Die Erfindung betrifft ein ortsveränderliches Objekt,
insbesondere ein militärisches Rad- oder Kettenfahrzeug,
mit einer im Außenbereich des Objektes vorgesehenen
Panzerung.
Panzerungen an ortsveränderlichen Objekten sind in
verschiedensten Ausführungen bekannt. Ihr Aufbau wird vom
jeweiligen Schutzbedarf bestimmt, beispielsweise um die
Beschußsicherheit von Fahrzeugen zu gewährleisten.
So ist es bekannt, Fahrzeuge auf ihrer Außenfläche mit
Panzerplatten zu versehen, die durch geeignete Mittel mit
dem Fahrzeug verbunden sind und aus mehrschichtigen
Verbundkörpern bestehen können. Die Schichten der
Verbundkörper sind dabei hinsichtlich ihrer Dicke und der
eingesetzten Materialien auf den betreffenden Einsatzfall
abgestimmt.
Neben passiven Schutzmaßnahmen sind auch aktive Panzerungen
bekannt. So wird beispielsweise in der DE-C-37 29 212 ein
reaktiver Panzerschutz zum Einsatz vor der Hauptpanzerung
eines zu schützenden Objektes beschrieben, der zwischen
Inertplatten eingeschlossenen Sprengstoff enthält.
Wenn auch mit derartigen Lösungen die Funktionalität einer
Panzerung erweitert wird, bleibt sie doch auf den
Funktionsbereich der Absorption von außen einwirkender
Energie begrenzt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine
Panzerung an ortsveränderlichen Objekten hinsichtlich ihrer
Funktionsvielfalt zu erweitern.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst, indem zumindest
Teile (3,4) der Panzerung zur Aufnahme, Speicherung und
Abgabe eines Energieträgers ausgebildet sind, der der
Energiegewinnung elektrischer Energie zur Versorgung von im
oder am ortsveränderlichen Objekt befindlichen Verbrauchern
dient.
Die Erfindung ist mit dem Vorteil verbunden, daß eine
Gewinnung elektrischer Energie ermöglicht wird, ohne
zusätzlichen Innenraum im ortsveränderlichen Objekt für die
Unterbringung eines Energiespeichers zu verbrauchen. Auch
kann auf Speicherbehältnisse, wie Tanks oder dgl.,
außerhalb des Objektes verzichtet werden.
In zweckmäßiger Ausführung der Erfindung weist das
ortsveränderliche Objekt eine Brennstoffzelle zur
Bereitstellung elektrischer Energie auf. Weiterhin ist
mindestens ein Teilbereich mindestens eines
Panzerungssegmentes der Panzerung des Objektes als
Brennstoffspeicher, von dem bedarfsweise Brennstoff an die
Brennstoffzelle abgegeben wird, ausgebildet. Als Brennstoff
kommt vorzugsweise Wasserstoff zum Einsatz.
Gemäßeiner bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung
enthalten zumindest Teile der Panzerung einen
Brennstoffspeicher, in dem der Brennstoff angereichert bzw.
angelagert wird, wie beispielsweise in einen
Metallhydridspeicher, der aus einer FeTi-Verbindung
gebildet sein kann.
In Weiterbildung der Erfindung bildet mindestens ein
Panzerungssegment der Panzerung einen geschlossenen
Hohlraum, in dem sich der Brennstoffspeicher befindet.
Alternativ hierzu kann mindestens ein Panzerungssegment der
Panzerung als gasförmigen Brennstoff enthaltender
Hochdruckspeicher ausgebildet sein.
Der Brennstoffspeicher selbst bildet gemäß einer
zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung eine ballistische
Schutzzone innerhalb der Panzerung, wodurch konventionelle
Mittel zur Panzerung insoweit ersetzt werden. Hierbei
besteht der Brennstoffspeicher bevorzugt aus einzelnen,
relativ zueinander verschiebbaren Partikeln. So kann ein
bei Aufladung mit Wasserstoff in Partikel zerfallender
Metallhydridspeicher zum Einsatz kommen.
Die erfindungsgemäße Panzerung ist zweckmäßig als in
Segmente unterteilte Zusatzpanzerung ausgebildet, so daß
über die Anzahl und die Art der Segmente eine Anpassung an
den Energiebedarf pro Zeiteinheit und die geforderten
Panzerungseigenschaften erfolgen kann.
Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines
Ausführungsbeispieles und zugehöriger Zeichnungen näher
erläutert werden.
Es zeigen
- Fig. 1
- ein militärisches Fahrzeug in schematischer
Darstellung mit außerhalb des Fahrzeuges, in
einem Panzerungssegment befindlichem
Wasserstoffspeicher zum Betreiben einer
Brennstoffzelle,
- Fig. 2
- einen Ausschnitt aus Fig. 1 in vergrößerter
Darstellung mit Panzerungssegment,
Wasserstoff- Transportleitungssystem und
Brennstoffzelle,
- Fig. 3
- eine konstruktive Auslegung eines zur
Speicherung von Wasserstoff geeigneten
Panzerungssegments und
- Fig. 4
- einen weiteren in die Panzerung des
Fahrzeuges eingeschlossenen
Wasserstoffspeicher.
An dem in Fig. 1 schematisch dargestellten militärischen
Fahrzeug 1 ist auf einer Seitenwand 2 eine Zusatzpanzerung
3 vorgesehen, die mindestens ein, der Speicherung von
Wasserstoff dienendes Panzerungssegment 4 gemäß Fig. 2
enthält.
Im Panzerungssegment 4 verläuft mindestens ein Wasserstoff-Führungskanal
5, der außerhalb des Panzerungssegmentes 4 in
eine Transportleitung 6 übergeht, die mit einer
Brennstoffzelle 7 verbunden ist. Die Brennstoffzelle 7
setzt sich aus einer von der erforderlichen Spannung
bestimmten Anzahl an Brennstoffzelleneinheiten 7.1
zusammen.
In der Transportleitung 6 befindet sich ein Abzweig 8, von
dem ein Leitungsabschnitt 9 zu einem Kupplungsstück 10
führt, an das eine außerhalb des Fahrzeuges befindliche
Wasserstoff-Bereitstellungseinrichtung zur Aufladung des
Wasserstoffspeichers im Panzerungssegment angeschlossen
werden kann. Im Leitungsabschnitt 9 und in der
Transportleitung 6 sind Ventile 11, 12 und 13 vorgesehen,
von denen zur Realisierung verschiedener Betriebszustände
jeweils ein Ventil geschlossen und die weiteren geöffnet
sind.
Befindet sich das zwischen dem Abzweig 8 und der
Brennstoffzelle 7 angeordnete Ventil 11 im geschlossenen
Zustand, so kann eine Zuführung von Wasserstoff von der
Bereitstellungseinrichtung über das Kupplungsstück 10 zum
Wasserstoffspeicher im Panzerungssegment 4 erfolgen. Bei
geschlossenem, im Leitungsabschnitt 9 befindlichen Ventil
12 wird der im Panzerungssegment 4 gespeicherte Wasserstoff
bei Bedarf an die Brennstoffzelle 7 abgegeben. Des weiteren
besteht auch die Möglichkeit, eine Direktversorgung der
Brennstoffzelle 7 mit Wasserstoff ohne Nutzung des
Wasserstoffspeichers zu erreichen, indem Ventil 13
geschlossen wird, das in der Transportleitung 6 zwischen
Panzerungssegment 4 und Abzweig 8 angeordnet ist.
Das Panzerungssegment 4 besteht gemäß Fig. 3 aus mit
Abstand zueinander angeordneten, parallelen Platten 14, 15
und aus die Platten 14,15 am Außenumfang verbindenden, hier
nicht dargestellten Abschlußwänden, so daß ein nach außen
geschlossener Hohlquader gebildet wird, in dem ein
Metallhydridspeicher 16 zur Absorption von Wasserstoff
eingeschlossen ist. Der Metallhydridspeicher 16 erfüllt in
Verbindung mit den Platten 14,15 in hohem Maß auch eine
ballistische Schutzfunktion, indem die nach Durchschlagen
der äußeren Platte in die Metallhydridspeicherschicht
eindringenden Projektile an den Partikeln des mit
Wasserstoff beladenen Speichers so stark abgebremst werden,
daß die Funktionsfähigkeit des Fahrzeuges erhalten bleibt
und die Besatzung des Fahrzeuges nicht gefährdet ist.
Der in den Metallhydridspeicher 16 eingesetzte Wasserstoff-Führungskanal
5 weist in seiner Wandung Durchbrüche 17 auf,
über die der Wasserstoff dem Metallhydridspeicher 16
zugeführt oder diesem entnommen wird. Der Führungskanal 5
steht über eine nicht dargestellte Kupplung mit der
Transportleitung 6 in Verbindung, so daß Wasserstoff aus
dem Metallhydridspeicher 16 zur Brennstoffzelle 7 geleitet
und der Metallhydridspeicher 16 wieder aufgeladen werden
kann.
In das Panzerungssegment 4 sind Hülsen 18 eingeschweißt,
die Ausnehmungen 19 zum Aufschieben des Panzerungssegmentes
4 auf, mit der Außenfläche 20 des Fahrzeuges 1 verbundene,
Gewindebolzen 21 bilden. Mit den Gewindebolzen 21 stehen
Muttern 22 im Eingriff, die am Panzerungssegment 4 anliegen
und dieses unter Vorspannung auf der Außenfläche 20 des
Fahrzeuges 1 halten.
Eine weitere Möglichkeit einer Wasserstoff speichernden
Panzerung ist in Fig. 4 dargestellt. Auf der Außenfläche 20
des Fahrzeuges 1 befinden sich Wasserstoff führende Rohre
23 , die starr miteinander und der Außenfläche 20 des
Fahrzeuges 1 verbunden sind. Die Rohre 23 sind Bestandteil
eines Hochdruckwasserstoffspeichers, in dem der gasförmig
vorliegende Wasserstoff bis zu hohen Drücken verdichtet
ist.
Die Anordnung der Rohre ist derart gewählt, daß ausreichend
Deformationsräume gebildet werden , um von außen
einwirkende Energie effizient abzubauen.
Mit der Erfindung wird eine wirksame Panzerung für
Fahrzeuge bereitgestellt, die gleichzeitig für die
Speicherung von Wasserstoff ausgebildet ist. Der
Wasserstoff wird in einer im Fahrzeug befindlichen
Brennstoffzelle umgesetzt, die der Energiebereitstellung
für elektrische Verbraucher, wie Bordelektronik und
elektrische Antriebe, dient.