DE10142297A1 - Röstverfahren für Rohstoffe - Google Patents

Röstverfahren für Rohstoffe

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Röstverfahren für Rohstoffe, bestehend aus Pflanzenteilen (2) bzw. Gemischen von Pflanzenteilen (2) unterschiedlicher Herkunft, insbesondere Kaffeebohnen, wobei diese Teile gegebenenfalls einer Vorbehandlung unterzogen werden, unter Verwendung zumindest einer Röstvorrichtung mit einem Röstraum (4), in dem die Pflanzenteile (2) bzw. die Gemische zur Erreichung eines Endzustandes, der durch zumindest eine Änderung einer Eigenschaft der Pflanzenteile (2) bzw. Gemische bzw. der damit verbundenen Zeitspanne für die Änderung definiert wird, einer erhöhten Temperatur ausgesetzt werden. Das Verfahren umfaßt zumindest zwei Verfahrensstufen mit erhöhter Temperatur, wobei die erste Verfahrensstufe vor Erreichung des Endzustandes beendet wird, worauf gegebenenfalls in zumindest einer Zwischenstufe das Halbfertigprodukt einer Zwischenbehandlung unterzogen wird, und in der zweiten Verfahrensstufe das Halbfertigprodukt bis zum Endzustand der erhöhten Temperatur ausgesetzt wird.

Description

Die Erfindung umfaßt ein Röstverfahren für Rohstoffe zum Rösten von Pflanzenteilen bzw. Gemischen von Pflanzenteilen wie im einleitenden Teil des Anspruches 1 beschrieben, eine Geschäftsmethode zum Vertrieb von gerösteten Pflanzenteilen, wie im einleitenden Teil des Anspruches 38 beschrieben, und eine Vorrichtung zum Rösten von Pflanzenteilen, wie im einleitenden Teil des Anspruches 39 beschrieben.
Es ist bereits bekannt, Pflanzen und Gemische von Pflanzenteilen, insbesondere Kaffeeboh­ nen, nach unterschiedlichen Verfahren zu Rösten. So ist es aus der Internetseite des Deut­ schen Kaffeeverbandes "www.kaffeeverband.de/Kapitel7.htm" (Stand 13. September 2000) bekannt, daß beispielsweise Kaffeebohnen in der Regel unter atmosphärischem Druck bei einer Röstguttemperatur zwischen 100°C und 260°C geröstet werden. Dabei werden die Kaf­ feebohnen durch den inneren Überdruck, durch Wasserverdampfung und Röstgase auf etwa das doppelte ihres ursprünglichen Volumens aufgebläht und verändern ihre Farbe. Darüber hinaus tritt beim Rösten ein Gewichtsverlust, auch "Einbrand" genannt, in Abhängigkeit vom Röstgrad zwischen 11 und 20% auf, d. h. es werden je nach Röstung 110 bis 200 g organische und anorganische Bestandteile (einschließlich Wasser) pro kg Rohkaffee freigesetzt. Die Kaf­ feeröstung kann diskontinuierlich oder kontinuierlich erfolgen, wobei die Röstgase meist energiesparend rezirkulieren. Als Heizmittel dienen überwiegend Gas und Heizöle.
Die Röstwärme wird entweder durch Kontaktwärme oder Konvektionswärme auf das Röstgut übertragen. Die Röstzeiten liegen zwischen 1,5 und 10 Minuten, die Kühlzeiten sind übli­ cherweise etwas kürzer.
Es werden aber auch Teile anderer Pflanzen, wie Kakao, Malz, Leinsamen oder dgl. geröstet. Für alle diese Pflanzenteile gelten unterschiedliche Röstgrade und unterschiedliche Röstbe­ dingungen.
Für das Rösten von Kaffee ist es auch bereits bekannt - gemäß US 5,368,875 A - die Pflan­ zenteile, insbesondere Kaffeebohnen, nach Abschluß des Röstvorganges, also nach Erreichen des gewünschten Röstgrades, innerhalb sehr kurzer Zeit von einigen Minuten, beispielsweise in einer Zeitdauer bis zu 3,5 Minuten, von der Rösttemperatur auf eine Temperatur unter 0°C, im bevorzugten Fall zwischen -17°C und -20°C, abzukühlen. Darüber hinaus wurden Ab­ kühlungen auf Temperaturen unter -25°C bereits vorgenommen. Durch dieses Verfahren sollen die Aromastoffe zum überwiegenden Anteil in den gerösteten Bohnen gebunden bzw. gehalten werden, sodaß sie erst nach dem Mahlen des Kaffees ihre volle Wirkung entfalten. Dazu ist es bekannt, daß die Pflanzenteile vor dem Mahlen aufgetaut werden können, es ist aber ebenso möglich, die tiefgekühlten Bohnen zu mahlen. Nachteilig ist bei diesem Verfah­ ren, daß die Pflanzenteile im Abnahmebereich durch den Einzelverbraucher als verpackte Ware angeboten werden und aufgrund des schnellen Abkühlens und der Bindung der Aroma­ stoffe der auf eine gute Qualität dies Kaffees hinweisende verkaufsfördernde Geruch wie in früheren Kaffeegeschäften, die noch eigene Röstereien betrieben haben, nicht vorhanden ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Rösten von Pflanzenteilen sowie eine Geschäftsmethode für den Vertrieb von gerösteten Pflanzen­ teilen zu schaffen, bei der der Endkunde die Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen, insbesondere Kaffeebohnen, im frisch gerösteten Zustand übernehmen kann und die Dauer der Lagerung und Logistik die Qualität der gerösteten Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen nicht nachteilig verändern kann.
Die vorstehende Aufgabe wird durch das Verfahren nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhaft ist bei diesem Verfahren, daß es möglich ist, einen Teil des Röstvorganges vor dem Konsumen­ ten durchzuführen und somit die Vorteile der Geruchsanimation zur Beschleunigung der Kaufentscheidung beim Abnehmer zu nutzen. Trotzdem wird durch dieses Verfahren und die dezentrale Fertigstellung des Röstvorganges eine gleichbleibende Qualität der gerösteten Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen, insbesondere Kaffeebohnen, erzielt, da ex­ akt übereinstimmende Verfahrensparameter verwendet werden, mit denen die Zeitdauer, die benötigt wird, um den Röstvorgang zu beenden, auf das für die Endverbrauchergeschäfte mögliche Zeitvolumen angepaßt werden kann, sodaß der Endröstvorgang für den Kaffee des Verkäufers direkt vor dem Kunden ablaufen kann. Darüber hinaus wird eine wirtschaftlichere Abwicklung der Verteilung von gerösteten Pflanzenteilen bzw. Gemischen von Pflanzenteilen erzielt, da größere Packungseinheiten, eventuell auch Container, verwendet werden können. Durch die Teilröstung der Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen wird die Möglich­ keit geschaffen, daß Aromastoffe erst durch die zweite Verfahrensstufe voll zur Wirkung kommen und kann damit die Verbrauchsdauer ohne Qualitätseinbußen verlängert werden. Da die vollen Aromastoffe erst mit der zweiten Verfahrensstufe, nämlich dem Endrösten frei werden, hat der Konsument den Vorteil, daß der gekaufte Kaffee über längere Zeit das volle Aroma auch in den üblichen Verkaufsverpackungen behält, ohne daß es einer zusätzlichen vakuumdichten Verpackung bedarf.
Durch die bevorzugte Weiterbildung nach Anspruch 2 wird erreicht, daß eine oder mehrere der für den Verkauf wesentlichen Eigenschaften zur Bestimmung des Endzustandes bei dem Röstverfahren herangezogen werden kann bzw. können und dadurch eine Automatisierung bei gleichbleibender Qualität erzielbar ist.
Durch die weitere Ausführungsvariante nach Anspruch 3 wird erreicht, daß auch bei Gemi­ schen von Pflanzenteilen unterschiedlicher Herkunft durch die Berücksichtigung der jeweili­ gen Sollwerte für den Endzustand entweder jene Produkte mit etwa gleichen Sollwerten im Endzustand gleichzeitig bearbeitet werden können oder aus den Endzuständen für unter­ schiedliche Pflanzenteile ein Mittelwert für das Röstverfahren ermittelt werden kann, der eine ausreichende und gleichmäßige Behandlung der Pflanzenteile ermöglicht.
Weitere Maßnahmen nach den Ansprüchen 4 bis 7 ermöglichen es, durch die Aufteilung des Röstverfahrens in zwei Verfahrensstufen das Erreichen der vorbestimmten Sollwerte für die einzelnen Eigenschaften der Pflanzenteile möglichst exakt einzuhalten. Vor allem wird durch die Unterteilung in einem ersten und einem zweiten Verfahrensschritt nunmehr eine entspre­ chend exakte Qualitätskontrolle möglich, was eine Verbesserung der Endqualität durch die Einflußnahme in der zweiten Verfahrensstufe ermöglicht.
Durch das Vorgehen nach Anspruch 8 wird ermöglicht, daß durch den Röstvorgang bzw. durch die Bewegung während des Röstvorganges verbleibende staubförmige Anteile gleich­ zeitig mit der Kühlung durch die Luft mit der Luft abgeführt werden können.
Vorteilhaft ist auch ein Vorgehen nach Anspruch 9, da dadurch die Kühlung stark beschleu­ nigt werden kann und die Restenergie der Röstvorrichtung nicht bei jedem Röstvorgang ver­ loren geht.
Durch die Maßnahme nach Anspruch 10 ist es in einfacher Weise möglich, eine exakte Qua­ litätskontrolle vorzunehmen, ohne daß die weiteren Röstverfahren behindert sind.
Von Vorteil ist auch ein Vorgehen nach Anspruch 11, weil es damit möglich ist, einen Groß­ teil der natürlichen Aromen in dem Halbfertigprodukt zu binden, sodaß diese Aromen für den Endzustand nach dem Röstverfahren nicht verloren gehen.
Ein qualitativ hochwertiges Endergebnis beim Röstverfahren wird auch durch das weitere Vorgehen nach Anspruch 12 erzielt, da durch die zwischen erster und zweiter Verfahrensstufe erfolgte exakte Erhebung des Istzustandes das Erreichen des Endzustandes mit höherer Si­ cherheit möglich ist.
Das Vorgehen nach Anspruch 13 ermöglicht auch eine längere Lagerung ohne Qualitätsver­ lust.
Durch die Maßnahmen nach den Ansprüchen 14 bis 16 wird eine exakte Aufzeichnung der Daten der unterschiedlichen Verfahrensstufen während des Röstverfahrens an die jeweiligen Sorten der Pflanzenteile erreicht und sind die aufgezeichneten Daten bei den einzelnen Ver­ fahrensstufen exakt verfügbar.
Durch die Maßnahmen nach Anspruch 17 wird unter Anwendung bekannter Technologien eine rasche und einwandfreie Erfassung und Ablesung der Daten ermöglicht.
Durch das Vorgehen nach Anspruch 18 kann das Röstergebnis nach der zweiten Verfahrens­ stufe erheblich verbessert werden.
Durch das Vorgehen nach einem oder mehreren der Ansprüche 19 bis 21 kann ein ausgewo­ genes Verhältnis zwischen der Feuchtigkeit und beispielsweise der Farbe und dem Aroma der Pflanzenteile erzielt werden.
Wird nach Anspruch 22 vorgegangen, so ist eine höhere Feuchtigkeitszufuhr oder das Entste­ hen von Dampf auch bei höheren Temperaturen vermeidbar.
Eine gleichmäßige Röstung über den gesamten Umfang der Pflanzenteile wird durch die Maßnahmen nach den Ansprüchen 23 bis 25 sichergestellt.
Zusätzliche Vorteile, vor allem das Erzielen bestimmter Eigenschaften der Pflanzenteile, kön­ nen durch das Vorgehen nach Anspruch 26 erzielt werden.
Durch die ausschließliche Verwendung von Kontaktwärme oder Konvektion, wie in den An­ sprüchen 27 und 28 vorgeschlagen, oder in bestimmter Kombination ist es möglich, zu starke Röstungen auszuschließen und das gesamte Röstgut gleichmäßig zu behandeln.
Vorteilhaft ist auch die Maßnahme nach Anspruch 29, da dadurch innerhalb einer Sorte eine Vergleichmäßigung des Geschmacks bzw. des Röstergebnisses erzielbar ist.
Durch die Regelung nach Anspruch 30 kann ein genau definierter Endzustand beim Röstvor­ gang sichergestellt werden.
Durch den Verfahrensablauf nach den Ansprüchen 31 bis 34 wird eine hohe Bindung des Aromas an die Pflanzenteile erreicht und damit der Röstverlust gering gehalten.
Eine gleichmäßige Belastung der Pflanzenteile mit Wärmeenergie wird durch das Vorgehen nach den Ansprüchen 35 bis 37 erleichtert.
Des weiteren kann auch die Aufgabe durch die Maßnahmen nach Anspruch 38 gelöst werden, da durch die neue Geschäftsmethode eine Weiterleitung der Daten und damit auch bei vonein­ ander örtlich getrennten, verschiedenen Endröststellen eine gleichbleibende Qualität eines Produktes sichergestellt werden kann. Darüber hinaus wird durch die Verteilung der teilgerö­ steten Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen eine wesentliche Vereinfachung der Logistik und eine Verringerung der Verpackungskosten ermöglicht. Durch die neue Ge­ schäftsmethode wird aber darüber hinaus ein zusätzlicher Marketingeffekt ohne wesentlichen Mehraufwand erzielt und kann, bedingt durch die garantierte Frische der Ware, ein höherer Endverkaufspreis und damit ein besseres wirtschaftliches Ergebnis für den Produzenten er­ zielt werden.
Die Aufgabe der Erfindung wird aber auch durch die Vorrichtung zum Rösten von Pflanzen­ teilen bzw. Gemischen von Pflanzenteilen nach Anspruch 39 gelöst und kann dadurch erreicht werden, daß mit dezentral aufgestellten Röstvorrichtungen an vielen Orten parallel und ter­ mingerecht frischer endgerösteter Kaffee in hervorragender Qualität zur Verfügung steht. Durch die Vernetzung mit einer Rechneranlage ist es überdies möglich, neuen Außenstellen eine den Röstbedingungen während der ersten Verfahrensstufe angepaßte zweite Verfahrens­ stufe bzw. Endröstung vorzunehmen und wird daher auch trotz der unterschiedlichen Berei­ che der Endröstung eine gleichbleibende Qualität an den unterschiedlichsten Röststandorten sichergestellt.
Durch die Ausbildungen gemäß den Ansprüchen 40 bis 45 ist es in einfacher Weise möglich, den Temperatur- und Feuchtigkeitsverlauf exakt zu steuern, da kurzfristige Überhitzungen den heiklen Pflanzenteilen im Röstvorgang schaden oder zu einer Verbrennung derselben führen können, und dies durch die Möglichkeit der Steuerung der Feuchtigkeit im Röstraum bzw. durch die Möglichkeit der Zufuhr von Kühlluft einfach verhindert werden kann.
Durch die Weiterbildung nach Anspruch 46 ist es möglich, bei jedem Röstvorgang die opti­ malen Bedingungen für die zweite Verfahrensstufe einfach einzustellen.
Vorteilhaft ist auch eine Ausgestaltung nach Anspruch 47, da dadurch die Werte für die unter­ schiedlichen Sorten auch eines einzigen Pflanzenteiles, aber auch für verschiedene Gemische einfach abgerufen werden kann.
Eine gleichmäßige und rasche Beaufschlagung des Röstgutes bzw. der Pflanzenteile wird durch die Weiterbildung nach Anspruch 48 und 49 sichergestellt.
Vorteilhaft ist auch eine Weiterbildung nach Anspruch 50 und 51, da dadurch Daten aus vor­ herigen Verfahrensstufen in einfacher Form den Endgeräten für den Röstvorgang zugeführt werden können und damit an unterschiedlichsten Standorten mit unterschiedlichen Ausgangs­ produkten nach der ersten Verfahrensstufe ein gleiches Endergebnis erzielbar ist.
Vorteilhaft ist die Übermittlung der Daten aber auch bei einer Ausbildung der Vorrichtung nach den Ansprüchen 52 und 53.
Darüber hinaus kann aber eine feinfühlige Anpassung an die verschiedenen Röstvorgänge auch durch die Weiterbildungen nach den Ansprüchen 54 und 55 erzielt werden.
Die Weiterbildungen nach den Ansprüchen 56 und 57 ermöglichen eine optimale Ausnutzung von Endgeräten, insbesondere in sogenannten Fertigbackstuben von Großmärkten. Hier ist es möglich, die dort aufgestellten Geräte mit einem höheren Wirkungsgrad zu betreiben, da mit diesen einerseits die Backwaren fertiggebacken und andererseits der Röstvorgang von Pflan­ zenteilen, wie beispielsweise Kaffee oder Kakao ebenso abgeschlossen werden kann und überdies der überraschende Vorteil erreicht wird, daß an jenen Stellen, wo Kuchen und Ge­ bäck bzw. Brot verkauft wird, durch den guten Geruch der Röstverfahren in der zweiten Ver­ fahrensstufe der Kunde angeregt wird, auch Kaffee mitzunehmen.
Eine besonders gute Ausnützung einer Vorrichtung, mit der auch ein Backen und Garen mög­ lich ist, und eine feinfühlige Endbehandlung der Pflanzenteile im Röstvorgang sind durch die Weiterbildung der Vorrichtung nach den Ansprüchen 58 bis 65 erzielbar.
Durch die Weiterbildung nach Anspruch 66 wird ermöglicht, daß der Konsument ohne eine gesonderte Wahrnehmung durch Audio- oder Videoinformationen das Produkt erkennen und individualisieren kann.
Durch die Ausgestaltung nach Anspruch 67 wird überdies erreicht, daß das Kaufinteresse auch über e-commerce-Lösungen deutlich steigerbar ist.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungs­ beispiele näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung in vereinfachter, schematischer Darstellung zum Rösten von Pflanzenteilen bzw. Gemischen von Pflanzenteilen;
Fig. 2 eine Ausführungsvariante einer Vorrichtung zum Rösten von Pflanzenteilen in Schrägansicht und vereinfachter, schematischer Darstellung mit einer Trommel für Chargenröstung;
Fig. 3 eine Vorrichtung zum Rösten von Pflanzenteilen gemäß der Erfindung und zum Backen und Garen von Lebensmitteln mit einer auswechselbaren Trommel für die kontinuierliche Röstung in vereinfachter, schematischer Darstellung;
Fig. 4 ein Flußdiagramm mit dem Ablauf der erfindungsgemäßen Geschäftsmethode;
Fig. 5 eine Schemadarstellung der Rechneranlage mit den über ein Netz verbundenen dezentralen Vorrichtungen zum Rösten und zur Durchführung der weiteren Ver­ fahrensstufen.
Einführend sei festgehalten, daß in den unterschiedlich beschriebenen Ausführungsformen gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen versehen wer­ den, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß auf glei­ che Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragen wer­ den können. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z. B. oben, un­ ten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen und sind bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen. Weiters können auch Einzelmerkmale oder Merkmalskombinationen aus den gezeigten und beschriebenen unter­ schiedlichen Ausführungsbeispielen für sich eigenständige, erfinderische oder erfindungsge­ mäße Lösungen darstellen.
In Fig. 1 ist eine Vorrichtung 1 zum Rösten von schematisch angedeuteten Pflanzenteilen 2 dargestellt. Letztere können durch bohnenförmige Früchte wie z. B. durch Kaffeebohnen, Kakaobohnen und dgl., oder aber auch durch Leinsamen, Malz etc. gebildet sein. Selbstver­ ständlich kann die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 auch für andere röstfähige Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen unterschiedlicher Herkunft verwendet werden, beispiels­ weise Gemische verschiedener Kaffeebohnensorten, um eine bestimmte Geschmacksrichtung herzustellen.
Ein in einem Gehäuse 3 angeordneter Röstraum 4 ist über eine Tür 5 in einer Frontseite zu­ gänglich, wobei die Tür 5, wie im vorliegenden Ausführungsbeispiel, mit einer durchsichtigen Glasscheibe 6 zur Überwachung des Röstvorganges ausgestattet sein kann.
Zur Erwärmung des Röstraumes 4 ist dieser mit einer Heizeinrichtung 7 verbunden bzw. aus­ gestattet. Diese Heizeinrichtung 7 kann entsprechend den aus dem Stand der Technik bekann­ ten Heizeinrichtungen ausgebildet sein und mit den unterschiedlichsten Medien wie Gas, Strom, Öl oder Festbrennstoffen betrieben werden. Selbstverständlich sind als Heizeinrich­ tungen 7 auch andere Wärmeenergieerzeuger wie Mikrowellen, Hochfrequenzanlagen, Infra­ rotwärmequellen usw. verwendbar bzw. kann die Energiezufuhr auch über Warmluft erfolgen.
Im Inneren des Röstraumes 4 ist zumindest ein Meßwertgeber 8 zum Feststellen eines Istwer­ tes der Temperatur angeordnet und kann zumindest ein weiterer Meßwertgeber 9 zur Feststel­ lung des Istwertes des Gewichtes einer Charge von Pflanzenteilen 2, insbesondere Kaffeeboh­ nen, im Röstraum 4 vorhanden sein.
Es sei in diesem Zusammenhang erwähnt, daß die Bestimmung des Gewichts bzw. anderer Eigenschaften der Pflanzenteile 2, wie Farbe, Volumen, Wasser- bzw. Aromagehalt etc. im Röstraum nicht zwingend ist, da auch die Möglichkeit besteht, in einem Vorversuch die Röst­ parameter, wie z. B. das Endgewicht der insbesondere fertig gerösteten Pflanzenteile, die dafür benötigte Zeit etc., zu bestimmen und im Routinebetrieb lediglich die Dauer des Röstvorgan­ ges zu überwachen, z. B. mit einem Zeitgeber.
Über Leitungen 10 sind der Meßwertgeber 8 für die Temperatur im Röstraum 4 sowie der Meßwertgeber 9 für die Feststellung des Gewichtes einer Charge von Pflanzenteilen 2 im Röstraum 4 mit der Steuereinrichtung 11 verbunden.
Wie durch strichlierte Linien ersichtlich gemacht, können auch mehrere solcher Meßwertge­ ber 8 angeordnet sein, wobei deren Anordnung und Aufteilung im Rahmen des fachmänni­ schen Könnens des auf diesem Gebiet tätigen Fachmannes erfolgen kann und keineswegs an die gezeigten Ausführungsbeispiele gebunden oder auf diese eingeschränkt ist.
Weiters kann die Steuereinrichtung 11 mit Eingabeorganen 12, 13 für einen Sollwert der Temperatur bzw. des Gewichtes von Pflanzenteilen 2 versehen sein. Selbstverständlich ist diese Darstellung der Eingabeorgane 12, 13 nur funktionell zu verstehen und können diese durch beliebige andere technische Hilfsmittel, z. B. Tastatur bei Verwendung von entsprechen­ den Softwareelementen oder Rechnern bzw. Personalcomputern, für oder in Verbindung mit der Steuereinrichtung 11 gebildet sein. Über die Steuereinrichtung 11 ist es auch möglich, die Zeitdauer für einen Röstvorgang entsprechend den Vorversuchen einzugeben.
Mit der Vorrichtung 1 bzw. im Röstraum 4 können verschiedenste Röstvorgänge vorgenom­ men werden. Das mit der Vorrichtung 1 durchführbare erfindungsgemäße Röstverfahren kann beispielsweise zweistufig durchgeführt werden, wobei nach einer ersten Teilröstung die Pflan­ zenteile 2 insbesondere erst kurz vor deren Verkauf oder Genuß bis zur Erreichung eines be­ stimmten Endwertes einer Eigenschaft der Pflanzenteile 2 endgeröstet werden. Es ist also mit der Vorrichtung 1 möglich, ungerüstete bzw. insbesondere teilgeröstete bohnenförmige Früchte, wie Kaffeebohnen, auf einen bestimmten "Einbrand"-Wert teilzurösten bzw. vollzu­ rösten.
Weiters ist dem Röstraum 4 eine Zufuhreinrichtung 14 für ein Fluid 15 zugeordnet. Mit die­ sem Fluid 15 ist es möglich, die Feuchtigkeit in der Atmosphäre des Röstraumes 4 und/oder die Temperatur im Röstraum 4 zu regulieren.
Die Zufuhreinrichtung 14 umfaßt zumindest ein im Röstraum 4 angeordnetes Austragelement 16 für das Fluid 15. Selbstverständlich können auch mehrere Austragelemente 16 vorgesehen sein, die über einen Innenraum oder eine innere Oberfläche des Röstraumes 4 in beliebiger Anordnung verteilt vorgesehen sein können.
Es ist möglich, das Fluid 15 insbesondere dann, wenn es in flüssiger Form eingebracht wird, in den Röstraumes 4 einzuleiten, sodaß es dort durch die im Röstraum 4 vorherrschende Wärme in den gas- bzw. dampfförmigen Zustand übergeführt werden kann.
Als vorteilhaft kann es sich erweisen, wenn die Austragelemente 16, bei welchen es sich z. B. um Sprühdüsen, Zerstäuber und dgl. handeln kann, über eine Deckplatte 17 des Röstraumes 4 gleichmäßig verteilt angeordnet sind, da beim Einströmen des Fluides 15, unabhängig davon, ob im flüssigen, gas- oder dampfförmigen Zustand, durch den Temperaturunterschied des Dampfes gegenüber der Lufttemperatur im Röstraum 4 dieser Dampf schwerer ist und daher in Richtung eines Bodens 18 des Röstraumes 4 absinkt und somit über nahezu das gesamte Volumen des Röstraumes 4 eine gleichmäßige Verteilung desselben erzielt wird.
Eine Steuereinrichtung 11 ist über Leitungen 19, 20, 21 mit einer Fördereinrichtung 22 für das Fluid 15, der Zufuhreinrichtung 14, der Heizeinrichtung 7 und einer Energiequelle 23 verbun­ den.
Die Fördereinrichtung 22 kann das Fluid 15 aus einem Speicherbehälter 24 entnehmen oder die Zufuhr des Fluides 15 kann über ein von der Steuereinrichtung 11 beaufschlagtes Ventil 25 aus dem Wasserleitungsnetz 26 direkt erfolgen.
Zwischen der Fördereinrichtung 22 und dem Austragelement 16 oder an beliebiger anderer Stelle ist es ebenso möglich, einen Dampferzeuger 27 anzuordnen, sodaß das Fluid 15 von einem flüssigen in einen dampfförmigen Zustand übergeführt werden kann.
Selbstverständlich ist es aber auch möglich, Austragelemente 16 zum Austragen des Fluids 15 im dampfförmigen Zustand anzuordnen, wobei über die Steuereinrichtung 11 die Förderein­ richtung 22 bzw. - wie durch die weitere Leitung 19 angedeutet - auch der Dampferzeuger 27 beaufschlagt werden können, um wahlweise das Fluid 15 in unterschiedlichen Aggregatzu­ ständen, z. B. in Schwaden von Dampf oder Wassernebel oder mikrofeinen Tropfen und/oder an unterschiedlichen Stellen des Röstraumes 4 einzubringen.
Über eine Leitung 10 ist ein weiterer Meßwertgeber 28 für die Feststellung der Luftfeuchtig­ keit im Röstraum 4 mit der Steuereinrichtung 11 verbunden.
Wie durch strichlierte Linien ersichtlich gemacht, können auch mehrere solcher Meßwertge­ ber 28 angeordnet sein, wobei die Anordnung und Aufteilung dieser Meßwertgeber 28 im Rahmen des fachmännischen Könnens des auf diesem Gebiet tätigen Fachmannes erfolgen kann und keineswegs an die gezeigten Ausführungsbeispiele gebunden oder auf diese einge­ schränkt ist.
Die Steuereinrichtung 11 kann mit einem weiteren Eingabeorgan 29 für einen Sollwert der Feuchtigkeit im Röstraum 4 versehen sein. Selbstverständlich ist diese Darstellung des Ein­ gabeorganes 29 nur funktionell zu verstehen und kann auch dieses Eingabeorgan 29 durch beliebige andere technische Mittel, z. B. Tastatur bei Verwendung von entsprechenden Soft­ wareelementen oder Rechnern bzw. Personalcomputern, für oder in Verbindung mit der Steu­ ereinrichtung 11 gebildet sein.
Die Eingabe des Sollwertes für die Feuchtigkeit kann in Abhängigkeit von der Dauer der Röstzeit ebenso erfolgen wie die Definition der Feuchtigkeit bei bestimmten Temperaturwer­ ten oder umgekehrt bzw. kann die Festlegung der Feuchtigkeit aufgrund der abgelaufenen Röstzeit in Verbindung mit der Temperatur oder die Verbindung aus der abgelaufenen Röst­ zeit mit der Temperatur anhand des Sollwertes der Feuchtigkeit vorgegeben werden.
Über eine weitere Leitung 10 ist zumindest eine Meßeinheit 30 für die Feststellung der Farbe der Pflanzenteile 2 im Röstraum 4 mit der Steuereinrichtung 11 verbunden. Die Bestimmung der Farbe kann so erfolgen, daß das gesamte Spektrum des sichtbaren Lichtes gemessen wird bzw. vorzugsweise zumindest eine charakteristische Wellenlänge zur Bestimmung herange­ zogen wird. Vorzugsweise erfolgt die Messung unter Reflexionsbedingungen. Es kann aber auch im Infrarot-Bereich gemessen werden.
Wie durch strichlierte Linien ersichtlich gemacht, können auch mehrere solcher Meßeinheiten 30 angeordnet sein, wobei die Anordnung und Aufteilung dieser Meßwertgeber 30 im Rah­ men des fachmännischen Könnens des auf diesem Gebiet tätigen Fachmannes erfolgen kann und keineswegs an die gezeigten Ausführungsbeispiele gebunden oder auf diese einge­ schränkt ist.
Die Steuereinrichtung 11 kann mit einem weiteren Eingabeorgan 31 für einen Sollwert der Farbe der Pflanzenteile 2 im Röstraum 4 versehen sein. Selbstverständlich ist diese Darstel­ lung des Eingabeorganes 31 nur funktionell zu verstehen und kann auch dieses Eingabeorgan 31 durch beliebige andere technische Mittel, z. B. Tastatur bei Verwendung von entsprechen­ den Softwareelementen oder Rechnern bzw. Personalcomputern, für oder in Verbindung mit der Steuereinrichtung 11 gebildet sein.
Die Eingabe des Sollwertes für die Farbtönung, d. h. die Intensität zumindest einer bestimmten Wellenlänge, kann in Abhängigkeit von der Dauer der Röstzeit ebenso erfolgen wie die Defi­ nition der Farbtönung bei bestimmten Temperaturwerten und/oder Feuchtigkeitswerten oder umgekehrt.
Weiters ist es mit dieser Vorrichtung 1 möglich, den Aromagehalt der Pflanzenteile 2 über eine bestimmte vordefinierte Röstdauer zu steuern. Dazu wird in Versuchsreihen für ver­ schiedene Zusammensetzungen von Pflanzenteilen 2 die Röstdauer ermittelt, die die für je­ weilige Zusammensetzung bestmögliche Aromaerhaltung bzw. Aromaentfaltung gewährt.
Obwohl nicht zwingend erforderlich, da die Pflanzenteile 2 auch unbewegt auf einer Aufnah­ mevorrichtung liegend geröstet werden können, ist es möglich, die Pflanzenteile 2 im Röst­ raum 4 z. B. mit zumindest einem darin angeordneten Ventilator 32 zu bewegen, der darüber hinaus mit der Steuereinrichtung 11 verbunden sein kann.
Mit diesem Ventilator 32 ist es sowohl möglich, die Pflanzenteile 2 während der einzelnen Verfahrensstufen mit dem vom Ventilator 32 erzeugten Luftstrom im Röstraum 4 zueinander relativ zu bewegen und/oder in Schwebe zu halten, als auch für eine entsprechende Wärmezu­ fuhr im Röstraum 4 über den Luftstrom zu sorgen.
Selbstverständlich ist es aber auch möglich, die Pflanzenteile 2 im Röstraum 4 unabhängig vom Luftstrom mit Wärmeenergie zu beaufschlagen. Die benötigte Wärmeenergie im Röst­ raum 4 kann dazu z. B. über die Heizeinrichtung 7 zugeführt werden.
Weiters ist es aber auch möglich, dem Röstraum 4 die erforderliche Wärmeenergie und/oder den erforderlichen Luftstrom anstelle über den bzw. in Verbindung mit dem Ventilator 32 über eine Vielzahl am Boden 18 angeordneter Düsen 33 zuzuführen.
Die Steuereinrichtung 11 kann über ein Datennetz 34, insbesondere das Internet, mit einer zentralen Rechneranlage 35 verbunden sein. Weiters kann die Steuereinrichtung 11 über eine Leitung 36 mit einem Eingabegerät 37 und/oder einem Erkennungsgerät 38 für die Erkennung einer Chargennummer oder der Daten für die Durchführung einzelner Verfahrensstufen ver­ bunden sein.
Selbstverständlich ist auch hier die Darstellung des Eingabegerätes 37 nur funktionell zu ver­ stehen und kann auch dieses Eingabegerät 37 durch beliebige andere technische Mittel, z. B. Tastatur, bei Verwendung von entsprechenden Softwareelementen oder Rechnern bzw. Per­ sonal Computern, für oder in Verbindung mit der Steuereinrichtung 11 gebildet sein.
Das Erkennungsgerät 38 kann ein Barcodeleser, z. B. für ein- bzw. zweidimensionale Bar­ codes, oder ein Kartenleser, insbesondere für Chipkarten, sein.
Es ist damit möglich, bestimmte Daten einer Charge der Steuereinrichtung 11 über das Einga­ begerät 37 oder das Erkennungsgerät 38 zuzuführen, oder die Eingabe der Daten über eine Kombination von Eingabegerät 37 und Erkennungsgerät 38 vorzunehmen. Die letztgenannte Variante ermöglicht auf vorteilhafte Weise, daß über das Eingabegerät 37 jederzeit eine Ver­ änderung der Parameter vorgenommen werden kann.
In der Steuereinrichtung 11 kann zur Hinterlegung verschiedener Programmabläufe zur Durchführung der zweiten Verfahrensstufe ein Permanentspeicher 39 vorhanden sein.
Damit ist es auf vorteilhafte Weise möglich, das bestmögliche Röstergebnis auch bei Einsatz unterschiedlichster Pflanzenteile 2 zu erreichen. Im Permanentspeicher 39 können auch ver­ schiedene Back- und/oder Garprogramme hinterlegt sein.
Der Steuereinrichtung 11 kann auch ein Kurzzeitspeicher 40 für das temporäre Zwischenspei­ chern von abgefragten Daten bzw. Steuerprogrammen aus der zentralen Rechneranlage 35 zugeordnet sein.
Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführungsvariante der Vorrichtung 1 zum Rösten von Pflanzen­ teilen 2 in vereinfachter, schematischer Darstellung, bei der zumindest eine liegend angeord­ nete Trommel 41 als Aufnahme für das Röstgut vorgesehen ist, insbesondere zur Chargenrö­ stung.
Selbstverständlich können zumindest einzelne der vorab beschriebenen Einrichtungen, wie z. B. die Steuereinrichtung 11, der Dampferzeuger 27, die verschiedenen Sensoren zur Erfas­ sung der Temperatur und/oder Luftfeuchtigkeit bzw. zumindest einer Eigenschaft der Pflan­ zenteile 2 etc., auch bei dieser sowie den weiter unten beschriebenen Ausführungsvarianten angeordnet sein und wird daher auf eine Wiederholung der Beschreibung hierzu im folgenden verzichtet.
Die Trommel 41 kann mit zumindest einem Halterungsorgan 42 und/oder zumindest einem Führungsorgan 43 im Röstraum 4 angeordnet sein und ist vorzugsweise beidseitig geschlos­ sen, wobei zu deren Befüllung oder Entleerung an zumindest einer Seite eine Verschließein­ richtung 44 angebracht sein kann. Die Befüll- und/oder Entleeröffnung kann aber auch im Mantel der Trommel 41 angeordnet sein, sodaß bei entsprechender Stellung der Trommel 41 das Röstgut nach deren Öffnung in eine z. B. unterhalb der Trommel 41 angeordnete weitere Ausnahmeeinrichtung, z. B. in ein Blech in Art eines Backbleches, entleert werden kann. Es kann damit der Vorteil erreicht werden, daß zur Befüllung und/oder Entleerung der Trommel 41 diese nicht zwangsweise aus dem Röstraum 4 entfernt werden muß.
Das Halte- und/oder Führungsorgan 42, 43 kann für die Ermittlung des Gewichts der Auf­ nahmeeinrichtung für die Pflanzenteile 2, insbesondere die Trommel 41, mit zumindest einem Meßwertgeber 9 (siehe Fig. 1) versehen sein bzw. diesen selbst bilden.
Die Trommel 41 kann über das bzw. die Führungsorgane 43 in den Röstraum 4 eingeschoben und mit einer Arretierungseinrichtung 45 in dieser festgestellt werden. Weiters kann die Trommel 41 im Röstraum 4 mit einem Schwenkantrieb 46 und/oder Drehantrieb 47 in Ein­ griff gebracht werden, der vorzugsweise mit einer weiteren Leitung 10 mit der Steuereinrich­ tung 11 verbunden sein kann. Durch letzteres kann z. B. erreicht werden, daß mit Hilfe von in der Steuereinrichtung 11 bzw. einem anderen Datenträger gespeicherter Daten, insbesondere Programmabläufen, über die Dauer des Röstvorganges unterschiedliche Bewegungsmodi, z. B. eine alternierende Änderung der Drehrichtung etc., ausführbar sind bzw. ist es damit möglich, die Steuerung sämtlicher steuerbarer Einrichtungen der Vorrichtung 1 zentral durchzuführen.
Die Ausführung in Fig. 2 ist nicht auf eine Trommel 41 beschränkt, sondern es können auch Aufnahmeeinrichtungen für die Pflanzenteile 2 verwendet Werden, die eine Drehbewegung um einen gewissen Winkelbereich erlauben, z. B. ein Schwenkbehälter.
Selbstverständlich ist es bei allen beschriebenen Ausführungsvarianten der Vorrichtung 1 möglich, mehrere Aufnahmeeinrichtungen für die Pflanzenteile 2 im Röstraum 4 anzuordnen. Damit kann nicht nur der Vorteil der besseren Auslastung der Vorrichtung 1 erreicht werden, sondern ist es gegebenenfalls darüber hinaus auch möglich, unterschiedliche Pflanzenteile 2 gleichzeitig zu rösten.
Die Aufnahmeeinrichtung(en), insbesondere die Trommel 41, kann bzw. können über ihren Umfang gesehen mit zumindest einem Durchbruch versehen sein, z. B. Schlitze, Bohrungen, etc., um einen verbesserten Zutritt von z. B. Dampf als Wärme- und/oder Feuchtigkeitsträger in den Trommelinnenraum zu ermöglichen und damit die Qualität der Röstung bzw. Endrö­ stung weiter zu heben. Diese Durchbrüche können gleichzeitig für die Durchwirbelung der Pflanzenteile 2 während des Röstvorganges, z. B. zum Aufbau einer Art Wirbelschicht, heran­ gezogen werden.
Die Ausführungsvariante nach Fig. 3 zeigt eine Vorrichtung 1 zum Rösten von Pflanzenteilen 2 gemäß der Erfindung, die darüber hinaus auch zum Backen und Garen von Lebensmitteln wie Brot, Semmeln, Pizzen, etc. verwendet werden kann. Selbstverständlich trifft letzteres auch für obige Ausführungsvarianten zu.
Zur kontinuierlichen Röstung ist der Röstraum 4 mit einer auswechselbaren Trommel 48 ver­ sehen, die - wie zu Fig. 2 beschrieben - von zumindest einem Halterungsorgan 42 und/oder Führungsorgan 43 gehaltert wird. Die Trommel 48 kann beidseitig offen sein bzw. kann deren Gehäuse auch seitliche Verschlüsse umfassen.
Die Zufuhr von Pflanzenteilen 2 in den Innenraum der Trommel 48 kann über eine das Ge­ häuse 3 durchsetzende Zufuhrschurre 49, die an eine Längsmittelachse 50 der Trommel 48 beispielsweise zentrisch anschließt, erfolgen. Über eine das Gehäuse 3 durchsetzende Abfuhr­ schurre 52, die außermittig an die Längsmittelachse 50 anschließt, können die Pflanzenteile 2 aus der Trommel 48 ausgetragen werden. Für den Transport der Pflanzenteile 2 in der rotie­ renden Trommel 48 kann in deren Innenraum eine Förderspirale 51 angeordnet sein. Der Transport der Pflanzenteile 2 kann aber auch mittels einer Schrägstellung der Trommel 48, also über die Schwerkraft, erfolgen, wobei die Abwärtsneigung in Richtung der Abfuhrschur­ re 52 verläuft, sodaß gegebenenfalls auf zusätzliche Fördereinrichtungen wie die Förderspi­ rale 51 verzichtet werden kann.
Selbstverständlich ist es aber auch möglich, daß eine Einmündungsöffnung der Zufuhrschurre 49 aus dem Zentrum versetzt in die Trommel 48 mündet. Weiters kann, um ein unbeabsich­ tigtes Austragen der gerösteten Pflanzenteile 2 aus der Trommel 48 zu vermeiden, die Ab­ fuhrschurre 52 mit einem Trichter versehen sein, der an die Trommel 48 anschließt, vorzugs­ weise diese zumindest teilweise überdeckt.
Die Arretierung der rotierenden Trommel 48 bzw. der Antrieb derselben erfolgt auf die Art und Weise, wie schon in Fig. 2 beschrieben.
Das Verfahren zum Rösten von Pflanzenteilen 2 kann nun z. B. wie folgt ablaufen:
Wie an sich bekannt, werden die Pflanzenteile, insbesondere die Kaffeebohnen, nach ihrer Ernte einer Vorbehandlung unterzogen. Dabei muß die gesamte Umhüllung der eigentlichen Kaffeebohne entfernt werden. Die beiden bekannten Wege, um dieses Ziel zu erreichen, sind die trockene und die nasse Aufbereitung. Bei diesen Aufbereitungsverfahren werden Frucht­ haut, Fruchtfleisch und -schleimhaut, Pergamenthaut und möglichst auch Silberhäutchen und der größte Teil des Wassers in der Bohne entfernt, sodaß am Schluß die saubere trockene Kaf­ feebohne übrig bleibt. In einem weiteren Arbeitsschritt der Vorbehandlung, dem sogenannten Schälgang, werden die noch verbliebenen Umhüllungen der Kaffeebohne entfernt. Nach wei­ teren Reinigungs- und Sortierarbeiten werden die Kaffeebohnen nach Größe, Dichte und Far­ be sortiert, und anschließend in Säcke abgefüllt oder als Schüttgut in Containern zur Rösterei verbracht, wo sie, wie an sich bekannt, geröstet werden.
Erfindungswesentlich ist nun dabei, daß der Röstvorgang selbst in zumindest zwei einzelnen Verfahrensstufen durchgeführt wird. Dabei wird in einer ersten Verfahrensstufe das Röstgut unter atmosphärischem Druck einer erhöhten Temperatur, z. B. zwischen 100°C und 260°C ausgesetzt. Vor Erreichung eines Endzustandes, der durch zumindest einen Wert einer Eigen­ schaft der Pflanzenteile 2 bzw. die Änderung dieses Wertes oder der damit verbundenen Zeit­ spanne für die Änderung definiert wird, wird die erste Verfahrensstufe mit dem Ergebnis ei­ ner Teilröstung des Röstgutes, d. h. der Pflanzenteile 2, beendet. Der Endzustand bzw. der zugehörige Wert der Eigenschaft kann in Vorversuchen ermittelt werden.
Der Endzustand wird über eine Eigenschaft aus der Gruppe umfassend die Merkmale Ge­ wichtsreduktion, Volumszunahme, Farbe, Anteil an Aromastoffen und Wasseranteil des Röstgutes definiert. Für Pflanzenteile 2 bzw. Gemische von Pflanzenteilen 2 unterschiedlich­ ster Herkunft können Sollwerte der Eigenschaft für den Endzustand vordefiniert werden und mit den jeweiligen ermittelten Istwerten der Eigenschaften der ersten Verfahrensstufe vergli­ chen werden. Erreicht der ermittelte Istwert einer der Eigenschaften aus der oben genannten Gruppe einen vordefinierten Wert, der über ein Eingabeorgan an der Steuervorrichtung einge­ geben und/oder in einem Speicher hinterlegt werden kann, wird die Wärmezufuhr im Röst­ raum unterbrochen. Der vordefinierte Wert ist ein beliebiger Bruchteil des Sollwertes des Endzustandes.
Die im folgenden angegebenen Werte richten sich insbesondere für die Anwendung des Ver­ fahrens auf Kaffeebohnen.
Der vordefinierte Wert der Gewichtsreduktion für die Pflanzenteile 2 bzw. Gemische von Pflanzenteilen 2 unterschiedlicher Herkunft kann für die erste Verfahrensstufe zwischen 5% und 15%, bezogen auf das Gewicht des Rohstoffes, liegen.
Für die Volumszunahme der Pflanzenteile 2 bzw. Gemische von Pflanzenteilen 2 unterschied­ licher Herkunft kann der vordefinierte Wert für die erste Verfahrensstufe zwischen 20% und 60%, bezogen auf das Ausgangsvolumen des Rohstoffes, liegen.
Die vordefinierten Werte für den Wassergehalt bzw. den Aromagehalt, d. h. den Gesamt­ aromagehalt der Pflanzenteile 2 bzw. Gemische von Pflanzenteilen 2 unterschiedlicher Her­ kunft können für die erste Verfahrensstufe im Bereich zwischen 70 g/kg und 140 glkg, bei­ spielsweise zwischen 85 g/kg und 125 g/kg, bzw. 400 mg/kg und 650 mg/kg, beispielsweise zwischen 475 mg/kg und 555 mg/kg, liegen. Entsprechend dem Stand der Technik setzt sich der Gesamtaromagehalt aus unterschiedlichsten Aromastoffen zusammen und sei hierzu auf die einschlägige Fachliteratur verwiesen.
Die angegebenen Werte sind nur als Richtwerte zu verstehen, insbesondere auch für die fol­ genden Sollwerte des Endzustandes, da insbesondere Kaffee länderspezifisch geröstet wird.
Bevor die teilgerösteten Pflanzenteile 2 bzw. Gemische daraus einer zweiten Verfahrensstufe zur Endröstung bzw. Fertigröstung unterzogen werden, ist es möglich, in einer Zwischenstufe das Halbfertigprodukt einer Zwischenbehandlung zu unterziehen. Die Zwischenbehandlung kann eine Abkühlung und/oder einen Tieffrier- oder Schockfriervorgang und/oder ein Ver­ packen des Halbfertigproduktes umfassen.
Nach Beendigung der ersten Verfahrensstufe wird das Halbfertigprodukt aus Pflanzenteilen 2 bzw. Gemischen von Pflanzenteilen 2 in ungekühltem oder bereits abgekühltem Zustand dem Röstraum entnommen.
Die Abkühlung des Halbfertigproduktes aus der ersten Verfahrensstufe erfolgt z. B. mit Luft. Die Abkühlung kann im Röstraum 4 erfolgen, es ist aber auch möglich, daß die Abkühlung außerhalb des Röstraumes 4 z. B. in einer gesonderten Vorrichtung, erfolgt.
Nach der Abkühlung des Halbfertigproduktes auf eine Temperatur zwischen 15°C und 25°C kann es einer Kühleinrichtungen zugeführt werden, um es tief- bzw. schockzufrieren. Dieser Gefrierprozeß kann aber auch mit dem ungekühlten Halbfertigprodukt durchgeführt werden, wobei u. U. die Pflanzenteile 2 durch noch enthaltene Restfeuchtigkeit zersprengt werden. Dadurch kann gegebenenfalls eine Verkürzung der Dauer für die Fertigröstung erreicht wer­ den.
Das Halbfertigprodukt kann innerhalb einer Zeitspanne von 1,5 bis 7,5 Minuten, bevorzugt zwischen 2 und 4 Minuten, auf eine Temperatur zwischen -10°C und -40°C, bevorzugt zwi­ schen -15°C und -25°C, tief- bzw schockgefroren werden.
In einem weiteren Zwischenschritt kann das tiefgefrorene und/oder schockgefrorene Halbfer­ tigprodukt für die Lagerung bzw die weitere Verteilung verpackt, insbesondere vakuumver­ packt, werden.
Weiters ist es auch möglich, daß die Pflanzenteile 2 bzw. die Gemische von Pflanzenteilen 2 in einer Atmosphäre aufbewahrt und/oder verpackt werden, die Stickstoff und/oder CO2 auf­ weist.
Vor der Verpackung ist es aber auch möglich, unterschiedliche Chargen aus der ersten Ver­ fahrensstufe zu vermischen.
Um die verschiedensten Daten, wie z. B. die Dauer der ersten Verfahrensstufe und/oder be­ stimmte Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen unterschiedlicher Herkunft und/oder die Gewichtsreduktion und/oder den Wassergehalt und/oder den Aromagehalt und/oder die Volumszunahme für eine weitere Verfahrensstufe abrufbar zu haben, können diese auf der Verpackung hinterlegt werden, wobei die Verpackung Träger für diese Daten sein kann, z. B. in Form eines Barcodes.
Selbstverständlich ist es aber auch möglich, die Daten der Dauer- und/oder Verfahrenspara­ meter der ersten Verfahrensstufe und/oder der zweiten und der weiteren Verfahrensstufe in einem Speicher einer Recheneinheit in Abhängigkeit von bzw. zusätzlich zu einem auf einer Verpackung bzw. einem Verpackungsbehälter oder Begleitzettel aufgedruckten Barcode oder einem beigelegten Datenträger, z. B. einer Chipkarte, abzuspeichern.
Mit Hilfe der auf der Verpackung bzw. dem Verpackungsbehälter oder einem Begleitzettel oder einem beigelegten Datenträger hinterlegten Daten kann eine automatische Verfahrens­ kontrolle bzw. Parametereinstellung für die weitere Verfahrensstufe bei erhöhter Temperatur durchgeführt werden.
In einer zweiten Verfahrensstufe wird das tiefgefrorene bzw. schockgefrorene Halbfertigpro­ dukt bis zur Erreichung eines Endzustandes von einer Temperatur von unter -5°C auf eine Temperatur von über 400°C, z. B. auf Temperaturen zwischen 120°C und 250°C erhitzt, wo­ bei die Wärmeeinwirkung über eine Dauer von 0,5 bis 6 Minuten, bevorzugt 1 bis 3 Minuten, erfolgt.
Die Wärmezufuhr in den Röstraum 4 kann durch einen Luftstrom erfolgen. Es ist es aber auch möglich, daß die Pflanzenteile bzw. die Gemische von Pflanzenteilen unabhängig vom Luft­ strom mit Wärmeenergie z. B. über die Heizeinrichtung 7 oder über Kontaktflächen beauf­ schlagt werden. Selbstverständlich ist es aber auch möglich, daß die Pflanzenteile 2 bzw. Ge­ mische von Pflanzenteilen 2 zumindest über einen Teil der Dauer der Behandlung Infrarot­ strahlungen oder Mikrowellenenergie ausgesetzt werden.
Während des Röstvorganges können die Pflanzenteile 2 bzw. Gemische von Pflanzenteilen 2 relativ zu ihrer Auflagefläche, aber auch gegenüber benachbarten Pflanzenteilen 2 bewegt werden. Diese zueinander relative Bewegung der Pflanzenteile 2 bzw. der Gemische von Pflanzenteilen 2 kann durch einen Luftstrom erfolgen, wobei es sein kann, daß die Pflanzen­ teile 2 bzw. Gemische von Pflanzenteilen 2 dabei auch gleichzeitig in Schwebe gehalten wer­ den.
Im Röstraum 4 kann über einen Meßwertgeber 8 der Gehalt der Feuchtigkeit in der Luft er­ mittelt werden. Nach Weiterleitung dieses ermittelten Istwertes an die Steuereinrichtung 11 und Vergleich mit einem für die jeweiligen Pflanzenteile 2 bzw. Gemische von Pflanzenteilen 2 hinterlegten Sollwert wird die Differenz zwischen Ist- und Sollwert ausgeregelt. Dem Röst­ raum 4 kann dabei über Austragelemente 16 Feuchtigkeit zugeführt werden, wobei das Ein­ bringen der Feuchtigkeit in den Röstraum 4 mittels Flüssigkeitsnebel, Dampf oder eine Sprühvorrichtung erfolgen kann.
Nach Erreichen des Endzustandes der Pflanzenteile 2 bzw. Gemische von Pflanzenteilen 2, der über eine Eigenschaft aus der Gruppe umfassend die Merkmale Gewichtsreduktion, Vo­ lumszunahme, Farbe, Anteil an Aromastoffen und Wasseranteil des Röstgutes definiert wer­ den kann, können diese auf eine Temperatur zwischen -10°C und -20°C abgekühlt und wenn notwendig einer Verpackungseinrichtung zugeführt werden.
Es ist selbstverständlich aber auch möglich, das Röstgut nach der Erreichung des Endzustan­ des sowohl in abgekühltem als auch ungekühltem Zustand einer Vermahlungseinrichtung zu­ zuführen und danach es entweder zu verpacken oder im Fall von Kaffeebohnen aus den frisch gerösteten Bohnen z. B. in einem Kaffeehaus oder in einem Gasthaus Kaffee herzustellen.
Wie an sich bekannt, liegen die einzelnen Werte für den Endzustand, d. h. für das Fertigpro­ dukt, für die Pflanzenteile 2 bzw. Gemische von Pflanzenteilen 2 unterschiedlicher Herkunft z. B. für die Gewichtsreduktion zwischen 13% und 20%, bezogen auf das Gewicht des Roh­ stoffes, für die Volumszunahme zwischen 50% und 80%, bezogen auf das Ausgangsvolumen des Rohstoffes, für den Wassergehalt bis zu maximal 50 g/kg und für den Aromagehalt, d. h. den Gesamtaromagehalt zwischen 700 mg/kg und 800 mg/kg. Die angegebenen Werte sind auch hier nur als Richtwerte zu verstehen.
Selbstverständlich ist es auch möglich, in den einzelnen Verfahrensstufen die auftretenden Drücke in der Röstkammer 4 mit eigenen Meßwertgebern zu ermitteln.
Von Vorteil ist aber auch - wie in Fig. 4 und 5 in einem Ablaufschema dargestellt - eine Ge­ schäftsmethode für den Vertrieb von gerösteten Pflanzenteilen 2 oder Gemischen von Pflan­ zenteilen 2, insbesondere von Kaffee.
Die Geschäftsmethode basiert darauf, daß das Produkt Kaffee dadurch zu einem emotional erlebbaren Produkt wird, daß der gute Geruch und das Aroma, die kaufstimulierend wirken, nun nicht mehr nur in den großen Produktionszentren für die Abwicklung der Röstverfahren von Pflanzenteilen vorherrschen, sondern daß diese Vorteile auch in jedem beliebigen An­ wendungsbereich, beispielsweise der Gastronomie, oder in Geschäften, zur Verkaufsförde­ rung für den Kaffee genutzt werden kann. Vor allem wird zweckmäßigerweise dabei so vor­ gegangen, daß das Röstgut in der ersten Verfahrensstufe nur zum Teil geröstet, also auf einem unterhalb eines gewünschten Röstgrades liegenden Röstgrad geröstet wird.
Damit kann ein vorbestimmbarer Teil des Röstverfahrens in den bisher zum Rösten verwen­ deten Großanlagen durchgeführt werden. Durch das unmittelbar nach Durchführen der ersten Verfahrensstufe erfolgende schlagartige Abkühlen auf Temperaturen unter 5°C, bevorzugt auf Temperaturen unter -10°C, kann ein Großteil der während dieses Teils des Produktions­ prozesses anfallenden Aromen in den Pflanzenteilen gebunden und konserviert werden.
Dieser Zustand des Röstgutes ermöglicht dann in der Folge eine einfache Logistik in der Ver­ teilung und im Vertrieb, da auch bei längeren Lagerungen und/oder unterschiedlichen Trans­ portwegen kein deutlicher Qualitätsverlust eintreten kann. Aber selbst wenn ein solcher ge­ ringfügiger Qualitätsverlust eintreten würde, kann dieser durch die Behandlung in der zweiten Verfahrensstufe unmittelbar vor dem Kauf des Produktes durch den Konsumenten ausgegli­ chen werden. Dazu werden nämlich die Pflanzenteile in einer weiteren Verfahrensstufe, die den Vorteil hat, daß sie dezentral, d. h. an verschiedensten Standorten gleichzeitig erfolgen kann, durchgeführt. Dies ermöglicht eine einfache Anpassung an die jeweiligen Kundenerfor­ dernisse, da nunmehr auch größere Mengen aufgrund der Lagerung nahezu ohne Qualitätsver­ lust für den Endverbraucher zu Verfügung stehen und die Bestellogistik für den Endverkäufer erheblich vereinfacht wird. Darüber hinaus ist es aber möglich, durch die bei der zweiten Ver­ fahrensstufe freiwerdenden Aromastoffe ein zusätzliches Lockmittel für den Kunden zu schaffen, die Frischware, sprich: die frisch geröstete Ware zu kaufen und kann dadurch eine Umsatzsteigerung bei Verringerung der Kosten erzielt werden. Es ist nämlich durch diese Vorgangsweise nunmehr möglich, den Transport zwischen den Großherstellern und den End­ abgabestellen in großen Mengen durchzuführen und ist es lediglich erforderlich, für den letz­ ten kurzen Transportweg vom Endhersteller zum Konsumenten nach Hause oder in die Kaf­ feemaschine, wie z. B. in einer Konditorei, in einem Kaffeehaus oder in einem Gasthaus, eine Zwischenverpackung oder einen Aufbewahrungsbehälter zu schaffen, der jedoch aufgrund der dann zu erwartenden kurzen Lagerdauer mit wesentlich geringerem Aufwand hergestellt wer­ den kann.
Als besonders bevorzugt ist dabei anzusehen, daß eine erhebliche Verbesserung der Qualität dann erreicht wird, wenn die Steuervorrichtungen der dezentralen Vorrichtungen zum Rösten über ein regionales oder internationales Datennetz mit den Rechneranlagen in den Betrieben, in welchen die erste Vefahrensstufe des Röstens durchgeführt wird, vernetzt sind, da die nach der ersten Verfahrensstufe vorliegenden Verfahrensparameter zur Steuerung und zum Ablauf des Röstvorganges in der zweiten Verfahrensstufe herangezogen werden können. Dabei ist es nun möglich, je nach verwendeter Charge aus der ersten Verfahrensstufe die Daten von Ver­ packungsbehältern oder entsprechende Chargennummern abzulesen oder manuell einzugeben, um die Daten von der zentralen Rechneranlage abzufragen und die noch erforderliche Be­ handlungsdauer, Temperatur usw. einfach regeln zu können.
Darüber hinaus und unabhängig von der zuvor beschriebenen Geschäftsmethode ist es aber auch möglich, den Vertrieb von gerösteten Artikeln dadurch zu steuern und zu erhöhen, daß die bei fertigem Röstgut freiwerdenden Aromastoffe bevorzugt nach der zweiten Verfahrens­ stufe gemessen, analysiert und abgespeichert werden. Damit ist es möglich, im e-commerce eine beträchtliche Erhöhung des Kaufanreizes zu realisieren, da die derart gewonnen Daten dazu verwendet werden können, um beim Verbraucher das Aroma künstlich herzustellen und beim Durchgang von entsprechenden Informationsseiten, insbesondere bei einem Bestellka­ talog für Nahrungsmittel, der jeweilige Geruch der Kaffeesorte bzw. das Aroma sowohl des fertigen Kaffees als auch der gerösteten und noch nicht gemahlenen bzw. gerösteten und ge­ mahlenen Kaffeebohne oder Kakaobohne ermittelt und abgespeichert, sowie dem Verbrau­ cher auf Knopfdruck zur Verfügung gestellt werden kann.
Damit ist es möglich, eine Steuerung des Konsumenteninteresses über ein technisches Medi­ um, nämlich binäre Signalcodes zur Steigerung des Umsatzes für Röstartikel, insbesondere Kaffeebohnen, zu verwenden.
Der Ordnung halber sei abschließend darauf hingewiesen, daß zum besseren Verständnis der Vorrichtung 1 diese bzw. deren Bestandteile teilweise unmaßstäblich und/oder vergrößert und/oder verkleinert dargestellt wurden.
Die den eigenständigen erfinderischen Lösungen zugrundeliegende Aufgabe kann der Be­ schreibung entnommen werden.
Vor allem können die einzelnen in den Fig. 1; 2; 3; 4, 5 gezeigten Ausführungen und Maß­ nahmen den Gegenstand von eigenständigen, erfindungsgemäßen Lösungen bilden. Die dies­ bezüglichen, erfindungsgemäßen Aufgaben und Lösungen sind den Detailbeschreibungen dieser Figuren zu entnehmen.
Bezugszeichenaufstellung
1
Vorrichtung
2
Pflanzenteile
3
Gehäuse
4
Röstraum
5
Tür
6
Glasscheibe
7
Heizeinrichtung
8
Meßwertgeber
9
Meßwertgeber
10
Leitung
11
Steuereinrichtung
12
Eingabeorgan
13
Eingabeorgan
14
Zufuhreinrichtung
15
Fluid
16
Austragelement
17
Deckplatte
18
Boden
19
Leitung
20
Leitung
21
Leitung
22
Fördereinrichtung
23
Energiequelle
24
Speicherbehälter
25
Ventil
26
Wasserleitungsnetz
27
Dampferzeuger
28
Meßwertgeber
29
Eingabeorgan
30
Meßeinheit
31
Eingabeorgan
32
Ventilator
33
Düsen
34
Datennetz
35
Rechneranlage
36
Leitung
37
Eingabegerät
38
Erkennungsgerät
39
Permanentspeicher
40
Kurzzeitspeicher
41
Trommel
42
Halterungsorgan
43
Führungsorgan
44
Verschließeinrichtung
45
Arretierungseinrichtung
46
Schwenkantrieb
47
Drehantrieb
48
Trommel
49
Zufuhrschurre
50
Längsmittelachse
51
Förderspirale
52
Abfuhrschurre

Claims (67)

1. Röstverfahren für Rohstoffe bestehend aus Pflanzenteilen bzw. Gemischen von Pflanzenteilen unterschiedlicher Herkunft, insbesondere Kaffeebohnen, wobei diese Teile gegebenenfalls einer Vorbehandlung unterzogen werden, unter Verwendung zumindest einer Röstvorrichtung mit einem Röstraum, in dem die Pflanzenteile bzw. die Gemische zur Errei­ chung eines Endzustandes, der durch zumindest eine Änderung einer Eigenschaft der Pflan­ zenteile bzw. Gemische bzw. der damit verbundenen Zeitspanne für die Änderung definiert wird, einer erhöhten Temperatur ausgesetzt werden, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfah­ ren zumindest zwei Verfahrensstufen mit erhöhter Temperatur umfaßt, wobei die erste Ver­ fahrensstufe vor Erreichung des Endzustandes beendet wird, worauf gegebenenfalls in zumin­ dest einer Zwischenstufe das Halbfertigprodukt einer Zwischenbehandlung unterzogen wird, und in der zweiten Verfahrensstufe das Halbfertigprodukt bis zum Endzustand der erhöhten Temperatur ausgesetzt wird.
2. Röstverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bestimmung des Endzustandes als Eigenschaft zumindest ein Merkmal aus der Gruppe umfassend die Ge­ wichtsreduktion, die Volumszunahme, die Farbe, der Anteil an Aromastoffen, der Wasseran­ teil der Pflanzenteile bzw. der Gemische herangezogen wird.
3. Röstverfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß für Pflan­ zenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen unterschiedlicher Herkunft Sollwerte der Eigen­ schaft für den Endzustand vordefiniert und zumindest während der ersten Verfahrensstufe die jeweiligen Istwerte der Eigenschaft ermittelt werden, und bei Erreichen des vordefinierten Sollwertes die Wärmezufuhr im Röstraum unterbrochen wird.
4. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der Sollwert für die Gewichtsreduktion der Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen unterschiedlicher Herkunft für die erste Verfahrensstufe zwischen 5% und 15%, bezogen auf das Gewicht des Rohstoffes, liegt.
5. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Volumszunahme der Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen unter­ schiedlicher Herkunft für die erste Verfahrensstufe zwischen 20% und 60%, bezogen auf das Volumen des Rohstoffes, liegt.
6. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der Wassergehalt der Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen unter­ schiedlicher Herkunft für die erste Verfahrensstufe zwischen 70 g/kg und 140 g/kg liegt.
7. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der Aromagehalt der Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen unter­ schiedlicher Herkunft für die erste Verfahrensstufe zwischen 400 mg/kg und 650 mg/kg liegt:
8. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen unterschiedlicher Herkunft nach der ersten Verfahrensstufe mit Luft gekühlt werden.
9. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Kühlung der Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen unterschiedli­ cher Herkunft in einer gesonderten Vorrichtung erfolgt.
10. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das Halbfertigprodukt nach der ersten Verfahrensstufe aus dem Röstraum ent­ nommen wird.
11. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das Halbfertigprodulkt, insbesondere nach einer Abkühlung auf eine Temperatur zwischen 15°C und 25°C tiefgefroren oder schockgefroren wird.
12. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das tiefgefrorene und/oder schockgefrorene Halbfertigprodukt in einem Röst­ raum einer zweiten Verfahrensstufe zugeführt wird, wobei der jeweilige Istwert für die Ge­ wichtsreduktion in Prozent einer bestimmten Charge des Halbfertigproduktes ermittelt wird und bei Erreichen des vordefinierten Sollwertes die Wärmezufuhr im Röstraum unterbrochen wird.
13. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das tiefgefrorene und/oder schockgefrorene Halbfertigprodukt verpackt, insbe­ sondere vakuumverpackt, wird.
14. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Verpackung Träger für Daten aus der ersten Verfahrensstufe ist.
15. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß als Daten die Dauer der ersten Verfahrensstufe und/oder bestimmte Pflanzen­ teile bzw. Gemische von Pflanzenteilen unterschiedlicher Herkunft und/oder die Gewichtsre­ duktion und/oder der Wassergehalt und/oder der Aromagehalt und/oder die Volumszunahme auf der Verpackung hinterlegt werden.
16. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Daten der Dauer- und/oder Verfahrensparameter der ersten Verfahrensstufe und/oder der zweiten und der weiteren Verfahrensstufe in einem Speicher einer Recheneinheit in Abhängigkeit von einem auf einem Verpackungsbehälter oder Begleitzettel aufgedruckten Barcode oder einem beigelegten Datenträger, z. B. einer Chipkarte, abgespeichert sind.
17. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Daten in Form eines Barcodes hinterlegt werden.
18. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß mit Hilfe der Daten eine automatische Verfahrenskontrolle bzw. Parameterein­ stellung für die weitere Verfahrensstufe bei erhöhter Temperatur durchgeführt wird.
19. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß in den verschiedenen Verfahrensstufen im Röstraum der Gehalt der Feuchtigkeit in der Luft ermittelt wird.
20. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß in der ersten und/oder zweiten Verfahrensstufe den Pflanzenteilen bzw. dem Gemisch von Pflanzenteilen im Röstraum Feuchtigkeit zugeführt wird.
21. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Feuchtigkeit über einen Flüssigkeitsnebel, einen Dampf oder eine Sprühvor­ richtung in den Röstraum eingebracht wird.
22. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Pflanzenteile bzw. das Gemisch von Pflanzenteilen in den Verfahrensstufen unterschiedlichen Drücken und/oder Temperaturen ausgesetzt werden.
23. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen in zumindest einer der Ver­ fahrensstufen relativ zu ihrer Auflagefläche bewegt werden.
24. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen während des Röstvorgan­ ges gegenüber benachbarten Pflanzenteilen bewegt werden.
25. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Pflanzenteile bzw. die Gemische von Pflanzenteilen während der zweiten Verfahrensstufe in einem Luftstrom zueinander relativ bewegt und/oder in Schwebe gehalten werden.
26. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen zumindest über einen Teil der Dauer der Behandlung der ersten oder zweiten Verfahrensstufe Infrarotstrahlungen oder Mikrowellenenergie ausgesetzt werden.
27. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß den Pflanzenteilen bzw. Gemischen von Pflanzenteilen zumindest ein Teil der Wärme über Kontaktflächen zugeführt wird.
28. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß den Pflanzenteilen bzw. Gemischen von Pflanzenteilen zumindest ein Teil der Wärme über Konvektion zugeführt wird.
29. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Halbfertigprodukte unterschiedlicher Chargen aus der ersten Verfahrensstufe vor einer der weiteren Verfahrensstufen vermischt werden.
30. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß ein Istwert der Feuchtigkeit in der Atmosphäre des Röstraumes ermittelt und mit einem für die jeweiligen Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen hinterlegten Soll­ wert verglichen wird und daß die Differenz zwischen Ist- und Sollwert ausgeregelt wird.
31. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das Abkühlen der Pflanzenteile bzw. des Gemisches von Pflanzenteilen auf eine Temperatur von zumindest -10°C, insbesondere nach der ersten Verfahrensstufe, innerhalb einer Zeitspanne von 1,5 bis 7,5 Minuten, bevorzugt zwischen 2 und 4 Minuten, erfolgt.
32. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen nach der ersten Verfahrens­ stufe auf eine Temperatur zwischen -10 und --40°C abgekühlt werden, danach in zumindest einer weiteren Verfahrensstufe auf eine Temperatur zwischen 120 und 250°C erhitzt und da­ nach auf eine Temperatur zwischen -10 und -20°C abgekühlt werden.
33. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen nach der Abkühlung in einer Atmosphäre aufbewahrt und/oder verpackt werden, die Stickstoff und/oder CO2 auf­ weist.
34. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Pflanzenteile bzw. das Gemisch von Pflanzenteilen in der weiteren Verfah­ rensstufe über eine Dauer von 0,5 bis 6 Minuten, bevorzugt 1 bis 3 Minuten, einer Temperatur zwischen 100 und 250°C ausgesetzt werden.
35. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Wärmezufuhr durch den Luftstrom erfolgt.
36. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Pflanzenteile bzw. die Gemische von Pflanzenteilen unabhängig vom Luft­ strom mit Wärmeenergie beaufschlagt werden.
37. Röstverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen in der zweiten Verfahrens­ stufe von einer Temperatur von unter -5°C auf eine Temperatur von über 100°C erwärmt werden.
38. Geschäftsmethode zum Vertrieb von gerösteten Pflanzenteilen oder Gemischen von Pflanzenteilen, insbesondere von Kaffee, bei dem die Pflanzenteile bzw. die Gemische von Pflanzenteilen geröstet und nach Erreichen eines vorbestimmbaren Röstgrades auf eine Temperatur von unter 0°C abgekühlt und gemahlt werden, umfassend die folgenden Schritte:
Rösten des Kaffees in einer ersten Verfahrensstufe auf einem unterhalb eines gewünschten Röstgrades liegenden Röstgrad;
Abkühlen der Pflanzenteile bzw. der Gemische von Pflanzenteilen auf eine Temperatur von unter 5°C;
Abspeichern der den Röstzustand definierenden Daten und der Temperaturen der Pflanzenteile bzw. der Gemische von Pflanzenteilen in einer Rechneranlage;
Kennzeichnung der Chargen der Pflanzenteile bzw. Gemischen von Pflanzen­ teilen mit den abgespeicherten Daten zugeordneten unverwechselbaren Kennungen;
Verteilung der Pflanzenteile bzw. des Gemisches von Pflanzenteilen in gekühlter Form entsprechend den in der Rechneranlage eingegangen Kundenanforderungen; Aufbau von dezentrale Vorrichtungen zum Rösten von Pflanzenteilen bzw. Ge­ mischen von Pflanzenteilen bei den jeweiligen Endverkaufsstellen der Kunden bzw. bei End­ verbrauchern;
Verknüpfung der Steuervorrichtung der dezentralen Vorrichtungen zum Rösten über ein zumindest territoriales Datennetz, z. B. das Internet, oder das Mobiltelefon mit der Rechneranlage;
Einbringen der Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen in die Vorrich­ tung zum Rösten;
Einlesen der Kennung oder der Daten des Röstzustandes aus der ersten Verfah­ rensstufe aus einem Datenträger oder von der Rechneranlage über das Netzwerk;
Selbsttätige Auswahl des Endröstprogrammes in der Steuervorrichtung zum Rö­ sten für die zweite Verfahrensstufe;
Erhitzen der Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen auf eine Tempe­ ratur von zumindest 100°C und Rösten bis zum Erreichen des gewünschten Röstgrades;
Ausgabe der Pflanzenteile bzw. Gemische von Pflanzenteilen.
39. Vorrichtung zum Rösten von Pflanzenteilen bzw. Gemischen von Pflanzenteilen unterschiedlicher Herkunft, insbesondere Kaffeebohnen, in Geschäftslokalen oder Haushalten mit einem Gehäuse, einem in diesem angeordneten, über eine verschließbare Türenanordnung zugänglichen Röstraum, mit einer Heizvorrichtung für den Röstraum und mit zumindest ei­ nem Meßwertgeber, zumindest zum Erfassen eines Istwertes einer Temperatur im Röstraum und mit einer Steuereinrichtung, die mit der Heizeinrichtung, dem Meßwertgeber und einer Energiequelle verbunden ist, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Röstraum (4) eine Vorrichtung zur Relativbewegung der Pflanzenteile (2) bzw. des Gemisches von Pflanzenteilen (2), sowie zumindest ein weiterer mit der Steuereinrichtung (11) verbundener Meßwertgeber (8, 9) für die Ermittlung eines Istwertes der Luftfeuchtigkeit angeordnet ist und die Steuereinrichtung (11) mit einem Eingabeorgan (12, 13) für einen Sollwert der Luftfeuchtigkeit und/oder der Temperatur gegebenenfalls in Abhängigkeit von einer mit einem Zeitgeber festlegbaren Röst­ dauer angeordnet ist.
40. Vorrichtung nach Anspruch 39, dadurch gekennzeichnet, daß im Röstraum (4) eine Zufuhreinrichtung (14) für ein Fluid (15) mit einem im Röstraum (4) angeordneten Aus­ tragelement (16) für das Fluid (15) angeordnet ist.
41. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 40, dadurch gekennzeichnet, daß im Röstraum (4) zumindest ein weiterer mit der Steuereinrichtung (11) verbundener Meß­ wertgeber (28) für die Ermittlung eines Istwertes der Luftfeuchtigkeit angeordnet ist und die Steuereinrichtung (11) mit einem Eingabeorgan (29) für einen Sollwert der Luftfeuchtigkeit und/oder der Temperatur gegebenenfalls in Abhängigkeit von einer mit einem Zeitgeber fest­ legbaren Röstdauer angeordnet ist.
42. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 41, dadurch gekennzeichnet, daß beim Auftreten einer Differenz zwischen dem Soll- und Istwert der Luftfeuchtigkeit und/oder dem Soll- und Istwert der Temperatur die Luftfeuchtigkeit und/oder die Temperatur im Röst­ raum (4) durch Zu- oder Abfuhr von Feuchtigkeit und/oder Wärme mit der Zufuhreinrichtung (14) auf den Sollwert rückführbar ist.
43. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 42, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Überschreiten der Solltemperatur im Röstraum (4) die Zuführeinrichtung (14) über die Steuereinrichtung (11) für die Zufuhr von Fluid (15) und/oder Kühlluft zum Röstraum (4) beaufschlagt ist.
44. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 43, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Überschreiten des Sollwertes der Luftfeuchtigkeit im Röstraum (4) die Zufuhrein­ richtung (14) zum Entziehen von Feuchtigkeit oder zur Zufuhr von trockener Frischluft be­ aufschlagt ist.
45. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 44, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (11) die Differenz zwischen den Soll- und Istwerten der Luftfeuchtig­ keit und/oder Temperatur im Röstraum (4) bevorzugt intermittierend ermittelt.
46. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 45, dadurch gekennzeichnet, daß die Differenz zwischen dem Soll- und Istwert der Temperatur und/oder der Luftfeuchtigkeit nach zumindest einer voreinstellbaren Dauer der Röstzeit und/oder bei voreinstellbaren Wer­ ten der Temperatur im Röstraum (4) feststellbar ist.
47. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 46, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (11) einen bevorzugt programmierbaren Rechner umfaßt, der zumindest ein Speicherelement zum Hinterlegen von zumindest einem Sollwert für die Luftfeuchtigkeit und/oder die Temperatur und/oder die Röstzeit und/oder den Wassergehalt und/oder die Ge­ wichtsreduktion und/oder den Aromagehalt aufweist.
48. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 47, dadurch gekennzeichnet, daß das Fluid (15) im flüssigen und/oder gas- und/oder dampfförmigen Zustand, insbesondere als Wasserdampf, in den Röstraum (4) bevorzugt unter Überdruck einbringbar und/oder einblas­ bar ist.
49. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 48, dadurch gekennzeichnet, daß die Austragelemente (16) für das Fluid (15) über die dem Röstraum (4) zugewandte Oberflä­ che, insbesondere über die Deckplatte (17), verteilt angeordnet sind.
50. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 49, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (11) über ein Datennetz (34), insbesondere das Internet, mit einer zen­ tralen Rechneranlage (35) verbunden ist.
51. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 50, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (11) mit einem Eingabegerät (37) und/oder einem Erkennungsgerät (38) für die Erkennung einer Chargennummer oder der Daten für die Durchführung der zweiten Verfahrensstufe verbunden ist.
52. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 51, dadurch gekennzeichnet, daß das Erkennungsgerät (38) ein Barcodeleser ist.
53. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 52, dadurch gekennzeichnet, daß das Erkennungsgerät (38) ein Kartenleser, insbesondere für Chipkarten, ist.
54. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 53, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (11) Permanentspeicher (39) für mehrere Programmabläufe zur Durch­ führung der zweiten Verfahrensstufe aufweist.
55. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 54, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (11) einen Kurzzeitspeicher (40) zum temporären Zwischenspeichern der von der zentralen Rechneranlage (35) abgefragten Steuerprogramme für die Durchführung der zweiten Verfahrensstufe umfaßt.
56. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 55, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (11) eine Speichereinheit für Back- oder Garprogramme aufweist.
57. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 56, dadurch gekennzeichnet, daß der Röstraum (4) mit Halterungs- und/oder Führungsorganen (42, 43) für Backbleche ausge­ stattet ist.
58. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 57, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Relativbewegung der Pflanzenteile (2) bzw. der Gemische von Pflanzen­ teilen (2) eine rotierende Trommel (41, 48) ist.
59. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 58, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Innenraum der rotierenden Trommel (48) eine Förderspirale (51) angeordnet ist.
60. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 59, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Relativbewegung der Pflanzenteile (2) bzw. der Gemische von Pflanzen­ teilen (2) ein Schwenkbehälter ist.
61. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 60, dadurch gekennzeichnet, daß die Trommel (41, 48) oder der Schwenkbehälter über Führungsorgane (43) bedarfsweise in den Röstraum (4) einschiebbar und über eine Arretiereinrichtung (45) feststellbar ist.
62. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 61, dadurch gekennzeichnet, daß die Trommel (41, 48) im Röstraum (4) mit einem Schwenk- und/oder Drehantrieb (46, 47) in Eingriff bringbar ist.
63. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 62, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenk- und/oder Drehantrieb (46, 47) für die Trommel (41, 48) mit der Steuereinrich­ tung (11) verbunden ist.
64. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 63, dadurch gekennzeichnet, daß im Röstraum (4) zumindest eine Wiegeeinrichtung für die Trommel (41) und/oder die Back- bzw. Garbleche angeordnet ist.
65. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 64, dadurch gekennzeichnet, daß eine das Gehäuse (3) durchsetzende Zufuhrschurre (49) und/oder eine das Gehäuse (3) durch­ setzende Abfuhrschurre (52) für den Innenraum der Trommel (48) vorgesehen ist.
66. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 65, dadurch gekennzeichnet, daß eine Einrichtung zum Ermitteln der Konzentration zumindest eines Aromastoffes im Röst­ raum (4) bzw. den Pflanzenteilen (2) angeordnet und mit der Steuereinrichtung (11) verbun­ den ist.
67. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 39 bis 66, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (11) zum Ermitteln von Steuerdaten aus der Einrichtung zur Ermittlung von Gerüchen und zur Weiterleitung der Daten in eine Internetplattform oder eine Internet­ seite ausgebildet ist.
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