DE1951908B2 - Verfahren zur herstellung von chromstaehlen mit erhoehter korrosionsbestaendigkeit bei guten bearbeitungseigenschaften hoher duktilitaet und kerbschlagzaehigkeit trotz weitestgehender martensitbildung - Google Patents

Verfahren zur herstellung von chromstaehlen mit erhoehter korrosionsbestaendigkeit bei guten bearbeitungseigenschaften hoher duktilitaet und kerbschlagzaehigkeit trotz weitestgehender martensitbildung

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DE1951908B2 DE19691951908 DE1951908A DE1951908B2 DE 1951908 B2 DE1951908 B2 DE 1951908B2 DE 19691951908 DE19691951908 DE 19691951908 DE 1951908 A DE1951908 A DE 1951908A DE 1951908 B2 DE1951908 B2 DE 1951908B2
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Description

0,0005 bis 0,03% Kohlenstoff,
0 bis 1,50% Silizium,
0,01 bis 10,0% Mangan,
0 bis 1,50% Aluminium,
15 bis 25% Chrom,
0,03 bis 6,0 % Nickel,
0 bis 3,0 % Molybdän,
0,0005 bis 0,06% Stickstoff,
sowie gegebenenfalls eines oder mehrere der Elemente Titan, Vanadin, Zirkon, Tantal, Niob, Schwefel, Selen, Tellur, Blei, einzeln nicht über 1 %, zu mehreren nicht über 4 %, Rest Eisen und übliche Verunreinigungen, in einem Temperaturbereich, in dem 50 bis 100 % Austenit entstehen, geglüht und anschließend mit einer kritischen Geschwindigkeit abgekühlt werden, wobei die Höhe der Glühtemperatur und die Glühdauer so aufeinander abgestimmt werden, daß die daraus hergestellten Endprodukte, gegebenenfalls die Vor- und/oder Zwischenprodukte, mindestens 50% Martensit enthalten.
2. Verfahren nach Anspruch I1 dadurch gekennzeichnet, daß Stähle behandelt werden, die 0,0005 bis 0,02 % Kohlenstoff enthalten.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Stähle behandelt werden, die 0,0005 bis 0,01 % Kohlenstoff enthalten.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Stähle behandelt werden, die 0,0005 bis 0,03 % Stickstoff enthalten.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Stähle behandelt werden, die 0,0005 bis 0,01 % Stickstoff enthalten.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2, 3 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß Stähle behandelt werden, bei denen die Summe aus Kohlenstoff und Stickstoff 0,001 bis 0,023% beträgt.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß Stähle behandelt werden, die 0,01 bis 5,00% Mangan enthalten.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß Stähle behandelt werden, die 0,01 bis 3,00 % Mangan enthalten.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß Stähle behandelt werden, die 0,03 bis 4,00% Nickel enthalten.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß Stähle behandelt werden, die 0,03 bis 2,00 % Nickel enthalten.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprtlohe 1 bis 10, daduroh gekennzeichnet, daß Stähle behandelt werden, die 16 bis 21% Chrom enthalten.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, daduroh gekennzeichnet, daß Stähle behandelt werden, die 0,5 bis 1,8% Molybdän enthalten,
13. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß Stähle behandelt werden, die 0,0001 bis 0,20 % Aluminium enthalten.
14. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß Stähe behandelt werden, die 0,0001 bis 0,05 % Aluminium enthalten.
15. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß Stähle behandelt werden, die 0,0001 bis 0,02 % Aluminium enthalten.
16. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß diese Stähle so wärmebehandelt werden, daß sie 70 bis 100 % Martensit enthalten.
17. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Stähle so wärmebehandelt werden, daß sie 85 bis 100% Martensit enthalten.
18. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmebehandlung im Durchlaufverfahren durchgeführt wird.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von martensitischen Chromstählen gegebenenfalls mit Molybdän-Zusatz, die erhöhte Korrosionsbeständigkeit aufweisen, sich ausgezeichnet verarbeiten lassen und über besonders gute Duktilität verfügen.
Es ist bekannt, daß der Widerstand von Eisenwerkstoffen gegen Korrosions- und Temperaturbeanspruchung durch Zulegieren von bestimmten Elementen erhöht werden kann. Man unterscheidet im wesentlichen drei Kategorien von Stahlsorten, die über diese besonderen Eigenschaften verfügen:
1. austenitische Stähle,
2. ferritische Stähle,
3. konventionelle martensitische Stähle.
1. Austenitische Stähle
Es handelt sich um Chrom-Nickel-Stähle, die im wesentlichen etwa 18% Chrom, 8 bis 12% Nickel, max. 0,12% Kohlenstoff und etwa 0,03% Stickstoff enthalten. Stähle dieser Zusammensetzung verfügen über gute Korrosionseigenschaften. Die Beständigkeit bei hohen Temperaturen ist stark eingeschränkt und besteht nur in luft- oder stickstoffhaltigen Gasen, die relativ wenig Sauerstoff enthalten. Weiterhin verfügen diese Stahlsorten über eine ausgezeichnete Duktilität. Bezüglich ihrer Fließeigenschaften stehen sie an der Spitze der Eisenwerkstoffe. Sie sind in Form von warm-
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oder kaltgewalzten Blechen sehr gut umformbar den austenitischen Stählen im Korrosionsverhalten
(Tiefziehen) und lassen sich sowohl beim Stahl- unterlegen.
hersteiler wie beim Verbraucher in Form von Brammen, Ferritische Slahlgüten weisen allerdings eine hohe Blöcken, Vorbrammen, Platinen, Stabstahl, Sohmiede- Hitze- und Zunderbeständigkeit gegen die in der Praxis stücken, Grobblechen usw. ausgezeichnet verarbeiten, 5 am häufigsten vorkommenden schwefelhaltigen Gase Außerdem verfügen diese Stähle über gute Schweiß- und aufkohlenden Medien auf, Die Zunderbeständigeigenschaften, keit läßt sich durch Zugabe von Silizium und insbeson-
Es ist weiter bekannt, daß insbesondere die Korro- dere Aluminium erhöhen. Bezüglich dieser Eigensionsbeständigkeit durch Zulegieren von Molybdän schäften würden ferritische Stähle ideale Vorausbeträchtlich erhöht werden kann, Solche austeni- io Setzungen für zahlreiche Anwendungsgebiete mittischen Stähle mit Molybdänzusatz sind in ihren übrigen bringen, doch haben sich bei näherer Prüfung gewisse Eigenschaften _ den obenerwähnten Stahlsorten weit- Grenzen für den Einsatz dieser Stahlsorte ergeben, gehend vergleichbar. Einer breiten Verwendung steht ein gravierender
Ein erheblicher Nachteil dieser Güten liegt darin, Nachteil entgegen: Ferritische Stähle neigen nämlich in daß diese Stähle zu teuer sind, Da insbesondere das 15 starkem Maße zu Kornvergröberung, die durch Wärme-Element Nickel nicht in beliebigen Mengen frei zur behandlung allein nicht zu beseitigen ist. Insbesondere Verfügung steht, verteuert sich das Zulegieren dieses bei dicken Abmessungen neigt das Material deshalb zu Elements je nach Weltnickellage derartig, daß die starker Kaltsprödigkeit, so daß es schon während der Verwendbarkeit dieser Stähle für viele Anwendungs- Produktion beim Stahlhersteller zu erheblichen Ausbereiche in Frage gestellt ist. Hinzu kommen weitere 20 fällen kommt und eine Verarbeitung nur in geringem Nachteile. Insbesondere in Form von warm- und/oder Maße und nur unter Anwendung aufwendiger Sonderkaltgewalzten Bändern und Blechen sowie den daraus maßnahmen durchführbar ist. Die einzig mögliche durch Umformung hergestellten Gegenständen tritt Maßnahme zur Kornverfeinerung besteht in einer nach dem Polieren an der Oberfläche eine Verfärbung ausreichenden Verformung und einer anschließenden ein, die mit »Gelbstichigkeit« bezeichnet wird und sich 25 definierten Glühung. Doch bietet dieses Verfahren gerade bei Teilen, wo auf hohe Oberflächengüte Wert keinen grundsätzlichen Lösungsweg für die Erzeugung gelegt wird, störend bemerkbar macht. Die Hitze- und dicker Abmessungen, da die Möglichkeit der starken Zunderbeständigkeit, insbesondere in schwefelhaltigen Verformung hier nicht gegeben ist. In Form von oder aufkohlenden Gasatmosphären, ist gleichfalls Brammen, Blöcken, Vorbrammen, Platinen, Stabstahl sehr gering. Außerdem lassen sich austenitische Chrom- 30 und Blechen stellen sich bei dicken Abmessungen als Nickel-Stähle schlecht zerspanen. Folge der charakteristischen Neigung zur Grobkorn-
Es besteht zwar die Möglichkeit, durch Zugabe von bildung zahlreiche Schwierigkeiten ein, die im folgen-
z. B. mindestens 0,1 °/0 Schwefel die spanabhebende den geschildert werden sollen. Das Material hat eine
Bearbeitbarkeit austenitischer Stähle zu verbessern, sehr geringe Kerbschlagzähigkeit, die bei Unter-
doch leiden darunter wieder Festigkeits- und Korro- 35 schreitung der Raumtemperatur — beispielsweise
sionseigenschaften. Außerdem ist dieses Material durch Auslagern des Materials im Winter — gegen
nicht schweißbar. 0 geht. Das Material zeir "ine hohe Schleifriß-
Zur Verbesserung der ungünstigen Preissituation hat empfindlichkeit. Die gesa1 mdhabung bei der man sich seit Jahrzehnten bemüht, sogenannte »Nickel- Fertigung, wie Richten, ίχ ..-.ι, Lochen, darf nur spargüten« zu entwickeln. Es sind Stähle bekannt, die 40 im angewärmten Zustand durchgeführt werden. Abneben den obenerwähnten Elementen erhöhte Mangan- gesehen davon, daß aufwendige Betriebsanlagen, wie und/oder Stickstoffzusätze bei abgesenkten Nickel- besondere Glüh- und Warmhaltehauben, erforderlich gehalten enthalten. Erwähnt sei insbesondere die sind und durch das ständige Anwärmen hohe Kosten Stahlsorte X 8 CrMnNi 18 9, Werkstoff-Nr. 1.4371 entstehen, wird die Verarbeitung dieses Materials in nach Stahleisenliste, die der sogenannten 200er-Serie 45 hohem Maße kompliziert. Trotz höchster Aufin USA. entspricht. Gemeint sind vor allem die merksamkeit und entsprechendem personellem AufStahlsorten AISI 201 und 202. Auch diese Stähle wand kommt es wegen fehlerhafter Handhabung immer kommen für zahlreiche Anwendungsgebiete aus Kosten- wieder zu Ausfällen, die allein schon dadurch aufgründen nicht in Frage und verfügen neben einer treten, daß ζ. B. ein Kran seine Ladung aus ferriteilweise ungünstigeren Oberflächenqualität und Kalt- 50 tischen Vorbrammen etwas zu unsanft ablegt, verarbeitbarkeit über Korrosionseigenschaften, die Darüber hinaus leidet die Betriebssicherheit unter den normalen Chrom-Nickel-Stählen deutlich unter- dieser komplizierten Handhabung bei ferritischen legen sind. Diese austenitischen Stähle haben sich aus Chrom-Stählen, da der Umgang mit heißem Material den genannten Gründen nicht allgemein eingeführt. gefährlicher ist als mit kaltem. Auch die Weiter-
55 verarbeiter müssen einen ähnlichen Aufwand betreiben. Die Verwendbarkeit ferritischer Chromstähle in
2. Ferritische Stähle dicken Abmessungen ist wegen dieses Nachteils
begrenzt. Weiterhin sind Chromstähle besonders
Neben den Chrom-Nickel-Stählen haben sich ferri- empfindlich gegen schwingende Beanspruchung. Auch
tische Chrom-Stähle für viele Verwendungsgebiete 60 das Schweißen dieser Stähle ist nur mit ähnlich
eingeführt. Sie verfügen gegenüber dem Chrom-Nickel- aufwendigen Maßnahmen, wie Anwärmen u. ä.,
Stahl über eine geringere Korrosionsbeständigkeit, bedingt möglich. Auch sind ferritische Chromstähle
so daß die Verwendbarkeit dieser Stahlsorte schon schlecht zerspanbar. Auch hier wird der Auswej;
deswegen begrenzt ist. Der handelsübliche ferritische gewählt, diesen Nachteil durch Zulegieren von ζ. Β
Chrom-Stahl enthält neben etwa 17 °/0 Chrom 0,05 bis 65 mindestens 0,1 °/q Schwefel auszugleichen, doch leider
0,12% Kohlenstoff. Durch Zulegieren von etwa 1% darunter natürlich weiterhin Kerbschlagzähigkeit
Molybdän läßt sich die Korrosionsbeständigkeit Schwingungsfestigkeit usw.
erheblich verbessern, doch ist auch diese Legierung In Form von warm- und/oder kaltgewalzten dünnet
5 T 6
Blechen sind ferritische Chromstähle tlefziehfähig, Es ist also bis heute nicht gelungen, Stähle zu
dooh gehört es zum Stand der Teol.nik, daß sie den erzeugen, die die Vorteile der austenitisohen, ferritischen
unlegierten Stählen und den austenitisohen Stahlgüten ' und konventionellen martensitisohen Stähle in sioh
unterlegen sind. Ein weiterer Nachteil der Chromstähle vereinen, ohne die aufgezeigten Naohteile aufzuweisen,
muß darin gesehen werden, daß Bänder und Bleohe S Insbesondere existiert keine Stahlsorte, die bei hoher
der Dicke »5 mm« naoh der Warmwalzung einer Duktilität über gute Korroslons- und Verarbeitungs-
Langzeitglühung unterworfen werden müssen, bevor eigenschaften verfügt.
sie weiterverarbeitet werden können. Bei ferritisohen Hier setzt die Aufgabe der vorliegenden Erfindung
Warmbändern muß z. B, in Bundform eine mehr- ein. Es wurde ein Verfahren gefunden, Chromstähle
stündige Haubenglühung durchgeführt werden, wobei io herzustellen mit erhöhter Korrosionsbeständigkeit bei
die Gesamtofenzeit einer solchen Glühung bei etwa guten Verarbeitungseigenschaften, hoher Duktilität
30 Stunden liegt. Außerdem zeigen sich nach der Kalt- und Kerbsohlagzähigkeit trotz weitestgehender Marten-
walzung und Endglühung dieser Bänder zwei weitere sitbildung. Das Verfahren ist auch für die Herstellung
sehr unangenehme Fehlerscheinungen. Es handelt von Fertigteilen geeignet. Zu dem gewünschten
sich um die sogenannte »Längsstreifigkeit« oder 15 Ergebnis gelangt man, wenn martensitische Chrom-
»Rillenstruktur«, die durch eine wellenförmige Ober- stähle gegebenenfalls mit Molybdänzusatz durch
flächenunebenheit gekennzeichnet ist und parallel Kombination von mehreren teilweise bekannten
zur Walzrichtung verläuft. Durch das Kaltumformen Maßnahmen erzeugt werden, die sich trotz ihres hohen
(Tiefziehen) verstärkt sich dieser Fehler und macht Martensitanteils von den obenerwähnten konven-
sich optisch sehr störend bemerkbar, da gerade an ao tionellen martensitischen Stählen erheblich unter-
dieses Material besonders hohe Oberflächenanforde- scheiden.
rungen gestellt werden. Diese Erscheinung kann zwar Erfindungsgemäß werden an sich bekannte Stähle
durch Schleifen und Polieren des Fertigteils beseitigt mit der Zusammensetzung
werden, doch verbietet sich eine solche Maßnahme
meist aus Kostengründen. 25
Ein anderer Nachteil ferritischer Bänder und Bleche
liegt in der sogenannten »Fließfigurenanfälligkeit«.
Wenn die fertigen Bleche nach der Endglühung verformt werden, treten unter einem Winkel von etwa
45° zur Walzrichtung Fließlinien auf der hoch- 30
glänzenden Blechoberfläche auf, die sich beim Verarbeiter sehr störend bemerkbar machen würden.
Deshalb muß die »Fließfigurenanfälligkeit« durch
einen zusätzlichen Arbeitsgang in besonderen Dressiergerüsten, das sogenannte Dressieren, beseitigt werden. 35 0,0005 bis 0,06 °/0 Stickstoff
Somit sind ferritische Stähle trotz großen Interesses
der Verarbeiter und stark gestiegener Nachfrage nicht sowie gegebenenfalls eines oder mehrere der Elemente
universell einsetzbar. Titan, Vanadin, Zirkon, Tantal, Niob, Schwefel,
Selen, Tellur, Blei, einzeln nicht über 1,0 °/0, zu 40 mehreren nicht über 4,0 °/0, Rest Eisen und übliche
3. Konventionelle martensitische Stähle Verunreinigungen, in einem Temperaturbereich, in
dem 50 bis 100 °/0 Austenit entstehen, geglüht und
Für besondere Verwendungsgebiete, wo es auf gute anschließend mit einer kritischen Geschwindigkeit
Festigkeitseigenschaften, gute Härtewerte und hohe abgeglüht werden, wobei die Höhe der Glühtemperatur
Verschleißfestigkeit ankommt, haben sich Stähle ein- 45 und die Glühdauer so aufeinander abgestimmt werden,
geführt, die neben Chrom erhöhte Mengen an Kohlen- daß die daraus hergestellten Endprodukte, gegebenen-
stoff enthalten. Diese Stähle können gehärtet und falls auch die Vor- und/oder Zwischenprodukte,
vergütet werden. Eine während der Verarbeitung mindestens 50°/0 Martensit enthalten,
eventuell eingetretene Grobkornbildung kann durch Das gilt vorzugsweise für Martensit im eigentlichen
Normalisieren beseitigt werden. Die Korrosions- 50 Sinne. Das hat den Vorteil, daß man ohne besondere
beständigkeit ist gut bis mittelmäßig, sie kann durch Maßnahmen, wie Anlassen oder gelenkte Abkühlung,
Zugabe von Molybdän erhöht werden. auskommt, die zur Erzielung von anderem Härte-
Diese Stähle haben eine sehr geringe Duktilität und gefüge (Zwischenstufengefüge) erforderlich wären. Es können daher nur bedingt kalt umgeformt werden. sollen aber auch Wärmebedingungen nicht ausgeschlos-Selbstverständlich sind sie im gehärteten und vergü- 55 sen sein, bei denen die anderen Härtegefüge mindestens teten Zustand praktisch nicht zerspanbar. Vor dem teilweise den geforderten Martensitanteil ersetzen. Zerspanen muß das Material weichgeglüht werden; Unter dem Ausdruck »Martensit« ist in diesem Zudie fertigbearbeiteten Teile müssen anschließend sammenhang danach verallgemeinernd ein bei Raumerneut gehärtet werden, da der Weichglühzustand temperatur vorliegendes Gefüge der Martensit- oder nicht dem Gebrauchszustand entspricht. Zusätzlich 60 Zwischenstufe zu verstehen, das durch die dem Fachmüssen die Teile nach der Abschlußwärmebehandlung mann geläufigen Maßnahmen der Härtung, der entzundert werden. Zwischenstufenvergütung, gegebenenfalls in Verbin-
Die Schweißbarkeit konventioneller martensi ti scher dung mit anschließendem Anlassen entsteht.
Stähle ist nur in Ausnahmefällen unter Anwendung Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht für
bestimmter Vorich tsmaßregeln möglich, wobei das 65 das Element Kohlenstoff einen Gehalt von 0,0005 bis
Anwärmen und ein langsames definiertes Abkühlen 0,02 % und einen weiteren bevorzugten Bereich von
wesentliche Bestandteile dieser Sondermaßnahmen 0,0005 bis 0,01 °/0 vor. Weitere Verfahrensvarianten
HarctMipn schreiben für das Element Stickstoff folgende bevor-
0,0005 bis 0,03 % Kohlenstoff,
0 bis 1,50% Silizium,
0,01 bis 10,00 % Mangan,
0 bis 1,50% Aluminium,
15,00 bis 25,00% Chrom,
0,03 bis 6,00 % Nickel,
0 bis 3,00% Molybdän,
zugte Legierungsbereiche vor: Der Stickstoffgehalt einfacht, daß eine reibungslose Fertigung gewährleiste
soll demnach 0,0005 bis 0,03 % betragen, und her- ist und die Ausfälle auf ein Minimum beschränk!
vorragende Eigenschaften gewinnt das Material, wenn bleiben. Neben der hohen Korrosionsbeständigkeit
ein Gehalt von 0,0005 bis 0,01 °/0 Stickstoff eingestellt die das normale Niveau ferritischer Chromstähle über
wird. 5 steigt, ist das erfindungsgemäße Material bezüglich
Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung Hitze- und Zunderbeständigkeit den Chromstähler
soll die Summe der Elemente Kohlenstoff und Stick- völlig gleichwertig. Die erfindungsgemäße Stahlsorte
stoff zwischen 0,001 und 0,023 °/0 liegen. läßt sich ohne Sondermaßnahmen gut schweißen
Weiterhin sieht die Erfindung bevorzugt Mangan- verfügt über ausgezeichnete Zerspanungseigenschaften
gehalte von 0,01 bis 5,0 % vor. Ein weiterer bevor- io so daß der an sich unerwünschte Zusatz von Schwefe
zugter Bereich für das Element Mangan liegt zwischen bei dieser Stahlsorte entfallen kann, und führt somi
0,01 und 3,0 %. zu besseren Festigkeitseigenschaften der zerspanter
Für das Element Nickel sind als Verfahrensvarianten Teile. Insbesondere bei Bändern und Blechen tritt dei
Gehalte von 0,03 bis 4,0% vorteilhaft. Der erfindungs- nach dem Polieren unerwünschte Effekt der »Gelb
gemäße Stahl weist sehr gute Eigenschaften auf, wenn 15 stichigkeit« nicht auf. Außerdem ist weder am Kalt
er 0,03 bis 2,0 °/0 enthält. band noch nach dem Tiefziehen die sogenannt!
Erfindungsgemäß soll der Gehalt an Chrom bevor- »Rillenstruktur« festzustellen. Das Dressieren de:
zugt zwischen 16 und 21°/0 liegen. Fertigbänder zur Beseitigung der störenden Fließ
Bei Molybdän ist ein bevorzugter Bereich von figurenanfälligkeit kann gleichfalls entfallen, da di<
0,5 bis 1,8 % vorteilhaft. 20 erfindungsgemäß hergestellten Bänder und Blechi
Die Aluminiumgehalte sollten zwischen 0,0001 und diese Anfälligkeit nicht aufweisen. Ein gegenüber dei
0,20 % hegen oder bevorzugt 0,0001 bis 0,02 °/o Alu- ferritischen Stählen kostensparender Fuktor de:
minium betragen. erfindungsgemäßen Stahlsorte liegt darin, daß da
Die Legierungszusammensetzung muß unter Ein- Material nach der Warmformgebung im Durchlauf
stellung kleinster Kohlenstoff-und gegebenenfalls auch as verfahren wärmebehandelt werden kann. Dadurcl
Stickstoffgehalte so gewählt werden und der Stahl entfällt die langwierige Warmbandhaubenglühung
anschließend so wärmebehandelt werden, daß nach Es ergeben sich kurze Glühzeiten, eine hohe Ober
einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung im flächenqualität und somit hohe Leistungen bei opti
Fertigteil 70 bis 100% oder 85 bis 100% Martensit malem qualitativem Niveau.
vorliegen. Insbesondere für Stabstahl, Platinen und 30 Es war für den Fachmann nicht zu erwarten, dal
für Grob- und Feinbleche sowie für Bänder ist es gerade Stähle, deren Gefüge zum überwiegenden Tei
vorteilhaft, wenn die erfindungsgemäße Wärmebe- aus Martensit besteht, gleichzeitig besonders dukti
handlung im Durchlaufverfahren durchgeführt wird. sind. Die erfindungsgemäße Maßnahme steht also in
Diese Handhabung gilt sinngemäß für erfindungsgemäß Gegensatz zum Stand der Technik, wo man sich nacl
hergestellte Stahlteile. 35 Kräften bemüht, zur Erhöhung der Duktilität und de
Bei der Wärmebehandlung im Durchlauf zur Kaltumformeigenschaften eventuell auftretenden Mar
Erzielung der gewünschten Härtegefüge wird der tensit zu beseitigen.
Stahl auf eine Temperatur zwischen 850 und HOO0C, Die vorliegende Erfindung ermöglicht es, einei
bevorzugt zwischen 900 und 1050° C, erwärmt, und Stahl herzustellen, der den konventionellen ferritischei
je nach Dicke des Werkstückes eine Zeitlang gehalten, 40 Stählen in zahlreichen entscheidenden Eigenschaftei
sodann beschleunigt abgekühlt. Die Glühdauer liegt weit überlegen ist. Diese neue Stahlsorte schlägt somi
für dünne Werkstücke, insbesondere dünne Bleche und eine Brücke zu den austenitischen Chrom-Nickel
Bänder, bei 12 Minuten bis 5 Sekunden und 10 Mi- Stählen und erschließt völlig neue Anwendungsgebiete
nuten bis 5 Sekunden für den bevorzugten Temperatur- In den nachfolgenden Beispielen wird die Erfindunj
bereich. Bei dicken Werkstücken, wie Stabstahl und 45 näher erläutert, ohne daß der Erfindungsgedanke ein
dickeren Blechen und Bändern, z. B. Grobblech, liegt geschränkt wird. In der Tabelle ist in Kurzfassunj
in denselben Temperaturbereichen die Glühdauer die Fertigung nach dem Stand der Technik erfindungs
zwischen 60 und 8 Minuten oder 50 und 10 Minuten gemäßen Fertigungsverfahren gegenübergestellt: für den bevorzugten Temperaturbereich.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Stähle 50 .
erfolgt, wie dem Fachmann bekannt ist, im Elektro- Beispiel 1
lichtbogenofen, in Vakuumfrischanlagen oder durch (Stand der Technik) Schmelzen im Elektronenstrahlofen.
Die Erfinderin hat ein Verfahren gefunden, Eine Schmelze (Zusammensetzung s. Tabelle) wurdi Stähle herauszustellen, die unter Vermeidung der 55 im Elektroofen erschmolzen und zu Blöcken mit einen
aufgezeigten Nachteile, die eine universelle Verwend- Gewicht von 1,3 t vergossen. Die Hälfte der Block
barkeit der bisher bekannten Stahlsorten einschränken, wurde anschließend in einem Blockwalzwerk zi
zahlreiche positive Eigenschaften dieser bekannten Rundstäben von 250 mm Durchmesser ausgewalzt
Güten in sich vereinigen. Der erfindungsgemäße geschöpft und in einem stationären Ofen für 45 Mi
martensitische Chromstahl unterscheidet sich von den 60 nuten bei 850° C geglüht und an Luft abgekühlt. Vo
konventionellen martensitischen Chromstählen in Versand zum Kunden mußten die Stäbe gerichte
gravierendem Maße dadurch, daß er durch die werden. Da bei einer metallographischen Gefügeunter
erfindungsgemäßen Maßnahmen über eine hohe suchung ein grobkörniges ferritisches Gefüge festge
Duktilität und somit ausgezeichnete Umformeigen- stellt worden war, mußten die Stäbe zunächst au
schäften (z. B. Tiefziehen) verfügt. Die gesarate Ver- 65 etwa 300° C angewärmt werden. Erst in diesem Zu
arbeitbarkeit wird wegen der fehlenden Kaltsprödig- stand konnte das Material durch die Richtmaschini
keit und der nicht vorhandenen Neigung zur Grob- gesetzt werden und war nach anschließender Abküh
kornbildung schon beim Stahlhersteller derartig ver- lung und Entzunderung versandfertig.
ίο
fr
Mehrere Rohblöcke derselben Schmelze wurden in Martensitgehalt von 85 %. Die Stäbe wurden aneinem Blechwalzwerk zu Blechen der Dicke 15 mm schließend entzundert und kalt gerichtet, dann wurde ausgewalzt und anschließend für 45 Minuten bei das Material zum Kunden verschickt.
8500C geglüht und abgekühlt. Die Bleche wurden
bis zur Beendigung der Walzung gesammelt. Versuche, 5 . .
das Material auf Fertigabmessung zu schneiden, e ι s ρ ι e l
schlugen fehl, da Sprödbrüche neben der Schnittlinie (erfindungsgemäß)
auftraten. Das gesamte Material mußte vor dem
Schneidvorgang auf 3500C angewärmt werden. Nach Eine Schmelze der in der Tabelle wiedergegebenen
der anschließenden Abkühlung wurden die Bleche io Zusammensetzung wurde im Flektroofen erschmolzen, entzundert und zum Weiterverarbeitungswerk ver- zu Rohbrammen vergossen und an Luft abgekühlt, schickt. Auch die Aufheizung zur Rohbrammenwalzung er
folgte ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen. Die
Beispiel 2 Vorbrammen konnten zur Beschleunigung des Durchstand der Technik) 15 satzes mit Wasser abgespritzt werden, sie wurden
anschließend kalt geschliffen. Danach wurden die
. Eine Schmelze (Zusammensetzung s. Tabelle) wurde Brammen in der kontinuierlichen Breitbandstraße zu im Elektroofen erschmolzen und zu Rohbrammen Bändern der Dicke 4 mm gewalzt und zu Bunden mit einem Gewicht von etwa 7 t vergossen. Die Hälfte gehaspelt. Alle Bänder wurden anschließend in einer der Brammen wurde nach dem Strippen sofort auf 20 sogenannten Durchlaufglüh- und -beizlinie bei 980° C Lastkraftwagen verladen, mit Warmhaltehauben zu- für 5 Minuten geglüht, abgeschreckt und in derselben gedeckt und unter Warmhaltehauben als Warm- Linie entzundert. In diesem Zustand enthielt das transport zum Brammenwalzwerk transportiert. An- Gefüge der Warmbänder 92 °/0 Martensit. Anschließend schließend wurden die Rohbrammen auf Walztempera- wurden die Bänder auf eine Dicke von 1 mm kalttur aufgeheizt und zu Vorbrammen der Dicke 140 mm 25 gewalzt und in einer Durchlaufglüh- und -beizlinie ausgewalzt. Nach der Walzung mußten die Brammen für wenige Sekunden bei 980° C geglüht und entzundert, unter definierten Bedingungen in beheizten Warm- Eine Prüfung in diesem Zustand ergab Fließfigurenhaltehauben auf etwa 4000C abgekühlt werden. Diese freiheit. Die Fehlererscheinung »Rillenstruktur« war Abkühlung dauerte etwa 12 Stunden. Nach Erreichen selbst nach starkem Recken nicht feststellbar. Das von 4000C wurden die Vorbrammen warm über- 30 Material konnte daher zerteilt und versandt werden, schliffen und anschließend an Luft auf Raumtempera- Ein weiteres Band aus dieser Schmelze wurde in
tür abgekühlt. Die restlichen Rohbrammen derselben gleicher Weise auf eine Enddicke von 0,6 mm gefertigt Schmelze wurden nach der Erstarrung in einem Ofen und war in diesem Zustand frei von Fließfiguren- und kontinuierlich auf 8000C abgeheizt, anschließend Rillenanfälligkeit. Aus diesem Material wurden in wurden die beiden Rohbrammen umgesetzt und unter 35 einem Weiterverarbeitungswerk Radkappen gefertigt. Abkühlhauben mit definierten Bedingungen auf Raum- Diese Kappen wiesen den Fehler »Rillenstruktur« temperatur abgekühlt. Diese Abkühlung dauerte nicht auf und zeigten nach dem Tiefziehen keine insgesamt etwa 30 Stunden. Die Rohbrammen wurden Fließfiguren,
kalt zum Warmwalzwerk transportiert, dort in einem _ . -ic
langwierigen Aufheizvorgang auf Walztemperatur 40 e 1 s ρ 1 e
erhitzt und zu Vorbrammen ausgewalzt. Auch diese (erfindungsgemäß)
Vorbrammen wurden nach definierter Abkühlung
auf 400° C warm geschliffen und anschließend auf Wie unter Beispiel 2 wurden Grobbleche der Dicke
Raumtemperatur abgekühlt. Nach erneuter sorgfältiger 15 mm hergestellt. Die Fertigglühung erfolgte jedoch Aufheizung wurden alle Vorbrammen in einer konti- 45 im Gegensatz zu Beispiel 2 in einem Durchlaufofen, nuierlichen Breitbandstraße zu Warmband der Dicke Die Grobbleche wurden für 12 Minuten bei 9800C 4 mm ausgewalzt, zu Bunden gehaspelt und einer geglüht, abgeschreckt und entzundert. Der Martensitstationären Haubenglühung unterzogen. Das Warm- gehalt betrug in diesem Zustand 87°/0. Obwohl die band wurde 360 Minuten bei 85O0C geglüht und abge- Bleche bei Temperaturen um 00C im Freien gelagert kühlt. Eine Gefügeuntersuchung zeigte, daß ein rein 50 worden waren, konnten sie sofort auf Fertigmaß geferritisches Gefüge vorlag. Anschließend wurde das schnitten werden, sie waren anschließend versandbereit. Band entzundert, auf .eine Dicke von 1,0 mm kaltge- Sprödbrüche traten bei der gesamten Verarbeitung walzt und im Durchlaufofen bei etwa 84O0CfUr einige nicht auf, obwohl das Material während der VerSekunden geglüht und entzundert. Das Band zeigte in arbeitung beim Verbraucher gelocht, gekantet und diesem Zustand Fließfigurenanfälligkeit und mußte 55 geschweißt wurde.
deshalb mit zwei Stichen dressiert werden. Eine Die Fertigung aller restlichen in der Tabelle aufge-
Untersuchung des versandfertigen Bandes zeigte, daß führten Schmelzen, die nach dem erfindungsgemäßer das Material stark mit »Rillenstruktur« befallen war. Verfahren verarbeitet wurden, verlief sinngemäß ir
ähnlicher Weise. Die Tabelle zeigt den erfindungs·
_ . 60 gemäß notwendigen Zusanunenhang zwischen Sonder
Beispiel i legierungszusammensetzung und Wärmebehandlunj
(erfindungsgemäß) sowie den jeweils daraus resultierenden Martensitgehalt
Eine Besonderheit liegt noch bei den Schmelzen 9, K
Eine Schmelze der in der Tabelle aufgeführten und 15 vor. Material dieser Schmelzen wurde nact Zusammensetzung wurde zu Stabstahl der Dicke 65 der Durchlaufglühung gleichfalls im Durchlaufver 250 mm Durchmesser verarbeitet, geschöpft und für fahren angelassen und ließ sich anschließend einwand 15 Minuten bei 98O0C im Durchlaufofen geglüht frei verarbeiten bzw. zeigte die erfindungsgemäßei Eine metallographische Untersuchung ergab einen hervorragenden Eigenschaften.
1 C ° 11 Si 0 Mn ° 7 Al Cr 0 Ni Mo N 12 Zeit Anlassen Zeit Mar Fertig
produkt
.07 0,30 0,35 16,8 Wärmebehandlung Tem
pera
tensit
I 2 °/ °/ °/ οι °/ °/n °/n 0I Glühung Min. tur Min. o/
3 .06 0,28 0,39 ° 17,1 /O /O ° Tem
pera
45 0C Stabstahl/
4 .018 0,35 3,9 0,015 16,9 0,18 0,12 0,034 tur 0 Grobblech
5 .011 0,25 6,9 16,2 0C 360 Band
Beispiel 6 .024 0,30 4,8 0,011 17,4 0,13 0,98 0,036 850 15 0 Stabstahl
7 .010 0,28 6,8 0,033 16,4 1,95 0,14 0,013 5,0 85 Band
8 .008 0,24 4,7 0,005 16,5 1,3 0,22 0,011 850 12 92 Grobblech
Stand 9 .008 0,22 4,3 0,010 17,1 1,7 0,08 0,010 980 6,0 87 Blech "
der ■ 10 .015 0,29 6,1 0,013 15,9 2,5 0,21 0,015 980 4,5 100 Band
Technik 11 .012 0,33 4,8 0,012 19,4 1,38 0,14 0,009 980 4,5 87 Blech
12 .014 0,25 5,3 0,009 18,5 1,4 0,10 0,024 950 4,5 6 85 Band
13 .011 0,39 1,9 0,019 16,8 1,48 1,4 0,044 1000 12 350 20 90 Grobblech
14 .015 0,22 4,9 0,014 22,0 0,96 0,21 0,076 1000 6,0 300 72 Blech
15 .014 0,19 1,4 0,005 16,4 1,2 0,74 0,019 1000 5,0 75 Band
16 .019 1,00 5,4 0,018 18,5 4,3 1,0 0,020 900 15 92 Blech
S
(L)
17 .009 0,21 3,9 0,16 16,5 1,6 0,07 0,019 950 15 74 Stabstahl
OX)
t
.012 0,23 4,9 0,015 16,3 1,18 0,12 0,020 900 10 20 60 Grobblech,
•α 1,2 2,8 0,34 0,025 980 15 250 70 Stabstahl
a 0,01 1,4 1,03 0,010 950 5 86 Band
0,090 1,4 0,16 0,016 950 78
1000
950
Die Prüfung der Korrosionsbeständigkeit erfolgte in sogenannten Kurzzeittesten. Zur Nachahmung der im Langzeitbetrieb auftretenden verschiedenartigen Korrosionsbeanspruchungen sind verschiedene Prüfverfahren entwickelt worden. Erwähnt seien beispielsweise
1. der Salzsprühtest nach ASTM B 117-64 und
2. der Salzsprühtest nach ASTM B 368-65 (Cass-Test).
Ein Maßstab für die Korrosionsbeständigkeit ist die Fläche der mit Rostbefallenen Blechoberfläche, die auf die Ausgangsfläche bezogen wird. Während das Material, das nach dem Stand der Technik hergestellt worden war, nach dem ersten Testverfahren zum Teil vereinzelte, zum Teil zahlreiche Korrosionsprodukte aufwies und nach »Cass-Test« bis zu 40% der Oberfläche mit roten Korrosionsprodukten und Lochfraß bedeckt war, zeigten die erfindungsgemäß hergestellten Bleche und Bänder praktisch keinen Angriff. Einige wenige Bleche der Schmelzen 6 und 17 zeigten nach dem »Cass-Test« vereinzelte Korrosionsprodukte. Es ist jedem Fachmann geläufig, daß der »Cass-Test« für ferritische Stähle, insbesondere ohne Molybdänzusatz, eine harte Beanspruchung darstellt. Die hohe Korrosionsbeständigkeit der erfindungsgemäß hergestellten martensitischen Stahlgute wird durch diese Versuchsergebnisse eindeutig belegt
Nach dem die Erfindung und der mit ihr zu erreichende Fortschritt im obigen ausführlich behandelt worden ist, soll hier an speziellen älteren Druckschriften deren Verhältnis zum Erfindungsgegenstand dargelegt werden.
Aus Houdremont, »Handbuch der Sonderstahlkunde«, 1956, S. 762, ist es bekannt, Chromstähle der perlitischmartensitischen Gruppe, z. B. solche mit 18% Chrom und bis zu 1% Kohlenstoff, von Temperaturen oberhalb 950° C abzulöschen. Am günstigsten ist dabei das Ablöschen von sehr hohen Temperaturen, ζ. B. 1150 bis 12000C, wobei in Stählen mit z. B.
18 % Cr und 0,6 % C ein austenitisches Gefüge erzielt wird. Bei niedrigeren Ablöschtemperaturen wird martensitisches Gefüge erhalten, welches durch Anlassen eine verminderte Korrosionsbeständigkeit erhält. Solche Stähle sind hart, verschleißfest und insbesondere für schneidhaltige Werkzeuge wie Messer geeignet.
Eine Kaltverformbarkeit wiesen diese Stähle im Gegensatz zu den erfindungsgemäß erzeugten nicht auf.
Die in der Zahlentafel 259 auf S. 1330/1331 genannten Chromstähle mit Kohlenstoffgehalten bis zu max. 0,06 bis 0,15%, Chromgehalten von 15 bis 25%, Nickelgehalten von 1,5 bis 21 %, Mangangehalten von 0,15 bis 14%, Molybdängehalten von 0 bis 2,2% und Stickstoffgehalten bis zu 0,25% sind innerhalb der Legierungsbereiche so abgestimmt, daß die angegebene Abschreckung von HOO0C in Wasser austenitisches Gefüge ergibt.
Die USA.-Patentschrift 2 851 384 geht von Stählen aus, deren Höchstgrenze der Legierungsbestandteile bei 0,12% C; 1,0% Mn; 1,0% Si; 0,040% P und 0,030 %S liegt. Der Chromgehalt beträgt 14 bis 18%. Zusätzlich werden die Stähle mit Nickel bis zu 1,5% oder einem hohen Stickstoffgehalt legiert, der so bemessen ist, daß das Austenitpotential eine bestimmte Formel erfüllt. Ein sich bei der Wärmebehandlung ergebender Anteil an Martensit muß wieder beseitigt werden, wobei der Martensit restlos in Ferrit umzuwandeln ist. Im Endprodukt liegt daher keinerlei Martensit im Stahl vor.
Nach der USA.-Patentschrift 3 235 415 wird ein Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl mit verhältnismäßig hohem Kohlenstoffgehalt einer aus folgenden fünf Schritten bestehenden Wärmebehandlung unterworfen:
1. Lösungsglühung bei hohen Temperaturen zur vollständigen Auflösung aller eventuell vorhandenen Teilchen (Karbide, Nitride u. a.).
Ergebnis: Austeru'tisches Gefüge wie bei den normalen 18/8-CrNi-Stählen — weich, gute Umf ormeigenschaf ten.
2. Abkühlung auf eine Temperatur unterhalb des Ms-Punktes. Ergebnis: Mischgefüge bestehend aus Austenit und Martensit — hart, hohe Festigkeit, geringe Duktilität.
3. Ausscheidungswärmebehandlung unterhalb der Lösungsglühtemperatur, jedoch im Austenitgebiet. Ergebnis: Austenit + Ausscheidungen — hart, hohe Festigkeit, keine Duktilität.
4. Erneute Abkühlung auf eine Temperatur unterhalb des Ms-Punktes, bevorzugt unterhalb Raumtemperatur. Ergebnis: sehr hart, erhöhte Festigkeit, keine Duktilität.
5. Ausscheidungswärmebehandlung. Ergebnis: hohe Festigkeit, gute Korrosionsbeständigkeit, keine Duktilität.
Bei den aushärtbaren Stählen ist grundsätzlich zu nterscbeiden zwischen dem weichen Zustand, in
welchem die Kaltumformung vorgenommen werden soll, und dem Endzustand mit hoher Festigkeit und guter Korrosionsbeständigkeit, die durch spezielle Wärmebehandlung und somit völlige Veränderung des austenitischen Gefüges erreicht werden.
Diese Angaben, daß die in der USA.-Patentschrift 3 235 415 behandelten Stähle lediglich im austenitischen Zustand Duktilität aufweisen, für die praktische Verwendung jedoch harten Martensit — bzw. Aus-Scheidungen — erhalten sollen, zeigen deutlich, daß es sich um eine Stahlbehandlung handelt, die in Aufgabe und Wirkung von der erfindungsgemäßen völlig abweicht. Im ausgehärteten bzw. martensitischen Zustand ist der Stahl praktisch nicht mehr verformbar, was eine notwendige Voraussetzung für seine Verwendung, z. B. für Turbinenschaufeln, darstellt. Im Gegensatz zu diesen harten, nichtduktilen Erzeugnissen, die nach der Entgegenhaltung geschaffen werden, führt die Erfindung zu einem völlig anderen Ergebnis.
Die erfindungsgemäß behandelten Stähle sind trotz ihres hohen Martensitgehaltes duktil, so daß sie im martensitischen Zustand für Verformungsoperationen geeignet sind.

Claims (1)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Chromstählen mit erhöhter Korrosionsbeständigkeit bei guten Verarbeitungseigenschaften, hoher Duktilität und Kerbschlagzähigkeit trotz weitestgehender Martensitbildung, dadurch gekennzeichnet, daß an sich bekannte Stähle mit der Zusammensetzung
DE19691951908 1969-10-15 1969-10-15 Verwendung eines niedrigstgekühlten Chromstahles mit mindestens 70% martensitischem Gefüge als Werkstoff für Tiefziehbleche und-bänder Expired DE1951908C3 (de)

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DE19691951908 DE1951908C3 (de) 1969-10-15 Verwendung eines niedrigstgekühlten Chromstahles mit mindestens 70% martensitischem Gefüge als Werkstoff für Tiefziehbleche und-bänder
LU61833D LU61833A1 (de) 1969-10-15 1970-10-08
FR7037156A FR2065971A5 (en) 1969-10-15 1970-10-14 Processing martensitic chromium steels to - improve corrosion resistance and ductility
CH1526370A CH539685A (de) 1969-10-15 1970-10-15 Verfahren zur Herstellung verbesserter martensitischer Chromstähle mit verbesserten Korrosions- und Verarbeitungseigenschaften und hoher Duktilität, sowie Verwendung der Stähle

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Publication Number Publication Date
DE1951908A1 DE1951908A1 (de) 1971-08-26
DE1951908B2 true DE1951908B2 (de) 1972-06-15
DE1951908C3 DE1951908C3 (de) 1976-08-26

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE4112766A1 (de) * 1991-04-19 1992-10-22 Krupp Stahl Ag Korrosionsbestaendiger und hochfester martensitischer chrom-stahl

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DE4112766A1 (de) * 1991-04-19 1992-10-22 Krupp Stahl Ag Korrosionsbestaendiger und hochfester martensitischer chrom-stahl

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LU61833A1 (de) 1971-08-10
BE757282A (fr) 1971-04-09
FR2065971A5 (en) 1971-08-06
DE1951908A1 (de) 1971-08-26
CH539685A (de) 1973-07-31

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Legal Events

Date Code Title Description
C3 Grant after two publication steps (3rd publication)
E77 Valid patent as to the heymanns-index 1977
EHJ Ceased/non-payment of the annual fee