DE103573C - - Google Patents
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
- B01D—SEPARATION
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- B01D3/14—Fractional distillation or use of a fractionation or rectification column
- B01D3/16—Fractionating columns in which vapour bubbles through liquid
- B01D3/24—Fractionating columns in which vapour bubbles through liquid with sloping plates or elements mounted stepwise
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 6: Bier, Branntwein.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 25. November 1896 ab.
Es ist in der Praxis bewiesen worden und wohl auch leicht erklärlich, dafs durch Steigerung
des Betriebsdruckes beim Destillationsund Rektificationsprocefs eine Steigerung des
Wärmeverbrauches bezw. der Betriebskosten verursacht wird. Aufserdem ist auch in der
Praxis erkannt worden, dafs durch eine Steigerung des Betriebsdruckes eine Zunahme der
bei dem Destillations- bezw. Rektificationsprocefs stets vorkommenden Zersetzungen bewirkt
wird. Diese Erfahrung hat zu der Construction der nachstehend beschriebenen Niederdruck
- Destillations - bezw. Rektifications - Colonnen geführt.
In der Zeichnung stellen Fig. 1 die Zusammenstellung
einer derartigen Colonne, die Fig. 2, 3 und 4 die mittleren Theile derselben dar.
Wie aus der Zeichnung zu ersehen ist, ist der obere Theil der Colonne von anderer
Construction als der untere Theil. Es ist dies dadurch veranlafst worden, dafs in den oberen
Partieen der Colonne, wo der Alkoholgehalt der Flüssigkeit ein wesentlich höherer ist, der
Einflufs der Widerstände bezw. der Drucksteigerung in Bezug auf die Zersetzung in
höherem Mafse zur Geltung kommt. Aus diesem Grunde mufste jeder Flüssigkeitswiderstand
vollständig vermieden werden. Man könnte die Colonne in der gleichen Weise
construiren, wenn nicht eine gewisse Flüssigkeitsmenge in der Colonne enthalten sein
müfste, damit die unvermeidlichen kleinen Schwankungen im Alkoholgehalt innerhalb des
Apparates auf das Betriebsresultat keinen nachtheiligen Einflufs ausüben Aufserdem ist es
auch Thatsache, dafs bei dem Durchströmen ganz feiner Dampfstrahlen durch eine Flüssigkeit,
sofern dabei die günstigsten Geschwindigkeiten der Dämpfe zur Anwendung kommen,
die Mischung bezw. Contactwirkung zwischen Dampf und Flüssigkeit sich am vollkommensten
gestaltet.
Die sogenannte Siebcolonne ist daher — nach Ansicht des Erfinders —, weil sich bei
ihr der Dampf in verhältnifsmäfsig sehr dünnen Strahlen bewegt, auch das wirksamste Rektificationselement.
Bei den bisherigen Arten der Ausführung der Siebcolonne war es aber nicht möglich, mit ganz geringen Flüssigkeitsschichten
über den Siebböden zu arbeiten, weil der Dampfstrahl, welcher in verticaler Richtung
sich aufwärts bewegt, die Flüssigkeit über dem Boden in die Höhe schleudert, derart, dafs die
untere Fläche des nächsthöheren Siebbodens mit Flüssigkeit bedeckt wird. Diese Flüssigkeit
wird von den Dampfstrählen in die Flüssigkeit des nächsthöheren Bodens eingeführt
, es wird daher auf diese Weise so viel Flüssigkeit von unten nach oben befördert,
dafs der Querschnitt der Ueberlaufrohre nicht genügt, um dieselbe abwärts nach dem tieferen
Boden zurückzuführen. Es wird dadurch eventuell eine Anstauung der Flüssigkeit in
den Colonnen, mindestens aber eine wesentliche Zunahme der Höhe der Flüssigkeitsschicht
über dem Siebboden verursacht. Auch bei einer Vergröfserung der Abstände der Siebböden
von einander ist dieser Uebelstand, der eine bedeutende Verschlechterung der Qualität
zur Folge hat, nicht vollständig zu vermeiden.
Ferner wird die Zunahme des Flüssigkeitswiderstandes noch dadurch vergröfsert, dafs
(2. Auflage, ausgegeben am g. Oktober
eine gewisse Stauhöhe nöthig ist, um eine Bewegung der Flüssigkeit von einer Seite des
Siebbodens zur anderen bezw. von der Schüssel zum Ueberlaufsrohr herbeizuführen. Diese
Stauhöhe bedingt eineUngleichheit der Höhe der Flüssigkeitsschicht über jedem Siebboden, und
hieraus folgen wieder ganz verschiedene Dampfgeschwindigkeiten an verschiedenen Stellen der
Böden und daher eine ungleiche unvollkommene Wirkung des Rektificationselementes.
Um diesen Uebelstand zu vermindern, mufste die Höhe der Flüssigkeitsschichten gröfser als
nothwendig gewählt werden, wodurch ebenfalls die Summe der Widerstände gesteigert worden
ist. Am meisten tritt dieser Mangel bei den Desire Frangois Savalle in Paris (Patentschrift
Nr. 16808) im Jahre 1881 patentirten »Neuerungen an Apparaten zur Rektifikation des
Alkohols« hervor, weil durch das Einbauen von Stegen über dem Boden die Länge des
Weges und mithin auch die Stauhöhe vergröfsert worden ist. Diese Neuerungen sind
daher in der Praxis sehr wenig und — nach Ansicht des Erfinders — ohne jeden Erfolg
eingeführt worden; man hat zu der alten Savalle'schen Siebbodenconstruction zurückgreifen
müssen, bei welcher die Flüssigkeit von der Eintauchschüssel zum Ueberlaufrohr
auf möglichst gerader Linie sich fortbewegt, so dafs eine Ergänzung der Flüssigkeit im
günstigsten Falle nur auf der Oberfläche einer Ellipse sich vollzieht, während rechts und
links von der Ellipse innerhalb der Kreisfläche des Bodens todte, für die Rektificationswirkung
vollständig unwirksame Flächen liegen.
Alle diese Uebelstände sind durch die eigenthümliche Anordnung des unteren Theils vorliegender
Niederdruck - Rektifications - Colonnen . beseitigt.
Die Colonne selbst erhält rechteckige Form und hat an Stelle der Ueberlaufrohre Ueberlaufstege,
welche die ganze Breite des Rechteckes einnehmen. Die Eintauchrinnen 1 liegen
auf der einen Seite der Colonne und die Ueberlaufstege 2 , welche mit ihren unteren
Kanten der ganzen Länge nach in die Flüssigkeit der nächst tieferen Rinne tauchen, auf der
anderen Seite (Fig. 3). Die Oberfläche der Siebboden ist gleichmäfsig mit einer Flüssigkeitsschicht
von ca. 15 mm bedeckt und der aufwärts steigende Dampf 'passirt an allen
Stellen eine gleich hohe Flüssigkeitsschicht, welche durch die neu hinzufliefsende Flüssigkeit
ununterbrochen erneuert wird. Die gleichmä'fsige Flüssigkeitshöhe wird auch noch dadurch
befördert, dafs die Siebboden in der Richtung des Laufes der Flüssigkeit eine gewisse,
wenn auch ganz geringe Neigung haben.
Um ein Ueberreifsen der Flüssigkeit von einem tieferen zu einem höheren Siebboden
bezw. die dadurch bewirkte (Drucksteigerüng vollständig zu beseitigen, sind Zwischenboden 3
aus durchlochtem Kupferblech oder stärkerem Drahtgewebe angebracht, deren freier Querschnitt
ganz bedeutend gröfser ist als derjenige des mit Flüssigkeit bedeckten Siebbodens.
Durch diese Zwischenboden wird verhindert, dafs die Flüssigkeit von einer Abtheilung in.
die nächst höhere treten kann; denn sie wird nur gegen den Zwischenboden geworfen und
fällt dann wieder zurück, während die Dämpfe sich langsam durch den grofsen Querschnitt
der Zwischenböden und den über ihnen befindlichen freien Raum vorwärts bewegen. Der
freie Raum über den Zwischenboden ermöglicht ein Herabsinken der sehr kleinen Flüssigkeitstheilchen,
welche noch vom Dampf getragen werden, so dafs nunmehr eine fast absolute Scheidung von Dampf und Flüssigkeit
in jeder Abtheilung stattfindet und man daher mit einer viel geringeren Zahl von Rektificationselementen
einen gröfseren Rektificationseffect erzielen kann.
•Wie schon weiter oben erwähnt, ist der obere Theil der Rektifications-Colonne anders
construirt, und zwar in folgender Weise:
Die Flüssigkeit fliefst nach dem Verlassen des Dephlegmators nach d zur oberen Rektifications-Colonne
(Fig. 1), füllt den Behälter 4, fliefst über den Steg 5 und vertheilt sich auf
der Oberfläche der Vertheilungsplatten. Beim Herabrinnen verzweigt sie sich an den Zacken
dieser Platten 6 (Fig. 4), umsäumt diese und wird von dem zwischen je zwei Vertheilungsplatten
an den Zacken vorbeigehenden Dampf von den Rändern der Zacken losgelöst und im Räume 6a zerstäubt. Es bilden sich kleine
Flüssigkeitskügelchen, die sich später wieder ebenso wie bei der Regenbildung zu gröfseren
Tropfen vereinigen und im Räume abwärts sinken.
Auf diese Weise wird eine sehr grofse Rektificationswirkung
erzielt, und. es wird vermieden , dafs Flüssigkeitstheilchen mit den
Dämpfen zusammen von einer tieferen Abtheilung in eine höhere gelangen, da grofse
Räume vorhanden sind, in denen die Scheidung von Dampf und Flüssigkeit sich vollziehen
kann. Bei dem älteren Apparat des Erfinders (Patentschrift Nr. 3231) sind zum
Zweck der Zerstäubung kegelförmige, concav und convex angeordnete Böden verwendet
worden, an deren äufseren und inneren Rändern die Zacken angebracht waren. Die Flüssigkeit
fliefst bei dieser Construction an den äufseren und inneren Rändern der Zackenböden,
an denen die Dämpfe aufwärts strömen, herab. Ist dies der Fall, dann mufs die Geschwindigkeit
der Dämpfe beschränkt sein, wenn man Anstauungen von Flüssigkeit bezw. Steigerung des Widerstandes vermeiden will.
Bei der neuen Construction wird also mit er-
höhter Dampfgeschwindigkeit die zerstäubende
Wirkung des Dampfes bedeutend vergröfsert
und gleichzeitig werden geringere Widerstände
sicher gestellt. Da nun am unteren Punkte
der Vertheilungsplatte 6 Flüssigkeit sich ansammeln kann, so werden also stets zwischen
den oberen drei Zwischenräumen zweier Platten
Dämpfe ohne irgendwie in Betracht kommende
Widerstände durchströmen und die erstrebte
Wirkung ausüben können.
Wirkung des Dampfes bedeutend vergröfsert
und gleichzeitig werden geringere Widerstände
sicher gestellt. Da nun am unteren Punkte
der Vertheilungsplatte 6 Flüssigkeit sich ansammeln kann, so werden also stets zwischen
den oberen drei Zwischenräumen zweier Platten
Dämpfe ohne irgendwie in Betracht kommende
Widerstände durchströmen und die erstrebte
Wirkung ausüben können.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Colonne zum Destilliren und Rektificiren von
Spiritus, dadurch gekennzeichnet, dafs in dem
unteren Theile des Apparates durch Ueberlaufstege (2) und rechteckige Eintauchmulden (1)eine gleichmäfsige Vertheilung der herabsinkenden Flüssigkeit auf den Siebboden erhalten, und dafs durch Zwischenböden oder Drahtgewebe (3) ein Ueberreifsen von Flüssigkeitstheilchen aus einer Abtheilung der Colonne in die nächst höhere und eine dadurch erfolgende Erhöhung der Flüssigkeitsschicht auf derselben vermieden wird, während in dem oberen Theile des Apparates durch die Anordnung von mit Zacken versehenen Platten (6) eine Ansammlung von Flüssigkeit verhindert und ein leichteres Zerstäuben derselben erreicht wird, zu dem gemeinsamen Zwecke, Drucksteigerungen und Unregelmäfsigkeiten in dem Durchstreichen des Dampfes zu vermeiden und Verminderung des Wärmeverbrauches zu erzielen.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.BERLIN. GEDRUCKT ΪΝ DER REICHSDRUCKEREI.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE103573T | 1896-11-25 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE103573C true DE103573C (de) | 1899-06-14 |
Family
ID=34484352
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1896103573D Expired DE103573C (de) | 1896-11-25 | 1896-11-25 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE103573C (de) |
-
1896
- 1896-11-25 DE DE1896103573D patent/DE103573C/de not_active Expired
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