DE10309284A1 - Verfahren zur Erhöhung der Genauigkeit bei Dilatometermessungen - Google Patents

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Abstract

Beim Erfassen der Längenänderung einer Materialprobe über der Temperatur entstehen bei der Übertragung der Längenänderung zum Sensor Fehler. Bei mechanischer Abtastung durch die Eigenausdehnung der verwendeten Schubstange, bei optischen Meßverfahren durch die unterschiedliche Dichte der Atmosphäre im Probenraum. DOLLAR A Eine verbesserte Lösung liefert die Kombination beider Methoden. Dabei wird der Strahlengang der optischen Meßeinrichtung durch evakuierte Fühlstempel bis in die unmittelbare Umgebung der Probe geführt. Dadurch sind Einflüsse durch die inhomogene Atmosphäre auf die optische Messung ausgeschlossen.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Dilatometer nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
  • Bei einem Dilatometer handelt es sich um eine Meßeinrichtung zur Ermittlung der Längenänderung einer Materialprobe. Dies kann sowohl isotherm, als auch dynamisch, während die Temperatur der Probe verändert wird, erfolgen. Gemäß dem Stand der Technik gibt es verschiedene Möglichkeiten diese Längenänderung auf einen geeigneten Sensor zu übertragen und zu messen:
  • Skizze 2 zeigt den grundsätzlichen Aufbau des sehr häufig eingesetzten Schubstangen-Dilatometers. Dabei wird die Längenänderung der Probe 1 mittels eines Fühlstempels 2 auf den Wegaufnehmer 3 übertragen. Als Gegenlager dient das Aufnahmerohr 4. Wird nun die Temperatur der Probe variiert, wird nicht nur, wie gewünscht die Längenänderung der Probe zum Wegaufnehmer übertragen, sondern die Summe aller Wärmeausdehnungen von Probe, Aufnahmerohr und Stempel. Selbst wenn man die Eigenausdehnung des Aufnahmerohres und des Stempels durch Leermessungen und Korrekturrechnungen kompensiert, bleibt doch ein gewisser Meßfehler übrig, da gerade bei dynamischen Messungen der Temperaturgradient über den Längen von Aufnahmerohr und Fühlstempel nur schlecht mathematisch beschreibbar sind: Die Zeitkonstanten die den Wärmetransport bestimmen sind sehr lang (Niedrige Wärmeleitfähigkeit von z.B. Quarz) und auch die thermische „Vorgeschichte" (Z.B. schnelles oder langsames Abkühlen bei der vorherigen Messung) haben einen erheblichen Einfluß.
  • Skizze 3 zeigt den grundsätzlichen Aufbau eines nicht berührend, optischen Dilatometers. Dabei wird die Längenänderung der Probe 1 z.B. mit einem Laserstrahl 2 erfaßt, als Detektor dient ein Interferometer 3. Diese Methode vermeidet die Fehlmessung durch die Eigenausdehnung der zur Übertragung der Längenänderung notwendigen Schubstange und Aufnahmerohres. Der Nachteil dieses Meßprinzips ist die erzielbare Genauigkeit. Bedingt durch die unterschiedliche Dichte der Gasatmosphäre im Probenraum (bedingt durch den Temperaturunterschied zwischen Proben- und Raumtemperatur) und der dadurch entstehenden Turbulenzen, ist eine konstante Ausbreitungsgeschwindigkeit des zur Messung verwendeten Lichts nicht gegeben. Der dabei entstehenden Fehler liegt im Bereich von ca. einem Mikrometer. Dies betrifft zunächst die bekannten optischen Verfahren wie Schattenwurf, Scanner oder Interferometer. Als Lösung für dieses Problem bietet sich zunächst eine Messung ohne Atmosphäre (im Vakuum) an. Allerdings sind dann Messungen, die eine reaktive Atmosphäre benötigen, nicht mehr möglich, außerdem ist die Wärmeübertragung von und zu der Probe sehr viel schwieriger, da die Wärmeleitfähigkeit der Gasatmosphäre dann wegfällt – schnelle Abkühlvorgänge sind überhaupt nicht mehr möglich. Auch Trübungen der Atmosphäre durch z.B. Ausgasen der Probe werden von diesen Meßprinzipien nicht toleriert.
  • Obwohl die bekannten Verfahren sehr gute Meßgenauigkeiten und Auflösungen bieten, ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein derartiges Dilatometer so weiter zu entwickeln, daß sich gegenüber dem Stand der Technik eine deutlich bessere Genauigkeit erreichen läßt.
  • Diese Aufgabe wird bezüglich des Dilatometers entsprechend dem Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind im Unteranspruch 2 angegeben.
  • Dabei ist auch das Lösungsprinzip als solches höchst überraschend. Denn diese deutliche Verbesserung gegenüber dem Stand der Technik wird dadurch erzielt, daß das berührend arbeitende Meßprinzip (Schubstangen-Dilatometer) mit dem optischen Meßprinzip kombiniert angewendet wird. Der Fühlstempel wird nicht mehr dazu verwendet, um die Längenänderung der Probe auf einen geeigneten Sensor zu übertragen, sondern dient als Lichtwellenleiter für eine optische Messung. Damit geht die Längenänderung des Stempels durch die eigene Wärmeausdehnung nicht mehr als Fehler in die Messung ein. Da der Innenraum des Stempels evakuiert ist (Vakuum) ist auch in der Nähe der Probe eine störungsfreie Ausbreitung des zur Messung verwendeten Lichtes möglich.
  • Weitere Vorteile, Einzelheiten oder Merkmale der Erfindung ergeben sich nachfolgend aus dem anhand einer weiteren Skizze erläuterten Ausführungsbeispiel. Dabei zeigen im Einzelnen:
  • Skizze 1: Eine schematische Prinzipdarstellung des erfindungsgemäßen Dilatometers
  • Skizze 2: Eine entsprechende Darstellung bezüglich eines nach dem Stand der Technik bekannten Schubstangen-Dilatometers
  • Skizze 3: Eine entsprechende Darstellung bezüglich eines nach dem Stand der Technik bekannten optischen Dilatometers
  • In Skizze 1 sind die Teile eines Dilatometers, die auch bei einem herkömmlichen, nach dem Stand der Technik bekannten Dilatometers gemäß Skizze 2 und Skizze 3 verwendet werden dargestellt. Die Probe 1 wird vom Aufnahmerohr 2 gehalten. Im evakuierten Fühlstempel 3 wird der Lichtstrahl von der Strahlungsquelle 5 und dem Strahlteiler- und Umlenkspiegel 6 auf die Probe geführt. Der reflektierten Lichtstrahl fällt auf den Detektor 7. Die Längenänderung der Probe verursacht eine entsprechende Änderung der Weglänge des Lichtstrahls. Diese wird vom Detektor in ein Signal, proportional zur Längenänderung der Probe umgewandelt. Mit einem zweiten evakuierten Fühlstempel wird nach dem gleichen Prinzip auch die Eigenausdehnung des Aufnahmerohres gemessen. Durch Differenzbildung mit dem Meßsignal von der Probe wird der Fehler durch dessen Eigenausdehnung eliminiert.
  • Abweichend von Skizze 2 wird der Fühlstempel nicht zur mechanischen Übertragung der Probenausdehnung auf den Sensor verwendet. Deshalb geht die Eigenausdehnung des Fühlstempels nicht als Fehler in die Messung ein.
  • Abweichend von Skizze 3 liegt der Strahlengang bei der optischen Messung nicht in der Probenatmosphäre, in der unmittelbaren Umgebung der Probe, sondern läuft in einem evakuierten, geschlossenen Rohr. Dadurch ist die Ausbreitungsgeschwindigkeits des Lichtstrahls konstant, unabhängig von Dichteänderungen in der Nähe der Probe oder durch Turbolenzen in der Atmosphäre, hervorgerufen durch den Temperaturunterschied zwischen Probe und Umgebung.
  • Die Ausformung des Stempels ist unerheblich, das Prinzip der Lichtleitung durch ein evakuiertes Gefäß zur Probe ist damit auch auf andere, optische Meßprinzipien übertragbar.

Claims (2)

  1. Dilatometer mit folgenden Merkmalen: – Die Längenausdehnung der Probe (1) wird mit einem Fühlstempel (3) erfaßt. – Als Sensor für die Längenausdehnung der Probe wird ein optisches System verwendet. – Die direkte, fehlerfreie Messung der Änderung der Probenlänge ist gekennzeichnet durch die weiteren, folgenden Merkmale: – Die Messung der Längenänderung geschieht nicht durch die mechanische Übertragung auf den Sensor – Bei einer optischen Messung der Längenänderung führt der Strahlengang nicht durch die Atmosphäre der Probe in deren unmittelbaren Umgebung – Zur störungsfreien, optischen Messung der Längenänderung wird der Strahlengang bis in die unmittelbare Nähe der Probe im Vakuum geführt. Dadurch sind Fehler durch Dichteänderungen in der Atmosphäre und Turbolenzen ausgeschlossen
  2. Dilatometer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die optische Messung der Längenänderung der Probe mit einer mechanisch gekoppelten Messung kombiniert wird. Dadurch wird es möglich, die Vorteile beider Meßprinzipien zu kombinieren: – Die relative hohe (analoge) Auflösung mit einem mechanisch gekoppelten Sensor (z.B. LVDT, < 10nm, Nachteil: Schlechte absolute Genauigkeit und Linearität, Kalibrierung notwendig) – Die hohe absolute Genauigkeit einer optischen Messung (z.T. Keine Kalibrierung notwendig, Nachteil: Relative geringe Auflösung, ca. 100nm) Es werden die Signale beider Sensoren erfaßt. Das Signal der optischen Messung wird dabei zur Kalibrierung des mechanisch gekoppelten Sensors verwendet. Dadurch ergibt sich ein Meßsignal mit der hohen Genauigkeit der optischen Messung und der hohen Auflösung der mechanisch gekoppelten Meßanordnung.
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