DEP0008572MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 24. Oktober 1952 Bekanntgemacht am 19. April 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
KLASSE 87d GRUPPE 3oi
P 8572 IbI87 d
P 8572 IbI87 d
ist als Erfinder genannt worden
Das Anfassen und Betätigen von Werkzeugen, Geräten und Griffen jeder Art erfolgt durch den
Druck der den Griff umspannenden Hand. Bei sehr kräftiger oder sehr anhaltender Betätigung entstehen
an der arbeitenden Hand Blasen, bei lange andauernder Betätigung Schwielen. Sie sind der
Ausdruck erhöhter Flächenpressung auf den vorspringenden Teilen (Knöcheln), an Handteller und
Fingern.
Früher hat man vielfach für das eigene Werkzeug den Griff sich nach der Hand selbst geschnitzt,
so daß der Druck auf die gesamte Fläche der Hand und nicht nur auf die vorspringenden
Teile abgestützt wurde. Bei der heutigen Massenfertigung von Werkzeugen jeder Art ist das Verfahren
nicht mehr möglich. Man fertigt im allgemeinen einen neutralen Griff, der, rund oder oval
im Querschnitt, zylindrisch oder elliptisch im Längsschnitt ausgeformt ist, entsprechend den
Fabrikationsmethoden (Drehen für Holz, Ziehen oder Pressen für Metall). In Ausnahmefällen gibt
es Ausformungen für einen Finger, wie z. B. beim Griff des Bügeleisens. Alle diese Griffe können jedoch
nicht individuell der arbeitenden Hand angepaßt sein, weil der Benutzer, der mit dem Werkzeug
arbeitet, dem Hersteller unbekannt ist und meistens auch noch wechselt, weil das gleiche
Werkzeug von verschiedenen Personen benutzt
609' 506/68
P 8572 IbI87 d
wird, ζ. B. Spaten in einer Gärtnerei, Hammer in einer Werkstatt oder Haushalt.
Man hat früher vergeblich versucht, diesen Nachteil zu beseitigen. So zeitigt z. B. das einfache
Überziehen der Griffe mit einer gleichmäßigen Gummi- oder Kunststoffschicht nicht den gewünschten
Erfolg, da auch in diesem Fall der Nachteil verschieden starker Flächenpressung in
den einzelnen Handteilen erhalten bleibt.
ίο Ais eine befriedigende Lösung kann auch nicht
gewertet werden, wenn der Griff am neuen Werkzeug einmalig der arbeitenden Hand durch Anbringung
einer zementartigen Masse angeglichen wird. Hierdurch wird zwar der Handgriff für den
den Handabdruck liefernden Benutzer angeglichen, für jeden späteren Benutzer mit anderen Handmaßen
ist jedoch ein solcher Handgriff wesentlich schlechter -für die Bedienung als ein neutraler,
d. h. glatter Handgriff.
Erfindungsgemäß besteht der Handgriff aus einer reversiblen, plastisch verformbaren Masse oder
aus einer solchen Masse, die auf einen Handgriff aus einem anderen Werkstoff aufgebracht ist.
Als Werkstoff kommt eine solche reversibel plastisch verformbare Masse in Betracht, die unter
■geeigneten Bedingungen, z. B. durch Erhitzen auf höhere Temperaturen oder durch chemische Reaktionen,
plastisch wird und sich leicht verformen läßt. Geeignete Massen dieser Art sind z. B. thermoplastische
Kunststoffe auf der Basis von Polymerisaten oder Mischpolymerisaten des Vinylchlorids
usw.
In diesem etwa bei 8o° C erreichbaren plastischen Zustand kann die den Handgriff bildende Masse
beim Umfassen mit der Hand der Handform angepaßt werden. Wird dann anschließend der
plastische Zustand, z.. B. durch Abkühlung, aufgehaben, so behält der Handgriff die der umfassenden
Hand angepaßte Form bei.
Soll das den Handgriff enthaltende Werkzeug od. dgl. von einem anderen Benutzer verwendet
werden, so wird der Handgriff wieder in den plastischen Zustand übergeführt und dann von dem
neuen Benutzer umfaßt, wobei sich der Handgriff der Handform wieder angleicht.
Gegenüber den bisher bekannten Handgriffen wird erreicht, daß die Flächenpressung in der Hand
kleiner wird, wodurch Schmerzen, Blasenbildung und Schwielen vermieden werden.
Ferner ist die Haltearbeit bei geschwungenen Werkzeugen, wie Hammer, Sense usw., wesentlich
geringer, weil die Ausformung des Handgriffes in die Unebenheiten der Hand und der Finger hinein
ein Abrutschen des Handgriffes auch bei großer Schwungkraft mit geringer Haltekraft der Hand
verhindert. Dadurch wird die Arbeit auch physiologisch leichter.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Handgriff für Werkzeuge oder andere hand-'betätigte Bedienungselemente, dadurch gekennzeichnet, daß dieser aus einer an sich bekannten, .. reversibel verformbaren plastischen Masse oder Überzugsmasse, z. B. aus einer thermoplastischen Kunststoffmasse, besteht und an eine dem Handabdrudk des jeweiligen Benutzers entsprechende Form angepaßt werden kann.Angezogene Druckschriften:Österreichische Patentschrift Nr. 164 102;schweizerische Patentschrift Nr. 273 162;USA.-Patentschrift Nr. 2 205 769;Obering. Walter Mehdorn, »Kunstharzpreßstoffe und andere Kunststoffe«, Springer Verlag, 1949, S. 262 bis 266;Walter Kranich, »Kunststoffe im technischen Korrosionsschutz«, Carl Hauser Verlag, München 1949, S. 150;F. K a i η e r, »Polyvinylchlorid u. Vinyldhlorid-Mischpolymerisate«, Berlin 1951, S. 223.© 609 506/68 4.56
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