DE19749548A1 - Betrieb eines Kraftfahrzeugs - Google Patents
Betrieb eines KraftfahrzeugsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Kraftfahrzeugs gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Zur Reduzierung der Stickoxidemissionen bei Verbrennungskraftmaschinen werden
verschiedene Wege beschrieben. Das bekannteste Verfahren ist hierbei die katalytische
Abgasreinigung, bei der die Stickoxide insbesondere mit Kohlenwasserstoffen oder
Kohlenmonoxid reduziert werden. Weitere Maßnahmen erfolgen verbrennungsseitig, d. h.
durch Abgasrückführung oder besondere Brennraumgestaltungen bis hin zur Zahl der
Ventile. Desweiteren können die Stickoxid-Rohemissionen gesenkt werden, wenn die
Brennkraftmaschine in günstigeren Betriebspunkten betrieben wird. Ein solches Verfahren
ist beispielsweise aus der DE 196 39 826 A bekannt, gemäß der der Stromgenerator, der ein
leistungsintensives Nebenaggregat der Verbrennungskraftmaschine ist, bei ungünstigen
Betriebspunkten der Brennkraftmaschine entregt wird. Die notwendige Versorgung der
elektrischen Verbraucher erfolgt dabei über den Akkumulator. Dieses bekannte Verfahren
kann zu einer hohen Zahl an Lade-/Entladezyklen an dem Akkumulator führen, wodurch
dieser unter Umständen schneller altern kann.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Brennkraftmaschine derart zu betreiben, daß bei
ungünstigen Betriebszuständen die in Nebenaggregaten verbrauchte Leistung gemindert ist,
wobei eine zu hohe Zahl an Lade-/Entladezyklen an dem Bordakkumulator jedoch
vermieden sein soll.
Diese Aufgabe wird bei dem eingangs beschriebenen Verfahren gelöst mit den Maßnahmen
der Ansprüche 1 und/oder 4.
Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Formen des Verfahrens.
Die Erfindung beruht auf der teilweisen Nutzung der Bremsenergie eines Kraftfahrzeuges.
Rund ein Drittel der zum Fahrzeugvortrieb benötigten Energie wird - bezogen auf den
MVEG-Zyklus - bei einem Mittelklassefahrzeug über die Radbremsen in Form von Wärme
vernichtet. Eine Bremsenergierückgewinnung mit dem Ziel der Unterstützung des
Fahrzeugvortriebs wird jedoch nicht allein wegen der Speicherplatz- und Regelprobleme als
kritisch beurteilt. Die hohen theoretisch erzielbaren Verbrauchsminderungen werden durch
das zweifache Durchlaufen der Umwandler- und Speicherkette deutlich gemindert, hinzu
kommen hohe Kosten für die Systeme, Gewichtszunahme und Raumbedarf für den Einbau
der zusätzlichen Komponenten solcher Speichersysteme.
Technisch günstiger als die Unterstützung des Fahrzeugvortriebs ist eine Weiternutzung der
Bremsenergie zur Unterstützung von Subsystemen mit schlechterem Wirkungsgrad als dem
des Fahrzeugvortriebs. Eine solche Unterstützung von Nebenaggregatantrieben ist aus der
eingangs erwähnten DE 196 39 826 bekannt. Da der Stromgenerator am Kraftfahrzeug
eines der leistungsintensivsten Hilfsaggregate darstellt und überdies bereits mit einem
Akkumulator als Energiespeicher gekoppelt ist, ist eine Bremsenergierückgewinnung zur
Unterstützung des elektrischen Bordnetzes möglich. Andere Speichermedien sind weniger
geeignet, da der Bedarf an pneumatischer und/oder hydraulischer Energie in einem
Kraftfahrzeug meist deutlich kleiner ist als der elektrische Energiebedarf; überdies sind
entsprechende Energiespeicher einem Akkumulator bezüglich der Speicherdichte
unterlegen.
Auch von B. Voß, VDI Fortschrittsberichte, Reihe 12, Nr. 159, 1991 wird bereits ein
bevorzugter Generatorbetrieb in den Schubphasen und eine möglichst weitgehende
Abschaltung des Generatorbetriebs in den übrigen Betriebszuständen der
Verbrennungskraftmaschine vorgeschlagen. Durch die begrenzte Ladeleistung der
üblicherweise im Kraftfahrzeug verwendeten Bleiakkumulatoren von günstigenfalls 500 W
auch bei größeren Ausführungen (130 Ah) und praxisüblichen Ladezuständen von meist
≧80% ist jedoch nur eine vergleichsweise geringe Nutzung der Bremsenergie möglich.
Überdies wird die Lebensdauer des Bleiakkumulators durch hochstromige zyklische
Beladung und Entladung stark eingeschränkt. Erfindungsgemäß wird deshalb neben dem
üblichen Akkumulator, meist einem Bleiakkumulator, ein weiterer elektrischer
Energiespeicher vorgesehen, der speziell der wiederholten Einspeicherung von elektrischer
Energie und Unterstützung des Generators während des Betriebs des Kraftfahrzeuges dient,
wobei die Unterstützung des Generators von einem geringen Wert bis zur vollständigen
Abschaltung des Generators (elektrische Substitution) erfolgen kann. Der so genutzte
elektrische Energiespeicher ist vorteilhaft ein Kondensator, der insbesondere derart
bemessen ist, daß er zumindest eines der folgenden Kriterien erfüllt:
- - der Kondensator substituiert mindestens 2%, insbesondere mindestens 10%, der Generatorleistung für insgesamt mindestens 2 s während seines Entladezyklus;
- - der Kondensator (oder auch ein anderer elektrischer Speicher) hat eine Lade-/Entladeleistung von mindestens 0,5 kW und insbesondere von mindestens 1 kW;
- - der Kondensator (oder anderer elektrischer Speicher) hat eine zyklisch nutzbare Speicherfähigkeit von mindesten 20 kJ, insbesondere mindestens 30 kJ.
Eine zyklisch nutzbare Speicherfähigkeit liegt dann vor, wenn der Speicher mindestens 105
Lade-/Entladezyklen zwischen 100% und 40% seiner Nennspeicherfähigkeit verträgt. Die
Nennspeicherfähigkeit beträgt üblicherweise mindestens 50% der maximalen
Speicherfähigkeit des Speichers im Neuzustand.
Zwar ist mit den bevorzugten Speicherwerten des elektrischen Speichers nur eine etwa
10%ige Nutzung der Bremsenergie möglich, wegen des hohen Anteils der Bremsenergie
am Gesamtverbrauch des Kraftfahrzeugs bedeutet dies jedoch schon eine merkliche
Verbrauchs- und NOx-Emissionsreduzierung. Ein Kondensator als elektrischer
Energiespeicher hat zwar gegenüber den bekannten Bleiakkumulatoren den Nachteil einer
wesentlich geringeren Speicherdichte (ca. eine Größenordnung kleiner) und eine hohe
Selbstentladerate von bis zu 25%/Tag, ist jedoch bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
geeignet, da zum einen wegen der deutlichen Reduzierung der zyklischen Belastung des
Bleiakkumulators während des Betriebs der Verbrennungskraftmaschine gemäß der
vorliegenden Erfindung der Bleiakkumulator mit weniger Sicherheitsreserven, d. h. leichter
ausgelegt sein kann, und zum anderen wird während des erfindungsgemäßen Betriebs der
elektrische Speicher (Kondensator) in verhältnismäßig kurzen Zyklen betrieben (einige
Sekunden bis einige Minuten), so daß die hohe Selbstentladungsrate unproblematisch ist.
Die Nachteile des Kondensators erlauben jedoch keinen vollständigen Ersatz der
herkömmlichen Kraftfahrzeugbatterie, sondern nur einen parallelen Einsatz zu dieser.
Bei Einsatz eines Kondensators als elektrischer Speicher, wobei sogenannte
Goldkondensatoren (GoldCaps, SuperCaps), wird erfindungsgemäß eine Steuerung
vorgesehen, die die Entladespannung des Kondensators, die einen exponentiellen
Spannungsverlauf hat, regelt bzw. stabilisiert. Dies erfolgt vorteilhaft auf die für die
elektrischen Verbraucher bzw. das Laden der Bordbatterie (Akkumulator) geeignete
Spannung. Die Steuerung ist vorteilhaft so ausgelegt, daß sie auch eine niedrige
Kondensatorabgabespannung auf eine höhere Spannung regeln kann. Eine solche
Steuerung ist beispielsweise in Elektor, Nr. 7-8, 1995, S. 86/87, Batteriesparschaltung,
beschrieben. Alternativ, insbesondere jedoch zusätzlich dient die Steuerung auch einer
Veränderung der Ladespannung des Kondensators, wobei die Spannung beim Laden des
Kondensators erhöht wird. Die Erhöhung erfolgt vorteilhaft bis auf max. 144 V und
insbesondere bis auf max. 42 V und beträgt vorzugsweise mindestens das 1,5fache der
üblichen Bordnetzspannung (d. h. mindestens 21 V). Durch diese Spannungserhöhung
erreicht man eine höhere zyklisch nutzbare Speicherfähigkeit des Kondensators; außerdem
kann die weiter oben beschriebene Spannungsregelung vereinfacht ausgebildet sein,
beispielsweise derart, daß die Entladung des Kondensators nur genutzt wird bis zu einer
Entladespannung von mindestens 6 V und insbesondere mindestens 9 V.
Erfindungsgemäß wird das Bordnetz eines Kraftfahrzeuges vorteilhaft mit einer Kombination
aus einer Starterbatterie und einem Kondensatorspeicher zur Bremsenergierückgewinnung
modifiziert. Hierdurch wird zusätzlich vorteilhaft erreicht, daß die üblicherweise in
Kraftfahrzeugen verwendete Bleibatterie kaum durch periodische Lade-/Entladevorgänge
belastet wird, wie sie insbesondere bei Schwung-Nutz-Automaten (Abstellen und
Auskuppeln der Verbrennungskraftmaschine während des Schubbetriebs) vorliegen. Der
Kondensator-Spannungsregler braucht nicht auf die Spitzenströme beim Anlasserbetrieb
ausgelegt sein, sondern max. auf die Bordnetzbelastung (ca. 100 A), auch eine niedrigere
Auslegung ist möglich, wobei dann die Bleibatterie wieder geringen zyklischen Belastungen
unterworfen wird.
Die Strategie der Stromversorgung, d. h. die teilweise oder vollständige Zuschaltung des
Zusatzspeichers (Kondensator) zur Versorgung des Stromnetzes, wird vorteilhaft auf
geringen Verbrauch hin optimiert, wobei gleichzeitig auch geringere Stickoxidemissionen
erreicht werden. Eine solche Optimierung ist beispielsweise aus der DE 195 38 324 A
bekannt. Bevorzugt wird der Generator im unteren Teillastbereich voll betrieben, d. h. der
geladene Kondensator wird oberhalb des unteren Teillastbereiches zur teilweisen oder
vollständigen Versorgung des Bordnetzes zugeschaltet. Eine Bilanzierung des Verbrauchs
der Brennkraftmaschine mit und ohne Generatorlast zeigt, daß der spezifische
Generatorverbrauch im unteren Teillastbereich geringer sein kann, als der Bestwert des
nicht mit dem Generator belasteten Aggregats.
Besonders vorteilhaft wird die Zuschaltung des Kondensatorspeichers unter
Berücksichtigung des Ladezustandes des Kondensatorspeichers und des
Motorbetriebspunktes entschieden. Vorteilhaft wird hierbei sichergestellt, daß bei
Unterschreiten eines Mindestladezustandes des elektrischen Speichers der Generator im
vollen Dauerbetrieb arbeitet.
Durch den elektrischen Speicher wird bei einem Pkw mit direkteinspritzendem Turbodiesel
(66 kW) eine Verbrauchs- und NOx-Minderung um rund 4% erzielt (Seriengenerator 90 A,
MVEG-Zyklus). Durch erhöhen der Generatorleistung auf 120 A wird die Energieausnutzung
in den Verzögerungsphasen gesteigert, wodurch im MVEG-Zyklus ca. 145 kJ gegenüber
90 kJ bei 90 A-Generator an Bremsenergie genutzt werden. Dieser Nutzungsgrad liegt
immer noch unterhalb 10% der gesamten Bremsenergie. Beim Einsatz eines 320
A-Generators können im MVEG-Zyklus ca. 600 kJ der Bremsenergie rückgewonnen und
genutzt werden, wodurch der Verbrauch um ca. 13% und die NOx-Emission um ca. 12%
gesenkt werden konnten. Eine Steigerung der Generatorleistung auf über 500 A (bei 14,4 V)
ist wenig sinnvoll, da die so gespeicherte Bremsenergie nicht mehr über die
Nebenaggregate vollständig verbraucht werden kann.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels und von Zeichnungen
näher beschrieben.
Es zeigen
Fig. 1 bevorzugte Generatorbetriebsbereiche im Motorkennfeld;
Fig. 2 eine Entscheidungslogik für den Generatorbetrieb;
Fig. 3 eine graphische Darstellung der Betriebslogik;
Fig. 4 ein Bordnetz mit Bremsenergierückgewinnung;
Fig. 5 eine Tabelle mit den Einsparungen in Abhängigkeit der Generatorgröße; und
Fig. 6 eine weitere Betriebsstrategie des Bordnetzes.
Das in Fig. 1 gezeigte Muscheldiagramm einer Verbrennungskraftmaschine zeigt den
spezifischen Verbrauch in g/kWh in Abhängigkeit der Drehzahl und des Drehmomentes der
Verbrennungskraftmaschine. Der günstigste spezifische Verbrauch von 223 g/kWh liegt bei
einer verhältnismäßig niedrigen Drehzahl und einem verhältnismäßig hohen Drehmoment.
Aus diesem Diagramm kann unmittelbar der spezifische Kraftstoffverbrauch bei 50 A
Generatorlast an jeder Stelle des Leistungskennfeldes ermittelt werden. Die
Berechnungsgleichung ist hierbei Motorleistung mit Generatorlast × spezifischer
Kraftstoffverbrauch - Motorleistung ohne Generatorlast × spezifischer Kraftstoffverbrauch.
Wie den Berechnungen für die eingezeichneten Punkte A und B zu entnehmen ist (A' bzw.
B' mit Generatorlast 50 A), ist der spezifische Generatorverbrauch im unteren Teillastbereich
20, der als bevorzugter Generatorbetriebsbereich gepunktet dargestellt ist, am geringsten.
Hieraus kann die in Fig. 2 dargestellte Ladestrategie entwickelt werden. Das Lastmoment
Md, beispielsweise berechnet aus der Motordrehzahl und der Kraftstoffeinspritzmenge m,
wird mit dem Ladezustand des Kondensators, beispielsweise aus dessen Spannung
bestimmt, in einer Gleichung verknüpft. Die hieraus resultierende Kurve ist in Fig. 3
dargestellt, aus der ersichtlich ist, daß der Generator nur bei relativ niedrigen Ladezuständen
des Kondensators und im wesentlichen bei verhältnismäßig niedrigen Drehmomenten der
Verbrennungskraftmaschine erregt ist, d. h. Strom liefert. Zu dieser Ladestrategie kommt
noch eine Schubabfrage hinzu. Im Schubbetrieb der Verbrennungskraftmaschine benötigt
diese bei einer Kraftstoff-Schubabschaltung keinen Kraftstoff, so daß hier der Generator
ohne Kraftstoffmehrverbrauch Strom liefert. Entsprechend liegt der gepunktete Bereich, in
dem der Generator zur Stromerzeugung und zur Ladung des Kondensators erregt ist, bei
hohen Ladezuständen des Kondensators im Schubbetrieb oberhalb der zuvor bestimmten
Kurve. Bei diesem Generatorbetrieb wird also die Entscheidung hinsichtlich
Generatorbetrieb oder -abschaltung bzw. Kondensatorladung oder -entladung unter
Berücksichtigung des Kondensatorspeicher-Ladezustandes und des Motorbetriebspunktes
getroffen. Dabei wird sichergestellt, daß bei Unterschreiten eines Mindest-Ladezustandes
des Kondensatorspeichers der Generator im Dauerbetrieb arbeitet. Der Mindest-Lade
zustand des Kondensators ist dabei vorteilhaft derart gewählt, daß er im Bereich der
Grenze der nutzbaren Kondensatorkapazität liegt, da als Folge des exponentiellen
Spannungsabfalls bei der Kondensatorspeicher-Entladung nicht die gesamte Nennkapazität
des Kondensators genutzt werden kann. Bei der Entladung begrenzen insbesondere die
Halbleiterelemente des Spannungswandlers die Mindestspannung auf ca. 9 V; die obere
Spannungsgrenze ist durch die maximale Spannung des Kondensators und durch
Spannungssicherungsmaßnahmen begrenzt.
Das erfindungsgemäße Bordnetz ist in Fig. 4 schematisch dargestellt. Der von einer
Verbrennungskraftmaschine 1 über einen Riementrieb 15 angetriebene Generator 2 liefert
grundsätzlich eine Spannung von 14,4 V, mit der eine Batterie 3 geladen und elektrische
Verbraucher 4 gespeist werden. Zusätzlich zu dem Generator 2 treibt der Motor 1 über einen
Triebstrang 16 und ein Getriebe 5 eine Antriebsachse 6 mit Rädern 7 an.
An das 14,4 V Bordnetz 8 ist weiterhin ein Steuergerät 9 angeschlossen, das einen
DC-DC-Wandler enthält. Dieser wandelt die 14,4 V Spannung auf 42 V zur Ladung eines SuperCaps
10, das auf 11 Wh ausgelegt ist und eine Lade-/Entladeleistung von 2 KW hat. Die
Aufladung des SuperCaps 10 folgt bei den in Fig. 2 und 3 (oder 6) beschriebenen
Betriebszuständen. Sobald diese verlassen werden, wird der Generator 2 über das
Steuergerät 9 und eine Erregerleitung 11 entregt und gleichzeitig das Bordnetz 8 über das
Steuergerät 9 aus dem SuperCap 10 versorgt, wobei dessen Spannung bis auf 9 V absinken
kann.
Bei einer solchen Betriebsweise können je nach Generatorleistung unterschiedliche
Emissions- und Verbrauchseinsparungen erreicht werden. Diese sind in Fig. 5
zusammengestellt, wobei außerdem festgestellt wird, daß eine mechanische Abkopplung
des Generators praktisch keine Vorteile gegenüber einer elektrischen Entregung des
Generators bringt. Bei Einsatz eines 320 A-Generators werden im MVEG-Zyklus ca. 600 kJ
Bremsenergie durch Einspeisung in das Bordnetz wieder genutzt, wodurch eine
Verbrauchseinsparung, um ca. 13% und eine NOx-Emissionsverringerung um ca. 12%
erreicht werden. Die Messungen wurden an einem 66 kW Turbodieseldirekteinspritzer,
eingebaut in einem Kompaktwagen (Golf III) vorgenommen.
In Fig. 6 ist eine wesentlich einfachere Regelstrategie dargestellt. Hier ist das Lade-/Ent
ladeverhalten des Kondensators in einem kurzen Fahrzyklus skizziert. Der Fahrzyklus
stellt einen Ausschnitt aus einem Gesamtfahrzyklus dar und beginnt mit einer Konstantfahrt
bei 50 km/h. Das Kraftfahrzeug wird nach ca. 20 s auf 30 km/h verzögert, um nach einer
erneuten Konstantfahrt wieder auf 50 km/h beschleunigt zu werden. Anschließend setzt das
Fahrzeug seine Geschwindigkeit mit konstant 50 km/h fort. Der Generatornennstrom
(Maximalleistung) beträgt bei 50 km/h 110 A und bei 30 km/h 80 A. Während der
Konstantfahrphase versorgt der Generator das Bordnetz mit 25 A und die fast vollgeladene
Batterie des Bordnetzes mit ca. 2 A Ladestrom. Während der Verzögerung wird beim
Einsetzen des Schubbetriebs bzw. beim Betätigen der Bremse der weitgehend entladene
Kondensator zugeschaltet. Da der Generatornennstrom unterhalb des maximal vom
Kondensator aufnehmbaren Ladestrom (hier 140 A) liegt, kann die gesamte vom Generator
über die Bordnetzversorgung hinaus bereitgestellte Energie in Höhe von ca. 10 kWs
entsprechend ca. 2,8 Wh eingelagert werden. Die nachfolgende Konstantfahrt bei 30 km/h
stellt keinen "ungünstigen" Betriebszustand dar, daher wird hier der Kondensator nicht
entladen. Die hieran anschließende Beschleunigung gilt als "ungünstiger" Betriebszustand
der Verbrennungskraftmaschine, so daß hier der Generator entregt und das Bordnetz
inklusive des Batterieladestroms über eine Steuerelektronik von dem sich entladenen
Kondensator versorgt wird. Am Ende des Beschleunigungsvorganges wird der Generator
wieder erregt und der teilentladene Kondensator abgekoppelt.
Claims (12)
1. Verfahren zum Betrieb eines Kraftfahrzeugs mit einer Verbrennungskraftmaschine,
einem Akkumulator, elektrischen Verbrauchern und einem Stromgenerator, der dem
Laden des Akkumulators und dem Betreiben der elektrischen Verbraucher dient,
dadurch gekennzeichnet, daß während einer ersten Betriebsbedienung des
Kraftfahrzeuges ein Kondensator über den Stromgenerator aufgeladen wird, und daß
während einer zweiten Betriebsbedingung der aufgeladene Kondensator zu
mindestens 2% für insgesamt 2 s zum Betreiben der elektrischen Verbraucher
und/oder zum Laden des Akkumulators dient.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Kondensator mit einer
Entlade-/Ladeleistung von mindestens 0,5 kW, bevorzugt 0,7 kW und insbesondere
mindestens 1 kW eingesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Kondensator mit
einem zyklisch nutzbaren Speicher von mindestens 20 kJ und insbesondere
mindestens 28 kJ eingesetzt wird.
4. Verfahren zum Betrieb eines Kraftfahrzeugs mit einer Verbrennungskraftmaschine,
einem Akkumulator, elektrischen Verbrauchern und einem Stromgenerator, der dem
Laden des Akkumulators und dem Betreiben der elektrischen Verbraucher dient,
dadurch gekennzeichnet, daß während einer ersten Betriebsbedingung des
Kraftfahrzeuges ein elektrischer Speicher über den Stromgenerator aufgeladen wird,
daß während einer zweiten Betriebsbedingung der aufgeladene elektrische Speicher
zum Betreiben der elektrischen Verbraucher und/oder zum Laden des Akkumulators
dient, wobei der elektrische Speicher eine Lade-/Entladeleistung von mindestens
0,5 kW und/oder einen zyklisch nutzbaren Speicher von mindestens 20 kJ hat.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
bei der ersten Betriebsbedingung der Generator gegenüber der zweiten
Betriebsbedingung einen niedrigeren theoretischen spezifischen Kraftstoffverbrauch
hat.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die erste Betriebsbedingung eine Schubphase, eine Bremsphase bzw. eine Phase ist,
in der der Verbrennungskraftmaschine maximal 20% ihrer maximalen
drehzahlbezogenen Leistung abverlangt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die zweite Betriebsbedingung abhängig von dem Ladezustand des Kondensators bzw.
des elektrischen Speichers und/oder von dem Betriebspunkt der
Verbrennungskraftmaschine und/oder vom NOx-Ausstoß der
Verbrennungskraftmaschine ist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
als Kondensator bzw. Speicher ein Goldkondensator eingesetzt wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Stromgenerator mit einer Leistung von mindestens 1,5 kWh, insbesondere
mindestens 2 kWh eingesetzt wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Steuergerät vorgesehen wird, das die Ladespannung des Kondensators bzw.
elektrischen Speichers erhöht.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Steuergerät eingesetzt wird, das die Entladespannung des Kondensators bzw. des
elektrischen Speichers an die für die Verbraucher erforderliche Spannung anpaßt.
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