DE19601348C1 - TEM-Wellenleiter - Google Patents
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Description
Die Erfindung geht aus von einem TEM-Wellenleiter mit einem Prüfraum zur Prüfung
elektromagnetischer Eigenschaften - insbesondere der EMI-Eigenschaften - eines
Prüfobjektes, bei dem eine TEM-Welle durch eine Innen- und Außenleiteranordnung
geführt wird und an einem Ende des TEM-Wellenleiters von einem HF-Absorber -
HF-Absorberwand - zur Absorption der feldgebundenen Energie und einem
ohmschen Leitungsabschluß zur Absorption der leitergebundenen Energie der
TEM-Welle absorbiert wird.
Ein solcher TEM-Wellenleiter ist aus der EP 0 363 831 bekannt. Die
Vorrichtung dient insbesondere zur EMI-Prüfung elektrischer Geräte (EMI =
Elektromagnetic Interference), wobei die präzise definierte Feldverteilung über einen
weiten Frequenzbereich die besondere Eignung der Zelle zur EMI-Messung
begründet. In der Praxis werden geschlossene Wellenleiter in Form klassischer
"Crawford TEM-Zellen" und "GTEM-Zellen" eingesetzt, die als Wandler von
Spannungen in Felder und umgekehrt dienen. Die geschlossene Bauform der
Wellenleiter vermeidet die Abgabe von Störstrahlungen an die Umwelt sowie die
Beeinflussung von Meßergebnissen durch Umweltstörungen. Die Verfahren zur
Anwendung von TEM-Wellenleitern werden bereits in zahlreichen nationalen
Normen und Normentwürfen zur Anwendung vorgeschlagen. Besondere Bedeutung
erlangt zukünftig der Grundnormentwurf IEC1000-4-20 "Prüfung von Störfestigkeit
und Störaussendung in TEM-Wellenleitern". In dieser Norm werden allgemeingültige
Verfahrensregeln und Regeln zur Adaption an gültige Grundnormen festgelegt.
Eine GHz-TEM-Zelle ist im Prinzip eine koaxiale Leitung, die sich von einem
koaxialen Einspeisepunkt aus pyramidenförmig aufweitet. Die auch "Eintorzelle"
genannte GHz-Zelle ist an ihrem Absorberende impedanzgerecht durch eine
Kombination von Abschlußwiderständen und HF-Absorbern abgeschlossen. Um den
sich flächenhaft erweiternden, asymmetrisch angebrachten Innenleiter breiten sich
bei Einspeisung hochfrequenter Signale TEM-Wellen aus. Elektrische und
magnetische Feldstärkevektoren stehen senkrecht zueinander und senkrecht zur
Ausbreitungsrichtung.
Ein typischer Meßaufbau zur Felderzeugung in TEM-Wellenleitern besteht aus
weitgehend aus Komponenten, die auch zur Felderzeugung in Absorberhallen
verwendet werden. Der TEM-Wellenleiter ist jedoch gleichzeitig Schirmraum und
Feldgenerator (Antenne). Die nach IEC 1000-4-3 vorgeschriebene Änderung der
Polarisation des auf den Prüfling einwirkenden Feldes kann durch orthogonale
Drehung des Prüflings bewirkt werden. In TEM-Zellen können Prüflinge auch auf ihr
Abstrahlungsverhalten hin untersucht werden: dazu wird am Einspeispunkt der
TEM-Zelle das vom Prüfling abgestrahlte, sich in den TEM-Mode einkoppelnde,
elektromagnetische Feld als HF-Spannung mit einem selektiven Meßempfänger
oder einem Spektralanalysegerät gemessen.
Die Emissionsmessungen in TEM-Zeilen erfolgen nach festen Regeln. Dabei ist
davon auszugehen, daß sich ein Prüfling bezüglich seines Emissionsverhaltens im
Frequenzbereich von 30 bis 1000 MHz durch eine Anordnung von 3 orthogonalen
Dipolen darstellen läßt (siehe Fig. 4-6). Um die Abstrahlung jedes Dipoles zu
messen, muß der Prüfling für jede Messung so im Prüfraum gedreht werden, daß
jeder "Dipol" nur einmal in der "Hauptabstrahlungsrichtung" zum Innenleiter
angeordnet ist. Drehpunkt ist der Prüfraummittelpunkt. In Rechenprogrammen
werden die Ergebnisse der Einzelmessungen auf Freifeldwerte umgerechnet.
Bekannte Meßvorschriften schreiben zur Messung der Störfestigkeit oder
Störaussendung von Geräten eine Prüfung mit vertikaler und horizontaler
Antennenpolarisation in Freifeldern oder Absorberhallen vor. Bei der Anwendung
herkömmlicher TEM-Wellenleiter muß der Prüfling orthogonal gedreht werden, um
die wechselnde Antennenpolarisation zu simulieren. Prüflinge mit lageabhängigem
EMV-Verhalten und Prüflinge, deren Funktion von der Einhaltung einer
Gebrauchslage abhängt, sind in herkömmlichen Wellenleitern daher im Grunde nicht
prüfbar: wegen der notwendigen orthogonalen Drehung können Prüflinge mit
vorgeschriebener Gebrauchslage, wie z. B. Laserdrucker, Waschmaschinen,
Spielautomaten und Analysegeräte, die Flüssigkeiten verarbeiten, in normalen
TEM-Wellenleitern nicht geprüft werden. Gleichfalls problematisch gestaltet sich die
Prüfung, wenn ein Prüfling - beispielsweise aufgrund lose verlegter Kabel oder
unzureichend kontaktierter Baugruppen und Gehäuseteile - seine
EMV-Eigenschaften durch die orthogonale Drehung verändert.
Zur Lösung dieses Problemes gibt es nach dem Stand der Technik im wesentlichen
zwei Ansätze: die sogenannte "Triple TEM-Zelle" und die "Hyper rotated
GTEM-Cell". Die Triple-TEM-Zelle ist eine TEM-Zelle mit zwei zueinander senkrecht
angeordneten starren Innenleitern. Durch Umschaltung der eingespeisten Leistung
auf den jeweils felderzeugenden Innenleiter wird dann ein horizontal oder vertikal
polarisiertes Feld erzeugt. Wegen der dabei verwendeten Femtabsorber ist die
Anwendung der Triple-TEM-Zelle z.Zt. jedoch auf einen Frequenzbereich unterhalb
1 GHz beschränkt.
Die Hyper-Rotated-GTEM-Zelle ist im Prinzip eine normale GTEM-Zelle, die in ihrer
Gesamtheit in spezieller Weise um den Prüfling gedreht wird, um die
Feldpolarisation in der gewünschten Weise zu verändern, während der Prüfling
seine Gebrauchslage beibehält. Der dazu erforderliche Aufwand (Raumhöhe, Statik)
ist erheblich.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine TEM-Zelle zu schaffen, mit der auch eine
Messung von Prüfobjekten mit vorgeschriebener Gebrauchslage bei einfacher
baulicher Gestaltung der Zelle auf einfache Weise möglich ist.
Diese Aufgabe wird mit dem Gegenstand des Anspruches 1 gelöst.
Dabei ist wenigstens kein Teilabschnitt des Innenleiters derart relativ zum Außenleiter
verdrehbar, daß eine Veränderung der Feldpolarisation gegenüber dem im
Prüfraum befindlichen Objekt erfolgt.
Diese Maßnahme gründet also - ausgehend von den Gestaltungsprinzipien
einer normalen GTEM-Zelle - auf der Idee einer Verdrehbarkeit des Innenleiters im
bzw. gegenüber dem Außenleiter. Mit der Erfindung wird die Feldpolarisation im
TEM-Wellenleiter, bezogen auf die Gebrauchslage des Prüflings veränderlich
gestaltet, ohne daß die sonstigen Eigenschaften des Wellenleiters nennenswert
verändert bzw. negativ beeinflußt werden. Insbesondere wird der benötigte
Bauraum fast nicht verändert. Ebenfalls denkbar ist eine nachträgliche Umrüstung
bestehender Geräte.
Ausführungsarten der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Wesentliche weitere vorteilhafte Merkmale der "Horizontal/Vertikal-GTEM-Zelle"
ergeben sich durch:
- - einen quadratischen Querschnitt des Außenleiters;
- - die Drehbarkeit von Innenleiter und Absorberwand mit Abschlußwiderstand zur Änderung der Feldpolarisation;
- - die Verwendung eines flexiblen, leichten Innenleiters aus einem leitfähigen Textilmaterial;
- - einen asymmetrisch zur Zellenachse angeordneten Prüfraum.
Zur Änderung der Feldpolarisation wird der flexible Innenleiter in sich verdreht, und
zwar zwischen einem starr angeordneten ersten Innenleiterteil im Einspeisebereich
und einem zweiten Abschnitt, der an der um 90° verdrehbar angeordneten
Absorberwand befestigt ist. In den beiden Endpositionen des Innenleiters ergeben
sich unterschiedliche Positionen des potentiellen Prüfraumes. Da die
Prüflingsposition auf dem Drehteller für beide Feldpolarisationen beibehalten
werden soll, kann als Kompromiß ein zum Innenleiter asymmetrisch angeordneter
Prüfraum gewählt werden.
Bei einer anderen besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird eine
kegelsegmentförmige Ausführungsform des flächenhaften Innenleiters gewählt.
Dabei wird das Kegelsegment (z. B. 90°-Segment) in einer ggf. halbkreisförmigen
Kontaktbahn der Absorberwand geführt, so daß der kegelsegmentförmige
Innenleiter mit seinen Abschlußwiderständen um 90° gedreht werden kann.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher beschrieben.
Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der Funktionsweise
des TEM-Wellenleiters,
Fig. 2 und 3 eine schematische Darstellung des Prüfraumes
Fig. 4 bis 6 eine Darstellung eines Prüfobjektes in einer TEM-Zelle nach dem
Stand der Technik.
Zunächst sei Fig. 1 beschrieben. Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer
TEM-Zelle 1 mit einem Prüfraum 2 (siehe hierzu Fig. 3) zur
Prüfung elektromagnetischer Eigenschaften - insbesondere der EMI-Eigenschaften -
eines Prüfobjektes, bei dem eine TEM-Welle zwischen einem Innenleiter 3 und
einem Außenleiter 4 (pyramidenförmig aufgeweitet) geführt wird und an einem Ende
des TEM-Wellenleiters 1 von einem HF-Absorber - HF-Absorberwand (nicht
dargestellt) - zur Absorption der feldgebundenen Energie und einem ohmschen
Leitungsabschluß zur Absorption der leitergebundenen Energie der TEM-Welle
absorbiert wird. Dabei sind die Absorberwand sowie die ohmschen
Leitungsabschlüsse drehbar angeordnet.
Der Innenleiter 3 besteht aus einem flexiblen, Flachmaterial und ist in sich
verdrehbar angeordnet. Dazu ist ein erster Teilabschnitt 3a des Innenleiters im
Einspeisebereich des Wellenleiters diagonal fixiert (in Fig. 1 im Hintergrund) und ein weiterer Teilabschnitt 3b
an der drehbaren Absorberwand befestigt. Die um 90° verdrehte Position ist an ihrer
grauen Schattierung erkennbar (3b′).
Wie in Fig. 2 zu erkennen, ergeben sich damit allerdings in den beiden Endlagen
des Innenleiters 3 unterschiedliche Prüfraumpositionen (2a und 2b). Da die
Prüflingsposition auf einem Drehteller 5 (mit Drehachse 7) in beiden
Feldpolarisationen beibehalten werden soll, kann als Kompromiß ein zum Innenleiter
3 asymmetrisch angeordneter Prüfraum 2 vorteilhaft sein (2′ in Fig. 3). Ein
erweiterter Prüfraum 6 dient zur Messung mehrerer Prüflinge.
Zusammenfassend wird die Änderung der Feldpolarisation bei der
TEM-Zelle (HN-GTEM-Zelle) in einfacher Weise durch eine
Relativerdrehung zwischen dem Innen- und dem Außenleiter erreicht.
Claims (9)
1. TEM-Wellenleiter (1) mit einem Prüfraum (2) zur Prüfung elektromagnetischer
Eigenschaften - insbesondern der EMI-Eigenschaften - eines Prüfobjektes, bei dem
eine TEM-Welle durch einen Innen- und einen Außenleiter (3, 4) geführt wird und an
einem Ende des TEM-Wellenleiters (1) von einem HF-Absorber - HF-Absorberwand
- zur Absorption der feldgebundenen Energie und einem ohmschen
Leitungsabschluß zur Absorption der leitergebundenen Energie der TEM-Welle
absorbiert wird, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Teilabschnitt (3b) des
Innenleiters (3) derart relativ zum Außenleiter (4) verdrehbar ist, daß eine
Veränderung der Feldpolarisation gegenüber dem Prüfraum (2) erfolgt.
2. TEM-Wellenleiter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Absorberwand und der ohmsche Leitungsabschluß drehbar angeordnet ist.
3. TEM-Wellenleiter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Innenleiter (3) aus einem flexiblen, flächenhaften Material besteht.
4. TEM-Wellenleiter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Innenleiter (3) in sich verdrehbar ist.
5. TEM-Wellenleiter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
- - ein erster Teilabschnitt (3a) des Innenleiters im Einspeisebereich des Wellenleiters (1) diagonal fixiert ist;
- - der weitere Teilabschnitt (3b) an der drehbaren Absorberwand fixiert ist.
6. TEM-Wellenleiter nach einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch eine drehbare, kegelförmige Aufweitung des Innenleiters (3)
im Einspeisebereich.
7. TEM-Wellenleiter nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch eine
gesamte kegelsegmentförmige Ausführung des flächenhaften Innenleiters (3).
8. TEM-Wellenleiter nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch eine
halbkreisförmige Kontaktbahn in der Absorberwand, in welcher der
kegelsegmentförmige Innenleiter (3) mit seinen Abschlußwiderständen um 90°
gedreht werden kann.
9. TEM-Wellenleiter nach einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch die Kombination folgender Merkmale:
- - quadratischer Querschnitt des Außenleiters (4);
- - Drehbarkeit von Innenleiter (3) und Absorberwand mit Abschlußwiderstand zur Änderung der Feldpolarisation;
- - Verwendung eines flexiblen, leichten Innenleiters (3) aus einem leitfähigen Textilmaterial;
- - asymmetrische Anordnung des Prüfraumes (2) relativ zur Zellenhauptachse.
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- 1996-01-17 DE DE1996101348 patent/DE19601348C1/de not_active Expired - Fee Related
- 1996-12-06 WO PCT/DE1996/002346 patent/WO1997026545A1/de not_active Ceased
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