Antriebsmotor für Wiedergabegeräte von Schallaufzeichnungen auf Tonträgern An Antriebsmotore für Wiedergabegeräte von Schallaufzeichnungen auf Tonträgern wie Platten, Bändern, Filmen, Folien, Karten oder dergleichen, werden zahlreiche Anforderungen gestellt, denen bis her nur teilweise genügt werden konnte.
Wesentlich ist vor allem, dass zur Vermeidung von Tonhöhen schwankungen und Rumpelerscheinungen die Um fangsgeschwindigkeit der Motorantriebswelle weitest gehend an die Umfangsgeschwindigkeit der Antriebs lauffläche des Plattentellers bei plattenartigen Tonträ gern, der Bandantriebsrollen bei Bändern usw. an gepasst wird, damit das Läuferschwungmoment mög lichst unmittelbar abgeleitet werden kann.
Dazu kommt, dass derartige Motore äusserst niedrige Bau höhe, einfache Befestigungsmöglichkeit, geringe Vi- bration der Welle und der Befestigungsmittel, sichere und einfache Wellenlagerung, Möglichkeit der Ver wendung von Selbstschmierlagem mit grossem Schmiermittelvorrat bzw.
von Kunststofflagern, ge ringes Gewicht, leichte Auswuchtbarkeit der Schwung- masse, Vermeidung von Körperschallübertragungen, Unabhängigkeit des Rundlaufes von Wärmespielen, leichte Ein- und Ausbaumöglichkeit, vor allem aber niedrige Betriebstemperaturen, insbesondere an den Lagerstellen bzw. an der Welle, und Kühlung ohne Geräuschentfaltung aufweisen sollen. Die Erfüllung dieser Bedingungen bedeutet beispielsweise bei Plat tenspielern, die Plattendrehzahlen von 331/a bzw.
16 "/3 U./min aufweisen, dass die Motordrehzahl höch stens 1000 U.Imin beträgt. Derartige Elektromotoren sind zwar bereits erhältlich, ihre Gestehungskosten haben jedoch die Grössenordnung der Gesamtkosten eines Plattenspielers, so dass diese Motore aus Grün den der Wirtschaftlichkeit als Antriebsmotoren etwa für Plattenspieler unverwendbar sind.
Die sich damit ergebende Aufgabe der Schaffung eines derartigen Motors, der sämtlichen dieser Bedin- gungen genügt und auf Grund seines Aufbaues zu wirtschaftlich tragbaren Gestehungskosten führt, wird durch einen Antriebsmotor für derartige Wiedergabe geräte gelöst, der sich, ausgehend von der bekannten Ausbildung derartiger Antriebsmotore mit Ausbildung des einen Läuferlagers als Drucklager, des anderen als Halslager, das über die innere Motorgehäusewan- dung zum Drucklager zu vorkragend die Motor achse aufnimmt, dadurch gekennzeichnet, dass eine Lagerhülse sowie eine Lagerbüchse, deren ausserhalb des Motorgehäuses liegender Teil als Befestigungs stutzen zum Motoreinbau,
vorzugsweise in hängender Anordnung desselben, ausgebildet ist, unter Bildung freier Zwischenräume zwischen ihnen und dem Läu fer in eine Ausnehmung des letzteren einspringen, die sich von der Motorachse ab über den Bereich des Läuferblechpaketes bis zur am Läuferaussenring an geordneten Ventilatorbeschaufelung ausdehnt,
wobei von der Lagerbüchse radial innen begrenzte Aus- nehmungen des Motorgehäuses für einströmende Kühlluft zentral um die Büchse herum angeordnet sind und die Luftaustrittöffnungen am Gehäuseumfang beiderseits des Ständerblechpaketes liegen.
Der sich damit ergebende Aufbau des Motors führt deshalb zur Erfüllung aller genannten Erforder nisse, weil durch die Ineinanderschachtelung von La gerbüchse bzw. Lagerhülse und Läufer die zur Lauf ruhe erforderliche längstmögliche Lagerlänge ohne jede Vergrösserung der Bauhöhe, die selbst durch plattenartige Gestaltung von Läufer, Ständer und Gehäuse auf ein Kleinstmass beschränkt ist, verwirk licht werden kann, während die gleiche Anordnung die einfache Einlochaufhängung des Motors ermög licht.
Noch wesentlicher sind die Vorteile, die da durch entstehen, d'ass das Gehäuse des Motors in un mittelbarem Anschluss an die Lagerbüchse Ausneh- mungen für die durch die Ventilatorbeschaufelung des Läufers anzusaugende Kühlluft aufweist, während die Austrittsausnehmungen für die Kühlluft ausserhalb des Läufers in dem vorzugsweise ringzylindrischen Randteil des Gehäuses liegen.
Es ergeben sich da durch äusserst günstige Kühlungsverhältnisse, da auf diese Weise der Kühlluftstrom so kräftig und wirbel arm gehalten werden kann, dass selbst bei kleinsten Motorabmessungen, ohne die Notwendigkeit einer Vergrösserung mit Rücksicht auf die Kühlung, eine ungewöhnlich intensive Zentrifugalbelüftung eintritt; es entstehen auch keine störenden Geräusche, die auf treten würden, wenn die Eintrittsöffnungen für die Kühlluft wie bisher den Ventilatorflügeln gegenüber liegen würden.
Durch die Verwendungsmöglichkeit von Selbstschmierlagern mit grossem Schmiermittel vorrat oder von Kunststofflagern treten nur geringe Betriebstemperaturerhöhungen an den Lagersteilen und an der Welle auf, die durch den kräftigen Kühl luftstrom in den zulässigen, geringen Grenzen gehal ten werden. Die Welle kann einfach in den Läufer eingegossen oder, vorteilhaft über eine Büchse, in ihn eingepresst sein.
Die Zeichnung gibt die Ausführung eines erfin dungsgemäss ausgebildeten Kondensatormotors am Beispiel eines Antriebsmotors für den Plattenteller eines Plattenspielers wieder.
In der Zeichnung erkennt man zunächst das Stän- derblechpaket 1 mit den Spulen 2, die als vorgewik- kelte Spulenkörper ausgebildet sind. Der Luftspalt ist mit 3 bezeichnet. Der Läufer 4 mit der Ventilator- beschaufelung 5 ist als Aluminium-Druckgussstück ausgebildet, in das die Welle 6 eingegossen ist. Der Läufer könnte aber auch in Kupfer ausgeführt sein, wobei die Ventilatorflügel aus vorstehenden Kupfer stäben bestehen.
Es kann auch eine abweichende Aus führung vorgesehen sein, indem beispielsweise eine die Welle 6 aufnehmende, ausgebohrte Buchse das Läuferblechpaket 7 zusammenhält. Die Läuferkurz schlusswicklung ist bei 8 angedeutet. Zur einseitigen Halslagerung und Führung der Welle 6 auf langem Wege ist die ringzylindrische, in eine Ausnehmung 9 des Läufers tief hineingeführte Lagerhülse 10 vor gesehen, die ihre Aufnahme in der Lagerbuchse 11 findet. Läuferseitig ist die Lagerbuchse durch eine Haube 12 abgeschlossen, die bei 13 den ölvorratsfilz einkapselt.
Die Lagerbuchse 11 ist bei 14 mit einem Gewinde versehen, so dass sie zur Einlochbefestigung des Motors zu dienen vermag. Weiter dient die Lager buchse 11 zur Befestigung des scheibenförmigen Ge häuses, das vorzugsweise zweiteilig ausgebildet ist, wobei die Schweissnaht die Bezeichnung 15 trägt. Durch die Ausnehmungen 16 kann die vom Ventila tor 5 angesaugte Kühlluft eintreten, die die Gehäuse kapsel 19 über die Ausnehmung 17 verlässt. Das ebenfalls einseitig angeordnete Axialdrucklager für die Welle 6 besteht aus der Scheibe 18, die als Ein satz- oder Eindruckteil des Gehäuses 19 ausgebildet sein kann.
Da die Lagerhülse 10 und die Lagerbuchse 11 als Drehteile herstellbar sind, geben sie die Möglichkeit, den Läufer 4 im Verhältnis zum Ständer 1 bereits fertigungstechnisch zu zentrieren, so dass die kost spieligen und unsicheren, bisher erforderlichen Justie- rungsarbeiten in Fortfall kommen.
Der zentrale Küllufteintritt gibt die Möglichkeit; den Kühlluftstrom abzuführen, nachdem er die Wärme des Läufers, des Ständerblechpaketes und der Wicklungen aufgenommen hat. Dass die Kühlluftfüh- rung dabei geräuschlos durchgeführt werden kann, weil der Kühllufteintritt in verhältnismässig grossem Abstand von der Ventilatorbeschaufelung erfolgt, wurde bereits erwähnt. Grundsätzlich kann die Luft führung wie bei grossen Maschinen durchgeführt wer den.
Abweichend ist aber infolge der Möglichkeit, sehr dünnwandige Lagerbüchsen benutzen zu kön nen, die unmittelbare Lagerkühlung durch die an der Büchse entlang strömende Kühlluft, so dass Lager und Welle auch im Dauerbetrieb ohne wesentliche Tempe raturerhöhungen bleiben, womit die Verwendbarkeit temperaturempfindlicher Lager- und Schmierwerk stoffe eintritt, so dass besonders günstige Gleitverhält- nisse entstehen und die Lebensdauer der Lagerung erhöht wird. Durch das Kaltbleiben der Welle werden ohne zusätzliche Massnahmen thermisch bedingte Verformungen an Getriebereibrädern oder Bändern beseitigt.
Die zentrale Befestigung des Motors ermög licht eine Ausdehnung der Länge des starr ausgeführ ten Lagers ohne Beeinträchtigung der praktischen Bauhöhe bis nahe der Stelle, bei der die Achsbela stung auftritt und bei der sich ein Ausweichen der Welle bzw. ein schlechter Rundlauf störend bemerk bar machen würde. Verhindert durch die zentrale Befestigung werden auch Verspannen und Dezentrie- ren des Lagers bei Befestigung des Motors.
Die zen tral angeordnete Lagerhülse, die über die relativ ela stische Lagerbüchse mit dem Ständer des Motors ver bunden ist, überträgt einen von Ständervibrationen herrührenden Körperschall auch dann nicht, wenn sie von magnetischen oder elektrischen Unsymmetrien des Läufers angeregt werden. Durch die Läufer unwucht und durch das Gleitlager verursachte Vibra- tionen können sich selbst bei niedrigen Drehzahlen nicht in der Entwicklung störender Rumpelgeräusche auswirken.
Abschliessend sei darauf hingewiesen, dass durch Veränderung des Verhältnisses der Ansaug- und Ausströmquerschnitte für die Kühlluft eine Ein stellung der Motordrehzahl in feinen Grenzen durch führbar ist, abgesehen davon, dass durch die wirk same Kühlung die Betriebstemperatur des Motors niedrig zu halten ist. Je stärker aber die Kühlung während des Betriebes erfolgt, umso kleiner können die temperaturgefährdeten Motorteile gehalten wer den, womit man zu der zeichnerisch veranschaulich ten Ausführung des Motorgehäuses in Form einer flachen Dose kommt.