DE2147802B2 - Ofen zum Durchführen katalytischer endothermer Reaktionen - Google Patents
Ofen zum Durchführen katalytischer endothermer ReaktionenInfo
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Description
Der erfindungsgemäße Ofen eignet sich beispielsweise für das Dampferacken von Kohlenwasserstoffen zur
Herstellung von Wasserstoff, Synthesegas, Starkgas oder Olefinen.
Übliche öfen für endotherme Reaktionen umfassen im allgemeinen eine oder mehrere Reaktionskammern,
deren Wände, Decke und/oder Boden mit Brennern ausgestattet sind. In der oder in den Reaktionskammer(n)
befindet sich eine Vielzahl von vertikal angeordneten Rohren, wobei die Kopfenden der Rohre
über die Kammerdecke reichen und die unteren Enden sich gegebenenfalls im Kammerboden befinden. Bei
diesen bekannten Öfen werden die fließfähigen Reaktionspartner oben in die Rohre über eine
außerhalb der Reaktionskammer angeordnete Verteilerleitung eingeführt und die Reaktionsprodukte
unten aus den Rohren abgezogen, gesammelt und über eine oder über mehrere Sammelleitung abgeführt.
Die Hauptschwierigkeit bei derartigen Ofenkonstruktionen zur Durchführung endothermer Reaktionen
ergeben sich aus den dabei auftretenden Temperaturänderungen und den damit verbundenen Bewegungen der
Reaktionsrohre, der Austrittsleitungen und der Sammelleitungen infolge der Wärmedehnung bzw. -kontraktion.
Weitere Schwierigkeiten liegen in der unteren Abstützung der Reaktionsrohre. Normalerweise sind die
Reaktionsrohre in der Kammer in einer oder zwei vertikalen Reihen und die Auslaß- oder Sammelleitungen
für die fließfähigen Reaktionsprodukte waagrecht und im rechten Winkel zu den Reaktionsrohren
angeordnet. Die beim Aufheizen und Abkühlen des Ofens auftretenden Temperaturänderungen führen zu
einer entsprechenden Verlängerung bzw. Verkürzung der Reaktionsrohre und der Sammelleitung. Während
sich die Reaktionsrohre ungehindert in Längsrichtung durch die Kammerdecke auszudehnen vermögen,
müssen die Verbindungen zwischen den Reaktionsrohren und der Sammelleitung so ausgebildet sein, daß sie
die Bewegungen der Sammelleitung ausgleichen, ohne daß es zu Wärmespannungen, die zu einer Beschädigung
ίο der Rohre führen können, kommt
Bei den bekannten Konstruktionen sind die Reaktionsrohre
unmittelbar an der Sammelleitung befestigt und werden von der Sammelleitung abgestützt, so daß
die unteren Enden der Reaktionsrohre den Längsbewegungen der Teile der Sammelleitung, mit denen sie
verbunden sind, folgen müssen. Da jedoch die oberen Enden der Reaktionsrohr diese Bewegungen nicht
mitmachen können, treten in diesen und an den Verbindungsstellen zwischen den Rohren und der
Sammelleitung Wärmespannungen auf, die beträchtliche Werte annehmen können bei einer größeren Anzahl
von Reaktionsrohren, die mit einer Sammelleitung verbunden sind. Schließlich ist zu beachten, daß
derartige Sammelleitungen keine ungehinderte Bewegung auszuführen vermögen, da sie das volle Gewicht
der Reaktionsrohre zu tragen haben. Es ist daher erforderlich, die Reaktionsrohre mit Hilfe einer
flexiblen Konstruktion oben aufzuhängen und z. B. eine Anordnung mit Gegengewichten und Seilrollen oder
eine Federanordnung vorzusehen, die das gesamte Gewicht bzw. einen erheblichen Teil des Gewichtes der
Reaktionsrohre aufnimmt.
Bei einer anderen bekannten Konstruktion sind die Reaktionsrohre mit der Sammelleitung durch lange
mehrfach gekrümmte Rohre verbunden, die ausreichend flexibel sind, um die Bewegungen der Sammelleitung
unter den Temperaturänderungen aufzunehmen und die unteren Enden der Reaktionsrohre doch ihre
Lage beibehalten. Diese Konstruktion ist sehr kostspie-
lig, da die langen mehrfach gekrümmten Rohre aus warmfesten Legierungen bestehen müssen.
Man hat daher versucht, diese langen mehrfach gekrümmten Rohre durch kurze gerade Verbindungsrohre zu ersetzen und mit den Reaktionsrohren eine
Führungsstange so zu verbinden, daß sich die unteren Enden der Reaktionsrohre entsprechend den Bewegungen
der Sammelleitung zu bewegen vermögen. Bei dieser Konstruktion müssen jedoch die am oberen Ende
der Reaktionsrohre befestigten flexiblen Tragkonstruktionen im wesentlichen das gesamte Gewicht der Rohre
aufnehmen. Auch diese Konstruktion ist kompliziert und teuer und hinsichtlich der Überwachung und
Wartung sehr anspruchsvoll. Es ist daher bei solchen Konstruktionen ein störungsfreier Betrieb nicht gewährleistet.
Aufgabe der Erfindung ist nun eine Ofenkonstruktion, bei der die Reaktionsrohre unten abgestützt sind und
mit einer Auslaß- bzw. Sammelleitung durch gerade Rohre verbunden sind. Das Katalysatorbett ist über das
obere Ende der Rohre leicht zugänglich, die Ofenwände sind von den Bewegungen durch Wärmedehnung der
Reaktionsrohre unabhängig, die Konstruktion zeichnet sich durch kompakte Anordnung und kleine Abmessungen
aus. Die Auslaßleitungen sind vereinfacht und die Verbindungsrohre von den Bewegungen durch Wärmedehnung
der Sammelleitung unabhängig. Die Biegespannungsbeanspruchungen der zu der Sammelleitung
führenden Verbindungsrohrc ist verringert und schließ-
lieh gestattet die erfindungsgemäße Ofenkonstruktion
die Ausrichtung jedes einzelnen Reaktionsrohres.
Die Erfindung geht nun aus von einem Ofen zur Durchführung katalytischer endothermer Reaktionen
mit mindestens einer Reihe von vertikal in mindestens einer Ofenkammer angeordneten Keaktionsrohren,
mehrfach gekrümmten Einlaßrohren, Auslaßleitungen und Sammelleitung sowie Aufhängungen für die
Reaktionsrohre und ist dadurch gekennzeichnet, daß die Auslaßleitungen gerade Verbindungsrohre sind, welche
sich im rechten Winkel zu den Reaktionsrohren erstrecken und in mindestens eine waagerechte
Sammelleitung münden, deren Achse parallel zu der Reihe der Reaktionsrohre verläuft. In dem Ofen ist eine
parallel zur Sammelleitung verlaufende, längs einer Reihe von Reaktionsrohren waagrecht aufgehängte
Führungsstange mit paarweise angeordneten Ansätzen für die unteren Enden der Reaktionsrohre vorgesehen,
wobei die Ansätze jedes Reaktionsrohr locker umgreifen. Schließlich sind schaukelartige Aufhängungen an
den unteren Enden der Reaktionsrohr: vorgesehen, deren oberes Ende mit Ofenboden und deren unteres
Ende mit einem das Reaktionsrohr unterstützenden Träger fest verbunden sind. Die schaukelartigen
Aufhängungen bestehen bevorzugt im wesentlichen aus parallel zu den Reaktionsrohren angeordneten Spannschlössern,
die sich zwischen Stangen befinden, welche in Ösen an dem Ofenboden und ösen am Träger einer
Trägerstange eingehängt sind.
Nachteilig an den oben erwähnten bekannten Trag- und Aufhängungskonstruktionen mit Gegengewicl:!s-
oder Federanordnungen ist, daß sich diese im Oberteil des Ofens befinden und damit den unterschiedlichsten
Umgebungseinflüssen ausgesetzt sind. Es besteht somit die Gefahr der Korrosion funktionswichtiger Teile,
insbesondere bei den beweglichen Teilen z. B. einer Seilrollenanordnung ist die Gewährleistung einer
ungehinderten Bewegung während einer ganzen Ofenreise schwierig einzuhalten. Durch die starre Verbindung
der Reaktionsrohre und Sammelleitungen bei den bekannten Konstruktionen kommt es leicht zum Riß,
insbesondere an den kritischen Punkten wie Schweißverbindungen. Aber auch flexible Verbindungen zwischen
Reaktionsrohren und Sammelleitungen haben bisher noch nicht zur zufriedenstellenden Lösung des
Problems geführt; dies gilt insbesondere bei hohen Arbeitsdrucken, z. B. > 20 bar, und hohen Arbeitstemperaturen,
z. B. > 7000C, wobei diese flexiblen Verbindungen
aus warmfesten und druckfesten Werkstoffen hergestellt sein müssen, die nicht nur kostspielig
sondern auch schwer zu bearbeiten sind
Hingegen zeichnet sich die erfindungsgemäße Ofenkonstruktion dadurch aus, daß die kurzen geraden
Rohre, welche die mehrfach gebogenen Verbindungsrohre nach dem Stand der Technik ersetzen, die
Biegung der senkrecht angeordneten Reaktionsrohre auszugleichen vermögen. Alle üblichen Beanspruchungen
werden von der Aufhängekonstruktion aufgenommen. Diese zeichnet sich durch große Einfachheit aus
und ist an einer leicht zugänglichen Stelle unterhalb der Reaktionskammer angeordnet Die Aufhängekonstruktion
nach der Erfindung ist somit gegen Umgebungseinflüsse gut geschützt. Die Temperatur unterhalb der
Reaktionskammer ist im allgemeinen nur geringfügig erhöht gegenüber der Hallentemperatur, womit auch
die Korrosionsgefahr für die erfindungsgemäße Aufhängekonstruktion wesentlich herabgesetzt ist im
Vergleich zu den bekannten Konstruktionen. Die einzelnen Teile der erfindungsgemäßen Aufhängekonstruktion
führen nur kleine Bewegungen aus, die ohne Schwierigkeiten beherrschbar sind.
Nach der Erfindung können nur die Unterstützungen selb:t und die Auslaß- oder Sammelleitungen außerhalb
der Reaktionskammer liegen, während die Verbindungen zwischen den Reaktionsrühren und den Verbindungsrohren
sich innerhalb der Reaktionskammer befinden. Es ist aber auch möglich, auch noch die
ίο Verbindungsrohre und deren Rohranschlüsse außerhalb
der Reaktionskammer anzuordnen, wodurch diese Teile für Überwachung und Wartung leicht zugänglich sind
und eine Überhitzung der Verbindungsteile und Sammelleitungen vermieden wird. Da die Verbindungen
und Sammelleitungen nicht mit den Verbrennungsgasen der Brenner in Berührung kommen, kann jeder
beliebige Brennstoff einschließlich Rückstandsölen auch mit hohen Schwefel- und Aschegehalten verfeuert
werden, um die für die Reaktion benötigte Wärmeenergie aufzubringen.
Die erfindungsgemäße Ofenkonstruktion eignet sich besonders für Verbundrohre aus einer äußeren Lage
einer korrosionsbeständigen Legierung und einer inneren Lage aus einer druckfesten Legierung (IN PS
1 31 894).
Bei den oben erwähnten Konstruktionen mit unten abgestützten Reaktionsrohren und außenliegenden
mehrfach gekrümmten Verbindungsrohren und Sammelleitungen kann die Länge der gekrümmten Rohre
sehr groß sein und es können nur 20 bis 30 Reaktionsrohre an eine Sammelleitung angeschlossen
werden. Bei modernen öfen sollten jedoch je Reaktionskammer !50 und mehr Rohre angeordnet werden
können. In so einem Fall müssen bei den üblichen Ofenkonstruktionen mehrere Sammelleitungen zu einer
Hauptsammelleitung verbunden werden und diese Hauptsammelleitung stellt dann einen feuerfest zugestellten
Kanal dar, dessen Stahlmantel dann auf etwa Hüttentemperatur ist und damit keine Bewegungen
aufgrund der Wärmedehnung ausführen muß.
Bei der erfindungsgemäßen Ofenkonstruktion kann nun der Auslaß aus den Reaktionsrohren kurze gerade
Rohre sein, im Gegensatz zu den mehrfach gekrümmten Rohren nach dem Stand der Technik noch dazu, wo
diese aus Speziallegierungen bestehen müssen. Auch im Hinblick darauf bedeutet die erfindungsgemäße Konstruktion
eine erhebliche Einsparung an Investitionskosten. Darüber hinaus ist aber in den erfindungsgemäß
angewandten kurzen Rohren der Druckabfuli natürlich wesentlich geringer als in den üblichen langen
gekrümmten Rohren. Die mehreren Sammelleitungen, die in den feuerfest ausgekleideten Sammelkanal führen,
sind erfindungsgemäß durch eine einzige Sammelleitung ersetzt, welche die gesamten Reaktionsprodukte aufnimmt.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen weiter erläutert. In diesen zeigt
Fig. 1 einen senkrechten Schnitt durch einen erfindungsgemäßen Ofen mit zwei Reaktionskammern,
von denen jede eine Reihe von vertikal angeordneten Reaktionsrohren enthält;
Fig.2 einen Ofen nach Fig. 1, entsprechend einem
im .echten Winkel zur Zeichenebene von F i g. 1 verlaufenden Längsschnitt;
b5 F i g. 3 einen waagrechten Schnitt des Ofens nach
Fig.l;
Fig. 4 einen waagrechten Schnitt durch einen Teil der Reaktionfrohre. woraus Einzelheiten der Anord-
nung mit zwei Reihen von vertikalen Reaktionsrohren entnommen werden können;
Fig. 5 einen Teilschnitt, der Einzelheiten einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Aufhängekonstruktion
erkennen läßt und
Fig. 6 einen ähnlichen Schnitt wie Fig. 5,jedoch eine
andere Ausführungsform der Auslaßleitungen, wobei die Verbindung zwischen den Reaklionsrohren und den
Verbindungsrohren innerhalb der Reaktionskammer angeordnet sind.
Bei dem Ofen der F i g. 1 bis 3 befinden sich die Reaktionsrohre 11 vertikal stehend innerhalb der
Reaktionskammern 12, in die Strahlungsbrenner 13 für gasförmige oder flüssige Brennstoffe arbeiten. Die
Einlaß- bs:w. Verteilerleitung 14 ist mit den oberen Enden 15 der Rohre 11 über der Ofendecke 16 durch ein
mehrfach gekrümmtes Einlaßrohr 17 verbunden. Die unteren Einden 19 der Rohre 11 sind mit einer
Sammelleitung 20 über die geraden Verbindungsrohre 18 verbunden. Die Reaktionsprodukte aus den Rohren
11 gelangen über die Sammelleitung 20 in einen Abhitzekessel 21.
Bei einer modifizierten Ausführungsform ist die Sammelleitung mit einer senkrechten (nicht dargestellten)
Förderleitung zur Überführung der Reaktionsprodukte in eine weitere Verfahrensstufe verbunden. Der
Festpunkt der Sammelleitung 20 befindet sich am Eingang in den Abhitzekessel 21 bzw. in die
Überführungsleitung, während das andere Ende der Sammelleitung sich entsprechend den Temperaturänderungen
ungehindert bewegen kann. Um eine Reibung der Sammelleitung 20 möglichst weitgehend zu
vermeiden, ist sie gleitend auf einer beweglichen Unterstützung oder Aufhängekonstruktion gelagert.
Die Heizgase, die von den Brennern erzeugt worden sind, verlassen die Reaktionskammern 12 über die Esse
22 und verlassen damit den Ofen.
Man kar.n die Rohre 11 anstelle in einer Reihe auch in
zwei Reihen anordnen, wobei jedes Rohr der einen Reihe gegenüber der Lücke in der anderen Rohrreihe
steht. Auf diese Weise läßt sich die in eine bestimmte Reaktionskammer einzubringende Anzahl an Reaktionsrohren
vergrößern, ohne daß ein Teil der Rohrfläche von der unmittelbaren Wärmeeinstrahlung
von den Kammerwänden abgeschirmt würde.
Die Fig.4 bis 6 zeigen nun Einzelheiten der erfindungsgemäßen Aufhängekonstruktion, mit deren
Hilfe sich die unteren Enden der Reaktionsrohre innerhalb eines im wesentlichen ebenen sich waagrecht
erstreckenden Bereichs zu bewegen vermögen zum Ausgleich der Wärmedehnung der Sammelleitung und
der Verbindungsrohre. Die Fig.4 und 5 zeigen die Situation bei einem Ofen, in dessen Reaktionskammer
sich zwei Reihen von Reaktionsrohren 11 befinden, und
zwar wieder, wie oben erwähnt versetzt angeordnet während die F i g. 6 die Situation in einer Reaktionskammer
mit nur einer Reihe von Reaktionsrohren wiedergibt
Das gesamte Gewicht des Rohres 11 wird von einer
Strangstange 13 aufgenommen, die sich an einem Träger 32 abstützt welcher seinerseits von einer
Schaukelanordnung getragen wird. Diese Schaukelanordnung kann eine Aufhängung 33 sein, deren Enden
gemäß Fig.5 hakenförmig umgebogen sind. Anstelle
dieser Aufhängungen können auch Ketten angewandt werden. Um eine senkrechte Verschiebbarkeit der
Reaktionsrohre zu ermöglichen, befindet sich jede Aufhängung 33 zwischen zwei mit je einem Haken
versehenen Stangen 34. die gemäß Fig.6 in ein Spannschloß 35 eingeschraubt sind. Die ösen 36, in die
die oberen Haken der Aufhängung eingehängt sind, sind mit U-Profilen 37 verschweißt während die unteren
r) Haken in die ösen 38. die an dem Träger 32
angeschweißt sind, eingreifen.
Die erfindungsgemäße Aufhängekonstruktion arbeilet reibungsfrei, wobei sich das untere Ende der
Reaktionsrohre 11 in einem begrenzten Bereich und in
in einer nahezu waagrechten Ebene ungehindert in allen
Richtungen bewegen kann. Eine seitliche Verschiebung längs der Achse des zugehörigen Verbindungsrohrs 18
tritt ein, wenn sich dieses durch Temperaturerhöhung ausdehnt Bei dieser Ausdehnung des Verbindungsroh-
! ■> res 18 im rechten Winke! zur Achse der Sammelleitung
20 wird das Rohr 11 durch zwei es locker umgreifende Ansätze 39 geführt Diese sind an einer Führungsstange
40 befestigt die sich längs der bzw. zwischen den Reihe(n) der Reaktionsrohre erstreckt (Fig.4 und 5).
Die aus den Rohren 11 austretenden Reaktionsprodukte
durchströmen die Verbindungsrohre 18 und die Sammelleitung 20 und erwärmen damit die gesamte
Konstruktion im wesentlichen gleichmäßig, so daß auch die Wärmedehnung der Sammelleitung und der
Führungsstange nahezu gleich ist Das untere Ende des Reaktionsrohres, welches dem Festpunkt der Sammelleitung
am nächsten steht ist so geführt daß es keine Längsbewegung auszuführen vermag. Auf diese Weise
wird gewährleistet daß beide Enden dieses Verbin-
)o dungsrohres 18 an der gleichen Strecke verlagert werden und eine Biegebeanspnichung der Verbindungsrohre und deren Anschlüsse vermieden ist.
In F i g. 4 ist die Wärmedehnung der Sammelleitung
20 und der Führungsstange 40 in Längsrichtung durch die gestrichelten Linien angedeutet Die von den
Reaktionsrohren 11 aufgrund der Dehnung der Führungsstange 40 hervorgerufene Längsbewegung,
wobei die Rohre durch die Ansätze 39 geführt werden, ist in F i g. 4 nicht dargestellt jedoch erkennt man die
Seitenverlagerung der unteren Enden der Rohre aufgrund der Wärmedehnung der Verbindungsrohre 18.
Auch in F i g. 2 ist die Wärmedehnung der Verteilerleitung 14 und der Sammelleitung 20 zu entnehmen.
Die Lage der Achsen der Reaktionsrohre ist natürlich
von der herrschenden Temperatur abhängig. Es ist jedoch möglich sie so anzuordnen, daß ihre Achsen
entweder bei Hallentemperatur oder bei der maximalen Arbeitstemperatur oder bei einer beliebigen Temperatur
dazwischen, vorzugsweise jedoch in der Nähe der
so maximal zu erwartenden Temperatur, genau vertikal stehen.
Bei der Ausführungsform nach F i g. 5 befinden sich die Verbindungsrohre 18 außerhalb der Reaktionskammer
und bei der Ausführungsform nach F i g. 6 innerhalb der Reaktionskammer.
Die Erfindung wird an folgenden Beispielen weiter erläutert
Eine flüssige Kohlenwasserstoff-Fraktion wird mit Dampf zur Reaktion gebracht um Wasserstoff und
Kohlenoxide zu bilden. Dies geschieht in Gegenwart eines Nickelkatalysators innerhalb eines Ofens nach
Fig. Ibis 3.
<>5 In jeder Ofenkammer sind 50 Reaktionsrohre in einer
Reihe angeordnet, so daß sich eine Gesamtlänge der Sammelleitung 20 von 15 m ergibt Die Verbindungsrohre
18 haben eine Länge von 2 m. Wird nun von
Hallentemperatur auf 8000C erwärmt, dehnt sich jedes
Verbindungsrohr um 29 mm aus, so daß alle Reaktionsrohre in seitlicher Richtung entsprechend verlagert
werden. Die Sammelleitung 20 erleidet eine Verlängerung um etwa 220 mm, so daß die Rohranschlüsse in der
Längsrichtung entsprechend dem Abstand der Rohre vom Festpunkt der Sammelleitung verschoben werden,
d. h. der dem Festpunkt der Sammelleitung am nächsten liegende Anschluß wird praktisch nicht verschoben,
während der fünfzigste um 220 mm verschoben wird. Da die Anordnung von Abstandhaltern zwischen den
unteren Enden der Reaktionsrohre gewährleistet, daß die Rohranschlüsse im gleichen Ausmaß verschoben
werden, werden die Verbindungsrohre bzw. ihre Anschlüsse nicht auf Biegung beansprucht.
Die Verfahrensparameter (Druck, Verhältnis Dampf: Kohlenstoff, Temperatur, Einspeisegeschwindigkeit
des Kohlenwasserstoffs) wurden so gewählt, daß man ein für die Ammoniaksynthese geeignetes Gas
erhielt. Das die Sammelleitung 20 verlassende Synthesegas wurde unmittelbar in die Ammoniaksynthese
> geführt.
Eine flüssige Kohlenwasserstoff-Fraktion wurde mit Dampf zu Olefinen, insbesondere Äthylen und Propylen,
κι umgesetzt, und zwar in einem Ofen nach Fig. 1 bis 3,
wobei die Verbindungsrohre 18 im Sinne der Fig.6 innerhalb der Reaktionskammer lagen. Als Katalysator
dient ein Gemisch von Zirkoniumoxid und Kaliumoxid. Die Arbeitsbedingungen und die Dimensionen des
ir> Ofens entsprachen im wesentlichen denen des Beispiels
1.
Hierzu 5 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Ofen zum Durchführen katalytischer endothermer Reaktionen mit mindestens einer Reihe von
vertikal in mindestens einer Ofenkammer angeordneten Reaktionsrohren, mehrfach gekrümmten
Einlaßrohren, Auslaßleitungen, Sammelleitung und Aufhängungen für die Reaktionsrohre, gekennzeichnet durch Auslaßleitungen in Form
gerader Verbindungsrohre (18), welche sich im rechten Winkel zu den Reaktionsrohren (11)
erstrecken, in mindestens eine waagrechte Sammelleitung (20) münden, deren Achse parallel zu der
Reihe von Reaktionsrohren (11) verläuft, wobei der Ofen eine parallel zur Sammelleitung (20) verlaufende
längs einer Reihe von Reaktionsrohren (11) waagrecht aufgehängte Führungsstange (40) mit
paarweise angeordneten Ansätzen (39) für die unteren Enden (19) der Reaktionsrohre (11) aufweist,
welche Ansätze (39) jedes Reaktionsrohr locker umgreifen und wobei schaukelartige Aufhängungen
an den unteren Enden (19) der Reaktionsrohre (11) vorgesehen sind, deren oberes Ende mit dem
Ofenboden und deren unteres Ende mit einem das Reaktionsrohr unterstützenden Träger (32) fest
verbunden sind.
2.Ofen nach Anspruch !,dadurch gekennzeichnet,
daß die schaukelartigen Aufhängungen im wesentlichen aus parallel zu den Reaktionsrohren (11)
angeordneten Spannschlössern (35) bestehen, die sich zwischen Stangen (34) befinden, welche in ösen
(36) an dem Ofenboden und ösen (38) am Träger (32) einer Tragstange (31) eingehängt sind.
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