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Die vorliegende Erfindung bezieht
sich auf einen Fernsehempfänger,
der die nachfolgenden Elemente umfasst: Mittel zum Empfangen eines Fernsehsignals,
das ein wiedergebbares Videobild darstellt, einen Datendecoder zum
Empfangen und Decodieren codierter Daten; die ein wiedergebbares Hilfsbild
darstellen, wobei die codierten Daten Wiedergabesteuerdaten enthalten,
die ein Gebiet des genannten Hilfsbildes definieren, in dem das
Videobild wiedergegeben werden soll, Wiedergabeselektionsmittel
zum Selektieren des Videobildes oder des Hilfsbildes in Reaktion
auf die genannten Wiedergabesteuerdaten, und Steuermittel, die mit
den genannten Empfangsmitteln, dem Datendecoder und den Wiedergabeselektionsmitteln
verbunden sind, zur Steuerung der Wirkung des Empfängers.
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Ein derartiger Fernsehempfänger kann
ein Fernsehgerät
mit einem Wiedergabeschirm sein, aber es kann auch ein Videorecorder
oder ein Multimedia-PC sein mit einer Erweiterungskarte zum Empfangen
von Fernsehsignalen. Die vorliegende Erfindung bezieht sich ebenfalls
auf ein Verfahren zur Steuerung eines derartigen Fernsehempfängers.
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Ein Beispiel eines bekannten Fernsehempfängers der
eingangs beschriebenen An ist ein Fernsehempfänger, wobei der Datendecoder
ein Videotext-Decoder ist. Ein derartiger Fernsehempfänger wird
nachstehend als Videotext-Empfänger
bezeichnet. Die vorliegende Erfindung beschränkt sich aber nicht auf Videotext-Empfänger. Der
Datendecoder kann beispielsweise eine On-Screen-Display-Schaltungsanordnung
sein zum Erzeugen von On-Screen-Display-Steuermenüs.
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Videotext-Empfänger haben eine Videotext-Betriebsart,
wobei Informationstafeln, die als codierte Daten in dem Vertikal-Austastintervall
des Fernsehsignals wiederholt übertragen
werden, selektiv empfangen, gespeichert, decodiert und wiedergegeben
werden. Im Allgemeinen bedecken die Videotafeln im Wesentlichen
den ganzen Fernsehschirm und das Videobild wird völlig unterdrückt. Eine
Ausnahme ist die Tafel "Newsflash" (Letzte Meldung).
Ein Beispiel einer derartigen Tafel ist in 1 dargestellt, wobei ein Wiedergabeschirm 10 ein
Videobild 11 und ein Feld 12, das die "Aktuelle Nachricht" wiedergibt. Derartige
Täfeln
sind seit der Einführung
von Videotext in den Siebzigern bekannt. Die heutige Videotextnorm,
manchmal als "Pegel
2.5" Videotext bezeichnet,
ermög licht
es aber auch, Video in einem Fenster eines Ganzseiten-Videotexttafel
wiederzugeben. Ein Beispiel, einer derartigen Tafel ist in 1B dargestellt, wobei 13 das
genannte Fenster bezeichnet.
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Die Videotexttafeln aus 1A und 1B enthalten Wiedergabesteuerdaten, die
definieren, ob das Hilfsbild (die Videotexttafel oder das "On-Screen-Display"-Menü) und das
Videobild gleichzeitig oder nicht gleichzeitig wiedergegeben werden
sollen. Die Wiedergabesteuerdaten definieren ebenfalls die Größe und die
Position des Feldes 12 bzw. des Fensters 13.
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Es ist nun u. a. eine Aufgabe der
vorliegenden Erfindung, den bekannten Fernsehempfänger weiter
zu verbessern.
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Nach der vorliegenden Erfindung weist
der Fernsehempfänger
das Kennzeichen auf, dass die Steuermittel dazu vorgesehen sind,
um in Reaktion auf einen vom Benutzer ausgehenden Befehl die genannten
Wiedergabesteuerdaten zu ignorieren und die Wiedergabeselektionsmittel
derart anzusteuern, dass sie das Videobild in dem genannten Hilfsbildbereich
austasten, wie in dem Geräteanspruch 1 und
in dem Verfahrensanspruch 5 beschrieben. Dadurch wird erzielt,
dass der Benutzer die Möglichkeit
hat, den Empfänger
zu instruieren, Hilfstafeln ohne die störende Videoinformation wiederzugeben.
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Der vorliegenden Erfindung liegt
die Erkenntnis zugrunde, dass viele Benutzer finden, dass der Textteil
der Wiedergabeschirme, wie in 1A und 1B dargestellt, sich nur schwer
lesen lässt.
Dies ist weil die meisten von den Rundfunkanstalten ausgestrahlten
Videotexttafeln von dem "Ganzseiten-Videotext"-Typ sind und der
Benutzer gewohnt ist, Tafel dieser Art zu lesen. Das gleichzeitige
Wiedergeben einer Videobildes und – einer Videotexttafel beeinträchtigt die
Leserlichkeit des Textes und lenkt die Aufinerksamkeit des Benutzers
ab. Dieses Problem spielt insbesondere bei älteren Leuten und wird in Zukunft
immer wichtiger, da erwartet wird, dass die Verwendung von Fenstern
in Pegel 2,5 Videotexttafeln immer zunimmt.
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Der vom Benutzer ausgehende Befehl
kann mit Hilfe einer Spezialtaste auf einer Fernbedienung oder durch
ein "On-Screen" Menü erzeugt
werden. In der bevorzugten Ausführungsform
ist die Steuerschaltung dazu vorgesehen, in Reaktion auf den Befehl
vom Benutzer wenigstens eine erste Wiedergabemode zu selektieren,
worin das Videobild in dem Hilfsbildbereich nicht unterdrückt wird,
und eine zweite Wiedergabemode, worin das Videobild in dem Hilfsbildbereich
unterdrückt
wird. In einer derartigen Ausführungsform kann
der Benutzer zwischen der herkömmlichen
Wiedergabemode und einer Wiedergabemode ohne Videobild hin und her
schalten. Der Befehl vom Benutzer kann auch mit anderen, bereits verfügbaren Wiedergabemodesteuerbefehlen,
wie dem Ausschalt/Mischmodeschaltbefehl (die Ausschaltmode ist eine
Wiedergabemode, worin Wiedergabe einer Videotexttafel unterdrückt wird,
bis eine beantragte Tafel empfangen wird oder eine bereits konsultierte
Tafel aktualisiert wird; die Mischmode ist eine Wiedergabemode,
worin eine Ganzseiten-Videotexttafel und ein Ganzseiten-Videobild
gleichzeitig wiedergegeben werden).
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Betätigung der Umschalttaste zum
Selektieren der Wiedergabemode, worin das Videobild unterdrückt wird,
hat keinen wesentlichen Effekt, wenn das Hilfsbild eine Ganzseiten-Videotexttafel
ist. Dies kann dazu führen,
dass der Benutzer glaubt, dass die Umschalttaste der Fernbedienung
nicht einwandfrei funktioniert. Diese Verwirrung wird vermieden
bei einer Ausführungsform,
wobei die Steuerschaltung die zweite Wiedergabemode nur dann selektiert,
wenn die Wiedergabesteuerdaten vorschreiben, dass das Videobild
in dem genannten Gebiet des genannten Hilfsbildes wiedergegeben
werden soll.
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Bei einer anderen Ausführungsform
werden die Steuermittel mit einem nicht flüchtigen Speicher zum Speichern
der zweiten Wiedergabemode als Ausgangswiedergabemode verbunden.
Bei einer derartigen Ausführungsform
kann ein Benutzer den Empfänger
derart programmieren, dass dieser das Videobild in Hilfsbildgebieten
unterdrückt,
ohne dass die betreffende Taste betätigt wird, wenn ein derartiges
Hilfsbild wiedergegeben wird.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung
sind in der Zeichnung dargestellt und werden im vorliegenden Fall
näher beschrieben.
Es zeigen:
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1A und 1B, bereits beschrieben, bekannte
Beispiele von Videotexttafeln mit einem Gebiet mit einem Videobild,
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2 eine
schematische Darstellung eines Fernsehempfängers nach der vorliegenden
Erfindung,
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3 ein
Flussdiagramm der Vorgänge,
die von einer in 2 dargestellten
Steuerschaltung durchgeführt
werden.
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2 zeigt
schematisch einen Fernsehempfänger
nach der vorliegenden Erfindung. Der Fernsehempfänger umfasst in einer allgemein
bekannter Weise einen Antenneneingangl, einen Tuner 2,
eine Videoverarbeitungsschaltung 3, einen Videotext-Datendecoder und
Zeichengenerator 4, einen Schalter 5, einen Wiedergabeschirm 6,
eine Steuerschaltung 7 und einen Fernsteuerungssender B.
Der Tuner 2 liefert ein zusammengesetztes Austast- und
Synchronsignal (CVBS) zu der Videoverarbeitungsschaltung 3,
die ein Videowiedergabesignal RGB liefert, das ein Videobild darstellt.
Das CVBS-Signal wird ebenfalls dem Videotext-Datendecoder und Zeichengenerator 4 zugeführt (nachstehend
kurz als Videotextdecoder bezeichnet), der dazu vorgesehen ist, eine
vom Benutzer selektierte Videotexttafel, die in dem Vertikal-Austastintervall
eines Fernsehsignals übertragen
wird, einfängt,
decodiert und wiedergibt. Der Videotextdecoder 4 ist ebenfalls
vorgesehen zum Wiedergeben örtlich
erzeugter "On-Screen"-Nachrichten, wie
Steuermenüs.
Ein Beispiel eines derartigen Videotextdecoders ist die Philips
Integrierte Schaltung SAA5240. Der Decoder schafft ein Hilfswiedergabesignal
RGBa und ein schnelles Austastsignal FBL.
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Weitere Steuerverbindungen zwischen
den jeweiligen Schaltungselementen des Fernsehempfängers sind
durchaus bekannt und in der Figur nicht dargestellt. So steuert
beispielsweise die Steuerschaltung 7 den Tuner 2 zum
Empfangen eines selektierten Kanals, den Videoprozessor 3 zum
Einstellen von Bildeinstellungen, und. den Videotextdecoder 4 zum
Einfangen und Wiedergeben einer beantragten Videotexttafel oder
einer örtlich
gespeicherten "On-screen"-Tafel.
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Das Video-Wiedergabesignal RGB und
das Hilfswiedergabesignal RGB werden betreffenden Eingängen des
Schalters 5 zugeführt,
der eines der Wiedergabesignale zur Wiedergabe selektiert. In dem
bekannten Fernsehempfänger
wird der Schalter 5 unmittelbar von dem schnellen Austastsignal
FBL gesteuert. Dieses schnelle Austastsignal FBL ist in einer Nur-Video-Wiedergabemode
nicht aktiv und ist in einer Videotext (TXT) oder in einer "On-screen"-Wiedergabemode (OSD)
aktiv. Insbesondere ist das FBL-Signal während der Perioden aktiv, in
denen das Hilfsbild wiedergegeben werden soll. Das heißt, das
Signal ist kontinuierlich aktiv, wenn eine Ganzseiten-Videotexttafel
wiedergegeben wird, und es stellt das Feld 12 oder das
Fenster 13 dar (siehe 1A und 1B), wenn TXT/OSD und Video
gleichzeitig wiedergegeben werden.
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Der in 2 dargestellte
Fernsehempfänger umfasst
weiterhin ein ODER-Gatter 9,
von dem ein erster Eingang das FBL-Signal empfängt und von dem ein zweiter
Eingang ein Steuersignal VIDOFF (video off) von der Steuerschaltung 7 empfängt. In der
dargestellten Ausführungsform
empfängt
die Steuerschaltung weiterhin ein Wiedergabesteuersignal DCS von
dem Videotextdecoder 4. Dieses Signal informiert die Steuerschaltung
darüber,
ob die aktuell wiedergegebene Hilfstafel ggf. ein Feld oder ein Fenster
ent hält,
wie in den 1A und 1B dargestellt. Wenn die Hilfstafel
eine Videotexttafel ist, stellt das DCS-Signal das "Letzte Meldung"-Steuerbit dar, das
in dem Tafel-Kopf der Videotexttafel untergebracht ist. Das Signal
DCS kann auch durch Abtastung des schnellen Austastsignals FBL erzeugt
werden. Wenn FBL Signalübergänge innerhalb
der aktiven Videosignalperiode enthält, wird vorausgesetzt, dass
es ein Feld oder ein Fenster gibt.
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Der Ausgang des ODER-Gatters 9 ist
ein Selektionssignal S, das den Zustand des Schalters 5 steuert.
Aus 2 dürfte es
einleuchten, dass wenn VIDOFF = "0" ist, der Schalter
durch das schnelle Austastsignal FBL auf herkömmliche Weise gesteuert wird.
Wenn VIDOFF = "1" ist, wird das Videobild unterdrückt, ungeachtet
des Austastsignals FBL. Es sei bemerkt, dass das ODER-Gatter 9 zur
Erläuterung
der vorliegenden Erfindung in funktionellen Termen dargestellt ist.
In praktischen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung ist das ODER-Gatter vorzugsweise in dem
Videotext-Decoder 4 integriert und die Signale DCS und
VIDOFF werden über einen
bereits bestehenden Inter-IC-Bus transportiert.
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Die Wirkungsweise des Empfängers wird weiterhin
in Termen von Vorgängen
beschrieben, die durch die Steuerschaltung 7 in der TXT/OSD-Betriebsart
durchgeführt
werden. 3 zeigt ein
Flussdiagramm der genannten Vorgänge.
In einem Schritt 30 wird dem Signal VIDOFF ein Ausgangswert
zugeordnet. Dieser Ausgangswert kann ein fester Wert sein, beispielsweise "0", wobei in diesem Fall die normale Wiedergabemode
des Empfängers
die herkömmliche
Wiedergabemode ist. Bei der Ausführungsform
nach 3 wird der Ausgangswert
des Signals VIDOFF aus einer Stelle eines nicht-flüchtigen Speichers
M (71 in 2)
der Steuerschaltung ausgelesen. Die Speicherstelle ist vom Benutzer
programmierbar und ermöglicht
es, dass der Benutzer die vorgegebene Wiedergabemode des Fernsehempfängers bestimmt.
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In einem Schritt 31 wird
bestimmt, ob der Benutzer eine Umschalttaste T der Fernbedienung
betätigt
(81 in 2).
Wenn die Umschalttaste betätigt wird,
liest die Steuerschaltung das Wiedergabesteuersignal DCS in einem
Schritt 32 um zu bestimmen, ob das aktuell wiedergegebene Bild eine
Vollschirm-TXT/OSD-Tafel oder ein Bild mit einem Feld oder Fenster
ist. In dem letzten Fall wird der VIDOFF-Signalwert umgekehrt. Wenn
VIDOFF = "0" ist, dann nimmt
das Signal den neuen Wert "1" an (Schritte 33, 34). Über das
ODER-Gatter überfährt dieser
Wert das FBL-Signal und das Videobild wird kontinuierlich unterdrückt (ausgetastet).
Der Benutzer kann nun einfacher die TXT-letzte Meldung oder das
OSD-Menü lesen,
ohne dass dies gestört
wird oder dass er durch das Videobild abgelenkt wird. Wenn VIDOFF
= "1" ist, dann nimmt
das Signal den neuen Wert "0" an (Schritte 33, 35).
Nun steuert das FBL-Signal den Zustand des Videoschalters und das herkömmliche
kombinierte TXTNideo- oder OSDNideobild, wie in den 1A und 1B dargestellt,
wird wiedergegeben. Die Umschalttaste T sorgt auf diese Weise dafür, dass
der Empfänger
zwischen der herkömmlichen
Wiedergabemode, in der Video wiedergegeben wird, und der Wiedergabemode,
in der Video unterdrückt
wird, hin und her geschaltet wird.
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In der oben beschriebenen Ausführungsform schaltet
die Steuerschaltung zwischen den Wiedergabemoden nur dann hin und
her, wenn das Wiedergabesteuersignal DCS Video vorschreibt, das
in dem Hilfsbildgebiet wiedergegeben werden soll. Der Schritt 32 ist
fakultativ. Er verbietet, dass die Wiedergabemode geändert wird,
wenn das aktuell wiedergegebene Bild eine Ganzseiten-TXT/OSD-Tafel
ist, die den Benutzer verwirren würde, weil die Wiedergabemode
erst dann sichtbar wird, wenn eine Tafel mit Videogebiet wiedergegeben
wird.
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Die vorliegende Erfindung kann wie
folgt zusammengefasst werden. Die Videotext-Norm ermöglicht es,
dass Sendeanstalten Videotext-Information zur Wiedergabe in einem
Gebiet des Videobildes wiedergeben. Einige Leute finden, dass es
schwierig ist, den Textteil dieser "letzte Meldung"-Seiten zu lesen. Dieses Problem wird
verringert mit der Einführung
des "Pegel 2,5"-Videotextes, das
Sendeanstalten die Möglichkeit
bietet, Video in einem Fenster einer Videotexttafel wiederzugeben.
Die vorliegende Erfindung verringert das Problem dadurch, dass dem Benutzer
die Möglichkeit
geboten wird, das Videosignal zu unterdrücken.