DE10058430A1 - Ausfahrbare Rückhalteeinrichtung - Google Patents
Ausfahrbare RückhalteeinrichtungInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine ausfahrbare Rückhalteeinrichtung zur Verhinderung bzw. Minderung der Aufprallverletzungen von Fahrzeuginsassen bei einer unfallbedingten Fahrzeugverzögerung mit DOLLAR A - einer Prallplatte, die aus einer Ruhelage in der Fahrzeugkarosserie in Richtung auf den Fahrzeuginsassen verfahrbar ist, DOLLAR A - einer Halterung und Führung für die Prallplatte, DOLLAR A - einem Antrieb, DOLLAR A - wenigstens einem Messwertgeber zur Erzeugung eines Auslösesignals, DOLLAR A sowie DOLLAR A - einer Steuereinrichtung zur Bewertung des Auslösesignals und zur Erzeugung eines Ansteuersignals für den elektromotorisch Antrieb. DOLLAR A Um derartige Rückhalteeinrichtung nicht nur im Sinne einer Ein-Aus-Aktivierung nutzen zu können, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass ein Messwertgeber zur Ermittlung der auf die Rückhalteeinrichtung ausgeübten Aufprallkraft vorgesehen wird und dass ein elektromotorischer Antrieb unter Berücksichtigung der Aufprallkraft von der Steuereinrichtung reversibel ansteuerbar ist. Auf diese Weise kann ein hocheffizienter Regelkreis geschaffen werden, der es erlaubt, ausfahrbare Rückhalteeinrichtungen optimal an die jeweilige Unfallbedingung anzupassen und ihre Schutzwirkung für den Fahrzeuginsassen zu optimieren.
Description
Die Erfindung betrifft eine ausfahrbare Rückhalteeinrichtung zur Verhinderung
bzw. Minderung der Aufprallverletzungen von Fahrzeuginsassen bei einer
unfallbedingten Fahrzeugverzögerung mit
- - einer Prallplatte, die aus einer Ruhelage in der Fahrzeugkarosserie in Richtung auf den Fahrzeuginsassen verfahrbar ist,
- - einer Halterung und Führung für die Prallplatte,
- - einem Antrieb,
- - wenigstens einem Meßwertgeber zur Erzeugung eines Auslösesignals, sowie
- - einer Steuereinrichtung zur Bewertung des Auslösesignals und zur Erzeugung eines Ansteuersignals für den Antrieb.
Mit ausfahrbaren Rückhalteeinrichtungen soll der Bewegungsspielraum
zwischen Fahrzeuginsassen und Karosserie bei einer unfallbedingten
Fahrzeugverzögerung verkürzt werden, um die Relativgeschwindigkeit beim
Aufprall zu verringern bzw. den Fahrzeuginsassen möglichst früh an der
Fahrzeugverzögerung zu beteiligen. Derartige Rückhalteeinrichtungen werden
neben den weitgehend bereits serienmäßig vorhandenen Airbags und
Sicherheitsgurten vorgesehen, um den Insassenschutz weiter zu verbessern.
Aus den DE 40 02 448 A, DE 40 21 145 C und EP 0 421 572 A sind
Rückhalteeinrichtungen für die unteren Extremitäten des Fahrgastes bekannt
geworden, die aus einem in der Frontpartie des Fahrzeuges in Höhe der Knie
des Fahrgastes integrierten Kniepolster bestehen, das aus der Ruheposition
mittels eines Servoantriebs und einer Führung in eine knienahe Position
verschiebbar ist, um zu erreichen, dass der Fahrgast möglichst früh an dem
Verzögerungsverlauf des Fahrzeuges teilnimmt. Statt des Servoantriebs soll
gemäß DE 43 28 446 A1 eine vorgespannte Blattfeder benutzt werden.
Bei der Auslegung ausfahrbarer Rückhalteeinrichtungen, deren
Anwendungsbereich nicht auf die unteren Extremitäten der Fahrzeuginsassen
beschränkt ist, hat man bisher keinen Wert auf eine Reparatur bzw.
Weiterverwendung nach erfolgtem Unfall gelegt, wohl weil der wirtschaftliche
Wert im Vergleich zu den Schäden am Fahrzeug als vernachlässigbar
angesehen wurde. Der Erfindung liegt die Teilaufgabe zugrunde, eine
ausfahrbare Rückhalteeinrichtung zu schaffen, die nach einer Aktivierung ohne
großen Aufwand in ihre Ruhelage bzw. Bereitschaftsstellung rückfahrbar ist.
Ein weiterer Nachteil der bekannten, ausfahrbaren Rückhalteeinrichtung besteht
darin, dass sie hinsichtlich Ausfahrweg, Ausfahrgeschwindigkeit und
Rückhaltewiderstand auf ganz bestimmte Werte ausgelegt sind. Insofern
ergeben sich prinzipiell die gleichen Probleme, mit denen sich die Hersteller
von Airbags schon länger befassen. Unter sonst gleichen Bedingungen kann ein
durch seine Auslegungsdaten definierter Airbag eine optimale Schutzwirkung
nur bei einem Insassen mit dem bei der Auslegung zugrunde gelegten
"Normalgewicht" von 75 oder 80 kg entfalten. Für wesentlich leichtere
Personen ist dieser Airbag zu hart, für schwerere Personen zu weich. Man
kann dieses Problem lösen, indem man das Expansionsverhalten des Airbags
variabel auslegt und in Abhängigkeit von einem Gewichts-Meßwert steuert.
Komplizierter ist das sog. "Out-of-Position" Problem. Befindet sich der
Fahrzeuginsasse bei einer Auslösung des Airbags nicht in der Normalposition,
beispielsweise relativ weit vorgebeugt, dann kann er mit dem Airbag in
Kontakt kommen, bevor dieser voll expandiert ist. Er wird dann vom
expandierenden Airbag zurück oder seitlich gegen Teile der Fahrzeugkarosserie
geschleudert. Es wurden bereits Unfälle dokumentiert, bei denen der innerhalb
von 10 bis 50 ms aufblasbare Gassack den Insassen Verletzungen zugefügt hat,
die nur mittelbar unfallbedingt sind. Auch zur Lösung des "Out-of-Position"
Problems, das in der DE 195 26 547 ausführlich beschrieben wird, sind bereits
zahlreiche Vorschläge gemacht worden.
Ein weiterer Aspekt bei der Auslegung von Rückhaltesystemen zum Schutz von
Fahrzeuginsassen ergibt sich aus der Entwicklung der sog. Precrash-Sensorik.
Bisher werden Rückhaltesysteme aktiviert, wenn die mittels eines oder
mehrerer geeigneter Sensoren ermittelte Fahrzeugverzögerung einen
vorgegebenen Grenzwert überschreitet, d. h. wenn die Fahrzeugverzögerung
größer ist als bei max. möglicher Abbremsung und damit als unfallbedingt
erkannt wird. Mit der Precrash-Sensorik will man die einem Fahrzeugaufprall
auf ein Hindernis unmittelbar vorausgehende Fahrsituation erfassen und Zeit
für die Aktivierung von Rückhaltesystemen gewinnen.
In der Erprobung sind bereits im Fahrzeug eingebaute Radarmeßgeräte, die
permanent den Abstand und die Abstandsänderung; zu möglichen
Kollisionshindernissen erfassen und zur Erzeugung eines Auslösesignals
geeignet sind. Auf diese Weise können alle Rückhaltesysteme, Airbags,
Gurtstraffer und ausfahrbare Rückhalteeinrichtungen früher aktiviert und besser
an die konkrete Unfall- und Insassensituation angepaßt werden. Precrash-
Meßwertgeber werden z. Z. allerdings noch nicht serienmäßig eingesetzt, weil
sie als Kollisionshindernis auch einen vorbeifliegenden Vogel oder einen
aufgewirbelten Pappkarton erfassen und die Rückhaltesysteme unnötig
aktivieren würden. Die damit verbundenen Irritationen des Fahrers sind nicht
hinnehmbar.
Der Erfindung liegt die weitere Teilaufgabe zugrunde, ausfahrbare
Rückhalteeinrichtungen der eingangs genannten Art, unter Berücksichtigung
der vorstehenden Gesichtspunkten weiter zu verbessern und insbesondere eine
Möglichkeit zu schaffen, um sie besser an die jeweiligen Unfallsituation
anpassen zu können.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass bei der
ausfahrbaren Rückhalteeinrichtung außerdem ein Meßwertgeber zur Ermittlung
der auf die Rückhalteeinrichtung ausgeübten Aufprallkraft vorgesehen ist und
dass ein elektromotorischer Antrieb unter Berücksichtigung der Aufprallkraft
von der Steuereinrichtung reversibel ansteuerbar ist.
Auf diese Weise kann nicht nur verhindert werden, dass die
Rückhalteeinrichtung weiter ausgefahren wird, sondern auch ein Zurückfahren
der Rückhalteeinrichtung unter Aufrechterhaltung einer bestimmten
Widerlagerkraft eingeleitet werden, wenn vor oder nach Erreichen der Endlage
eine Aufprallkraft gemessen wird, die einen vorgebbaren Wert erreicht oder
überschreitet. Es kann also der gesamte Ausfahrweg der Rückhalteeinrichtung
dazu benutzt werden, die Aufprallkraft zu begrenzen und das Verletzungsrisiko
zu minimieren.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn als Meßwertgeber für die Aufprallkraft der
elektromotorische Antrieb selbst benutzt wird und wenn ein der Aufprallkraft
entsprechender Meßwert aus den Größen Motorstrom und/oder Motorspannung
gewonnen wird. Damit läßt sich ohne größeren Aufwand ein Regelkreis
schaffen, mit dem die auf die Rückhalteeinrichtung wirkenden Aufprallkräfte
zum Schutze des Fahrzeuginsassen unterhalb schädlicher Grenzwerte gehalten
werden können. Es versteht sich von selbst, dass die damit geschaffenen
Eingriffsmöglichkeiten durch die bei einem Unfall auftretenden max.
Fahrzeugverzögerungen begrenzt werden und das bei sehr hohen
Fahrzeugverzögerungen Verletzungen nicht verhindert aber gemindert werden
können.
Bei einer günstigen Ausführungsform ist die Distanz zwischen dem Insassen
und der Prallplatte vor der Auslösung mit einem Abstandssensor meßbar, die
den maximalen Ausfahrweg der Prallplatte auf die gemessene Distanz zwischen
Insasse und Prallplatte begrenzt. Daraus resultiert der Vorteil, daß keine
Körperteile oder Gegenstände sich im Ausfahrbereich der Prallplatte befinden,
so daß auf den Insassen keine Zusatzbelastung wirkt. Somit ist auch ein
präventives Ausfahren der Prallplatte, bzw. aufgrund der Detektion eines
möglichen Aufprallhindernisses durch einen Pre-Crashsensor ohne Unfallfolgen
möglich. Dadurch kann dem Fahrer ein Sicherheitsgefühl vermittelt werden.
Der Erfindungsgedanke ermöglicht es, sowohl die Ausführgeschwindigkeit in
Abhängigkeit von der Aufprallkraft zu reduzieren als auch die
Rückhalteeinrichtung in Abhängigkeit von der Aufprallkraft in Richtung
Ruhelage gezielt zurückzufahren. Wird zur Erzeugung eines Auslösesignals zur
Aktivierung der Rückhalteeinrichtung ein Precrash-Meßwertgeber verwendet,
kann man zweckmäßiger Weise für die Fälle, in denen tatsächlich eine
Kollision vermieden wird, dafür sorgen, dass die Rückhalteeinrichtung
automatisch in die Ruhelage zurückgefahren wird, weil das Ausfallen eines
Aufpralls vom Aufprall-Meßwertgeber ebenfalls registriert und im
vorgenannten Sinne genutzt werden kann. Für diesen Anwendungsfall ist es
wichtig, dass die Rückhalteeinrichtung so konzipiert ist, dass sie ohne
Zerstörung ihrer Umgebung ausfahrbar ist und das es genügt, die
elektromotorischen Antriebe entgegengesetzt anzusteuern, um die
Rückhalteeinrichtung in die vor ihrer Aktivierung; vorhandene Ruhelage
zurückzufahren.
Wird zur Erzeugung eines Auslösesignals für die Rückhalteeinrichtung ein
Crash-Meßwertgeber vorgesehen, kann man das Ausfahren bzw. Zurückfahren
der Rückhalteeinrichtung in Abhängigkeit von der Aufprallkraft regeln. In
Verbindung mit dem Abstandssensor wird eine Optimierung des Systems durch
eine Kraft-Weg-Kennung erreicht, bei der das Insassengewicht und die
Position, d. h. der Abstand des Knies zur Prallplatte im Ausgangszustand
Berücksichtigung findet. Im Crashfall liegen diese Informationen vor und
werden von dem System berücksichtigt. Mit Hilfe dieser Information kann der
Insasse über das Knie und die Prallplatte beim Einfahrvorgang spezifisch
abgebremst werden, d. h. eine optimale Verzögerung über den maximal zur
Verfügung stehenden Einfahrweg der Prallplatte eingeleitet werden. In diesem
Zusammenhang sei noch erwähnt, dass auch das Crash-Signal selbst nicht nur
zur Aktivierung der Rückhalteeinrichtung benutzt werden kann, sondern dass
die zur Auslösung führende Fahrzeugverzögerung vor und nach dem Auslösen
gemessen und bei der Bildung des Ansteuersignals für den elektromotorischen
Antrieb berücksichtigt werden kann.
Schließlich ist es unter Verwendung des Erfindungsgedankens möglich, dass
sowohl ein Precrash-Meßwertgeber, ein Crash-Meßwertgeber und ein Aufprall-
Meßwertgeber vorgesehen werden und das alle Meßwerte in der
Steuereinrichtung ausgewertet und zur reversiblen Ansteuerung der
Rückhalteeinrichtung ausgenutzt werden. Damit lassen sich hocheffiziente
Regelkreise schaffen, mit denen die Rückhalteeinrichtung jeweils an die
konkreten Unfallbedingungen angepaßt und ihre Schutzwirkung optimiert
werden kann.
Claims (8)
1. Ausfahrbare Rückhalteeinrichtung zur Verhinderung bzw. Minderung
der Aufprallverletzungen von Fahrzeuginsassen bei einer
unfallbedingten Fahrzeugverzögerung mit
einer Prallplatte, die aus einer Ruhelage in der
Fahrzeugkarosserie in Richtung auf den Fahrzeuginsassen
verfahrbar ist,
- - einer Halterung und Führung für die Prallplatte,
- - einem Antrieb,
- - wenigstens einem Meßwertgeber zur Erzeugung eines Auslösesignals sowie
- - einer Steuereinrichtung zur Bewertung des Auslösesignals und
zur Erzeugung eines Ansteuersignals für den Antrieb,
dadurch gekennzeichnet, daß
außerdem ein Meßwertgeber zur Ermittlung der auf die Rückhalteeinrichtung ausgeübten Aufprallkraft vorgesehen ist und dass der Antrieb unter Berücksichtigung der Aufprallkraft von der Steuereinrichtung reversibel ansteuerbar ist.
2. Rückhalteeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
als Meßwertgeber für die Aufprallkraft ein elektromotorischer Antrieb
benutzt wird und dass ein der Aufprallkraft entsprechender Meßwert
aus den Größen Motorstrom und/oder Motorspannung gewonnen wird.
3. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Distanz zwischen dem Insassen und der Prallplatte vor der
Auslösung mit einem Abstandssensor meßbar und ein maximaler
Ausfahrweg der Prallplatte auf die gemessene Distanz zwischen dem
Insassen und der Prallplatte begrenzt ist.
4. Rückhalteeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, dass ihre Ausfahrgeschwindigkeit in Abhängigkeit von
der Aufprallkraft regelbar ist.
5. Rückhalteeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, dass sie in Abhängigkeit von der Aufprallkraft in
Richtung Ruhelage rückfahrbar ist.
6. Rückhalteeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, dass zur Erzeugung eines Auslösesignals ein Precrash-
Meßwertgeber vorgesehen ist und dass die Rückhalteeinrichtung
automatisch in die Ruhelage zurück verfahrbar ist, falls ein Aufprall
ausbleibt.
7. Rückhalteeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, dass zur Erzeugung eines Auslösesignals ein Crash-
Meßwertgeber vorgesehen ist und dass das Ausfahren bzw.
Zurückfahren der Rückhalteeinrichtung in Abhängigkeit von dem
initialen Ausfahrweg und der Aufprallkraft regelbar ist.
8. Rückhalteeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, dass ein Precrash-Meßwertgeber, ein Crash-
Meßwertgeber und ein Aufprall-Meßwertgeber vorgesehen sind und
dass alle Meßwerte in der Steuereinrichtung auswertbar und zur
reversiblen Ansteuerung der Rückhalteeinrichtung ausnutzbar sind.
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