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Die vorliegende Offenbarung betrifft eine Schnittstelle zur Aufnahme eines elektrochirurgischen Instruments an einer Handhabungsvorrichtung sowie ein Operationssystem mit einer medizinischen Handhabungsvorrichtung und einer solchen Schnittstelle, die zwischen der Handhabungsvorrichtung und einem am Instrumentenhalter der Handhabungsvorrichtung aufgenommenen Instrument ausgebildet ist.
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Aus der
US 2021 / 0 378 773 A1 ist eine sterile Schnittstellenbaugruppe bekannt, die mit einem chirurgischen Instrument zusammenwirkt und einen Adapter, eine chirurgische Abdeckung und eine Klammer umfasst. Der Adapter weist ein Gehäuse mit einem ersten Endabschnitt und einem zweiten Endabschnitt, Eingänge beim ersten Endabschnitt des Gehäuses, Ausgänge beim zweiten Endabschnitt des Gehäuses, Verbindungsstücke, die jeden der Eingänge mit einem entsprechenden der Ausgänge koppeln, und eine Dichtung auf, die sich innerhalb des Gehäuses befindet und eine fluiddichte Verbindung herstellt. Die chirurgische Abdeckung bildet eine Hülle mit einem proximalen Endabschnitt und einem distalen Endabschnitt. Der proximale Endabschnitt ist an der Außenseite des Gehäuses des Adapters befestigt. Die Klammer verbindet den distalen Endabschnitt der chirurgischen Abdeckung mit einem Schaft.
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Aus der
US 2020 / 0 069 297 A1 ist ein Adapter zum lösbaren Verbinden eines chirurgischen Instruments mit einem Roboterarm eines robotergestützten chirurgischen Systems bekannt, wobei ein durch eine Feder vorgespanntes Eingriffselement vorgesehen ist, das die Handhabung beim Verbinden und Lösen erleichtern soll.
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Aus der
WO 2022 / 175 838 A1 ist eine medizinische Instrumentenantriebsbaugruppe bekannt, die eine Basis, zumindest einen Antriebsausgang zum Antrieb eines Instruments, eine bewegliche Plattform zum Führen des Instruments zum Antriebsausgang und einen Rastmechanismus zum Verrasten der beweglichen Plattform aufweist.
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Elektrochirurgische Instrumente sind bekannt und umfassen beispielsweise sogenannte Hochfrequenz-Instrumente (HF-Instrumente). HF-Instrumente können beispielsweise als monopolare oder als bipolare Instrumente gestaltet sein. Mit HF-Instrumenten wird hochfrequenter Wechselstrom durch den menschlichen Körper geleitet, um das dortige Gewebe zu bearbeiten. Die Instrumente als solches können unterschiedlich gestaltet sein. Beispielsweise können Instrumente als Pinzetten, Skalpelle, Saugrohre, Elektrodenträger mit unterschiedlichen Gestaltungen ausgeführt sein. HF-Instrumente können beispielsweise zur Koagulation bzw. Kauterisation ausgestaltet sein.
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Medizinische Operationssysteme mit üblicherweise als Operationsroboter gestalteten Handhabungsvorrichtungen sind ebenso grundsätzlich bekannt. Beispielsweise offenbart die
US 2016/0361129 A1 einen Operationsroboter für minimalinvasive Anwendungen. Der Operationsroboter kann über eine Konsole gesteuert werden. Eine Anwesenheit des Operateurs unmittelbar beim Patienten ist nicht notwendigerweise erforderlich. Solche Anwendungen können auch als telemedizinische Anwendungen bezeichnet werden.
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Baugruppen und Elemente eines Operationssystems, die in den Operationsbereich hineinragen können, sind grundsätzlich steril zu halten. Eine vollständige Sterilisation des Operationsroboters wäre jedoch aufgrund der Abmessungen und der Komplexität von dessen Aufbau mit einem sehr hohen Aufwand verbunden. Ein Ansatz geht daher dahin, die tatsächlich betroffenen Baugruppen und Elemente eines Operationssystem mit einem sterilen Überzug zu versehen. Auf diese Weise kann eine (funktionale und räumliche) Trennung zwischen einer unsterilen Roboterseite und einer sterilen Operationsseite bewerkstelligt werden.
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Der aus der
US 2016/0361129 A1 bekannte Operationsroboter weist mehrere gelenkige Arme auf, die jeweils an ihrem distalen Ende ein Instrument tragen können. Zur Wahrung der Sterilität im Operationsbereich ist ein Überzug vorgesehen, der über die Arme gestülpt werden kann. Auf diese Weise verringert sich der Aufwand für die notwendige Sterilisierung der Arme des Operationsroboters. Am distalen Ende der Arme ist jeweils ein Instrument aufgenommen, das als solches sterilisierbar ist. Zwischen dem Instrument und dem sterilen Überzug ist eine Tasche aus einem Kunststoffmaterial vorgesehen, die auf dem distalen Ende sitzt und eine Verbindung hin zum sterilen Überzug bewerkstelligt. Damit schützt die Tasche eine Instrumentenschnittstelle am distalen Ende des Arms.
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Es hat sich jedoch gezeigt, dass der Aufwand für die Bereitstellung einer sterilen Operationsumgebung bei elektrochirurgischen Instrumenten erhöht ist, weil dort eine zusätzliche Leitung, insbesondere eine HF-Leitung, hin zum Instrument geführt werden muss. Eine solche Leitung koppelt beispielsweise an einer Instrumentenbasis an das Instrument an. Auch für diese Leitung gilt, dass zumindest instrumentennahe Bereiche bzw. patientennahe Bereiche den Anforderungen an die Sterilität genügen müssen.
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Dies sorgt nun regelmäßig dafür, dass einerseits die Arme des Operationsroboters und zusätzlich die separate Leitung sterilisiert werden müssen und/oder mit sterilen Überzügen zu versehen sind.
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Ferner erhöht sich der Aufwand für den Wechsel eines Instruments, da einerseits eine Schnittstelle hin zum Arm des Operationsroboters und andererseits eine Schnittstelle hin zur Zusatzleitung (beispielsweise HF-Leitung) bedient werden muss.
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Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Offenbarung die Aufgabe zugrunde, eine Schnittstelle zur Aufnahme eines elektrochirurgischen Instruments an einer Handhabungsvorrichtung anzugeben, die den Aufwand für die Sterilisierung und möglichst den Rüstaufwand reduziert. Vorzugsweise soll eine fehlerarme Bedienung ermöglicht sein. Es soll eine sichere sterile Barriere zwischen einem unsterilen Bereich und einem sterilen Bereich bereitgestellt werden. Insbesondere soll der Aufwand für einen Instrumentenwechsel reduziert werden. Vorzugsweise soll die Verwendung unsteriler Zusatzleitungen (beispielsweise HF-Leitungen) ermöglicht sein.
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Ferner soll ein einschlägiges Operationssystem mit einer medizinischen Handhabungsvorrichtung angegeben werden, die eine solche Schnittstelle nutzt.
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Gemäß einem ersten Aspekt bezieht sich auf die vorliegende Offenbarung auf eine Schnittstelle zur Aufnahme eines elektrochirurgischen Instruments an einer Handhabungsvorrichtung, wobei die Schnittstelle Folgendes aufweist:
- - eine Handhabungsschnittstelle bei einem distalen Ende eines Instrumentenhalters einer Handhabungsvorrichtung,
- - zumindest eine der Handhabungsschnittstelle benachbarte Leitungsschnittstelle für eine elektrochirurgische Leitung, die in einer Aufnahme beim distalen Ende des Instrumentenhalters fixierbar ist,
wobei die Leitungsschnittstelle und die Handhabungsschnittstelle zur gemeinsamen Bewegung in einer definierten Relativposition zueinander am Instrumentenhalter angeordnet sind,
- - ein sterilisierbares Adapterstück, das auf das distale Ende des Instrumentenhalters aufsteckbar ist und zur Aufnahme eines Überzugs ausgebildet ist, der sich nach proximal erstreckt und den Instrumentenhalter und die elektrochirurgische Leitung zumindest abschnittsweise umhüllt,
wobei das sterilisierbare Adapterstück eine erste Adapterschnittstelle, die mit der Handhabungsschnittstelle koppelbar ist, und eine zweite Adapterschnittstelle, die mit der Leitungsschnittstelle koppelbar ist, bereitstellt, und
wobei das sterilisierbare Adapterstück die Leitungsschnittstelle nach distal zumindest keimundurchlässig abschließt.
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Die Aufgabe der Erfindung wird auf diese Weise gelöst.
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Erfindungsgemäß erlaubt nämlich das Adapterstück eine simultane Verbindung zwischen dem Instrument und der Handhabungsvorrichtung über die Handhabungsschnittstelle und über die Leitungsschnittstelle. Das Instrument muss lediglich mit seiner Basis entsprechend ausgerichtet und mit dem Adapterstück gekoppelt werden.
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Mit anderen Worten imitiert das Adapterstück an der dem Instrument zugewandten Seite (distale Seite des Adapterstücks) den Instrumentenhalter (und den HF-Anschluss) und an der dem Instrumentenhalter zugewandten Seite (proximalen Seite des Adapterstück) das Instrument, zumindest in beispielhaften Ausgestaltungen.
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Im Rahmen der vorliegenden Offenbarung bezieht sich der Begriff „distal“ auf solche Elemente, Abschnitte und Bereiche, die dem Patienten zugewandt und/oder patientennah angeordnet sind, bzw. die von einer Basis des Operationssystems entfernt und/oder abgewandt sind. Im Rahmen der vorliegenden Offenbarung bezieht sich der Begriff „proximal“ auf solche Elemente, Abschnitte und Bereiche, die vom Patienten abgewandt und/oder patientenfern angeordnet sind, bzw. die näher an einer Basis des Operationssystems angeordnet sind als ein entsprechendes „distales“ Element.
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Ferner ermöglicht das sterilisierbare Adapterstück eine sterile Abdeckung sowohl für die Handhabungsvorrichtung, zumindest im Bereich von deren Instrumentenhalter, als auch für die elektrochirurgische Leitung. Dies wird durch einen Überzug ermöglicht, der sich ausgehend vom montierten Adapterstück nach proximal erstreckt bzw. nach proximal entfaltet/ausgerollt werden kann. Auf diese Weise muss die elektrochirurgische Leitung nicht aufwendig sterilisiert werden. Stattdessen wird ein und derselbe Überzug genutzt, um sowohl den Instrumentenhalter (beispielsweise an einem distalen Armabschnitt eines Operationsroboters) als auch die elektrochirurgische Leitung von dem sterilen Raum, in dem ein geplanter Eingriff stattfindet, vom sterilen Raum zu separieren.
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Die Leitungsschnittstelle wird vom sterilisierbaren Adapterstück nach distal zumindest keimundurchlässig abgedichtet. Der Begriff „keimundurchlässig“ ist in der Medizintechnik gebräuchlich und wird beispielsweise für Tücher, Abdeckungen, Drapes und dergleichen für chirurgische Anwendungen verwendet. In einer beispielhaften Ausgestaltung schließt das sterilisierbare Adapterstück die Leitungsschnittstelle nach distal hermetisch ab
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Die im Rahmen der vorliegenden Offenbarung beschriebene Schnittstelle kann grundsätzlich auch als Schnittstellenbaugruppe bezeichnet. Die Schnittstelle kann eine mechanische Kopplung zwischen dem Instrumentenhalter und dem Instrument bewerkstelligen. Über die Handhabungsschnittstelle werden üblicherweise Bewegungsfreiheitsgrade des Instruments gesteuert. Demgemäß weist das Adapterstück in einer beispielhaften Ausgestaltung in der ersten Adapterschnittstelle eine oder mehrere Öffnungen auf, durch die Betätigungselemente der hindurchgreifen können.
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Der Instrumentenhalter ist üblicherweise an einem letzten (distalen) Armabschnitt der Handhabungsvorrichtung, insbesondere eines Operationsroboters, ausgebildet. Der Instrumentenhalter kann an der Handhabungsvorrichtung verbleiben, wenn ein Instrument gewechselt wird. Der Instrumentenhalter muss nicht notwendigerweise umfangreich aktiv sterilisiert werden. Stattdessen kann eine sterile Abschirmung über den Überzug erfolgen, der sich ausgehend vom Adapterstück nach proximal über den Instrumentenhalter und die elektrochirurgische Leitung erstreckt.
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Die Vorbereitung des Operationssystems kann sich vereinfachen, weil einerseits der Koppelvorgang zwischen Instrumentenhalter und Instrument vereinfacht wird. Ferner kann das Adapterstück selbst vom Instrumentenhalter entfernt werden. Auf diese Weise kann das Adapterstück (gegebenenfalls mitsamt dem Überzug) gereinigt und sterilisiert werden. Es ist auch vorstellbar, das Adapterstück mitsamt dem Überzug als Wegwerfteil zu gestalten, so dass ein gebrauchtes Adapterstück durch ein neues Adapterstück ersetzt wird.
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Die Bezeichnung „sterilisierbares Adapterstück“ bezieht sich auf solche Adapterstücke, die vor und oder nach dem Gebrauch sterilisierbar sind, aber auch auf solche Adapterstücke (etwa Einweg-Adapterstück), die im Rahmen der ursprünglichen Fertigung sterilisiert wurden.
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Gemäß einer beispielhaften Ausgestaltung ist die Aufnahme für die Leitungsschnittstelle der Handhabungsschnittstelle benachbart, wobei das distale Ende des Instrumentenhalters ein Haltestück aufweist, das die Handhabungsschnittstelle und die Aufnahme für die elektrochirurgische Leitung relativ zueinander fixiert.
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Die Handhabungsschnittstelle und die Leitungsschnittstelle können an ein und demselben Haltestück angeordnet sein. Dies erlaubt eine Ankopplung beider Schnittstellen (Handhabungsschnittstelle und Leitungsschnittstelle) durch eine einzige Bewegung. Dies ist vorteilhaft gegenüber Gestaltungen, bei denen sowohl die Handhabungsschnittstelle als auch die Leitungsschnittstelle (aus Sicht eines Instruments) jeweils separat über entsprechende Gegenstücke kontaktiert und angekoppelt werden müssen.
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Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung ist die Aufnahme am Haltestück ausgebildet, wobei die Aufnahme zur Aufnahme eines Montagestücks dient, in das die elektrochirurgische Leitung mündet, und wobei das Montagestück insbesondere zumindest einen Abschnitt der Leitungsschnittstelle beherbergt.
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Am distalen Ende der elektrochirurgischen Leitung kann also ein Montagestück vorgesehen sein, mit dem sich die Leitung am Haltestück befestigen lässt. Üblicherweise sind elektrochirurgische Leitungen bei der Verwendung an medizinischen Handhabungsvorrichtungen zur Bewegungsmitnahme durch die jeweilige Handhabungsvorrichtung ausgebildet, beispielsweise durch ein Verrasten (Anklipsen) der Leitung an beweglichen Gliedern der Handhabungsvorrichtung.
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Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung ist das Montagestück schräg oder quer zu einer Längsachse der Handhabungsschnittstelle in die Aufnahme einrückbar, wobei das Montagestück insbesondere zumindest abschnittsweise formschlüssig an der Aufnahme aufnehmbar ist. Die Längsachse ist beispielsweise senkrecht zu einer Ebene ausgerichtet, in der sich der Instrumentenhalter und das Adapterstück bzw. der Instrumentenhalter und das Instrument (mittelbar oder unmittelbar) kontaktieren. Die Fügebewegung oder Einrückbewegung ist beispielsweise senkrecht zur Längsachse. Beispielhaft erstreckt sich die Längsachse durch ein Zentrum der Handhabungsschnittstelle. Beispielhaft ist die Längsachse parallel zur Längserstreckung eines (distalen) Armabschnitts der Handhabungsvorrichtung orientiert, der den Instrumentenhalter trägt oder ausbildet. In einer beispielhaften Ausgestaltung ist die Längsachse parallel zu einer Längserstreckung eines Schafts des Instruments orientiert.
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Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung ist das Montagestück als Tülle gestaltet, wobei das Montagestück eine Nut zur Lagefixierung in der Aufnahme aufweist. Beispielhaft ist das Montagestück als U-förmige Tülle gestaltet, durch die sich die Leitung erstreckt. Die Tülle kann seitlich in die Aufnahme einrücken. Wenn die Tülle mit einer Nut versehen ist, kann die Nut mit einer korrespondierenden Erhebung in der Aufnahme gekoppelt werden, so dass eine formschlüssige axiale Lagesicherung gegeben ist.
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Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung umfasst das Haltestück eine Halteplatte oder bildet diese aus, wobei die Halteplatte die Aufnahme ausbildet, und wobei die Aufnahme insbesondere seitlich versetzt zu einem Armabschnitt der Handhabungsvorrichtung ist, der den Instrumentenhalter trägt. Auf diese Weise stellt der Instrumentenhalter eine Stirn bereit, in der die Handhabungsschnittstelle und die Leitungsschnittstelle angeordnet und für das Adapterstück kontaktierbar sind.
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Die Leitungsschnittstelle ist insbesondere außerhalb des Armabschnitts der Handhabungsvorrichtung angeordnet, der den Instrumentenhalter trägt. Somit ist weder die Leitungsschnittstelle noch die elektrochirurgische Leitung ein integraler Bestandteil der Handhabungsvorrichtung, der innerhalb eines Arms der Handhabungsvorrichtung angeordnet ist.
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Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung ist die elektrochirurgische Leitung zumindest abschnittsweise an der Handhabungsvorrichtung befestigt, insbesondere an zumindest einem Armabschnitt der Handhabungsvorrichtung. Dies kann durch Rastelemente (Clips) gewährleistet werden. Auf diese Weise kann die elektrochirurgische Leitung Bewegungen des Arms der Handhabungsvorrichtung nachvollziehen. Das Instrument kann mit elektrochirurgischen Signalen versorgt werden, auch wenn die Handhabungsvorrichtung das Instrument bewegt.
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Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung ist das Adapterstück auf eine Stirn des Instrumentenhalters aufsteckbar, wobei das Adapterstück im aufgesteckten Zustand die Leitungsschnittstelle der elektrochirurgischen Leitung in der Aufnahme fixiert, insbesondere verliersicher fixiert. Mit anderen Worten kann das Adapterstück gemäß dieser Ausgestaltung eine Lagesicherung für das Montagestück der Leitung bereitstellen. Wenn das Adapterstück montiert ist, kann das Montagestück der Leitung nicht aus der Aufnahme entfernt werden.
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Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung sichert das Adapterstück die elektrochirurgische Leitung formschlüssig in der Aufnahme. Dies erfolgt beispielsweise durch einen seitlichen Rand des Adapterstücks, der das Haltestück und die Aufnahme mit dem darin angeordneten Montagestück zumindest abschnittsweise umgibt. Das Montagestück der Leitung ist gegen seitliches Ausrücken gesichert. Damit ist die Relativposition zwischen der Handhabungsschnittstelle und der Leitungsschnittstelle fest definiert.
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Zusätzlich kann das Adapterstück mit einem Stecker in die Leitungsschnittstelle eingreifen, so dass auch auf diese Weise eine formschlüssige Lagesicherung unterstützt wird. Wenn das Adapterstück montiert ist, kann das Montagestück der Leitung nicht entfernt werden.
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Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung stellt die zweite Adapterschnittstelle des Adapterstücks einen seitlichen Versatz zur Leitungsschnittstelle bereit, wobei die zweite Adapterschnittstelle insbesondere eine Buchse umfasst, in die ein instrumentenseitiger Zapfen zur Übertragung eines elektrochirurgischen Signals einrückbar ist. Anders gesagt erstreckt sich also die Leitung nicht ausschließlich axial (parallel zur Längsachse) durch das Adapterstück hindurch.
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Durch den seitlichen Versatz zwischen der Leitungsschnittstelle und der zweiten Adapterschnittstelle ergibt sich ein geringer Bauraumbedarf in der axialen Richtung (parallel zur Längsachse). Anders gesagt kann das Adapterstück besonders dünn gestaltet werden, auch wenn die Kontaktierung der elektrochirurgischen Leitung eigentlich einen größeren axialen Bauraum erforderlich macht.
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Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung ist das Adapterstück aus einem elektrisch isolierenden Material, insbesondere aus Kunststoffmaterial, gebildet, wobei das Adapterstück einen Grundkörper sowie bei der zweiten Adapterschnittstelle einen eingebetteten Leiter aufweist, der einen ersten Kontaktabschnitt zur proximalen Kontaktierung und einen zweiten Kontaktabschnitt zur distalen Kontaktierung miteinander verbindet, und wobei der eingebettete Leiter zwischen dem ersten Kontaktabschnitt und dem zweiten Kontaktabschnitt zumindest abschnittsweise vollständig vom elektrisch isolierenden Material umschlossen ist. Auf diese Weise kann der seitliche Versatz zwischen der Leitungsschnittstelle und der zweiten Adapterschnittstelle bewerkstelligt werden.
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Beispielhaft ist das Adapterstück insgesamt scheibenförmig oder plattenförmig gestaltet. Die Abmessungen in der axialen Richtung (parallel zur Längsachse) sind nicht übermäßig groß. Der eingebettete Leiter kann auch als Metallbrücke zwischen der Leitungsschnittstelle und der zweiten Adapterschnittstelle bezeichnet werden.
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In einer beispielhaften Ausgestaltung erstrecken sich sowohl der erste Kontaktabschnitt zur proximalen Kontaktierung (durch die elektrochirurgische Leitung) als auch der zweite Kontaktabschnitt zur distalen Kontaktierung (durch das Instrument) ausgehend von einer Basisebene des Adapterstücks nach proximal. Dies verringert den axialen Bauraumbedarf.
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Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung ist jeweils einer des ersten Kontaktabschnitts und des zweiten Kontaktabschnitts als Stecker und ein anderer als Buchse gestaltet, wobei sich der erste Kontaktabschnitt und der zweite Kontaktabschnitt vorzugsweise relativ zu einer Basisebene des Adapterstücks in dieselbe Richtung erstrecken. Beispielhaft erstrecken sich der erste Kontaktabschnitt und der zweite Kontaktabschnitt nach proximal. Wenn ein Kontaktabschnitt als Stecker und ein anderer Kontaktabschnitt als Buchse gestaltet ist, kann das Adapterstück wiederum aus Sicht des Instruments den Instrumentenhalter und aus Sicht des Instrumentenhalters das Instrument imitieren.
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Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung ist der erste Kontaktabschnitt ausschließlich an einer proximalen Seite des Adapterstücks zugänglich, wobei der zweite Kontaktabschnitt ausschließlich an einer distalen Seite des Adapterstücks zugänglich ist. Auf diese Weise kann eine sterile Abschirmung zwischen der distalen Seite (steriler Raum für die Operation) und der proximalen Seite (unsteriler Raum) gewährleistet werden.
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Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung weist die Schnittstelle eine erste Leitungsschnittstelle für eine erste elektrochirurgische Leitung und eine zweite Leitungsschnittstelle für eine zweite elektrochirurgische Leitung auf, insbesondere zur Versorgung eines bipolaren elektrochirurgischen Instruments.
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Mit anderen Worten kann die Schnittstelle monopolare elektrochirurgische Instrumente versorgen, wenn zumindest eine erste Leitungsschnittstelle vorgesehen ist. Im Falle bipolarer elektrochirurgische Instrumente weist die Schnittstelle zumindest zwei Leitungsschnittstellen auf, so dass beide Elektroden versorgt werden können. Jede der beiden Leitungsschnittstellen kann gemäß zumindest einer der hierin beschriebenen Ausführungsformen gestaltet sein. Elemente der Schnittstelle (Schnittstellenbaugruppe), die sich auf die Übertragung des elektrochirurgischen Signals beziehen, sind doppelt vorhanden, um zwei elektrochirurgische Leitungen anzuschließen.
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Gemäß einem weiteren Aspekt bezieht sich die vorliegende Offenbarung auf ein Operationssystem mit einer medizinischen Handhabungsvorrichtung und zumindest einer Schnittstelle gemäß zumindest einer der hierin beschriebenen Ausgestaltungen, die zwischen der Handhabungsvorrichtung und einem am Instrumentenhalter der Handhabungsvorrichtung aufgenommenen Instrument ausgebildet ist, wobei das Instrument eine Basis mit einer ersten Instrumentenschnittstelle und einer zweiten Instrumentenschnittstelle aufweist, wobei die erste Instrumentenschnittstelle über die Schnittstelle mit der Handhabungsschnittstelle gekoppelt ist, und wobei die zweite Instrumentenschnittstelle über die Schnittstelle mit der Leitungsschnittstelle gekoppelt ist.
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Auf diese Weise kann das Instrument über die Schnittstelle einfach angekoppelt und abgekoppelt werden. Sowohl die Handhabungsschnittstelle als auch die Leitungsschnittstelle können mit nur einem Koppelvorgang kontaktiert werden. Ferner vereinfacht sich die Bereitstellung des erforderlichen sterilen Raums für geplante Operationen. Das Adapterstück kann einen sterilen Überzug tragen oder aufnehmen, der sich ausgehend vom Adapterstück nach distal erstreckt und den Instrumentenhalter und zumindest einen Abschnitt der elektrochirurgischen Leitung abdeckt.
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Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Offenbarung zu verlassen.
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Weitere Merkmale und Vorteile der Offenbarung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und Erläuterung mehrerer beispielhafter Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen. Es zeigen:
- 1: eine perspektivische vereinfachte Darstellung eines Operationssystems;
- 2: eine Detailansicht des Operationssystems gemäß 1 zur Veranschaulichung einer Handhabungsvorrichtung;
- 3: eine perspektivische Ansicht eines Instruments, das zur Aufnahme an einer Handhabungsvorrichtung ausgebildet ist, mit einer Orientierung von proximal nach distal;
- 4: eine perspektivische Teilansicht eines distalen Endbereichs der Handhabungsvorrichtung gemäß 1 und 2 mit einem Instrumentenhalter;
- 5: eine perspektivische Teilansicht eines distalen Endbereichs einer elektrochirurgischen Leitung mit einem Montagestück;
- 6: eine perspektivische Ansicht eines Adapterstücks, das zwischen einem Instrumentenhalter und einem Instrument positionierbar ist;
- 7: eine perspektivische Schnittansicht eines Instrumentenhalters, der mit einem Adapterstück versehen ist;
- 8: eine perspektivische, teilweise explodierte Ansicht einer Schnittstelle zwischen einer Handhabungsvorrichtung und einem Instrument, wobei das Instrument aus Veranschaulichungsgründen von der Handhabungsvorrichtung beabstandet ist; und
- 9 eine an 8 angelehnte perspektivische, teilweise explodierte Ansicht einer Schnittstelle zwischen einer Handhabungsvorrichtung und einem Instrument, das als bipolares Instrument gestaltet ist.
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1 zeigt anhand einer perspektivischen Ansicht ein insgesamt mit 10 bezeichnetes Operationssystem. 2 zeigt eine Detailansicht der Anordnung gemäß 1. Das Operationssystem 10 ist in 1 und 2 nicht mit einem Instrument bestückt.
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Das Operationssystem 10 wird zur Behandlung eines Patienten 12 genutzt, der Patient 12 ist in 1 schematisch anhand eines Torsos dargestellt. Zur Aufnahme des Patienten 12 ist eine Patientenauflage 14 vorgesehen. Das Operationssystem 10 umfasst eine Handhabungsvorrichtung 18, die beispielhaft als Operationsroboter 20 ausgestaltet ist. In der beispielhaften Gestaltung gemäß 1 sitzt die Handhabungsvorrichtung 18 auf einem fahrbaren Wagen 22. Dies ist jedoch nicht einschränkend zu verstehen.
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Die Handhabungsvorrichtung 18 umfasst zumindest einen auslenkbaren Arm 24, der auch als Gelenkarm bezeichnet werden kann. Der Arm 24 sitzt auf gelenkig einer Basis 26 und umfasst eine Mehrzahl seriell angeordneter Abschnitte 28, 30, 32, 34, 36, die auch als Armabschnitte bezeichnet werden können. Die Armabschnitte 28, 30, 32, 34, 36 sind gelenkig miteinander verbunden. Der Armabschnitt 28 ist der Basis 26 zugewandt und kann daher als proximaler Armabschnitt bezeichnet werden. Der Armabschnitt 36 ist in der klimatischen Kette des Arms 24 maximal von der Basis 26 beabstandet und kann daher als distaler Armabschnitt bezeichnet werden. Der Arm 24 ist motorisch steuerbar. Hierfür wird üblicherweise eine Konsole genutzt, die in den 1 und 2 nicht dargestellt ist. Auf diese Weise muss sich eine Bedienperson nicht unmittelbar beim Patienten 12 befinden, um eine Operation oder einen sonstigen Eingriff (allgemein: eine Behandlung) am oder im Körper des Patienten 12 durchzuführen. Das Operationssystem 10 eignet sich beispielhaft für minimalinvasive Behandlungen, die zumindest teilweise innerhalb des Körpers des Patienten 12 stattfinden.
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Beim distalen Armabschnitt 36 ist eine Schnittstelle 40 zur Aufnahme eines Instruments (vergleiche des Instrument 60 in 3) vorgesehen. Die Schnittstelle 40 umfasst einen Instrumentenhalter 42, der am distalen Ende des (distalen) Armabschnitts 36 angeordnet ist. Das Operationssystem 10 ist für elektrochirurgische Behandlungen geeignet. Zu diesem Zweck ist im Ausführungsbeispiel ein Generator 48 vorgesehen, der ein elektrochirurgisches Signal bereitstellt. Beispielhaft handelt es sich bei dem Generator 48 um einen Hochfrequenz-Generator (HF-Generator). Der Generator 48 ist über zumindest eine elektrochirurgische Leitung 50 mit dem Instrumentenhalter 42 verbunden, um dort einem Instrument das elektrochirurgische Signal bereitzustellen. Im Ausführungsbeispiel gemäß den 1 und 2 erstreckt sich die Leitung 50 entlang des Arms 24 hin zum (distalen) Armabschnitt 36.
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Die Leitung 50 ist über eine Mehrzahl von Rastelementen 52 an zumindest einigen der Armabschnitte 28, 30, 32, 34, 36 befestigt. Die Leitung 50 ist entlang zumindest einiger der Armabschnitte 28, 30, 32, 34, 36 verlegt, aber außerhalb der Armabschnitte 28, 30, 32, 34, 36. Die Leitung 50 ist im Ausführungsbeispiel parallel zum Arm 24 verlegt. Die Leitung 50 mündet in den Instrumentenhalter 42, um dort an ein Instrument angekoppelt zu werden. 2 veranschaulicht ergänzend eine Längsachse 54, die sich durch die Schnittstelle 40 hindurch erstreckt. Im Ausführungsbeispiel ist die Längsachse 54 parallel zur Längserstreckung des (distalen) Armabschnitts 36 orientiert. Die Leitung 50 ist außerhalb des Armabschnitts 36 und versetzt zur Längsachse 54 angeordnet.
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3 veranschaulicht anhand einer perspektivischen Ansicht eine Ausgestaltung eines Instruments 60, das sich zur Verwendung bei der Handhabungsvorrichtung 18 im Operationssystem 10 gemäß den 1 und 2 eignet. Das Instrument 60 ist im Ausführungsbeispiel ein sogenanntes HF-Instrument oder allgemein als elektrochirurgisches Instrument gestaltet. Das Instrument 60 umfasst eine Basis 62, die zur Kopplung mit dem Instrumentenhalter 42 über die Schnittstelle 40 ausgebildet ist. Die Basis 62 trägt einen Schaft 64, der an seinem distalen Ende einen Endeffektor 66 trägt. Bei dem Endeffektor 66 handelt es sich beispielhaft um eine chirurgische Zange, Pinzette, Schere oder dergleichen. Im Ausführungsbeispiel weist der Endeffektor 66 zwei Maulteile (Branchen) auf. Dies ist nicht einschränkend zu verstehen.
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Die Basis 62 definiert ein proximales Ende des Instrument 60, das mit dem distalen Ende des Arms 24 der Handhabungsvorrichtung 18 koppelbar ist. Der Endeffektor 66 sitzt am distalen Ende des Instruments 60 bzw. der Handhabungsvorrichtung 18 (wenn das Instrument 60 montiert ist). Im Ausführungsbeispiel weist die Basis 62 eine Stirn 68 auf, die zur (zumindest mittelbaren) Ankopplung an den Instrumentenhalter 42 dient.
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Das Instrument 60 weist an der Basis 62 eine erste Instrumentenschnittstelle 70 und eine zweite Instrumentenschnittstelle 72 auf. Die erste Instrumentenschnittstelle 70 dient im Ausführungsbeispiel insbesondere zur Steuerung verschiedener Bewegungsfreiheitsgrade des Instruments 60. Mit anderen Worten können entlang der ersten Instrumentenschnittstelle 70 Steuerelemente geführt werden, beispielsweise Zugdrähte und dergleichen. Es versteht sich, dass entlang der ersten Instrumentenschnittstelle 70 auch Versorgungsleitungen, Signalleitungen und Ähnliches geführt sein können, sofern das Instrument 60 entsprechende Komponenten (Antriebe, Sensoren und Ähnliches) umfasst.
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Die zweite Instrumentenschnittstelle 72 dient zur Bereitstellung eines elektrochirurgischen Signals, das über die Leitung 50 hin zum Instrument 60 geleitet wird. Im Ausführungsbeispiel umfasst die zweite Instrumentenschnittstelle 72 einen instrumentenseitigen Zapfen 74, der sich nach proximal erstreckt und zur Kontaktierung und Übertragung des elektrochirurgischen Signals dient.
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4 zeigt eine vergrößerte Darstellung von Komponenten der Schnittstelle 40, vergleiche auch 1 und 2. Die Schnittstelle 40 ist bei einem distalen Ende 76 des Instrumentenhalters 42 bzw. des Armabschnitts 36 ausgebildet. Im montierten Zustand des Instruments 60 ist die Stirn 68 (3) der Instruments 60 einer Stirn 78 (vergleiche 4) zugewandt.
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Die Schnittstelle 40 umfasst eine Handhabungsschnittstelle 80 und eine Leitungsschnittstelle 82. Die Handhabungsschnittstelle 80 ist (mittelbar) mit der ersten Instrumentenschnittstelle 70 des Instruments 60 koppelbar. Leitungsschnittstelle 82 ist (mittelbar) mit der zweiten Instrumentenschnittstelle 72 des Instruments 60 koppelbar. Im montierten Zustand sind die Handhabungsschnittstelle 80 und die erste Instrumentenschnittstelle 70 einander zugewandt. Im montierten Zustand sind die Leitungsschnittstelle 82 und die zweite Instrumentenschnittstelle 72 einander zugewandt.
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Im Ausführungsbeispiel gemäß 4 umfasst der Instrumentenhalter 42 ein Haltestück 86, das einen Träger 88 umfasst, der hier als Trägerplatte gestaltet ist. Im Träger 88 ist eine Aufnahme 90 ausgebildet, die zur Aufnahme eines Montagestücks 92 dient, das Bestandteil der Leitungsschnittstelle 82 ist. Die elektrochirurgische Leitung 50 mündet beim Instrumentenhalter 42 in das Montagestück 92. Zur besseren Ankopplung bzw. zur Vermeidung eines Kabelbruchs dient ein sich vom Montagestück 92 nach proximal erstreckender Rohrabschnitt 94, in den die Leitung 50 eingeführt wird. In 4 veranschaulicht ein mit 96 bezeichneter Pfeil eine Montagerichtung für das Montagestück 92 zur Aufnahme in der Aufnahme 90 des Haltestücks 86. Die Montagerichtung 96 ist etwa senkrecht zur Längsachse 54 orientiert, die in 4 zentral durch den Armabschnitt 36 sowie die Handhabungsschnittstelle 80 verläuft.
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5 zeigt ergänzend zu 4 eine isolierte Ansicht der Leitungsschnittstelle 82 mit dem Montagestück 92 am distalen Ende der Leitung 50. Das Montagestück 92 ist im Ausführungsbeispiel als etwa U-förmige Tülle 98 gestaltet, die seitlich in die Aufnahme 90 im Haltestück 86 einrücken kann. Das Montagestück 92 weist eine umlaufende Nut 102 auf, die mit einem entsprechenden Gegenstück (Vorsprung) beim Haltestück 86 koppelbar ist, vergleiche hierzu 7. Im Ausführungsbeispiel erstreckt sich die Nut 102 entlang der Flanken des „U“. Auf diese Weise kann das Montagestück 92 in seiner axialen Position (bezogen auf die Längsachse 54) am Haltestück 86 gesichert werden. Am distalen Ende des Montagestücks 92 ist eine Buchse 104 ausgebildet. Die Buchse 104 bildet (signaltechnisch) das distale Ende der Leitungsschnittstelle 50.
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Die Schnittstelle 40 bewerkstelligt eine mittelbare Kopplung zwischen dem Instrument 60 und dem Instrumentenhalter 42. Mit Bezugnahme auf die 6-8 wird ein Adapterstück 110 veranschaulicht, das zwischen dem Instrumentenhalter 42 und dem Instrument 60 angeordnet ist, um beide miteinander zu koppeln.
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Das Adapterstück 110 weist einen Grundkörper 112 auf, der beispielhaft (aber nicht notwendigerweise) aus einem Kunststoffmaterial gebildet ist. Der Grundkörper 112 weist eine Ausnehmung 114 auf, die im montierten Zustand (vergleiche 7) dem Instrumentenhalter 42 bzw. dem Haltestück 86 des Instrumentenhalters 42 zugewandt ist. Die Stirn 78 des Haltestücks 86 kann in die Ausnehmung 114 einrücken und dort den Grundkörper 112 kontaktieren. Der Grundkörper 112 bildet ferner einen Rand 116 aus, der sich zumindest abschnittsweise um die Ausnehmung 114 erstreckt. Im montierten Zustand gemäß 7 umschließt der Rand 116 das Haltestück 86 mitsamt dem Montagestück 92 der Leitungsschnittstelle 82, das in die Aufnahme 90 eingerückt ist, seitlich, vergleiche hierzu ergänzend 4 (Darstellung ohne Adapterstück 110).
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In 7 sind Bestandteile des Instrumentenhalters 42 mit dem Haltestück 86 und des Montagestücks 92 mit dem Rohrabschnitt 94 schraffiert gezeigt, wobei die jeweilige Schraffur die Innenkontur vollständig ausfüllt. Mit anderen Worten sind innere Strukturen des Instrumentenhalters 42 und des Montagestücks 92 mit dem Rohrabschnitt 94 aus Veranschaulichungsgründen nicht detailliert dargestellt. Dies gilt beispielweise für einen inneren Leiter im Rohrabschnitt 94, der im Montagestück 92 beispielsweise eine Buchse ausbildet. Ähnliches gilt für Steuerelemente und dergleichen, die am Haltestück 86 des Instrumentenhalters 42 an der Handhabungsschnittstelle 80 bereitgestellt werden.
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Auf diese Weise ist die Position des Montagestücks 92 sowie der Leitungsschnittstelle 82 am Instrumentenhalter 42 fixiert. Insbesondere ist die Relativposition zwischen der Handhabungsschnittstelle 80 und der Leitungsschnittstelle 82 auf diese Weise definiert und festgelegt. Mit anderen Worten genügt zumindest in beispielhaften Ausgestaltungen ein einziger Montageschritt, um das Instrument 60 über das Adapterstück 110 mit dem Instrumentenhalter 42 zu fügen. Das Adapterstück 110 weist eine Basisebene 118 (vergleiche 7) auf, an die das Instrument 60 mit seiner Basis 62 ankoppeln kann.
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Das Adapterstück 110 umfasst eine erste Adapterschnittstelle 120 und eine zweite Adapterschnittstelle 122. Die erste Adapterschnittstelle 120 ist im Ausführungsbeispiel in der Ausnehmung 114 angeordnet. Die erste Adapterschnittstelle 120 ist dazu ausgebildet, nach proximal mit der Handhabungsschnittstelle 80 sowie nach distal mit der ersten Instrumentenschnittstelle 70 gekoppelt zu werden. Die zweite Adapterschnittstelle 122 ist dazu ausgebildet, nach proximal mit der Leitungsschnittstelle 82 sowie nach distal mit der zweiten Instrumentenschnittstelle 72 gekoppelt zu werden. Mit anderen Worten kann also das Adapterstück 110 aus Sicht des Instruments 60 den Instrumentenhalter 42 und aus Sicht des Instrumentenhalters 42 das Instrument 60 imitieren, zumindest in beispielhaften Ausgestaltungen.
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Im Ausführungsbeispiel weist die erste Adapterschnittstelle 120 eine oder mehrere Öffnungen 124 auf, durch die sich Steuerelemente erstrecken können. Im Ausführungsbeispiel weist die zweite Adapterschnittstelle 122 innerhalb der Ausnehmung 114 einen nach proximal vorstehenden Stecker 128 sowie in einem Seitenteil 126 seitlich neben der Ausnehmung 114 einen nach proximal vorstehenden Mantel 130 auf. Der Stecker 128 ist leitfähig und mit der Buchse 104 (vergleiche 5) koppelbar. Der Mantel 130 ist nicht leitfähig und insbesondere aus dem gleichen Material, aus dem auch der Grundkörper 112 (zumindest im Wesentlichen) gefertigt ist. Sowohl der Stecker 128 als auch der Mantel 130 erstrecken sich nach proximal. Dies wird auch anhand der Schnittansicht gemäß 7 deutlich.
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Das Adapterstück 110 dient als Träger für einen Überzug 134, der sich ausgehend vom Adapterstück 110 nach proximal erstrecken kann, vergleiche auch 8. Der Überzug 134 ist als steriler Überzug gestaltet und sorgt für eine sterile Abdeckung des Instrumentenhalters 42 und zumindest eines distalen Abschnitts des Arms 24 der Handhabungsvorrichtung 18. Im Ausführungsbeispiel schließt sich der Überzug 134 an einen umlaufenden Rand 136 des Adapterstück 110 an. Bestandteile der Handhabungsvorrichtung 18, die vom Adapterstück 110 bzw. vom Überzug 134 bedeckt sind, müssen nicht aufwendig sterilisiert werden. Der Überzug 134 erstreckt sich ferner über die Leitungsschnittstelle 82 bzw. zumindest abschnittsweise über die Leitung 50. Daher reduziert sich auch hier der Aufwand für die Schaffung steriler Bedingungen.
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Das Adapterstück 110 koppelt mit der Ausnehmung 114 bzw. dem Rand 116 an das Haltestück 86 des Instrumentenhalters 42 an. Dies umfasst eine Kopplung der ersten Adapterschnittstelle 120 (6) mit der Handhabungsschnittstelle 80 (4) und eine Kopplung der zweiten Adapterschnittstelle 122 (6) mit der Leitungsschnittstelle 82 (4). Die zumindest eine Öffnung 124 der ersten Adapterschnittstelle 120 erlaubt die Ankopplung von Steuerelementen und dergleichen.
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Bei der zweiten Adapterschnittstelle 122 rückt der Stecker 128 in die Buchse 104 im Montagestück 92 der der Leitungsschnittstelle 82 ein. Innerhalb des Adapterstücks 110 ist ein eingebetteter Leiter 138 angeordnet, der in den Grundkörper 112 eingebettet ist. Der Leiter 138 erstreckt sich zwischen dem Stecker 128 und dem Mantel 130. Der eingebettete Leiter 138 verbindet einen ersten Kontaktabschnitt 140 beim Stecker 128 sowie einen zweiten Kontaktabschnitt 142, der im Ausführungsbeispiel als vom Mantel 130 nach proximal isolierte Buchse 146 gestaltet ist. Die Buchse 146 ist aus der distalen Richtung für den Zapfen 72 des Instruments 60 kontaktierbar, vergleiche auch 8. Der erste Kontaktabschnitt 140 und der zweite Kontaktabschnitt 142 erstrecken sich relativ zur Basisebene 118 des Adapterstücks 110 nach proximal.
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Der eingebettete Leiter 138 sorgt für einen seitlichen Versatz zwischen dem ersten Kontaktabschnitt 140 und dem zweiten Kontaktabschnitt 142. Auf diese Weise können sich beide Kontaktabschnitte 140, 142 im Wesentlichen nach proximal erstrecken und dort Bauraum beanspruchen. Dies hat den Vorteil, dass insgesamt der axiale Bauraum, den das Adapterstück 110 zwischen dem Instrumentenhalter 42 und dem Instrument 60 beansprucht, minimiert ist. Der zweite Kontaktabschnitt 142 ist im Seitenteil 126 des Grundkörper 112 des Adapterstücks 110 angeordnet. Daher kann sich der Mantel 130 nach proximal erstrecken, ohne mit der Leitung 50 und/oder dem distalen Armabschnitt 36 bzw. dem Instrumentenhalter 42 zu kollidieren.
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8 veranschaulicht, dass das Instrument 60 im Ausführungsbeispiel mit nur einer Fügebewegung (vergleiche einen mit 150 bezeichneten Pfeil) über das Adapterstück 110 mit der Handhabungsvorrichtung 18 koppelbar ist. Dies umfasst eine Ankopplung an die erste Adapterschnittstelle 120 sowie die zweite Adapterschnittstelle 122. Die Adapterschnittstellen 120 und 122 sind relativ zueinander fix positioniert und können gemeinsam angekoppelt werden.
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Das Ausführungsbeispiel gemäß 9 beruht auf den Ausgestaltungen gemäß den 1-8. Abweichend hiervon weist das Instrument 60 in 9 zwei Zapfen 72, 272 auf, die mit zwei elektrochirurgischen Leitungen 50, 250 koppelbar sind. Mit anderen Worten ist das Instrument 60 in 9 als bipolares Instrument gestaltet. Bei einer solchen Gestaltung stellt die Schnittstelle 40 eine erste Leitungsschnittstelle 82 und eine zweite Leitungsschnittstelle 282 bereit, wobei auch das Adapterstück 110 entsprechend gestaltet ist. Mit anderen Worten würde das Adapterstück 110 demgemäß zwei „zweite“ Adapterschnittstellen aufweisen, die in zwei Buchsen 146, 346 münden. Hinsichtlich der Detailgestaltung wird auf die vorstehenden Ausführungen zu einer monopolaren Gestaltung verwiesen. Somit eignet sich eine offenbarungsgemäß gestaltete Schnittstelle 40 bei entsprechender Gestaltung sowohl für monopolare oder als auch für bipolare Instrumente.