DE4114745A1 - Auspuffsystem mit mehrfach ausgenutzten katalysatormatrizen - Google Patents
Auspuffsystem mit mehrfach ausgenutzten katalysatormatrizenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Auspuffsystem für einen mit einer
Arbeitsfrequenz pulsierend zu betreibenden Verbrennungsmotor
mit einer Mehrzahl von Arbeitseinheiten, welches Auspuffsystem
eine Mehrzahl von Katalysatormatrizen zur Umsetzung reagibler
Agenzien in dem von dem Verbrennungsmotor ausgestoßenen Abgas
aufweist.
Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf die katalysierte
Umsetzung reagibler Agenzien in den Abgasen aus
Verbrennungsmotoren in Kraftfahrzeugen. Die reagiblen Agenzien
in den Abgasen sind dabei in erster Linie Schadstoffe wie
z. B. Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe und Stickoxide; u. U.
treten auch Aerosole wie z. B. feinverteilter Ruß auf. Zur
Umsetzung solcher Schadstoffe sind in den der Ableitung der
Abgase an die Umgebung dienenden Auspuffsystemen sog. Kataly
satormatrizen, von dem Abgas durchströmbare Trägermatrizen aus
Metall oder Keramik mit Beschichtungen aus Katalysatoren,
vorgesehen. Auspuffsysteme, also Rohrleitungsanordnungen zur
Ableitung der Abgase von den Auslässen der Verbrennungsmotoren
an die Umgebung, mit Katalysatoren sind in Ansehung der
weltweiten einschlägigen Gesetzgebung mittlerweise
Standardkomponenten von Kraftfahrzeugen.
Als Trägermatrizen für Katalysatoren sind sowohl keramische
als auch metallische Wabenkörper, neben keramischen
Schüttgutsubstraten, bekannt. Unter einem Wabenkörper wird ein
Körper verstanden, der eine Vielzahl von engen, von den
Abgasen zu durchströmenden Kanälen mit Wandungen aufweist, die
mit den als Katalysatoren wirkenden Substanzen (beispielsweise
Edelmetallgemischen) zu beschichten sind. Ein solcher Waben
körper bietet einem ihn durchströmenden Fluid eine Oberfläche
von beträchtlicher Größe dar und vermag so zu gewährleisten,
daß in diesem Abgas jedwede Schadstoffkomponente irgendwann
die mit dem Katalysator beschichtete Wandung erreicht und
umgesetzt werden kann. Solche Wabenkörper, insbesondere
metallische Wabenkörper aus aus Blechen geschichteten und
gewundenen oder verschlungenen Stapeln, sind beschrieben in
der EP-02 45 736 E1, der EP 02 45 737 E1, der EP 02 45 738 81,
der WO 89/10 470 A1, der WO 89/10 471 A1 und der WO 90/03 220 A1.
Auch der Einsatz solcher Wabenkörper als Katalysatormatrizen
in Auspuffsystemen von Verbrennungsmotoren ist in diesen
Schriften ausführlich erläutert.
Die Einbeziehung einer Katalysatormatrix in ein Auspuffsystem
für einen gemäß üblicher Praxis eine Vielzahl von
Arbeitseinheiten, insbesondere Zylindern, aufweisenden
Verbrennungsmotor erfolgte bislang in der Weise, daß zunächst
die Abgase aus den Auslässen der Arbeitseinheiten zusammenge
führt und in einem an die Zusammenführungsstelle
anschließenden Auspuffrohr der Katalysatormatrix zugeleitet
wurden. Alternativ zur Zusammenführung der Abgase sämtlicher
Auslässe in ein einziges Auspuffrohr ist auch bereits die
zumindest teilweise Aufteilung des Abgasstroms auf zwei
einander parallel geschaltete Auspuffrohre, gegebenenfalls
jedes mit einer eigenen Katalysatormatrix, erwogen worden.
Stets aber ist die Katalysatormatrix hinter der in aller Regel
notwendigen Zusammenführungsstelle für die Abgase aus
zumindest mehreren der vielzähligen Arbeitseinheiten des
Verbrennungsmotors angeordnet.
Die Erfindung basiert auf der Aufgabe, ein Auspuffsystem für
einen Verbrennungsmotor der erwähnten Art zu schaffen, bei dem
die Ausnutzung des Katalysators zur Reinigung des Abgases
durch Ausnutzung spezifischer Eigenschaften des Abgases
verbessert ist.
Erfindungsgemäß weist ein Auspuffsystem für einen mit einer
Arbeitsfrequenz pulsierend zu betreibenden Verbrennungsmotor
mit einer Mehrzahl von Arbeitseinheiten, deren jede einen
Auslaß zum pulsierenden Ausstoßen eines Abgases hat, welches
unter Bildung zumindest zweier pulsierender Abgasströme, die
um ein Drittel bis zwei Drittel der Periode der
Arbeitsfrequenz gegeneinander phasenverschoben sind, von dem
Verbrennungsmotor abführbar ist, folgende Bestandteile auf:
- a) zumindest zwei Auslaßanordnungen mit jeweils zumindest einem Motorauslaßrohr, deren jede zur Abführung eines Abgasstroms mit zumindest einem Auslaß verbindbar ist;
- b) eine Mischkammer zur Vermischung der Abgasströme, in die jede Auslaßanordnung an zumindest einer zugehörigen ersten Mündung einmündet, wo eine von dem Abgasstrom zu durchströmende Katalysatormatrix angeordnet ist;
- c) eine Auspuffanordnung mit zumindest einem Auspuffrohr, das an einer zugehörigen zweiten Mündung in die Mischkammer einmündet, zur Ableitung des Abgases in die Umgebung.
Ein wesentliches Element der Erfindung ist die Ausnutzung der
Pulsation des Abgases, die durch die pulsierende Arbeitsweise
der Arbeitseinheiten des Verbrennungsmotors bedingt ist. Unter
der Arbeitsfrequenz des Verbrennungsmotors ist, insbesondere
im Fall eines Kraftfahrzeug-Verbrennungsmotors, die Drehzahl
der Kurbelwelle zu verstehen. Im Falle eines Viertakt-Ver
brennungsmotors ist dem Abgas eine Pulsfrequenz entsprechend
der halben Arbeitsfrequenz aufgeprägt, da für jeweils zwei
aufeinander folgende Umdrehungen der Kurbelwelle für einen etwa
einer halben Umdrehung entsprechenden Zeitraum, also einem
Zeitraum entsprechend der halben Periode der Arbeitsfrequenz,
Abgas ausgestoßen wird. Die pulsierende Abgabe des Abgases aus
dem Verbrennungsmotor bedingt in einer Abgasleitung, die an
einen Auslaß (oder, in noch zu erläuternder Weise, an eine
Mehrzahl nicht miteinander wechselwirkender Auslässe)
angeschlossen ist, das Auftreten von Druckwellen mit
erheblicher Amplitude, wobei jeder einzelne Abgasausstoß eine
Druckwelle verursacht, die ihrerseits eine Sogwelle, also eine
Zone gegenüber dem Umgebungsdruck verringerten Drucks, nach
sich zieht. Gemäß der Erfindung werden sowohl die Druckwellen
als auch die Sogwellen ausgenutzt, um das Abgas durch in dem
Auspuffsystem angeordnete Katalysatormatrizen zu treiben.
Insbesondere ist hierzu das aus den Auslässen des
Verbrennungsmotors ausgestoßene Abgas zu zumindest zwei
pulsierenden Abgasströmen zusammenzufassen, die bezüglich der
Arbeitsfrequenz eine bestimmte Phasenbeziehung zueinander
haben und durch zwei Auslaßanordnungen geführt werden, deren
jeder an einer Mischkammer zur Vermischung der beiden
Abgasströme eine eigene Katalysatormatrix zugeordnet ist. Die
Phasenbeziehung der beiden Abgasströme ist erfindungsgemäß so
einzustellen, daß sie um ein Drittel bis zwei Drittel der
Periode der Arbeitsfrequenz, vorzugsweise um etwa die Hälfte
der Periode, gegeneinander phasenverschoben sind. Im Falle
eines Zweizylinder-Viertakt-Verbrennungsmotors ist dies z. B.
dadurch zu bewerkstelligen, daß die beiden Zylinder so an die
Kurbelwelle angeschlossen sind, daß sie gegenphasig laufen.
Der Ausstoß von Abgas aus den beiden Zylindern erfolgt dann
stets in der Weise, daß die Zylinder während zweier
unmittelbar aufeinanderfolgender Zeiträume entsprechend der
Dauer der halben Periode der Arbeitsfrequenz Abgas ausstoßen.
Gemäß der Erfindung wird die auf die von dem ersten Zylinder
bewirkte Druckwelle folgende Sogwelle ausgenutzt, um das
unmittelbar im Anschluß ausgestoßene Abgas des zweiten
Zylinders durch die diesem zugeordnete Auslaßanordnung zu
ziehen, und zwar nicht nur durch die dieser Auslaßanordnung
zugeordnete Katalysatormatrix, sondern zumindest teilweise
auch durch die der Auslaßanordnung des ersten Zylinders
zugeordnete Katalysatormatrix. Das beschriebene Zweizylinder-System
kann durch Hinzufügung zumindest eines weiteren
Zylinders dahingehend ergänzt werden, daß die auf die
Druckwelle in der Auslaßanordnung jedes Zylinders folgende
Sogwelle die Druckwelle in der Auslaßanordnung eines anderen
Zylinders unterstützt. Selbstverständlich sind beispielsweise in
einem Dreizylinder-System, wobei die drei Zylinder jeweils um
ein Drittel der Periode der Arbeitsfrequenz gegeneinander
phasenverschoben arbeiten, die gegenseitigen Phasenverschie
bungen der Abgasströme nicht notwendig optimal; für die Zwecke
der Erfindung erweist sich jedoch eine Phasenverschiebung, die
mit einer Toleranz von etwa einem Drittel der Periode der
Arbeitsfrequenz mit der als ideal anzusehenden Gegenphase
übereinstimmt, als ausreichend.
Die Erfindung macht besonders vorteilhaften Gebrauch von der
mechanischen Robustheit insbesondere der aus zumindest
teilweise strukturierten Blechen gebildeten metallischen
Wabenkörper, die inzwischen entwickelt worden sind; die
Erfindung ermöglicht auch erstmals die Ausnutzung der
dynamischen Eigenschaften der Abgasströme aus üblichen
Verbrennungsmotoren zum Zwecke ihrer katalytischen Reinigung.
Wie bereits erwähnt, können erfindungsgemäß u. U. die Abgase
aus mehreren Arbeitseinheiten eines Verbrennungsmotors zur
Bildung eines pulsierenden Abgasstroms miteinander kombiniert
werden. In einem Viertakt-Verbrennungsmotor liefert eine
Arbeitseinheit, wie bereits erwähnt, einen Abgasstrom, der mit
der halben Arbeitsfrequenz des Verbrennungsmotors pulsiert.
Eine zu dieser Arbeitseinheit gleichphasig laufende
Arbeitseinheit kann einen Abgasstrom liefern, der zu dem
Abgasstrom der ersten Verbrennungseinheit entweder
gleichphasig oder, bezogen auf die halbe Arbeitsfrequenz,
gegenphasig ist. Die Druckwellen in solcherart gegenphasigen
Abgasströmen beeinflussen einander nicht wesentlich, zeigen
also allenfalls geringe Wechselwirkung, da ihr zeitlicher
Abstand zu groß ist. Sie können aus diesem Grunde zu einem
einzigen Abgasstrom miteinander kombiniert werden. Besonders
vorteilhaft ist dieses z. B. im Falle eines üblichen
Vierzylinder-Verbrennungsmotors, in dem gemäß üblicher Praxis
jeweils zwei Paare von Zylindern gleichphasig laufen und die
Phasen der Paare, bezogen auf die Arbeitsfrequenz, einander
entgegengesetzt sind. Die Abgase der Paare gleichphasiger
Zylinder können vorteilhafterweise jeweils zu einem einzigen
Abgasstrom kombiniert werden, wobei die beiden entstandenen
Abgasströme die für die Erfindung wesentliche Phasenverschie
bung, im konkreten Fall im wesentlichen genau die ideale
Phasenverschiebung, aufweisen.
Um das erfindungsgemäße Auspuffsystem möglichst platzsparend
auszulegen, weist günstigerweise jede Auslaßanordnung nur ein
Motorauslaßrohr auf, welches Motorauslaßrohr u. U. um ein
Verbindungsstück zum Anschluß an eine Mehrzahl von Auslässen
des Verbrennungsmotors erweitert sein kann. Mit dieser
Weiterbildung ist insbesondere eine "motornahe" Anordnung der
Katalysatormatrizen möglich, was die Ausnutzung eines weiteren
Vorteils der inzwischen zur Verfügung stehenden, insbesondere
metallischen Katalysatormatrizen erlaubt. Ein im praktischen
Betrieb wesentlicher Vorteil eines Auspuffsystems mit in der
Nähe des Verbrennungsmotors angeordneten Katalysatormatrizen
ist deren rasche Aufwärmung im Anschluß an die Inbetriebnahme
des Verbrennungsmotors, da der Wärmeverlust des Abgases auf
dem Weg zu den Katalysatormatrizen durch die kurzen Abstände
im Auspuffsystem besonders gering ist. Die Produktion von
nicht umsetzbaren Schadstoffen in der Inbetriebnahmephase
eines Verbrennungsmotors kann auf diese Weise ohne besondere
weitergehenden Maßnahmen klein gehalten werden.
Eine günstige Ausgestaltung der Mischkammer zur Zusammen
führung und Vermischung der Abgasströme vor der Ableitung
durch ein Auspuffrohr oder eine Mehrzahl solcher Rohre ist
dadurch gekennzeichnet, daß die Mischkammer zumindest einen
bezüglich einer Achse etwa prismatischen, insbesondere etwa
zylindrischen, Rohrabschnitt mit zwei axialen Enden und einem
dazwischenliegenden Mittelbereich aufweist, wobei die zweite
Mündung zum Anschluß des Auspuffrohres in dem Mittelbereich
angeordnet ist und an jedem axialen Ende der Rohrabschnitt mit
einer Katalysatormatrix in der Weise ausgefüllt ist, daß die
zweite Mündung zwischen den Katalysatormatrizen liegt; jedes
axiale Ende ist mit einer Haube verschlossen, in der jeweils
eine der Auslaßanordnungen an zumindest einer ersten Mündung
einmündet. Eine solche Mischkammer ist sehr kompakt und
erfüllt alle an sie zu stellenden Anforderungen; insbesondere
können die die Auslaßanordnungen relativ zur Mischkammer
abschließenden Katalysatormatrizen relativ dicht nebeneinander
angeordnet werden, was zur Gewährleistung der korrekten
Phasenbeziehung zwischen den mehreren Abgasströmen von
Bedeutung sein kann. Ein Auspuffsystem unter Einbeziehung
einer Mischkammer der vorbeschriebenen Art eignet sich
insbesondere zur Verwendung in einem Verbrennungsmotor mit
einer geraden Zahl von Arbeitseinheiten, die in zwei Gruppen
aufteilbar sind, wobei mit den Abgasen der Arbeitseinheiten
jeder Gruppe ein besonderer Abgasstrom gebildet wird und beide
Abgasströme die erwünschte Phasenbeziehung untereinander
aufweisen.
Eine alternative Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Auspuffsystems zeichnet sich dadurch aus, daß zu jeder
Auslaßanordnung die zugehörige Katalysatormatrix in einem
metallischen Mantelrohr angeordnet ist, das an einem ersten
Ende mit einer Haube verschlossen ist, in der sich die
erwähnte zugehörige erste Mündung befindet, und welches
Mantelrohr an einem zweiten Ende in die Mischkammer einmündet.
Ein solches Auspuffsystem ist insbesondere für Anwendungen
geeignet, bei denen jeder einer Vielzahl von Arbeitseinheiten
eines Verbrennungsmotors eine eigene Auslaßanordnung mit einer
zugehörigen Katalysatormatrix zugeordnet sein soll; dies ist
insbesondere der Fall bei Dreizylinder-Verbrennungsmotoren und
bei Sechszylinder-Verbrennungsmotoren, insbesondere bei
Sechszylinder-Verbrennungsmotoren in Boxeranordnung, die Paare
von gleichphasig laufenden Zylindern aufweisen und somit mit
drei Auslaßanordnungen zur Führung dreier Abgasströme, die
untereinander um ein Drittel bzw. zwei Drittel der Periode der
Arbeitsfrequenz gegeneinander phasenverschoben sind, versehen
werden müssen.
Wie bereits erwähnt, eignen sich zur Verwendung in dem
erfindungsgemäßen Auspuffsystem jedweder Ausgestaltung
insbesondere Katalysatormatrizen, die auf der Basis
metallischer Wabenkörper gebildet sind.
Zum Einsatz eines Auspuffsystems gemäß der Erfindung kann
insbesondere ein Viertakt-Ottomotor, dessen Arbeitseinheiten
jeweils zumindest ein Einlaßventil an einem Einlaß zur
Zuführung von Brennstoff-Luft-Gemisch sowie zumindest ein
Auslaßventil an dem Auslaß zur Abführung des Abgases
aufweisen, weitergebildet werden: Die Steuerung der Einlaß- und
Auslaßventile, die diese pulsierend mit der halben
Arbeitsfrequenz zu verstellen hat, wobei bekanntermaßen an
jeder Arbeitseinheit das zumindest eine Einlaßventil
unmittelbar im Anschluß an die Öffnung des zumindest einen
Auslaßventils zu öffnen ist, dahingehend ausgebildet wird, daß
das Auslaßventil noch geöffnet bleibt, während das
Einlaßventil bereits öffnet. Mit dieser Maßnahme kann die auf
die durch das ausströmende Abgas bewirkte Druckwelle in der
Auslaßanordnung folgende Sogwelle durch die Sogwirkung
unterstützt werden, die in der Arbeitseinheit bei der Aufnahme
frischen Brennstoff-Luft-Gemisches aufgebaut wird; die
erwähnte Durchströmung der im Auspuffsystem befindlichen
Katalysatormatrizen in zwei Richtungen, und damit die
verbesserte Ausnutzung der Katalysatoren, wird damit weiter
unterstützt.
Generell bietet die Erfindung eine Möglichkeit zur Ausnutzung
des in einer Katalysatormatrix befindlichen Katalysators von
beiden möglichen Seiten; die im Rahmen der bislang üblichen
Verwendungen stets auftretende einseitige Abnutzung des
Katalysators in der Katalysatormatrix kann damit durch eine,
wenn auch nicht unbedingt vollständig symmetrische,
zweiseitige Ausnutzung des Katalysators, mit der daraus
folgenden Verlängerung seiner Gebrauchsdauer, abgelöst werden.
Selbstverständlich bietet die vorliegende Erfindung auch die
Möglichkeit, in dem zur Ableitung des Abgases von der
Mischkammer dienenden Auspuffrohr eine weitere Katalysator
matrix anzuordnen, beispielsweise um eine gewisse Redundanz an
verfügbarem Katalysator zu erzielen.
Die weitere Erläuterung der Erfindung erfolgt anhand der in
der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele, welche zum
Zwecke der Verdeutlichung der Erfindung teilweise nicht
maßstäblich, schematisiert und/oder leicht verzerrt sind. Im
einzelnen zeigen:
Fig. 1 einen Verbrennungsmotor mit einem schematisiert
dargestellten Auspuffsystem gemäß der Erfindung;
Fig. 2 einen teilweise schematisierten Querschnitt durch
Teile eines erfindungsgemäßen Auspuffsystems;
Fig. 3 eine Anordnung aus Mischkammer, Wabenkörpern und
Auslaßanordnung im Sinne der Erfindung.
Fig. 1 zeigt, schematisiert und von oben gesehen, einen
Verbrennungsmotor 1, und zwar einen Vierzylinder-Viertakt-Motor.
Der Verbrennungsmotor 1 weist vier Arbeitseinheiten 2,
nämlich vier Zylinder, auf, denen jeweils durch einen Einlaß
21 Brennstoff-Luft-Gemisch zuführbar und durch jeweils einen
Auslaß 3 Abgas abführbar ist - jeweils über Einlaßventile bzw.
Auslaßventile, die, wie zum Betrieb des Verbrennungsmotors 1
gleichermaßen notwendige Zündkerzen und weitere Komponenten,
der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt sind. Jeder
Auslaß 3 ist an eine Motorauslaßanordnung angeschlossen und
dabei, gegebenenfalls über ein Verbindungsstück 11, mit einem
Motorauslaßrohr 4 verbunden, wobei jeweils zwei Auslässen 3
ein Motorauslaßrohr 4 zukommt. An jeweils einem Motorauslaß
rohr 4 angeschlossen sind die beiden äußeren Arbeitseinheiten
2 bzw. die beiden inneren Arbeitseinheiten 2; dies entspricht
der üblichen Praxis, in einem Vierzylinder-Verbrennungsmotor
jeweils die beiden äußeren bzw. die beiden inneren Zylinder
gleichphasig zu betreiben, wobei die äußeren Zylinder
gegenphasig zu den inneren Zylindern laufen. Im Rahmen der
erfindungsgemäßen Auspuffanordnung verbinden die
Motorauslaßrohre 4 jeweils zwei Auslässe 3 mit der Mischkammer
5, von der zur Ableitung der Abgase aus dem Verbrennungsmotor
1 an die Umgebung ein Auspuffrohr 8 mit einem Schalldämpfer 10
abgeht. Die Mischkammer 5 ist gebildet mit einem bezüglich
einer Achse 12 etwa zylindrischen Rohrabschnitt 13 mit einem
Mittelbereich 15 und zwei axialen Enden 14, wobei der
Mittelbereich 15 die zweite Mündung 9 für das Auspuffrohr 8
aufweist und der Rohrabschnitt 13 an jedem axialen Ende 14 mit
einer Katalysatormatrix 7 ausgefüllt ist. Jedes axiale Ende 14
ist verschlossen mit einer Haube 16, in der sich jeweils eine
erste Mündung 6 für eines der Motorauslaßrohre 4 befindet. Es
ist zu bemerken, darauf hinzuweisen, daß die Darstellung von
Motorauslaßrohren 4 und Verbindungsstücken 11 aus Gründen der
Übersichtlichkeit nicht in der Weise dargestellt ist, daß sie
mit den an ein derartiges Leitungssystem zu stellenden
Anforderungen übereinstimmt, nämlich daß die Wege von der
Mischkammer 5 zu den Auslässen 3 sämtlich ungefähr gleich lang
sind. Diese Anforderung ist allerdings einschlägig bekannt und
bei der Realisierung des erfindungsgemäßen Auspuffsystems in
angemessener Weise zu berücksichtigen. Diese Berücksichtigung
kann z. B. erfolgen durch das Einfügen von Rohrbögen in
Verbindungsstücke 11 und/oder Motorauslaßrohre 4. Die Wirkung
des erfindungsgemäßen Auspuffsystems bei der Abführung von
Abgasen von den Auslässen 3 erfolgt derart, daß eine aus einem
ersten Motorauslaßrohr 4 austretende Druckwelle mit einer aus
dem zweiten Motorauslaßrohr 4 austretenden Sogwelle
zusammenfällt, so daß durch die Sogwelle Abgas aus dem ersten
Motorauslaßrohr 4 heraus- und in das zweite Motorauslaßrohr 4
hineingesaugt wird; auf diese Weise sind zur Umsetzung der
Schadstoffe in den aus jedem der Motorauslaßrohre 4
austretenden Abgasen beide Katalysatormatrizen 7 wirksam; jede
Katalysatormatrix 7 wird in beiden möglichen Richtungen
durchströmt und damit von beiden Seiten beansprucht, was zu
einer wesentlich vorteilhafteren Abnutzung des auf ihr
befindlichen Katalysators führt.
Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine Mischkammer 5,
in die vier Motorauslaßrohre 4 mit jeweils einem zugehörigen
Wabenkörper 7 einmünden. Jede Katalysatormatrix 7 ist in ein
etwa zylindrisches Mantelrohr 17 eingesetzt, das seinerseits
in die Wandung der Mischkammer 5 eingelassen ist und mit einem
ersten Ende 18 in diese hinein- und mit einem zweiten Ende 19
aus dieser herausragt. Jedes Mantelrohr 17 ist an seinem
zweiten Ende 19 mit einer Haube 20 verschlossen, wobei sich in
jeder Haube 20 eine erste Mündung 6 für ein Motorauslaßrohr 4
befindet. Weiterhin weist die Mischkammer 5 zwei zweite
Mündungen 9 auf, an deren jede sich ein Auspuffrohr B
anschließt. Die mit Fig. 2 ausschnittsweise dargestellte
erfindungsgemäße Anordnung ist insbesondere verwendbar für
einen Verbrennungsmotor mit vier Arbeitseinheiten,
beispielsweise den in Fig. 1 schematisiert dargestellten
Vierzylinder-Ottomotor, wobei jeder Arbeitseinheit ein
Motorauslaßrohr 4 nebst Katalysatormatrix 7 zuzuordnen ist,
oder für einen Verbrennungsmotor mit acht Arbeitseinheiten,
insbesondere einen Achtzylinder-Ottomotor, wobei jedem
Motorauslaßrohr 4 zwei Arbeitseinheiten zukommen. Ein
Achtzylinder-Ottomotor besteht üblicherweise aus zwei
Einheiten mit vier Zylindern, die nach Art eines V zueinander
angeordnet sind; jede Einheit mit vier Zylindern kann an zwei
Motorauslaßrohre 4 ähnlich der in Fig. 1 gezeigten Anordnung
angeschlossen werden.
Fig. 3 zeigt, stark schematisiert, eine Anordnung mit drei
Katalysatormatrizen 7 nebst Hauben 20 und daran anschließenden
Motorauslaßrohren 4, wobei die drei Katalysatormatrizen 7 eine
Mischkammer 5 mit dreieckigem Querschnitt begrenzen. Eine
zweite Mündung 9 für ein Auspuffrohr oder dergleichen ist
gleichfalls angedeutet. Die Anordnung gemäß Fig. 3 kann
beispielsweise verwendet werden für einen Ottomotor mit drei
oder sechs Zylindern, wobei im Falle der sechs Zylinder
jeweils zwei Zylinder gleichphasig zueinander betrieben werden
(dies ist beispielsweise beim Sechszylinder-Boxermotor der
Fall) und solche gleichphasig laufenden Zylinder an jeweils
ein Motorauslaßrohr 4 angeschlossen werden. Selbstverständlich
müssen in einem solchen Fall die Auslässe der Zylinder nicht
erst über Verbindungsstücke miteinander in Verbindung gebracht
werden; zur Verbindung jedes Auslasses mit der Mischkammer 5
kann auch jeweils ein besonderes Motorauslaßrohr 4 vorgesehen
werden.
Erfindungsgemäß wird ein an einem pulsierend zu betreibenden
Verbrennungsmotor mit einer Mehrzahl von Arbeitseinheiten
einsetzbares Auspuffsystem angegeben, das die Ausnutzung der
durch die Betriebsweise des Verbrennungsmotors in den von
diesem abgeführten Abgasströmen bewirkten Druck- und Sogwellen
in der Weise ermöglicht, daß jeder Abgasstrom nicht nur durch
eine ihm in dem Auspuffsystem zugeordnete Katalysatormatrix,
sondern außerdem zumindest teilweise durch zumindest eine
einem anderen Abgasstrom zugeordnete Katalysatormatrix gezogen
wird. Erfindungsgemäß können die auf den Katalysatormatrizen
befindlichen Katalysatoren wesentlich gleichmäßiger abgenutzt
werden, als dies im Rahmen der Auspuffsysteme des Standes der
Technik möglich war.
Claims (9)
1. Auspuffsystem für einen mit einer Arbeitsfrequenz pulsierend
zu betreibenden Verbrennungsmotor (1) mit einer Mehrzahl von
Arbeitseinheiten (2), deren jede einen Auslaß (3) zum
pulsierenden Ausstoßen eines Abgases hat, welches unter
Bildung zumindest zweier pulsierender Abgasströme, die um ein
Drittel bis zwei Drittel der Periode der Arbeitsfrequenz
gegeneinander phasenverschoben sind, von dem Verbrennungsmotor
(1) abführbar sind, mit
- a) zumindest zwei Auslaßanordnungen mit jeweils zumindest einem Motorauslaßrohr (4), deren jede zur Abführung eines Abgasstroms mit zumindest einem Auslaß (3) verbindbar ist;
- b) einer Mischkammer (5) zur Vermischung der Abgasströme, in die jede Auslaßanordnung an zumindest einer zugehörigen ersten Mündung (6) einmündet, wo eine von dem Abgasstrom zu durchströmende Katalysatormatrix (7) angeordnet ist;
- c) einer Auspuffanordnung (8; 10) mit zumindest einem Auspuffrohr (8), das an einer zugehörigen zweiten Mündung (9) in die Mischkammer (5) einmündet, zur Ableitung des Abgases in die Umgebung.
2. Auspuffsystem nach Anspruch 1, bei dem jede Auslaßanordnung
nur ein Motorauslaßrohr (4) aufweist.
3. Auspuffsystem nach Anspruch 2, bei dem jedes
Motorauslaßrohr (4) ein Verbindungsstück (11) zum Anschluß an
eine Mehrzahl von Auslässen (3) aufweist.
4. Auspuffsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem
- a) die Mischkammer (5) zumindest einen bezüglich einer Achse (12) etwa prismatischen, insbesondere etwa zylindrischen Rohrabschnitt (13) mit zwei axialen Enden (14) und einem dazwischenliegenden Mittelbereich (15) aufweist, in dem die zweite Mündung (9) liegt;
- b) an jedem axialen Ende (14) der Rohrabschnitt (13) mit einer Katalysatormatrix (7) ausgefüllt ist, wobei die zweite Mündung (9) zwischen den Katalysatormatrizen (7) liegt;
- c) jedes axiale Ende (14) mit einer Haube (16) verschlossen ist, in der eine Auslaßanordnung an zumindest einer ersten Mündung (6) einmündet.
5. Auspuffsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem zu
jeder Auslaßanordnung die zugehörige Katalysatormatrix (7) in
einem metallischen Mantelrohr (17) angeordnet ist, das an
einem ersten Ende (18) mit einer Haube (20) verschlossen ist,
die die zumindest eine zugehörige erste Mündung (6) aufweist,
und das an einem zweiten Ende (19) in die Mischkammer (5)
mündet.
6. Auspuffsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem jede Katalysatormatrix (7) einen metallischen Wabenkörper
aufweist.
7. Verwendung eines Auspuffsystems nach einem der
vorhergehenden Ansprüche zur Ableitung des Abgases von einem
Verbrennungsmotor (1), insbesondere einem Viertakt-Ottomotor,
mit einer Vielzahl von Arbeitseinheiten (2), wobei an jedem
Auslaß (3) ein besonderer Abgasstrom gebildet wird.
8. Verwendung eines Auspuffsystems nach einem der Ansprüche 1
bis 6 zur Ableitung des Abgases von einem Verbrennungsmotor
(1), insbesondere einem Viertakt-Ottomotor, mit einer Vielzahl
von Arbeitseinheiten (2), die in eine Mehrzahl von Gruppen mit
etwa gleichphasig betriebenen Arbeitseinheiten (2) eingeordnet
sind, wobei für jede Gruppe ein besonderer Abgasstrom gebildet
wird.
9. Verwendung eines Auspuffsystems nach einem der Ansprüche 1
bis 6 zur Ableitung des Abgases von einem Verbrennungsmotor
(1), insbesondere einem Viertakt-Ottomotor, wobei zumindest
eine Gruppe mit zwei pulsierenden Abgasströmen gebildet wird,
welche Abgasströme um ein Drittel bis zwei Drittel der Periode
der Arbeitsfrequenz, insbesondere um etwa die Hälfte der
Periode der Arbeitsfrequenz, gegeneinander phasenverschoben
sind.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914114745 DE4114745A1 (de) | 1991-05-06 | 1991-05-06 | Auspuffsystem mit mehrfach ausgenutzten katalysatormatrizen |
| DE9113386U DE9113386U1 (de) | 1991-05-06 | 1991-10-28 | Auspuffsystem mit mehrfach ausgenutzten Katalysatormatritzen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914114745 DE4114745A1 (de) | 1991-05-06 | 1991-05-06 | Auspuffsystem mit mehrfach ausgenutzten katalysatormatrizen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4114745A1 true DE4114745A1 (de) | 1992-11-12 |
Family
ID=6431082
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19914114745 Withdrawn DE4114745A1 (de) | 1991-05-06 | 1991-05-06 | Auspuffsystem mit mehrfach ausgenutzten katalysatormatrizen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4114745A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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- 1991-05-06 DE DE19914114745 patent/DE4114745A1/de not_active Withdrawn
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