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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung einer Träger-gestützten mikroporösen hydrophoben anorganischen
Membran, wobei man ein Metallalkoxid in der Gegenwart eines Hydrocarbylmetallalkoxids
in einem organischen Lösungsmittel
hydrolysiert, um ein Metall(hydr)oxid-Sol zu erzeugen, und man das
Metall(hydr)oxid aus dem genannten Sol ausfällt und trocknet und den Niederschlag
calciniert.
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Ein
derartiges Verfahren zur Erzeugung von Hybrid-Membranen ist von
Dirè et
al., J. Mater. Chem., 1997, 7, 67-73 und 919-922, beschrieben worden. Diese Autoren
berichten über
die Erzeugung nicht-gestützter
Membranen durch Hydrolyse einer Mischung aus Tetraethoxysilan und
Methyltriethoxysilan in 70/30-, 50/50- und 30/70-Verhältnissen
bei Raumtemperatur und bei pH = 1,5. Aus dem entstandenen Sol wurde
ein Gel mit einer Dicke von 10 bis 40 μm gebildet, worauf das Ganze
getrocknet wurde. Die Gas-Permeation für Helium, Stickstoff und Argon
wurde untersucht, und es wurde eine selektive Permeation von Helium
bis Stickstoff in Abhängigkeit
vom Methyl-Gehalt der Gel-Membran herausgefunden. Allerdings wies
die Membran relativ große
Poren auf, wobei die Mehrheit der Porendurchmesser mehr als 2 nm
betrug.
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Die
Herstellung von Gas-Trennmembranen durch Co-Hydrolyse von Tetramethoxysilan
und Phenylmethoxysilanen und durch Gießen der erhaltenen Sole auf
ein Polyacrylnitril-Substrat ist von Smaihi et al., J. Membrane
Sc. 116 (1996) 211-220, beschrieben worden.
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Es
ist nun ein verbessertes Verfahren aufgefunden worden, das zu Träger-gestützten hydrophoben Membranen
führte,
die Porengrößen im Subnanometer-Bereich
und Durchgangswerte für
kleine Moleküle
wie H2, CO2, N2, O2 und CH4 und gute Trennfaktoren für diese
Gase gegenüber
größeren Alkanen
wie Propan und Butan und für
Verbindungen wie SF6 aufweisen. Das Verfahren
der Erfindung ist durch eine gesteuerte Hydrolyse dadurch gekennzeichnet,
daß die
Hydrolysegeschwindigkeit des Hydrocarbylmetallalkoxids zur Geschwindigkeit
der Sol-Bildung des Metalloxids in Rechnung gestellt wird, und zwar
dadurch, daß ein
wesentlicher Teil des Hydrocarbylmetallalkoxids zugegeben wird,
nachdem ein Teil des Metalloxids hydrolysiert worden ist. Das Verfahren
der Erfindung ist in den beigefügten
Ansprüchen
definiert.
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Das
Verfahren betrifft auch neue hydrophobe Membranen, die verbesserte
Charakteristika gegenüber Membranen
des Standes der Technik aufweisen, und zwar insbesondere eine Durchschnittsporengröße (einen Durchmesser)
und/oder eine Mehrheit der Porengrößen unterhalb 2 nm, oder sogar
unterhalb 1 nm, und einen Hydrophobie-Index (HI) für Octan/Wasser
von mindestens 2, insbesondere von mindestens 2,5 oder sogar von 3
oder höher.
Der Hydrophobie-Index ist als das Verhältnis der Beladung der Membran
mit hydrophober Substanz (Octan) zur Beladung mit Wasser definiert,
wie beschrieben von Klein und Maier (Angew. chem. Int. Ed. Engl.
35 (1996), 2230-2233, und von Weitkamp et al. (Proc. 9th. Intern.
Zeolite Conf. Montreal 1992, von Balmoos et al. Hrsg. (1993) 79-87).
Die Membranen zeigen hohe Durchgangswerte für kleine Moleküle und ermöglichen
ganz besonders die Abtrennung kleiner hydrophober Moleküle von Wasser
oder weiterer hydrophober Moleküle
ebenfalls in der Gegenwart von Wasser (von feuchten Prozeßströmen). Größere Moleküle wie Butan
und Methyl-tert-butylether
weisen Durchgangswerte auf, die um mehr als das 20-Fache niedriger
als diejenigen der kleinen Moleküle
wie von H2, Methan, Methanol usw. liegen.
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Gemäß dem Verfahren
der Erfindung wird der größere Teil
des Hydrocarbylmetallalkoxids erst zugegeben, nachdem eine 20%ige
Hydrolyse des Metallalkoxids abgelaufen ist. Der Prozentsatz der
erfolgten Hydrolyse kann ganz grob als äquivalent zum Prozentsatz der "normalen" Hydrolysedauer angesehen
werden, die abgelaufen ist, aber genauer ist er der Prozentsatz
der gesamten theoretischen Hydrolyse von Metalloxid zu Metall(hydr)oxid.
Die eingesetzte Gesamtmenge an Hydrocarbylmetallalkoxid bedeutet
die zum Hydrolyse-System zur Einbringung in die Membran nach der
Hydrolyse zugegebene Gesamtmenge. Der größere Teil, der nach mindestens
einer 20%igen Hydrolyse eingebracht wird, beträgt mindestens 75 % der Gesamtmenge, aber
ganz besonders im wesentlichen die Gesamtmenge. Es ist ferner bevorzugt,
daß ein
wesentlicher Teil, ganz besonders mindestens 50 %, des Hydrocarbylmetallalkoxids
nur in einer späteren
Stufe zugegeben wird, d.h. nach mindestens einer 50%igen oder sogar
mindestens einer 70 oder 80%igen Hydrolyse des Metallalkoxids.
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Die
Begriffe Metalloxid und Metall(hydr)oxid sind austauschbar verwendet
und bedeuten ein Oxid, hydratisiertes Oxid, Hydroxid oder gemischtes
Oxid/Hydroxid eines drei- oder höherwertigen
Elements aus Periode 3 und höheren
Perioden und Gruppen 3 und höheren
Gruppen des Periodensystems der Elemente, einschließlich z.B.
Al, Si, Sc, Ti, V, Ge, Sn, Hf, Ce, sowie von Kombinationen davon
wie von Si/Ti und Si/Zr.
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Im
hierin verwendeten Begriff Metallalkoxid ist das Metall wie oben
definiert, wogegen ein Alkoxid so verstanden wird, daß es den
Rest umfaßt,
der durch Deprotonierung eines organischen Moleküls erhalten wird, das eine
Hydroxyl-Gruppe und die Alkyl-Gruppe enthält; die Hydroxyl-Gruppe kann
direkt an die Alkyl-Gruppe, wie in Methanol, Ethanol, Propanol,
Isopropanol, Butanol und dgl., aber auch über eine Carbonyl- Gruppe wie in Carbonsäuren (Essigsäure, Propionsäure und
dgl.) gebunden sein; die Hydroxyl-Gruppe kann auch ein Enol-Tautomer eines Ketons,
insbesondere eines β-Diketons
oder β-Ketoesters, wie von
Acetylaceton (= 4-Hydro-3-propen-2-on), sein. Beispiele des Metallalkoxids
schließen
Tributoxyaluminium, Tetraethoxysilan (TEOS), Tetraisopropropoxysilan,
Tetrabutoxytitan, Tripropoxytitanacetoacetonat, Tributoxytitanacetat,
Tetrabutoxyzirkonium, Tripropoxyzirkonium, Tetraethoxyzinn ein.
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Das
hierin verwendete Hydrocarbylmetallalkoxid bedeutet eine Verbindung
eines wie oben beschriebenen drei- oder höherwertigen Metalls mit mindestens
einer wie oben beschriebenen Alkoxid-Gruppe und mindestens einer
Hydrocarbyl-Gruppe, die an das Metall mit einer Bindung gebunden
ist, die, unter normalen Bedingungen (Temperatur unterhalb 100°C, pH = 1
bis 13) nicht-hydrolysierbar ist. Eine derartige Hydrocarbyl-Gruppe
kann ein organischer Rest sein, der 1 bis 8 Kohlenstoffatome und
die entsprechende Anzahl an Wasserstoffatomen enthält, wie
Methyl, Ethyl, Butyl, Isooctyl, Phenyl und Benzyl. Kleine Alkyl-Gruppen,
d.h. mit 4 oder weniger Kohlenstoffatomen, insbesondere Methyl und
Ethyl, sind bevorzugt. Beispiele schließen Methyltriethoxysilan (MTES),
Phenyltrimethoxysilan, Diethyldipropoxytitan, Methyldibutoxyzirkoniumacetat und
dgl. ein.
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Die
Hydrolyse wird in einem organischen Lösungsmittel wie in Ethern (Tetrahydrofuran,
Dimethoxyethan, Dioxan und dgl.), Alkoholen (Methanol, Ethanol,
Isopropanol, Methoxyethanol und dgl.), Ketonen (Methylethylketon
und dgl.), in Amiden usw. durchgeführt. Alkohole, wie Ethanol,
sind die bevorzugten Lösungsmittel.
Die Hydrolyse wird in der Gegenwart von Wasser und, falls notwendig,
eines Katalysators durchgeführt. Die
anzuwendende Menge an Wasser hängt
von der Hydrolysegeschwindigkeit des besonderen Metallalkoxids und
Hydrocarbylmetallalkoxids ab, und das Volumenverhältnis von
Wasser zu organischem Lösungsmittel kann
z.B. von 1:99 bis 72:25 schwanken. Ein Katalysator kann nötig sein,
falls die Hydrolyse in neutralem Wasser zu langsam abläuft. Eine
Säure oder
Base können
als Katalysator verwendet werden. Für Titan- und Zirkonoxid-Sol-Zubereitungen braucht
ein Katalysator nicht notwendig zu sein. Zur Silica-Sol-Zubereitung
können die
Bedingungen, wie sie von De Lange et al. (J. Membr. Sci. 99 (1995),
57-75) beschrieben sind, befolgt und angewandt werden. Die Hydrolysetemperatur
kann zwischen Umgebungstemperatur und der Siedetemperatur des organischen
Lösungsmittels
liegen. Es ist bevorzugt, erhöhte
Temperaturen, insbesondere von mehr als 40°C bis zu ca. 5°C unterhalb
des Siedepunkts des Lösungsmittels,
z.B. bis zu 80°C
im Fall von Ethanol, anzuwenden.
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Die
Trocknung und/oder Calcinierung des Niederschlags wird vorzugsweise
unter einer inerten, d.h. nicht-oxidierenden, Atmosphäre, z.B.
unter Argon oder Stickstoff, durchgeführt. Die Calciniertemperatur
beträgt
mindestens 100°C,
bis ca. 800°C,
vorzugsweise 300 bis 600°C,
wobei ein übliches
Erhitzungs- und Abkühlungsprogramm
angewandt wird. Die Porosität
der Membranen kann durch Auswahl der spezifischen Metall(hydr)oxid-Vorstufenverbindung,
der entsprechend geeigneten Hydrolysebedingungen und der entsprechend
geeigneten Konsolodierungsparameter (Trocknungsgeschwindigkeit,
Geschwindigkeit und Temperatur der Caclcinierung) abgestimmt und
angepaßt
werden. Höhere
Temperaturen ergeben in typischer Weise kleinere Porengrößen.
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Die
Anwendungen der Träger-gestützten mikroporösen hydrophoben
Membran der Erfindung sind besonders vorteilhaft in feuchten Prozeßströmen, wo
mehrere Probleme durch die Feuchtigkeit wie eine Blockierung und
Verschlechterung der Poren (z.B. ein hydrothermischer Abbau) angetroffen
werden.
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Ferner
können
hydrophobe Spezies aus hydrophoben und hydrophiben Spezies in Flüssig-Trennungen
und Gas-Trennungen und ganz besonders in Vorverdampfungen abgetrennt
werden. Isomere Mischungen, wie Buten/Isobuten und p-/m-/o-Xylol,
können
ebenfalls in effizienter Weise in die Einzelkomponenten aufgetrennt
werden. Weitere geeignete Anwendungen gibt es in Luftreinigungsverfahren
zur Entfernung von Staubpartikeln oder von flüchtigen organischen Verbindungen,
ohne daß die
Membran durch Wasser blockiert wird.
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Beispiele
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1. Herstellung einer Standard-Membran
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"Standard"-(hydrophile) Silica-Membranen
(Si(400)) wurden mit dem Sol-Gel-Verfahren für Vergleichszwecke hergestellt.
Ein Silica-Sol wurde durch katalysierte Hydrolyse und Kondensation
von TEOS in Ethanol hergestellt. Eine Mischung aus Säure und
Wasser wird sorgfältig
zu einer Mischung aus TEOS und Ethanol unter kräftigem Rühren gegeben. Die Sol-Lösung wurde durch Erwärmen der
Mischung am Rückfluß bei 60°C 3 h lang
hergestellt. Membranen wurden durch Eintauchen einer Träger-gestützten γ-Aluminiumoxid-Membran
in die verdünnte
Sol-Lösung
und anschließende
Wärmebehandlung
erzeugt (De Vos and Verweij, J. Membrane Sci. 143 (1998) 37-51).
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2. Herstellung
einer hydrophoben Membran
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Um
das Silica hydrophober zu machen, wird Methyltriethoxysilan (MTES)
bei einer bestimmten Stufe der Sol-Zubereitung eingebracht. Die
Hydrolyse/Kondensationsgeschwindigkeit von MTES ist um das ca. 7-Fache
schneller als diejenige des TEOS. Daher wurde die "Standard"-Silica-Sol-Lösungszubereitung
gestartet, und MTES wurde nach mindestens 6/7 der üblichen
Gesamtreaktionszeit zugegeben. Wurde MTES zu schnell zugegeben,
erfolgten die Hydrolyse und Kondensation über eine längere Zeit, was zu sperrigeren
Polymeren führt,
die durch Lichtstreuung in der Sol-Lösung sichtbar werden, wodurch
sich größere Poren
in der Membran (>2
nm) ergeben.
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Das
vollständige
Sol-Zubereitungsverfahren für
hydrophobe Membranen wurde wie folgt durchgeführt: TEOS wurde mit Ethanol
vermischt. Eine Mischung aus Katalysator (Säure) und Wasser wurde unter
kräftigem Rühren zugegeben.
Nach Beendigung der Zugabe wurde die Reaktionsmischung 2,75 h lang
bei 60°C
unter kontinuierlichem Rühren
erwärmt.
Die Reaktionsmischung wies ein Molverhältnis (bezogen auf unreagierte Komponenten)
TEOS/Ethanol/Wasser/Säure
von 1/3,8/6,4/0,085 gemäß der "Standard"-Rezeptur der Silica-Sol-Zubereitung auf (siehe:
De Lange et al., J. Membrane Sci. 99 (1995) 57-75). MTES wurde mit
Ethanol im Verhältnis
von 1/3,8 vermischt, und die Mischung wurde zur TEOS-Reaktionsmischung
nach Erwärmen über 2,75
h gegeben. Die erhaltene MTES/TEOS-Reaktionsmischung wurde 15 min lang
bei 60°C
erwärmt. Die
Mischung wies dann ein Molverhältnis
MTES/TEOS/Ethanol/Wasser/Säure
(bezogen auf unreagierte Komponenten) von 1/1/7,6/6,4/0,085 auf.
Die reagierte Mischung wurde dann abgekühlt und auf das 19-Fache mit
Ethanol verdünnt,
um die endgültige
Tauchlösung
zu erhalten. Nach dem Eintauchen werden die Membranen bei 400°C 3 h lang
in reinem Stickstoff mit einer Erhitzungs- und Abkühlungsgeschwindigkeit
von 0,5°C/min
calciniert. Die auf diese Weise erhaltenen Membranen sind unten
als "MeSi(400)-Membranen" bezeichnet. Eine ähnliche
Verfahrensweise konnte mit Titan(IV)isopropoxid oder Titan(IV)methoxid
in Kombination mit MTES als Reaktionsteilnehmer durchgeführt werden,
um ein hydrophobes Ti/Si-System zu erhalten.
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3. Ungestützte Silica-Materialien
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Ungestütztes mikroporöses Silica-Material
wurde durch Verdampfen von 60 ml der Tauchlösung in einer 10 cm Petri-Schale bei Raumtemperatur
hergestellt, wobei das ungestützte
Silica-Material über
Nacht erhalten wird. Dies erfolgte sowohl für "Standard"-Sole als auch für Sole, zu denen MTES gegeben
wurde, welche als Si(400) bzw. McSi(400) bezeichnet sind. Die Silica-Materialien
wurden bei 400°C
3 h lang mit einer Erhitzungs- und Abkühlungsgeschwindigkeit von 0,5°C/min in
Luft für
Si(400) und in reinem Stickstoff für McSi(400) calciniert.
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4. Membran-Charakterisierung
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Die
morphologische Charakterisierung der hydrophoben Silica-Membranen wird mit
Feldemissions-Rasterelektronenmikroskopie (FE-SEM) durchgeführt. Die
FE-SEM-Aufnahmen ergaben eine bruchfreie kontinuierliche Schicht.
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Eine
Thermogravimetrie-Analyse (TGA) wurde an ungestütztem Material aus Si(400)
und McSi(400) durchgeführt,
um eine qualitative Angabe der Menge an Hydroxyl-Gruppen im Silica-Material zu erhalten.
Beide Proben wurden bei Raumtemperatur und normaler relativer Feuchte
vor der Messung gelagert und aufbewahrt. Die Versuche wurden in
einem reinen N2-Strom mit einem Wasser-
und Sauerstoffgehalt <5
ppm und einer Erhitzungsgeschwindigkeit von 1°C/min bis 800°C durchgeführt. Für die McSi(400)-Probe
führte
dies zu einer Abwesenheit der Freisetzung von Masse bis 500°C, während für Si(400)
ein Absinken der Masse bei ca. 100°C wegen der Freisetzung von
physikalisch adsorbiertem Wasser und oberhalb 100°C wegen der
Freisetzung von Hydroxyl-Gruppen beobachtet wurde.
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Die
Hydrophobie des ungeschützten
Membranmaterials wurde durch Messung des Hydrophobie-Index HI =
xOctan/xWasser ermittelt,
wie beschrieben von Klein und Maier (siehe oben). Die Probe wurde
zuerst 12 h lang bei 250°C
unter einem Ar-Strom
getrocknet. Danach wurde ein Ar-Strom, der definierte und gleiche
Konzentrationen von Wasser und Octan enthielt, angewandt, um die
Probe bis zur Sättigung
bei einer Temperatur von 30°C
zu beladen. Die Durchbruch-Kurven der individuellen Komponenten
wurden durch On-line-Gaschromatographie
erhalten. Numerische Integration der normalisierten Durchbruch-Kurven
ergab die Beladung mit Wasser (xWasser)
und mit Octan (xOctan). Nach Korrektur für das Hintergrundverhalten
des Gesamtreaktors wurde der Hydrophobie-Index HI als das Verhältnis xOctan/xWasser erhalten.
Der so für
McSi(400) ermittelte Wert betrug 3,0. Der vergleichbare Wert für die nicht-hydrophobisierte
Si(400)-Membran betrug 0,3, so daß das McSi(400)-Material um
das 10-Fache hydrophober ist. Die Hydrophobie der McSi(400)-Membranen konnte
sichtbar gemacht werden, indem ein Wassertropfen auf die Membran
gegeben und die Differenz des Kontaktwinkels beobachtet wurden.
Der Kontaktwinkel war für
das Si(400)-Material kleiner.
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Das
Vorliegen von Methyl-Gruppen in der mikroporösen Struktur wurde mit IR-Spektroskopie
dargelegt. Dafür
wurde eine Probe aus 20 mg ungestütztem Membranmaterial plus
200 mg KBr hergestellt. Die Probe wurde unter einem Ar-Strom in
der IR-Zelle bei
400°C 20
h lang erhitzt. Die Spektren wurden bei 30°C im Diffus-Reflexionsmodus
aufgenommen. Für
das McSi(400)-Material wurde ein zusätzlicher Peak bei 1280 cm-1 beobachtet. Dieser Peak ist charakteristisch
für Si-C-Bindungen.
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Adsorptionsisothermen
wurden durch Ar- und N2-Adsorption ermittelt.
Die Ar-Adsorption wurde sowohl bei der Temperatur von flüssigem Stickstoff
als auch vom flüssigem
Argon durchgeführt
(77K bzw. 87K). Der für
McSi(400) ermittelte Porendurchmesser betrug ca. 7 A, und für Si(400)
betrug er ca. 5 Å.
Die Porengrößenverteilung
für McSi(400)
ist größer als
für Si(400).
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Das
Leistungsvermögen
der Membranen wurde mit Einzelgas-Durchgangsversuchen in einer Anordnung
mit Todende ermittelt. Vor den Durchgangsversuchen wurden die Membranen
bei 300°C
unter einem He-Strom getrocknet, um jegliche Feuchtigkeit aus der
Porenstruktur sowohl der γ-Aluminiumoxid-Zwischenschicht
als auch der Silica-Oberschicht zu entfernen. Alle Charakterisierungen
wurden sowohl für
Si(400) als auch für
McSi(400) durchgeführt.
Die Entfernung von Feuchtigkeit aus der Porenstruktur dauerte nur
30 Minuten für
die McSi(400)-Membranen,
während
sie 3 bis 4 Stunden für
die Si(400)-Membranen
dauert. Die aus den McSi(400)-Membranen entfernte Feuchtigkeit lag
später
wahrscheinlich im hydrophilen γ-Aluminiumoxid vor.
Die Durchgangswerte mehrerer Gase bei unterschiedlichen Temperaturen
sind in Tabelle 1 angegeben: Tabelle
1 Durchgangswerte
von Membranen in 10
-7 mol·m
-2·s
-1·Pa
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