CH370557A - Verfahren zur Herstellung von Körpern mit erhöhter Festigkeit - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Körpern mit erhöhter FestigkeitInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung von Körpern mit erhöhter Festigkeit Es gibt viele Werkstoffe, die in einer Hinsicht ganz besonders gute Eigenschaften haben, z.
B. Holz in bezug auf das Aussehen, Aluminium in bezug auf das leichte Gewicht, Gips und Zement in bezug auf die hohe Druckfestigkeit, Pappe und andere Zellu losen in bezug auf leichtes Gewicht und leichte Ver arbeitungsmöglichkeit, Kunststoff und aufgeschäum ter Kunststoff in bezug auf seine hohe Isolations fähigkeit und vieles anderes mehr.
Die Verwendung derartiger Werkstoffe ist aber begrenzt, wenn aus ihnen Körper geschaffen werden sollen, die in ande rer Hinsicht einer grösseren Beanspruchung, insbeson dere auf Biegung Stand halten sollen. Muss aber ihre Verwendung aus den vorerwähnten typischen Eigen schaften heraus erfolgen, so war man bisher gezwun- gen, sie mit anderen Bauelementen konstruktiv zu verbinden und letztere dabei so anzuordnen, dass diese die Biegebeanspruchungen aufnahmen.
Der artige Verbindungen setzen meistens komplizierte Konstruktionen, wesentlich grösseren Raumbedarf und auch erheblich erhöhtes Gewicht voraus.
Nach der Erfindung wird nun ein neues Ver fahren aufgezeigt zur Herstellung von Körpern mit gegenüber ihrem Grundwerkstoff erhöhter Festig keit, wobei nur ein verschwindend kleiner Mehr aufwand an Raum und Gewicht benötigt wird. Das Verfahren gemäss der Erfindung besteht darin, dass mindestens eine Folie mit dem Grundwerkstoff ver bunden wird, wobei die Folie und der Grundwerk stoff symmetrisch zu einer Mittelebene des Körpers liegen, das Ganze derart, dass die Folie des fertigen Körpers unter Vorspannung steht.
Um diese inneren Spannungskräfte zu erzeugen, bestehen verschie dene Möglichkeiten. Einmal kann zwecks Erzielung der gewünschten Vorspannung die Folie erhitzt und in dem durch die Erhitzung gedehnten Zustand fest mit dem auf Normaltemperatur befindlichen Grund werkstoff, z.
B. durch einen bei hoher Temperatur abbindenden Kleber verbunden werden, bevor der Grundwerkstoff seine Normaltemperatur wesentlich erhöht. Zum anderen kann auch der Grundwerkstoff vor der Verbindung mit der Folie tiefgekühlt wer den, so dass er sich entsprechend zusammenzieht. Oder die Folie kann in Richtung ihrer Ebene mecha- nisch unter Zugspannung gestellt werden, z.
B. da durch, dass sie in eine handelsübliche Dehnungs- oder Zerreissmaschine gespannt und so weit gezogen wird, bis die gewünschte Dehnung erreicht ist. Selbstver- ständlich darf weder bei der Erhitzung noch bei der mechanischen Dehnung die Elastizitätsgrenze des Werkstoffes überschritten werden. Kleber, die die Voraussetzung für die Anwendung bei dem Ver fahren nach der Erfindung besitzen, sind heute be reits handelsüblich und meist auf Kunststoff- bzw.
Silikonbasis hergestellt. Je nach Wunsch gibt es der artige Kleber, die bei Normaltemperaturen oder bei Temperaturen bis zu mehreren hundert. Grad ab binden und aushärten. Die Klebkraft derartiger Stoffe ist ausserordentlich hoch, so dass sie, auf die gesamte in Frage kommende Fläche verteilt, die auftretenden Kräfte ohne weiteres aufnehmen.
Verwendet man beispielsweise als Grundwerk stoff eine Gipsplatte, so ist dem Fachmann bekannt, dass dieser Werkstoff eine sehr hohe Druckfestigkeit und ein gutes Isoliervermögen besitzt, anderseits ist die Biegefestigkeit nur ausserordentlich klein. Der Wärmedehnungskoeffizient von Gips ist derartig klein, dass er bei der folgenden Betrachtung praktisch ver nachlässigt werden kann.
Aluminium besitzt dagegen einen hohen Wärmedehnungskoeffizienten, der bei einer Erwärmung des Aluminiums von 0 auf 150 C eine Längendehnung um rund 35/1000o der ursprüng- liehen Länge zur Folge hat. Um eine solche Längen dehnung bei ss durch mechanische Kräfte zu erzeu gen, bedarf es bei einem Querschnitt des Aluminium körpers von 1 cm2 einer Kraft von rund 2600 kg. Umgekehrt würde ein Druck von<B>2600</B> kg nötig sein, um bei einer Erwärmung auf 150 die Ausdehnung des Aluminiums zu verhindern.
Dabei ist es gleich gültig, wie der Querschnitt des Stabes sich aufteilt. Es kann z. B. ein Stab von 1 X 1 cm benutzt wer den, oder ebenso eine dünne Folie von 500 mm Breite und 2/1o mm Stärke. Wird nun, wie es nach der durch die Erfindung gegebenen Regel' geschehen soll, die oben erwähnte Gipsplatte auf beiden Seiten, also symmetrisch zu einer Mittelebene der Gipsplatte mit einer Aluminiumfolie bedeckt, die 150 besitzt, während die Gipsplatte auf normaler Temperatur, das heisst etwa 18 bis 20 gehalten wird, und erfolgt diese Verbindung so,
dass das Aluminium in gedehn tem Zustande verbleibt, ohne sich nach der Verbin dung und Absinken seiner Temperatur auf Zimmer temperatur wieder zusammenziehen zu können, so bleiben in seinem Werkstoff die vorerwähnten Span nungskräfte in latentem Zustand erhalten. Bis zu einem gewissen Grade werden sich diese Zugkräfte dadurch auswirken, dass der Grundwerkstoff zusam mengedrückt wird. Dies jedoch nur insoweit, bis ein innerer Gleichgewichtszustand eingetreten ist. Dieser Gleichgewichtszustand hängt selbstverständlich von der Eigenschaft des Grundwerkstoffes ab-.
Bei Grund werkstoffen mit geringer innerer Stabilität können an dere Wege eingeschlagen werden, die später noch erörtert werden sollen. Wird nun bei dem erwähnten Beispiel eine Gipsplatte von bestimmter Stärke und beispielsweise einerBreite von 500mmmit einerAlu- miniumfolie gleicher Breite von 2/1o mm Stärke in der beschriebenen Weise beidseitig belegt,
so sind bei der hohen Druckfestigkeit der Gipsplatte und ihrer ver- nachlässigbar kleinen Wärmedehnung in jeder Folie etwa 2600 kg oder in beiden zusammen 5200 kg Zug kräfte vorhanden. Diese grossen Kräfte wirken einem auf die Platte .ausgeübten Moment entgegen und kompensieren die Biegekräfte weitestgehend.
Es ist nach der Erfindung auch nicht in allen Fäl len erforderlich, den Grundwerkstoff auf Normal- temperatur zu halten und die Folien zu erhitzen, son dern es besteht auch die Möglichkeit, Folie und Grundwerkstoff gleichmässig auf eine hohe Tempera tur zu bringen und bei dieser fest miteinander zu ver kleben. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der Werkstoff der Folien einen wesentlich grösseren Wärmeausdehnungskoeffizienten besitzt als der Grundwerkstoff.
Als Beispiel hierfür mag eine Glas faserplatte und eine Zinn-Zink-Legierungsfolie die nen. Bei der Abkühlung einer derartigen Verbund platte ist die Folie weit mehr bestrebt, sich wieder zusammenzuziehen, als die Glasfaserplatte, so dass in erkaltetem Zustand in der Zinn-Zink-Folie eine er hebliche Vorspannung verbleibt.
Eine weitere Möglichkeit zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung ergibt sich auch, wenn als Grundwerkstoff ein thermoplastischer Kunst stoff in Pulverform verwendet wird. Hierbei kann die Erhitzung des Kunststoffes und die erforderliche Pressung mittelbar über die aufzubringenden Folien erfolgen. Beide werden sodann unter Erhaltung des Pressdruckes unter die Erhärtungstemperatur des Kunststoffes wieder abgekühlt, wobei sich die Folien gleichzeitig mit dem Kunststoff fest verbinden.
Wie in der Kunststoffertigung üblich, wird dabei die Menge des Kunststoffpulvers so gewählt, dass nach dem Pressvorgang und Erhärtung des Kunststoffes die gewünschte Plattenstärke vorhanden ist. Infolge der sehr erheblichen Differenz zwischen den Wärme dehnungskoeffizienten des Kunststoffes und der auf gebrachten Folie, z.
B. aus Aluminium, verbleibt nach Erkaltung in den Folien wiederum die ge wünschte Vorspannung erhalten. Bei dieser Art des Verfahrens ergibt sich auch die Möglichkeit, die Folien zunächst galvanisch auf beliebig geformte Matrizen aufzubringen, diese sodann zu erhitzen und als Presswerkzeuge für den thermoplastischen Kunst stoff zu benutzen. Bei der Erhärtung des Kunststoffes verbinden sich die Folien derart fest mit ihm, dass sie sich beim Abnehmen der als Presswerkzeuge die nenden Matrizen von letzteren leicht abheben.
Von sehr grosser Bedeutung ist das Verfahren nach der Erfindung auch in solchen Fällen, in denen man aus technischen Fabrikationsgründen nur Kör per oder Platten von sehr geringen Ausmassen her stellen kann, anderseits aber grossflächige Platten dieses Stoffes verwenden möchte, die eine aus reichende Stabilität und Biegefestigkeit besitzen. Auch in diesen.
Fällen können als Grundwerkstoff einzelne satt aneinandergelegte Platten gleicher Dicke be nutzt werden, die in der vorgeschriebenen Weise durch aufgelegte Folien fest miteinander verbunden werden und damit in ihrem Verband eine ausser ordentlich grosse Biegefestigkeit erhalten, wobei je weils die Folien und der Grundwerkstoff symmetrisch zu einer Mittelebene des Körpers liegen.
Wie bereits eingangs erwähnt, kann zur Erreichung der gleichen Wirkung in derselben Weise auch eine Folie zwischen zwei gleichen Platten angeordnet sein. Wesentlich ist nur, dass eine symmetrische Anord nung zu einer Mittelebene des Körpers gewahrt bleibt. In logischer Folgerung ergibt sich im weiteren die Möglichkeit, eine Mehrzahl von gleichen Platten und Folien schichtweise zu einem Paket zu stapeln, selbst verständlich wieder in Wahrung einer symmetrischen Anordnung zu einer Mittelebene des Körpers.
Die Anwendungsmöglichkeiten des Verfahrens nach der Erfindung auf :allen Gebieten der Technik sind so zahlreich, d'ass es unmöglich ist, alle im einzel nen zu nennen. Es seien diaher im folgenden nur vier voneinander sehr verschiedene Anwendungsbeispiele genannt. Erstens bei Bauelementen die Herstellung von Platten aus Holz, Gips, Zement oder dergleichen mit Aluminium oder Eisenfolien. Zweitens in der Verpackungstechnik die Herstellung von fol.ienbewehr- ten Pappen aller Art.
Drittens in der Kunststoff industrie die Erzeugung von Kunststoffplatten und Körpern der verschiedensten Ausführung, viertens als Beispiel für die Zusammensetzung kleiner Plättchen zu einer grossflächigen Platte die Verbindung kleiner aus Magneteisenpulver hergestellter ein- oder beider seitig wirkender Magneten zu einer grossen stand festen Platte.
Wird gemäss dlem zweitgenannten Beispiel eine einfache 1 mm starke Pappe beiderseits mit einer 1/10o mm starken Aluminiumfolie bewehrt, so hat die entstandene Verbundplatte, abgesehen von ihrer wesentlich vergrösserten Oberflächenhärte bei einer Stärke von 1,02 mm eine Steifigkeit wie ein kräf tiges Holzbrett. Oder eine 80 mm starke, beiderseits mit 0,1 mm Eisenfolie bewehrte Zementplatte eine Biegefestigkeit,
die kaum von einer gleich starken Betonplatte mit Eiseneinlagen erreicht werden kann.
Zum Schluss sei noch auf eine weitere Möglich keit verwiesen, nach welcher nach dem Verfahren gemäss der Erfindung hergestellte Platten verwendet werden können, um Körper zu verstärken, deren Werkstoff nicht die erforderliche Festigkeit .zur Auf nahme der Vorspannungskräfte besitzt. Als Beispiel seien Körper aus aufgeschäumtem Kunststoff, die so genannten Hartschaumplatten, genannt.
Würde man hier die Folien nach dem eingangs beschriebenen Verfahren aufbringen, so würden die Zugkräfte der Folie .die innerlich weiche, hochporöse Hartschaum- platte so stark zusammenziehen, dass die ausserordent lich hohe Wärme- und Schallisolation dieses Werk stoffes verlorengeht. Bei derartigen Werkstoffen wer den zunächst nach dem Verfahren der Erfindung zwei dünne Verbundplatten hergestellt, z.
B. aus einer 1 mm starken Asbestpappe oder Holzpappe mit auf gebrachten etwa 5/10o mm starken Aluminiumfolien und diese beiden fertigen Verbundplatten, die in sich bereits ausserordlentl'ich steif sind, werden in kaltem Zustand auf die Oberflächen der Hartschaumplatte aufgeklebt.
Hierdurch erhält die kaum irgendeine Festigkeit aufweisende Hartschaumplatte eine Steifig- keit, insbesondere Biegesteifigkeit, die annähernd einem gleichstarken Holzbrett entspricht.
Durch das Verfahren nach der Erfindung ist es möglich, ebene und gewölbte Platten aus den ver schiedensten Werkstoffen herzustellen, die bei nur ausserordentlich wenig gesteigertem Volumen und Gewicht eine ganz ausserordentlich erhöhte Festig keit, insbesondere Biegefestigkeit, aufweisen, so dass sich ihrer Verwendung nm gesamten Gebiet dfer Tech@ nik völlig neue Möglichkeiten erschliessen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH 1 Verfahren zur Herstellung von Körpern mit gegen über ihrem Grundwerkstoff erhöhter Festigkeit, da durch gekennzeichnet, dass mindestens eine Folie mit dem Grundwerkstoff verbunden wird, wobei die Folie und der Grundwerkstoff symmetrisch zu einer Mittel- ebene des Körpers liegen, das Ganze derart, dass die Folie des fertigen Körpers unter Vorspannung steht. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass auf zwei gegenüberliegenden Sei ten des Körpers je eine Folie in stark vorgespanntem Zustand fest auf dem Grundwerkstoff aufgebracht wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass zwecks Erzielung der gewünsch ten Vorspannung die Folie erhitzt und in durch die Erhitzung gedehntem Zustand fest mit dem auf Nor- maltemperatur befindlichen Grundwerkstoff verbun den wird, bevor der Grundwerkstoff seine Normal- temperatur wesentlich erhöht. 3.Verfahren nach Patentanspruch I und, Unter anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie müdem Grundwerkstoff durch einen bei hoher Tem peratur abbindenden Kleber verbunden wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch I und Unter anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Grund werkstoff vor der Verbindung mit der Folie tief- gekühlt oder in Richtung seiner Achse bzw. Ebene mechanisch unter Druckspannung gestellt wird. 5.Verfahren nach Patentanspruch I und Unter anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Grund werkstoff einen wesentlich geringeren Wärmedeh- nungskoeffizienten besitzt als die Folie, beide Teile gemeinsam erhitzt und bei Erreichung der gewünscht ten Temperatur miteinander verklebt werden.6. Verfahren nach Patentanspruch I und Unter anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Grund werkstoff ein thermoplastischer Kunststoff in Pulver form verwendet wird, wobei die Erhitzung des Kunst stoffes und die erforderliche Pressung mittelbar über die aufzubringenden Folien erfolgt, und beide so dann unter Erhaltung des Pressdruckes unter die Er härtungstemperatur des Kunststoffes abgekühlt wer den,wobei sich die Folien gleichzeitig mit dem Kunst stoff fest verbinden. 7. Verfahren nach Patentanspruch 1 und Unter ansprüchen 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Folien galvanisch auf Matrizen von gewünschter Form niedergeschlagen, diese sodann erhitzt und als Presswerkzeuge für den thermoplastischen Kunststoff benutzt werden,wobei sich nach Erhärtung des Kunststoffes die Folien mit ihm derart fest verbinden, d'ass sie sich beim Lösen der .als Presswerkzeuge die- nenden Matrizen von letzteren abheben. B. Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Grundwerkstoff einzelne satt aneinander gepresste kleine Platten gleicher Dicke benutzt werden. 9.Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die erforderliche Vorspannung der Folien auf mechanischem Wege erzeugt wird und die Verklebung von Grundwerkstoff und Folien bei normaler Temperatur erfolgt. PATENTANSPRUCH 11 Verwendung des Erzeugnisses des Verfahrens ge mäss Patentanspruch 1 als Verbundschicht auf Kör- <RTIID="0004.0011"> pern zu deren Verstärkung, welche Körper an sich keine ausreichende Stabilität zur Aufnahme der Span- nungskräfte der Folien aufweisen.
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