestigt und in einen Brückenzweig einer Wheatstonschen Brücke und/oder in
Reihe mit einem Shunt geschaltet wird und eine Änderung des
Betriebszustands der Membran eine zeitliche Änderung der Messspannung im
Brückenzweig oder am Shunt bewirkt.
Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, einen resistiven Messumformer an
einer Membran so anzuordnen, dass der augenblickliche Betriebszustand der
Membran durch den zeitlichen Verlauf der Leitfähigkeit gemessen werden
kann. Das so gewonnene Messsignal gibt dann den momentanen, an der
Membran tatsächlich vorherrrschenden Betriebszustand wieder. In
Abhängigkeit von Last und Hub ändert sich die Leitfähigkeit dieser
Widerstandseinrichtung in charakteristischer Weise über jeden Pumpzyklus.
Bei Dehnung der Membran wird die Widerstandseinrichtung gedehnt. Durch
diese Dehnung erfährt sie eine Längenänderung bei gleichzeitiger
Querschnittsverringerung. Diese geometrische Änderung der
Widerstandseinrichtung ist dem elektrischen Widerstand des Messumformers
proportional, d. h. bei einer Dehnung steigt der Widerstand an. Durch eine
Auswerteelektronik ist es möglich, aus dieser zeitabhängigen Größe
Pumpenbetriebsparameter zu ermitteln, wie Pumpfrequenz, Anzahl der
Pumpzyklen, dynamischer Druckverlauf in der Förderkammer, sowie Lage der
neutralen Phasen der Pumpenmembran. Die Auswertung des Messsignals
ermöglicht in Verbindung mit einem Prozessleitsystem eine sichere
Überwachung der Funktion der Membranfördereinheit und damit von
sicherheitskritischen Teilen eines Prozesses. Wird beispielsweise die Membran
mechanisch durch einen Antriebsflansch betrieben, so ist auch jener Störfall
erfassbar, bei dem der Antrieb zwar aktiv ist, die Verbindung zwischen
Membran und Antriebsflansch sich aber längst gelöst hat. Durch eine geeignete
Messdatenverarbeitung sind auch zurückliegende Betriebszustände
registrierbar.
Es ist von Vorteil, wenn die Widerstandseinrichtung durch eine
Flächenleiterschlinge gebildet wird, die aus einem leitfähigen Kunststoff
besteht. Derartige Materialien lassen sich einfach mittels Siebdruck flächig auf
eine Membranschicht aufdrucken. Bei einem elektrisch leitfähigen Elastomer
kann dessen Leitfähigkeit durch die Menge von elektrisch leitfähigen Füllstoffen
vorgegeben werden. Besonders geeignet für eine Widerstandseinrichtung ist
eine aus einem elektrisch leitfähigen Elastomer gebildete Flächenleiterschlinge.
Das Material dieser Elastomerleiterschlinge hat einem spezifischen elektrischen
Widerstand von kleiner als 300 Ohm/cm. Die Elastomerleiterschlinge kann
einfach hergestelltet werden, indem man dem Elastomer Leitruß
beziehungsweise Leitgraphit als Füllstoff zugibt. So lässt sich ein
Messumformer herstellen, der ähnliche mechanische Eigenschaften aufweist,
wie der gummielastische Membranteller selbst. Dadurch wirkt der Sensor bei
Bewegung des gummielastischen Membrantellers nicht störend. Der
Messumformer kann so ausgeführt werden, dass seine Zugfestigkeit zwischen
8 und 25 N/mm2 und seine Bruchdehnung zwischen 50 bis 400 % liegt und der
spezifische Widerstand dabei kleiner als 300 Ohm/cm ist. Verglichen mit
anderen leitfähigen Kunststoffen, wie sie beispielsweise für elektrisch leitende
Fußböden verwendet werden, ist der elektrische Widerstand der
Elastomerleiterschlinge niedrig. In diesem Widerstandsbereich ist eine
Änderrung der Leitfähigkeit einfach zu messen.
Mit Vorteil wird die Flächenleiterschlinge in zumindest einem Brückenzweig
einer Wheatstonschen Brücke geschaltet und die zeitabhängige Größe im
Diagonalzweig der Brücke gewonnen. Dadurch können die
Pumpenbetriebsparameter mit hoher Empfindlichkeit erfasst werden.
Eine sehr einfache Messanordnung erhält man, wenn man die
Flächenleiterschlinge in Reihe mit einer Spannungsquelle und einem Shunt
schaltet und die zeitabhängige Größe dadurch gewinnt, indem man den
Spannungsabfall am Shunt mißt.
Bei Betrieb der Pumpe ist die zeitabhängige Größe eine Mischgröße mit
periodischem Verlauf. Die Messgröße besteht aus einem Gleichanteil dem ein
Wechselanteil überlagert ist. Die Pumpfrequenz kann auf einfache Weise
dadurch ermittelt werden, indem man aus dem Wechselanteil des Messsignals,
beispielsweise durch eine bistabile Kippstufe, die Pumpfrequenz ermittelt.
Aus dem Wechselanteil der zeitabhängigen Größe lässt sich auch der
Förderdruck ermitteln. Die Elastomerleiterschleife liegt an der Membran an und
ist mit dieser verbunden. Beide sind gummielastisch und besitzen ähnlich
mechansiche Eigenschaften. Eine Dehnung der Membran bewirkt folglich in
gleichem Maße eine Dehnung der Elastomerleiterschlinge. Damit entspricht der
Augenblickswert der Dehnung der Membran dem augenblicklich herrschenden
Förderdruck in der Arbeitskammer der Pumpe. Ein Prozessleitsystem kann aus
diesem Signal in Verbindung mit der Pumpfrequenz die Förderleistung, also
eine quantitative Belastung der Membran in der Vergangenheit errechnen.
Dadurch ist es möglich einen günstigen Zeitpunkt für einen Membranwechsel
zu ermittelt . Fernern stehen natürlich die Betriebsparameter, wie dynamischer
Druckverlauf, Pumpfrequenz, Zahl der Zyklen während einer Betriebszeit einer
Langzeitregistrierung zur Verfügung.
Die Schadensüberwachung der Membran kann auf einfache Weise dadurch
erfolgen, indem man eine Mittelwertbildung der zeitabhängigen Größe
durchführt. Durch Vergleich mit einem vorgegebenen Schwellwert kann ein
Membranbruch signalisiert werden.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
Die Erfindung wird nachstehend anhand einiger in den Zeichnungen
dargestellten Ausführungsformen näher erläutert. Es zeigt:
- Figur 1
- eine bevorzugte Ausführungsform einer Einrichtung zur
Durchführung des Verfahrens zur Erfassung der
Pumpenbetriebsparameter einer Membranfördereinheit ;
- Figur 2
- eine Teilschnittdarstellung einer mechanisch betätigten Membran
mit einer Widerstandseinrichtung;
- Figur 3
- ein Messprotokoll über den Verlauf der Leitfähigkeit einer an einer
Membran befestigten Widerstandseinrichtung, dargestellt als
Stromverlauf in Abhängigkeit der Zeit.
Ausführung der Erfindung
In Figur 1 ist eine bevorzugte Ausführung der erfindungsgemäßen Einrichtung
gezeigt. Eine Elastomerleiterschlinge 1 ist in Reihe mit einer
Spannungsversorgung 3 und einem Messwiderstand, einem Shunt 2,
geschaltet. Die Elastomerleiterschlinge ist schematisch als Mäander
gezeichnet. Der Mäander ist so ausgeführt, daß er den Verformungsbereich der
Membran abdeckt. Die zeitabhängige Größe wird als Spannungsabfall am
Shunt 2 gemessen. Zur Messdatenverarbeitung ist eine Auswerteelektronik 4
einerseits mit dem Shunt 2 verbunden, anderseits über Verbindungsleitungen
5 mit einem nicht dargestellten Prozessleitsystem.
In Figur 2 ist eine Teilschnittdarstellung einer mechanisch betätigten Membran
gezeigt. Der gummielastische Membranteller 6 wird durch einen Metallflansch 7
periodisch ausgelenkt. Es bezeichnet OT einen oberen Todpunkt, UT einen
unteren Todpunkt und N die neutrale Lage der Membran. Wie die
Schnittdarstellung zeigt, ist die Widerstandseinrichtung 1 mit der
gummielastischen Membran befestigt. Eine Schutzschicht 8 schützt Membran
und Widerstandseinrichtung 1 gegenüber dem Förderfluid.
In Figur 3 ist die zeitabhängige Größe die, am Shunt 2 gemessen wird,
dargestellt. Die Messung zeigt den elektrischen Strom durch den Shunt 2 als
eine Mischgröße. Der periodischen Auslenkung der Membran entsprechen
dabei Maxima beziehungsweise Minima in der Mischgröße. Mit UT ist der
untere Todpunkt der Membran, mit OT der obere Todpunkt der Membran und
mit N die neutrale Phase der Membran dargestellt.