DE3725871C2 - Element mit hohem Emissionsvermögen für Infrarot-Strahlung - Google Patents
Element mit hohem Emissionsvermögen für Infrarot-StrahlungInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Element
mit hohem Emissionsvermögen und somit geringem
Reflexionsvermögen im Infrarot-Wellenlängenbereich, d. h.
für Wärmestrahlung von typischerweise zwischen 6 und 30 µm,
aber auch im Wellenlängenbereich sichtbaren Lichts.
Ein solches Element kann z. B. bei
Raumsatelliten verwendet werden, die
auf der niedrigstmöglichen Betriebs
temperatur oder innerhalb eines Soll-Temperatur
bereichs gehalten werden. Unter solchen Umständen verwendet
man das Element typischerweise entweder zum Abdecken
einzelner Solarzellen, die die elektrische Energie für den
Betrieb des Satelliten liefern, oder aber man verwendet das
Element in Form von Wärmesteuerspiegeln, die zur Ver
hinderung eines Hitzeaufbaus des Satelliten beitragen, wie
er aufgrund von Sonnenaufheizung oder Wärmeemission bzw.
Wärmeabstrahlung von innerhalb des eigentlichen Raum
fahrzeugs entstehen kann.
Ein solches Element ist unter der Bezeichung Abdeckelement
(cover slip) bekannt, wenn es zum Abdecken einer Solarzelle
gebraucht wird, wobei die Hauptzwecke des Abdeckelements
darin bestehen, die Solarzelle vor ionisierender Strahlung
und Micrometeoriten zu schützen sowie den zum Ankleben
des Abdeckelements an die Solarzelle verwendeten Klebstoff
vor ultravioletter Strahlung zu schützen, die ansonsten zur
Beeinträchtigung desselben neigen würde. Zusätzlich zu
dieser einfachen Schutzfunktion sollte das Abdeckelement
außerdem idealerweise ein gutes Emissionsvermögen in den
Wellenlängenbereichen der Wärmestrahlung besitzen, so daß
sich die Solarzelle auf der niedrigstmöglichen Temperatur
halten läßt, was wiederum den Wirkungsgrad der elektrischen
Ausgangsleistung steigert.
Die Erzielung einer verbesserten Emissions-Leistung
im infraroten Wellenlängenbereich der Wärmestrahlung
ist schwierig, wenn das Abdeckelement aus Glas hergestellt
ist, da dann sogenannte Reststrahlenbänder vorhanden sind,
die Spitzen mit hohem Reflexionsgrad in den Bereichen von
ca. 10 bzw. 22 µm ergeben. Dies bedeutet, daß um diese
Spitzen mit hohem Reflexionsgrad herum das Solarzellen-
Abdeckelement bzw. der Wärmesteuerspiegel
nicht sehr effizient als Strahler
für Wärmestrahlung arbeitet, was wiederum bedeutet, daß
die Temperatur unter dem Glassubstrat des Abdeckelements bzw.
des Wärmesteuerspiegels relativ hoch bleibt.
In der US-PS 4 578 527 ist ein Element gezeigt, das eine
verbesserte Unterdrückung des Reflexionsvermögens innerhalb
eines Bereichs der oben genannten Reststrahlenbereiche
aufweist, wobei das Abdeckelement mit einem Belag
mit hohem Emissionsvermögen versehen ist, bestehend aus einer oder
mehreren Schichten
aus Thoriumfluorid und
Siliciumdioxid mit jeweils einer optischen
Dicke von λ/4.
Dadurch soll die Emissionscharakteristik des
zum Schutz einer Solarzelle
um bis zu 4% gesteigert werden. Dies wird
offensichtlich erreicht durch Reduzieren des Reflexions
vermögens bei der in dem Bereich um 10 µm auftretenden
Reststrahlenspitze, wobei hinsichtlich dieses Reflexions
vermögens gesagt ist, daß es von einer Spitze von ca.
75% Reflexionsvermögen auf eine Spitze von unter 30%
reduziert wird. Da ungefähr 38% der emittierten
Wärmestrahlung des "schwarzen Körpers" in dem Bereich von
7 bis 13 µm liegen, ist es klar, daß eine Reduzierung des
Reflexionsvermögens um den genannten Betrag zu einer
Verbesserung der Gesamtcharakteristika des Wärmeemissions
vermögens des Belags des Elements führt, bei dem dieser
verwendet wird, und zwar unter der Voraussetzung, daß
das Emissionsvermögen bei dem anderen Reststrahlen
bereich nicht aufs Spiel gesetzt wird.
Trotz der vorstehend genannten Fakten wird bei der US-PS
4 573 527 dennoch eingeräumt, daß bei einer Temperatur von
ca. 300°K 53% der Wärmestrahlung des "schwarzen Körpers"
bei Wellenlängen auftreten, die größer als 13 µm sind,
wobei es sich um einen Bereich des Spektrums handelt, in welchem
der
Brechungsindex für Materialien wie Thoriumfluorid
ungünstig ist.
Ein wesentlicher Nachteil in der Verwendung von Thorium
fluorid als Abstandsschicht ergibt sich aus der Tatsache,
daß es radioaktiv ist, da es ein Strahler von Alpha
teilchen ist, und somit
Schutz
gegen diese Strahlung erfordert.
Durch sorgfältige Messungen
in den Bereichen des elektromagnetischen Spektrums oberhalb
von 13 µm hat die Anmelderin gezeigt, daß Thoriumfluorid
zwar eine relativ gute Reduzierung des Reflexionsvermögens
in dem Bereich um 10 µm erreicht, aber andererseits die
bei dem Bereich um 22 µm auftretende Reststrahlenspitze
tatsächlich bei Verwendung dieses Materials von dem
normalen Reflexionsvermögen von 24% auf ein Reflexionsvermögen
von 48% ansteigt. Da, wie erwähnt, 53%
der emittierten Wärmestrahlung des "schwarzen Körpers" in
dem Bereich oberhalb 13 µm auftreten, ist es klar,
daß diese Steigerung anstatt einer Unterdrückung
der Reststrahlenspitze in dem Bereich um 22 µm
eine nachteilige Wirkung auf die Gesamtemissions
charakteristik des Elements hat.
In der US-PS 4 578 527 ist gesagt, daß Thoriumfluorid eine
sehr wünschenswerte Eigenschaft besitzt, die darin besteht,
daß es eine relaltiv geringe innere Spannung bzw. Eigen
spannung besitzt und sich auf relativ dünnen Substraten
ohne Verursachung wahrnehmbarer Verwerfungen aufbringen
läßt.
Aus der DE 27 20 742 ist ein Antireflexionsbelag für Glassubstrate
bekannt, der sowohl im sichtbaren Bereich als auch im Infrarotbereich
des Spektrums wirksam ist. Der Belag besteht aus einer mehrlagigen
Anordnung von Halogeniden, insbesondere Fluoriden der seltenen Erden
und von Metalloxiden, z. B. Aluminium- oder Magnesiumoxid. Zu den
seltenen Erden gehört auch Dysprosium.
Man könnte nun daran denken, die aus der DE 27 20 742 A1 bekannten
Antireflexions-Beläge aus Schichtanordnungen mit Fluoriden der seltenen
Erden und Metalloxiden bei dem aus der US 4 578 527 bekannten
Element einzusetzen. Speziell die Verwendung von Dysprosiumfluorid
empfiehlt sich dem Fachmann jedoch nicht, und zwar bereits deshalb
nicht, weil die erforderliche Schichtdicke zu nicht akzeptierbaren
mechanischen Spannungen führen würde.
Aus der CH 557 546 ist es bekannt, für Antireflexions-Beläge eine
Anordnung aus mehreren Teilschichten vorzusehen, um zu einer λ/4-
Schicht zu gelangen. Es ist dort eine Anordnung aus mehreren einfachen
oder zusammengesetzten λ/4-Schichten vorgeschlagen. Speziell geht es
um Antireflexionsschichten für den sichtbaren Bereich des Spektrums
(ca. 500 nm). Zweck zusammengesetzter λ/4-Schichten ist es, im
Gesamtaufbau Schichten mit Brechungsindizes zu realisieren, die mit
einer nicht-zusammengesetzten Schicht nicht realisierbar sind.
Die Anmelderin hat festgestellt, daß Dysprosiumfluorid zwar
eine hohe Eigenspannung besitzt, sich aber trotzdem noch
als Material verwenden läßt, das Teil eines Elements
mit einem Belag mit hohem Emissionsvermögen bildet
und das eine beträchtlich bessere Spektralemissions
leistung in den in den Bereichen um 10 und 22 µm auftretenden
Reststrahlenbändern ergibt als dies bei der Verwendung
von Thoriumfluorid der Fall ist. Diese Feststellung entstand
aus dem Verständnis, daß Dysprosiumfluorid zwar eine sehr
hohe Spannung aufweist und daher normalerweise nicht in
Schichten mit einer optischen Dicke von einer viertel Wellenlänge (λ/4)
niedergeschlagen werden kann, daß aber beim Niederschlagen
dieses Materials in Form einer Serie von sehr dünnen
Schichten, die zwischen entsprechenden dünnen Schichten
aus einem Absorbermaterial sandwichartig angeordnet sind
und wobei die Gesamtheit der Schichten die erfoderliche
optische Dicke bildet, die Spannungseffekte auf ein
akzeptables Niveau reduziert werden können. Überraschender
weise wurde festgestellt, daß eine solche Konstruktion
nach einer ersten Annäherung dieselbe Emissionscharakteristik
wie die einer theoretischen zweilagigen Anordnung ergibt, die
Dysprosiumfluorid als eines der Materialien aufweist, wobei
jedoch nicht das Problem des Spannungsaufbaus vorhanden ist,
wie man es bei einer solchen zweilagigen Konstruktion
antreffen würde.
Ein Hauptvorteil in der Verwendung von Dysprosiumfluorid an
statt Thoriumfluorid besteht darin, daß ersteres eine
beträchtlich bessere Leistung bei der im Bereich um 22 µm
auftretenden Reststrahlenspitze ergibt und daß, trotz der
Tatsache, daß die Restsrahlenspitze bei Verwendung dieses
Materials immer noch erhöht wird, Experimente gezeigt
haben, daß die Reststrahlenspitze in einschichtigen
Belägen von ca. 24% Reflexionsvermögen nur auf ca. 34%
angehoben wird, im Gegensatz zu den bis zu 48% Reflexions
vermögen, die man bei Verwendung von einschichtigen Thorium
fluoridbelägen festgestellt hat. Außerdem haben
Experimente der Anmelderin gezeigt, daß die entsprechende
Leistung bei der in dem Bereich um 10 µm auftretenden
Reststrahlenspitze ebenfalls verbessert wird und sich ein
Reflexionsvermögen von nur 12,5% erzielen läßt.
Durch die vorliegende Erfindung wird die Aufgabe gelöst,
ein Element mit im Vergleich zu dem Stand der Technik verbessertem Emissionsver
mögen im IR-Bereich
zu schaffen.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ergibt sich
aus dem Kennzeichen des Anspruch 1.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Element zur
Verwendung über einen Spektralbereich geschaffen, der die
sichtbaren Wellenlängenbänder und die Infrarot-Wellenlängenbänder von
zwischen 6 und 30 µm einschließt, wobei das Element ein Glas
substrat umfaßt, das Reflexionsvermögen-Reststrahlen
spitzen jeweils in den Bereichen um 10 und 22 µm aufweist,
und einen Belag mit hohem Emissionsvermögen beinhaltet, wobei
der Belag einen Stapel aus einer Vielzahl dünner, einander
abwechselnder Schichten aus wenigstsens zwei Materialien,
nämlich Dysprosiumfluorid und Siliziumdioxid,
umfaßt, wobei es sich bei ersterem Material um
ein Material handelt, das normalerweise eine hohe Eigen
spannung aufweist und einen relativ nahe bei dem Brechungs
index des Substrats liegenden Brechungsindex besitzt, und
es sich bei dem anderen Material um ein
Material handelt, das als Absorber mit einem komplexen
Brechungsindex wirkt, der eine Funktion der Wellenlänge ist
und ebenfalls relativ nahe bei dem Brechungsindex des
Substrats liegt, wobei sich die optische Dicke des
Stapels insgesamt auf eine viertel Wellenlänge oder
ein Vielfaches einer viertel Wellenlänge im infraroten
Bereich des Spektrums beläuft.
Es handelt es sich bei dem eine hohe Eigenspannung
aufweisenden Material um Dysprosiumfluorid, dessen Funktion
in der Wirkung als eine Grenzfläche zum optischen Einkoppeln
von Wärmestrahlung in die Absorber- und Substratmaterialien liegt.
Bei dem als Absorber wirkenden Material handelt es sich
um Siliciumdioxid.
Vorzugsweise umfaßt der mehrlagige Stapel wenigstens fünf
Schichten, und in noch weiter bevorzugter Weise wenigstens
fünf Schichten jedes der beiden Materialien, so daß sich
insgesamt wenigstens zehn Schichten ergeben, wobei sich
diese Schichten insgesamt auf eine optische Dicke von einer
viertel Wellenlänge im infraroten Bereich des Spektrums
oder ein Vielfaches einer solchen Dicke addieren.
In solchen Fällen, in denen das Element als Abdeckung z. B.
für eine Solarzelle verwendet werden soll, ist es wichtig,
daß die beiden Materialien,
minimale Interferenz
effekte im Solarzellenempfindlichkeitswellenband von 0,4
bis 1,1 µm ergeben, was man durch Brechungsindizes
erreicht, die relativ nahe bei dem Brechungsindex des Substrat
materials in diesem Wellenband liegen. Danach läßt sich
ein Reflexionsverlust in diesem Wellenbereich auf ein
Minimum reduzieren, indem man einen geeigneten Anti
reflexionsbelag bzw. -überzug hinzufügt. Vorzugsweise
ist der Belag mit hohem Emissionsvermögen angrenzend an
das Substrat angeordnet, wobei ein solcher Antireflexions
belag ein mehrschichtiger Stapel ist, der angrenzend
an den mehrschichtigen Stapel aus Dysprosiumfluorid
und Siliciumdioxid angeordnet ist, jedoch entfernt von dem
Substrat. Diese Antireflexions-Konstruktion
kann eine innere Schicht mit hohem Brechungsindex, die
mit einer zweiten Schicht mit mittlerem Brechungsindex
kombiniert ist, sowie eine äußere Schicht mit niedrigem
Brechungsindex umfassen. Zweckdienlicherweise besteht die
innere Schicht aus Erbiumoxid (Er2O3), die zweite Schicht
aus Dysprosiumfluorid (DyF3) und die äußere Schicht aus
Siliciumdioxid (SiO2). Man kann zwei Perioden bzw. Teil-
Aufeinanderfolgen aus den Materialien mit dem hohen und dem
mittleren Brechungsindex und eine Periode bzw. Teil-Auf
einanderfolge aus den Materialien mit dem hohen
und dem niedrigen Brechungsindex verwenden. Bei einer
derartigen Ausbildung besteht ein wichtiges Merkmal
darin, daß der bei langen Wellenlängen vorhandene Emissions
vermögenswirkungsgrad des darunterliegenden Stapels nicht
aufs Spiel gesetzt wird.
Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus
den Unteransprüchen.
Die Erfindung und Weiterbildungen der Erfindung werden im
folgenden anhand der Darstellung eines Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die Begleitzeichnungen noch näher
erläutert. In den Zeichnungen zeigen
Fig. 1 eine graphische Darstellung der Spektralcharakteristik
eines aus einer einzigen Schicht Thoriumfluorid
bestehenden Belags;
Fig. 2 eine graphische Darstellung der Spektralcharakteristik
eines aus einer einzigen Schicht Dysprosiumfluorid
bestehenden Belags; und
Fig. 3 eine graphische Darstellung der Spektralcharakteristik
eines Belags gemäß der vorliegenden Erfindung.
Im folgenden wird zuerst auf Fig. 1 Bezug genommen, die
in gestrichelter Linie die Spektralcharakteristik eines
einfachen Glaselements in Form eines Abdeckelements ver
anschaulicht, das zum Bedecken und somit zum Schützen einer
Solarzelle verwendbar ist. Die Spektralcharakteristik
des unbeschichteten Abdeckelements zeigt, daß es zwei
Hauptreflexionsspitzen gibt, wobei eine in dem Bereich um
10 µm und die andere in dem Bereich um 22 µm auftritt.
Dabei handelt es sich um sogenannte Reststrahlen-Reflexions
spitzen, die die Wärmeemission bzw. Wärmeabstrahlung in
diesen Bereichen des Spektrums normalerweise hemmen.
Im Gegensatz dazu stellt die durchgezogene Linie die Spektral
charakteristik eines Glassubstrats dar, auf das eine
einzige Schicht Thoriumfluorid aufgebracht worden ist; es
ist unmittelbar erkennbar, daß die in dem Bereich um 10 µm
normalerweise auftretende Reststrahlenspitze in diesem
Fall durch die Verwendung einer Thoriumfluoridschicht
beträchtlich reduziert worden ist. Die Spitze wurde in
diesem Bereich von einem Reflexionsvermögen von ca. 32%
auf ein Reflexionsvermögen von ca. 14% reduziert, obwohl
eine untergeordnete Spitze vorhanden ist, die in dem
Bereich um 8 µm auftritt und ein Reflexionsvermögen von
ca. 10% aufweist. Trotzdem ist deutlich erkennbar, daß
in diesem Bereich des Spektrums die Verwendung von
Thoriumfluorid als einzige Schicht auf einem Glassubstrat
zu einer beträchtlichen Verbesserung der Wärmeemissions
charakteristik führt. Es ist jedoch auch zu erkennen,
daß in dem über 20 µm liegenden Bereich der graphischen
Darstellung die entsprechende Reststrahlenspitze, deren Spitzenwert
normalerweise in dem Bereich um 22 µm liegt, in diesem
Fall von einem Reflexionsvermögen von ca. 24% auf
ein Reflexionsvermögen von bis auf ca. 48% beträchtlich
erhöht worden ist. Da das Gesamtreflexionsvermögen über
den Wärmeemissionsbereich von 6 bis 30 µm durch die Fläche
unter jeder graphischer Darstellung dargestellt wird, ist
jedoch zu erkennen, daß die Verwendung von Thoriumfluorid
trotzdem eine geringfügige Verbesserung über den Gesamt
bereich ergibt.
Nun wird auf Fig. 2 Bezug genommen, in der eine graphische
Darstellung derselben Art wie in Fig. 1 gezeigt ist, wobei
die Spektralcharakteristik eines Glassubstrats ebenfalls
in gestrichelten Linien dargestellt ist und der Spektral
charakteristik des in Fig. 1 gezeigten Glasssubstrats
exakt entspricht. Die durchgezogene Linie stellt die
Spektralcharakteristik einer einzigen Schicht Dysprosium
fluorid auf einem Glassubstrat dar, und es ist wiederum
unmittelbar zu erkennen, daß die in dem Bereich um 10 µm
auftretende Reststrahlenspitze beträchtlich reduziert
worden ist, und zwar in diesem Fall von einem Reflexions
vermögen von 32% auf ein Reflexionsvermögen von ca. 12,5%.
Möglicherweise von noch größerer Bedeutung ist die Tatsache,
daß die in dem Bereich um 22 µm auftretende Reststrahlen
spitze lediglich von ca. 24% auf ca. 34% angehoben worden
ist, und zwar im Gegensatz zu der Spitze von 48%, die man
bei der Verwendung von Thoriumfluorid festgestellt hat, wie
dies in Fig. 1 gezeigt ist.
Es ist wiederum die unterhalb der graphischen Darstellung
in dem Bereich zwischen 6 und 30 µm vorhandene Fläche,
die den Wirkungsgrad der Emission wirksam darstellt,
und es ist klar zu erkennen, daß die Verwendung von
Dysprosiumfluorid anstatt Thoriumfluorid zur Erzielung
von beträchtlich besseren Ergebnissen führt. Die vor
stehend genannte Tatsache, daß Dysprosiumfluorid eine
hohe Eigenspannung besitzt, bedeutet natürlich, daß ein
solcher in Form einer einzigen Schicht aufgebrachter Belag
normalerweise nicht als Belag für ein Element verwendbar ist,
das eine Charakteristik mit hohem Emissionsvermögen
benötigt. Die beiden in den Fig. 1 und 2 gezeigten
graphischen Darstellungen sollen lediglich einen Vergleich
der jeweiligen Spektralleistungsgrade ermöglichen, ohne
daß dabei durch Spannung verursachte Probleme berück
sichtigt sind, die die Verwendung von Dys
prosiumfluorid bei einem solchen Element wie einem
Solarzellen-Abdeckelement oder einem Wärmesteuerspiegel
normalerweise ausschließen würden.
Fig. 3 zeigt eine graphische Darstellung der Spektral
charakteristik einer bevorzugten Belagausbildung gemäß den
Erkenntnissen der vorliegenden Erfindung, wobei diese
Ausbildung zur Verwendung als Solarzellen-Abdeckelement
geeignet ist sowie auch einen Antireflexionsbelag zur
Verwendung in dem Solarzellenempfindlichkeits-Wellenband
von zwischen ca. 0,4 und 1,1 µm aufweist. Es ist darauf hinzuweisen,
daß der Maßstab der graphischen Darstellung anders ist
als der in den Fig. 1 und 2 verwendete Maßstab. Die graphische
Darstellung zeigt, daß es bei einer derartigen bevorzugten
Ausbildung möglich ist, das Reflexionsvermögen bei der
in dem Bereich um 10 µm auftretenden Reststrahlenspitze
bis hinab auf ein Reflexionsvermögen von ca. 13% zu
reduzieren, was im allgemeinen dem Niveau des in der
Darstellung der Fig. 2 gezeigten Reflexionsvermögens ent
spricht. Von möglicherweise noch größerer Bedeutung ist
jedoch die Tatsache, daß das Reflexionsvermögen bei der
in dem Bereich um 22 µm auftretenden Reststrahlenspitze
auf einen Wert von nur ca. 25% reduziert wird, und zwar
im Vergleich zu einem Reflexionsvermögen von 34% gemäß
Fig. 2 und einem Reflexionsvermögen von 48% gemäß Fig. 1.
Es ist daher zu erkennen, daß die mit der graphischen
Darstellung der Fig. 3 veranschaulichte Belagausbildung
eine beträchtliche Verbesserung gegenüber einem Ergebnis
darstellt, das bei einer equivalenten, einen einzigen
Belag bzw. eine einzige Schicht aus Thoriumfluorid oder
Dysprosiumfluorid verwendenden Ausbildung zu erwarten
ist.
Die Konstruktion eines vollständigen Elements, das die
erfindungsgemäße Ausbildung beinhaltet und dessen Spektral
charakteristik in Fig. 3 dargestellt ist, ist in dem
nachfolgenden Beispiel angegeben.
| Material | |
| Physikalische Dicke in µm | |
| Luft oder Vakuum | - |
| Siliciumdioxid | 0,1234 |
| Erbiumoxid | 0,0259 |
| Dysprosiumfluorid | 0,0679 |
| Erbiumoxid | 0,0327 |
| Dysprosiumfluorid | 0,0706 |
| Erbiumoxid | 0,0066 |
| Dysprosiumfluorid | 0,0672 |
| Siliciumdioxid | 0,0423 |
| Dysprosiumfluorid | 0,0672 |
| Siliciumdioxid | 0,0471 |
| Dysprosiumfluorid | 0,0672 |
| Siliciumdioxid | 0,0468 |
| Dysprosiumfluorid | 0,0672 |
| Siliciumdioxid | 0,0498 |
| Dysprosiumfluorid | 0,0592 |
| Siliciumdioxid | 0,0406 |
| Dysprosiumfluorid | 0,0592 |
| Siliciumdioxid | 0,0070 |
| Glassubstrat | - |
Bei einer derartigen Ausbildung wirken die abwechselnd aufeinander
folgenden Schichten aus Erbiumoxid und Dysprosiumdioxid als
wirksamer Antireflexionsbelag im Solarzellenempfindlich
keitsbereich des Spektrums. Zusätzlich dazu wirken die ab
wechselnd aufeinanderfolgenden Schichten aus Dysprosium
fluorid und Siliciumdioxid in effizienter Weise als Anti
reflexionsbelag, und zwar dieses Mal im Bereich von 6 bis
30 µm, wodurch sich die vorstehend erwähnte beträchtliche
Verbesserung im Emissionsvermögen ergibt.
Es ist zu erkennen, daß der in dem Beispiel genannte mehr
lagige Stapel aus Schichten besteht, die relativ gesehen
sehr dünn sind, insbesondere wenn man Vergleiche mit den
entsprechenden Dicken der in der bereits genannten US-PS
4 578 527 offenbarten Belagausbildung anstellt. Typischer
weise sind die bei der vorliegenden Erfindung ver
wendeten Dicken wenigstens eine Größenordnung geringer als
die entsprechenden Dicken, die bei der in der US-PS
4 578 527 offenbarten Belagausbildung verwendet werden.
Wie vorstehend erwähnt wurde, ist dies aufgrund der sehr
hohen Eigenspannung notwendig, die mit der Aufbringung
von Dysprosiumfluorid verbunden ist. Normalerweise zeigt sich
eine solche Oberflächenspannung durch starke Spalt- oder
Rißbildung in der Schicht, was zu einer sehr starken Licht
streuung von jeglichem darauf auftreffenden Licht führt.
Wie vorstehend erwähnt wurde, wird dieses Problem jedoch von
der vorliegenden Erfindung dadurch wirksam überwunden, daß
extrem dünne Schichten dieses Materials verwendet werden,
die zwischen relativ dünnen Schichten aus Siliciumdioxid
angordnet sind.
Die Erfindung kann z. B. auch bei Wärmesteuerspiegeln für
Satelliten verwendet werden, die üblicherweise eine
auf die Unterseite eines Substrats aufgebrachte hoch
reflektierende Oberfläche beinhalten, wobei das Substrat
aus einem Material, wie z. B. Glas, besteht, das Restrahlen
bänder aufweist und somit idealerweise irgendeine Form von
Verbesserung im Emissionsvermögen benötigt, was durch die
vorliegende Erfindung erzielt wird. Andere Materialien,
die Restrahlenbänder aufweisen, sind z. B. Natriumchlorid,
Saphir, Aluminiumoxid und Berylliumoxid.
Es ist darauf hinzuweisen, daß unter dem Ausdruck "Belag
mit hohem Emissionsvermögen" ein Belag zu verstehen ist,
der dem Element ein Emissionsvermögen verleiht, das größer
ist als das Emissionsvermögen des Substrats alleine. Wie
es außerdem auf dem einschlägigen Gebiet allgemein verstanden
wird, bezeichnet der Ausdruck "dünne Schicht" eine optische
Schicht im Gegensatz zu einer dicken Schicht, wie sie in
der Elektronik verwendet wird. Weiterhin wird die Notwendig
keit von relativ engen Brechungsindizes von den Fachleuten
ebenfalls klar verstanden. Bei dem vorstehend angegeben
Beispiel besitzt das Glassubstrat einen Brechungsindex
von 1,53. Das Dysposiumfluorid besitzt einen Brechungsindex
von 1,51, was eine Änderung des Reflexionsvermögens von
0,5% ergibt. Das Siliciumdioxid besitzt einen Brechungs
index von 1,46, was eine Reflexionsvermögensänderung von
1,7% ergibt. Es ist darauf hinzuweisen, daß diese Brechungs
werte im sichtbaren Wellenband gelten und daß bei Rest
strahlenwellenlängen beide Belagmaterialien komplexe
Brechungsindizes aufweisen. Außerdem ist darauf hinzuweisen,
daß der Grund für die Notwendigkeit, daß die beiden
Belagmaterialien relativ nahe bei dem Brechungsindex
des Substrats liegende Brechungsindizes aufweisen, darin
liegt, daß es zunehmend schwieriger wird, ein Substrat
mit einem hohen (mit der Wellenlänge) amplitudenvariablen
Reflexionsvermögen zu entspiegeln. Die vorstehend ange
gebenen speziellen Brechungsindex- und Reflexionsvermögens
werte sind selbstverstndlich nur als Beispiele zu sehen,
und es können auch andere Werte verwendet werden, die das
genannte Erfordernis für die speziellen Umstände in
adäquater Weise erfüllen. Im allgemeinen wäre jedoch
eine Reflexionsvermögensänderung von nicht mehr als
ca. 3% und vorzugsweise nicht mehr als ca. 2% wünschenswert.
Schließlich ist darauf hinzuweisen, daß der Hinweis auf
"hohe Eigenspannung" im Sinn von Spannungsniveaus zu
verstehen ist, die eine normale Aufbringung der Schichten
mit einer Dicke einer viertel Wellenlänge ausschließen oder
unerwünscht machen, und es ist darauf hinzuweisen, daß
die abwechselnd aufeinanderfolgenden Schichten aus den
beiden Materialien einen Spannungsausgleicheffekt schaffen,
indem in den aufeinanderfolgenden Schichten abwechselnd
innere Zugbeanspruchung sowie Druckbeanspruchung auftreten.
Claims (7)
1. Element mit hohem Emissionsvermögen für Infrarot-Strahlung, bei
dem der Anteil der von dem Element reflektierten Strahlung
mindestens im infraroten Wellenlängenbereich herabgesetzt wird,
wobei
- 1. - auf einem Glassubstrat mehrere Schichten aus Dysprosiumfluorid und Siliziumdioxid abwechselnd aufeinanderfolgend aufgebracht sind,
- 2. - die Dicke der Dysprosiumfluoridschichten jeweils so gewählt ist, daß die mechanischen Spannungen in den entsprechenden Schichten vernachlässigbar sind, und wobei
- 3. - die optische Dicke der Gesamtanordnung aus den Dysprosiumfluorid- und den Siliziumdioxidschichten λ/4 oder ein Vielfaches davon beträgt, wobei λ eine Wellenlänge im Infrarotbereich des Spektrums ist.
2. Element nach Anspruch 1, das wenigstens fünf Schichten jedes der
beiden Materialien umfaßt und somit insgesamt wenigstens zehn
Schichten aufweist.
3. Element nach einem der vorausgehenden Ansprüche, bei dem auf
dem Schichtaufbau aus den Dysprosiumfluorid- und den
Siliziumdioxidschichten ein Antireflexionsbelag vorgesehen ist.
4. Element nach Anspruch 3, bei dem der Antireflexionsbelag eine
dem Schichtaufbau zugewandte, innere Schicht mit hohem
Brechungsindex, die mit einer zweiten Schicht mit mittlerem
Brechungsindex kombiniert ist, sowie eine der Strahlung
zugewandte, äußere Schicht mit niedrigem Brechungsindex aufweist.
5. Element nach Anspruch 4, bei dem der mehrschichtige
Antireflexionsbelag zwei Perioden aus den Materialien mit dem
hohen und dem mittleren Brechungsindex sowie eine Periode aus
den Materialien mit dem hohen und dem niedrigen Brechungsindex
aufweist.
6. Element nach Anspruch 4 oder 5, bei dem es sich bei dem Material
der inneren Schicht um Erbiumoxid, bei dem Material der zweiten
Schicht um Dysprosiumfluorid und bei dem Material der äußeren
Schicht um Siliziumdioxid handelt.
7. Element nach einem der vorausgehenden Ansprüche, das über einer
Solarzelle angeordnet ist und als Abdeckelement zum Schutz der
Solarzelle dient.
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