DE3909600A1 - Verwendung von cycloalkano(1,2-b)indol-sulfonamiden in kombination mit plasminogen-aktivatoren als arzneimittel bei der thrombolytischen therapie - Google Patents
Verwendung von cycloalkano(1,2-b)indol-sulfonamiden in kombination mit plasminogen-aktivatoren als arzneimittel bei der thrombolytischen therapieInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von
Cycloalkano[1,2-b]indol-sulfonamiden in Kombination mit
Plasminogen-Aktivatoren zur Behandlung thrombotischer
und thromboembolischer Verschlüsse, wie Cerebral- und
Koronarokklusionen sowie Verschlüssen in der Peripherie,
insbesondere ihre Verwendung in Arzneimitteln bei der
thrombolytischen Therapie.
Es ist bekannt, daß Cycloalkano[1,2-b]indol-sulfonamide
eine Thrombozyten-aggregationshemmende und Thromboxan-
A₂-antagonistische Wirkung besitzen [vgl. DOS 36 31 824].
Weiterhin ist bekannt, daß der Arachidonsäure-Metabolit
Trhomboxan A₂ (TXA₂), der in den Thrombozyten gebildet
wird, thrombozyten-aggregrierende und vasokonstrikto
rische Eigenschaften besitzt [vgl. Hamberg et al., Proc.
Natl. Acad. Sci., USA 72, 2994 (1975); Moncada et al.,
Pharmacol. Rev. 30, 293 (1979)]. Außerdem ist bekannt,
daß Thromboxansynthase-Inhibitoren, wie beispielsweise
Pyridine, substituierte Pyridine, Imidazole, 1-substi
tuierte Imidazole, Prostaglandinendoperoxid-Analoga oder
Thromboxan-Antagonisten, wie beispielsweise 4-[2-(Ben
zensulfonamido)-ethyl]phenoxyessigsäure [vgl. U. Stegmeier,
J. Pill, B. Müller-Beckmann, F.H. Schmidt, E.-C.
Witte, H.-P. Wolff und H. Patscheke, Thrombosis Research
35, 379-395 (1984)] oder N,N′-[7-(3-Chlorbenzolamino
sulfonyl)-1,2,3,4-tetrahydroisochinolyl]disulfonamide
[vgl. Weichmann et al., Prostaglandins Leukotriens Med.
15, 167 (1984)] zusammen mit einem Plasminogen-Aktivator
bei der thrombolytischen Therapie die Thromboxan-Aktivität
inhibieren, die thrombolytische Dosis des Plas
minogen-Aktivators erniedrigen, die Zeit für die Reper
fusion verkürzen und das Auftreten einer Reokklusion
reduzieren [vgl. EP A1 02 65 129].
Die alleinige Verabreichung von Plasminogen-Aktivatoren
bei der Behandlung von thrombotischen Verschlüssen
bewirkt nur die Rekanalisation der Gefäße; die Faktoren,
die zur Thrombusbildung führen, wie beispielsweise
atherosklerotische Plaques und verstärktes Anhaften von
Blutplättchen und deren Aggregationsbildung sowie die
Entstehung von Koronarspasmen werden nicht beseitigt.
Außerdem besteht nach erfolgreicher Rekanalisation mit
Plasminogen-Aktivatoren weiterhin ein großes Risiko für
einen neuen Gafäßverschluß. Sehr hohe Dosen von Plas
minogen-Aktivatoren können zudem ein erhöhtes Blutungs
risiko bedeuten [vgl. Gold et al., Circ. 73, 347
(1986)].
Die nunmehr aufgefundene Kombination von Plasminogen-
Aktivatoren mit Cycloalkano[1,2-b]indol-sulfoamiden
ist neu und ihre Wirkung beim Einsatz in der throm
bolytischen Therapie ist wesentlich besser als der
Stand der Technik.
Es wurde jetzt gefunden, daß Cycloalkano[1,2-b]indol-
sulfonamide der allgemeinen Formel
in welcher
R¹ - für Wasserstoff, Halogen, Trifluormethyl, Carboxy oder für Alkoxycarbonyl mit bis zu 8 Kohlenstoff atomen steht, oder
- für eine Gruppe von der Formel -SR³, -NR₄R₅ oder -OR₆ steht,
worin
R³ - geradkettiges oder verzweigtes Alkyl mit bis zu 8 Kohlenstoffatomen bedeutet,
R⁴ und R⁵ gleich oder verschieden sind und Wasser stoff, geradkettiges oder verzweigtes Alkyl mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen, Benzyl, Phenyl oder Acetyl bedeuten,
und
R⁶ - Wasserstoff, geradkettiges oder verzweigtes Alkyl oder Alkylsulfonyl mit bis zu 6 Kohlen stoffatomen, Benzyl, Phenyl, Benzylsulfonyl oder Trifluormethyl bedeutet,
oder
R¹ - für geradkettiges oder verzweigtes Alkyl oder Alkenyl mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen oder Cyclopropyl, Cyclopentyl oder Cyclohexl steht, das gegebenenfalls durch Carboxy, Fluor, Chlor, Brom, Hydroxy, Cyano, Alkoxy, Alkoxycarbonyl oder Alkylthio mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen substituiert ist,
R² - für Phenyl steht, das gegebenenfalls bis zu 2fach gleich oder verschieden durch Fluor, Chlor, Brom, Cyano, Trifluormethyl, Hydroxy, Carboxy, Phenyl, Phenoxy, Benzyloxy oder durch Alkyl, Alkoxycarbonyl alkyl, Alkoxy, Alkylthio oder Alkoxycarbonyl mit jeweils bis zu 6 Kohlenstoffatomen im Alkylteil oder durch eine Gruppe der Formel -NR⁴, R⁵ substituiert ist,
worin
R⁴ und R⁵ die oben angegebene Bedeutung haben,
x - für die Zahl 1, 2 oder 3 steht
und
y - für die Zahl 0 oder 1 steht,
gegebenenfalls in einer isomeren Form und deren Salze in Kombination mit Plasminogen-Aktivatoren zur Ver wendung als Arzneimittel bei der thrombolytischen Therapie besonders gut geeignet sind.
R¹ - für Wasserstoff, Halogen, Trifluormethyl, Carboxy oder für Alkoxycarbonyl mit bis zu 8 Kohlenstoff atomen steht, oder
- für eine Gruppe von der Formel -SR³, -NR₄R₅ oder -OR₆ steht,
worin
R³ - geradkettiges oder verzweigtes Alkyl mit bis zu 8 Kohlenstoffatomen bedeutet,
R⁴ und R⁵ gleich oder verschieden sind und Wasser stoff, geradkettiges oder verzweigtes Alkyl mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen, Benzyl, Phenyl oder Acetyl bedeuten,
und
R⁶ - Wasserstoff, geradkettiges oder verzweigtes Alkyl oder Alkylsulfonyl mit bis zu 6 Kohlen stoffatomen, Benzyl, Phenyl, Benzylsulfonyl oder Trifluormethyl bedeutet,
oder
R¹ - für geradkettiges oder verzweigtes Alkyl oder Alkenyl mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen oder Cyclopropyl, Cyclopentyl oder Cyclohexl steht, das gegebenenfalls durch Carboxy, Fluor, Chlor, Brom, Hydroxy, Cyano, Alkoxy, Alkoxycarbonyl oder Alkylthio mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen substituiert ist,
R² - für Phenyl steht, das gegebenenfalls bis zu 2fach gleich oder verschieden durch Fluor, Chlor, Brom, Cyano, Trifluormethyl, Hydroxy, Carboxy, Phenyl, Phenoxy, Benzyloxy oder durch Alkyl, Alkoxycarbonyl alkyl, Alkoxy, Alkylthio oder Alkoxycarbonyl mit jeweils bis zu 6 Kohlenstoffatomen im Alkylteil oder durch eine Gruppe der Formel -NR⁴, R⁵ substituiert ist,
worin
R⁴ und R⁵ die oben angegebene Bedeutung haben,
x - für die Zahl 1, 2 oder 3 steht
und
y - für die Zahl 0 oder 1 steht,
gegebenenfalls in einer isomeren Form und deren Salze in Kombination mit Plasminogen-Aktivatoren zur Ver wendung als Arzneimittel bei der thrombolytischen Therapie besonders gut geeignet sind.
Die erfindungsgemäß verwendeten Cycloalkano[1,2-b]indol-
sulfonamide haben mehrere asymmetrische Kohlenstoffatome
und können daher in verschiedenen stereochemischen Formen
existieren. Sowohl die einzelnen Isomeren als auch
deren Mischungen sind für die erfindungsgemäße Kombination
geeignet.
Die erfindungsgemäß verwendeten Cycloalkano[1,2-b]indol-
sulfonamide können auch in Form ihrer Salze vorliegen.
Im allgemeinen seien hier Salze mit organischen oder
anorganischen Basen genannt.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung werden physiologisch
unbedenkliche Salze bevorzugt. Physiologisch
unbedenkliche Salze der Cycloalkano[1,2-b]indol-
sulfonamide können Metall- oder Ammoniumsalze der erfind
dungsgemäß verwendeten Stoffe, welche eine freie
Carboxylgrupe besitzen, sein. Besonders bevorzugt sind
z. B. Natrium-, Kalium-, Magnesium- oder Calciumsalze,
sowie Ammoniumsalze, die abgeleitet sind von Ammoniak,
oder organischen Aminen, wie beispielsweise Ethylamin,
Di- bzw. Triethylamin, Di- bzw. Triethanolamin,
Dicyclohexylamin, Dimethylamonoethanol, Arginin oder
Ethylendiamin.
Bevorzugt werden Verbindungen der allgemeinen Formel (I),
in welcher
R¹ - für Wasserstoff, Fluor, Chlor, Carboxy, Methoxy, Ethoxy oder Propoxy steht, oder
- für Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl oder tert.-Butyl steht,
R² - für Phenyl steht, das gegebenenfalls bis zu 2fach gleich oder verschieden durch Fluor, Chlor, Cyano, Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl, tert.-Butyl, Methoxy, Ethoxy, Propoxy oder Hydroxy substi tuiert ist,
x - für die Zahl 1, 2 oder 3 steht
und
y - für die Zahl 0 oder 1 steht,
gegebenenfalls in einer isomeren Form und ihre Salze in Kombination mit einem Plasminogen-Aktivator zur Verwendung als Arzneimittel bei der thrombolytischen Therapie.
R¹ - für Wasserstoff, Fluor, Chlor, Carboxy, Methoxy, Ethoxy oder Propoxy steht, oder
- für Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl oder tert.-Butyl steht,
R² - für Phenyl steht, das gegebenenfalls bis zu 2fach gleich oder verschieden durch Fluor, Chlor, Cyano, Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl, tert.-Butyl, Methoxy, Ethoxy, Propoxy oder Hydroxy substi tuiert ist,
x - für die Zahl 1, 2 oder 3 steht
und
y - für die Zahl 0 oder 1 steht,
gegebenenfalls in einer isomeren Form und ihre Salze in Kombination mit einem Plasminogen-Aktivator zur Verwendung als Arzneimittel bei der thrombolytischen Therapie.
Besonders bevorzugt werden
(+)-3-(4-Fluorphenylsulfamido)-9-(2-carboxyethyl)- 1,2,3,4-tetrahydrocarbazol in Kombination mit einem Plasminogen-Aktivator.
(+)-3-(4-Fluorphenylsulfamido)-9-(2-carboxyethyl)- 1,2,3,4-tetrahydrocarbazol in Kombination mit einem Plasminogen-Aktivator.
Unter einem Plasminogen-Aktivator versteht man alle
pharmazeutisch akzeptablen Verbindungen, die das
Plasminogen aktivieren; beispielsweise seien genannt Strep
tokinase (SK), Urokinase (UK) und Gewebeplasminogen
Aktivatoren (tPA) oder acetylierte Plasminogen-Strep
tokinase-Komplexe, Prourokinase, single chain Urokinase
(SCUPA), antikörpergebundene Plasminogen-Aktivatoren und
Hybride aus tPA-UK und modulierte tPA-Formen der
3. Generation.
Der Plasminogen-Aktivator kann synthetisch hergestellt
oder isoliert werden, beispielsweise aus Gewebe, aus
Zellkulturen, beispielsweise Bowers melanoma-Zellen,
rekombinanten Bakterien oder Hefen wie z. B. γ-tPA oder
durch Kombination von biologischen und synthetischen
Techniken. Ferner können auch Protein tPA-Varianten
eingesetzt werden, die sich durch eine oder mehrere
Aminosäuren unterscheiden oder ein unterschiedliches
Glycosylierungsmuster besitzen.
Als Plasminogen-Aktivator werden bevorzugt Streptokinase
(SH), Urokinase (UK) sowie tPA erfindungsgemäß ver
wendet.
Insbesondere bevorzugt ist die Kombination von 3-(4-
Fluorphenylsulfonamido)-9-(2-carboxyethyl)-1,2,3,4-
tetrahydrocarbazol mit tPA.
Die erfindungsgemäße Kombination eines Plasminogen-
Aktivators mit Cycloalkano-[1,2-indol-sulfonamiden kann
aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften zur Behandlung
von thrombotischen sowie thromboembolischen Gefäßver
schlüssen eingesetzt werden. Sie ist aus den unten auf
geführten Gründen besonders vorteilhaft:
- a) Fibrin, ein hochmelekulares Protein, entsteht bei der
Blutgerinnung durch enzymatische Einwirkung von
Thrombin auf Fibrinogen.
Der Plasmiogen-Aktivator bewirkt durch die Bildung des proteolytischen Enzyms Plasmin den Beginn der Fibrinolyse, d. h. der Auflösung eines Blutgerinnels, weil Plasmin als Endopeptidase Fibrin bzw. Fibrinogen in inaktivere Fibrin- und Fibrinogenspaltprodukte überführt. - b) Thrombozyten haben ihre Hauptfunktion in der Auf
rechterhaltung der primären Hämostase. Unter Einwirkung
von z. B. Thrombin der Kollagen aggregieren und
degranulieren sie. Unter Freigabe ihrer Plättchen
faktoren, die die Blutgerinnung beeinflussen, die Plättchen
aggregation verstärken und gefäßverengend wirksam
sind, bilden sie einen primären Wundverschluß. Unter
pathophysiologischen Bedingungen, wie z. B. hyperre
aktive Zustände und Endothelschädigung, werden Plättchen
aggregation und Verengung von Gefäßen als Ursache
von ischämischen Erkrankungen angesehen. An einem
bereits verengten Gefäß kann eine herhöhte TXA₂-
Synthese einen totalen Gefäßverschluß verursachen.
Dies bewirkt die Bildung von Plättchenaggregaten,
Thromben, was wiederum zu einer Verstärkung der
Vasokonstriktion führen kann.
Die Cycloalkano[1,2-b]indol-sulfonamide wirken mit ihrer thrombozytenaggregationshemmenden und Throm boxan A₂-antagonistischen Wirkung diesen Vorgängen entgegen.
Die Kombination eines Plasminogen-Aktivators mit den
Cycloalkano[1,2-b]indol-sulfonamiden hemmt die Throm
boxan-Aktivität, verringert signifikant die Dosis des
Plasminogen Aktivators sowie die Reperfusionszeit und
die Reokklusionrate.
Die Cycloalkano[1,2-b]indol-sulfonamide, die Verfahren
zu ihrer Herstellung, die Diastereomerentrennung und die
Darstellung der einzelnen Enantiomere, sind in der DOS
36 31 824 beschrieben.-
Die erfindungsgemäße Kombination kann sowohl in der
Humanmedizin als auch in der Veterinärmedizin angewendet
werden.
Als Indikationsgebiete können Herzinfarkt, Venen
thrombose, Lungenembolie, Schlaganfall, ischämische
Attacken, periphere arterielle Verschlüsse oder andere
thrombotisch bedingte Erkrankungen aufgeführt werden.
Die Wirkung der Kombination aus Plasminogen-Aktivator
und den thromboxanantagonistischen Cycloalkano
[1,2-b]indol-sulfonamiden wird in einer Steigerung
der Rate der Gefäßwiedereröffnung im Vergleich zu
der allgemeinen Verabreichung von Plasminogenakti
vator beobachtet. Außerdem wird eine geringere
Dosis an Plasminogenaktivator mit der Kombination
benötigt, und die Wiederverschlußrate ist deutlich
vermindert.
Im narkotisierten Hund wird nach Brustöffnung im
4. Rippenzwischenraum das Herz exponiert. Der proxio
male Anteil des Ramus circumflexus (LCX) der linken
Koronararterie wird freipräpariert und mit einem
elektromagnetischen Flußmeßkopf versehen. Der LCX-
Koronarfluß wird mit einem Statham SP 2202-Flußmeß
gerät bestimmt. In die LCX wird distal des Flußmeß
kopfes in Stromrichtung eine verzinkte Kupferdraht
elektrode eingestochen. Eine Plattenelektrode aus
Platin wird subkutan in die Brustwand eingepflanzt,
um während der späteren elektrischen Stimulation den
Stromkreis zu schließen.
Nach 30 Minuten Stabilisierung wird die LCX-Elektrode
mit einem Gleichstrom der Stromstärke 150 µA stimuliert.
Die elektrische Stimulation der LCX Arterie wird solange
forgesetzt bis der LCX-Koronarfluß auf 0 ml/min abge
fallen ist. Nach 10 Minuten Nullfluß werden die Tiere
randomisiert in 2 Gruppen eingeteilt. Gruppe I erhält
eine Dauerinfusion von 300 µg/min tPA i. v. bis zur
Wiedereröffnung des thrombotisch verschlossenen Gefäßes.
Tiere der Gruppe II erhalten gleichzeitig zur Infusion
mit 300 µg/min tPA eine intravenöse Injektion einer
Prüfsubstanz. Auch hier wird tPA bis zur Gefäßeröffnung
infundiert. Mit Wiederherstellung des Ausgangskoronar
flusses vor Beginn der elektrischen Stimulation wird die
tPA-Infusion abgebrochen, die Stromzufuhr zur LCX-Arterie
bleibt aber erhalten. Der Versuch wird zur Messung
der Wiederverschlußzeit maximal 4 Stunden fortgesetzt.
Die neue Kombination kann in an sich bekannter Weise
unter Verwendung inerter nichttoxischer, pharmazeutisch
geeigneter Trägerstoffe oder Lösungsmittel in die
üblichen parenteralen Formulierungen überführt werden, wie
beispielsweise Lyophilisate und Lösungen. Hierbei soll
die therapeutisch wirksame Kombination jeweils in einer
Konzentration von etwa 0,5 bis 90 Gew.-%, bevorzugt von
5 bis 70 Gew.-% vorliegen, die ausreichend ist, um den
angegebenen Dosierungsspielraum zu erreichen.
Die effektive Dosis für die Cycloalkano[1,2-b]indol-
sulfonamide liegt bei 0,01-10 mg/kg, bevorzugt bei
0,1-1 mg/kg.
Die vorteilhafte Dosis für tPA liegt bei: 80-150 mg
i. v. über 1-3 h.
Streptokinase z. B. 1,5 Millionen Einheiten in 60 Minuten bei systemischer Anwendung und zusätzlich 2000-4000 IE/min über 30-90 Minuten als Erhaltungsdosis. Urokinase z. B. initial 600 000 IE in 10-20 Minuten i. v. gefolgt von einer Erhaltungsdosis mit 100 000- 150 000 IE/h.
Streptokinase z. B. 1,5 Millionen Einheiten in 60 Minuten bei systemischer Anwendung und zusätzlich 2000-4000 IE/min über 30-90 Minuten als Erhaltungsdosis. Urokinase z. B. initial 600 000 IE in 10-20 Minuten i. v. gefolgt von einer Erhaltungsdosis mit 100 000- 150 000 IE/h.
Das Verhältnis von Cycloalkano[1,2-b]indol-sulfoamiden
zu Plasminogen-Aktivatoren ist breit variierbar.
Das Verhältnis an Cycloalkano[1,2-b]indol-sulfonamiden
zu Plasminogen-Aktivatoren ist bevorzugt 1 : 10 bis
1 : 100.
Es kann aber gegebenenfalls vorteilhaft sein, von den
genannten Mengen abzuweichen, und zwar in Abhängigkeit
vom Körpergewicht bzw. der Art des Applikationsweges,
vom individuellen Verhalten gegenüber dem Medikament,
der Art von dessen Formulierung und dem Zeitpunkt bzw.
Intervall, zu welchem die Verabreichung erfolgt. So kann
es in einigen Fällen ausreichend sein, mit weniger als
der vorgenannten Mindestmenge auszukommen, während in
anderen Fällen die genannte obere Grenze überschritten
werden muß. Im Fall der Applikation größerer Mengen kann
es empfehlenswert sein, diese in mehrere Einzelgaben
über den Tag zu verteilen.
Claims (7)
1. Pharmazeutisches Kombinationspräparat, enthaltend
als Komponente A mindestens ein Cycloalkano
[1,2-b]indol-sulfonamid der Formel (I)
in welcher
R¹ - für Wasserstoff, Halogen, Trifluormethyl, Carboxy oder für Alkoxycarbonyl mit bis zu 8 Kohlenstoffatomen steht, oder
- für eine Gruppe der Formel -SR³, -NR⁴R⁵ oder -OR⁶ steht,
worin
R³ - geradkettiges oder verzweigtes Alkyl mit bis zu 8 Kohlenstoffatomen bedeutet,
R⁴ und R⁵ gleich oder verschieden sind und Wasserstoff, geradkettiges oder ver zweigtes Alkyl mit bis zu 6 Kohlenstoff atomen, Benzyl, Phenyl oder Acetyl bedeuten,
und
R⁶ - Wasserstoff, geradkettiges oder verzweigtes Alkyl oder Alkylsulfonyl mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen, Benzyl, Phenyl, Benzylsulfonyl oder Trifluormethyl bedeutet,
oder
R¹ - für geradkettiges oder verzweigtes Alkyl oder Alkenyl mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen oder Cyclopropyl, Cyclopentyl oder Cyclohexyl steht, das gegebenenfalls durch Carboxy, Fluor, Chlor, Brom, Hydroxy, Cyano, Alkoxy, Alkoxycarbonyl oder Alkylthio mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen substituiert ist,
R² - für Phenyl steht, das gegebenenfalls bis zu 2fach gleich oder verschieden durch Fluor, Chlor, Brom, Cyano, Trifluormethyl, Hydroxy, Carboxy, Phenyl, Phenoxy, Benzyloxy oder durch Alkyl, Alkoxycarbonylalkyl, Alkoxy, Alkylthio oder Alkoxycarbonyl mit jeweils bis zu 6 Kohlenstoffatomen mit Alkylteil oder durch eine Gruppe der Formel -NR⁴, R⁵ substituiert ist,
worin
R⁴ und R⁵ die oben angegebene Bedeutung haben,
x - für die Zahl 1, 2 oder 3 steht
und
y - für die Zahl 0 oder 1 steht,
gegebenenfalls in einer isomeren Form und ihre Salze
und als Komponente B einen Plasminogen-Aktivator aus der Gruppe Urokinase, Steptokinase tPA oder tPA-Variationen.
R¹ - für Wasserstoff, Halogen, Trifluormethyl, Carboxy oder für Alkoxycarbonyl mit bis zu 8 Kohlenstoffatomen steht, oder
- für eine Gruppe der Formel -SR³, -NR⁴R⁵ oder -OR⁶ steht,
worin
R³ - geradkettiges oder verzweigtes Alkyl mit bis zu 8 Kohlenstoffatomen bedeutet,
R⁴ und R⁵ gleich oder verschieden sind und Wasserstoff, geradkettiges oder ver zweigtes Alkyl mit bis zu 6 Kohlenstoff atomen, Benzyl, Phenyl oder Acetyl bedeuten,
und
R⁶ - Wasserstoff, geradkettiges oder verzweigtes Alkyl oder Alkylsulfonyl mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen, Benzyl, Phenyl, Benzylsulfonyl oder Trifluormethyl bedeutet,
oder
R¹ - für geradkettiges oder verzweigtes Alkyl oder Alkenyl mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen oder Cyclopropyl, Cyclopentyl oder Cyclohexyl steht, das gegebenenfalls durch Carboxy, Fluor, Chlor, Brom, Hydroxy, Cyano, Alkoxy, Alkoxycarbonyl oder Alkylthio mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen substituiert ist,
R² - für Phenyl steht, das gegebenenfalls bis zu 2fach gleich oder verschieden durch Fluor, Chlor, Brom, Cyano, Trifluormethyl, Hydroxy, Carboxy, Phenyl, Phenoxy, Benzyloxy oder durch Alkyl, Alkoxycarbonylalkyl, Alkoxy, Alkylthio oder Alkoxycarbonyl mit jeweils bis zu 6 Kohlenstoffatomen mit Alkylteil oder durch eine Gruppe der Formel -NR⁴, R⁵ substituiert ist,
worin
R⁴ und R⁵ die oben angegebene Bedeutung haben,
x - für die Zahl 1, 2 oder 3 steht
und
y - für die Zahl 0 oder 1 steht,
gegebenenfalls in einer isomeren Form und ihre Salze
und als Komponente B einen Plasminogen-Aktivator aus der Gruppe Urokinase, Steptokinase tPA oder tPA-Variationen.
2. Kombinationspräparat nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß es als Komponente A mindestens
ein Cycloalkano[1,2-b]-indol-sulfonamid der Formel (I)
nach Anspruch 1, in welcher
R¹ - für Wasserstoff, Fluor, Chlor, Carboxy, Methoxy, Ethoxy oder Propoxy steht, oder
- für Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl oder tert.-Butyl steht,
R²3 - für Phenyl steht, das gegebenenfalls bis zu 2fach gleich oder verschieden durch Fluor, Chlor, Cyano, Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl, tert.-Butyl, Methoxy, Ethoxy, Propoxy oder Hydroxy substituiert ist,
x - für die Zahl 1, 2 oder 3 steht
und
y - für die Zahl 0 oder 1 steht,
gegebenenfalls in einer isomeren Form und ihre Salze enthält.
R¹ - für Wasserstoff, Fluor, Chlor, Carboxy, Methoxy, Ethoxy oder Propoxy steht, oder
- für Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl oder tert.-Butyl steht,
R²3 - für Phenyl steht, das gegebenenfalls bis zu 2fach gleich oder verschieden durch Fluor, Chlor, Cyano, Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl, tert.-Butyl, Methoxy, Ethoxy, Propoxy oder Hydroxy substituiert ist,
x - für die Zahl 1, 2 oder 3 steht
und
y - für die Zahl 0 oder 1 steht,
gegebenenfalls in einer isomeren Form und ihre Salze enthält.
3. Kombinationspräparat nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß es als Komponente A (+)- oder
(-)-3-(4-Fluorphenylsulfonamido)-9-(2-carboxy
ethyl)-1,2,3,4-tetrahydrocarbazol enthält.
4. Kombinationspräparat nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß es als Komponente B
tPA oder tPA-Varianten enthält.
5. Kombinationspräparat nach Ansprüchen 1 bis 4 in
parenteraler Applikationsform.
6. Kombinationspräparat nach Ansprüchen 1 bis 5,
enthaltend 1 Gew.-Teil der Komponente A und 10 bis
100 Teile Komponente B sowie für parenterale
Applikationsformen übliche Trägerstoffe und
Lösungsmittel.
7. Verfahren zur Herstellung eine Kombinations
präparates nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man Komponente A zusammen mit Komponente B,
gegebenenfalls mit den üblichen Hilfsstoffen in
eine geeignete Applikationsform überführt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3909600A DE3909600A1 (de) | 1989-03-23 | 1989-03-23 | Verwendung von cycloalkano(1,2-b)indol-sulfonamiden in kombination mit plasminogen-aktivatoren als arzneimittel bei der thrombolytischen therapie |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3909600A DE3909600A1 (de) | 1989-03-23 | 1989-03-23 | Verwendung von cycloalkano(1,2-b)indol-sulfonamiden in kombination mit plasminogen-aktivatoren als arzneimittel bei der thrombolytischen therapie |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3909600A1 true DE3909600A1 (de) | 1990-09-27 |
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ID=6377062
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE3909600A Withdrawn DE3909600A1 (de) | 1989-03-23 | 1989-03-23 | Verwendung von cycloalkano(1,2-b)indol-sulfonamiden in kombination mit plasminogen-aktivatoren als arzneimittel bei der thrombolytischen therapie |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3909600A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US7534897B2 (en) | 2002-05-16 | 2009-05-19 | Shionogi & Co., Ltd. | Indole arylsulfonaimide compounds exhibiting PGD 2 receptor antagonism |
-
1989
- 1989-03-23 DE DE3909600A patent/DE3909600A1/de not_active Withdrawn
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US7534897B2 (en) | 2002-05-16 | 2009-05-19 | Shionogi & Co., Ltd. | Indole arylsulfonaimide compounds exhibiting PGD 2 receptor antagonism |
| EP2423190A1 (de) | 2002-05-16 | 2012-02-29 | Shionogi&Co., Ltd. | PGD-2-Rezetorantagonismus aufweisende Verbindungen |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8130 | Withdrawal |