DE19961286A1 - Verfahren zum Regeln eines Wärmeerzeugers mit einer Luft-Abgas-Führung - Google Patents
Verfahren zum Regeln eines Wärmeerzeugers mit einer Luft-Abgas-FührungInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Regeln eines Wärmeerzeugers mit einer Luft-Abgas-Führung, bei dem über die Luftführung Frischluft der Außenumgebung einem regelbaren Brenner zugeführt und das Abgas des Brenners über die Abgas-Führung an die Außenumgebung abgeführt werden. Die Regelung kann an die konkret ausgeführte Abgasführung dadurch angepasst werden, dass in einem Identifizierungs-Betrieb die thermisch-pneumatischen Eigenschaften der Abgasführung ermittelt und in einem Mikrorechner abgespeichert werden und dass im Betrieb des Wärmeerzeugers am Eingang der Abgasführung die Istwerte des Druckes und der Temperatur des der Abgasführung zugeführten Abgases gemessen und über den Mikrorechner unter Berücksichtigung der gespeicherten thermisch-pneumatischen Eigenschaften der Abgasführung Regelparameter für den Wärmeerzeuger errechnet werden, mit denen vorgegebene Werte an Druck und Temperatur des Abgases am Ausgang der Abgasführung eingeregelt werden.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Regeln eines Wärmeerzeugers mit einer
Luft-Abgas-Führung, bei dem über die Luftführung Frischluft der Außen
umgebung einem regelbaren Brenner zugeführt und das Abgas des Brenners über
die Abgas-Führung an die Außenumgebung abgeführt werden.
In vielen Fällen kann die zur Verbrennung nötige Frischluft nicht direkt aus dem
Aufstellraum des Wärmeerzeugers entnommen werden, sie muss über ein indi
viduell ausgelegtes Rohrsystem aus der Außenumgebung angesaugt werden.
Bei bekannten Wärmeerzeugern werden die abgasrelevanten Größen, wie
Temperatur des Abgases, Zusammensetzung des Verbrennungsgases, Drehzahl
des Gebläses, des Wärmeerzeugers für den schlechtesten Betriebsfall ausgelegt,
da die Kenntnisse über die Ausführung der Luft-Abgas-Führung nur ungenau
oder gar nicht bekannt sind. Die Länge des Abgasweges, die Feuchtigkeits
empfindlichkeit und die thermische Umgebung der Luft-Abgas-Führung sind von
Einsatzfall zu Einsatzfall sehr unterschiedlich und beeinflussen den optimalen
Betrieb des Wärmeerzeugers bezüglich Wirkungsgrad, Emissionen, Geräuschent
wicklung und Heizkomfort.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren der eingangs erwähnten Art so zu
verbessern, dass bei der Regelung des Wärmeerzeugers die thermisch-pneu
matischen Eigenschaften der konkret ausgeführten Abgasführung berücksichtigt
werden, um die Einhaltung vorgegebener Werte des an die Außenumgebung
abgeführten Abgases sicherzustellen.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, dass in einem
Identifizierungs-Betrieb die thermisch-pneumatischen Eigenschaften der
Abgasführung ermittelt und in einem Mikrorechner abgespeichert werden, und
dass im Betrieb des Wärmeerzeugers am Eingang der Abgasführung die Istwerte
des Druckes und der Temperatur des der Abgasführung zugeführten Abgases
gemessen und über den Mikrorechner unter Berücksichtigung der gespeicherten
thermisch-pneumatischen Eigenschaften der Abgasführung Regelparameter für
den Wärmeerzeuger errechnet werden, mit denen vorgegebene Werte an Druck
und Temperatur des Abgases am Ausgang der Abgasführung eingeregelt
werden.
Mit den im Mikrorechner bei dem Identifizierungs-Betrieb gespeicherten
thermisch-pneumatischen Eigenschaften der Abgasführung kann im Normal
betrieb auf die im Ausgang der Abgasführung auftretenden Werte des Abgases
geschlossen und die Regelung des Wärmeerzeugers so vorgenommen werden,
dass das in die Außenumgebung abgeführte Abgas vorgegebene Werte aufweist
bzw. nicht über- oder unterschreitet. Auf diese Weise lässt sich die
Betriebsweise des Wärmeerzeugers in Bezug auf Wirkungsgrad, Emissionen,
Geräuschentwicklung und Heizkomfort optimieren, da die konkreten Gegeben
heiten der Abgasführung bei der Regelung des Wärmeerzeugers berücksichtigt
werden können.
Die Ableitung der thermisch-pneumatischen Eigenschaften der Abgasführung im
Identifizierungs-Betrieb wird nach einer Ausgestaltung dadurch erreicht, dass
beim Identifizierungs-Betrieb die Drücke und die Temperaturen am Eingang und
am Ausgang der Abgasführung gemessen werden, und dass aus den Differenzen
der Drücke und der Temperaturen als thermisch-pneumatische Eigenschaften der
thermische Widerstand und die Wärmekapazität der Abgasführung errechnet
werden.
Bei einem witterungsgeführten Regler des Wärmeerzeugers wird die anstehende
Außentemperatur als Messgröße im Identifizierungs-Betrieb bei der Ableitung der
thermisch-pneumatischen Eigenschaften der Abgasführung verwendet.
Nach einer Weiterbildung des Verfahrens kann zudem vorgesehen sein, dass bei
einem witterungsgeführten Regler des Wärmeerzeugers die anstehende Außen
temperatur als Temperatur-Messgrösse im Identifizierungs-Betrieb bei der
Ableitung der thermisch-pneumatischen Eigenschaften der Abgasführung ver
wendet wird.
Von der Heizleistung des Wärmeerzeugers abhängige thermisch-pneumatische
Eigenschaften der Abgasführung lassen sich dadurch feststellen, dass der
Identifizierungs-Betrieb mit unterschiedlichen, definierten Heizleistungen
vorgenommen wird, und dass bei der Errechnung der thermisch-pneumatischen
Eigenschaften der Abgasführung ihre Abhängigkeit von den unterschiedlichen
Heizleistungen berücksichtigt wird.
Nach einer weiteren Ausgestaltung kann als weiterer Regelparameter der
Massestrom in der Abgasführung herangezogen werden, wenn vorgesehen wird,
dass mit dem Mikrorechner in Kenntnis der Temperaturen am Eingang und am
Ausgang der Abgasführung und dem thermischen Widerstand und der Wärme
kapazität der Abgasführung der Massestrom an Abgas am Eingang der Abgas
führung der zeitliche Verlauf der Temperatur am Ausgang der Abgasführung
errechnet wird.
Im Betrieb ist bei der Regelung zu beachten, dass die Temperatur am Ausgang
der Abgasführung im Betrieb so eingeregelt wird, dass ein oberer vorgegebener
Grenzwert nicht überschritten und ein unterer, durch die Vermeidung von
Kondensation in der Abgasführung vorgegebener Mindestwert nicht unter
schritten wird.
Die Erfindung wird anhand von Blockschaltbildern für den Identifizierungs-Betrieb
und den normalen Betrieb des Wärmeerzeugers näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 das Blockschaltbild für die Ableitung der thermisch-pneu
matischen Eigenschaften der Abgasführung im Identifizie
rungs-Betrieb und
Fig. 2 das Blockschaltbild für die Berücksichtigung der konkreten
Ausführung der Abgasführung bei der Regelung des Wärme
erzeugers bei normalem Betrieb.
Wie die Fig. 1 zeigt, ist der Wärmeerzeuger WE eingangsseitig mit Frischluft aus
einer Luftführung LF versorgt, die aus der Außenumgebung angesaugt wird.
Ausgangsseitig wird das Abgas des Wärmeerzeugers WE über eine Abgas
führung AGF der Außenumgebung zugeführt.
In einem Identifizierungs-Betrieb werden mit entsprechenden Messeinrichtungen
MEe und MEa jeweils die Drücke pe und pa sowie die Temperaturen Te und Ta
am Eingang und am Ausgang der Abgasführung AGF gemessen. Die Messwerte
werden an einen Mikrorechner µC weitergeleitet, der aus der Differenz der
Drücke pe und pa den thermischen Widerstand Rag und aus der Differenz der
Temperaturen Te und Ta die Wärmekapazität Cag der Abgasführung AGF er
rechnet. Die im Identifizierungs-Betrieb errechneten Werte Rag und Cag werden
im Mikrorechner µC abgespeichert.
Ist der Identifizierungs-Betrieb durchgeführt, dann kann der Wärmeerzeuger WE
den normalen Betrieb aufnehmen. Wie die Fig. 2 zeigt, werden dabei mittels der
Messeinrichtung MEe die Istwerte des Druckes Peist und der Temperatur Teist
des Abgases am Eingang der Abgasführung AGF und damit am Ausgang des
Wärmeerzeugers WE gemessen. Der Mikrorechner µC kann damit unter Berück
sichtigung der abgespeicherten thermisch-pneumatischen Eigenschaften -
thermischer Widerstand Rag und Wärmekapazität Cag der Abgasführung AGF -
die Regelparameter rw für den Wärmeerzeuger WE so ermitteln, dass am
Ausgang der Abgasführung AGF das Abgas mit vorgegebenen Werten pv und Tv
in die Außenumgebung abgeführt wird.
Dabei kann die vorgegebene Temperatur Tv einen Bereich zwischen einem
maximal zulässigen Grenzwert und einem Minimalwert umfassen, der so
festgelegt ist, dass in der Abgasführung AGF eine Kondensation des Abgases
sicher vermieden wird.
Im Identifizierungs-Betrieb kann zur Ermittlung der thermischen Eigenschaften
der Abgasführung AGF als Messgrösse auch die dem Regler eines Wärmeerzeu
gers WE zugeführte Außentemperatur verwendet werden, wenn dieser Regler
witterungsgeführt ist.
Zudem kann mit Hilfe der im Identifizierungs-Betrieb ermittelten thermisch
pneumatischen Eigenschaften der Abgasführung AGF der Massestrom an Abgas
errechnet werden. Schliesslich kann bei der Durchführung des Identifizierungs-
Betriebes mit unterschiedlichen, vorgegebenen Heizleistungen auch der zeitliche
Verlauf der thermisch-pneumatischen Werte in der Anheiz- und Abschaltphase
des normalen Betriebes sowie die Abhänigkeit der thermisch-pneumatischen
Werte von der Grösse der Heizleistung ermittelt und errechnet werden.
Falls Abgasführung und Luftführung in relevantem thermischem Kontakt stehen
und über das thermische Betriebsverhalten der Luftführung ebenfalls Kenntnisse
bestehen, kann dieses Wissen zur genaueren Berechnung des Betriebsverhaltens
in der Abgasführung herangezogen werden.
Claims (6)
1. Verfahren zum Regeln eines Wärmeerzeugers mit einer Luft-Abgas-
Führung, bei dem über die Luftführung Frischluft der Außenumgebung
einem regelbaren Brenner zugeführt und das Abgas des Brenners über die
Abgas-Führung an die Außenumgebung abgeführt werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass in einem Identifizierungs-Betrieb die thermisch-pneumatischen Eigenschaften (Rag, Cag) der Abgasführung (AGF) ermittelt und in einem Mikrorechner (µC) abgespeichert werden, und
dass im Betrieb des Wärmeerzeugers (WE) am Eingang der Abgasführung (AGF) die Istwerte des Druckes (peist) und der Temperatur (Teist) des der Abgasführung (AGF) zugeführten Abgases gemessen und über den Mikro rechner (µC) unter Berücksichtigung der gespeicherten thermisch pneumatischen Eigenschaften (Rag, Cag) der Abgasführung (AGF) Regel parameter (rw) für den Wärmeerzeuger (WE) errechnet werden, mit denen vorgegebene Werte an Druck (pav) und Temperatur (Tav) des Abgases am Ausgang der Abgasführung (AGF) eingeregelt werden.
dass in einem Identifizierungs-Betrieb die thermisch-pneumatischen Eigenschaften (Rag, Cag) der Abgasführung (AGF) ermittelt und in einem Mikrorechner (µC) abgespeichert werden, und
dass im Betrieb des Wärmeerzeugers (WE) am Eingang der Abgasführung (AGF) die Istwerte des Druckes (peist) und der Temperatur (Teist) des der Abgasführung (AGF) zugeführten Abgases gemessen und über den Mikro rechner (µC) unter Berücksichtigung der gespeicherten thermisch pneumatischen Eigenschaften (Rag, Cag) der Abgasführung (AGF) Regel parameter (rw) für den Wärmeerzeuger (WE) errechnet werden, mit denen vorgegebene Werte an Druck (pav) und Temperatur (Tav) des Abgases am Ausgang der Abgasführung (AGF) eingeregelt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass beim Identifizierungs-Betrieb die Drücke (pe, pa) und die Temperaturen (Te, Ta) am Eingang und am Ausgang der Abgasführung (AGF) gemessen werden, und
dass aus den Differenzen der Drücke (pe, pa) und der Temperaturen (Te, Ta) als thermisch-pneumatische Eigenschaften der thermische Widerstand (Rag) und die Wärmekapazität (Cag) der Abgasführung (AGF) errechnet werden.
dass beim Identifizierungs-Betrieb die Drücke (pe, pa) und die Temperaturen (Te, Ta) am Eingang und am Ausgang der Abgasführung (AGF) gemessen werden, und
dass aus den Differenzen der Drücke (pe, pa) und der Temperaturen (Te, Ta) als thermisch-pneumatische Eigenschaften der thermische Widerstand (Rag) und die Wärmekapazität (Cag) der Abgasführung (AGF) errechnet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei einem witterungsgeführten Regler des Wärmeerzeugers (WE) die
anstehende Außentemperatur als Temperatur-Messgrösse (Ta) im Iden
tifizierungs-Betrieb bei der Ableitung der thermisch-pneumatischen
Eigenschaften (Rag, Cag) der Abgasführung (AGF) verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit dem Mikrorechner (µC) in Kenntnis der Temperaturen (Teist,
Taist) am Eingang und am Ausgang der Abgasführung (AGF) und dem
thermischen Widerstand (Rag) und der Wärmekapazität (Cag) der
Abgasführung (AGF) der Massestrom (mag) an Abgas am Eingang der
Abgasführung (AGF) der zeitliche Verlauf der Temperatur (Ta) am
Ausgang der Abgasführung (AGF) errechnet wird
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Identifizierungs-Betrieb mit unterschiedlichen, definierten Heizleistungen vorgenommen wird, und
dass bei der Errechnung der thermisch-pneumatischen Eigenschaften (Rag, Cag) der Abgasführung (AGF) ihre Abhängigkeit von den unter schiedlichen Heizleistungen berücksichtigt wird.
dass der Identifizierungs-Betrieb mit unterschiedlichen, definierten Heizleistungen vorgenommen wird, und
dass bei der Errechnung der thermisch-pneumatischen Eigenschaften (Rag, Cag) der Abgasführung (AGF) ihre Abhängigkeit von den unter schiedlichen Heizleistungen berücksichtigt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Temperatur (Taist) am Ausgang der Abgasführung (AGF) im
Betrieb so eingeregelt wird, dass ein oberer vorgegebener Grenzwert nicht
überschritten und ein unterer, durch die Vermeidung von Kondensation in
der Abgasführung (AGF) vorgegebener Mindestwert nicht unterschritten
wird.
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