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Bergwerkssignalanlage. Den Förderbetrieb in Bergwerken pflegt man
derart zu regeln, daß die von einer Sohle gewünschten Förderbewegungen von dieser
Sohle an die Hängebank durch akustische Signale gegeben werden und dabei gleichzeitig
im Maschinenraum optisch wahrnehmbar gemacht werden. Von der Hängebank werden dann
die Sohlensignale akustisch als Ausführungssignale weiter an den Maschinenraum gegeben.
Der Maschinist kann also die akustisch an ihn
übermittelten Ausführungssignale
mit den bereits sichtbaren optischen Signalen der Sohle vergleichen und so feststellen,
daß bei der Weitergabe durch die Hängebank keine Irrtümer entstanden sind.
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Man hat gelegentlich vorgeschlagen, auch die Ausführungssignale der
Hängebank im Maschinenraum sichtbar zu machen. Dieser Vorschlag hat jedoch niemals
zu einer praktischen Ausführung geführt, offensichtlich weil man glaubte, die Sicherheit
dadurch nicht erhöhen zu können. Dabei können aber auf dem allgemein üblichen Wege
Fehler nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, denn zum Vergleich eines sichtbaren
Signals mit einem hörbaren Signal gehört ein Denkprozeß, der naturgemäß stets zu
Irrtümern Anlaß geben kann.
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Aufgabe der Erfindung «war es, diesen Denkprozeß zu vermeiden und
beide Signalgruppen dem Maschinisten in einer Form zu übermitteln, welche ihn geradezu
zwingt, die Übereinstimmung oder Nichtübereinstimmung beider Signale festzustellen.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist beide auf Signalgruppen den Vorschlag optisch zurückgegriffen
darzustellen. worden Ge- '
mäß der Erfindung werden dabei beide Signalgruppen
so unmittelbar nebeneinander sichtbar gemacht, daß Unterschiede in ihnen mit einem
Blick in das Auge fallen. Der Maschinist muß sein Ausführungssignal bei dem Erfindungsgegenstand
ablesen. Wenn nun das Vergleichssignal dicht bei dem Ausführungssignal sichtbar
gemacht ist, und zwar möglichst so, daß die einander entsprechenden Zeichen einander
gegenüber- oder untereinanderstehen, dann drängt sich dem Maschinisten ein Unterschied
in den beiden Zeichengruppen so stark auf, daß auch in schon stark ermüdetem Zustande
die Aufmerksamkeit automatisch rege gemacht wird.
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.Meist werden die optischen Signale der Sohlen im Fördeirnaschinenraum
als eine Reihe einzelner Lichtpunkte oder Striche o. dgl. in bestimmter Anordnung
dargestellt. Dabei wird man dann die von der Hängebank an den Maschinenraum zu gebenden
Signale unter oder über der obengenannten Reihe so anordnen, daß die einander entsprechenden
Signalzeichen möglichst unmittelbar übereinanderstehen. Ein Unterschied zwischen
beiden Signalen wird auf diesem Wege so augenfällig gemacht, daß der Maschinist
ihn gar nicht übersehen kann.
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Ein Ausführungsbeispiel für diese Art der Signalgebung ist in der
Zeichnung dargestellt. i ist ein auf einem Fuß 2 befestigtes, gußeisernes Gehäuse,
dessen Vorderseite zwei dicht übereinander angeordnete Ausschnitte 3 und
4 trägt. Innerhalb dieser dunklen Ausschnitte erscheinen die Zeichen der Signale
als weiße Täfelchen 5.
In der einen Reihe, z. B. der oberen, erscheinen die
von den Sohlen an die Hängebank gegebenen Signale und in der anderen, der unteren,
die Ausführungssignale von der Hängebank an den Maschinenraum. Das bei dem Ausführungsbeispiel
dargestellte Signal würde akustisch wiedergegeben werden durch: zwei Anschläge,
Pause, drei Anschläge, Pause, zwei Anschläge. Es wird bei Betrachtung der Zeichnung
ohne weiteres klar, daß eine in der unteren Reihe etwa zuviel oder zuwenig erscheinende
Tafel den Gesamteindruck des infolge der Übereinanderordnung der zueinander gehörigen
Tafeln regelmäßig erscheinenden Bildes so stark stören würden, daß es vor dem Maschinisten
gar nicht übersehen werden könnte. Es liegt auf der Hand, daß die Vergleichbarkeit
der beiden dargestellten Signale um so größer wird, je schmaler der zwischen
den beiden Ausschnitten 3 und 4 stehenbleibende Steg 6 ausgeführt
wird. Man könnte diesen Steg 6 z. B. auch ganz fortlassen, so daß die in
der oberen und unteren Reihe erscheinenden Signaltafeln einander beinahe berühren.
Ein richtiges Signal würde dann lauter hell erscheinende Striche von doppelter Tafellänge
enthalten. Ein falsches Signal würde sofort dadurch auffallen, daß einer oder mehrere
dieser hellen Striche nur die halbe Länge haben.
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Neben dem optischen Signal, das von der Hängebank gegeben wird, kann
auch das akustische Signal bestehen bleiben. Vorteilhafter erscheint es aber, das
akustische Signal fortzulassen und durch einen einfachen Wecker zu ersetzen, welcher
den Maschinisten darauf aufmerksam macht, daß ein Ausführungssignal gegeben ist.
Dadurch wird nämlich der Maschinist gezwungen, auf den optischen Anzeiger zu sehen
und bei dieser Gelegenheit beide Signale miteinander zu vergleichen.