DE438442C - Verfahren zur lockeren Schichtung von zu vergaerenden Stoffen - Google Patents
Verfahren zur lockeren Schichtung von zu vergaerenden StoffenInfo
- Publication number
- DE438442C DE438442C DEG63934D DEG0063934D DE438442C DE 438442 C DE438442 C DE 438442C DE G63934 D DEG63934 D DE G63934D DE G0063934 D DEG0063934 D DE G0063934D DE 438442 C DE438442 C DE 438442C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- substances
- fermentation
- layers
- layered material
- fermented
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired
Links
Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A01—AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
- A01C—PLANTING; SOWING; FERTILISING
- A01C3/00—Treating manure; Manuring
- A01C3/04—Manure loaders
Landscapes
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Soil Sciences (AREA)
- Environmental Sciences (AREA)
- Fertilizers (AREA)
- Processing Of Solid Wastes (AREA)
Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM 18. DEZEMBER 1926
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
JVl 438442 KLASSE 45 b GRUPPE 2
(G 63934 Ittl4sb)
Gärstatt G. m. b. H. in München.
Verfahren zur lockeren Schichtung von zu vergärenden Stoffen. Patentiert im Deutschen Reiche vom 2. April 1925 ab.
Bei Maßnahmen, die ein lockeres Schichten eigenartige Stoffe zwecks Vergärung unter
organischer Stoffe, wie z. B. bei der Vergärung Luftzutritt eingelagert werden sollen, im Falle
von Wirtschaftsdüngern u. dgl., zur Voraus- der sonst üblichen wagerechten Schichtung
setzung haben, bietet eine zweckgerecht lockere nicht verhindert werden, daß die wagerechten
Schichtung kurzfaserigen oder kleinstückigen Schichten behufs Erlangung gärgerechter Locker-Gutes
Schwierigkeiten. So kann, wenn solch . heit eine sehr geringe Höhe erhalten müssen,
und zwar derart, daß dieses kleine Ausmaß der Erzielung hinreichend hoher Gärtemperatur
hinderlich ist.
Dieser Übelstand wird vermieden durch Schrägschichtung in der Weise, daß der locker
zu lagernde Gärgutstapel aus geneigten Schichten gebildet wird, also aus solchen, die unter einem
spitzen Winkel zur Wagerechten angeböscht werden. In der Abbildung ist ein Ausführungsbeispiel
für die Handhabung des Verfahrens dargestellt, α ist ein Gärgutblack, der zwecks Beginnens
des systematischen Schrägschichtens zunächst einmal in der durch die Zeichnung dargestellten
Form aufgesetzt wurde; b ist die erste Schicht, welche nach dem vorliegenden
Verfahren eingebracht wurde; c ist die nächstfolgende
Schicht. Im Vergleich zu der seither üblichen Methode der wagerechten Schichtung
des Gärgutes hat das vorliegende Verfahren eine so Reihe von Vorzügen.
Zunächst besteht der eingangs erwähnte Vorteil, daß auch kurzes Gärgut bei diesem Verfahren
auf den nötigen Lockerheitsgrad gebracht werden kann, denn man kann z, B. das frische Gärgut ohne Verdichtung des schon
auf Stapel gesetzten über eine Führungsfläche d (s. Abb. 1) herabrieseln lassen und kann
durch Regelung der Neigung dieser Fläche erreichen, daß die Rieselgeschwindigkeit am
Ende der Führungsfläche bzw. da, wo das neue Gärgut mit dem alten in Berührung kommt,
eine derart geringe ist, daß eine gleichmäßige Verteilung über die Böschungsfiäche des Stapels
und ein lockeres Anlagern auf dieser gewährleistet ist. Durch die Schrägschichtung erfolgt
aber nicht nur ein gleichmäßiges und sehr lockeres Anlagern des frischen Gärgutes, sondern
es wird auch das schon gestapelte Gärgut durch das neue in weit geringerem Maße gepreßt, als
das bei wagerechter Schichtung der Fall ist. Es ist daher bei dem vorliegenden Verfahren
möglich, frisches Gärgut schon sehr bald an bereits gestapeltes Gärgut anzuböschen, ohne
befürchten zu müssen, daß die Gärvorgänge im gestapelten Gärgut durch den Druck des
neuen unerwünscht beeinträchtigt werden.
Die Regelung der Neigung der Führungsfläche d für das neu einzuschichtende Gärgut
kann beispielsweise in der aus der Abb. 1 ersichtlichen Art erfolgen. Die Führungsfläche d
bildet die Oberseite einer Platte e, welche um ihre Oberkante durch Bolzen f in dem Lager g
drehbar gemacht ist. An anderer Stelle ist Platte e mit den Bolzen h ausgestattet, um
welche eine Kette i geschlungen wird, die in passender Weise an einem über dem Stapel
angeordneten Balken k ihren Halt findet, und zwar im vorliegenden Falle durch Herumlegen
um eine Stange I, welche in einer der Rasten m
des Balkens k ihr Auflager erhält.
Das Lager g ist auf dem Balken k versetzbar und kann in verschiedenen Rasten dieses
Balkens befestigt werden. Durch Einlegen und Befestigen des Lagers g in anderen Rasten des
Balkens k und erforderlichenfalls durch Verlegen der Stange I kann dem Fortschreiten der
Beschickung des Stapels Rechnung getragen werden.
Um die Rieselfläche d auf eine bestimmte Neigung einzustellen, karm jeweils die Kette i
in bekannter Weise verkürzt oder verlängert werden; auch kann je nach Bedarf die zum
Tragen der Kette dienende Stange I in eine passende Rast verlegt werden.
Außer den Vorteilen der leichten Erzielung des notwendigen Lockerheitsgrades auch bei
schwierig zu behandelndem Gärgut und der Möglichkeit, Schicht auf Schicht nebeneinander
zu setzen, ohne den völligen Eintritt der jeweils anzustrebenden Gärtemperatur abwarten zu
müssen, bietet das Verfahren noch weitere Vorzüge. So z. B. werden Entwicklung und Verlauf
des Gärvorganges in Schicht c insofern gesichert und beträchtlich beschleunigt, als
Schicht c mit der bereits in lebhafter Temperatursteigerung begriffenen Schicht b in unmittelbarer
Berührung steht. Es ist nämlich zu bedenken, daß die unmittelbare Berührung der neuen Schicht c mit der alten Schicht b nicht
bloß den Vorteil der Wärmeübertragung bietet, go sondern daß auch ein Überimpfen (Infizieren)
vom alten auf das neue Gärgut und damit eine Beschleunigung der Vergärung der neuen Schicht
stattfindet. Bei wagerechter Schichtung hingegen kommt die neue Schicht nur mit solchen
älteren Schichten zusammen, bei welchen ein Überimpfen durch das vorher erfolgte Luftauspressen
und damit zusammenhängende Absterben der gerade für dieses Überimpfen geeigneten
Kleinlebewesen in der alten Schicht unmöglich gemacht oder wenigstens sehr stark
erschwert, gleichwie auch die Wärmeübertragung dadurch beeinträchtigt ist.
Ferner wird mittels der Schrägschichtung die Möglichkeit geschaffen, zwischen je zwei
Schichten (oder Gruppen von Schichten) des eigentlichen Gärgutes andersartige, in erster
Linie ebenfalls düngungswichtige Stoffe (vorteilhaft auch schräg geschichtet) einzulagern; sei
es, um eine gegenseitige Beeinflussung von eigentlichem Gärgut und zwischengelagerten
Stoffen herbeizuführen, sei es, um schädlichen Wirkungen der zwischengelagerten Stoffe zu
begegnen. Dabei kommen besonders die folgenden Fälle in Betracht.
a) Die zwischengelagerten, düngende Bestandteile enthaltenden Stoffe können, wie z. B.
Jauchetorf (mit Jauche gesättigter Streutorf), einer kräftig aufschließenden" Vergärung nicht
mehr bedürfen, aber zu erheblichen Stickstoff-Verlusten bei Lagerung im Freien neigen.
b) Jene Stoffe, können, wie z. B, Feinmüll
aus städtischen Abfällen, einerseits organische ä
Bestandteile enthalten, die infolge der vom ■ eigentlichen Gärgut ausgehenden Wärme für
den Abbau durch Kleinlebewesen und Enzyme zugänglicher werden, während andererseits die ;
gleichzeitig und in erheblichen Mengen vor- ' handenen Aschenteile durch Gärungskohlensäure
und andere beim Gären entstehende Säuren aufgeschlossen werden.
ίο c) Die letzterwähnte Art der Aufschließung
kann düngungsgerecht insbesondere dadurch noch weiter bedeutsam werden, daß man eigentliche Mineraldünger, zumal solche, die
Phosphorsäure, Kali und Kalk enthalten, zwischen das Gärgut einlagert.
d) Es kann Zwischenlagerung von Stoffen in I der Absicht geschehen, gewisse Gärungserreger
dem eigentlichen Gärgut zuzuführen und je nach Bedarf die Gärvorgänge in bestimmter
Richtung zu beeinflussen.
e) Die schon angedeutete Zwischenlagerung spezifisch schwerer Körper ist aber bei der
Schrägschichtung nicht nur zulässig, da ja das Eigengewicht dieser Körper die Gärung anfänglich
nur wenig hemmen kann, sondern auch recht nützlich insofern, als diese schweren Körper beim Zusammensacken des Gärgutes
schließlich eine für Abriegelung des Gärvor- j ganges günstige Zusatzbelastung darstellen. Der j
Böschungswinkel der Schichten des Gärgutes zur Wagerechten wird nämlich infolge des besagten
Zusammensackens erheblich spitzer. Zur Erläuterung dieser Erscheinung ist in Abb. 2 ;
ein Stapel dargestellt, welcher ebenso wie in !
Abb. ι aus einem Anfangsblock und zwei später eingebrachten Schichten besteht. Die voll aus- ι
gezogenen Trapeze mit den Eckpunkten 1,2,3,4 und 3, 4, 5, 6 stellen die Umrisse der zwei ge- j
nannten Schichten nach dem Einlagern dar. , Hierbei schließen die Berührungsflächen je
zweier Schichten mit der Wagerechten den Winkel a. ein. Nach dem bei Stapelung jeder
organischen Substanz mit der Zeit erfolgenden Zusammensacken sind dann die Punkte 2, 3 i
und 6 an die Orte 2', 3' und 6' gelangt. Der Winkel, den nunmehr die Linien 1-2', 4-3' usw.
zur Wagerechten einschließen, ist aber jetzt nicht mehr a, sondern ß, wobei ß±_a.
f) Für die Zwischenlagerung können auch
sperrige Stoffe verwendet werden. Sind diese organischer Natur, so können sie vorteilhaft
so gewählt werden, daß ihre Vergärung in einem langsameren Zeitmaß fortschreitet als diejenige
des eigentlichen Gärgutes. Dadurch bieten sie ebensowohl für den Durchgang von Luft als auch
von Flüssigkeiten auf längere Zeit sicherere Wege als das eigentliche Gärgut selbst; sie
wirken somit als Drainagesystem. Als Grenzfall in dieser Beziehung ist anzusehen, daß die
zwischengelagerten Stoffe nicht aus organischer Substanz, sondern aus unvergärbaren Stoffen
bestehen, deren Form bzw. Großstückigkeit dem angestrebten Zweck angepaßt ist.
Zufolge aller angegebenen Maßnahmen und Beziehungen erfährt die lockere Einlagerung,
insbesondere beim Vergären von Wirtschaftsdüngern u. dgl., durch die Schrägschichtung
eine Vervollkommnung in dem Sinne, daß die Regelung der Gärungsführung wesentlich erleichert
und der Bereich der Gärleistung beträchtlich erweitert wird.
Claims (4)
1. Verfahren zur lockeren Schichtung von
zu vergärenden Stoffen, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Schichten nebeneinandergelagert
und erheblich gegen die Wagerechte geneigt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlagerung der
einzelnen Schichten aneinander durch Herabrieseln des neuen Schichtgutes an der Seitenfläche
des älteren, schon angeschichteten Gutes erfolgt, wobei Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit des neuen Schichtgutes bei
Auftreffen auf dem alten Schichtgut angemessen geregelt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen den schräg nebeneinanderliegenden Schichten (oder Gruppen go von Schichten) des eigentlichen Stapelgutes
andersartige, zweckverwandte Stoffe eingelagert werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß Art und Verteilung der
zwischengelagerten, andersartigen Stoffe mit besonderer Rücksicht auf Schaffung von
Luft- und Flüssigkeitswegen gewählt werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEG63934D DE438442C (de) | 1925-04-02 | 1925-04-02 | Verfahren zur lockeren Schichtung von zu vergaerenden Stoffen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEG63934D DE438442C (de) | 1925-04-02 | 1925-04-02 | Verfahren zur lockeren Schichtung von zu vergaerenden Stoffen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE438442C true DE438442C (de) | 1926-12-18 |
Family
ID=7133353
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEG63934D Expired DE438442C (de) | 1925-04-02 | 1925-04-02 | Verfahren zur lockeren Schichtung von zu vergaerenden Stoffen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE438442C (de) |
-
1925
- 1925-04-02 DE DEG63934D patent/DE438442C/de not_active Expired
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| Kautsky | Der imperialismus | |
| EP2928834B1 (de) | Verfahren und einrichtung zum betrieb einer biogasanlage mit aquatischen pflanzen | |
| DE4324823C2 (de) | Flüssiges organisch-mineralisches Düngemittel auf der Basis von Melasseschlempen, Verfahren zu seiner Herstellung und seine Verwendung | |
| DE3921336A1 (de) | Verfahren zum reinigen eines mit in fluessigkeit loeslichen schadstoffen verunreinigten oder mit radioaktiven stoffen verseuchten bodens | |
| DE4100758A1 (de) | Verfahren zur entfernung von schadstoffen aus substraten, vorzugsweise boeden mittels hoeherer pflanzen | |
| DE102015100644A1 (de) | Herstellung eines flüssigen Bodenhilfsstoffes auf der Basis von Humin- und Fulvosäuren für den Einsatz als Boden- und Wasserhilfsstoff zur positiven Beeinflussung des Boden-Wasser-Pflanzen-Nährstoff-Haushaltes | |
| CH624083A5 (de) | ||
| DE438442C (de) | Verfahren zur lockeren Schichtung von zu vergaerenden Stoffen | |
| von HAYEK | PREISERWARTUNGEN, MONETAERE STOERUNGEN UND EEHLINVESTITIONEN 1 | |
| EP3326992A1 (de) | Verfahren zur behandlung von gülle und gärresten mit huminsäure enthaltenden stoffen | |
| DE102012024111A1 (de) | Verfahren zur Geruchsbehandlung von Biosubstraten, sowie Geruchsbehandlungsstoff selbst | |
| DE3142357A1 (de) | Verfahren und anordnung zur duengung mit kohlendioxyd, insb. in geschlossenen raeumen, wie gewaechshaeusern o.dgl. | |
| EP0405571A1 (de) | Verfahren zum Entsorgen von Gülle | |
| DE3502171C1 (de) | Mittel zur Melioration geschädigter Böden | |
| DE2230685C3 (de) | Verfahren zur Herstellung eines Düngemittels aus huminsäurehaltigen Stoffen | |
| DE857060C (de) | Verwendung von Schwarztorf zur Bodenverbesserung | |
| EP0359965A1 (de) | Vorrichtung zur Anreicherung von Gewässern mit Sauerstoff | |
| DE386312C (de) | Verfahren zur Behandlung von Wirtschaftsduengern | |
| DE2309457A1 (de) | Verfahren zum kompostieren von zerkleinerten haus- und sperrmuell | |
| EP0474992A2 (de) | Verfahren zur Behandlung von in Massenzucht von Vieh, insbesondere von Schweinen, Rind- und Federvieh, anfallender Gülle und nach diesem Verfahren hergestelltes Düngemittel mit geregelter Nährstoffdesorption | |
| AT521243B1 (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Verhinderung des Ammoniak-Abgasanteils einer Wärmeerzeugungsanlage (WA), der sogenannte Ammoniakschlupf (NO3) auf biotischem Weg: eine Voraussetzung zur Vermeidung des Treibhausgasausstoßes CO2 unter Einbindung von 2 Bio-Anlagen | |
| DE102013102530A1 (de) | Verfahren zur Regenerierung und Aufbereitung von unfruchtbaren Böden | |
| DE433652C (de) | Vorrichtung und Verfahren zur Kaltvergaerung erhitzbarer Dung- und Abfallstoffe | |
| DE19820645B4 (de) | Verfahren zur Reduzierung der Freisetzung von flüchtigen Emittenten aus einer Flüssigkeit | |
| Dittmer | Der Mensch als geologischer Faktor an der Nordseeküste |