DE3725995C2 - Spülgasfilter - Google Patents
SpülgasfilterInfo
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Classifications
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Description
Die Erfindung betrifft ein Spülgasfilter zum Abscheiden fester
Bestandteile aus einem Spülgas, das insbesondere zur Sicherung
des Ausblasventils von Kryo-Hochvakuumpumpen dem Ausblasventil
vorgeschaltet ist und ein hohlzylindrisches Filtergehäuse zur
Aufnahme eines auf einem Filterhalter befestigten Filterelemen
tes aufweist.
Aus der GB 21 60 42 A ist eine Filterkonstruktion mit zwei
gegensinnig wirkenden Federn bekannt. Zur Erzielung der
gewünschten Wirkung müssen die Federn unterschiedliche
Federkonstanten haben, so daß die Filterkonstruktion
kompliziert ist.
Die DE 34 46 772 A1 beschreibt ein Filter für Flüssigkeiten
mit einer Feder, bei dem bei Verstopfung des Feinfilterele
ments ein Bypass freigegeben wird. Das Filter eignet sich
nicht als Spülgasfilter für Kryo-Hochvakuumanlagen.
Die in Kryo-Hochvakuumpumpen verwendeten Sorptionsstoffe,
wie beispielsweise Aktivkohle oder Molekularsiebe haben die
Eigenschaft, in ihrer Kapillarstruktur Gase bzw. Dämpfe zu
absorbieren. Der Dampfdruck absorbierter Stoffe ist dabei
erheblich niedriger als der entsprechende Gleichgewichts
dampfdruck unter sonst gleichen Bedingungen.
Diese Dampfdruckerniedrigung wird in Kryo-Hochvakuumpumpen
zur Erzeugung extrem niedriger Vakuumenddrücke genutzt. Der
Sorptionsstoff wird dabei innerhalb eines Kryo-Pumpenbehäl
ters auf sehr tiefe Temperaturen abgekühlt. In diesem ein
gekühlten Zustand vermag er aus einem, über Vorvakuumpumpen
vorevakuierten Rezipienten erhebliche Gasmengen abzusaugen
und den Gesamtdruck im Rezipienten stark zu erniedrigen.
Die Saugkraft der Kryo-Hochvakuumpumpe ist erschöpft, sobald die
Kapillarstruktur des Sorptionsstoffes mit sorbierten
Stoffen gefüllt ist. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muß eine
Kryo-Pumpe regeneriert werden. Der Kryo-Pumpenbehälter wird
hierzu vom Rezipienten getrennt und das Sorptionsmittel zum
Teil weit über die Raumtemperatur erhitzt. Gleichzeitig wird
ein trockenes Spülgas, meist Stickstoff durch den
Sorptionsstoff geleitet um die aus der Kapillarstruktur
ausdampfenden Stoffe aus dem Pumpenbehälter auszuspülen.
Damit dieser Regenerationsprozeß völlig selbstregulierend
ablaufen kann, entweicht das Spülgas zusammen
mit den ausgedampften Stoffen über ein spezielles Ausblasventil.
Dieses Ausblasventil ist meist ein präzise gearbeitetes Über
druckventil, das bei Überdruck selbsttätig öffnet und beim Vor
evakuieren der Kryo-Pumpe wieder selbständig und hochvakuum
dicht schließt.
Mit dem abströmenden Spülgas werden gelegentlich Sorptionsstoff
partikel oder Prozeßrückstände aus dem Rezipienten mit ausge
tragen, die sich in ungünstigen Fällen auf den Dichtflächen des
Ausblasventils absetzen können. Schon kleinste Ablagerungen
an diesen Flächen führen zu einer Betriebsunterbrechung der Kryo-
Pumpe, da das notwendige Hochvakuum nicht erreicht wird. Zur
Beseitigung dieser Störung muß das Ausblasventil demontiert und
gereinigt werden. Da der Sorptionsstoff während dieses Vorgan
ges zwangsläufig der Atmosphäre ausgesetzt ist, muß dieser nach
dem Zusammenbau erneut regeneriert, vorevakuiert und eingekühlt
werden.
Um diese mehrstündigen Betriebsunterbrechungen zu vermeiden, ist
bereits die Verwendung von Gasfiltern zum Schutz des Auslaßven
tils erwogen worden. Von einem Einbau entsprechender, aus ande
ren Anwendungsfällen bekannter Gasfilter wurde jedoch bisher Ab
stand genommen, da bei einem Verstopfen der Gasfilter während
des Regenerierungsprozesses im Kryo-Pumpenbehälter gefährliche
Überdrücke auftreten können.
Diese Gefahr der Verstopfung der Gasfilter ist gerade bei Kryo-
Hochvakuumpumpen besonders groß, da bei den hier eingesetzten
Sorptionsstoffen verstärkt die Gefahr besteht, daß sich infolge
der häufigen, extremen Druck- und Temperaturwechsel Sorptions
stoffpartikel aus dem Sorptionsstoffverbund lösen und vom Spül
gas in das Gasfilter weitertransportiert werden können. Aber
auch ein Verfrachten von Ablagerungen in das Ausblasventil bei
spielsweise durch Ändern der Einbaulage, würde zu gefährlichen
Überdrücken oder gar zur Zerstörung der Kryo-Hochvakuumpumpe
führen.
Der Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, Ablagerungen
aus Sorptionsstoffen bzw. Prozeßrückständen am Ausblasventil
einer Kryo-Hochvakuumpumpe zu verhindern, um einen unter
brechungsfreien Betrieb gewährleisten zu können.
Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung bei einem
Spülgasfilter der eingangs genannten Art vor, das Filtergehäu
se auf der Innenwandung quer zur Strömungsrichtung des Spül
gases mit einem ringförmigen Vorsprung zu versehen, dessen eine
Stirnseite eine ringförmige Dichtfläche enthält, gegen die ein
tellerförmiger Filterhalter unter der Wirkung eines Federelemen
tes gedrängt wird.
Im Normalbetrieb wird somit das Filterelement mittels des Fe
derelementes dicht an das Filtergehäuse gedrängt, so daß der
gesamte Spülgasstrom durch das Filterelement strömen muß.
Bei undurchlässig werdendem Filterelement wird der Filterhalter
vom Filtergehäuse abgehoben um einen Bypass für das Spülgas zu
schaffen. Mittels dieses Bypasses können gefährliche Druckan
stiege innerhalb des Kryo-Pumpenbehälters während der Regene
rationsphase auch bei einer völligen Belegung des Filterelemen
tes ausgeschlossen werden.
Die Unteransprüche beschreiben vorteilhafte Weiterbildungen des
Spülgasfilters.
Nachstehend wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert, das ein
Spülgasfilter in geschnittener Ansicht zeigt.
In einem hohlzylindrischen Filtergehäuse 1 befindet sich ein
tellerförmiger Filterhalter 2 mit einem zylindrischen Schaft 3,
der in einer Zentrierscheibe 4 geführt ist. Unter der Wirkung
einer Druckfeder 5, die konzentrisch auf dem zylindrischen
Schaft 3 angeordnet ist, und sich mit ihren Enden gegen die
Zentrierscheibe 4 bzw. einen ersten Sicherungsring 6 abstützt,
wird der Filterhalter 2 mit seinem Randbereich gegen eine ring
förmige Dichtfläche 7 gedrängt, die auf der einen Stirnseite
eines ringförmigen Vorsprungs 14 ausgebildet ist, der an die
Innenwandung des Filtergehäuses 2 angeformt ist. Sowohl die
Zentrierscheibe 4 als auch der tellerförmige Filterhalter 2
sind mit Bohrungen 10 bzw. 11 versehen, durch welche das Spül
gas aus dem nicht dargestellten Kryo-Pumpenbehälter entweichen
kann. Die Bohrungen 11, 11 im Filterhalter 2 sind mit einem
scheibenförmigen Filterelement 8 bedeckt, das mittels eines
zweiten Sicherungsringes 9 am Filterhalter 2 fixiert ist.
Das Filtergehäuse 1 ist im Bereich seines einen Stirnendes mit
einem Innengewinde 12 und im Bereich seines anderen Stirnendes
mit einem entsprechenden Außengewinde 13 gleichen Durchmessers
versehen, um einen einfachen Einbau des Spülgasfilters zwischen
Kryo-Pumpenbehälter und dem nicht dargestellten Ausblasventil
zu ermöglichen.
Das aus dem Kryo-Pumpenbehälter ausströmende Spülgas strömt im
Normalbetrieb entlang der mittels Pfeilen A, A veranschaulich
ten Linienzüge durch die Bohrungen 10, 11 und das Filterelement
8 in Richtung auf das Ausblasventil. Ein undurchlässig werden
des Filterelement 8 führt zu einem erhöhten Druckabfall des Spül
gasstromes im Sauggasfilter. Dadurch wirkt ein Staudruck am
Filterelement 8, der zum axialen Abheben des Randbereiches des
tellerförmigen Filterhalters 2 von der ringförmigen Dichtfläche
7 führt. Für den Spülgasstrom öffnet sich dadurch unter Umge
hung des verstopften Filterelementes 8 ein Bypass entlang der
mittels Pfeilen B, B dargestellten Linienzüge. Der zulässige
Druckanstieg im Bereich vor dem Filterelement 8 kann durch eine
entsprechende Wahl der Druckfeder 5 vorgewählt werden.
Durch den Einbau dieses erfindungsgemäßen Spülgasfilters kann
insbesondere bei einer regelmäßigen Reinigung des Filterelemen
tes 8, beispielsweise im Rahmen turnusmäßig wiederkehrender War
tungsarbeiten an der Kryo-Hochvakuumpumpe selbst, eine sichere
Funktion des Ausblasventils gewährleistet werden.
Die Ausbildung des Filtergehäuses 1 in Form eines Adapters er
laubt schließlich auch den nachträglichen Einbau in bereits
installierte Kryo-Hochvakuumpumpen.
Claims (2)
1. Spülgasfilter zur Abscheidung fester Bestandteile aus einem
Spülgas, das insbesondere zur Sicherung des Ausblasventils von
Kryo-Hochvakuumpumpen dem Ausblasventil vorgeschaltet ist, mit
einem Filtergehäuse (1) zur Aufnahme eines auf einem tellerför
migen Filterhalter (2) mit einem zentrischen Schaft (3) befestig
ten Filterelementes (8),
einem quer zur Strömungsrichtung des Spülgases an die Innenwan dung des hohlzylindrischen Filtergehäuses (1) angeformten ring förmiger Vorsprung (14), dessen eine Stirnseite eine ringförmige Dichtfläche (7) enthält, gegen die ein tellerförmiger Filterhal ter (2) unter der Wirkung einer zylinderförmigen Druckfeder (5) gedrängt wird,
einer an der zur Dichtfläche (7) abgewandten Stirnseite des ring förmigen Vorsprungs (14) eine Zentrierscheibe (4) anliegt, durch welche der zentrische Schaft (3) geführt ist und
einer konzentrischen Führung der Druckfeder (5) auf dem zentri schen Schaft (3) sowie deren Abstützung mit ihrem einen Ende ge gen die Zentrierscheibe (4) und mit ihrem anderen Ende gegen ei nen Sicherungsring ((6) am Schaftende.
einem quer zur Strömungsrichtung des Spülgases an die Innenwan dung des hohlzylindrischen Filtergehäuses (1) angeformten ring förmiger Vorsprung (14), dessen eine Stirnseite eine ringförmige Dichtfläche (7) enthält, gegen die ein tellerförmiger Filterhal ter (2) unter der Wirkung einer zylinderförmigen Druckfeder (5) gedrängt wird,
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2. Spülgasfilter nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Filtergehäuse (1) im Bereich seines
einen Stirnendes ein Innengewinde (12) und im Bereich seines an
deren Stirnendes ein Außengewinde (13) aufweist.
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| DE102024116050B4 (de) * | 2024-06-09 | 2026-01-22 | Gönnheimer Elektronic GmbH | Vorrichtung zum Betreiben nicht explosionsgeschützter Geräte in einer explosionsgefährdeten Umgebung |
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