Die Erfindung betrifft eine Turbine, insbesondere eine Dampfturbine,
welche entlang einer Rotationsachse gerichtet ist,
und eine erste Turbinenschaufel umfaßt. Die Turbinenschaufel
ist entlang einer Schaufelachse gerichtet und weist einen
Kopfbereich sowie einen daran angrenzenden Schaufelblattbereich
auf. Weiterhin umfaßt die Dampfturbine eine sich entlang
der Rotationsachse erstreckende Turbinenkomponente, einen
Hauptströmungsweg mit einer Hauptströmungsrichtung und
einen Spaltströmungsweg, der strömungstechnisch mit dem
Hauptströmungsweg verbunden ist und durch einen Dichtspalt
zwischen Kopfbereich und Turbinenkomponente führt. Der Schaufelblattbereich
ermöglicht die Umlenkung eines durch den
Hauptströmungsweg führbaren Aktionsfluides um einen Umfangswinkel.
Die Erfindung betrifft weiterhin eine Turbinenschaufel, die
entlang einer Schaufelachse gerichtet ist und einen Kopfbereich
sowie einen daran angrenzenden Schaufelblattbereich
aufweist, wobei der Schaufelblattbereich zur Umlenkung eines
Aktionsfluides um einen Umfangswinkel ausgebildet ist.
In der EP 0 509 921 B1 ist eine Aktions-Dampfturbine mit einem
Rotor und einem Stator sowie mehreren Stufen beschrieben.
Die Stufen weisen je eine feste Beschaufelung und eine bewegliche
Beschaufelung auf. Die feste Beschaufelung bewirkt mehr
als 85% des Druckabfalls an der Basis jeder Stufe. Die bewegliche
Beschaufelung ist unmittelbar auf dem Rotor montiert.
Die feste Beschaufelung weist an einem inneren Kranz eine
Bandage auf, deren Basisdurchmesser im wesentlichen dem
Durchmesser des Rotors entspricht. Weiterhin ist eine Dichtung,
die die Abdichtung der ortsfesten Beschaufelung gegenüber
dem Rotor bewirkt, vorgesehen. Die EP 0 509 921 B1 gibt
mehrere unterschiedliche Ausführungsformen für die Dichtung
sowie die Strömungsführung von aus der Dichtung austretendem
Fluid an. Gemäß einer Ausführungsform sind die Bandage abströmseitig
sowie eine der Bandage nachfolgende Laufschaufel
in einem Fußbereich abgeschrägt, so daß durch die Dichtung
strömendes Fluid im wesentlichen axial in eine Hauptströmung
des Fluides einströmt.
In der nachveröffentlichten EP 0 799 973 A1 ist eine Wandkontur
für eine axiale Strömungsmaschine beschrieben. Insbesondere
betrifft die Wandkontur eine Kanalkontur im beschaufelten
Bereich einer Dampfturbine und ist anwendbar bei Beschaufelung
mit Spitzendichtungen oder solchen mit Deckplatten- oder
Deckbanddichtungen. Die EP 0 799 973 A1 beschreibt Maßnahmen,
welche die Wiedereinströmung eines Labyrinthmassenstroms
zwischen einer Laufschaufel und der Wandkontur verbessern
sollen. Das Deckband der Laufschaufel bzw. das Deckband
der Leitschaufel ist hierbei in axialer Richtung so verlängert
und angeschnitten, daß der Labyrinth-Austritt radial so
eng wie möglich ist, um unnötige Dissipationen zu vermeiden.
Infolge der Verlängerung der Deckplatte kann die Abströmung
aus dem Labyrinth möglichst nahe am folgenden Leitschaufeleintritt
erfolgen.
In dem Patent Abstract of Japan, Vol.007, Nr. 221, (M-246),
30.09.1983, zur Japanischen Patentanmeldung mit der Veröffentlichungsnummer
58113504 sind in dem Gehäuse einer axialen
Strömungsmaschine eine Mehrzahl von Nuten angeordnet. Diese
Nuten weisen einen rechteckigen Querschnitt auf. Die Nuten
sind hierbei so geformt, daß sie zu jedem Endpunkt einer dem
Gehäuse benachbarten Laufschaufel die Richtung an jedem Punkt
der Nut mit der Richtung des absoluten Geschwindigkeitsvektors
des Fluides am Ende jeden Punktes der Laufschaufel übereinstimmt.
In der Schweizer Patentschrift 529 914 ist eine Turbinenstufe
einer Turbine, die beispielsweise zum Antrieb eines elektrischen
Generators oder eines Flugtriebwerkes verwendet wird,
angegeben. Zwischen einem Zwischenboden einer Leitschaufel
und einer Laufradscheibe ist ein Zwischenraum gebildet, durch
den eine Leckströmung von Arbeitsmedium hindurchströmen kann.
Im Übergangsbereich des Zwischenraums zu der Laufschaufel ist
ein Vorsprung vorgesehen, der in Form eines Ringes ausgeführt
ist und der teilweise die Fußfläche der Laufschaufel überdeckt.
Hierdurch ist mit der Fußfläche ein Ringspalt zum
Durchtritt eines Teils des Arbeitsmediums, der Leckströmung,
gebildet. An der Innenfläche des Vorsprungs sind Nuten ausgeführt,
die unter einem Winkel verlaufen, der identisch ist
mit dem Austrittswinkel der Leitschaufel. Die Ausführung der
schrägen Nuten an der Innenfläche des Vorsprungs verleiht der
Leckströmung einen Drall nach der Seite der Drehung des
Laufrades der Turbinenstufe. Diese Drall-Leckströmung führt
zur Ausnutzung der Leckströmungsenergie an den Laufschaufeln
des Laufrades, was eine Steigerung des Wirkungsgrades der
Turbinenstufe zur Folge haben soll.
In dem Artikel "Loss mechanisms in Turbomachines" von J.D.
Denton, in ASME Paper 93-GT-439, 1993, The American Society
of Mechanical Engineers, sind verschiedene Verlustmechanismen,
welche eine Verringerung des Wirkungsgrades einer Dampfturbine
bewirken, beschrieben und eine quantitative und qualitative
Abschätzung dieser Verluste angegeben. Ein wesentlicher
Verlustanteil, der zu den strömungstechnischen Verlustursachen
zählt, wird durch den sogenannten Spaltverlust hervorgerufen,
welcher an dem Gesamtverlust bis zu ca. 30% betragen
kann. Der Spaltverlust entsteht bei der Durchströmung
einer Dichtungspartie zwischen einer feststehenden Komponente
und einer rotierenden Komponente der Dampfturbine, wobei das
durch die Dichtungspartie strömende Fluid anschließend in die
Hauptströmung des Fluides wiedereintritt. Die Dichtungspartie
dient hierbei der Abdichtung der rotierenden Komponente von
der feststehenden Komponente, beispielsweise einer Laufschaufel
gegenüber dem Turbinengehäuse und einer Leitschaufel gegenüber
der Turbinenwelle. Die Größe des Spaltverlustes ist
u.a. proportional zum Anteil des durch die Dichtung des Spaltes
strömenden Massenstroms bezogen auf den Hauptmassenstrom,
abhängig von dem Geschwindigkeitsverhältnis des Fluides in
dem Spalt und in der Hauptströmung sowie von dem Winkel, mit
dem das Fluid aus dem Spalt in die Hauptströmung eintritt.
Letzteres führt aufgrund unterschiedlicher Temperatur und Geschwindigkeit
zwischen Hauptströmung und Spaltströmung gemäß
Denton zu einer Temperaturerhöhung und damit zu einem zusätzlichen
Wirkungsgradverlust.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Turbine anzugeben, bei der
eine Verringerung des Spaltverlustes in einem Spalt zwischen
einer Turbinenschaufel und einer Turbinenkomponente erreichbar
ist. Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin,
eine Turbinenschaufel für eine Verringerung des Spaltverlustes
anzugeben.
Erfindungsgemäß wird die auf eine Turbine, insbesondere eine
Dampfturbine, gerichtete Aufgabe durch eine Turbine gelöst,
welche entlang einer Rotationsachse gerichtet ist und aufweist
eine erste Turbinenschaufel, die entlang einer Schaufelachse
gerichtet ist und einen Kopfbereich sowie einen
daran angrenzenden Schaufelblattbereich hat. Weiterhin ist
eine sich entlang der Rotationsachse erstreckende Turbinenkomponente
vorgesehen, wobei ein Hauptströmungsweg mit einer
Hauptströmungsrichtung und ein Spaltströmungsweg, der
strömungstechnisch mit dem Hauptströmungsweg verbunden ist
und durch einen Dichtspalt zwischen Kopfbereich und Turbinenkomponente
führt. Der Spaltströmungsweg weist in bezug auf
die Hauptströmungsrichtung gesehen stromab des Spaltes eine
Begrenzungsfläche auf, die im Mittel mit einem spitzen Winkel
α gegenüber der Rotationsachse geneigtist. Die Begrenzungsfläche
ist zumindest bereichsweise durch die Turbinenkomponente
gebildet. Die Turbine weist eine sich entlang einer
Schaufelachse erstreckende und stromab der ersten Turbinenschaufel
angeordnete zweite Turbinenschaufel auf, die einen
Schaufelblattbereich und einen Fußbereich besitzt, und mit
dem Fußbereich in der Turbinenkomponente befestigt ist, wobei
die Begrenzungsfläche zumindest bereichsweise den Fußbereich
von dem Schaufelblattbereich abgrenzt und der Schaufelblattbereich
der ersten Turbinenschaufel gegenüber dem an den Fußbereich
der zweiten Turbinenschaufel angrenzenden Schaufelblattbereich
einen radialen Höhenversatz aufweist.
Eine Anwendung der Erfindung auf eine Gasturbine ist ebenfalls
denkbar. Die Begrenzungsfläche ist vorzugsweise zwischen
zwei benachbarten Turbinenschaufeln vorgesehen. Sie
kann aber auch ganz oder teilweise in dem Dichtspalt und/oder
an einer nachgeordneten Turbinenschaufel vorgesehen sein.
Alternativ oder zusätzlich zur Begrenzungsfläche weist eine
erfindungsgemäße Turbine einen Schaufelblattbereich der ersten
Turbinenschaufel auf, der zur Umlenkung eines durch den
Hauptströmungsweg führbaren Aktionsfluides um einen Umfangswinkel
ausgebildet ist und die Turbinenkomponente und/oder
die erste Turbinenschaufel eine den Spaltströmungsweg begrenzende
Umfangsfläche aufweisen bzw. aufweist, und in der Umfangsfläche
zumindest eine Vertiefung zur Strömungsumlenkung
im wesentlichen ebenfalls um den Umfangswinkel γ vorgesehen
ist.
Mit der erfindungsgemäßen Turbine ist der insbesondere als
Spaltdichtung ausgebildete Spaltströmungsweg ausströmseitig
durch eine geometrische und konstruktive Ausgestaltung der
Turbinenschaufel, insbesondere einer Leit- oder Laufschaufel,
und der Turbinenkomponente strömungstechnisch so ausgebildet,
daß eine Verbesserung des Wiedereintritts des durch den
Spaltströmungsweg strömenden Fluides in das entlang der
Hauptströmungsrichtung strömende Aktionsfluid gewährleistet
ist.
Der mittlere Reaktionsgrad einer Turbinenstufe der Turbine
sowie der lokale, schaufelhöhenabhängige Reaktionsgrad im Bereich
des als Spaltdichtung ausgebildeten Spaltströmungsweges
ist im Rahmen der technischen Anforderungen einstellbar. Die
Turbine kann hierbei axial, diagonal, radial oder auch gemischt
augebildet sein. Als Turbinenschaufel können zylindrische
oder auch beliebig dreidimensional gestaltete Turbinenschaufeln
verwendet werden.
In vorteilhaften Ausführungsformen der Turbine gemäß den Unteransprüchen
sind zur Verbesserung des Wiedereintritts des
durch den Spaltströmungsweg strömenden Aktionsfluides in die
Hauptströmung des Aktionsfluides unterschiedliche Ausgestaltungen
des Kopfbereiches der ersten Turbinenschaufel, der
Turbinenkomponente, der Turbinenwelle oder des Turbinengehäuses
sowie des Fußbereiches der der ersten Turbinenschaufel
nachgeschalteten zweiten Turbinenschaufel angegeben.
Die Winkeldifferenz, d.h. der spitze Winkel α zwischen dem
in die meridionale Hauptströmung wieder eintretenden Spaltmassenstrom,
liegt je nach technischer Anforderung vorzugsweise
zwischen 0° und 90°, insbesondere unterhalb 45°. Vorzugsweise
liegt der spitze Winkel α in einem Bereich zwischen
5° und 25°, insbesondere bei 10°. Die Begrenzungsfläche
kann als ebene Fläche um den spitzen Winkel α geneigt sowie
je nach Ausführung auch kontinuierlich, ggf. stetig gekrümmt
verlaufen, wobei der Begrenzungsfläche im Mittel der spitze
Winkel α zugeordnet ist.
In dem Dichtspalt ist vorzugsweise ein Dichtungssystem mit
axial voneinander beabstandeten Dichtungsspitzen vorgesehen.
Die Dichtungsspitzen greifen vorzugsweise in eine entsprechende
Dichtungsvertiefung des Kopfbereichs bzw. der Turbinenkomponente
ein. Es sind nahezu beliebige Dichtungssysteme
möglich, wie sie beispielsweise in der EP 0 509 921 B1 beispielhaft
beschrieben sind. Die Turbine kann sowohl in Trommelbauweise
als auch in Kammerbauweise ausgeführt sein.
Die erste Leitschaufel bildet mit einer Mehrzahl erster Leitschaufeln
zusammen einen zur Rotationsachse symmetrischen
Leitschaufelkranz. Mit einem ebenfalls zur Rotationsachse
symmetrischen axial nachgeschalteten Laufschaufelkranz bildet
der Leitschaufelkranz eine jeweilige Turbinenstufe. Die Kopfbereiche
der Turbinenschaufeln eines Turbinenschaufelkranzes
bilden vorzugsweise ein Deckband. Das Deckband weist vorzugsweise
zur Rotationsachse rotationssymmetrische axial einander
nachgeschaltete Vertiefungen auf.
Die Hauptströmung des Aktionsfluides wird an dem Schaufelblattbereich
vorbeigeführt und durch diesen um einen Umlenkwinkel
γ umgelenkt. Es erfolgt hiermit eine lokale Strömungsrichtung
der Hauptströmung mit einer Umfangskomponente. Vorzugsweise
sind in dem Dichtspalt an dem Kopfbereich und/oder
an der Turbinenkomponente Vertiefungen mit einer Umfangskomponente
vorgesehen, so daß eine Umlenkung des durch den
Spaltströmungsweg strömenden Aktionsfluides im wesentlichen
ebenfalls um den Umlenkwinkel erfolgt. Ein Einströmen des
Spaltmassenstroms in den Hauptmassenstrom erfolgt daher im
wesentlichen mit der gleichen Umfangskomponente, so daß hierdurch
ein zusätzlicher Reibungsverlust vermieden wird. Mit
der Richtungsanpassung des Spaltmassenstroms an die meridionale
Hauptströmungsrichtung durch eine Einströmung mit dem
spitzen Winkel α wird ein Wirkungsgradverlust durch das Einströmen
in die Hauptströmung deutlich verringert.
Vorzugsweise ist der Kopfbereich abströmseitig abgeschrägt,
ebenfalls im Mittel ebenfalls um den spitzen Winkel α der
Begrenzungsfläche. Hierdurch ist eine zusätzliche Verbesserung
der Einströmung des Spaltmassenstroms in die Hauptströmung
des Aktionsfluids erreichbar.
Vorzugsweise ist die erste Turbinenschaufel eine Leitschaufel
und die Turbinenkomponente eine Turbinenwelle oder die erste
Turbinenschaufel eine Laufschaufel und die Turbinenkomponente
ein Turbinengehäuse.
Es ist ebenfalls möglich, daß die erste Turbinenschaufel einen
Fußbereich aufweist, der einströmseitig eine Begrenzungsfläche
hin zu dem Schaufelblattbereich aufweist, die im Mittel
um den spitzen Winkel α geneigt ist. Dies führt zu einer
Verringerung des Einströmverlustes einer Spaltströmung, die
zwischen einer der ersten Turbinenschaufel vorgeschalteten
zweiten Turbinenschaufel und einer an die zweite Turbinenschaufel
angrenzenden Turbinenkomponente hindurchströmt.
Hierdurch können die Verluste durch ein Wiedereinströmen in
die Hauptströmung alternierend aufeinander folgender Leitschaufelkränze
und Laufschaufelkränze verringert werden.
Erfindungsgemäß wird die auf eine Turbinenschaufel gerichtete
Aufgabe durch eine solche Turbinenschaufel gelöst, die entlang
einer Schaufelachse gerichtet ist und einen Kopfbereich
mit einem daran angrenzenden Schaufelblattbereich aufweist,
wobei der Schaufelblattbereich zur Umlenkung eines Aktionsfluides
um einen Umfangwinkel ausgebildet ist, und der Kopfbereich
eine Umfangsfläche im wesentlichen senkrecht zur
Schaufelachse aufweist, in welche Umfangsfläche zumindest
eine Vertiefung zur Strömungsumlenkung im wesentlichen ebenfalls
um den Umfangswinkel vorgesehen ist. Vorzugsweise ist
die Turbinenschaufel in einem rotationssymmetrischen Schaufelkranz
aus einer Mehrzahl im wesentlichen identischer Turbinenschaufeln
eingesetzt, wobei die Kopfbereiche der Turbinenschaufeln
ein Deckband bilden, in dem eine Mehrzahl von
Vertiefungen eine Umlenkung eines entlang des Kopfbereiches
strömenden Aktionsfluides um den Umfangswinkel gewährleisten.
Die Vertiefung ist vorzugsweise im Mittel um einen spitzen
Winkel gegenüber einer zur Schaufelachse senkrechten Rotationsachse
geneigt.
Anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
werden eine Dampfturbine mit Dichtungssystem sowie die
Turbinenschaufel näher erläutert. Die Figuren zeigen schematisch
und nicht maßstäblich die zur Erläuterung dargestellten
Komponenten. Es zeigen:
- FIG 1
- einen Ausschnitt durch einen Längsschnitt einer Aktions-Dampfturbine
in Trommelbauweise,
- FIG 2
- einen vergrößerten Ausschnitt gemäß Figur 1,
- FIG 3, 4 und 5
- einen Ausschnitt analog zu Figur 2 einer jeweils
alternativen Ausführungsform,
- FIG 6
- einen abgerollt dargestellten Ausschnitt eines
Deckbandes eines Leitschaufelkranzes und
- FIG 7
- einen Ausschnitt eines Längsschnittes einer Leitschaufel
mit Kopfbereich.
Die in den einzelnen Figuren verwendeten Bezugszeichen haben
jeweils die gleiche Bedeutung.
Figur 1 zeigt einen Ausschnitt eines Längsschnittes einer
entlang einer Rotationsachse 1 gerichteten Aktionsdampfturbine
(nicht näher dargestellt) in Trommelbauart. Die Dampfturbine
weist als entlang der Rotationsachse 1 gerichtete
Turbinenkomponenten ein Turbinengehäuse 5a sowie eine Turbinenwelle
5b auf. In dem Turbinengehäuse 5a sind axial voneinander
beabstandete erste Turbinenschaufeln 2 (Leitschaufeln)
in einem jeweiligen zur Rotationsachse 1 rotationssymmetrischen
Leitschaufelkranz angeordnet. Jede Leitschaufel 2 ist
entlang einer jeweiligen Schaufelachse 3a gerichtet und weist
entlang der Schaufelachse 3a einen Fußbereich 12a, einen sich
daran anschließenden Schaufelblattbereich 13a und einen Kopfbereich
4a auf. Mit dem Fußbereich 12a ist die Leitschaufel 2
an dem Gehäuse 5a befestigt. Zwischen je zwei axial voneinander
beabstandeten Leitschaufeln 2 ist jeweils eine mit der
Turbinenwelle 5b verbundene zweite Turbinenschaufel
(Laufschaufel 11) angeordnet. Jede Laufschaufel 11 ist entlang
einer jeweiligen Schaufelachse 3b von einem Fußbereich
12b über einen Schaufelblattbereich 13b gerichtet. Mit dem
Fußbereich 12b ist jede Laufschaufel 11 mit der Turbinenwelle
5b verbunden. Ein Hauptströmungsweg 6, durch welchen Aktionsfluid
20 zum Antrieb der Laufschaufeln 11 durch die Dampfturbine
führbar ist, verläuft durch die in Umfangsrichtung voneinander
beabstandeten Schaufelblattbereiche 13a eines jeweiligen
Leitschaufelkranzes der Leitschaufeln 2. Das Aktionsfluid
20 durchströmt den Hauptströmungsweg 6 entlang einer
Hauptströmungsrichtung 7, die im wesentlichen parallel zur
Rotationsachse 1 verläuft.
Zwischen dem Kopfbereich 4a der ersten Turbinenschaufel 2
(Leitschaufel 2) und der Turbinenwelle 5b sowie dem Kopfbereich
4b einer zweiten Turbinenschaufel 11, der Laufschaufel,
und dem Turbinengehäuse 5a ist jeweils ein kreisringförmiger
Dichtspalt 9 gebildet. Dieser Dichtspalt 9 ist Teil eines
Spaltströmungswegs 8, durch den ein Teil des Aktionsfluides
20 strömt, ohne Arbeit an den Laufschaufeln 11 zu verrichten
und ohne in den Leitschaufeln 2 über den Schaufelblattbereich
13a entsprechend um einen Umlenkwinkel γ umgelenkt zu werden.
Dieses durch den Spaltströmungsweg 8 strömende Aktionsfluid
20, auch als Spaltmassestrom bezeichnet, führt zu einem Wirkungsgradverlust
der Dampfturbine. Zur Verringerung dieses
Wirkungsgradverlustes ist in jedem Dichtspalt 9 ein Dichtungssystem
17 vorgesehen (siehe Fig. 3), umfassend axial
voneinander beabstandete Dichtspitzen 18 und in einem jeweiligen
Kopfbereich 4a, 4b in Umfangsrichtung verlaufende
Dichtvertiefungen 19. Einige der Dichtspitzen 18 erstrecken
sich von der jeweiligen Turbinenkomponente 5a, 5b in eine jeweilige
Dichtvertiefung 19 hinein. Stromab des jeweiligen
Dichtspaltes 9 strömt das Aktionsfluid 20 aus dem Strömungsweg
8 in den Hauptströmungsweg 6 zurück. Diese Einströmung
erfolgt im wesentlichen mit einer Strömungsrichtung, die gegenüber
der Hauptströmungsrichtung 7 sowie gegenüber der Rotationsachse
1 um einen spitzen Winkel α geneigt ist.
Hierzu ist (siehe z.B. Figur 1 und Figur 2) eine Begrenzungsfläche
10 - stromab eines jeden Dichtspaltes 9 vorgesehen,
die von dem Spalt 9 zu einem jeweiligen Fußbereich 12a, 12b
führt, und als ebene Fläche den spitzen Winkel α mit der
Hauptströmungsrichtung 7 einschließt. Die Begrenzungsfläche
10 kann auch gekrümmt mit dem spitzen Winkel α im Mittel
ausgeführt sein. Der spitze Winkel α liegt vorzugsweise im
Bereich von 10°. Gemäß Figur 2 ist zusätzlich der Kopfbereich
4a der ersten Turbinenschaufel 2 abströmseitig um einen Winkel
β, welcher im wesentlichen mit dem spitzen Winkel α übereinstimmt,
abgeschrägt. Hierdurch erhält der Spaltmassestrom
bereits vor Austritt aus dem DichtSpalt 9 eine Strömungskomponente
für eine Einströmung in die durch den Hauptströmungsweg
6 strömende Hauptströmung, Hauptmassestrom, des Aktionsfluides
20.
Gemäß der in Figur 3 dargestellten Ausführungsform erstreckt
sich die Begrenzungsfläche 10 in den Fußbereich 12b der zweiten
Turbinenschaufel, der Laufschaufel 11, hinein, wodurch
eine gegenüber Figur 2 flachere Einströmung des Spaltmassestroms
in den Hauptmassestrom erreichbar ist. Gemäß der in
Figur 4 dargestellten Ausführungsform erstreckt sich die Begrenzungsfläche
10 von der Turbinenwelle 5b bis in den Fußbereich
12b hinein. Zwischen dem Schaufelfußbereich 12b und dem
Kopfbereich 4a der Leitschaufel 2 besteht in radialer Richtung
ein Höhenversatz 14, wodurch der Winkel α ebenfalls gering
sein kann und dadurch eine im wesentlichen fast axiale
Einströmung des Spaltmassestroms in den Hauptmassestrom des
Aktionsfluids 20 erfolgt. Hierdurch besteht auch ein Versatz
zwischen dem Schaufelblattbereich 13a der Leitschaufel 2 und
dem Schaufelblattbereich 13b der Laufschaufel 11. Der Kopfbereich
4a ist einströmseitig mit einem Winkel δ abgeschrägt,
der vorzugsweise dem spitzen Winkel α entspricht. Hierdurch
ist eine Wiedereinströmung des Spaltmassestroms aus einem
Dichtspalt 9 einer der ersten Turbinenschaufel 2 in axialer
Richtung vorgeschalteten zweiten Turbinenstufe 11 in den
Hauptmassestrom mit geringem Strömungswiderstand möglich.
Gemäß der Ausführungsform nach Figur 5 besteht zwischen dem
Kopfbereich 4a und dem Fußbereich 12b ebenfalls ein Höhenversatz
14, wobei die Begrenzungsfläche 10 sich ausschließlich
über den Fußbereich 12b erstreckt.
Figur 6 zeigt in einer abgewickelten Darstellung die Umfangsfläche
16 von zu einem Deckband zusammengefaßten Kopfbereichen
4a von in Umfangsrichtung zu einem Leitschaufelkranz zusammengefügter
erster Turbinenschaufeln, der Leitschaufeln 2.
Der Kopfbereich 4a weist voneinander beabstandete Vertiefungen
19 auf, von denen der Übersichtlichkeit halber lediglich
zwei dargestellt sind, die in dem Dichtspalt 9 eine Umlenkung
des Spaltmassestroms um einen Winkel γ gewährleisten. Die
Vertiefungen 19 sind in Figur 6 als gerade Vertiefungen dargestellt,
sie können allerdings selbstverständlich auch gekrümmt
ausgeführt sein, insbesondere dem Schaufelprofil des
Schaufelblattbereichs 13a angepaßt sein. Der Umlenkwinkel γ
entspricht im wesentlichen dem Umlenkwinkel, den das Aktionsfluid
20 bei Durchströmen des Profilbereichs 13a erfährt. Die
Strömungsrichtung des Aktionsfluides 20 stromab sowie stromauf
der Turbinenschaufel 2 ist mit einem jeweiligen Pfeil gekennzeichnet.
Gemäß Figur 7 ist in dem Kopfbereich 4a jede
Vertiefung 19 in Hauptströmungsrichtung 7 um den spitzen Winkel
α geneigt. Die Vertiefungen 19 bewirken eine Anpassung
des Spaltmassestroms an den Hauptmassestrom sowohl in axialer
Richtung als auch in Umfangsrichtung.
Die Erfindung zeichnet sich durch eine Turbine, insbesondere
eine Dampfturbine, aus, bei der eine Anpassung des Spaltmassestroms
sowohl in axialer Richtung über eine dem Spalt nachgeschaltete
Begrenzungsfläche als auch in Umfangsrichtung
über Vertiefungen in einem Deckband und/oder einer an den
Spalt angrenzenden Turbinenkomponente erreicht ist. Hierdurch
ist eine Verringerung eines Wirkungsgradverlustes infolge der
Wiedereinströmung des Spaltmassenstroms in einen Hauptstrom
des Aktionsfluides merklich verringert.