DEF0013478MA - - Google Patents

Info

Publication number
DEF0013478MA
DEF0013478MA DEF0013478MA DE F0013478M A DEF0013478M A DE F0013478MA DE F0013478M A DEF0013478M A DE F0013478MA
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
insole
shoe
heel
support
foot
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
Other languages
English (en)

Links

Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 15. Dezember 1953
Bekanntgemacht.am 9. August 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die auf dem Markte befindlichen, sogenannten orthopädischen Schuhe erfüllen ihre Aufgabe nur unvollkommen, insbesondere mangelt es diesen Schuhen an einer genügenden Biegsamkeit, durch welche erst eine natürliche Abrollbewegung des Fußes beim Gehen, ähnlich wie beim Barbußlaufen auf lockerem Erdboden, möglich ist. Es ist unbestreitbar, daß sich der unbekleidete Fuß auf anpassungsfähigem Boden in der seinem anatomischen Bau am besten entsprechenden Weise bewegt, und es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Schuhwerk zu schaffen, in welchem der Fuß richtig gebettet ist und in welchem eine ungehinderte Bewegung des Fußes, insbesondere der Zehen beim Gehen ermöglicht wird.
Trotz der jahrzehntelangen Erforschung von Fuß und Leisten ist bisher offenbar noch keine Koordination ihrer Ergebnisse herbeigeführt worden, die zu einer fußgerechten und praktischen Schuhherstellung geführt hätte. Dabei ist es durchaus möglich, orthopädische Schuhe bei gutem, modemäßigem Aussehen in Serienfabrikation herzustellen, welche im Bereich der handelsüblichen Preise bleiben und der statistisch nachgewiesenen hohen Zahl von Fußleidenden zu besserem Schuhwerk verhelfen würde. Hierbei muß von der Grunderkenntnis ausgegangen werden, daß ein durchgenähter Schuh, bei dem also der Nähfaden senkrecht zur Sohlenauftrittsfläche verläuft, eine primitive Art der Schuhherstellung darstellt, welche die verlangte Biegsamkeit des Vorderschuhes gar nicht'. zulassen kann. Ein Schuh mit den in der vorliegenden Erfindung geforderten Eigenschaften kann ,nur in Rahmennäharbeit ausgeführt werden. Bei letzterem, derartig
609 578/104
F 13478 VH/7la
hergestelltem Schuhwerk verlaufen die Nähfaden parallel zur Sohlenauftrittsfläche und können daher die Durchbiegung, also die Abrollbewegung des
■ ; -.Schuhvorderteiles, nicht behindern: Ein rahmengenähter Schuh der bekannten Machart hat an. sich eine für die geforderte Abrollbewegung des Fußes genügende Flexibilität, falls die Brandsohle nicht zu stark und hart ist. Aufgabe der Erfindung im einzelnen ist es daher, die für die
ίο Bettung des Fußes und für die orthopädische Unterstützung seiner einzelnen Stellen erforderlichen an und für sich bekannten Einbaüteile, wie Keile, Stützen, Einlagen u. dgl. richtig zu kombinieren und in Verbindung mit der Einstechlippe derart anzuordnen, daß die Flexibilität des rähmengenähten Schuhes nicht aufgehoben wird. Hierzu muß die Fußauftrittsfläche im Fersenteil der Brandsohle ein muldenförmiges Bett aufweisen, welches die Fußferse hinten und an den Seiten unterstützt. Die Erfindung erfüllt diese Forderung in an sich bekannter Weise durch einen der Fersenrundung entsprechend geformten, etwa U-förmigen Stützkörper, so daß die Ferse in einem allseitig nach außen erhöhten, der Naturform des Fußes angepaßten Bett
as liegt. Von Bedeutung ist, daß der etwas dicker ausgebildete, innere Schenkel des Unförmigen Stützkörpers auch den Fersenbeinsporn am Fersenbein (sustentaculum tali) unterstützt, d. h. den Punkt, an dem nach den neuesten Forschungen eine Fußunterstützung am wirksamsten sein soll.
Wesentlich ist, daß nicht, wie es bei bekannten orthopädischen Schuhen schon ausgeführt wird, die Stützkörper auf der nach dem Schuhinneren gerichteten Oberseite der Brandsohle liegen und von einer Decksohle oder einer zweiten Brandsohle überdeckt werden, sondern daß, wie bei der vorliegenden Erfindung, die Stützkörper unter der Brandsohle liegen und die Brandsohle eine glatte, ununterbrochene Oberseite als Auftrittsfläche und ein der Unterseite des Fußes angepaßtes, nach orthopädischen Gesichtspunkten gestaltetes Fußbett bildet, das im Gegensatz zu den bisherigen Vorschlägen eine gute Flexibilität besitzt.
Die von dem orthopädischen Schuh gemäß der Erfindung erreichte hohe Biegsamkeit des Vorderschuhes ist nur erreichbar, wenn die für die Rahmennäharbeit erforderliche Einstechlippe an der Unterseite der Brandsohle nicht durch Rissen der Lippe erzeugt ist, sondern die Einstechlippe auf der
Unterseite einer besonders dünnen und elastischen Brandsohle und, soweit sie die auf die Brandsohle aufgebrachten Stützkörper sowie die Fersen- und Gelenkabdeckplatte berührt, auch auf diesen aufgenäht oder sonstwie befestigt wird. Eine übliche gerißte Einstechlippe würde eine dicke Brandsohle erforderlich machen, welche nicht die nötige Biegsamkeit besitzt. Außerdem hindert eine solche hochstehende Rißlippe das Aufbringen der erforderlichen Stützkörper. Ferner ist zu betonen, daß eine auf . die Unterseite einer Brandsohle aufgebrachte Lippe dem Schuh eine größere Biegsamkeit verleiht als eine eingerißte, mit der Sohle aus einem Stück bestehende Lippe, deren hochstehender Steg, der Biegung einen höheren. Widerstand entgegensetzt. Die Naht, mit weicher die Annählippe auf die' Unterseite der dünnen mit Stützkörpern sowie Fersen- und Gelenkabdeckplatte'versehenen Brandsohle aufgenäht ist, liegt in der .nach dem Schuhinneren gerichteten Oberseite der Brandsohle versenkt und ist für den Träger des Schuhes nicht spürbar. Die Fersen- und Gelenkabdeckplatte, ungefähr 2 mm stark, aus festem Material, reicht bis etwa 21 cm vor die Ballenlinie und ist am Ende abgeschärft. Die Platte dient dem Zweck, Ferse und Gelenk zu stabilisieren. Da sie in genügendem Abstand vor der Ballenlinie endet, behindert sie die Gehabrollbewegung in keiner Weise.
Als Stütze des Quergewölbes ist auf der Unterseite der Brandsohle ein tropfenförmiger StützkÖrper befestigt, der in einer nach- dem Schuhinneren vorgewölbten Ausbuchtung der dünnen Brandsohle liegt.
Erfindungsgemäß ist ferner der Außenballenkeil, als Gegenstütze zum inneren Fersengelenkkeil, nicht ein breiter, großflächiger Stützkörper, welcher die Biegsamkeit und damit die Abrollmöglichkeit der Brandsohle und somit des Schuhvorderteiles wesentlich herabsetzen würde, sondern nur ein am Außenrand der Brandsohle angeordneter schmaler rahmenartiger Streifen, der die Lippe um seine Stärke höher lagert und durch die sich an die Innenseite der 'Einstechlippe anschließende geschmeidige Ausballmasse zu einem breiten Außenkeil ergänzt wird.
Ein in der geschilderten Weise verbesserter orthopädischer Schuh ist in der Zeichnung dargestellt. Es zeigt
Abb. ι die Brandsohle in schaubildlicher Darstellung und im Querschnitt,
Abb. 2 den Fersenstützkörper mit Innengelenkstütze in Ansicht und im Querschnitt,
Abb. 3 die Außenballenstütze in Ansicht und im . Querschnitt,
Abb. 4 die Quergewölbestütze in Ansicht und im Querschnitt,
Abb. 5 die Versteifungs- und Abdeckplatte für den Fersen- und Gelenkteil des Schuhes in Ansicht und im Querschnitt,
Abb. 6 die Vereinigung von Fersenstützkörper, Außenballenkeil und Quergelenkstütze mit der uo Brandsohle durch Darstellung einer Unter ansicht der Brandsohle,
Abb. 7 einen Querschnitt nach der Linie A-B der Abb. 6, . ,
Abb. 8 einen Querschnitt nach der Linie C-D der Abb. 6,
Abb. 9 die Unterseite der Brandsohle nach dem Aufbringen der Fersen- und Gelenkversteifungsplatte,
Abb. 10 die Unterseite der Brandsohle nach dem iao Aufnähen der Einstechlippe,
Abb. 11 einen Querschnitt nach der Linie E-F der Abb. 10,
Abb. 12 einen Querschnitt durch einen Schuh mit Absatz an der Stelle, an welcher die U-förmige Fersenstütze ihre größte Stärke hat,
578/104
F 13478 VII/7la
Abb. 13 einen Querschnitt durch den fertigen Schuh, der durch die Quergewölbestütze gelegt ist, Abb. 14 einen Querschnitt durch einen Schuh mit weicher Brandsohlenauflage.
Die Brandsohle 1 hat eine Stärke von ungefähr 2 mm; sie kann aus Leder oder aus jedem anderen hierzu geeigneten, genügend biegsamen Stoff bestehen. Auf den Fersenteil der Brandsohle ist der Fersenstützkörper 2 aufgeklebt, wie es Abb. 6 zeigt.
Die Schenkel dieses Fersenstützkörpers sind nach innen abgeschrägt, der Fersenstützkörper zwingt dadurch die zweckmäßig an den Enden schon etwas hochgebogene Brandsohle in eine muldenförmige Form, welche dem Leisten entspricht. Der innere Schenkel des Fersenstützkörpers ist an seiner höchsten Stelle, unter dem Fersensporn des Fersenbeines (sustentacul'um tali) liegend, etwas stärker (vgl. Abb. 7 und 12).
Die Unterseite der Brandsohle trägt die Metatarsalstütze 3, welche, um sie besonders wirksam zu machen, in einer Hochwölbung 10 der nach dem Schuhinnern gerichteten Oberseite der Brandsohle liegt und mit der Unterfläche der Brandsohle eine Ebene bilden kann (Abb. 13).
Der Vorderteil der Brandsohle hat den an seiner Außenkante befestigten Außenkeil 4, der aus weichem, schmiegsamem Leder besteht /und nur eine Erhöhung des Außenrandes der Brandsohle bildet, auf dem später die Einstechlippe 6 befestigt wird.
Die Einstechlippe wird zweckmäßig von einem um den Annähfaden beiderseits hochgeschlagenen Textilband gebildet, wobei die Naht in der Fußauftrittsfläche der Brandsohle versenkt liegt. Dann wird das übliche Gemleinen eingeklebt. Der schmale rahmenförmige Außenkeil 4 wird durch die elastische Ausballmasse 5 (Abb. 13) zu einem auf der Unterseite der Brandsohle allmählich verlaufenden Keil ergänzt, dessen hohe Kante nach der Schuhaußenseite gerichtet ist. Die anschließend weitere Herstellung des Schuhes unter Verwendung der in der geschilderten Weise ausgebildeten Brandsohle mit Stützkörper und Einstechlippe erfolgt in der üblichen Weise. Eine Ausführungsform zeigt der Querschnitt durch den Schuhboden des fertigen Schuhes nach Abb. 13.
Das besonders vorteilhafte Zusammenwirken der Einzelstützkörper auf die fußgerechte Bettung des Fußes im Schuh und die fußgerechte Abrollmöglichkeit des Vorderschuhes können nach der Erfindung noch weiter durch eine weiche Polsterauflage auf der nach dem Schuhinneren gerichteten Oberseite der Brandsohle vervollkommnet werden. Diese Auflage 7 kann z. B. aus Schaumgummi, Filz usw. bestehen. Sie ist mit dünnem Oberleder 8, Leinen od. dgl. bedeckt, das um die Kanten der Brandsohle herumgeschlagen und an der Einstechlippe befestigt ist. Die umgeschlagenen Kanten des Lederbezuges werden durch die Einstechnaht 9 zusammen mit dem Oberleder und dem Rahmen an die Außenseite der Einstechlippe angenäht. Dies hat den Vorteil, daß die Auflage und der Bezug im Gegensatz zu sonst üblichen Einlagen im Schuh festliegen und sich weder heben, noch verschieben können. Die Anordnung der weichen Brandsohlenauflage ist in Abb. 14 veranschaulicht. Außer einer weichen Polsterauflage auf der ganzen Brandsohle lassen sich auch zusätzlich noch weiche Stützkörper, z. B. unter dem Quergewölbe und unter dem Außenballen, auf der Oberfläche der Brandsohle anbringen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH:
    Rahmengenähter, orthopädischer Schuh mit fußgerechter Abrollmöglichkeit, dadurch gekennzeichnet, daß an der Unterseite einer biegsamen Brandsohle (1) verschiedene an sich bekannte Fußstützen angeordnet sind, nämlich ein der Fersenrundung der Brandsohle angepaßter, etwa U-förmiger Stützkörper (2), dessen nach der Schuhmittellinie hin abgeschrägte Schenkel ein muldenförmiges Fersenbett bilden, wobei der innen gelegene Schenkel zur Unterstützung des Fersenbeinsporns verstärkt ausgebildet ist, ferner eine tropfenförmige Quergewölbestütze (3), die in einer Hochwölbung (10) der nach dem Schuhinneren gerichteten Oberseite der Brandsohle liegt, und schließlich längs des Außenrandes der Brandsohle im Bereich des Außenballens ein schmaler Streifen (4), der in Verbindung mit der Ausballmasse einen mit der hohen Kante an der Schuhaußenseite gelegenen Keil (5) bildet, und daß feirner die Einstechlippe (6) des Rahmenschuhes in ebenfalls an sich bekannter Weise auf der Brandsohlen-Unterseite und, soweit sie über deren Stützkörper (4, 2) sowie die Fersen- und Gelenkabdeckplatte verläuft, auf diesen durch Aufnähen oder in sonstiger Weise befestigt ist.
    In Betracht gezogene Druckschriften:
    Deutsche Patentschriften Nr. 809 142, 691 956, 324;
    schweizerische Patentschrift Nr. 228 195.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP1065952B1 (de) Sandale
DE1842701U (de) Sandale.
DE2743667A1 (de) Skibindung
DE8700201U1 (de) Stütze für den Sprunggelenkbereich
DE9217169U1 (de) Schuh
DE2542760C3 (de) Sportschuh, insbesondere Tennisschuh
DE532238C (de) Verfahren zur Herstellung von Schuhwerk
DE3626871C2 (de)
DE3043725A1 (de) Flexible-schuh sowie verfahren zu seiner herstellung
EP0331780B1 (de) Oberschuh und Verfahren zu seiner Herstellung
DE2518713C2 (de)
AT229186B (de) Verfahren zum Herstellen eines Schuhes und Schuh hergestellt nach dem Verfahren
DE7934113U1 (de) Hausschuh, insbesondere Pantoffel
DE202005017609U1 (de) Vorfußpolster
CH670192A5 (en) Therapeutic boot with joint support
DE2338060A1 (de) Orthopaedisch-therapeutischer schuh
DE890614C (de) Brandsohle fuer rahmengenaehtes oder aehnliches Schuhwerk
DE7513540U (de) Schuh
DE221320C (de)
DE20015880U1 (de) Sandale
EP1510144A2 (de) Einweg-Schuheinlage
DE150940C (de)
DE102023101595A1 (de) Verbesserter Schuh und Funktionssohle hierfür
DE8206755U1 (de) Schuh, insbesondere Stiefel
DE102023101593A1 (de) 1Verbesserter Schuh und Funktionssohle hierfür