DE3530456C2 - - Google Patents

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Description

Die Erfindung geht aus von einem HF-Chirurgiegerät mit einem Oszillator, womit ein HF-Arbeitsstrom nach Betätigung eines Schalters von einer aktiven Elektrode über einen zu behandelnden Körper zu einer neutralen Elektrode aussendbar ist.
HF-Chirurgiegeräte werden insbesondere für die Blutstil­ lung in der Chirurgie eingesetzt. Sickerblutungen werden durch kurzzeitiges Aufdrücken einer Kugel- oder Platten­ elektrode einfach, schnell und sicher zum Stehen ge­ bracht. Kleinere Gefäße faßt man zunächst mit einer Klem­ me und berührt diese dann mit einer aktiven Elektrode; das Gefäß wird durch Koagulation geschlossen und zugleich mit der Umgebung verschweißt. Die Klemme kann danach so­ fort wieder entfernt werden. Eine Ligatur ist bei kleinen bis mittleren Gefäßen nicht mehr erforderlich (vgl. Pub­ likation "Kleine Einführung in die Elektrochirurgie", Siemens AG, Erlangen, Bestell-Nr. ME 390/1231, Seiten 1 bis 31).
Der im folgenden betrachtete HF-Strom eines HF-Chirurgie­ gerätes ist in der Regel ein abwechselnd in beiden Rich­ tungen fließender Strom. Lediglich für den Zweck der Ver­ anschaulichung wird im folgenden dieser HF-Strom wie ein Gleichstrom behandelt, der vom HF-Chirurgiegerät über einen vom Operateur betätigten Schalter zur aktiven Elek­ trode, von dort durch den Körper des Patienten zur neu­ tralen Elektrode und von der neutralen Elektrode schließ­ lich zurück zum HF-Chirurgiegerät fließt.
Im Idealfall wird der HF-Strom zwangsläufig in voller Hö­ he von der aktiven Elektrode über den Patienten und die neutrale Elektrode zum HF-Chirurgiegerät zurückfließen. In der Praxis kommt es jedoch gelegentlich zu sogenannten "ungewollten Verbrennungen" am Patienten. Hierbei handelt es sich um Fehlerströme, die an kleinflächigen Übergangs­ stellen fließen und dort zu Verbrennungen führen. Diese Verbrennungen können an Stellen eines HF-Nebenschlusses auftreten. Mit anderen Worten, der HF-Strom fließt nicht vollständig von der aktiven zur neutralen Elektrode, son­ dern teilweise von der aktiven Elektrode gegen Masse (Schutzleiter) und von dort zum HF-Generator zurück. Bei­ spielsweise kann ein Fehler- oder Nebenstrom über den Pa­ tienten und die Kapazität, die zwischen einem geerdeten Operationstisch und einem am Patienten anliegenden Kon­ taktstück besteht, zur Erd- oder Masseleitung fließen. Am Kontaktstück ergibt sich somit eine HF-Übergangsstelle. Dabei entstehende Verbrennungen können bis zu einem Grad auftreten, der lebensbedrohlich für den Patienten ist.
In der Druckschrift "Hochfrequenz-Chirugiegeräte" (Schriftenreihe Medizintechnik im Krankenhaus Bd. 6; ISBN 3-452-19506-6) Seiten 106 bis 108 (1983), ist auf verschiedene Gefahren bei der Anwendung eines HF-Chirur­ giegerätes mit isolierter Neutralelektrode hingewiesen. In Fig. 7.11 wird ein Fehlerstromkreis gezeigt, der von der aktiven Elektrode über eine Flüssigkeitsansammlung in einer textilen OP-Tisch-Abdeckung, über den OP-Tisch und eine kapazitive Kopplung zwischen Patient und OP-Tisch zur neutralen Elektrode führt. Die vorliegende Erfindung bezieht sich dagegen insbesondere auf den Fall, daß ein Nebenstrom über Masse zum HF-Generator zurückfließen kann.
Es ist bereits bekannt, zur Erhöhung der Patientensicher­ heit die neutrale Elektrode in zwei Teilelektroden zu un­ terteilen. Bei einer solchen Einrichtung wird ein Meß­ strom von einem Meßstromgeber zur einen Teilelektrode, von dort über den Patienten zur anderen Teilelektrode und von dieser schließlich zurück zum Meßstromgeber geleitet und überwacht. Wenn dieser Stromkreis geschlossen ist, dann ist sichergestellt, daß jede Teilelektrode praktisch ganzflächig am Patienten anliegt, so daß der eigentliche HF-Arbeitsstrom appliziert werden kann. Eine solche un­ terteilte neutrale Elektrode ermöglicht zwar die Fest­ stellung, ob diese richtig angebracht ist. Sie läßt je­ doch keine Aussage darüber zu, ob eventuell Nebenströme von der aktiven Elektrode zu einem in der Nähe des Pati­ enten befindlichen Kontaktstück fließen und dadurch wäh­ rend des HF-chirurgischen Einsatzes Verbrennungen herauf­ beschwören können. Darüber hinaus sind unterteilte Elek­ troden wesentlich teuerer als einstückige Elektroden, die häufig als Einwegartikel ausgeführt sind.
Aus der DE-AS 27 40 751 ist eine Sicherheitsschaltung für ein von einem HF-Generator gespeistes elektrochirugisches Gerät bekannt, bei welchem ein über eine Hinleitung zur aktiven Elektrode fließender HF-Arbeitsstrom vorgegebener Frequenz mit dem in einer Rückleitung von der neutralen Elektrode zurückfließender HF-Arbeitsstrom bezüglich der Amplituden verglichen wird. Zu diesem Zweck wird aus beiden Leitungen ein proportionales Signal abgeleitet, während der HF-Arbeitsstrom fließt. Übersteigt der Unterschied zwischen beiden abgeleiteten Signalen einen durch eine Schwellenschaltung vorgegebenen Schwellenwert, so wird durch das Ausgangssignal dieser Schwellenschaltung ein akustischer Alarm ausgelöst oder ein anderer geeigneter Alarm bewirkt. Der HF-Arbeitsstrom kann Schwingungen gemäß dem aus der US-PS 39 63 030 bekannten Generator aufweisen.
Aus der DE-OS 35 10 586 mit älterem Zeitrang ist eine Kontrolleinrichtung für ein HF-Chirurgiegerät bekannt. Das HF-Chirurgiegerät weist einen Oszillator auf, womit ein HF-Arbeitsstrom nach Betätigung eines Schalters von einer aktiven Elektrode zu einer neutralen Elektrode nur dann aussendbar ist, wenn ein Indikator anzeigt, daß die aktive und neutrale Elektrode elektrisch leitfähigen Kontakt zum Gewebe eines Patienten haben. Dazu wird durch einen weiteren Oszillator (Spannungsquelle) über ein Hochfrequenzfilter ein Kontrollstrom über das Gewebe des Patienten geleitet. Der Indikator erkennt, ob der Kontrollstrom fließt oder nicht fließt. Wenn der Kontrollstrom fließt, gibt der Indikator ein Signal an eine Und- Schaltung ab, die den HF-Ausgangsstrom freigibt.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein HF-Chirurgiegerät der eingangs genannten Art anzugeben, mit dem die Patientensicherheit bezüglich der sogenannten ungewollten Verbrennungen verbessert ist. Das HF-Chirurgiegerät soll mit normalen, d. h. einstückigen neutralen, Elektroden auskommen, um die Kosten des Betriebes gering zu halten.
Diese Aufgabe wird durch ein HF-Chirurgiegerät mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung basiert auf der Überlegung, daß die zu den genannten Verbrennungen führenden Nebenströme von dem aus der aktiven Elektrode austretenden HF-Arbeitsstrom ab­ zweigen und damit nicht mehr an der neutralen Elektrode und an ihrem Anschluß im HF-Chirurgiegerät zur Verfügung stehen. Ein Vergleich zwischen dem in die aktive Elektro­ de gegebenen und dem aus der neutralen Elektrode zurück­ geführten Strom muß daher einen Hinweis auf die Existenz von Nebenstromzweigen geben.
Wenn der abgegriffene HF-Meßstrom-Impuls wesentlich oder um einen vorgegebenen Prozentsatz (Toleranz) kleiner ist als der eingegebene HF-Meßstrom-Impuls, so deutet dies auf einen HF-Nebenstromweg hin. In Abhängigkeit von dem Amplitudenvergleich wird ein Freigabesignal gebildet, das - sofern kein nennenswerter Nebenstrom möglich ist - zur Freigabe des HF-Arbeitsstromes dient.
In Weiterbildung der Erfindung wird ein weiteres Freigabesignal gebildet, das - sofern eine Verbrennung zu befürchten ist - zur Freigabe eines Alarms oder der Blockade des HF-Arbeitsstromes vorgesehen ist.
In Ausbildung der Erfindung enthält das HF-Chirurgiegerät einen weiteren Oszillator, der vor der Aussendung des HF-Arbeitsstromes einen HF-Meßstrom-Impuls aussendet.
Zu einem gerätetechnischen Vorteil führt es dabei, wenn die Frequenz des HF-Meßstrom-Impulses gleich ist der Grundfrequenz des pulsförmigen HF-Arbeitsstromes. In die­ sem Fall können beide Ströme von ein und demselben HF-Os­ zillator abgeleitet werden. Auch entspricht dabei das Frequenzverhalten des Meßstromes dem des HF-Arbeitsstro­ mes.
Als besonders wichtig wird es angesehen, daß die hier be­ schriebene Schutzart auch bei sogenannten "floatenden" HF-Chirurgiegeräten funktioniert.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungs­ beispielen, die in vier Figuren dargestellt sind, näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 ein HF-Chirurgiegerät mit einer Überwachungs­ schaltung zur Anzeige der Gefahr ungewollter Verbrennungen;
Fig. 2 eine Ableitung von HF-Arbeitsstrom und HF- Meßstrom-Impuls aus ein und demselben HF- Oszillator;
Fig. 3 ein erstes Zeitdiagramm, in dem ein in die aktive Elektrode gesandter HF-Meßstrom-Impuls und ein daran anschließender pulsförmiger HF- Arbeitsstrom dargestellt sind, und
Fig. 4 ein zweites Ausführungsbeispiel für den zeit­ lichen und amplitudenmäßigen Verlauf von HF- Meßstrom-Impuls und pulsförmigem HF-Arbeits­ strom.
Nach Fig. 1 ist ein HF-Chirurgiegerät 2 vorgesehen, das von konventioneller Bauart ist, zusätzlich aber eine Überwachungsschaltung enthält, die im einzelnen noch näher erläutert wird. Das HF-Chirurgiergerät 2 ist an ei­ ne Netzversorgung 4 angeschlossen, die einen Erd- oder Masseanschluß 6 aufweist. An einem HF-Anschluß 8 ist über eine Verbindungsleitung 9 eine chirurgischer Handgriff 10 angeschlossen, der mit einem von Hand zu betätigenden Schalter 12 zum Einschalten eines HF-Arbeitsstroms Io ausgerüstet ist. Der Handgriff 10 ist mit einer aktiven Elektrode 14 leitend verbunden, die beim Koagulieren auf das zu stillende Blutgefäß im Patientenkörper 16 aufge­ drückt wird. Am Patientenkörper 16 ist in konventioneller Weise eine neutrale Elektrode 18 kontaktgebend befestigt. Diese neutrale Elekrode 18 ist einstückig ausgebildet und insbesondere als Wegwerfartikel ausgeführt. Von der neu­ tralen Elektrode 18 führt eine Verbindungsleitung 19 zum anderen HF-Anschluß 20 des HF-Chirurgiegeräts 2. Dieser HF-Anschluß 20 ist geräteintern mit dem Masseanschluß 6 verbunden.
Der HF-Arbeitsstrom Io mit der Hochfrequenz fo wird im Koagulationsbetrieb von einem ersten HF-Oszillator 22 er­ zeugt. Zu diesem Zweck ist der eine Ausgang des ersten HF-Oszillators 22 über eine Umschaltvorrichtung 24 mit dem ersten HF-Anschluß 8 und der andere Ausgang mit dem zweiten HF-Anschluß 20 verbunden. Die Umschaltvorrichtung 24 wird durch ein Freigabesignal g, das auf einer (ge­ strichelt gezeichneten) Steuerleitung 26 zugeführt wird, in die (nicht gezeigte) linke Schaltstellung überführt. Die Ausgangslage ist somit die (eingezeichnete) rechte Schaltstellung. Die Umschaltvorrichtung 24 bleibt nach Einwirkung des Freigabesignals g in der linken Schalt­ stellung, und zwar bis ein neues Schalten durch den Hand­ schalter 12 erfolgt oder erfolgen soll. Hierbei kann ein (nicht gezeigtes) Zeitglied die Rückführung in die Aus­ gangslage übernehmen.
Schematisch sind in Fig. 1 zwei Fehler- oder Nebenstrom­ wege eingezeichnet, die zu "ungewollten Verbrennungen" führen können. Der eine Nebenstromweg umfaßt ein erstes, verhältnismäßig kleines Kontaktstück 30, das über irgend­ einen Strompfad, z. B. den OP-Tisch, direkt mit Masse 6 verbunden ist. Auf diesem ersten Nebenstromweg kann ein HF-Nebenstrom I1 fließen. Der andere Nebenstromweg umfaßt ein zweites, ebenfalls verhältnismäßig kleines Kontakt­ stück 32, das ebenfalls am Patientenkörper 16 anliegt, sowie eine angeschlossene Kapazität 34, die mit Masse 6 verbunden ist. Die Kapazität 34 kann z. B. durch den tex­ tilen Belag zwischen Patientenkörper 16 und Masse 6 ge­ bildet sein. Auf diesem zweiten Nebenstromweg kann ein HF-Nebenstrom I2 fließen. Im Bereich beider Kontaktstücke 30, 32 kann es zu einer "ungewollten Verbrennung" kommen, wenn der zugehörige HF-Nebenstrom I1 bzw. I2 nach Ein­ schalten des Arbeitsstroms Io einen unzulässigen hohen Wert annimmt.
Durch die im folgenden beschriebene Überwachungsschaltung wird durch einen HF-Meßstrom Iz, der vorzugsweise impuls­ förmig abgegeben wird, der Stromweg von der aktiven Elek­ trode 14 über den Patientenkörper 16 und die neutrale Elektrode 18 zurück zum HF-Chirurgiegerät 2 vor dem ei­ gentlichen Koagulationsvorgang überprüft. Erst bei voll­ ständigem oder innerhalb einer festgelegten Toleranz Δp (mit Δp+p=1) erfolgten Rückfluß des Meßstroms Iz, d. h. wenn die zu erwartenden Nebenströme I₁, I₂ unschäd­ lich klein sein werden, wird schaltungstechnisch der ei­ gentliche HF-Arbeitsstrom Io für den chirurgischen Ein­ griff freigegeben.
Nach Fig. 1 umfaßt die Überwachungsschaltung eines zwei­ ten HF-Oszillator 36 zur Aussendung eines HF-Meßstrom-Im­ pulses Iz von vorgegebener Amplitude Iza und vorgegebener Frequenz fz. Beispiele für einen solchen HF-Meßstrom-Im­ puls Iz sind in den Fig. 3 und 4 gezeigt. Der eine Aus­ gang des zweiten HF-Oszillators 36 ist über die Umschalt­ vorrichtung 24 mit dem ersten HF-Anschluß 8 und der ande­ re Ausgang mit dem zweiten HF-Anschluß 20 verbunden. Der HF-Meßstrom-Impuls Iz wird somit über die Umschaltvor­ richtung 24, die z. B. als Schalttransistor ausgeführt ist, bei Betätigung des Schalters 12 in die aktive Elek­ trode 14 geleitet. Die Amplitude Iza ist dabei z. B. fest eingestellt; sie kann auch von Hand vom Benutzer ein­ stellbar sein. Ihr Wert wird mittels eines ersten Strom­ sensors 38 erfaßt, und der so erfaßte Meßwert wird dem einen Eingang einer Vergleichsschaltung 40 zugeleitet. Der von der neutralen Elektrode 18 aufgenommene HF-Meß­ strom-Impuls I′z, dessen Amplitude I′za u. U. um auf den beiden Nebenstromwegen fließende Anteile kleiner ist als die Amplitude Iza, wird mittels eines zweiten Stromsen­ sors 42 vor dem HF-Anschluß 20 erfaßt. Der hier erfaßte Meßwert wird dem anderen Eingang der Vergleichsschaltung 40 zugeleitet.
Die Vergleichsschaltung 40 dient dem eigentlichen Nach­ weis, ob wesentliche Nebenstromwege vorhanden sind oder nicht. Sie vergleicht die Amplituden Iza, I′za miteinan­ der. In Abhängigkeit des Vergleichs wird das Freigabesi­ gnal g oder h gebildet. Wenn insbesondere die Amplitude I′za innerhalb einer vorgegebenen Toleranz von Iza liegt, d. h. oberhalb eines vorbestimmten Grenzwerts pIza, wird das Freigabesignal g auf die Leitung 26 gegeben. Dieses Freigabesignal g bewirkt eine optische Anzeige mittels einer Lampe 44 und gleichzeitig die Umschaltung der Um­ schaltvorrichtung 24 in die (nicht gezeigte) linke Schaltstellung. Dieses Umschalten bewirkt den direkten Beginn der HF-chirurgischen Behandlung. Natürlich können Anzeige und Behandlungsbeginn auch voneinander getrennt sein. Gegebenenfalls kann die Anzeige ganz entfallen. Wenn die Amplitude I′za dagegen unterhalb des vorbestimm­ ten Grenzwerts pIza liegt, also innerhalb des vorgegebe­ nen Teils p der Amplitude Iza, dann kann über eine Lei­ tung 46 das Freigabesignal h zur Freigabe eines Alarms und/oder der Blockade des HF-Arbeitsstroms Io abgegeben werden. Das Freigabesignal h ist also ein Signal zur An­ zeige einer Gefahr und/oder zur Verhinderung der Koagu­ lation. Nach Fig. 1 kann diese Gefahr mittels einer opti­ schen Anzeige oder Lampe 48 angezeigt werden. Der genann­ te vorgegebene Teil p kann beispielsweise 90% betragen.
In der bevorzugten Ausführungsform wird bei Aufsetzen und Einschalten des Handgriffs 10 mittels des Schalters 12 ein HF-Meßstrom Iz mit fester Frequenz fz von ca. 100 kHz bis 1 MHz und einer festen Amplitude Iza von ca. 100 mA freigegeben. Beim Rückfluß über den Patientenkreis wird meßtechnisch überprüft, ob dieser Wert von ca. 100 mA oder ein akzeptabler Teil p hiervon am zweiten HF-Gene­ rator 36 ankommt. Ist dies der Fall, kann davon ausge­ gangen werden, daß keine nennenswerten Nebenschlüsse vor­ handen sind, und der HF-Arbeitsstrom Io, der in der Regel vom Benutzer einstellbar ist nach Stromstärke und Modula­ tionsfrequenz, wird freigegeben. Die Funktion "Arbeits­ kreis in Ordnung" wird dem Benutzer durch die Lampe 44 optisch angezeigt.
Es soll betont werden, daß die Ströme Iz und I′z ohne er­ höhten Meßaufwand zu vergleichen sind, wenn eine fest eingeprägte Frequenz fz und ein fest eingeprägter Strom Iz verwendet wird. Hierfür gibt es Meßinstrumente, z. B. Thermokreuze. Der Vergleich ist auch durch Differenz­ strommessung über eine Brückenschaltung möglich, z. B. auch durch gegeneinander geschaltete Dioden. Wenn aber beispielsweise ein fest eingeprägter Strom Iza von 100 mA vorgegeben wird, dann reicht es aus, mit einem Instrument den unteren Bereich (z. B. 0 bis 90 mA) in einer ersten Farbe und den oberen Bereich (z. B. 91 bis 100 mA) in einer zweiten Farbe anzuzeigen; Dioden sind dann nicht erforderlich.
Es soll noch darauf hingewiesen werden, daß im vorliegen­ den Fall der zweite HF-Oszillator 36 vom Benutzer mit demselben Schalter 12 aktiviert wird, mit dem auch der erste HF-Oszillator 22 aktiviert wird. Selbstverständlich können am Handgriff 10 für die Einschaltung des HF-Ar­ beitsstroms Io und des HF-Meßstrom-Impulses Iz (nicht ge­ zeigte) getrennte Schalter vorgesehen sein.
In Fig. 2 ist eine Ausführungsform gezeigt, bei der der erste Oszillator 22 und der zweite HF-Oszillator 36 von einem gemeinsamen HF-Oszillator 50 der Hochfrequenz fo gesteuert sind. Mittels einer ersten Schaltung 22a wird hieraus der Arbeitsstrom Io und mittels einer zweiten Schaltung 36a der HF-Meßstrom-Impuls Iz gebildet.
In den Fig. 3 und 4 sind zwei Ausführungsbeispiele darge­ stellt, aus denen das Verhältnis des HF-Meßstrom-Impulses Iz zum pulsförmigen HF-Arbeitsstrom Io hervorgeht. In Fig. 3 ist gezeigt, daß sich an den HF-Meßstrom-Impuls Iz unmittelbar der erste Impuls des pulsförmigen HF-Arbeits­ stromes Io anschließt. Dagegen besteht zwischen diesen beiden Impulsen nach Fig. 4 eine Pause P. Letztere kann einstellbar ausgeführt sein.
Aus den Fig. 3 und 4 geht weiter hervor, daß die Amplitu­ de Iza unabhängig ist von der Amplitude Ioa des Arbeits­ stromes. Sie ist vorzugsweise um einiges kleiner, damit während der Messung kein Hochfrequenz-Effekt auftritt. Aus beiden Fig. 3 und 4 wird auch deutlich, daß der HF-Meßstrom-Impuls Iz während seiner gesamten Dauer D ei­ ne gleichmäßige Amplitude Iza aufweist, z. B. den bereits erwähnten Wert von 100 mA, während die Amplitude eines HF-Arbeitsstromimpulses Io in bekannter Weise im Laufe der Zeit t abnimmt. Nach Fig. 3 ist, entsprechend Fig. 2, die Frequenz fz vorzugsweise gleich der Grundfrequenz fo des HF-Arbeitsstromes Io gewählt. Mit To ist die Pulsdau­ er bezeichnet, so daß To/T das einstellbare Puls-Pausen­ verhältnis charakterisiert.
Zur Länge D des HF-Meßstrom-Impulses Iz ist folgendes zu sagen: Sie sollte so kurz wie möglich gewählt sein, um keine unerwünschten Effekte zu verursachen. Die Länge D wird im allgemeinen bestimmt durch den Meßwert und durch die Meßwertverarbeitung. Da ihr optimaler Wert von eini­ gen Parametern abhängig ist, ist sie bevorzugt einstell­ bar, beispielsweise durch ein (nicht gezeigtes) Einstell­ organ am zweiten HF-Oszillator 36.

Claims (17)

1. HF-Chirurgiegerät mit einem Oxzillator (22), womit ein HF-Arbeitsstrom (Io) nach Betätigung eines Schalters (12) von einer aktiven Elektrode (14) über einen zu behandelnden Körper (16) zu einer neutralen Elektrode (18) aussendbar ist, wobei vor dem Aussenden des HF-Arbeitsstromes (Io) bei Betätigung des Schalters (12) ein HF-Meßstrom-Impuls (Iz) mit vorgegebener Amplitude (Iza) und mit vorgegebener Frequenz (fz) in die aktive Elektrode (14) geleitet und bezüglich der Amplitude (I′za) mit dem von der neutralen Elektrode (18) abgegriffenen HF-Meßstrom-Impuls (I′z) verglichen wird und wobei ein Freigabesignal (g) zur Freigabe des HF-Arbeitsstromes (Io) gebildet wird, wenn die Amplitude (I′za) des von der neutralen Elektrode (18) abgeleiteten HF-Meßstrom-Impulses (I′z) innerhalb einer vorgebbaren Toleranz der Amplitude (Iza) des in die aktive Elektrode (14) geleiteten HF- Meßstrom-Impulses (Iz) liegt.
2. HF-Chirurgiegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der HF-Meßstromimpuls (Iz) eine zeitlich konstante Amplitude (Iza) besitzt.
3. HF-Chirurgiegerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Amplitude (Iza) des HF-Meßstrom-Impulses (Iz) kleiner ist als die Amplitude (Ioa) des pulsförmigen HF-Arbeitsstromes (Io).
4. HF-Chirurgiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Frequenz (fz) des HF-Meßstrom-Impulses (Iz) konstant ist.
5. HF-Chirurgiegerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Frequenz (fz) des HF-Meßstromimpulses (Iz) gleich ist der Grundfrequenz (fo) des pulsförmigen HF-Arbeitsstromes (Io).
6. HF-Chirurgiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Dauer (D) jedes HF-Meßstrom-Impulses (Iz) unabhängig von Amplitude und Puls-Pausen-Verhältnis (To/T) des pulsförmigen HF-Arbeitsstromes (Io) gleich groß ist.
7. HF-Chirurgiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß in Abhängigkeit des Amplitudenvergleichs ein weiteres Freigabesignal (h) gebildet wird.
8. HF-Chirurgiegerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das weitere Freigabesignal (h) gebildet wird, wenn die Amplitude (I′za) des von der neutralen Elektrode (18) abgeleiteten HF-Meßstrom- Impulses (I′z) innerhalb eines vorgegebenen Teiles (p) der Amplitude (Iza) des in die aktive Elektrode (14) geleiteten HF-Meßstrom-Impulses (Iz) liegt.
9. HF-Chirurgiegerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das weitere Freigabesignal (h) zur Freigabe eines Alarms oder der Blockade des HF-Arbeitsstromes (Io) vorgesehen ist.
10. HF-Chirurgiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß sich nach dem HF-Meßstrom-Impuls (Iz) ohne Pause der erste Impuls des pulsförmigen HF-Arbeitsstromes (Io) anschließt (Fig. 3).
11. HF-Chirurgiegerät nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der vorgegebene Teil (p) der Amplitude (Iza) des in die aktive Elektrode (14) geleiteten HF-Meßstrom-Impulses (Iz) ca. 90% beträgt.
12. HF-Chirurgiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß ein weiterer Oszillator (36) den HF-Meßstrom-Impuls (Iz) aussendet.
13. HF-Chirurgiegerät nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der weitere Oszillator (36) und der Oszillator (22) für die Aussendung des HF-Arbeitsstromes (Io) von einem gemeinsamen HF-Oszillator (50) gesteuert sind.
14. HF-Chirurgiegerät nach einem der Ansprüche 12 oder 13, gekennzeichnet durch eine Umschaltvorrichtung (24), die entweder den weiteren Oszillator (36) oder den Oszillator (22) mit der aktiven Elektrode (14) verbindet und die von dem Freigabesignal (g) gesteuert ist.
15. HF-Chirurgiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß zum Vergleich der Amplituden (Iza, I′za) eine Einrichtung zur Differenzstrommessung vorgesehen ist.
16. HF-Chirurgiegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß der von dem weiteren Oszillator (36) abgegebene HF-Meßstrom­ impuls (Iz) eine konstante Amplitude (Iza) besitzt, und daß zwischen der neutralen Elektrode (18) und ihrem An­ schluß an den weiteren Oszillator (36) ein Strom-Meßin­ strument (42) angeschlossen ist, das mit einer Ver­ gleichsschaltung (40) verbunden ist.
17. HF-Chirurgiegerät nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Schalter (12) am Handgriff (10) der aktiven Elektrode (14) gleichzeitig zum Start eines Stromvergleichs mittels der Vergleichs­ schaltung (40) vorgesehen ist.
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