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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Behandlung von Zucker oder Alkohol enthaltenden Abwässern.
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Das
technische Gebiet der Erfindung ist jenes der Behandlung von Abwässern.
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Die
Verfahren zur Behandlung von Abwässern
kollidieren mit immer höheren
technischen und wirtschaftlichen Anforderungen, mit Reinigungsparametern,
die nicht immer die Abfallbeseitigungsnormen erfüllen und die immer höhere Investitions-
und Betriebskosten zur Folge haben.
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Heutzutage
werden verschiedene Verfahren angewendet, um Abwässer, insbesondere Zucker und/oder
Alkohol enthaltende Abwässer,
die von verschiedenen Weinbau- oder Weinherstellungsbetrieben oder
von der Agrarnahrungsmittelindustrie abgeleitet werden, zu behandeln:
- – Die
Abwasserverrieselung wird im Fall von kleinen Einheiten angewendet;
sie unterliegt jedoch bei Einheiten, die größere Mengen Abwasser erzeugen,
verschiedenen Beschränkungen:
Art des Bodens und Vereinbarkeit mit diesem, Konkurrenz mit der
Bodenerschließung
und Bebauung, Nichtübereinstimmung zwischen
der saisonalen Aktivität
und der Verfügbarkeit
der Böden
oder der klimatischen Bedingungen, Entfernung und Transport von
erheblichen Mengen Wasser;
- – Aufbewahrungsbecken
mit natürlicher
oder beschleunigter Verdunstung erfordern auf Grund von möglichen
Belästigungen
(Geruch, Insekten, Aerosol) eine kluge Standortwahl sowie die Erfüllung von
Bauausführungsbedingungen
(Beständigkeit
der Undurchlässigkeit
der Becken); diese Bedingungen verursachen Mehrkosten, die mit der
Entfernung der Anlagen (Rohrleitungen, Elektrifizierung), mit den
chemischen Reagenzien zur Geruchsbekämpfung, mit der Beseitigung
und der Behandlung der Rückstandsprodukte
im Zusammenhang stehen;
- – die
extensiven aeroben biologischen Behandlungen (wie die Aufbereitung
in belüfteten
Klärbecken
oder die schwachbelasteten Belebungsverfahren) erfordern lange Verweilzeiten
und folglich große
Abmessungen der Bauwerke und große Mengen Schlamm, die massive
Produktion von biologischen Schlämmen,
ihre Abscheidung und Aufbereitung, die technisch ausgereifte Systeme
zur Pflicht machen: zweistufige Systeme, Ausflockung – Schwimmaufbereitung,
Entwässerung,
Beseitigung der Schlämme;
- – die
biologischen Behandlungen durch anaerobe Fermentation, die sich
gut für
belastete Abwässer
und große
Einheiten eignen, sind in der Agrarnahrungsmittelindustrie mit saisonaler
Aktivität
und saisonalen Abwässern
veränderlicher
Zusammensetzung, wie in der Mehrzahl der Fälle, wobei starke Schwankungen
der Zusammensetzung und der Ströme
nicht mit dem langsamen Ansprechen der Aktivität der anaeroben Mikroorganismen
vereinbar sind, schwer anwendbar, woraus sich die Notwendigkeit
sehr großer
Zwischenspeicher oder intensiver Verfahren von hohem technischen
Stand (Fermenter mit fester Biomasse), die schwer zu betreiben sind,
ergibt;
- – physikalische
Verfahren, wie die thermische Verdampfung (Konzentration) finden
seit langem in der Agrarnahrungsmittelindustrie Anwendung, sie erfordern
jedoch eine Nachbehandlung der konzentrierten Rückstände und der Kondensate, deren
erhöhte
Schadstoffbelastung nicht mit einer Abgabe in die natürliche Umgebung
(beispielsweise fließende
Gewässer)
vereinbar ist.
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Das
Dokument FR-A-2 222 321 (SPEICHIM) beschreibt ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 und eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
7.
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Eine
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer verbesserten Vorrichtung
und eines verbesserten Verfahrens zur Behandlung von Zucker und/oder
Alkohol enthaltenden Abwässern.
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Die
Lösung
des gestellten Problems besteht darin, ein Verfahren zur Behandlung
von Zucker oder Alkohol enthaltenden Abwässern zu schaffen, welches
die folgenden Schritte umfaßt:
- i) – Wenn
nötig wird
wenigstens ein Teil der in den Abwässern vorliegenden Kohlenhydrate
durch Mikroorganismen- und gegebenenfalls Enzymtätigkeit in flüchtige Verbindungen
umgewandelt,
- ii) – von
den Abwässern
wird wenigstens ein Teil der ursprünglichen oder erzeugten flüchtigen
Verbindungen durch Destillation in einer Kolonne abgeschieden und
durch Durchlaufen eines Kühlaustauschers
in der Flüssigphase
zurückgewonnen;
- iii) – wenigstens
ein Teil der im Wesentlichen organischen Rückstände (oder schwer- oder nicht
flüchtigen Schadstoffe)
der Abwässer
wird durch Verdampfen der Abwässer
in einem Verdampfer extrahiert, um den CSB (chemischen Sauerstoffbedarf)
der erhaltenen – oder
behandelten – Wässer auf
einem Wert zu halten, welcher kleiner oder gleich 0,5 Gramm pro
Liter, vorzugsweise kleiner als 0,3 Gramm pro Liter ist,
- – die
aus der Vorverdampfung der behandelten Abwässer in dem Verdampfer hervorgehenden
Abwasserdämpfe
werden verdichtet,
- – die
verdichteten Abwasserdämpfe
werden eingesetzt, um das Verdampfen der Abwässer zu erzielen.
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Genauer
gesagt schafft die vorliegende Erfindung ein Verfahren, wie es im
Anspruch 1 beschrieben ist.
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Die
Schritte ii) und iii) (vorzugsweise auch der Schritt i) werden vorzugsweise
im Wesentlichen fortlaufend ausgeführt, um die Ablagerung von
Zwischenprodukten zu vermeiden.
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Die
Lösung
des gestellten Problems besteht außerdem darin, eine Vorrichtung
oder Anlage zur Behandlung von Zucker oder Alkohol enthaltenden
Abwässern
zu schaffen, die Folgendes umfaßt:
- – einen
ersten Abscheider, welcher die Abscheidung eines Teils der flüchtigen
Verbindungen der Abwässer durch
Destillieren in einer Kolonne und durch Kondensieren in einem Kühlaustauscher
sicherstellt, und ein Mittel zum Sammeln der flüchtigen Komponenten in flüssiger Form,
- – einen
mit dem vorhergehenden Abscheider verbundenen und vorzugsweise nach
diesem angeordneten zweiten Abscheider, der das Extrahieren von wenigstens
einem Teil der schwer- oder nichtflüchtigen, im Wesentlichen organischen,
in den Abwässern
vorhandenen Rückstände durch
Verdampfen der Abwässer sicherstellt,
- – eine
Vorrichtung zum Verdichten wenigstens eines Teils der aus der Verdampfung
der behandelten Wässer
hervorgehenden Abwasserdämpfe,
und eine Rohrleitung, um die verdichteten Abwasserdämpfe an
den Verdampfer zu liefern.
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Genauer
gesagt schafft die vorliegende Erfindung eine solche Vorrichtung,
wie sie im Anspruch 7 beschrieben ist.
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Dieser
Abscheider kann auch vor dem Abscheider flüchtiger Verbindungen angeordnet
sein.
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Vorzugsweise
umfaßt
die Vorrichtung ein Organ, wie etwa einen gegenüber der Qualität der behandelten
Wässer,
die den zweiten Abscheider verlassen, empfindlichen Sensor, und
ein Steuerorgan, wie etwa einen Automaten, das bzw. der mit dem
empfindlichen Organ verbunden ist und den CSB der erhaltenen Wässer auf
einem Wert halten kann, der kleiner oder gleich 0,5 Gramm pro Liter
und vorzugsweise kleiner als 0,3 Gramm pro Liter ist.
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Der
Sensor zur Prüfung
der Qualität
der Wässer
ist vorzugsweise aus einer oder mehreren Leitfähigkeits- (oder Widerstands-),
pH-Wert- oder Temperatursonde(n) und/oder aus einer Sonde zur Messung
des Durchsatzes, der optischen Dichte (beispielsweise bei Wellenlängen von
420 bis 520 nm und 620 nm), der Trübung oder auch aus einer Sonde
zur ständigen
quantitativen Bestimmung des CSB (oder des gesamten organischen
Kohlenstoffs) gebildet.
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Außerdem umfaßt die Vorrichtung
vorzugsweise ein Transportmittel, wie etwa eine Pumpe, die den im Wesentlichen
ständigen
Transport der Abwässer
aus dem ersten Abscheider zu dem zweiten Abscheider sicherstellt;
dies ermöglicht,
die Wässer
mit einer kompakten Anlage zu behandeln, die auf diese Weise in
bestimmten Fällen
mobil gestaltet sein kann. Im Sinne der vorliegenden Anmeldung sind
die Verbindungen, die als flüchtig
angesehen werden: Ethanol, höhere
Alkohole, Ester, Aldehyde, organische Säuren (insbesondere Essigsäure, Sorbinsäure), anorganische Säuren, (insbesondere
SO2); die übrigen Verbindungen wie Zucker, Mineralien, „schwere" organische Säuren (wie
etwa Weinsäure,
Apfelsäure,
Milchsäure,
Bernsteinsäure),
Glycerin und Polyphenole werden als schwer- oder nicht flüchtig angesehen.
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Im
Allgemeinen wird die organische Schadstoffbelastung der Abwässer anhand
der Abweichung von den analytischen Kriterien ermittelt, die in
ganzheitlicher Weise direkt oder indirekt einen Ausdruck für die Konzentration
dieser Belastung bestimmen. Der chemische Sauerstoffbedarf (CSB),
der biologische Sauerstoffbedarf (BSB) oder die Bestimmung des gesamten
organischen Kohlenstoffs (TOC) bilden die dieser Bewertung zu Grunde
liegenden Kriterien.
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Das
Verfahren gemäß der Erfindung
findet insbesondere auf die Behandlung von wäßrigen Lösungen Anwendung, deren gelöste organische
Belastung vor allem aus Zuckern (Kohlenhydraten) und/oder Ethanol besteht;
dies ist bei Abwässern
von Weinkellerein, von Betrieben, die mit der Weinherstellung im
weitesten Sinne zu tun haben, von Obst- und Gemüsekonservenfabriken, von Betrieben,
die gegorene oder nicht gegorene, alkoholische oder nicht alkoholische
Getränke,
Fruchtsäfte
herstellen, und von Süßwarenherstellern
der Fall.
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Außerdem findet
die Erfindung auf Wässer
der Agrarnahrungsmittelindustrie oder der Industrie der Veredlung
von Agrarprodukten, die Kohlenhydrate wie etwa stärkehaltige
Stoffe und Polysaccharide enthalten, Anwendung. Um ihre endgültige Vergärung in
Alkohol zu gewährleisten,
wird eine vorbereitende Hydrolysephase, vorzugsweise biologisch,
durch die Wirkung von Hydrolasen, wie etwa den Enzymen, die an der
Hydrolyse von Stärke
und stärkehaltigen
Stoffen beteiligt sind (α-Amylase,
Glucosidase, Maltase), oder die in der Lage sind, lösliche Polysaccharide
zu hydrolysieren, in Anspruch genommen. Diese Enzyme werden entweder in
Form von handelsüblichen
enzymatischen Zubereitungen eingebracht oder von den Mikroorganismen
erzeugt, die in diesen enthalten sind.
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Die
hydrolytische Phase läuft
in einem der Gärung
vorgeschalteten Bioreaktor, vorzugsweise unter optimalen erforderlichen
Bedingungen (pH-Wert, Temperatur, Konzentrationen) oder aber gemeinsam
mit der alkoholischen Gärung
ab.
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Im
Fall von bestimmten Abwässern,
die von Weinkellerein und von der Herstellung von Getränken auf der
Basis von Weinen stammen, setzt sich die gelöste organische Schadstoffbelastung
aus mehr als 80% (und bis zu 98%) des CSB aus Zuckern (Glukose und
Fruktose) und/oder aus Ethanol zusammen. Das Verhältnis Zucker/Ethanol
ist vom Zeitraum (Traubenernte, Weinbereitung, Abstich), von der
betreffenden, mit der Weinherstellung im Zusammenhang stehenden
Tätigkeit
(Reinigen der Gärbehälter, der
Filter, Nachgärung
und Abfüllen...)
sowie von der Art der eingesetzten Rohstoffe und der hergestellten
Produkte abhängig.
Die von den Obstkonservenfabriken abgegebenen Abwässer können sehr
hohe Schadstoffbelastungen aufweisen (gelöster CSB in der Größenordnung
von 40 bis 140 Gramm pro Liter, der in der Hauptsache auf Fruchtzucker
zurückzuführen ist).
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Die
Erfindung findet vor allem auf Abwässer Anwendung, die eine oder
mehrere der folgenden Eigenschaften aufweisen:
- – Alkoholgehalt
im Bereich von 0,1 bis 100 Gramm pro Liter, vorzugsweise von 0,1
bis 50 Gramm pro Liter;
- – Trockensubstanzgehalt
im Bereich von 0,1 bis 150 Gramm pro Liter, vorzugsweise von 0,1
bis 100 Gramm pro Liter,
- – Gehalt
an Zuckern im Bereich von 0,1 bis 200 Gramm pro Liter, vorzugsweise
von 0,1 bis 100 Gramm pro Liter;
- - pH-Wert im Bereich von 2 bis 10, insbesondere von 3 bis 8,
- – CSB
im Bereich von 1 bis 200 Gramm pro Liter, insbesondere von 1 bis
50 Gramm pro Liter.
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Ein
Merkmal der Erfindung besteht folglich darin, vorzugsweise kontinuierlich
die Hauptbestandteile der Abwässer
in drei Fraktionen oder Phasen zu überführen und diese voneinander
zu trennen: eine Phase gereinigten Kondensats (ableitbares oder
wiederverwendbares Wasser), eine alkoholische Phase oder Phlegma
(verwertbar), eine konzentrierte Phase (in der Brennerei verwertbar
oder zur Kompostierung oder Verrieselung verwendbar).
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Gemäß den bevorzugten
Merkmalen des Verfahrens gemäß der Erfindung:
- – wird
im Schritt i) durch Aufrechterhalten eines pH-Wertes zwischen 3
und 8 und durch Aufrechterhalten einer Temperatur der Abwässer zwischen
10 und 55°C,
vorzugsweise in der Größenordnung
von 20 bis 30°C
(für die
Hefen) eine alkoholische Gärung
der Zucker durch Hefen oder Bakterien hervorgerufen;
- – wird
im Schritt iii) eine Konzentration der organischen Rückstände hervorgerufen,
derart, daß sie
höchstens
10 Vol.-% und vorzugsweise in der Größenordnung von 0,5 bis 5 Vol.-%
zu behandelnde Abwässer enthalten;
- – erfolgt
das Abtrennen der flüchtigen
Rückstände durch
Destillation und Kondensation bei einer Temperatur in der Größenordnung
von 30 bis 110°C;
- – erfolgt
das Extrahieren und Abtrennen der schwer- oder nicht flüchtigen
Rückstände durch
sukzessives Verdampfen (bei einer Temperatur in der Größenordnung
von 35°C
bis 130°C),
wodurch das Konzentrieren der Rückstände möglich ist,
und durch Kondensieren der Dämpfe
der behandelten Wässer;
in diesem Fall kann ein Verdampfer mit Wasserdampf (mit einer Temperatur
in der Größenordnung
von 100°C
bis 180°C) und
mit einem Teil der Dämpfe
(mit einer Temperatur in der Größenordnung
von 35°C
bis 130°C),
die sich aus der Verdampfung der behandelten Wässer ergeben, die zuvor verdichtet
worden sind, um die zum Verdampfen erforderliche Energie herabzusetzen,
gespeist werden.
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Gemäß den bevorzugten
Merkmalen der Vorrichtung gemäß der Erfindung
- – umfaßt die Vorrichtung
einen Fermenter, der an einen ersten Abscheider angeschlossen und
vor diesem angeordnet ist, wobei der Fermenter mit einem gegenüber dem
pH-Wert der Abwässer
empfindlichen Organ oder Sensor und mit einem gegenüber der
Temperatur der in dem Fermenter vorliegenden Abwässer empfindlichen Organ oder
Sensor ausgestattet ist, wobei die empfindlichen Organe an das Steuerorgan
angeschlossen sind;
- – sind
der erste Abscheider und/oder der zweite Abscheider Membranfilter;
alternativ umfaßt
der erste Abscheider eine Destillationskolonne und einen Kondensator;
der zweite Abscheider kann einen mit einem Abscheider versehenen
Verdampfer-Kondensator umfassen;
- – ist
eine vorzugsweise mechanische Vorrichtung vorgesehen, um das Verdichten
eines Teils der sich aus dem Verdampfen der behandelten Wässer ergebenden
Dämpfe
sicherzustellen.
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Da
die Zucker (Kohlenhydrate) von den übrigen organischen und anorganischen
Bestandteilen der Abwässer
schwer trennbar sind, werden sie mikrobiologisch und im vorliegenden
Fall enzymatisch in einen flüchtigen
Bestandteil bzw. in flüchtige
Bestandteile überführt, um
ihr späteres
Entfernen zu vereinfachen. Für die
gärfähigen Zucker,
die in den Abwässern
der Agrarnahrungsmittelindustrie angetroffen werden, ist die vorgeschlagene
Methode die alkoholische Gärung,
vorzugsweise mit Hefen oder gegebenenfalls durch Bakterien. Für die Vergärung der
Zucker werden von den Hefen vorzugsweise jene der Gattung Saccharomyces
oder aber eine andere Hefe, die in der Lage ist, Ethanol zu produzieren,
wie etwa Schizosaccharomyces, Kluyveromyces, Hanseniaspora, Kloeckera,
Candida, benutzt. Die Vergärung
der Zucker erfolgt vom Empfang der Abwässer an entweder in einer Vorrichtung
zur Zwischenspeicherung der Wässer
oder in dazu vorgesehenen Gärbehältern. Die
Gärungsbedingungen
können
gesteuert sein, um die Umwandlung der Zucker mit einer guten Ausbeute,
einer ausreichenden Geschwindigkeit (beispielsweise bei Bedarf durch
Zugabe einer Starterkultur) und mit einer eventuellen Korrektur
der physikalisch-chemischen Parameter des Mediums: pH-Wert zwischen
3 und 8, Temperatur (zwischen 10 und 35°C und vorzugsweise zwischen
20 und 30°C),
und einem minimalen Gehalt an anorganischen Nährstoffen und Cofaktoren, falls
das Abwasser diesbezüglich
einen beschränkenden
Gehalt aufweist, zu ermöglichen.
Die hemmenden Wirkungen, die mit verschiedenen organischen und anorganischen
Säuren,
die in den Abwässern
vorliegen, in Verbindung stehen, können durch das Einstellen des
pH-Wertes auf Werte nahe der Neutralität aufgehoben werden. Die alkoholische
Gärung
kann auch das Ergebnis der heimischen oder auf natürlichem
Wege heimisch gewordenen Bakterien des Abwassers sein. Außerdem werden
das Aufrechterhalten der Gärungsaktivität und des
Profils der Gärung überwacht; jeder
Abweichung kann durch eine Zufuhr von Mikroorganismen von außen vorgebeugt werden,
wobei die für ihre
Entwicklung günstigsten
physikalisch-chemischen Bedingungen aufrechterhalten werden.
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Um
sich der höchsten
Leistungsfähigkeit
der Umwandlung der Zucker in Ethanol zu versichern, wird eine Massenausbeute
der Gärung
in der Größenordnung
von 0,20 bis 0,45 Gramm Ethanol pro Gramm vergärter Zucker angestrebt. Die
Gärungszeit
kann je nach der Konzentration und der Art der Zucker zwischen einigen
Stunden bis zu einigen zehn Stunden schwanken, was der Zeit der
Aufbewahrung entspricht, die empfohlen ist, um die Belieferung mit
Abwässern,
die von verschiedensten industriellen Verfahren stammen, zu regulieren
(6 bis 120 Stunden).
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Wie
weiter oben in Erinnerung gebracht worden ist, wurden folgende Bestandteile
erhalten:
- – einerseits
ein gereinigtes Wasser, das aus der Kondensation der zum Sieden
gebrachten Wässer
stammt, bei einer Verdichtung oder eventuellen Fraktionierung durch
abschließende
Destillation der Primärkondensate,
wobei das gereinigte Wasser 70 bis 98% des Volumens des behandelten
Abwassers darstellt. Dieses farblose und keimfreie Wasser besitzt,
in CSB ausgedrückt,
eine schwache Belastung und weist bevorzugt die folgenden Eigenschaften
auf, die seine eventuelle Wiederverwendung oder seine Ableitung
in die Umgebung vereinfachen:
- – Optische
Dichte bei 420 nm: 0 bis 0,005,
Optische Dichte bei 520 nm:
0 bis 0,005,
Optische Dichte bei 620 nm: 0 bis 0,005,
- – Trübung: kleiner
oder gleich 1 NTU.
- – Schwebstoffgehalt
insgesamt: höchstens
0,02 Gramm pro Liter,
- – Aschegehalt:
höchstens
0,01 Gramm pro Liter,
- – CSB:
kleiner oder gleich 500 Milligramm pro Liter, vorzugsweise kleiner
oder gleich 300 Milligramm pro Liter,
- – pH-Wert
von 3 bis 8, vorzugsweise von 4 bis 7,
- – Gesamtazidität: von 0
bis 500 Milligramm pro Liter (ausgedrückt in Gramm Essigsäure pro
Liter), vorzugsweise von 0 bis 300 Milligramm pro Liter,
- – Restethanol:
kleiner oder gleich 0,3 Gramm pro Liter, vorzugsweise kleiner oder
gleich 0,15 Gramm pro Liter,
- – Keimfreiheit
im Ergebnis der Kondensationen,
- – BSB5:
kleiner oder gleich 200 Milligramm pro Liter, vorzugsweise kleiner
oder gleich 100 Milligramm pro Liter,
- – Phosphate:
höchstens
5 Milligramm pro Liter,
- – Nitrate:
höchstens
5 Milligramm pro Liter,
- – Organisch
gebundener Stickstoff: höchstens
5 Milligramm pro Liter,
- – andererseits
ein Phlegma, das im Wesentlichen Ethanol, flüchtige organischen Säure, Ester,
höhere
Alkohole, Aldehyde und subtile aromatische Verbindungen enthält, wobei
der Alkoholgehalt dieses Phlegmas im Allgemeinen schwankt und bevorzugt
im Bereich von 10 bis 95% (Prozentsatz an Volumen/Volumen) und je
nach der Qualität
der behandelten Produkte und dem Grad der angestrebten Aufwertung
stärker
bevorzugt im Bereich von 20 bis 40% (Prozentsatz an Volumen/Volumen)
ist;
- – und
ein Konzentrat, das aus der Verdampfungsphase oder der zweiten Abscheidung
hervorgegangen ist, mit einem Trockensubstanzgehalt von im Allgemeinen
wenigstens gleich 20%, im Allgemeinen in der Größenordnung von 30 bis 60%.
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Die
Abscheidungsschritte können
durch Dampfklärung
oder die Verwendung von Füllkörpersäulen und
durch aufeinander folgendes Sieden in Destillationskolonnen und
die Verwendung von Rohrwärmetauschern
ausgeführt
werden.
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Die
gebrauchte Energie ist vorzugsweise der aus den Dampferzeugern oder
Siedekesseln kommende Dampf mit einer Temperatur im Bereich von
30°C bis
180°C bei
Atmosphärendruck
oder aber unter Vakuum oder, im Gegenteil, unter Druck.
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Der
kombinierte Einsatz von Techniken der mechanischen Verdichtung des
Dampfes und/oder der Thermokompression und der Rückgewinnung der Wärme ermöglicht,
den energetischen Gesamtwirkungsgrad zu verbessern, obgleich auch
ein direktes Beheizen möglich
ist.
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Es
kann eine selbsttragende, wärmegedämmte Fraktionierkolonne
aus nicht rostendem Stahl benutzt werden, die mit Glockenböden arbeitet
(Absperrkörper-Duchgang-Glockenboden
oder Füllkörper oder
Raschig-Ringe), wobei sie nur zum Konzentrieren oder zum Konzentrieren/Gegenstromdestillieren
benutzt und unter Vakuum oder unter Druck betrieben werden kann.
In ihrem unteren Teil kann sie einen Siedekessel integrieren; der
Kondensationsteil kann je nach dem angestrebten Rückgewinnungsgrad
mit einer Stufe oder mit mehreren Stufen ausgestattet sein.
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Die
Erfindung schafft eine einfache Anlage, die preiswert herzustellen
ist und deren Kapazität
und Betriebsparameter leicht an Abwässer verschiedener Volumina
und Ursprünge
angepaßt
werden können.
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Das
Verfahren und die Anlage gemäß der Erfindung
sind zuverlässig,
leicht zu steuern und können schnell
in Gang und außer
Betrieb gesetzt werden (in einigen zehn Minuten): Es genügt für das Anfahren
ein thermisches Gleichgewicht der Apparate zu erzielen und die Steuerorgane
in Abhängigkeit
vom Durchsatz der Behandlung und von der Art der zu behandelnden
Abwässer
einzustellen.
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Die
Vorteile, zu denen die Erfindung verhilft, werden besser verstanden
durch die folgende Beschreibung, die sich auf die beigefügte Zeichnung
bezieht, die keineswegs einschränkend
bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung zeigt.
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In
dieser Zeichnung tragen völlig
gleiche oder ähnliche
Elemente, sofern nichts anderes angegeben ist, von einer Figur zur
anderen die gleichen Bezugszeichen.
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1 zeigt schematisch die
Hauptkomponenten einer Anlage gemäß der Erfindung.
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2 zeigt schematisch eine
weitere Abscheidevorrichtung, die in den Aufbau einer Anlage gemäß der Erfindung
eingeht und mit einem ersten Abscheider, der im Wesentlichen aus
einer Destillationskolonne gebildet ist, sowie mit einem zweiten
Abscheider, der im Wesentlichen aus einem Verdampfer-Konzentrator gebildet
ist, ausgerüstet
ist.
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Wie
aus 1 ersichtlich ist,
werden die zu behandelnden Abwässern
von einer Rohrleitung 1 an ein Filter 2 abgegeben,
beispielsweise an ein Filter, das mit einem feinen Rechen versehen
ist, der zur Aufgabe hat, die Partikel, die größer oder gleich 0,5 mm sind,
abzutrennen und über
einen Auslaß 10 abzuführen; die grob
filtrierten Wässer
werden durch eine Rohrleitung 3 bis zu einem Fermenter 4 transportiert,
der aus einem oder mehreren Gärbehältern gebildet
ist, die in Reihe oder parallel angeordnet und beispielsweise mit
einem Rührer 16 ausgestattet
sind, der die Homogenisierung der in dem Gärbehälter zu behandelnden Flüssigkeit begünstigt,
wobei eine Öffnung 4a das
Einbringen von Hefen oder Bakterien in den Fermenter 4 ermöglicht; die
vergärten
Abwässer,
die aus dem Fermenter 4 kommen, werden durch eine Rohrleitung 5 an
einen ersten Membranabscheider 6 abgegeben, der die alkoholfreien
Abwässer,
die über
eine Rohrleitung 7 entweichen, von einer Alkohol enthaltenden
Fraktion, die über
eine Rohrleitung 11 austritt und an ein erstes Organ 12 zur Speicherung
dieser Alkohol enthaltenden Fraktion abgegeben wird, trennt; die
alkoholfreien Wässer
werden durch eine Rohrleitung 7 an den zweiten Membranabscheider 8 abgegeben,
wo die Trennung des gereinigten Wassers, das in eine Abführungsrohrleitung 9 abgegeben
wird, von einem Konzentrat, das durch eine Rohrleitung 13 bis
zu einem Behälter 14 zur
Aufbewahrung dieses transportiert wird, erfolgt.
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Eine
elektronische Steuereinheit 20 ist an einen Temperatursensor 17 und
an einen pH-Wert-Sensor 18, mit denen der Fermenter 4 versehen
ist, sowie an einen Sensor 19 zur Messung der Qualität des behandelten
Wassers, das in die Ableitungsrohrleitung 9 abfließt, angeschlossen,
um die Qualität
des behandelten Wassers zu kontrollieren und dementsprechend auf
die verschiedenen Stellorgane des Trennverfahrens, insbesondere
auf die Organe zum Einstellen des Pegels und/oder des Förderstroms
der verschiedenen Fluida einzuwirken.
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Ein
Rechner oder Automat 20a, der mit dem Automaten 20 über eine
Fernsprechleitung 20b verbunden ist, ermöglicht eine
Fernüberwachung
der Funktion der Behandlungseinheit sowie das Steuern, das Verfolgen
und die Parametrisierung der Betriebsbedingungen, ihre fortlaufende
oder sequentielle Aufzeichnung sowie ihre Optimierung.
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Der
Automat 20 stellt ein ständiges Verfolgen der Betriebsparameter
der Anlage sicher (insbesondere der Flüssigkeitspegel in den Gärbehältern, des
spezifischen Widerstands und des pH-Werts der gereinigten Wässer), wodurch
es möglich
ist, die Funktionsweise der Behandlungseinheit zu regeln und sie
auf die festgelegten Bedingungen zur Ableitung von Abwässern (vor
allem hinsichtlich des Durchsatzes) einzustellen.
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Wie
aus 2 ersichtlich ist,
wird das vergärte
Abwasser, das von der Rohrleitung 5 abgegeben wird, in
einen Zwischenbehälter 30 eingebracht,
von wo aus es über
eine Rohrleitung 31 bis zu einer Pumpe 32 gelangt,
die es durch eine Rohrleitung 33 an einen Tauscher 34 abgibt,
der ein Vorwärmen
der zu behandelnden Abwässer
durch Wärmeaustausch
mit dem Fluid, das in dem Tauscher 34 umläuft und
von der Rohrleitung 39 abgegeben wird, ermöglicht.
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Das
durch die Rohrleitung 35 aus dem Tauscher 34 austretende
zu behandelnde Abwasser wird in den mittleren Teil einer Destillationskolonne 6 eingebracht,
die mit Böden 36 versehen
ist, und fließt
durch die Schwerkraft und im Gegenstrom zu einem Dampfstrom, der
sich durch das Einbringen von Dampf durch die Rohrleitung 93 in
den unteren Teil der Kolonne 6 ergibt; die flüssige Fraktion
(Schlempe), die sich im unteren Teil der Kolonne 6 ansammelt,
strömt
durch eine Rohrleitung 37 bis zu einer Pumpe 38,
die sie durch die Rohrleitung 39 bis zu dem Tauscher 34 pumpt,
in dem sie sich abkühlt
und den sie durch eine Rohrleitung 40 wieder verläßt, um bis
in einen zweiten Zwischenbehälter 41 transportiert
zu werden.
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Das
vergärte
Abwasser, das aus der Fermentationsvorrichtung kommt und eventuell
hinsichtlich des pH-Wertes korrigiert worden ist, wird vorgewärmt und
anschließend
in die Destillationskolonne eingebracht.
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In
der Kolonne ermöglicht
das Mitreißen
des Ethanols in dem Dampf, die erste Fraktion (Phlegma) zu erhalten.
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Das
Kondenswasser und/oder der Wasserdampf, die von der Leitung 93 abgegeben
werden, reichern sich mit Ethanol an und werden in dem Tauscher
am oberen Ende der Kolonne kondensiert. Die auf diese Weise erzeugten
Kondensate, deren Ethanolgehalt zwischen 10% und 95% (Volumen/Volumen),
vorzugsweise zwischen 20 und 40% schwankt, werden am oberen Teil
der Kolonne abgezogen.
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Der
restliche Teil wird durch eine Leitung 73 im oberen Bereich
der Kolonne wieder eingebracht, um einen Rückfluß zu bilden, der dazu dient,
den Alkoholgehalt auszugleichen oder einzustellen. Das (über 74) abgezogene
Ethanol wird abgekühlt
und in dem Zustand in einem Behälter
aufbewahrt.
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Das
an Alkohol abgereicherte Abwasser, das sich am Fuß der Kolonne
ansammelt, wird in eine Verdampfungs-Konzentrierungseinheit übertragen.
Das Abwasser gelangt durch sukzessives Durchströmen des Rohrbündels auf
jeder Stufe zum Sieden und erfährt
nach und nach eine Konzentrierung, die in dem Tauscher mit Zwangsumlauf
abgeschlossen wird.
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Dazu
werden die alkoholfreien Abwässer
mittels der Rohrleitungen 42, einer Pumpe 43 von
einem Tauscher 44 und einer Rohrleitung 7 bis
zu einem zweiten konzentrierenden Abscheider 8 übertragen,
der innerhalb der Wände 130, 131,
die einen Behälter
bilden, einen unteren Teil 45 umfaßt, der einen Abscheider bildet
und mit Trennwänden 47 versehen
ist, die sich bis zum Boden der Struktur erstrecken und drei Kammern 46, 48 und 49 abgrenzen;
in diesem Kammern werden die flüssige
Phase, die aus der Rohrleitung 7 kommt, sowie der Oberflächenabfluß der Lösung im
Inneren der senkrechten Rohre der zwei Tauscher 120 bzw. 121, die
mit horizontalen röhrenförmigen Platten 57, 56 versehen
sind, aufgefangen; wie in dieser Figur gezeigt ist, dient eine Pumpe 50 (bzw. 51)
dazu, die in der Kammer 46 (bzw. 48) enthaltene
Flüssigkeit
abzusaugen, um sie über
eine Rohrleitung 53 (bzw. 54) bis über die
obere röhrenförmige Platte 57 zu
fördern,
von wo aus die Flüssigkeit
in die verschiedenen Rohre des Tauschers 120 verteilt wird;
im Mantel der Rohrbündeltauscher 120, 121 zirkuliert
von einer Rohrleitung 91 abgegebener Wasserdampf und ruft
ein Verdampfen der Flüssigkeit
hervor, die durch die Wirkung der Schwerkraft in den Rohren des
Tauschers 120 strömt
und in die Kammern 46 und 48, die einen Abscheider
bilden, zurücksinkt.
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Der
im oberen Teil der Kammer 45 des Abscheiders 8 vorhandene
Dampf wird in eine Rohrleitung 112 gesaugt – über einen
Abscheider 110, der verhindern soll, daß Flüssigkeit und Feststoffpartikel
in die Rohrleitung 112 gezogen werden; die Rohrleitung 112 ist
an einen Verdichter 111 angeschlossen, der ermöglicht,
das Verdichten des in die Kammer 45 gesaugten Dampfes und
seine Abgabe durch die Rohrleitung 115 in den Mantel des
Tauschers 120 sicherzustellen, damit er an der Verdampfung
des Teils der Flüssigkeit
beteiligt wird, der in den Rohren dieses Verdampfers strömt.
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Der
Abscheider 8 umfaßt
einen ebenfalls wärmegedämmten, einteiligen,
selbsttragenden Verdampfer-Konzentrator-Körper aus nicht rostendem Stahl
vom Typ Rohrwärmetauscher,
der im Fallstrom und mit Zwangsumlauf betrieben wird, mit seinem
integriertem Abscheider.
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Der
Rohrwärmetauscher 120 ist
vom mehrstufigen Typ mit einer Abtrennung über den Abscheiderteil, um
die aufeinander folgenden Schritte der Konzentrierung voneinander
zu trennen, wobei eine zusätzliche Stufe 121,
die mit Zwangsumlauf betrieben wird, die Endkonzentration des Abwassers
durch Entspannen in dem Abscheider sicherstellt.
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Parallel
zu der Maschine 111 zum Verdichten der Abwasserdämpfe kann
eine Strahldüse 114 angebracht
sein, die mit Wasserdampf gespeist wird, der (über eine Rohrleitung 94)
von einer separaten Wasserdampfquelle 90 abgegeben wird,
um das Ansaugen der Dämpfe,
die aus der Kammer 45 stammen, über die Rohrleitungen 112 und 113 sowie
ihr Verdichten in der Venturi-Strahldüse (oder in dem Thermokompressor) zu
bewirken; dies ermöglicht,
eine zusätzliche
Verdichtung in der Maschine 111 sicherzustellen und außerdem im
Fall einer Funktionsstörung
dieser Strahldüse 111 ein
Verdichten eines Teils der Abwasserdämpfe sicherzustellen.
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Die
Vorrichtung 111, 114 zur Verdichtung der von dem
Verdampfer-Kondensator
erzeugten Abwasserdämpfe
sichert das Anheben des Energieniveaus der Dämpfe vor ihrem erneuten Einbringen
in den Mantel des Verdampfers und/oder in den unteren Teil der Destillationskolonne.
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Ein
Regeln des Drucks und/oder der Temperatur und der Drehgeschwindigkeit
der Strahldüse 111 und der
Pumpen ermöglicht
die ständige Anpassung
des Energiebedarfs, der angestrebten Durchsatzwerte der Behandlung
und des Prozentsatzes an Trockensubstanz, den das Konzentrat aufweist.
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Die
kondensierten Dämpfe
der Abwässer,
die im unteren Teil des Mantels des Tauschers 120 abgezogen
werden, werden durch eine Rohrleitung 58, einen entgasenden
Abscheiden 59, eine Rohrleitung 60 und eine Pumpe 61 bis
zu einem Wärmetauscher 44 übertragen,
an dessen Ausgang das gereinigte Wasser durch eine Rohrleitung 9 in
die Umgebung abgegeben werden kann; eine an die Rohrleitung 9 angeschlossene
Rohrleitung 62 ermöglicht
gegebenenfalls, vor allem in den Phasen der Inbetriebnahme oder
Außerbetriebnahme der
Anlage oder in dem Fall, in dem der CSB des erhaltenen Wassers den
angestrebten Kriterien nicht genügt, das
aus dieser Behandlung stammende Wasser wieder in den Zwischenbehälter 30 einzubringen,
der die zu behandelnden Wässer
aufnimmt.
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Wie
im linken Teil der 2 gezeigt
ist, entweicht der Alkohol, der in den von der Rohrleitung 35 in
die Destillationskolonne 6 abgegebenen Abwässern vorhanden
ist und der von dem vertikal aufsteigenden Dampfstrom, der von der
Rohrleitung 93 abgegeben wird, mitgerissen wird, im oberen
Teil der Kolonne 6 durch eine Rohrleitung 70,
die diese Alkohol enthaltenden Dämpfe
zu einem Kühlaustauscher 71 transportiert,
der die Kondensation der der Destillationskolonne entnommenen alkoholischen
Fraktion ermöglicht,
die nach dem Durchgang durch einen entgasenden Abscheider 72 mittels
einer Rohrleitung 11 und einer Pumpe 74 an einen Behälter 12 zur
Aufbewahrung der mittels dieser ersten Abscheidevorrichtung gewonnenen
alkoholischen Fraktion abgegeben werden kann.
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Eine
Kälte erzeugende
Gruppe 80 ermöglicht
die Erzeugung von Kaltwasser, das durch die Wirkung einer Pumpe 81 in
einer Leitung für
den Vorlauf 83 und den Rücklauf 82 umläuft, und
ermöglicht,
an die Tauscher 71 und 84 Kaltwasser abzugeben,
das die Kondensation der in diesen Tauschern zirkulierenden Dämpfe ermöglicht.
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Es
kann eine Unterdruck erzeugende Einheit 100 vorgesehen
sein, die über
Rohrleitungen 101 bis 103 an die entgasenden Abscheider 72 und 59 angeschlossen
sein kann, insbesondere um die Anlage mit einem Druck zu betreiben,
der niedriger als der Atmosphärendruck
ist.
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Die
erste Kammer 46 des Verdampfer-Kondensators 8 wird über die
Rohrleitung 7 mit Abwässern
und durch den Oberflächenabfluß der Rohre
des Tauschers 120, die sich oberhalb dieser Kammer befinden,
gespeist; die zweite Kammer 48 wird durch Überlaufen
der Kammer 46 über
die Trennwand 47 mit Abwässern und außerdem durch
den Oberflächenabfluß aus den
Rohren, die sich gegenüber
dieser Kammer befinden, gespeist; folglich sind die Abwässer, die
sich in der Kammer 48 befinden, hinsichtlich der Abfallstoffe
stärker konzentriert
als jene, die die sich in der Kammer 46 befinden; genauso
weisen die Abwässer,
die sich in der Kammer 49 befinden, die einerseits aus
einem Überlaufen
der Kammer 48 und andererseits aus dem Zurückfließen der
Abwässer,
die eine zusätzliche
Verdampfung durch Durchlaufen des Tauschers 121 erfahren
haben, stammen, eine noch höhere
Konzentration an Rückstandsprodukten
auf.
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Der
Abscheider 8 umfaßt
nämlich
einen dritten Teil aus einem Tauscher 121, in den die aus
der Kammer 49 kommende Lösung, die schon konzentriert
ist, unter Druck durch eine Pumpe 52 für eine zusätzliche Verdampfung, die insbesondere
durch Entspannen am Ausgang dieses Tauschers erhalten wird, eingebracht wird;
ein Teil der konzentrierten Lösung,
die in der Rohrleitung 55 zirkuliert und von der Pumpe 52 abgegeben worden
ist, wird über
eine Rohrleitung 13 abgezogen und an einen Behälter 14 für die Aufbewahrung
des erhaltenen Konzentrats abgegeben.
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Die
aus den verschiedenen Verdampfungsvorgängen stammenden Dämpfe werden
in dem Abscheiderbehälter,
der in eine Flüssigkeitsseite
und in eine Dampfseite, die miteinander in Verbindung stehen, unterteilt
ist, von den siedenden Lösungen
getrennt.
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Die
zweite, konzentrierte Fraktion wird ständig durch eine Leitung 13 abgezogen,
abgekühlt
und in dem Behälter 14 aufbewahrt.
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Der
Prozentsatz an Trockensubstanz, den die konzentrierten Rückstände aufweisen,
wird je nach den ursprünglichen
Belastungen der Abwässer
an Trockensubstanz im Bereich von 20 bis 70% schwanken können.
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Die
in den Mantel des Verdampfers eingeleiteten Dämpfe werden durch den Wärmeaustausch
mit der siedenden Lösung
auf jeder der Stufen des Rohrwärmetauschers
kondensiert.
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Die
auf diese Weise erhaltenen Kondensate, welche die dritte Fraktion
(gereinigtes Wasser) darstellen, geben ihre Überschußwärme an die Abwässer vor
der Behandlung ab und werden abgezogen, um entweder abgeleitet oder
wiederverwendet zu werden; es handelt sich dabei um die erhaltene
Fraktion mit dem größten Volumen.
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Der
Energieverbrauch einer derartigen Anlage kann in der Größenordnung
von 16 bis 20 Kilowatt (Elektroenergie) pro m3/h
behandelten Wassers und von 70 bis 100 Kilogramm Dampf pro m3 behandelten Wassers sein.
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Beispiel 1: Behandlung
von Abwässern
der Weinherstellung im weitesten Sinne
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Es
ist eine Versuchsreihe an Abwässern
durchgeführt
worden, die von einem Wein herstellenden Betrieb stammen, wobei
die Behandlungen zur Vergärung
der Zucker in Ethanol und die Abscheidung durch Destillation und
Verdampfung miteinander verbunden wurden.
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Das
Verfahren ist in einer Pilotanlage mit einer Verdampfungsleistung
von 150 Litern pro Stunde, die über
eine Dampfheizung verfügt,
durchgeführt
worden.
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Bei
diesem Versuch sind 3250 Liter Abwasser mit einem CSB von 30 Gramm
pro Liter behandelt worden.
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Die
Ergebnisse der Behandlung lassen sich als Stoffbilanz folgendermaßen ausdrücken:
- – konzentrierte
Phase: 75 Liter mit 321 Gramm Trockensubstanz pro Kilogramm,
- – Alkohol-Wasser-Phase:
115 Liter Lösung
mit 337 Gramm Ethanol pro Liter,
- – Kondensatphase:
3050 Liter mit einem CSB von 300 Milligramm pro Liter.
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Es
sind noch weitere Versuche gemäß dem gleichen
Verfahren unter den gleichen Bedingungen durchgeführt worden;
dabei wurden folgende Ergebnisse erzielt:
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Der
in den Kondensaten zurückbleibende
CSB steht nicht mit dem CSB des behandelten Abwassers im Zusammenhang,
sondern hängt
von der Art dieses Abwasser ab.
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Beispiel 2: Behandlung
von Abwässern
von Obstkonservenfabriken
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Es
sind im Laboratorium Pilotversuche, bei denen die Gärung und
die Verdampfungs-Konzentrierung mit fraktionierter Kondensation
miteinander verbunden wurden, an Abwässern von Obstkonservenfabriken durchgeführt worden,
die die folgenden Eigenschaften aufwiesen:
- – pH-Wert:
3,84
- – CSB
(g O2/l): 97
- – Brixgrad:
11,1
- – Trockenextrakt
(g/l): 95,5
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Die
benutzte Pilotanlage besteht aus einer Vakuum-Fraktionierkolonne
mit einer nutzbaren Kapazität von
50 Litern. Das Abwasser wird in einen Behälter mit doppeltem Mantel,
der mittels Mikrowellen beheizt wird, eingebracht.
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Das
vergärte
und fraktionierte Abwasser stellt 23 Liter mit 22,3 Gramm Ethanol
pro Liter dar und ermöglicht,
nach der Verdampfungs-Konzentrierung mit fraktionierter Kondensation
die folgenden drei Phasen zu gewinnen:
- – Alkohol-Wasser-Phase:
1,1 Liter mit 44,1% Ethanol,
- – konzentrierte
Phase: 1,8 Liter mit 52,4 Brix (Reduzierung des Volumens: 14,4-fach), reich an organischen Säuren und
Glycerin,
- – Kondensatphase:
20,3 Liter Kondensat enthalten nicht mehr als 6,77% des ursprünglichen
gesamten organischen Kohlenstoffs (TOC) des Abwassers.
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Beispiel 3: Alkoholische
Gärung
von Abwässern
von der Weinherstellung und der Weinindustrie im weitesten Sinne
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Gärungsversuche
mit Abwässern
von der Weinherstellung und der Weinindustrie im weitesten Sinne haben
gezeigt, daß die
Wässer
vom Reinigen der Filter, der Gärbehälter, der
Rohrleitungen reich an Hefen sind und daß das Mischen dieser Reinigungswässer unterschiedlicher
Herkunft folglich zu einer natürlichen Impfung
der Abwässer
führt.
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Bei
Versuchen hat das Impfen von Abwässern
mit Saccharomyces cerevisiae in einer Dosis von 20 Gramm pro Hektoliter
ermöglicht,
die Latenzphase der Gärung,
jene Phase, in der sich die Hefepopulation vervielfacht, für ein Abwasser,
das 16 Gramm reduzierende Zucker pro Liter enthielt, zu beschleunigen,
wobei die vollständige
Vergärung
der Zucker unter den folgenden Bedingungen: pH-Wert 3,5, Temperatur
25°C, 70
Stunden gedauert hat.
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Versuche
haben gezeigt, daß sich
Konzentrationen von gärfähigen Zuckern
von 100 Gramm pro Liter und 200 Gramm pro Liter nicht auf die alkoholische
Gärung
auswirken; es ist überraschenderweise
festgestellt worden, daß der
Verdünnungsfaktor
der organischen Verbindungen in den Abwässern dafür ausreicht, daß das Ethanol
und die aromatischen Moleküle
pflanzlicher Herkunft, die fungistatische Eigenschaften zeigen können, die
Gärung
nicht einschränken.
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Beispiel 4: Alkoholische
Gärung
von Abwässern
von Obstkonservenfabriken
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Gärungen von
Abwässern
von Obstkonservenfabriken sind unter den folgenden Bedingungen durchgeführt worden:
- – pH-Wert
auf 6 eingestellt,
- – Raumtemperatur
(25°C),
- – Impfung
mit 20 Gramm Saccharomyces cervisiae pro Hektoliter
- – Ausgangsabwasser
mit 72 Gramm Glukose und Fruktose pro Liter.
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Nach
60 Stunden der Gärung
bleiben weniger als 0,1 Gramm Zucker pro Liter, wobei ein Alkoholgehalt von
3,6 erzeugt worden ist (also eine Ausbeute von 77,1% der theoretischen
Ausbeute); für
ein konzentriertes Abwasser mit 200 g Glukose und Fruktose pro Liter
ist die Ausbeute der Gärung
nicht in Mitleidenschaft gezogen.