DEV0001948MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 17. Februar 1943 Bekanntgemacht am 6. Oktober 1955
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Veränderung der Oberfläche von Metallen, insbesondere
von Eisenteilen. Das Wesen der Erfindung besteht darin, daß die Teile im erhitzten Zustand
oberflächlich oxydiert und anschließend durch Verwendung reduzierender Gase die Oxydschicht wieder
zu reinem Metall zurückgebildet wird, in der Weise, daß eine aufgeschwemmte bzw. schwammige,
aber fest mit dem Grundmetall verbundene plastische Oberflächenschicht erzielt wird.- Gemäß
einem weiteren wesentlichen Merkmal der Erfindung wird die Metallschwammschicht mit einer
Phosphatschicht überzogen. Je nach der Art und dem Verwendungszweck der zu behandelnden Teile
kann auch so verfahren werden, daß nur ein Teil der Oberfläche der Metallteile in der gekennzeichneten
Weise behandelt wird. Besondere Vorteile bietet das Verfahren in seiner Anwendung zur Herstellung
von Gleit- und/oder Dichtungsflächen bzw. korrosionsfesten Eisenteilen.
Das erfindungsgemäße Verfahren bietet besonders überall da große Vorteile, wo es sich darum
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V 1948 Via /48 d
handelt, Metallteile, insbesondere Gegenstände aus
Kisen und Stahl, mit einer plastischen, nachgiebigen bzw. porösen Obcriliichcnschicht zu versehen.
Derartige Schichten werden beispielsweise
dann benötigt, wenn die betreffende Fläche eine Druckbeanspruchung aufzunehmen hat und hierbei
nachgiebig und dichtend wirken soll. Derartige Gegenstände sind beispielsweise Niete, Dichtungsschrauben, Unterlegscheiben, Muttern, S topfin
buehsenpackungen, Führungsringe für Geschosse u. dgl. Kine weitere Aliwendungsmöglichkeit bestellt
in der Verbesserung der Korrosionseigenschaften von Stahlteilen. Durch die erfmdungsgemäl.ic
Behandlung entsteht auf dem Stahlteil ein Reineiseiiüberzug, der wenig sauerstoffanfällig ist.
Auch in anderen Fällen, wo es erwünscht ist, auf glatten Metallteilen, insbesondere Stahlteilen, eine
rauhe Oberfläche zu erzeugen, sei es aus Gründen der Erzielung besonderer ästhetischer Wirkungen,
zwecks besserer Griffigkeit (z. B. Handgriffe) oder aus anderen Gründen, kann das Verfahren mit Erfolg
benutzt werden. Ks eignet sich besonders auch für Anwendung bei Massenteilen, wie Schrauben
u. dgl., da die Behandlung beispielsweise in einer Drehtrommel, einem Drehrohrofen od. dgl. vorgenommen
werden kann.
1 )as erfindungsgemäüe Verfahren sei nachstehend
au Hand eines Ausführungsbeispieles beschrieben: Die zu behandelnden Gegenstände werden etwa
10 bis 60 Minuten lang in Gegenwart von Sauerstoff auf Soo bis 10000 erhitzt. Der Sauerstoff
greift bei diesen Temperaturen das Kisen an und verwandelt eine einige zehntel Millimeter dicke
Schicht des Eisens in Fe11O1. Diese Schicht nimmt
einen g reiß ere 11 Raum ein als das reine Eisen. Unmittelbar nach der Oxydierung des Körpers wird
ein reduzierendes Gas eingeleitet, z. B. Kohlenoxyd oder Wasserstoff. Es findet nunmehr eine Rückbildung
des Fe.,O4 zu reinem Eisen statt, das aber
bei den Reduktionstemperaturen von 900 bis 10000
nicht als homogenes Eisen anfällt, sondern als eine aus Eisenschwamm bestehende ] laut, die, da aus
der Unterlage herausgewachsen, fest mit derselben verbunden ist. Man erhält also auf diese Weise
einen Eiscnschwammüberzug auf einem Körper aus homogenem Eisen.
Einige Amvendungsbeispiele sind in den Zeichnungen schematisch dargestellt. Es bedeuten
Fig. 1, 2 und 3 ausschnittsweise Ouerschnittsbilder eines Metallkörpers in verschiedenen Stadien
des Verfahrens,
Fig.-I a Querschnitt und Fig. 4b Grundriß einer
erfindungsgemäß behandelten Unterlegscheibe,
Fig. 5 eine Schraube mit einer im Querschnitt dargestellten erfindungsgemäß behandelten Mutter, Fig. 6a Stalilgeschoß, Längsschnitt,
Fig. 6b Slahlgeschoß, Querschnitt,
Fig. 6c Stalilgeschoß, Seitenansicht nach Beschüß,
Fig. 5 eine Schraube mit einer im Querschnitt dargestellten erfindungsgemäß behandelten Mutter, Fig. 6a Stalilgeschoß, Längsschnitt,
Fig. 6b Slahlgeschoß, Querschnitt,
Fig. 6c Stalilgeschoß, Seitenansicht nach Beschüß,
Fig. 6d Stahlgeschoß, Querschnitt nach Beschüß.
Fig. ι zeigt eine glatte, metallische Oberfläche ο
eines Metallkörpers 1, der zunächst mit einer Oxydschicht 2 aus Fe.,O. überzogen wird (Fig. 2), die
dann durch Weiterbehandlung mit reduzierenden Gasen zu schwammförmigem, reinem Eisen 3 gemaß
Fig. 3 umgewandelt wird.
Fig. 4 zeigt eine erfindungsgemäß behandelte Unterlegscheibe 4 mit schwammartigem Überzug 5.
Eine derartige Unterlegscheibe bildet, besonders wenn die Eisenschwammschicht noch mit einem
Film bzw. Überzugsmittel (Lack, Paraffin, Wasserglas, Phosphatschicht usw.) versehen ist, einen
hochwärmebeständigen Dichtungskörper für alle möglichen Verwendungszwecke, insbesondere für
hohe Drucke und hohe Temperaturen.
Fig. 5 veranschaulicht eine Schraubenmutter. Sie ist allseitig mit der erfindungsgemäßen Schwammschicht
überzogen. Eine derartige Schraubenmutter hat den Vorteil, daß sie bei Passung mit festem
Sitz sich sehr gleichmäßig auf ihrem Gewinde bewegen läßt (weder klappert noch klemmt) und vor
allem sich nie lockert. Außerdem wirkt sie gleichzeitig dichtend. Es entsteht so eine ideale Mutternsicherung.
Es ist verständlich, daß alternativ oder zusätzlich auch die Schraube erfindungsgemäß behandelt
sein kann.
Ein besonders wesentliches Anwendungsbeispiel zeigen die Fig. 6 a bis 6d. Das aus vollem Stahl
hergestellte Geschoß ist gemäß Fig. 6 a und 6b nach dem erfindungsgemäßen Verfahren mit einer Oberflächenschicht
überzogen, welche ausreichend nachgiebig ist, um die Gasabdichtung und die Drallübertragung
zu bewirken. Auf diese Weise kann die Anbringung besonderer Führungsringe aus Kupfer oder Sintereisen oder die Verwendung
dünnwandiger verkupferter Stahlmantelgeschosse mit Bleikernen vermieden werden.
Fig. 6 c und 6d lassen die Einpressung der Führungsrillen nach erfolgtem Beschüß erkennen.
Tn allen Fällen, besonders aber bei Herstellung von Geschossen, kann die Eisenschwammobcrflächenschicht
mit einem Phosphatüberzug versehen werden. Hierzu können beliebige an sich bekannte Verfahren
verwendet werden. Weiter besteht die Möglichkeit, die poröse Oberflächenschicht mit
schmierenden und/oder dichtenden Metallen, wie Graphit, Wasserglas, Paraffin od. dgl., zu füllen.
Claims (6)
1. Verfahren zur Veränderung der Oberfläche von Metallen, insbesondere von Eisenteilen, dadurch
gekennzeichnet, daß die Teile im erhitzten Zustand oberflächlich oxydiert werden und
anschließend durch Verwendung reduzierender Gase die Oxydschicht wieder zu einer schwammigen,
aber fest mit dem Grundmetall verbundenen plastischen Oberflächenschicht aus reinem
Metall zurückgebildet wird.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Metallschwammschicht mit einer Phosphatschicht überzogen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß nur ein Teil der
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Oberfläche der Metallteile in der gekennzeichneten Weise behandelt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Poren der schwammartigen
Oberflächenschicht mit Schmier- und/ oder Dichtungsmitteln, wie Graphit, Wasserglas,
Paraffin u. dgl., getränkt werden.
5. Anwendung des Verfahrens nach Anspruch ι oder folgenden zur Herstellung von
Gleit- und/oder Dichtungsflächen bzw. korrosionsfesten Eisenteilen.
6. Anwendung des Verfahrens nach Anspruch ι oder folgenden bei der Herstellung
von Geschossen, insbesondere aus Stahl.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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