DE4208733A1 - Aufwuchsmedium fuer pflanzen sowie verfahren zu dessen herstellung - Google Patents
Aufwuchsmedium fuer pflanzen sowie verfahren zu dessen herstellungInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Aufwuchsmedium für
Pflanzen aus gebundener Mineralwolle, insbesondere Stein
wolle, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie ein
Verfahren zur Herstellung eines derartigen Aufwuchsmediums
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 12. Die Erfindung
betrifft ebenfalls die Verwendung eines Aufwuchsmediums ge
mäß Patentanspruch 14 für die extensive Begrünung von erdbo
denfreien Unterlagen sowie die Verwendung von kaltwasserun
löslichen Polysaccharidprodukten zur Herstellung von Auf
wuchsmedien für Pflanzen gemäß Patentanspruch 17.
Bei der Herstellung von Mineralwollevliesen ist neben der
Zerfaserung selbst die Bildung des Vlieses als solches ein
wichtiger Verfahrensschritt. Bekanntlich wird hierbei im An
schluß an den Zerfaserungsvorgang auf die erzeugten Mineral
fasern ein duroplastisches Bindemittelharz-, insbesondere ein
solches auf Phenolharzbasis, gesprüht, das später unter Wär
meeinwirkung aushärtet und den Mineralwolleprodukten ihre
Formstabilität verleiht. Gleichzeitig wird bei dem Zerfase
rungsvorgang ein Faser-/Gas-/Luft-Gemisch erzeugt, das zur
Abtrennung der Fasern in einen kastenförmigen Schacht, den
sogenannten Fallschacht, eingeführt wird. Dieser besitzt bo
denseitig ein gasdurchlässiges umlaufendes Transportband,
auf dem sich das Mineralwolle- bzw. Steinwollevlies bildet.
Unter dem Transportband befindet sich eine Absaugvorrich
tung, die einen bestimmten Unterdruck erzeugt.
Trifft nun das Bindemittel enthaltende Faser-/Gas-/Luft-Ge
misch auf das Transportband auf, so wird das mit Bindemit
telpartikeln versehene Gas-/Luft-Gemisch unterhalb des
Transportbandes abgesaugt, und die Fasern legen sich als
Wollebahn auf diesem ab.
Die bei der genannten Herstellung erhaltene, mit einem duro
plastischen Bindemittelharz gebundene Mineralwollebahn weist
aufgrund der späteren Aushärtung bei über 200°C und weite
rer Polymerisation - neben einer vorteilhaften mechanischen
Festigkeit - hydrophobe Eigenschaften auf. Eine derartige
Hydrophobierung ist insbesondere für Formteile aus gebunde
ner Mineralwolle erwünscht, die im Baugewerbe zur Wärme- und
Schalldämmung eingesetzt werden, da sowohl an die mechani
sche Festigkeit als auch an die Wasserresistenz dieser Pro
dukte hohe Anforderungen gestellt werden müssen.
Sollen jedoch Formteile aus gebundener Mineralwolle z. B. als
Aufwuchsmedium für die Kultivierung von Pflanzen in er
deloser Kultur verwendet werden, so ist es erforderlich, daß
das entsprechende Aufwuchsmedium aus Mineralwolle bzw.
Steinwolle in der Lage ist, Wasser bzw. wäßrige Nährlösungen
zu adsorbieren bzw. in seine Kapillarräume in weitgehend ho
mogener Verteilung auf zunehmen, damit die Pflanzenwurzeln
oder etwa auf die Mineralwolle aufgelegtes Saatgut hinrei
chend mit Wasser bzw. Nährlösung versorgt werden. Konventio
nell hergestellte Produkte aus gebundener Mineralwolle er
füllen diese Erfordernisse an die Hydrophilie wegen des ty
pischerweise verwendeten hydrophobierenden Bindemittelharzes
jedoch nicht. Hierzu war es daher notwendig, den Mineralwol
leprodukten mit geeigneten Zusätzen die erwünschten hydro
philen Eigenschaften zu verleihen.
Aus der EP-A-0 201 426 ist es bekannt, mit einem duroplasti
schen Bindemittelharz gebundene Mineralfasern, die zu Pflan
zenkultursubstratblöcken weiterverarbeitet werden sollen,
mit einem nicht-ionischen Tensid auf Basis von ethoxylierten
Fettalkoholen zu imprägnieren.
Ferner ist es aus der DE-OS-20 57 945 bekannt, Mineralwolle
produkte während der Herstellung durch Aufbringen einer Ten
sid-Harzmischung auf die Fasern wasseraufnehmend zu machen.
Insbesondere wird hierzu ein Harnstoff-Formaldehydharz als
hydrophilierendes Mittel verwendet.
Jedoch weisen Hydrophilierungsmittel, welche die bekannten
Tenside enthalten, neben Schwierigkeiten, die im Prozeßwas
serkreislauf mit tensidhaltigen Hydrophilierungsmitteln auf
treten können, den Nachteil auf, daß die Tenside im Laufe
der Zeit selbst aus der Mineralwolle ausgewaschen werden, so
daß die Mineralwolleprodukte ihre hydrophilen Eigenschaften
verlieren und aufgrund des Gehaltes an Bindemittelharz wie
der hydrophob werden.
Auch die EP-A-0 354 748 verwendet Tenside zusammen mit einem
schwerlöslichen anorganischen Material, insbesondere pyrogener
Kieselsäure. Hierbei scheint das Tensid die hydrophile Kie
selsäure an der Faseroberfläche festzuhalten.
Ein derartiges Aufzuchtmedium weist jedoch ebenfalls den
Nachteil auf, daß beispielsweise bei starker Bewässerung -
etwa im Rahmen von Dachbegrünungsmaßnahmen - das Tensid aus
gewaschen wird, wobei gleichzeitig das hydrophilierende Mit
tel, nämlich Kieselsäure mit ausgewaschen wird, so daß sich
ein derartiges Aufzuchtmedium für Pflanzen nur bedingt für
einen Langzeiteinsatz eignet.
Die nicht vorveröffentlichte DE-OS 40 35 249 derselben An
melderin, schlägt zur Umgehung der Tensidproblematik vor,
Aufwuchsmedien aus gebundener Mineralwolle dadurch her
zustellen, daß an die Mineralwolle ein reversibel wasserad
sorbierendes, wasserunlösliches Mittel angelagert wird.
Als wasseradsorbierendes, wasserunlösliches Mittel schlägt
die DE-OS 40 35 249 vor, pyrogene Kieselsäure oder einen
organischen Superabsorber zu verwenden.
Als organischer Superabsorber dient insbesondere ein
Acrylamid/Acrylsäure-Copolymer, welches unter Wasseraufnahme
physikalisch quellfähig ist.
Ein Nachteil eines derartigen Aufwuchsmediums liegt jedoch
in den relativ hohen Herstellungskosten bedingt durch die
Kosten des organischen Superabsorbers.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Auf
wuchsmedium für Pflanzen aus gebundener Mineralwolle mit
guter mechanischer Festigkeit zur Verfügung zu stellen, wel
ches die Wirkung eines Wasserspeichers hat, welches hydro
phile Eigenschaften besitzt, die es auch unter Bewitterungs
bedingungen nicht verliert und welches kostengünstig herge
stellt werden kann.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruchs 1, im Hinblick auf das Verfahren zur
Herstellung eines derartigen Aufwuchsmediums durch die kenn
zeichnenden Merkmale des Anspruchs 12.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht
darin, erdbodenfreie Unterlagen, wie Dächer, Wände, Strafen
und Wege bei extensiver Bewässerung durch Regen zu begrünen.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des An
spruchs 14.
Die vorliegende Erfindung stellt insbesondere ein Aufwuchs
medium für Pflanzen aus gebundener Mineralwolle, insbeson
dere Steinwolle, zur Verfügung, wobei der Mineralwolle we
nigstens an einem Teil ihrer Oberfläche mindestens ein kalt
wasserunlösliches Polysaccharidprodukt anhaftet.
Dadurch, daß der Mineralwolleoberfläche ein kaltwasserunlös
liches Polysaccharidprodukt anhaftet, wird einem derartigen
Aufwuchsmedium zum einen die als Kultursubstrat erforderli
che Hydrophilie verliehen und andererseits ist ein derarti
ges Aufwuchsmedium weitgehend resistent gegenüber einer Aus
waschung etwa durch Gießen oder Bewitterung. Diese Aus
waschresistenz liegt darin begründet, daß das Polysaccharid
produkt sich in kaltem Wasser praktisch nicht löst und so
mit, wenn es einmal an die Fasern der Mineralwolle angela
gert ist, durch kaltes Wasser nicht mehr abzulösen ist.
Ein derartiges Aufwuchsmedium weist daher den Vorteil auf,
daß es leicht Wasser in flüssiger oder gasförmiger Form,
z. B. als Regen, Gießwasser, Nebel oder in der Atmosphäre
enthaltenen gasförmigen oder tröpfchenförmigen Wasserdampf
aufnehmen kann.
Des weiteren weist ein erfindungsgemäßes Aufwuchsmedium den
Vorteil auf, daß sich die Kapillarität der Mineralwolle der
art erhöht, daß es möglich ist, die Aufwuchsmedien der vor
liegenden Erfindung nur zu einem Teil in Wasser bzw. Nährlö
sung für Pflanzen zu stellen, wobei die Pflanzen hinreichend
mit Wasser versorgt werden, da das Wasser innerhalb des Auf
wuchssubstrates aufgrund der Hydrophilie des verwendeten Po
lysaccharidproduktes kapillar aufsteigen kann und sich weit
gehend homogen über die Substrathöhe verteilt.
Somit dient ein erfindungsgemäßes Aufwuchsmedium als Wasser
speicher für Pflanzen.
Das Polysaccharidprodukt zur Herstellung des erfindungsge
mäßen Aufwuchsmediums gemäß Anspruch 2 kann ausgewählt wer
den aus der Gruppe bestehend aus:
Polysacchariden, Estern aus Polysacchariden und anorgani schen Säuren- Estern aus Polysacchariden und organischen Säuren, Polysaccharidethern;
Stärken, insbesondere Kartoffelstärken, Estern aus Stärke und anorganischen Säuren, Estern aus Stärke und organischen Säuren, Stärkeethern, stickstoffhaltigen Stärkeethern und kationischen Stärkeethern; sowie
deren Mischungen.
Polysacchariden, Estern aus Polysacchariden und anorgani schen Säuren- Estern aus Polysacchariden und organischen Säuren, Polysaccharidethern;
Stärken, insbesondere Kartoffelstärken, Estern aus Stärke und anorganischen Säuren, Estern aus Stärke und organischen Säuren, Stärkeethern, stickstoffhaltigen Stärkeethern und kationischen Stärkeethern; sowie
deren Mischungen.
Eine derartige breite Palette von Polysaccharidprodukten
weist den Vorteil auf, daß je nach Bedarf und je nach ge
wünschter Hydrophilie ein geeignetes Polysaccharidprodukt
ausgewählt werden kann.
Ein Aufwuchsmedium gemäß Anspruch 3 mit einem quaternären,
kationischen Kartoffelstärkeether als Polysaccharidprodukt
weist den Vorteil auf, daß aufgrund des makromolekularen
Kations zum einen eine gute Anlagerung an die Mineralwoll
oberfläche, insbesondere an Sauerstoff bzw. Sauerstoffionen
der Si-O-Si-Bindungen der Steinwolle gestatten, so daß sich
hieraus eine quasi-ionische Bindung ergibt. Eine derartige
quasi-ionische Bindung hält das Polysaccharidprodukt mit re
lativ großen elektrostatischen Kräften auf der Faseroberflä
che zurück, so daß die Auswaschung eines solchen Polysaccha
ridproduktes hierdurch drastisch vermindert wird, wenn nicht
gar verhindert werden kann.
Zum anderen bewirkt eine derartige ionische Wechselwirkung
des Polysaccharidproduktes mit der Faseroberfläche, daß ein
derartiges Aufwuchsmedium stark hydrophile Eigenschaften
zeigt, wodurch Wasser in ähnlicher Weise wie in Glaska
pillaren aufgrund der Kapillarkräfte transportiert werden
kann. Dieser Transport kann z. B. entgegen der Schwerkraft
oder über weitere Strecken erfolgen, als dem hydrostatischen
Druck ohne Berücksichtigung der Kapillarkräfte entsprechen
würde.
Ein Aufwuchsmedium gemäß Anspruch 4 weist den Vorteil auf,
daß einerseits eine ionische Wechselwirkung des Polysaccha
ridproduktes mit der Faseroberfläche der Mineralwolle vor
liegt und andererseits eine starke Hydrophilie im Bereich
der Mineralwolle auftritt. Darüberhinaus ist ein derartiges
Produkt koinmerziell z. B. unter dem Namen "Amylofax" erhält
lich.
Ein Aufwuchsmedium gemäß Anspruch 5, welches gefällte
und/oder pyrogene Kieselsäure enthält, hat den Vorteil, daß
mit Hilfe dieser Kieselsäure und insbesondere mit Hilfe des
Anteils der Kieselsäure an dem Aufwuchsmedium die Porengröße
des Aufwuchsmediums beeinflußt werden kann. So verleiht ein
hoher Kieselsäureanteil dem Aufwuchsmedium enge Poren und
ein niedriger Kieselsäureanteil dagegen größere Poren.
Ein Aufwuchsmedium gemäß Anspruch 6, welches Tenside ent
hält, hat den Vorteil, daß ein derartiges Produkt ohne lange
Wartezeiten im Anschluß an die Herstellung nahezu sofort als
Aufwuchsmedium verwendet werden kann.
Wenn das Aufwuchsmedium zur erdelosen Kultur von Pflanzen im
Gebrauch ist, kann das Tensid ohne weiteres ausgewaschen
werden, was jedoch keinen Einfluß auf die Hydrophilie des
Aufwuchsmediums hat, da das Tensid bei einem Aufwuchsmedium
der vorliegenden Erfindung - im Gegensatz zum Stand der
Technik - für die Hydrophilie des Aufwuchsmediums nur eine
untergeordnete Bedeutung hat und lediglich der Aktivierung
des Aufwuchsmediums unmittelbar nach der Herstellung dient.
Aufwuchsmedien gemäß Anspruch 7 herzustellen, hat den Vor
teil, daß Konzentrationen von wenigstens 0,1 Gew.-% Poly
saccharidprodukt bereits hervorragende Hydrophiliewerte zei
gen.
Ein bevorzugter Bereich liegt bei 0,1-1 Gew.-%, insbesondere
bei 0,3-0,6 Gew.-% Polysaccharidprodukt, bezogen auf die Fa
sermenge. Jedoch sind auch höhere Konzentrationen bis über
10 Gew.-% Polysaccharidprodukt, bezogen auf die Fasermenge,
möglich. Eine praktische Obergrenze kann sich hierbei jedoch
dadurch ergeben, daß bei einem derartig hohen Poly
saccharidproduktanteil von über 10 Gew.-% der Polysaccha
ridteil des Aufwuchsmediums unter Zersetzungsvorgängen, ins
besondere durch Mikroorganismen abgebaut werden kann.
Das Aufwuchsmedium als Mineralwollefilz, insbesondere Stein
wollefilz, mit Rohdichten von ca. 30-200 kg/m3, insbeson
dere ca. 70-120 kg/m3 gemäß den Ansprüchen 8 und 9 auszu
bilden, weist den Vorteil auf, daß ein derartiges Aufwuchs
medium auf einer herkömmlichen Produktionslinie für solche
Steinwollefilze im Industriemaßstab hergestellt werden kann.
Das Aufwuchsmedium gemäß Anspruch 10 als Formteil bzw. als
Platte auszubilden, weist den Vorteil auf, daß mit derarti
gen Platten leicht zu begrünende Flächen ausgelegt werden
können.
Darüberhinaus weisen derartige Formteile noch den Vorteil
auf, daß sie bei Bedarf und geeigneter Abstützung auch be
gehbar sind.
Ein Aufwuchsmedium gemäß Anspruch 11 hat den Vorteil, daß
Zusätze wie Düngemittel und/oder Pflanzenschutzmittel
und/oder Fungizid und/oder Bakterizid zum einen der
Pflanzenernährung sowie ihrem Schutz zugute kommen, und zum
anderen können Fungizid und/oder Bakterizid dem mikrobiellen
Abbau des Polysaccharidproduktes entgegenwirken.
Ein Aufwuchsmedium nach einem der Ansprüche 1-11 wird da
durch hergestellt, daß man im Anschluß an den Zerfaserungs
vorgang einer Mineralschmelze, insbesondere einer Basalt
schmelze, das Polysaccharidprodukt, vorzugsweise gleichzei
tig mit einem Bindemittel, zu der Mineralwolle gibt;
man die Mineralwolle einer thermischen Trocknungsbehandlung unterzieht; und
man ein derart erhaltenes Mineralwolleprimärprodukt an schließend einer Lufteinwirkung unterzieht, wobei sich das Mineralwolleprimärprodukt in ein hydrophiles Endprodukt um wandelt.
man die Mineralwolle einer thermischen Trocknungsbehandlung unterzieht; und
man ein derart erhaltenes Mineralwolleprimärprodukt an schließend einer Lufteinwirkung unterzieht, wobei sich das Mineralwolleprimärprodukt in ein hydrophiles Endprodukt um wandelt.
Dadurch, daß man im Anschluß an den Zerfaserungsvorgang ei
ner Mineralschmelze das Polysaccharidprodukt gleichzeitig
mit einem Bindemittel - vorzugsweise auf Phenolharzbasis -
zu der Mineralwolle gibt, ergibt sich eine relativ homogene
Verteilung von Bindemittel und Polysaccharidprodukt auf der
Faseroberfläche. Insbesondere findet die Verteilung von Bin
demittel und Polysaccharidprodukt auch auf der Oberfläche
der einzelnen Fasern statt.
Dies liege darin begründet, daß das Aufbringen von Bindemit
tel und Polysaccharidprodukt in der Regel im Fallschacht ge
schieht, in welchem die Fasern noch kaum miteinander ver
knäult sind.
Grundsätzlich kann das Polysaccharidprodukt jedoch auch an
anderen geeigneten Prozeßstellen auf die Fasern der Mineral
wolle aufgebracht werden.
Als Möglichkeiten des Aufbringens von Polysaccharidprodukten
kommen sämtliche dem Fachmann bekannte Maßnahmen in Be
tracht, beispielsweise Sprühen, Tauchen usw.
Während der Trocknung der so hergestellten Mineralwolle,
vorzugsweise in einem Tunnelofen bei ca. 230°C, verdampft
zunächst überschüssiges Wasser, welches den Fasern der Mine
ralwolle aufgrund des aufgebrachten Bindemittels bzw. des
Polysaccharidproduktes noch anhaftet. Hierdurch entsteht in
nerhalb des Tunnelofens eine heile Feuchtluftatmosphäre,
welche bewirkt, daß sich das kaltwasserunlösliche Poly
saccharidprodukt zumindest kurzzeitig in eine hochviskose
Polysaccharidproduktlösung umwandelt, welche dann aufgrund
der erhöhten Temperatur und der benetzenden Eigenschaften
des heil gelösten Polysaccharidproduktes aufgrund der sol
chen Polysacchariden eigenen hydrophilen Eigenschaften über
die Faseroberfläche der Mineralwolle kriecht und diese somit
zu einem groben Teil benetzt.
Durch ein derartiges adhäsionsbedingtes Entlangkriechen der
ankonzentrierten Polysaccharidproduktlösung wird der Poly
saccharidfilm relativ dünn und kann so die Fasern mit einem
Polysaccharidproduktfilm überziehen.
Aufgrund der im Tunnelofen herrschenden Temperatur verlieren
diese Polysaccharidproduktfilme weiter an Wasser, so daß zum
einen das Polysaccharidprodukt als trockenes Polysaccharid
auf der Faseroberfläche abgeschieden wird und zum anderen
das Phenolharz aushärtet.
Testet man ein derartiges Mineralwolleprimärprodukt unmit
telbar nach dem Erkalten in Bezug auf seine hydrophilen Ei
genschaften, so stellt man fest, daß das Mineralwolleprimär
produkt nahezu keine hydrophilen Eigenschaften aufweist, ja
sogar hydrophob ist.
Unterzieht man das so erhaltene Mineralwolleprimärprodukt
anschließend einer Lufteinwirkung, insbesondere der Einwir
kung von atmosphärischer Luft, so stellt sich überraschen
derweise heraus, daß sich innerhalb eines Zeitraumes von
mehreren Stunden bis mehreren Tagen das
Mineralwolleprimärprodukt zu einem stark hydrophilen Endpro
dukt umwandelt.
Dieses hydrophile Endprodukt erfüllt sämtliche Erfor
dernisse, die an ein Aufwuchsmedium für Pflanzen gestellt
werden.
Die überraschende Umkehr der Hydrophobie in eine starke Hy
drophilie läßt sich dadurch erklären, daß aufgrund des
Trocknungsvorganges dem Polysaccharidprodukt sämtliches vor
handenes Wasser, auch solches, welches an intramolekularen
Wasserstoffbrückenbindungen der OH-Gruppen des Polysacchari
des bzw. der Ausbildung seiner Raumstruktur beteiligt ist,
entfernt wird. Hierdurch ist es möglich, daß das Polysaccha
rid-Makromolekül durch den Wasserentzug gezwungen wird, eine
solche Konformation einzunehmen, daß sämtliche kovalent ge
bundenen OH-Gruppen sich im Molekülinneren zueinanderkehren.
Dies hat zur Folge, daß sämtliche hydrophoben Molekülteile
an der Polysaccharidmoleküloberfläche zu liegen kommen, so
daß die Polysaccharidprodukte, welche mit ihren hydrophilen
Molekülteilen sowohl zu sich selbst als auch möglicherweise
zur Oberfläche der Mineralfasern polare Wechselwirkungen
eingehen, wodurch die Polysaccharide einerseits fest auf der
Oberfläche der Mineralfasern anhaften und andererseits dem
Mineralwolleprimärprodukt zunächst stark hydrophobe Eigen
schaften verleihen.
Darüberhinaus ist es möglich, daß sich lange Polysaccharid
ketten auch regelrecht um die Fasern der Mineralwolle
schlingen und hierbei ihre hydrophoben Molekülteile von der
Fasre abwenden.
Setzt man nun ein derartig hergestelltes Mineralwolleprimär
produkt der Einwirkung von Luft, insbesondere atmosphäri
scher Luft, aus, so nehmen die Polysaccharidmoleküle einen
gewissen Anteil an dem in der atmosphärischen Luft enthalte
nen Wasser auf, so daß sich ihre Konformation derart ändern
kann, daß die hydrophilen Polysaccharidmolekülteile wieder
auf der äußeren Oberfläche der Polysaccharidmoleküle zu lie
gen kommen und somit dem Mineralwolleprodukt insgesamt stark
hydrophile Eigenschaften verleihen.
Die sich verzögert ausbildende Hydrophilierung führt zu ei
nem Aufwuchsmedium mit den gewünschten hydrophilen Eigen
schaften.
Eine zusätzliche Tensidbeigabe zu den Fasern der Mineral
wolle bewirkt eine Verkürzung der erforderlichen Lufteinwir
kung. Dies liegt möglicherweise daran, daß sich das
Polysaccharidmolekül - nach weitestgehendem Wasserentzug -
mit Wasserdampf, wie er in der atmosphärischen Luft vor
liegt, unter Tensideinwirkung schneller in seine ursprüngli
che, energiegünstige Konformation zurückfaltet.
Ein zugesetztes Tensid hat nur eine untergeordnete Bedeutung
für die Hydrophilie des erfindungsgemäßen Aufwuchsmediums,
da es im Laufe der Zeit bei bestimmungsgemäßem Gebrauch oh
nehin ausgewaschen wird.
Das Polysaccharidprodukt in Form einer wäßrigen Suspension
gemäß Anspruch 13 auf zusprühen, weist den Vorteil auf, daß
eine derartige Suspension eine gute Verarbeitbarkeit zeigt,
da das Polysaccharidprodukt in kaltem Wasser unlöslich ist
und somit nicht zu schwer verarbeitbaren hochviskosen Lösun
gen führt, welche unweigerlich entstehen würden, wenn man
kaltwasserlösliche Polysaccharidprodukte verwenden würde.
Ein derartiges Aufwuchsmedium kann besonders bevorzugt gemäß
Anspruch 14 für die extensiv bewässerte Begrünung von erdbo
denfreien Unterlagen, insbesondere für die Dachbegrünung ge
mäß Anspruch 15 bzw. 16, verwendet werden.
Gemäß einer Ausführungsform gemäß Anspruch 16 wird ein Dach
mit den erfindungsgemäßen Aufwuchsmedien mindestens teil
weise bedeckt und mit Saatgut oder Pflanzen bestückt. Dabei
ist es, insbesondere, wenn Saatgut zur Keimung verwendet
werden soll, unter Umständen günstig, das Saatgut auf die
Mineralwolleplatten aufzubringen und diese anschließend mit
einer Humusschicht zu bedecken, um es vor Vogelfraß oder
Windverwehung zu schützen. Da es möglich ist, das Aufwuchs
medium als Mineralwolleplatte auszubilden, weist das Auf
wuchsmedium eine derartige Stabilität auf, daß es - bei hin
reichender Abstützung - auch für begehbare Dachabdeckungen
verwendet werden kann.
Darüberhinaus weisen solche Aufwuchsmedien eine ausgezeich
nete Witterungsstabilität auf.
Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung er
geben sich anhand der Beschreibung eines Ausführungsbeispie
les.
Ein als Formteil, insbesondere Platte, ausgebildetes Auf
wuchsmedium aus gebundener Mineralwolle wird wie folgt her
gestellt:
Hierzu wird eine Basaltschmelze - als Mineralschmelze - in
bekannter Weise, beispielsweise im Düsenblasverfahren, zer
fasert. Im Anschluß an den Zerfaserungsvorgang wird eine
wäßrige Suspension eines quaternären, kationischen Kartof
felstärkeethers gemäß folgender allgemeiner Formel
Stärke-O-CH2-CH(OH)-CH2-N⁺(CH3)3Cl⁻,
als kaltwasserunlösliches Polysaccharidprodukt auf die Fa
sern auf gesprüht. Gleichzeitig wird aus derselben Düse, je
doch aus einem anderen Vorratsbehälter eine wäßrige Binde
mittelmischung - auf Phenolharzbasis - auf die Fasern ge
sprüht. Im Anschluß an die Behandlung der Mineralfasern mit
der Polysaccharidproduktsuspension und dem Bindemittel wer
den die Fasern in bekannter Weise als Mineralwollebahn abge
legt, dann einem Tunnelofen, dessen Innentemperatur bei ca.
230°C liegt, zugeführt. In dem Tunnelofen verliert die Mi
neralwolle zunächst überschüssiges Wasser, welches sowohl
von der Bindemittellösung als auch von der Poly
saccharidproduktsuspension an den Fasern haftet. Hierdurch
entsteht eine Feuchtraumatmosphäre mit hoher Temperatur und
hoher Luftfeuchtigkeit.
Durch diese Umgebungsbedingungen wird es bewirkt, daß das
Polysaccharidprodukt, im Beispielsfalle ein quaternärer,
kationischer Kartoffelstärkeether, sich zu einer hochvisko
sen Flüssigkeit löst, wodurch das Polysaccharid aufgrund
seiner hydrophilen, insbesondere seiner Kationeneigenschaf
ten, auf der Oberfläche der Mineralfasern entlangkriecht, so
daß das Polysaccharid einen dünnen Film auf der Oberfläche
der Mineralfasern ausbildet.
Anschließend verliert der Polysaccharidfilm weiter an Was
ser, wodurch sich eine intramolekulare Anordnung der hydro
philen Gruppen nach innen bzw. an die Mineralfaseroberfläche
ergeben kann, so daß die hydrophoben Molekülteile des
Kartoffelstärkeethers als Polysaccharidprodukt sich nach
außen, d. h. von der Faseroberfläche abgewandt, ausrichten
bzw. sich im Sinne einer van-der-Waals-Wechselwirkung an die
hydrophoben Teile des Bindemittelharzes anlagern können. Ein
derartiges Mineralwolleprodukt, im Beispielsfalle eine Mine
ralwolleplatte, weist als Mineralwolleprimärprodukt
zunächst stark hydrophobe Eigenschaften auf, weil Wasser,
welches auf ein derartiges Produkt trifft, zunächst ledig
lich mit den hydrophoben Molekülteilen des Polysaccharides
bzw. des Bindemittels in Kontakt kommt.
Hierbei mag es auch eine Rolle spielen, daß das Bindemittel,
im Beispielsfalle ein Phenolharz, mehr oder weniger gleich
zeitig mit den oben beschriebenen Vorgängen am Polysaccha
ridmolekül aushärtet, und möglicherweise auch teilweise mit
Teilen des Saccharides reagieren kann.
Setzt man ein derart erhaltenes Mineralwolleprimärprodukt
anschließend einer Lufteinwirkung, insbesondere einer atmo
sphärischen Lufteinwirkung aus, so kehrt sich überraschen
derweise die Hydrophobie des Mineralwolleprimärproduktes zu
einer Hydrophilie um, da das in der Luft enthaltene Wasser
teilweise von dem Polysaccharid aufgenommen wird, so daß die
chemische Umgebung des Polysaccharids bewirkt, daß die hy
drophilen Molekülteile sich wieder an die Polysaccharidmole
küloberfläche bewegen, wodurch das Endprodukt stark hydro
phile Eigenschaften erhält.
Die hydrophilen Eigenschaften eines derartig erhaltenen Auf
wuchsmediums auf Mineralwollebasis sind nach mehreren Stun
den bis mehreren Tagen, im Beispielsfalle drei Tagen,
vollauf entwickelt.
Jedoch läßt sich die Umwandlung des Mineralwolleprimärpro
dukts mit hydrophoben Eigenschaften zum hydrophilen Endpro
dukt enorm beschleunigen, wenn Kieselsäure, entweder gefällt
oder pyrogen erhalten, und/oder ein Tensid mit auf die Fa
sern im Fallschacht aufgebracht werden.
Hierbei scheint das Tensid lediglich die Faltung bzw. die
Konformation des Polysaccharidmakromoleküles nahezu spontan
zu verändern, so daß fast unmittelbar im Anschluß an die
Herstellung die Umwandlung von einem hydrophoben Produkt zu
einem hydrophilen Aufwuchsmedium vollzogen ist.
Die Kieselsäure kann den obigen Umwandlungsvorgang mögli
cherweise aufgrund ihrer Hygroskopie beschleunigen. Darüber
hinaus bestimmt zugesetzte Kieselsäure die Porengröße mit,
wobei die Regel gilt, daß mit höherer Kieselsäuremenge die
Porengröße kleiner wird.
Ein derartiges Mineralwolleendprodukt läßt sich als
Aufwuchsmedium für Pflanzen verwenden.
Ein typisches Aufwuchsmedium, welches nach dem oben be
schriebenen Verfahren aus Steinwollefilz hergestellt wird,
liegt als Platte vor mit einer Rohdichte von ca. 70 kg/m3
und enthält ca. 2,5 Gew.-% Bindemittel auf Basis von Phenol
harz sowie 0,5 Gew.-% quaternären, kationischen Kartoffel
stärkeether, bezogen auf die Fasermenge.
Die hydrophilen Eigenschaften der hergestellten Mineralwol
leplatten als hydrophile Endprodukte sind z. B. durch den so
genannten Sinktest meßbar. Weisen die Aufwuchsmedien aus ge
bundener Mineralwolle hydrophile Eigenschaften auf, so müs
sen sie nach ca. 30-240 sec. abgesunken sein, was sämtli
che Mineralwolleplatten tun, wenn sie nach dem erfindungsge
mäßen Verfahren hergestellt wurden.
Ein weiteres Maß für die hydrophilen Eigenschaften von Mine
ralwolleprodukten ist die kapillare Wasseraufnahme. In die
sem Test werden die zu untersuchenden Mineralwolleprodukte
an ihren Stirnseiten mit Paraffin abgedichtet und mit ihrer
Ober- bzw. Unterseite auf die Wasseroberfläche eines Was
serbades von ca. 20°C gelegt. Die kapillare Wasseraufnahme
beträgt für die erfindungsgemäß hergestellten Mineralwolle
platten nach 30 sec. zwischen 100 und 200 g/dm2, nach einer
Stunde zwischen 190 und 225 g/dm2 und nach 24 Stunden zwi
schen 230 und 250 g/dm2.
Um eine Verwendbarkeit der mittels kaltwasserunlöslichen
Polysaccharidprodukten, insbesondere Kartoffelstärkeethern,
in Form von Mineralwolleplatten hergestellten Aufwuchsme
dien, welche zur Dachbegrünung verwendet werden können, zu
gewährleisten, wurden die Aufwuchsmedien auf ihre Tauglich
keit als Dünge- und Aufwuchssubstrat untersucht.
Hierbei stellt sich heraus, daß bei Anzuchtversuchen mit To
matensamen eine Keimungsrate von über 90% erreicht wurde.
Außerdem lagen nur zahlenmäßig geringe Wurzeldeformationen
vor, so daß die erhaltenen Mineralwolleplatten sich ausge
zeichnet als Dünge- und Aufwuchssubstrat für Kulturpflanzen
eignen.
Zum Zwecke von Dachbegrünungen ist es zweckmäßig, die Dach
konstruktion mit einer wasserdichten Folie abzudecken und
dann hierauf erfindungsgemäß hergestellte Aufwuchsmedien in
Form von Mineralwolleplatten flächendeckend auf zulegen, wo
durch eine einwandfreie Dachabdeckung gewährleistet ist, da
die Formteile aus gebundener Mineralwolle der vorliegenden
Erfindung gleichzeitig eine gute mechanische Stabilität auf
weisen.
Bei einer Dachabdeckung von Steildächern ist es dabei zweck
mäßig, zwischen den parallel zur Traufe verlaufenden Stoß
flächen der Dachbegrünungsplatten durchgehende wasserdichte
Streifen, z. B. aus normalen Mineralfaserplatten, einzulegen,
damit auf die Platten auf treffendes Regenwasser aus diesem
nicht sofort in Richtung Traufe abfließen kann.
Um einen mikrobiellen Abbau des Polysaccharidteiles des er
findungsgemäßen Aufwuchsmediums zu vermeiden, kann bei
spielsweise ein Fungizid, z. B. in Form von Kupfer- oder
Silberionen zu den Fasern gegeben werden.
Damit steht ein leistungsfähiges, über lange Zeit verwendba
res, und kostengünstig im Industriemaßstab herstellbares
Aufwuchsmedium für die erdelose Kultur von Pflanzen zur Ver
fügung, welche insbesondere für Dachbegrünungen eingesetzt
werden kann.
Claims (18)
1. Aufwuchsmedium für Pflanzen, aus gebundener Mineralwolle,
insbesondere Steinwolle,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Mineralwolle wenigstens an einem Teil ihrer Ober
fläche mindestens ein kaltwasserunlösliches Polysaccha
ridprodukt anhaftet.
2. Aufwuchsmedium nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Polysaccharidprodukt ausgewählt wird aus der
Gruppe bestehend aus:
Polysacchariden, Estern aus Polysacchariden und anorga nischen Säuren, Estern aus Polysacchariden und organi schen Säuren, Polysaccharidethern;
Stärken, insbesondere Kartoffelstärken, Estern aus Stärke und anorganischen Säuren, Estern aus Stärke und organischen Säuren, Stärkeethern, stickstoffhaltigen Stärkeethern und kationischen Stärkeethern; sowie
deren Mischungen.
Polysacchariden, Estern aus Polysacchariden und anorga nischen Säuren, Estern aus Polysacchariden und organi schen Säuren, Polysaccharidethern;
Stärken, insbesondere Kartoffelstärken, Estern aus Stärke und anorganischen Säuren, Estern aus Stärke und organischen Säuren, Stärkeethern, stickstoffhaltigen Stärkeethern und kationischen Stärkeethern; sowie
deren Mischungen.
3. Aufwuchsmedium nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Polysaccharidprodukt ein quaternärer, kationi
scher Kartoffelstärkeether ist.
4. Aufwuchsmedium nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kartoffelstärkeether durch folgende chemische
Formel repräsentiert wird:
Stärke-O-CH2-CH(OH)-CH2-N⁺(CH3)3 X⁻,
worin X ausgewählt wird aus der Gruppe bestehend aus: Halogen, insbesondere Chlor, OH, SO4, oder dgl.
worin X ausgewählt wird aus der Gruppe bestehend aus: Halogen, insbesondere Chlor, OH, SO4, oder dgl.
5. Aufwuchsmedium nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Aufwuchsmedium gefällte
und/oder pyrogene Kieselsäure enthält.
6. Aufwuchsmedium nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Aufwuchsmedium Tenside
enthält.
7. Aufwuchsmedium nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Aufwuchsmedium ca. 1
bis 5 Gew.-%, insbesondere ca. 2 bis 4 Gew.-%, vorzugs
weise ca. 2 bis 3 Gew.-% eines Bindemittels auf Phenol
harzbasis sowie wenigstens 0,1 Gew.-% Polysaccharidpro
dukt, insbesondere Kartoffelstärkeether, bezogen auf
die Fasermenge der Mineralwolle, enthält.
8. Aufwuchsmedium nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Aufwuchsmedium als Mi
neralwollefilz, insbesondere Steinwollefilz, vorliegt.
9. Aufwuchsmedium nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Mineralwollefilz eine Rohdichte von ca. 30 bis
200 kg/m3, insbesondere ca. 70 bis 120 kg/m3 aufweist.
10. Aufwuchsmedium nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Aufwuchsmedium als
Formteil, insbesondere als Platte, ausgebildet ist.
11. Aufwuchsmedium nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Aufwuchsmedium ein Dün
gemittel und/oder ein Pflanzenschutzmittel und/oder ein
Fungizid und/oder ein Bakterizid enthält.
12. Verfahren zur Herstellung eines Aufwuchsmediums nach
einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
man im Anschluß an den Zerfaserungsvorgang einer Mine ralschmelze ein kaltwasserunlösliches Polysaccharidpro dukt, vorzugsweise gleichzeitig mit einem Bindemittel, zu der Mineralwolle gibt;
man die Mineralwolle einer thermischen Trocknungsbe handlung unterzieht; und
man ein derart erhaltenes Mineralwolleprimärprodukt an schließend einer Lufteinwirkung unterzieht, wobei sich das Mineralwolleprimärprodukt in ein hydrophiles End produkt umwandelt.
man im Anschluß an den Zerfaserungsvorgang einer Mine ralschmelze ein kaltwasserunlösliches Polysaccharidpro dukt, vorzugsweise gleichzeitig mit einem Bindemittel, zu der Mineralwolle gibt;
man die Mineralwolle einer thermischen Trocknungsbe handlung unterzieht; und
man ein derart erhaltenes Mineralwolleprimärprodukt an schließend einer Lufteinwirkung unterzieht, wobei sich das Mineralwolleprimärprodukt in ein hydrophiles End produkt umwandelt.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß
man das Polysaccharidprodukt in Form einer wäßrigen
Suspension auf sprüht.
14. Verwendung eines Aufwuchsmediums nach einem der Ansprü
che 1 bis 11 für die extensiv bewässerte Begrünung von
erdbodenfreien Unterlagen.
15. Verwendung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet,
daß das Aufwuchsmedium für Dachbegrünungsmaßnahmen ein
gesetzt wird.
16. Verwendung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Dach mit dem Aufwuchsmedium nach einem der An
sprüche 1 bis 11 mindestens teilweise bedeckt und mit
Saatgut oder Pflanzen bestückt wird, wobei gegebenen
falls Aufwuchsmedium, welches bevorzugt in Form von
Formteilen vorliegt, mit einer Schutzschicht, insbeson
dere aus Humus oder dergleichen, bedeckt wird.
17. Verwendung von kaltwasserunlöslichen Polysaccharidpro
dukten zur Herstellung hydrophiler Mineralwolleprodukte
mit erhöhtem Wasserrückhaltevermögen, welche sich be
vorzugt als Aufwuchsmedium für Pflanzen in erdeloser
Kultur eignen.
18. Verwendung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet,
daß das Polysaccharidprodukt ausgewählt wird aus der
Gruppe bestehend aus:
Polysacchariden, Estern aus Polysacchariden und anorga nischen Säuren, Estern aus Polysacchariden und organi schen Säuren, Polysaccharidethern;
Stärken, insbesondere Kartoffelstärken, Estern aus Stärke und anorganischen Säuren, Estern aus Stärke und organischen Säuren, Stärkeethern, stickstoffhaltigen Stärkeethern und kationischen Stärkeethern; sowie
deren Mischungen.
Polysacchariden, Estern aus Polysacchariden und anorga nischen Säuren, Estern aus Polysacchariden und organi schen Säuren, Polysaccharidethern;
Stärken, insbesondere Kartoffelstärken, Estern aus Stärke und anorganischen Säuren, Estern aus Stärke und organischen Säuren, Stärkeethern, stickstoffhaltigen Stärkeethern und kationischen Stärkeethern; sowie
deren Mischungen.
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