DE69015486T2 - Flüssigmetallgekühlte Kernreaktoren mit passivem Kühlungssystem. - Google Patents

Flüssigmetallgekühlte Kernreaktoren mit passivem Kühlungssystem.

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Description

  • Die Erfindung bezieht sich auf eine Verbesserung bei der passiven Kühlung von Flüssigmetall-gekühlten Kernreaktoren mit einem Pool aus Flüssigmetall-Kühlmittel, wobei der Wärme erzeugende spaltbares Brennmaterial enthaltende Kern im wesentlichen in den Flüssigmetallpool eingetraucht ist, wie das System, das in EPA-0118016 offenbart ist, das der US-A- 4 508 677, erteilt am 2. April 1985, entspricht.
  • Im Betrieb von Kernreaktoren, die durch flüssiges Natrium- oder Natrium-Kaliummetall gekühlt sind, zur Leistungserzeugung kann es notwendig sein, die Spaltreaktion des Brennstoffes abzuschalten, um Notfallsituationen zu bearbeiten oder Wartungsarbeiten auszuführen. Eine Reaktorabschaltung wird dadurch herbeigeführt, daß Neutronen-absorbierende Steuerstäbe in den Kern des spaltbaren Brennstoffes eingesetzt werden, um dem Brennstoff die erforderlichen, die Spaltung erzeugenden Neutronen zu entziehen. Jedoch setzt sich der Zerfall des Brennstoffes in dem abgeschalteten Reaktor fort, um Wärme in signifikanten Mengen zu erzeugen, die von der Reaktoreinheit abgeführt werden muß.
  • Die Wärmekapazität des Flüssigmetall-Kühlmittels und die benachbarte Struktur unterstützen die Abfuhr der Restwärme. Es kann jedoch sein, daß die strukturellen Materialien des Kernreaktors nicht in der Lage sind, verlängerten hohen Temperaturen sicher zu widerstehen. Beispielsweise kann sich der Beton der Wände des typischen Gehäusebunkers ausdehnen und reißen, wenn er hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Dementsprechend werden häufig Hilfskühlsysteme verwendet, um während des Abschaltens Wärme von der Kernreaktorstruktur sicher abzuführen.
  • Übliche Kernreaktoren haben eine Vielfalt von komplizierten durch Energie angetriebene Kühlsysteme verwendet, um Wärme von dem Reaktor abzuführen. In vielen Situationen, die eine Abschaltung erfordern, macht die Energieversorgung für die Kühlsysteme die Kühlsysteme selbst zum Gegenstand des Versagens. Beispielsweise können Pumpen und Ventilationssysteme zum Kühlen des Kerns ausfallen. Weiterhin gibt es, wenn eine Intervention des Operators erforderlich ist, vorhersehbare Szenarios, in denen der Operator nicht in der Lage sein würde, für die entsprechende Aktion zu sorgen. Das sicherste und wünschenswerteste Kühlsystem würde ein vollständig passives System sein, das kontinuierlich die Restwärme abführen könnte, die nach dem Abschalten erzeugt wird.
  • Flüssigmetall-gekühlte Reaktoren, wie beispielsweise der modulare Typ, der in EP-A-0118016 offenbart ist und Natrium oder Natrium-Kalium als Kühlmittel verwendet, sorgt für zahlreiche Vorteile. Wassergekühlte Reaktoren arbeiten an oder nahe dem Siedepunkt von Wasser. Jeder signifikante Anstieg in der Temperatur hat die Erzeugung von Dampf und erhöhtem Druck zur Folge. Im Gegensatz dazu hat Natrium oder Natrium-Kalium einen extrem hohen Siedepunkt, etwa 980ºC (1800ºF) bei einem Druck von einer Atmosphäre. Die normale Betriebstemperatur des Reaktors beträgt etwa 490ºC (900ºF). Aufgrund des hohen Siedepunktes des flüssigen Metalls sind die Druckprobleme, die mit wassergekühlten Reaktoren und dem darin erzeugten Dampf verbunden sind, eliminiert. Die Wärmekapazität des Flüssigmetall-Kühlmittels gestattet, daß das Kühlmittel mehrere 100 über die normalen Betriebstemperaturen ohne Gefahr des strukturellen Versagens in dem Reaktor erhitzt werden kann.
  • Die Reaktorbehälter für poolartige, Flüssigmetallgekühlte Reaktoren sind oben im wesentlichen offene zylindrische Tanks ohne irgendwelche Durchlöcherungen, die die Integrität der Behälterwände unterbrechen. Die Abdichtung von Seiten- und Bodenwänden ist wesentlich, um die Leckage von flüssigem Metall aus dem primären Behälter zu verhindern. Die Behälteroberflächen müssen auch zugänglich sein für die rigorosen Inspektionen, die durch Sicherheitsüberlegungen gefordert werden.
  • In dem typischen Natrium-gekühlten Reaktor werden zwei Pegel der Natriumkreisschleifen verwendet. Gewöhnlich werden eine einzelne Primärkreisschleife und zwei oder mehr sekundäre Kreisschleifen benutzt. Die primäre Kreisschleife enthält sehr radioaktives Natrium, das durch die spaltbaren Brennstoff enthaltenden Stäbe erhitzt wird. Die primäre Kreisschleife verläuft durch Wärmetauscher, um die Wärme von dem Brennstoff mit einer der nicht-radioaktiven, sekundären Natriumkreisschleifen auszutauschen. Im allgemeinen sind Natrium-gekühlte Reaktoren so aufgebaut, daß sie redundante sekundäre Kreisschleifen enthalten für den Fall des Versagens von einer Kreisschleife.
  • Bei Abschalten des Reaktors durch vollständiges Einfahren der Steuerstäbe in den Kern des Brennstoffes wird Restwärme weiterhin erzeugt und gemäß der Wärmekapazität der Anlage abgeführt. Wenn angenommen wird, daß der Reaktor für einen langen Zeitraum bei voller Leistung gearbeitet hat, dann wird während der ersten Stunde nach der Abschaltung weiterhin durchschnittlich etwa 2% der vollen Leistung erzeugt. Die erzeugte Restwärme sinkt weiterhin mit der Zeit ab.
  • Diese Erfindung enthält eine Verbesserung in dem passiven Kühlsystem zum Abführen von Abschalt-Abklingwärme von einem Flüssigmetall-gekühlten Kernreaktor, wie er in der US-A-4 678 626, erteilt am 2. Dezember 1985, offenbart und beansprucht ist.
  • Die offenbarten Inhalte der obengenannten US-A- 4508677 und US-A-4678626, die hiermit in Beziehung stehende Hintergrundtechnik enthalten, werden durch diese Bezugnahme in die vorliegende Offenbarung aufgenommen.
  • Wie bereits ausgeführt wurde, ist es notwendig, für Mittel zum Kühlen eines Kernreaktor-Brennstoffkerns für den unwahrscheinlichen Fall von einem signifikanten sequentiellen Bruch von sowohl den Reaktor- als auch den Containment- Behältern zu sorgen, was die Unterbrechung des normalen Betriebs der primären Kreisschleife des Flüssigmetall-Kühlmittels durch den Brennstoffkern aufgrund seines Verlustes wegen Leckage zur Folge hat. Eine im wesentlichen kontinuierliche Kühlung des Brennstoffkerns ist notwendig, um die Möglichkeit einer Kernüberhitzung und einer nachfolgenden strukturellen Beschädigung zu verhindern. Diese Erfindung enthält ein System von primären und sekundären Wärmetauscher- und mit natürlicher Konvektion arbeitenden Strömungspfaden des Flüssigmetall-Kühlmittels durch die Reaktorkomponenten, die gemeinsam für eine effiziente Brennstoffkern-Wärmeabfuhr sorgen, die die Möglichkeit der Kernüberhitzung und des Strukturausfalles verkleinern.
  • Ein bekanntes System zur Abfuhr von Wärme, das in Flüssigmetall-gekühlten Kernreaktoren des Typs verwendet wird, der in US-A-4508677 offenbart ist, ist vollständig passiv und arbeitet kontinuierlich durch die Erscheinung von natürlicher Konvektion in Strömungsmitteln, Leitung, Konvektion und thermicher Strahlung. In diesem System wird Wärme von dem Wärme erzeugenden Brennstoffkern des Reaktors nach außen zu dem Reaktorbehälter durch natürliche Konvektionsströmung des Flüssigmetall-Kühlmittels durch die primäre Kühlkreisschleife transportiert. Die transportierte Wärme wird ihrerseits nach außen durch die Wand des Reaktorbehälters und weiter durch den mit Inertgas gefüllten Raum zwischen den Reaktor- und Containment-Behältern im wesentlichen durch den Mechanismus von thermischer Strahlung geleitet. Wärme, die von der Containmentbehälterwand weg nach außen transportiert wird, wird weiter in die umgebende Atmosphäre abgegeben, teilweise durch natürliche Konvektion an die auf natürliche Weise mitbewegte umgebende Luft und teilweise durch thermische Strahlung.
  • Das Reaktorbrennstoffkern-Kühlvermögen des obigen Systems, wie beispielsweise in der US-A-4678626, würde in signifikanter Weise verkleinert werden, wenn sowohl der Reaktor- als auch der Containmentbehälter brechen, wodurch der Pegel des Flüssigmetall-Kühlmittels, das in dem Reaktorbehälter enthalten ist, von seiner normalen Betriebshöhe aufgrund von Leckageverlust auf einen niedrigen Punkt abfällt, der die natürliche Konvektionsströmung hemmt. Ein derartiges Auftreten ruft die Gefahr für eine Brennstoffkernerhitzung hervor, dem ein langsames Flüssigmetall-Kühlmittelsieden folgt, wie beispielsweise etwa fünf Tage für Natrium in typischen Flüssigmetall-gekühlten Reaktoren, was letztlich einen ernsthaften Unfall zur Folge haben könnte.
  • Es sind alternative Mittel vorgeschlagen worden für eine Abklingwärmeabfuhr des Brennstoffes von der primären Kühlmittelkreisschleife nach einem Behälterbruch, der von einem signifikanten Verlust an Flüssigmetall-Kühlmittel begleitet wird. Diese Mittel garantieren, die Masse des Flüssigmetall-Kühlmittels auf Temperaturen unterhalb sicherer Grenzwerte zu halten. Trotzdem gibt es eine Wahrscheinlichkeit, daß hohe Spitzenwerte der Brennstoffkerntemperatur auftreten, weil die Flüssigmetall-Kühlmittelströmung durch den Kern bei einem derartigen Verlust beendet würde. Somit würde die Abfuhr von Abklingwärme aus dem Brennstoffkern primär durch Wärmeleitung durch eine große Masse von einschließendem rostfreien Stahl erfolgen, beispielsweise etwa 200mm (8 Zoll) insgesamt, was eine Temperaturdifferenz zwischen den gegenüberliegenden Oberflächen von etwa 370ºC (700ºF) erfordern würde, um die Wärme von einem Bereich innerhalb des Kerns zu einem äußeren Bereich zu transportieren. Brennstoffkerntemperaturen einer derartigen Höhe könnte gewisse Fehler der Brennstoffeinheitsbehälter zur Folge haben, aber ein größerer Fehler ist unwahrscheinlich.
  • Die Aufgaben der vorliegenden Erfindung in ihren verschiedenen Aspekten können wie folgt zusammengefaßt werden, nämlich:
  • ein verbessertes passives Kühlsystem für Flüssigmetall-gekühlte Kernreaktoren für die Abfuhr von Abkling- und sensibler Wärme zu schaffen;
  • die Effizienz der Wärmeübertragung in der passiven Kühlung von Flüssigmetall-gekühlten Kernreaktoren zu verbessern, die einen Kern aus spaltbarem Brennstoff enthalten, der in einen Pool von Flüssigmetall-Kühlmittel im wesentlichen eingetaucht ist;
  • ein verbessertes passives Kühlsystem für Flüssigmetall-gekühlte Kernreaktoren zu schaffen, die Mittel für eine effektive Übertragung thermischer Energie von dem Brennstoffkernbereich nach außen zu einem Kühlfluid-Wärmeübertragungsmedium außerhalb des Brennstoffkerns durch natürliche Konvektion enthalten;
  • ein Wärmeabfuhrsystem für Flüssigmetall-gekühlte Kernreaktoren zu schaffen, das vollständig passiv ist und kontinuierlich durch die inhärente Erscheinung von natürlicher Konvektion in Strömungsmitteln, Leitung, Konvektion und thermischer Strahlung arbeitet;
  • eine Verbesserung in passiven Systemen zu schaffen zur Abfuhr von Abkling- und sensibler Wärme, die während der Abschaltung in einem Flüssigmetall-gekühlten Kernreaktor erzeugt wird, der zahlreiche Kühlkreisläufe mit einem Fluidmedium verwendet.
  • Die Aufgaben werden durch ein passives Kühlsystem gemäß Anspruch 1 gelöst.
  • In der beigefügten Zeichnung ist die einzige Figur 1 eine schematische Darstellung von einer Flüssigmetall-gekühlten Kernreaktoranlage in einem axialen Querschnitt.
  • Gemäß der Zeichnung enthält ein Ausführungsbeispiel von einer poolartigen, Flüssigmetall-gekühlten Kernreaktoranlage 10 einen Reaktorbehälter 12, der typischerweise aus einem zylindrischen Behälter besteht, der mit seiner Längsachse vertikal aufrecht angeordnet ist und ein offenes oberes Ende aufweist, das mit einer entfernbaren Abdeckung 14 versehen ist. Der Reaktorbehälter 12 ist von einem Containment-Behälter 16 konzentrisch umgeben, wobei dazwischen ein Abstand ausgebildet ist. Der Zwischenraum 18 zwischen den Behältern 12 und 16 ist abgedichtet und mit einem Inertgas, wie beispielsweise Argon, gefüllt, um ein sicheres, nicht-reaktives Medium mit irgendeinem Flüssigmetall-Kühlmittel, wie beispielsweise Natrium, zu schaffen, falls es aus dem Reaktorbehälter in den Raum 18 austreten sollte.
  • Die konzentrisch angeordneten Reaktor- und Containment-Behälter 12 und 16 sind ihrerseits von einem mit Abstand angeordneten Gehäusebehälter 20 umschlossen, wie beispielsweise einem Betonsilo, das in der Erde im wesentlichen eingegraben ist. Der Raum zwischen dem Gehäusebehälter 20 und dem Containment-Behälter 16 kann Wärmeübertragungsröhren 22 oder ähnliches enthalten, um Wärme von diesem Bereich abzuführen, wenn dies nötig ist.
  • Der Reaktorbehälter 12 enthält Brennstoff- und Abschirmungsanordnungen 24, wobei ein Kern aus Wärme erzeugendem spaltbarem Brennstoff 26 darin eingeschlossen ist. Der Reaktorbehälter 12 ist im wesentlichen gefüllt mit einem Flüssigmetall-Kühlmittel 28, wie beispielsweise Natrium, wobei der Wärme erzeugende Brennstoffkern 26 und die Anordnungen 24 darin eingetaucht sind für eine effektive Wärmeübertragung von diesen weg und zu einer geeigneten Wärme verbrauchenden Einrichtung, wie beispielsweise die Erzeugung elektrischer Leistung. Der Brennstoff 26 und die Abschirmungsanordnungen 24 sind mit einer Vielzahl vertikaler Kühlmittelkanäle versehen, die sich durch deren axiale Länge erstrecken für eine Strömung des Kühlmittels nach oben, um Wärme abzuführen, die von dem Brennstoffkern erzeugt ist.
  • Steuerstäbe 30 sind oberhalb des Brennstoffkerns 26 und der Abschirmungsanordnungen 24 aufgehängt und sind einzeln hin und her bewegbar nach unten in den Brennstoffkern 26 und zurück nach oben aus diesem heraus, um die Spaltaktivität und die Rate des Brennstoff des Kerns 26 und dadurch wiederum die Erzeugung thermischer Energie zu steuern.
  • Eine elektromagnetische Pumpe 32 oder eine mechanische Pumpe wälzt das Flüssigmetall-Kühlmittel 28 durch eine primäre Kreisschleife um, die eine Bahn nach oben durch die Abschirmungsanordnungen 24 mit dem Brennstoffkern 26 aufweist, um die Wärme abzuführen, die durch die Spaltreaktion oder das Abklingen erzeugt ist. Eine Zwischenwärmetauschereinheit 34 ist in einem Umfangsbereich des Reaktorbehälters 12 angeordnet, um Wärme von dem zirkulierenden Kühlmittel 28 abzuführen.
  • Der Brennstoffkern 26 und die Abschirmungsanordnungen 24 sind mit Abstand und in einer festen Position von einem Halterungszylinder 36 der Brennstoffanordnung umgeben. Der Halterungszylinder 36 hat zwei nach innen vorstehende Flansche, einen unteren Flansch 38 und einen oberen Flansch 40 zur Halterung der Brennstoffanordnung 24. Strahlungabschirmungseinheiten 42 sind zwischen dem Halterungszylinder 36 und der Brennstoffanordnung 24 zwischen den Flanschen 38 und 40 angeordnet, und zusätzliche Strahlungabschirmungseinheiten 44 sind außen von wenigstens einem Teil des Halterungszylinders neben der Brennstoffanordnung 24 und diese umgebend angeordnet.
  • In einem Flüssigmetall-gekühlten Kernreaktor des oben beschriebenen Typs weist eine typische primäre Kreisschleife für das Kühlmittel 28 eine Bahn nach oben durch die Brennstoffanordnung 24 und den Kern 26 auf, wodurch Wärme absorbiert und in den Bereich oberhalb der Anordnung 24 oder den "heißen Pool" getragen wird. Die Aufwärtsströmung des viel Wärme führenden Kühlmittels setzt sich fort und tritt in die Zwischenwärmetauschereinheit(en) 34 in ihrem oberen Abschnitt ein und strömt nach unten hindurch, wobei Wärme abgegeben wird, und tritt in einem Umfangsbereich oder "kalten Pool" um die Außenseite der Strömungsführung 46 oder Rand aus, der um den Verbund des Halterungszylinders 36 der Brennstoffanordnung und die Strahlungabschirmungseinheiten 42 und 44 herumführt. Von dem auf dem Umfang angeordneten kalten Pool kehrt das eine verminderte Wärme aufweisende Kühlmittel 28 seine Richtung an dem Unterteil der Strömungsführung 46 um und bewegt sich nach oben durch die Strahlungabschirmungseinheiten 42 und in die elektromagnetische Pumpe 32. Das Kühlmittel 28 wird durch die Pumpe 32 bewegt und dann über nicht gezeigte Leitungen nach unten in eine Einlaßkammer 48 unterhalb der Brennstoffanordnung 24. Das Kühlmittel 28 zirkuliert dann kontinuierlich durch die gleiche Bahn, also wieder nach oben durch die Brennstoffanordnung 24 und den Kern 26, wobei es Wärme absorbiert, und setzt den Kühlkreislauf fort.
  • Wenn also der Pegel des Flüssigmetall-Kühlmittels 28 abfallen sollte aufgrund einer Leckage wegen eines Bruches des Reaktorbehälters 12 und des Containment-Behälters 16 könnte die Kühlmittelströmung durch die vorgenannte Bahn, die die Wärme erzeugende Brennstoffanordnung 24 und den Kern 26 enthält, unterbrochen werden und ihre Wärme abführende Funktion wird beendet. Dies würde auftreten, wenn der Pegel des Flüssigmetall-Kühlmittels unter das obere Ende des Halterungszylinders 36 der Brennstoffanordnung abfällt, und die Kühlmittelströmung durch die bezeichnete Bahn der primären Kreisschleife wird verhindert, wie es durch den verminderten Kühlmittelpegel gezeigt ist, der in der Zeichnung dargestellt ist.
  • Unter diesen Umständen ist das einzige Mittel zur Wärmeabfuhr von dem Brennstoffkern 26 und dem darüber befindlichen Bereich des "heißen Pools" durch Leitung durch den Halterungszylinder 36 der Brennstoffanordnung und die benachbarten Komponenten, die die Strahlung abschirmenden Einheiten 42 und 44 an dem Umfang der Brennstoffanordnung 24 und dem Kern 26 aufweisen. Natürliche Konvektionsströmungsmuster treten in dem Brennstoffkern 26 und dem darüber befindlichen Heißpoolbereich mit einer zyklischen Aufwärtsströmung in dem Mittelabschnitt der Brennstoffanordnung 24 und einer Abwärtsströmung in dem Umfang außen von dem Brennstoffkern auf. Diese natürliche Konvektionsströmung des Kühlmittels kühlt den aktiven Brennstoff des Kerns 26 und hat die Tendenz, die Temperaturen innerhalb des Brennstoffkerns 26 und der Abschirmungsanordnungen 24 auszugleichen. Es wird jedoch geschätzt, daß die Leitung von Wärme durch den Halterungszylinder 36 der Brennstoffanordnung und das Strahlungabschirmungsmaterial nach außen in den Umfangsbereich des "kalten Pools" eine Temperaturdifferenz zwischen diesen Abschnitten von bis zu etwa 370ºC (700ºF) erfordert. Eine derartig hohe Temperaturdifferenz kann zu hohen durchschnittlichen Flüssigmetall-Kühlmittel-Temperaturzuständen und dem Sieden von üblicherweise verwendeten Natrium-Kühlmittel führen, wenn das System nicht auf einer relativ niedrigen Temperatur von weniger als etwa 430ºC (800ºF) durch gewisse Mittel der Abklingwärmeabfuhr gehalten werden kann. Die Wirkungen dieser hohen Temperatur, wie sie wahrscheinlich in dem System auftreten würde, können zwar nur vermutet werden, aber gewisse Brennstoffbehälterfehler sind wahrscheinlich.
  • Als ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist eine primäre Wärmetauschereinrichtung, die einen dickwandigen, etwa 12,5 - 19 mm (0,5 bis 0,75 Zoll), Zylinder 50 aus rostfreiem Stahl aufweist, angebracht, um die Brennstoffanordnung 24 einschließlich des Kerns 26 zu umgeben und innerhalb des Halterungszylinders 36 der Brennstoffanordnung und der Strahlungabschirmungseinheiten 42 und 44 auf beiden Seiten des Halterungszylinders angeordnet zu sein. Der Wärmetauscherzylinder 50 erstreckt sich typisch zwischen den innen verlaufenden unteren und oberen Flanschen 38 und 40 des Halterungszylinders 36 der Brennstoffanordnung und ist vorzugsweise an dem inneren Umfang von jedem dieser Flansche befestigt durch Schweißen oder andere geeignete Befestigungsmittel, wie es in der Zeichnung dargestellt ist.
  • Zusätzlich enthält die Erfindung die Maßnahme von Fluidströmungsschlitzen, die durch den Halterungszylinder 36 der Brennstoffanordnung zwischen ihren nach innen vorstehenden unteren und oberen Flanschen 38 und 40 hindurchführen. Wenigstens ein derartiger Strömungsschlitz 52 ist in einem unteren Abschnitt des Halterungszylinders 36 der Brennstoffanordnung, vorzugsweise neben dem unteren Flansch 38, angeordnet, und wenigstens ein derartiger Strömungsschlitz 54 ist in einem oberen Abschnitt des Halterungszylinders 36 der Brennstoffanordnung, vorzugsweise neben dem oberen Flansch 40, angeordnet. Vorzugsweise sind eine Vielzahl derartiger Fluidströmungsschlitze 52 und 54 vorgesehen, um eine Strömung mit einem relativ hohen Volumen durch die Schlitze hindurch zu ermöglichen.
  • Die unteren Fluidströmungsschlitze 52 und die oberen Fluidströmungsschlitze 54 sorgen für einen Zugang in den Raum 56 zwischen dem Halterungszylinder 36 der Brennstoffanordnung und dem eingefügten primären Wärmetauscherzylinder 50 und aus diesem Raum heraus. Obwohl der Raum 56 Strahlungabschirmungseinheiten 42 enthält, ist reichlich Fläche ausgebildet, um eine Fluidströmung von den unteren Schlitzen 52 nach oben zu den oberen Schlitzen 54 aufzunehmen, die primär über die äußere Oberfläche des primären Wärmetauscherzylinders 50 strömt. Eine Hilfswärmetauscher-Kühleinheit(en) 58 ist innerhalb der Umfangsfläche des Reaktorbehälters 12 außen von dem Halterungszylinder 36 der Brennstoffanordnung angeordnet. Die Hilfskühleinheit(en) 58 ist vorzugsweise an dem unteren Ende von der Zwischenwärmetauschereinheit(en) 34 angeordnet.
  • Die vorstehend beschriebene besondere Konstruktion gemäß der Erfindung, die den primären Wärmetauscherzylinder 50 und untere und obere Fluidströmungsschlitze 52 und 54 aufweist, sorgt für eine eigene Wärmeaustausch-Strömungsbahn mit natürlicher Konvektion für das Flüssigmetall-Kühlmittel, das kontinuierlich überschüssige Wärme aus dem Bereich der Brennstoffanordnung und der Abschirmung 24 und dem darin enthaltenen Brennstoffkern 26 abführt.
  • Wie vorstehend ausgeführt wurde, wird nach einer signifikanten Absenkung des Pegels dieses Flüssigmetall- Kühlmittels 28 innerhalb des Reaktorbehälters 12 aufgrund von Leckage die normale Primärkreisschleife für das Kühlmittel, die durch das gesamte System zirkuliert, um Wärme von dem Brennstoffkern 26 aus dem Reaktor herauszutransportieren, unterbrochen. Somit ist die verbleibende Kühlmittelzirkulation, die der natürlichen Konvenktionsströmung zuzurechnen ist, im wesentlichen begrenzt auf einen restrukturierten Kreis, in dem das Kühlmittel nach oben durch den Brennstoffkern 26 und viel Wärme erzeugenden Mittelbereich der Brennstoffanordnung und der Abschirmung 24 strömt, wobei es durch die Wärme angetrieben wird, die aus dem Brennstoffkern absorbiert wird. Dieses erwärmte Kühlmittel steigt von dem Kern zu dem sogenannten "heißen Pool"-Bereich oberhalb der Brennstoffanordnung auf, kehrt dann seine Richtung um und strömt nach unten in dem auf den Umfang angeordneten, wenig Wärme erzeugenden Bereich der Brennstoffanordnung 24, der den Wärme erzeugenden Brennstoffkern 26 umgibt, zu der darunterliegenden Einlaßkammer 48, woraufhin es wieder seine Strömungsrichtung umkehrt und wieder nach oben durch den in der Mitte angeordneten Brennstoffkern 26 strömt, wobei der Zyklus kontinuierlich wiederholt wird, während es mit Wärme angetrieben wird, die in dem Brennstoffkern erzeugt wird. Jedoch ist die Übertragung von Wärme von diesem eingeschlossenen Kreis weg höchst ineffektiv bei einer früheren Konstruktion aufgrund der vorhandenen großen Menge an Stahlabschirmung.
  • Mit der Konstruktion gemäß dieser Erfindung ist das Flüssigmetall-Kühlmittel 28, das innerhalb des Bereiches des Reaktorbehälters 12 außen von dem Halterungszylinder 36 der Brennstoffanordnung verbleibt, in der Lage, durch natürliche Konvektion durch die unteren Fluidströmungsschlitze 52 in den Raum 56 zu strömen, über die Außenfläche des primären Wärmetauscherzylinders 50 zu strömen und dann durch die oberen Fluidströmungsschlitze 54 nach außen. Wärme, die von dem begrenzten Kreis geführt wird, der durch den Brennstoffkern 26 und um die Brennstoffanordnung 24 und in Kontakt mit dem primären Wärmetauscherzylinder 50 führt, tritt durch die Wand des Zylinders 50 hindurch, wo sie durch das Kühlmittel absorbiert wird, das durch den Raum 56 zirkuliert. Das Kühlmittel, das durch natürliche Konvektion von Wärme angetrieben wird, das durch den Zylinder 50 von dem Brennstoffkern 26 geliefert wird, bewegt sich nach oben durch den Raum 56 und aus dem Schlitz 54 heraus, woraufhin es mit einer Hilfswärmetauschereinheit(en) 58 in Kontakt kommt, wo es absorbierte Wärme abgibt. Nachdem es somit gekühlt ist, kehrt das Kühlmittel seine Bahn um und bewegt sich nach unten innerhalb des Umfangsbereiches des Reaktorbehälters 12 außen von der Strömungsführung 46, woraufhin es wieder seine Bahn umkehrt und wieder nach oben zurückkehrt in den unteren Fluidströmungsschlitz 52 und den Raum 56, um den Zyklus kontinuierlich zu wiederholen, während Wärme erzeugt wird. Ein alternatives Mittel zum Zurückweisen von Wärme aus dem kalten Pool erfolgt durch die Verwendung von Wärmeübertragungsröhren 22, die auf natürliche Weise zirkulierende Luft enthalten.
  • Eine Auswertung der thermischen Leistungsfähigkeit der besonderen Konstruktion gemäß der Erfindung gibt an, daß sie die gewünschte Wärmeabfuhr von etwa 2,5 Megawatt von dem begrenzten Kreis der Brennstoffanordnung mit nur etwa 38ºC (100ºF) Wandtemperaturdifferenz zwischen dem Bereich der Brennstoffanordnung und dem äußeren Umfangsbereich zur Folge haben würde. Dies ist zu vergleichen mit der Temperaturdifferenz von etwa 370ºC (700ºF), die in der bekannten Konstruktion mit vermindertem, Natrium enthaltenden Flüssigmetall-Kühlmittel erforderlich ist.
  • Der Hauptvorteil der Erfindung ist, daß die Brennstoffkerntemperaturen nach einem extrem unwahrscheinlichen doppelten Behälterbruch- und Kühlmittelaustrittunfall unter der Brennstoffbehälter-Fehlergrenze gehalten werden können. Somit sind die Konsequenzen eines derartigen Ereignisse und irgendwelche daraus resultierenden Gefahren stark vermindert, weil die Brennstoffbehälter radioaktive Isotope und flüchtige, durch Spaltung erzeugte Gase einschließen.

Claims (8)

1. Passives Kühlsystem für einen Flüssigmetall- gekühlten Kernreaktor, enthaltend einen Reaktorbehälter (12), der einen wärmeerzeugenden Brennstoffkern (26) und eine Brennstoffkernanordnung (24) umschließt, die spaltbaren Brennstoff enthält, der von einem im Abstand umschließenden Brennstoffkernanordnung-Halterungszylinder (36) umgeben ist, einen primären Wärmetauscherzylinder (50), der konzentrisch zwischen dem Brennstoffkernanordnung-Halterungszylinder (36) und der Brennstoffkernanordnung (24) im Abstand zu sowohl dem Halterungszylinder (36) als auch der Brennstoffkernanordnung (24) angeordnet ist, wobei der Reaktorbehälter (12) mit Flüssigmetall-Kühlmittel im wesentlichen gefüllt ist, wodurch die Brennstoffkernanordnung darin untergetaucht ist, wobei die Brennstoffkernanordnung (24) viele vertikale Kühlmittelkanäle aufweist, die sich über deren axiale Länge erstrecken und einen primären wärmetauschenden Konvektionskreis bilden für das Flüssigmetall-Kühlmittel, das nach oben durch den wärmeerzeugenden Brennstoffkern (26) zu einem Flüssigmetall-Kühlmittel-Poolbereich oder einer oberen Kammer oberhalb der Brennstoffkernanordnung (24) strömt und nach unten durch einen Raum zwischen der Brennstoffkernanordnung (24) und dem primären Wärmetauscherzylinder (50) zurückkehrt und wieder nach oben durch die Brennstoffkernanordnung strömt, wobei der Halterungszylinder (36) mit einem oberen (40) und einem unteren nach innen vorstehenden Flansch (38) versehen ist zum Befestigen der Brennstoffkernanordnung innerhalb des Reaktorbehälters (12) und wenigstens einen Strömungsschlitz (54), der durch den Halterungszylinder (36) an einem oberen Abschnitt des Zylinders (50) hindurchführt, und wenigstens einen Strömungsschlitz (52) aufweist, der durch diesen an einem unteren Abschnitt des Zylinders (50) hindurchführt und einen sekundären wärmetauschenden Konvektionskreis bildet für das Flüssigmetall-Kühlmittel, das in den Halterungszylinder durch den unteren Strömungsschlitz (52) und nach oben durch einen Raum zwischen dem primären Wärmetauscherzylinder (50) und den Kernhalterungszylinder (36) und dann aus dem Raum durch den oberen Strömungsschlitz (54) gelangt und nach unten zu dem unteren Strömungsschlitz (52) zurückkehrt zum Abführen von Wärme aus dem primären Wärmetauscherkreis.
2. Passives Kühlsystem nach Anspruch 1, wobei der primäre Wärmetauscherzylinder (50) an den oberen (40) und unteren (38) nach innen ragenden Flanschen des Brennstoffkernanordnung-Halterungszylinders (36) befestigt ist.
3. Passives Kühlsystem nach Anspruch 1 oder 2, wobei wenigstens eine Einheit aus Strahlungsabschirmungsmaterial (44) um den äußeren Abschnitt des Brennstoffkernanordnung- Halterungszylinders (36) vorgesehen ist.
4. Passives Kühlsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei wenigstens eine Einheit aus Strahlungsabschirmungsmaterial (42) in dem Raum zwischen dem Brennstoffkernanordnung-Halterungszylinder (36) und dem primären Wärmetauscherzylinder (50) vorgesehen ist.
5. Passives Kühlsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der primäre Wärmetauscherzylinder (50) an den oberen und unteren Flanschen (38, 40) des Halterungszylinders (36) befestigt ist und wobei der Halterungszylinder (36) viele Strömungsschlitze (52, 54) aufweist, die in dem oberen und unteren Abschnitt des Zylinders hindurchführen.
6. Passives Kühlsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei eine derartig angeordnete Hilfskühlungs- Wärmetauschereinheit (58) vorgesehen ist, daß sie auf den sekundären wärmetauschenden Konvektionskreis des Flüssigmetall-Kühlmittels durch Abführen von Wärme wirkt.
7. Passives Kühlsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei Wärmetauscherröhren (22) neben dem Äußeren des Reaktorbehälters (12) und einem Einschlußbehälter (16) vorgesehen sind.
8. Passives Kühlsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei sich ein die Strömung führender Kragen (46) um den Halterungszylinder (36) im Abstand zwischen den oberen und unteren Strömungsschlitzen (54, 52) erstreckt, wodurch das Flüssigmetall-Kühlmittel außerhalb des die Strömung führenden Kragens (46) nach unten strömt, wenn es durch den sekundären wärmetauschenden Konvektionskreis zirkuliert.
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