AT99352B - Beidäugiges Erdfernrohr. - Google Patents

Beidäugiges Erdfernrohr.

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Ludwig Buenger
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



    Beidäugiges   Erdfern'ohr. 



   Es ist bekannt, bei beidäugigen Erdfernrohren als Objektiv an Stelle der sonst üblichen Linsen Hohlspiegel zu verwenden. Diese bieten aber bei Handfernrohren gewisse Schwierigkeiten, wenn die Objektivöffnungen möglichst voll ausgenutzt werden sollen. Die Erfindung ermöglicht es, derartige beidäugige Erdfernrohre so auszubilden, dass sie bei starker Vergrösserung und grosser Helligkeit geringe Abmessungen, Handlichkeit, geringes Gewicht und hohe Tropensicherheit aufweisen. Das ist in der Hauptsache dadurch ermöglicht, dass die Fernrohrhälften Spiegelfernrohre nach Hersche sind, bei denen die Spiegel gegen die Fernrohrachse geneigt sind. Dadurch wird ein Abdecken der Bildstrahlen durch die Umkehrsysteme vermieden, zugleich aber auch eine erhöhte Plastik erzielt, wenn der Abstand der Hohlspiegel grösser als der der Augenlinsen des Okulars gewählt wird.

   Um hiebei mit geringen optischen Mitteln auskommen zu können, ist das Umkehrsystem aus einem dem Hohlspiegel gegenüberliegenden Dachkantenprisma und einem dem Okular gegenüberliegenden gleichschenklig-rechtwinkligen Prisma gebildet. Zweckmässig wird der bilderzeugende Spiegel als Linsenhohlspiegel, z. B. nach Art eines Manginschen Spiegels ausgeführt. Um den durch die Schiefstellung der Spiegel entstehenden Astigmatismus zu heben, können eine oder mehrere Prismenflächen eine von der ebenen abweichende Fläche erhalten.

   Da die Hohlspiegel die darauffallenden Bildstrahlen entgegengesetzt der   Einfallrichtung   reflektieren, so können sie in der Blickrichtung hinter den Okularen angeordnet werden und es ergibt sich dann ein   Doppelfern-   rohr, dessen beide Fernrohrkörper beim Gebrauch nicht vor dem Kopf, sondern zum grössten Teil neben ihm liegen, und die Fassung des Fernrohrobjektives lässt sich dann so ausbilden, dass es nach Art einer Brille getragen werden kann. 



   Auf der Zeichnung sind die optischen Elemente eines in der   gekennzeichneten   Weise ausgebildeten beidäugigen Erdfernrohrs unter Andeutung der Hauptachsen der beiden Bildstrahlenbüschel sehematisch dargestellt. 



   Das Doppelfernrohr hat zwei als Objektiv dienende Hohlspiegel t, deren spiegelnde Flächen dem einfallenden Licht entgegengerichtet sind. Sie sind parabolisch geschliffen und vorn versilbert. Beide Spiegel sind symmetrisch zueinander gegen die zugehörigen Fernrohrachsen geneigt. Dadurch ist es ermöglicht, die Umkehrprismen so weit seitlich vom einfallenden   Lichtstrahlenbüschel   anzuordnen, dass dieses durch das   Umkehrsystem nicht abgedeckt wird.   Zur Aufrichtung des Bildes und Ablenkung in die Okularachsen dienen Dachkantenprismen d in Verbindung mit gleichschenklig-rechtwinkligen Prismen r, denen die Kollektivlinsen c und die Augenlinsen a vorgelagert sind. 



   Diese optischen Elemente sind in einem aus Leichtmetall gegossenen Kasten untergebracht, der auf der den Okularen gegenüberliegenden Seite offen ist und an beiden Seiten konische Rohre für die Spiegel trägt. Die Spiegelträger können mit abnehmbaren Sonnenblenden und Irisblenden versehen sein. wobei letztere zum Schutz der Spiegel dienen, wenn das Instrument nicht gebraucht wird. Die Spiegelrohre können parallel zur Blickrichtung oder auch in senkrechter Ebene geneigt dazu angeordnet sein. 



  Sind sie nach oben geneigt, so kommen sie beim Gebrauch über den Ohren zu liegen, wobei sie dann mit leichten Stützen für die Ohren versehen sein können, die eine ruhigere Haltung des Glases gewährleisten, so dass letzteres nach Art einer Brille getragen werden kann. 



   Um die durch die Neigung der Spiegel etwa auftretenden Verzeichnungen zu vermeiden, wird die Anordnung so getroffen, dass die Kollektivlinse rechtwinklig von dem vom Spiegel kommenden Strahlenkegel getroffen wird. Dadurch ist es ermöglicht, Neigungen der Spiegel von 15-'und mehr zu wählen. 

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 Die Dachkantenprismen d werden so gelagert, dass ihre den Spiegeln gegenüberliegenden Flächen parallel zu diesen liegen. 



   Die Eintrittsöffnungen für die Strahlenbündel können durch planparallele Platten verdeckt sein, so dass das ganze Fernrohrgehäuse nach aussen dicht abgeschlossen ist. Aber auch ohne solche Deckplatten ergibt sich eine hohe Tropensicherheit, die ja hauptsächlich im Klarhalten der spiegelnden und brechenden Flächen liegt, weil sämtliche optischen Teile leicht zugänglich und dementsprechend zu reinigen sind, auch die einander gegenüberliegenden Flächen der Prismen   d   und r, ohne dass es erforderlich ist, die Prismen aus ihren Stühlen herauszunehmen. 



    PATENT-ANSPRÜCHE ;  
1. Beidäugiges Erdfernrohr, dessen Objektive Hohlspiegel sind, dadurch gekennzeichnet, dass die   Fernrohrhälften   Spiegelfernrohre nach Hersche sind.

Claims (1)

  1. 2. Doppelfernrohr nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine derartige Anordnung des bildaufrichtenden Systems, dass der Abstand der Hohlspiegel (h) grösser als der der Augenlinsen (a) des Okulars ist.
    3. Doppelfernrohr nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung eines Dachkantenprismas (d) in dem bildaufrichtenden System.
    4. Doppelfernrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der bilderzeugende Hohlspiegel (11) ein Linsenhohlspiegel, z. B. Manginscher Art ist.
    5. Doppelfernrohr nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine derartige Ausbildung der Fassung, dass es als Brille getragen werden kann. EMI2.1
AT99352D 1923-05-05 1923-10-05 Beidäugiges Erdfernrohr. AT99352B (de)

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