DE4433332A1 - Einrichtung zur adaptiven Regelung einer Strecke - Google Patents
Einrichtung zur adaptiven Regelung einer StreckeInfo
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- G05B13/00—Adaptive control systems, i.e. systems automatically adjusting themselves to have a performance which is optimum according to some preassigned criterion
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur adaptiven Rege
lung einer Strecke nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine derartige Anordnung ist bereits aus dem Aufsatz "Robuste
Adaption in Prozeßreglern" von Hans-Peter Preuß, veröffent
licht in der Zeitschrift "Automatisierungstechnische Praxis"
33 (1991), Seiten 178 bis 187, bekannt. Ein Regelkreis be
steht dort aus einem Vergleicher, der aus einem Vergleich ei
ner an der Strecke gemessenen Regelgröße mit einer Führungs
größe eine Regeldifferenz bildet, und einem Regler, der in
Abhängigkeit von der Regeldifferenz eine Stellgröße für die
Strecke bestimmt. Grundlage der PID-Reglerparametrierung ist
eine Sprungantwort der Regelstrecke, von der in angemessenem
Zeitabstand Abtastwerte gewonnen und abgespeichert werden.
Der gemessene Verlauf wird durch einen speziellen Modell
ansatz, ein PTn-Modell, approximiert, um ein darauf zuge
schnittenes Reglereinstellverfahren, das Betragsoptimum, an
wenden zu können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung
zur adaptiven Regelung einer Strecke zu schaffen, bei der auf
ein Modell der Strecke verzichtet werden kann und die dennoch
ein gutes Regelverhalten gewährleistet.
Zur Lösung dieser Aufgabe weist die neue Einrichtung das im
kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 genannte Merkmal auf. In
den Unteransprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen angege
ben.
Die Erfindung hat den Vorteil, daß es mit dem neuronalen Netz
möglich ist, direkt aus den diskreten Abtastwerten der
Sprungantwort der Strecke als Eingangsgrößen gut geeignete
Parameter, beispielsweise eines PID-Reglers, als Ausgangs
größen zu berechnen. Dabei kann das neuronale Netz auf einer
vergleichsweise einfachen Hardware implementiert werden, da
seine Anwendung lediglich das Anlegen der als Eingangsgrößen
dienenden Abtastwerte der Streckensprungantwort und die ein
malige Durchrechnung des neuronalen Netzes erfordert. Auf
grund seiner Generalisierungseigenschaften liefert das Netz
zu einer weitgehend beliebigen Sprungantwort sofort geeignete
Parameter des Reglers.
Anhand der Figuren, in denen ein Ausführungsbeispiel der Er
findung dargestellt ist, werden im folgenden die Erfindung
sowie Ausgestaltungen und Vorteile näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Einrich
tung zur adaptiven Regelung und
Fig. 2 eine Prinzipdarstellung einer Signalvorverarbeitung
und eines neuronalen Netzes.
Ein adaptiver Regelkreis besteht nach Fig. 1 aus einem Ver
gleicher 1, einem Regler 2, einer Strecke 3, einer Signalvor
verarbeitung 4 und einem neuronalen Netz 5. In dem Verglei
cher 1 wird eine an der Regelstrecke 3 gemessene Regelgröße x
mit einer Führungsgröße w verglichen und so eine Regeldiffe
renz xd gebildet. Der Regler 2, der als PID-Regler ausgeführt
ist und seine Parameter Kp, Tn und Tv von dem neuronalen Netz
erhält, bestimmt aus der Regeldifferenz xd eine Stellgröße y,
die auf die Strecke 3 wirkt. Der Verlauf der Regelgröße x und
der Stellgröße y wird in der Signalvorverarbeitung 4 abgeta
stet und gespeichert. Aufgrund der durch die Signalvorverar
beitung 4 gewonnenen Abtastwerte a wird durch das neuronale
Netz 5 eine für die Strecke 3 geeignete Belegung der Para
meter Kp, Tn und Tv des PID-Reglers 2 berechnet. Vorteilhaft
wird für die Erzeugung der Abtastwerte a in der Signalvorver
arbeitung 4 der Strecke 3 durch den Regler 2 ein Stellgrößen
sprung aufgeschaltet.
Prinzipiell ist aber jeder beliebige Zeitverlauf der Stell
größe y als Anregung der Strecke 3 möglich, der zu einem für
das Streckenverhalten charakteristischen Verlauf der Regel
größe x führt. Wenn eine Berechnung der Reglerparameter durch
das neuronale Netz 5 für verschiedene Verläufe der Stellgröße
y möglich sein soll, müssen neben Abtastwerten des Verlaufs
der Regelgröße x auch Abtastwerte der Stellgröße y durch die
Signalvorverarbeitung 4 dem neuronalen Netz 5 zugeführt wer
den. Da aber nicht für jeden Verlauf der Stellgröße y eine
sinnvolle Berechnung der Reglerparameter möglich ist, bei
spielsweise im stationären Zustand der Regelung, wird in die
sem Fall ein Kriterium benötigt, mit dessen Hilfe in Abhän
gigkeit vom Stellgrößenverlauf die Parameterberechnung frei
gegeben wird.
Die Abtastzeit ist in der Signalvorverarbeitung 4 fest einge
stellt. Wenn sie dagegen variabel gehalten werden soll, wird
sie für die Reglerparameterberechnung benötigt und muß als
weitere Eingangsgröße auf das neuronale Netz 5 gegeben wer
den.
In Fig. 2 ist das Adaptionsprinzip anschaulich dargestellt.
An einem Eingang eines neuronalen Netzes 6 liegt ein Signal
PI/PID an, das zur Auswahl des Reglertyps dient. Weitere Ein
gangssignale sind die in einer Signalvorverarbeitung gewonne
nen diskreten Abtastwerte der Regelgröße x, die aus dem Ver
lauf der Sprungantwort, die in einem Zeitdiagramm dargestellt
ist, gewonnen werden. Mit diesen Eingangsgrößen berechnet das
neuronale Netz 6 dem gewählten Reglertyp entsprechend direkt
die Parameter Kp, Tn und Tv.
Mehrdimensionale, nichtlineare Zusammenhänge können, wie bei
spielsweise aus der WO 94/06095 bekannt ist, durch künstliche
neuronale Netze modelliert werden. Solche mehrdimensionalen,
nichtlinearen Zusammenhänge, deren Kenntnis die Lösung des
Reglerentwurfsproblems darstellt, bestehen auch zwischen den
Abtastwerten der Streckensprungantwort und den optimalen
Reglerparametern eines zugehörigen PID-Reglers. Allerdings
lassen sich diese Zusammenhänge nur in sehr speziellen Fällen
in analytischer Form angeben. Die Einstellregeln des Betrags
optimums sind ein solcher Spezialfall. Es liefert für PTn-
Strecken als Einstellvorschrift für die Parameter Kp, Tn und
Tv eines PID-Reglers rationale Funktionen mit den Kennwerten
Verstärkung K, Zeitkonstante T und Ordnung n der Strecke, die
in dem eingangs genannten Aufsatz angegeben sind. In allge
meiner Schreibweise lauten sie:
Kp = f₁(n, K, T),
Tn = f₂(n, T) und
Tv = f₃ (n, T).
Tn = f₂(n, T) und
Tv = f₃ (n, T).
Da die Kennwerte n, K, T der Strecke die Sprungantwort x(t)
eindeutig beschreiben, gibt es ebenfalls einen Zusammenhang
zwischen m äquidistanten, diskreten Werten xi, i = 1, . . . , m,
der Streckensprungantwort x(t) und den betragsoptimalen Reg
lerparametern:
Kp = g₁(x₁, . . . , xm, Δt),
Th = g₂(x₁, . . . , xm, δt) und
Tv = g₃(x₁, . . . , xm, Δt).
Th = g₂(x₁, . . . , xm, δt) und
Tv = g₃(x₁, . . . , xm, Δt).
Auch für andere Streckentypen existieren entsprechende Bezie
hungen, wobei die Funktionen gi vom jeweils verwendeten Ent
wurfskriterium (Betragsoptimum, quadratische Regelfläche,
. . . ) abhängen.
Als neuronales Netz ist ein MLP (Multi Layer Perceptron)-Netz
mit zehn Eingängen für die Stützwerte der Sprungantwort, ei
nem Eingang für das Zeitinkrement Δt, eventuell einem Eingang
für das Umschaltsignal PI/PID und je einem Ausgang für Kp,
Tn, Tv geeignet. Zur Lerndatengenerierung werden zunächst die
Abtastwerte der Sprungantworten verschiedener analytischer
Streckenmodelle berechnet und die Reglerparameter anhand der
bekannten Einstellregeln (z. B. Betragsoptimum für PTn-
Strecken) vorgegeben. Weitere Lerndaten werden durch Regel
kreissimulation und numerische Optimierung der Regler
parameter gewonnen. Mit den so erhaltenen Lerndaten wird
schließlich das neuronale Netz trainiert. Für diese Daten
liefert also das neuronale Netz optimale Ergebnisse. An
schließend empfiehlt sich ein Test der Generalisierungseigen
schaften des Netzes an Strecken, für die keine Reglerpara
meter als Trainingsdaten zur Verfügung standen.
Als Ergebnis erhält man ein trainiertes neuronales Netz, des
sen interne Parameter vollständig bekannt sind. Es kann damit
auf einer vergleichsweise einfachen Hardware implementiert
werden, da eine hohe Rechenleistung nur für den Lernvorgang
erforderlich ist. Die Anwendung des neuronalen Netzes im Re
gelkreis erfordert lediglich das Anlegen der als Eingangs
größen dienenden Abtastwerte der Streckensprungantwort und
die einmalige Durchrechnung des Netzes. Ohne jede weitere
rechenintensive Optimierung liefert das Netz zu einer belie
bigen Sprungantwort sofort gute, an den gelernten Stützwerten
optimale Reglerparameter. Ein Modell der Strecke wird für die
eigentliche Adaption nicht mehr benötigt.
Claims (6)
1. Einrichtung zur adaptiven Regelung einer Strecke (3)
- - mit einem Vergleicher (1), der aus einem Vergleich einer an der Strecke (3) gemessenen Regelgröße (x) mit einer Führungsgröße (w) eine Regeldifferenz (xd) bildet,
- - mit einem Regler (2), der in Abhängigkeit von der Regel differenz (xd) eine Stellgröße (y) für die Strecke (3) be stimmt, und
- - mit einer Signalvorverarbeitung (4), mit der aus dem zeit lichen Verlauf der Regelgröße (x) Abtastwerte (a) erzeug bar sind,
gekennzeichnet durch
ein neuronales Netz (5), das in Abhängigkeit von den Abtast
werten (a) die Parameter (Kp, Tn, Tv) des Reglers berechnet.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Regler (2) ein PI- oder PID-Regler
ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß für die Erzeugung der Abtastwerte (a) in
der Signalvorverarbeitung (4) der Strecke (3) durch den Reg
ler (2) ein Stellgrößensprung aufschaltbar ist.
4. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß das neuronale Netz (5)
anhand von Lerndaten der Parameter (Kp, Th, Tv) und der Ab
tastwerte (a) der Streckensprungantwort trainiert ist, die
durch Parameter-Einstellregeln für ein oder mehrere Strecken
modelle generiert wurden.
5. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß das neuronale Netz (5)
anhand von Lerndaten der Parameter (Kp, Tn, Tv) und der Ab
tastwerte (a) der Streckensprungantwort trainiert ist, die
durch Regelkreissimulation und numerische Optimierung der
Reglerparameter (Kp, Th, Tv) für ein oder mehrere Strecken
modelle generiert wurden.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944433332 DE4433332A1 (de) | 1994-09-19 | 1994-09-19 | Einrichtung zur adaptiven Regelung einer Strecke |
| PCT/DE1995/001223 WO1996009573A2 (de) | 1994-09-19 | 1995-09-07 | Einrichtung zur adaptiven regelung einer strecke |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944433332 DE4433332A1 (de) | 1994-09-19 | 1994-09-19 | Einrichtung zur adaptiven Regelung einer Strecke |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4433332A1 true DE4433332A1 (de) | 1996-03-21 |
Family
ID=6528585
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19944433332 Withdrawn DE4433332A1 (de) | 1994-09-19 | 1994-09-19 | Einrichtung zur adaptiven Regelung einer Strecke |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
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| WO (1) | WO1996009573A2 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| WO1998000763A1 (en) * | 1996-06-28 | 1998-01-08 | Honeywell Inc. | Nonlinear-approximator-based automatic tuner |
| DE10302585A1 (de) * | 2003-01-22 | 2004-08-12 | Endress + Hauser Wetzer Gmbh + Co Kg | Verfahren zum Einstellen eines Reglers |
| EP3825788A1 (de) * | 2019-11-19 | 2021-05-26 | Asco Numatics GmbH | Regelvorrichtung, regelsystem und regelverfahren zur regelung einer physikalischen grösse eines fluides |
Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| JPH03201008A (ja) * | 1989-12-28 | 1991-09-02 | Toshiba Corp | ゲインスケジューリング制御装置 |
| EP0617806B1 (de) * | 1991-12-18 | 1998-05-20 | Honeywell Inc. | Auf einem neuronalen netzwerk basierende automatische einstellvorrichtung für einen geschlossenen regelkreis |
-
1994
- 1994-09-19 DE DE19944433332 patent/DE4433332A1/de not_active Withdrawn
-
1995
- 1995-09-07 WO PCT/DE1995/001223 patent/WO1996009573A2/de not_active Ceased
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| DE10302585A1 (de) * | 2003-01-22 | 2004-08-12 | Endress + Hauser Wetzer Gmbh + Co Kg | Verfahren zum Einstellen eines Reglers |
| DE10302585B4 (de) * | 2003-01-22 | 2004-12-30 | Endress + Hauser Wetzer Gmbh + Co Kg | Verfahren zum Einstellen eines Reglers |
| EP3825788A1 (de) * | 2019-11-19 | 2021-05-26 | Asco Numatics GmbH | Regelvorrichtung, regelsystem und regelverfahren zur regelung einer physikalischen grösse eines fluides |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| WO1996009573A3 (de) | 1996-05-30 |
| WO1996009573A2 (de) | 1996-03-28 |
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