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Die Erfindung betrifft ein Kommissionier-System für Kleinmengen von Presserzeugnissen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Bei der Bestellung von Presseerzeugnissen in kleinen Mengen, teilweise nur ein einziges Exemplar des jeweiligen Presseerzeugnisses, durch den Kunden bei Grossisten handelt es sich in der Regel um Nachlieferungswünsche. In der Praxis halten die Grossisten daher umfangreiche Nachlieferungslager vor. Geht ein Kleinauftrag in der Auftragsannahme ein, wird er über eine EDV-Anlage an das Nachlieferungslager übermittelt und ausgedruckt. Ein Mitarbeiter sucht dort den oder die gewünschten Artikel heraus, verbindet die Nachlieferung mit dem Auftragsausdruck und überstellt sie in ein Auslieferungslager mit dort vorgesehener Kundensortierung.
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Um den Kundenwünschen schnell gerecht zu werden, muss das Nachlieferungslager gut bestückt sein und nimmt entsprechend viel Platz ein. Das händische Heraussuchen der gewünschten Artikel ist mit hohem Zeitaufwand verbunden. Schließlich erhält der Kunde teilweise mehrere Nachlieferungen pro Tag und somit mehrere kleine Einzelpakete.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, hier Abhilfe zu schaffen. Diese Aufgabe wird durch ein Kleinmengen-Kommissionier-System mit den Merkmalen des Anspruchs 1, d. h. eine bestimmte Anordnung von Transport- und Verknüpfungsmitteln wie angegeben gelöst. Hierzu nutzt die Erfindung den Tatbestand, dass täglich auch aktuelle Presseerzeugnisse in großer Anzahl von den Kunden, d. h. in der Regel den Einzelhändlern, zurückgegeben werden. Diese zurückgegebenen Waren (Remittenden) gelangen zu einer Remittenden-Annahme, um von dort nach Vorgabe aus einer angeschlossenen EDV-Anlage entweder einem Materialrecycling oder einer Rückgabe an den Verlag zugeführt zu werden. In dem erfindungsgemäßen Kleinmengen-Kommissionier-System (KK-System) wird nun die mit der Auftragsannahme für Kleinmengen verbundene EDV-Anlage ebenfalls mit der Remittenden-Annahme dergestalt verbunden, dass bei Rückgabe/Remission eines Presseerzeugnisses, für das eine Bestellung vorliegt, dieses bestellte Presseerzeugnis nicht in einen der beiden Kanäle ”Altpapier” oder ”Rückgabe an den Verlag” gelangt, sondern mittels eines Kleinmengen-Transportelementes erneut in den Auslieferungsbereich weitergeleitet wird.
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Durch das erfindungsgemäße KK-System bzw. die erfindungsgemäße Anordnung und Verknüpfung von Aufnahme- und Transportelementen ist es möglich, Kleinmengen-Bestellungen schnell und unmittelbar aus der Remission zu bedienen. Nur falls vor der erneuten Belieferung des Kunden kein passender Artikel in der Remission war, muss dieser auf herkömmliche Weise aus einem Bestandslager nachgeliefert werden. Das Bestands- bzw. Nachlieferungslager kann dadurch in Größe und Umfang enorm verringert werden. Auch der dort anfallende Arbeitsaufwand sinkt auf ein Minimum. Insgesamt erhält der Kunde/Einzelhändler seine (nach)bestellten Presseerzeugnisse meist schneller und in einem größeren Paket zusammen mit seinen regulären Bestellungen und nicht wie bisher in mehreren kleinen Einzelpaketen. Neben dem Bequemlichkeitsgewinn für den Kunden wird so außerdem Verpackungsmaterial gespart.
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Bevorzugt ist im erfindungsgemäßen System an der Remittenden-Annahme ein Anzeigemittel enthalten, das einen insbesondere optischen Hinweis gibt, sobald ein (nach)bestelltes Presseerzeugnis in der Remission auftaucht. Da die Verteilung in die Transportkanäle ”Altpapier” und ”Rückgabe an den Verlag” in der Regel von einem Mitarbeiter per Hand erfolgt, kann dieser dann sofort reagieren und das bestellte Presseerzeugnis auf das Kleinmengen-Transportelement, beispielsweise ein Förderband, zur Weiterleitung in den Auslieferungsbereich legen.
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In einer besonderen Ausgestaltung umfasst das erfindungsgemäße KK-System zwischen der Remittenden-Annahme und dem Auslieferungsbereich einen Übergabebereich, in dem eine ebenfalls mit der EDV-Anlage verbundene Erfassungsstation sowie wenigstens ein mobiles Transportregal vorgesehen ist.
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Der Übergabebereich kann wenigstens ein Umlaufförderelement haben, das die vom Kleinmengen-Transportelement angelieferten Presseerzeugnisse aufnimmt und zur Erfassungsstation bewegt. Erfolgt dort nicht unmittelbar eine Erfassung, verbleibt das Presseerzeugnis auf dem Umlaufförderelement und gelangt so bei jedem Umlauf erneut in den Bereich der Erfassungsstation. Das Umlaufförderelement kann insoweit insbesondere ein Drehtisch bzw. Kreisel sein. Ist das Umlaufförderelement in einer bevorzugten Ausführungsform mehretagig ausgebildet, ermöglicht dies eine Vorsortierung oder Aussonderung bestimmter Presseerzeugnisse nach vorgebbaren Kriterien.
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Das im Übergabebereich stehende Transportregal hat mehrere Ablageplätze. Anzeigeelemente, beispielsweise ein Display, zur Zuordnung des jeweiligen Presseerzeugnisses zu dem korrekten Ablageplatz im Transportregal sind ebenfalls vorgesehen. Dadurch kann das bestellte Presseerzeugnis, von dem Kleinmengentransportelement angeliefert, erneut im System erfasst werden, vorzugsweise über Scanner. Durch die Anzeigeelemente unterstützt erfolgt dann eine schnelle und korrekte Ablage auf dem zugewiesenen Ablageplatz im Transportregal.
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Bevorzugt hat jeder Ablageplatz des Transportregals ein eigenes, mit der EDV-Anlage verbundenes Anzeigeelement. Dadurch werden Fehlbedienungen minimiert. In vorteilhafter Weise können die Anzeigeelemente so ausgestattet sein, dass sie nicht nur den Ort der Ablage für das Presseerzeugnis bezeichnen, sondern auch die Anzahl der Presseerzeugnisse, die dort zu deponieren sind.
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Das Transportregal als solches ist bevorzugt als Rollwagen auszubilden, so dass es nach seiner Befüllung und/oder in vorgegebenen Zeitabständen in den Auslieferungsbereich bewegt werden kann zur dortigen Übergabe der Presseerzeugnisse entsprechend der Kundensortierung. Vorzugsweise ist jeder Ablageplatz auf dem Transportregal so ausgestaltet, dass er einen herausnehmbaren Transportbehälter aufnehmen kann. So können die Transportbehälter bei Bedarf auch einzeln entnommen und/oder ergänzt werden.
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Zur Erhöhung der Flexibilität und Mobilität ist das Transportregal bevorzugt mit einem Empfänger zur Verbindung der Anzeigeelemente mit der EDV-Anlage ausgestattet. Es kann sich dabei insbesondere um einen Funkempfänger handeln, über den die aus der EDV-Anlage generierten Informationen zur Ablage der Presseerzeugnisse an die Anzeigeelemente des Transportregals übermittelt werden. Ein solches Transportregal ist neu und daher ebenfalls unter Schutz gestellt.
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Weitere Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus den Ansprüchen und einem zeichnerisch dargestellten Ausführungsbeispiel, das im Folgenden beschrieben wird.
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Die einzige Figur zeigt schematisch das erfindungsgemäße Kleinmengen-Kommissionier-System mit seinen einzelnen Komponenten und den Weg, den die bestellten Presseerzeugnisse dadurch nehmen. Dazu im Einzelnen:
Die dargestellte Anordnung eines Kleinmengen-Kommissionier-Systems ist ein Beispiel einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung und keineswegs beschränkend. Es funktioniert hier nach folgendem Verfahren:
Die von den Kunden zurückgesandten Presseerzeugnisse (Remittenden) gelangen in die Remittenden-Annahme 1. Dort werden sie mit ihrem Ekennungscode an einem Scanner 2 eingescannt, woraufhin auf einem Bildschirm 3 eine Anzeige erfolgt, wie mit dem Presseerzeugnis weiter zu verfahren ist. Der dort tätige Mitarbeiter erhält beispielsweise über einen angezeigten Farbcode den Hinweis, ob das Presseerzeugnis auf das Förderband A welches zum Altpapier führt, das Förderband V zur Rückgabe an den Verlag oder auf ein hier ebenfalls als Förderband 4 ausgebildetes Kleinmengen-Transport-element zu legen ist, falls für dieses Presseerzeugnis eine (Nach)Bestellung vorliegt. Exemplarisch ist in der Zeichnung nur ein derartiger Arbeitsplatz der Remittenden-Annahme dargestellt. In der Praxis sind jedoch meist mehrere solcher Arbeitsplätze parallel angeordnet. Jeder Scanner 2 und Bildschirm 3 der Arbeitsplätze in der Remittenden-Annahme sind mit einer EDV-Anlage verbunden, die wiederum mit einer Auftragsannahme für Kundenbestellungen in Kontakt steht. Sobald ein Presseerzeugnis, für das eine Kleinmengenbestellung vorliegt, an einem der Scanner 2 in der Remittenden-Annahme 1 eingescannt wird, erscheint auf dem jeweiligen Bildschirm 3 die Anzeige, dieses Presseerzeugnis auf dem Förderband 4 abzulegen.
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Das Förderband 4 befördert das Presseerzeugnis in einen Übergabebereich 5 und dort auf ein bevorzugt als mehretagigen Drehtisch 6 ausgebildetes Umlaufförderelement 6. Auf diesem Drehtisch 6 sammeln sich mit der Zeit mehrere bestellte Presseerzeugnisse an. Ein Mitarbeiter, der dort jedoch nicht ständig präsent sein muss, nimmt gelegentlich die Presseerzeugnisse vom Drehtisch 6 und scannt sie an einem weiteren Scanner 7 ein, der zusammen mit einem benachbarten Bildschirm 8 Bestandteil einer Erfassungsstation 7, 8 ist. Auch kann auf dem Drehtisch 6 eine Vorsortierung erfolgen, indem beispielsweise bestimmte Gruppen von Presseerzeugnissen zunächst auf einen Sonderplatz gelegt und später gesammelt überführt werden. Dazu kann der Drehtisch 6 bzw. Kreisel mehrstückig ausgebildet sein, um z. B. auf der oberen, kleineren Ebene den Sonderplatz vorzusehen.
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Benachbart zur Erfassungsstation 7, 8 befindet sich mindestens ein Transportregal 9 mit mehreren Ablageplätzen 11, die jeweils einen Transportbehälter 12 aufnehmen. Jeder Ablageplatz 11 des Transportregals 9 ist mit einem Anzeigeelement 13 versehen. Das Transportregal 9 besitzt außerdem einen Empfänger 14, der wie die Erfassungsstation 7, 8 mit der EDV-Anlage verbunden ist. Für jedes vom Scanner 7 registrierte Presseerzeugnis erfolgt auf dem Bildschirm 8 eine Anzeige, an welchem Ablageplatz 11 des Transportregals 9 das Presseerzeugnis zu deponieren ist. Außerdem leuchtet das Anzeigeelement 13 auf dem jeweiligen Ablageplatz 11. Sind von einem Presseerzeugnis mehrere Exemplare vorhanden und wurden entsprechend am Scanner 7 eingescannt, so erscheint außerdem auf den Anzeigeelementen 13 jeweils die Anzahl, wie viele Presseerzeugnisse im dortigen Transportbehälter 12 abzulegen sind (hier in den beiden oberen Behältern 12 beispielsweise links eines und rechts zwei). Nach der Ablage der Presseerzeugnisse erfolgt durch den Mitarbeiter eine Bestätigung, beispielsweise durch Tastendruck, an der Erfassungsstation 7, 8, woraufhin die Anzeigen auf den Anzeigeelementen 13 erlöschen.
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Die Transportbehälter 12 auf dem Transportregal 9 sind bevorzugt ergänzend mit den Tourennummern der Auslieferungstouren an die Kunden versehen. Bis zu drei Touren kann jeder Behälter 12 im Normalfall aufnehmen.
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Wenn alle Remittenden eines Tages verarbeitet sind, wird das Transportregal 9 bzw. die dort vorhandenen mehreren Transportregale 9 in den Auslieferungsbereich 15 geschoben. Dort befinden sich für jede Auslieferungstour eine Vielzahl von Kundenfächern 16, die ebenfalls jeweils ein Anzeigeelement 13 aufweisen. Die sich in einem Transportbehälter 12 für die jeweilige Tour befindenden Presseerzeugnisse werden im Auslieferungsbereich 15 erneut an einem Scanner 18 eingescannt und über eine Anzeige auf einem Bildschirm 19 und Anzeigeelementen 17 dem Fach 16 des Kunden zugeordnet, der den betreffenden Artikel bestellt hat. Eventuell nicht als Remittenden an dem Tag eingegangene Bestellungen können vor Auslieferung der jeweiligen Tour dann noch aus dem Bestandslager ergänzt werden.
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Das erfindungsgemäße Kleinmengen-Kommissionier-System erleichtert die Handhabung von Nachlieferungen bzw. Kleinmengen-Bestellungen enorm, spart Lagerhaltungsraum, Zeit und Kosten. Durch die Einbindung der Einzelkomponenten in eine gemeinschaftliche EDV-Anlage und die Verwendung von speziellen Förder- und Transportelementen 4, 9 sowie die Überprüfung der Anweisungen des EDV-Systems über Anzeigeelemente 13 entsteht eine hohe Prozesssicherheit bei geringster Fehlerquote. Dies kommt den Kunden in Auslieferungsgeschwindigkeit und Präzision zugute. Aus ökologischer Sicht ist ebenfalls hervorzuheben, dass durch die geringere Notwendigkeit von Bestandslagerware ebenfalls die Altpapiermenge und der Anteil der an die Verlage zurückgeschickten Erzeugnisse vermindert wird, da die Nachlieferung überwiegend aus den Remittenden erfolgen.