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Verfahren und Vorrichtung zur Aufzucht von Seidenraupen.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung für die Aufzucht von Fäden erzeugenden Raupen, deren bekanntester Vertreter die Seidenraupe ist. Dabei wird der Ausdruck ,,Aufzucht" als Bezeichnung für die Behandlung der Seidenraupe während desjenigen Zeitraumes, der mit ihrem vollendeten Ausbrüten beginnt und mit der Bildung des Kokons endigt, gewählt und ist nicht auf irgend eine technische Bedeutung beschränkt.
Ein wichtiges Merkmal der Erfindung besteht darin, dass die Seidenraupe zusammen mit einem Nahrungsvorrat von lebenden Pflanzen, der hinreicht, um die Raupe solange zu erhalten, bis der Kokon gebildet ist, eingeschlossen wird, um sie während der Häutungszeit und der Bildung des Kokons ungestört zu lassen.
Ein weiteres Merkmal der Erfindung liegt darin, dass die 8eidcaupe während dieser ihrer Wachstumsperiode sowie während ihrer Spinnzeit der freien Einwirkung einer Umgebung aus-
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standsfähig zu machen und ferner bei der Raupe ein gesundes Verlangen nach jener Nahrung hervorzurufen, die am besten geeignet ist. sie mit den für die Hervorbringung eines glänzenden elastischen Fadens von hoher Zugfestigkeit erforderlichen Stoffen und Fähigkeiten auszustatten und endlich die Seidenraupe, wenn sie eme gesunde Reife erlangt hat. anzuspornen, ihre Kraft
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liefert.
Bisher erfolgte die Bekämpfung der zahlreichen Krankheiten der Seidenraupe, die durch Tausende von Jahren stets eine Begleiterscheinung der Seidenraupenzucht gebildet hat, nicht wie gemäss dem vorliegenden Verfahren auf dem Wege der wahren Prophylaxis, sondern durch kost- spielige und unökonomische Vernichtung von tausenden von Eiern, der eine sorgfältige mikroskopische Untersuchung der Eier durch Tausende von Sachverständigen voranzugehen hatte, deren Entlohnung in jeder Seidenraupenzüchterei einen bedeutenden Ausgabeposten bildet.
Eine wertere grosse Ausgabe wird dadurch verursacht, dass die Maulbeerbaumblätter in ungeheuren Mengen gesammelt und den aus den die mikroskopische Untersuchung überlebenden
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einig, dass die.. Aufzucht" dieser Seidenraupen in künstlich geheizten Räumen erfolgen muss.
Hieber muss unaufhörlich darauf geachtet werden, dass keine Temperaturschwankungen auftreten und überdies ist eine Aufsicht der Raupen zu Zeiten sogar ununterbrochen Tag und Nacht deshalb notwendig, weil die heranwachsenden Raupen ungemein gefrässig sind, weil zur Erhaltung samtärer Verhältnisse in den Arbeitsräumen gewisse Vorrichtungen erforderlich sind und endlich weil als künstliche Stützen Zweige hergerichtet werden müssen, in welchen sich die Seidenraupen zum Spinnen ihrer Kokons niederlassen.
Im besten Falle sind die so gelieferten Blätter nicht frisch und die ganze Züchtung geht von falschen Grundsätzen aus, denn die so verweichlichten Raupen besitzen nicht die zu ihrer eigenen Entwicklung und Tätigkeit nötige Kraft, so dass ihrer Seide Glanz, Feinheit, Elastizität, Stärke, gleichmässige Dicke und Gleichförmigkeit mangelt.
Hiezu kommt noch, dass in dem Masse als die Einhaltung der obenerwähnten Einzelheiten
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der modernen 8eidenzüchtung stark gelitten hat, in China infolge der nachlässigen Pflege der Raupen, diese Industrie zeitweise so gelitten hat, dass bloss 7% der Kokons zu marktfähiger Rohseide verarbeitet werden konnten.
In Anbetracht dessen wird nach dem vorliegenden Verfahren angestrebt, die Seidenraupe der freien Luft auszusetzen und sie zu veranlassen, sich ihr Futter selbst auf den am besten hiefür geeigneten lebenden Pflanzen, vorzugsweise mit Blättern bewachsene Zweige des Maulbeerbaumes, zu suchen, und auf diesen Zweigen finden die Raupen auch jederzeit eine reichliche Unterlage zum Spinnen der Kokons und führen eine gesunde Lebensweise, wobei sie keinerlei Aufsicht bedürfen, bis sie zum Einsammeln reif sind.
Um die neue Züchtungsart der Seidenraupe unter ihren natürlichen Lebensbedingungen praktisch möglich zu machen, ist es vor allem notwendig, die Raupe vor den zahlreichen animalischen und vegetabilischen Parasiten zu schützen, die sich im selben Masse vermehrt haben, wie die ungeheueren Massen von schwachen und widerstandslosen Seidenraupen in den
Züchtereien, deren Luft den Parasiten zum mindesten ebenso bekömmlich ist, wie den Seidenraupen, und zu diesem Zweck werden gemäss vorliegender Erfindung die Raupen auf den Blättern von lebenden Bäumen oder Pflanzen in Hüllen eingeschlossen, die vorteilhaft als künstliche
Nester ausgebildet sind.
Diese Hüllen sind von entsprechender Grösse und aus geeignetem Material hergestellt und enthalten je eine bedeutende Anzahl von eine Kolonie bildenden Seidenwürmern und werden in nicht zu grosser Zahl angeordnet, um die Bequemlichkeit und die Nahrungsmenge der einzelnen Raupen nicht zu beeinträchtigen, wobei jedes solche Nest Teile eines oder mehrerer mit Blättern bewachsener lebender Zweige einschliesst.
Seidenraupen bauen niemals Nester. die zum Aufenthalt und zum Schutz einer grösseren Kolonie von Raupen dienen könnten und Erfinder hat beobachtet, dass die Seidenraupe während ihrer Aufzucht so schwach ist, dass, wenn sie, wie öfters vorkommt, von dem Blatt, das sie gerade frisst, herunterfällt, sie auf dasselbe nur mit grösster Anstrengung und auch dann nur bei Entfernungen von unter einem Meter zurückkehren kann ; muss die Seidenraupe eine grössere Entfernung als einen Meter zurücklegen, um zu dem betreffenden Blatt zurückzukehren, so wird dies den meisten Raupen unmöglich sein und sie verhungern dann.
Es wird deshalb eine Hülle verwendet, die mindestens eine Wandung in nächster Nähe ctneh Zweiges einer lebenden Pflanze aufweist, wodurch ein leicht gangbarer Zugang zu den Blattern gebildet wird, so dass eine Seidenraupe, wenn sie von ihrem Futterplatz auf einem Blatt auf diese Wandung herunterfällt, ihr Blatt leicht wieder erreichen kann und so nicht nur vor dem Verhungern geschätzt, sondern auch vor Beeinträchtigung ihrer Kräfte gewahrt wird, die die Menge und Qualität ihres Erzeugnisses schädlich beeinflussen könnte.
Diene Hüllen können in jeder passenden Grösse ausgeführt werden. Für gewöhnlich wird die Hülle oder der Behälter gerade so gross sein, dass er einen oder mehrere mit einer für die Ernahrung der ganzen Kolonie ohne Nachfüllen bis zur Bildung der Kokons ausreichenden
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geeigneten Apparat hergestellt werden können.
Ais eine für diesen Zweck geeignete Vorrichtung kann z. B. ein künstliches Nest aus gewebtenl Material, aus einem Netz, Gaze oder aus netzartigen metallischem oder nichtmetallischem Gewebe m Funn eines Zylinders oder eines Beutels hergestellt werden und mit Mitteln ausgestattet sein, alle Ausgänge zu verschliessen, durch welche einerseits die Seidenraupen ent- wischen. andererseits aber ihre Feinde eindringen könnten.
Mit \urte) l können mehrere Schichten des umhüllenden Materials oder Gewebes verwendet werden, indem z. B. mehrere Schichten desselben übereinandergelegt werden oder es können mehrere getrennte Beutel ineinander angeordnet sein, wobei jede der einzelnen Schichten aus dem für den betreffenden Zweck am besten geeigneten Material hergestellt wird, oder es kann auch ein eigens vom Erfinder zu diesem Zwecke erfundenes neuartiges Gewebe benutzt werden, das Maschen von besonderer Form besitzt, welche darauf berechnet ist, der Vergrösserung der Maschen durch grössere Insekten vorzubeugen, gleichzeitig aber auch klein genug sind, um das Eindringen von kleineren Insekten zu verhindern. So kann z. B. dort. wo mehrere Schichten zur Anwendung kommen, als innere Lage dicker Musselin, Seide oder dgl.
Stoffe verwendet eierden, die zwar der Luft den Zutritt gestatten, aber geeignet sind, Insekten und insbesondere die Parasiten, die ihre Eier in den Körper der Seidenraupe abzulegen pflegen, fernzuhalten.
Eine weitere 8ekchte kann aus einem weitmaschigeren Gewebe bestehen als die erste Lage, so z. B. aus einem Baumwollstoff, wie Tüll, von genügend grosser Widerstandsfähigkeit, um grosse Insekten, wie Wespen usw. und kleinere Vögel abzuhalten, also mit einer Maschenweite von etwa )'/ ;, ..
I)) p nächste Lage könnte dann als Zylinder oder Schirm aus Drahtgewebe ausgebildet werden, vorteilhaft aus leichtem und schwer oxydierendem Metall, wie Aluminium oder aus nK'ht rostendem Fliegengitter, das hinreicht, die eingeschlossene Raupenkolonie vor dem stärksten Ihgelwetter, vor fallenden Ästen oder ähnlichen zerstörenden Einflüssen zu schützen ;
Erfinder
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hat auch tatsächlich gefunden, dass selbst bei Verwendung von gewöhnlichen Stoffbeuteln die eingeschlossenen Kolonien auch durch starke Hagel- und Regenschauer nicht leiden und dass die so geschützten Seidenraupen frei von Krankheiten sind, weder durch Feuchtigkeit noch durch Sonnenschein schädlich beeinflusst werden und selbst bei Temperaturänderungen von 14 : 50 C bis auf 36*7 C keinen Schaden nehmen, wobei bei diesen Versuchen das Thermometer im Schatten gehalten, die Kolonie aber der Sonne und der Luft frei ausgesetzt wurde.
Der Lebensprozess dieser Kolonien verläuft normaler und das erzeugte Produkt ist in jeder Hinsicht vollkommener als bei den im Zimmer gezüchteten Raupen.
Der Tüll oder das Drahtgewebe kann auch auswechselbar mit dem Musselin oder der Seide verbunden sein.
In den Zeichnungen ist Fig. 1 eine schaubildliche Darstellung einer grösseren Anzahl von Behältern oder künstlichen Nestern, die geeignet sind, das vorliegende Verfahren zu verwirklichen, wobei diese Hüllen lebende Zweige eines Maulbeerbaumes einschliessen. Fig. 2 ist ein Schnitt durch einen Teil der Vorrichtung und zeigt in grösserem Massstab einen Teil eines Nestes. wie es in Fig. 1 gezeigt ist. Die Wandungen sind abgebrochen, um ihre einzelnen Lagen deutlich erkennbar zu machen und im Inneren des Nestes oder Behälters sind einige Zweige des Maulbeer- baumes mit den gerade im Fressen begriffenen Raupen in Ansicht dargestellt. Die Fig. 3, 4. 5, 6 und 7 sind schaubildliche Darstellungen abgeänderter Formen des Nestes, die des näheren beschrieben werden.
Die Fig. 8,9 und 10 sind Einzeldarstellungen in schaubildlicher und Seitenansicht der in Fig. 7 gezeigten Nestart, offen und geschlossen und mit verschiedenen Verschlüssen versehen. Fig. 11 ist eine teilweise Einzelansicht eines verbesserten Gewebes, das zum Zweck der Erfindung eigens hergestellt ist. Fig. 12 endlich zeigt eine mit einer grossen Zahl von künstlichen Nestern versehene Baumpflanzung.
Um das Verständnis des neuen Verfahrens zu erleichtern, wird dasselbe sowie die zu seiner Durchführung nötigen Vorrichtungen an einem Ausführungsbeispiel erläutert und dargestellt, bei welchem der in Fig. 1 und 2 mit 1 bezeichnete Teil ein Beutel aus geeignetem Material ist. der mit seiner Mündung durch einen Bindfaden dicht an einen oder mehreren Zweige 3 angeschlossen und festgehalten wird, die der lebenden, den Raupen Nahrung liefernden Pflanze 4 angehören, welch letztere in der Zeichnung als Maulbeerbaum dargestellt ist.
Die Anzahl der Raupen kann je nach Wunsch und den Verhältnissen entsprechend gewählt werden und durch vorliegende Verfahren können Raupen jeder Art aufgezogen werden, wobei sie mit lebenden Pflanzen als Futter zusammen eingeschlossen und der freien Luft ausgesetzt werden, unter Anwendung solcher Ventilationsanordnungen, wie sie den Erfordernissen der jeweiligen Einrichtung entsprechen.
Um den ganzen Inhalt des Beutels 1 oder der diesen ersetzenden sonstigen Hülle auszunutzen, kann in denselben eine grössere Anzahl von Zweigen 3 (Fig. 1 und 2) mit vorteilhaft so weit zurückgebogenen Enden 5 (Fig. 2) angeordnet werden, dass der Zweig in der Länge frei
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Zweige stattfindet.
In dem dargestellten Fall ist der Beutel 1 etwa 90 bis 120 cm lang, entsprechend weit. umschliesst drei Zweige J von entsprechender Grösse und die Kolonie von Raupen 6 besteht aus ungefähr 30 Seidenraupen im Larvwenzustand. die beim Aufbringen des Beutels auf den Ast vor oder kurz nach dem Brüten in dem Beutel eingesetzt werden können, worauf dieser mit seiner Kolonie vorteilhaft ungestört an seinem Platze belassen wird, bis die Kokons 7 zum Entfernen bereit sind, also nach etwa vierzig Tagen.
Die ganze Raupenkolonie kann auf einmal in den Beutel eingebracht werden, indem man in ein Gefäss Blätter legt. auf die einzelne Raupen gesetzt werden, dieses Gefäss in das Nest einführt und hierauf das Gefäss vorsichtig herauszieht, so dass die Blätter mit den Raupen in dem Nest zurückbleiben.
Das in Fig. 2 dargestellte Nest hat eine innere Schichte 10 aus einem dem mit Bezug auf
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unter dem Bindfaden umschliesst, so dass hier eine insektensichere Verbindung hergestellt wird.
In Fig. 3 ist eine andere Ausführungsform der Hülle als Beutel-30 dargestellt, der dem in Fig. 1 mit 1 bezeichneten ähnlich ist, an seiner Öffnung eine Dichtung. 37 sowie einen Bindfaden 32 zui Befestigung auweist und überdies so ausgebildet ist, dass man, ohne den Beutel von dem Zweig zu entfernen und ohne den Bindfaden 32 zu lösen, in das Innere des Beutels gelangen kann.
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Um die Anzahl der Sciuchten zu verringern, gleichzeitig aber kleine Insekten abzuhalten und die Hülle gegen ein Durchstechen und Zerreissen durch Wespen oder Vögel widerstandsfähig zu machen und trotzdem der Luft den Zutritt zu gestatten, wird ein neuen Material (Fig. 4 und 11) verwendet.
Dieses Gewebe besteht aus tüllartigem gewobenem Material 36 (Fig. 11), welches von leichteren Fäden 37 doppelt oder einfach gekreuzt wird, wodurch erreicht wird, dass die Maschenweite verringert wird, ohne dass die Stärke und Widerstandsfähigkeit gegen Form- veränderung vermindert oder der Luftzutritt gehindert wird.
Unter Umständen kann es wünschenswert erscheinen, die Raupen vor dem direkten Einflusse von Regen oder Sonne zu schützen und als ein vorteilhaftes Mittel zur Erreichung dieses Zweckes wird z. B. ein geeigneter Teil des Nestes, etwa die Hälfte 38 (Fig. 4) aus Leinwand hergestellt. Um das Aussetzen zu regeln, kann nun das Nest vorsichtig auf dem Zweig gedreht werden, ohne dass es entfernt zu werden braucht. In Fig. 4 ist 31 die Dichtung, 32 ein Bindfaden und 39 der Saum.
In Fig. 1 ist 40 eine geänderte Ausführungsform des Nestes, das aus einem Zylinder aus Aluminium-oder Eisendrahtgewebe besteht, welches, wie in Fig. 1, mit der Öffnung 41 dadurch entsprechend an dem Zweig befestigt ist, dass die Drahtgaze einfach um den Zweig gewickelt wird, wobei eine Dichtung 43 und Bindfaden 42 vorgesehen werden ; dieses zylindrische Nest 44 (Fig. 5) kann auch mit einem besonderen Verschlussteil 45 aus Leinwand oder einem anderen starken Stoff versehen sein. wobei das ganze Nest durch eine Kette 46 mit einem Schloss 47 versperrt werden kann, um ein unberufenes Eindringen in die Hülle zu verhindern.
Dieser
Behälter 44 kann auch eine innere Lage 48 aus entsprechend feingewebtem Material. wie zum
Beispiel Musselin oder Seide, aufweisen und kann eine halsdichtung 49 aus Baumwaolle oder dgl., ganz ähnlich der in Fig. I mit 12 bezeichneten Dichtung besitzen. Eine solche Drahtgewebehülle kann auch den Tüll ersetzen, wenn die Maschenweite des ersteren gleich der bei den gewöhnlichen
Fliegennetzen gebräuchlichen ist, welche für den vorliegenden Zweck geeignet erscheint.
In Fig. 6 ist ein Zylinder, 50 aus Drahtgaze dargestellt, der eine Öffnung-51. einen Bind- faden 52 und eine Dichtung 53, ähnlich den entsprechenden Teilen der zylindrischen Hülle 30 (Fig. 3) aufweist und an seinem anderen Ende einen ähnlichen Hats 54 und Bindfaden. 55 besitzt. dass man, ohne die Befestigung an dem Zweige zu lösen. Zugang zu dem Inneren des Nestes gewinnen kann. Die Befestigung von Drahtgazezylindern kann auch auf verschiedene andere Arten bewerk
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Reihe Hakenösen 74, wie bei einer Verschnürung für Schuhe, eingelegt. wobei die besagten Hakenösen aus geeignetem metallischen oder nihtmetallischen Material bestehen.
Der Zylinder ist vorteilhaft mit Musselin oder Seide 77 gefüttert und mit einer Halsdichtung 72 versehen.
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o dt'l Seide, dazu, die Raupen gefangen zu hatten, schützt dieselben vor Spinnen. Mücken, Ameisen und anderen Insekten und ermöglicht es den Raupen, ihre Nahrungsstelle wiederzufinden, wenn sie von den Blättern heruntergefallen sind. t'm die Raupen noch vor solchen Feinden zu bewahren, die die beschriebene Hülle zerreissen oder durchdringen können, ist es wünschenswert, einen stärkeren Schutz anzubringen, etwa Tüll oder Drahtgewebe. und zwar entweder mit dem leichteren Material zusammen oder. wenn das Gewebe fein genug ist, an Stelle des leichteren, weil der gröbere
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von jeder geeigneten Grösse sein kann.
Bei der praktischen Ausführung des Verfahrens ist es vorteilhaft, unmittelbar vor dem Einführen der Zweige in die Nester, die Äste kräftig zu schütteln, um Feinde, wie Moskitos,
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Figuren mit 86 bezeichnete.
Bei Diirre, Nahrungsmangel oder bei unvorhergesehenen Unfällen kann die ganze Kolonie auf einen frischen Zweig verpflanzt werden, was in jeder beliebigen, am besten jedoch in der Weise erfolgen kann, dass man den Zweig abschneidet und die Kolonie im ganzen verpflanzt
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bezeichnet werden können) gleich der Anzahl der Tage der Aufzuchtdauer (etwa vierzig) gewählt wird, so können nach Verlauf von 40 Tagen von der ersten Hülle oder den Hüllen der ersten Reihe Kokons gesammelt werden und diese Hüllen zur Aufnahme der am einundvierzigsten Tage ausgebrüteten Seidenraupen freigegeben werden, wodurch ein ununterbrochener, in sich zurückkehrende Arbeitszyklus hergestellt wird, der die ganze Saison dauert, die an günstig gelegenen Orten bis hundertzwanzig Tage umfasst.
Der Seidenzüchter kann eine viel längere Zeitdauer ausnutzen, denn durch die Anwendung der neuen Methode zur Aufzucht von Seidenraupen auf lebenden Pflanzen in der freien Luft, wird der Organismus der Raupen so gestärkt, dass dieselben gegen Witterungseinfliisse weniger empfindlich werden und er kann überdies die ganze Zahl der ausgebrüteten Raupen ausnutzen. wodurch wichtige Quellen von Verlusten und Ungewissheit beseitigt sind.
Am besten ist es, die Beutel auf die Zweige frühzeitig, etwa im März, bevor sich die Blätter bilden und bevor die Insekten ihre Tätigkeit beginnen, zu befestigen, so dass die so eingeschlossenen Zweige gleich vom Beginn der Aufzucht von Insekten freigehalten werden und die frisch ausgebrüteten Larven sofort in die Beutel eingebracht werden können.
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1. Verfahren zur Aufzucht von Seidenraupen und dgl., dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von Seidenraupen mit einem Nahrungsvorrat einer lebenden Pflanze zusammen eingeschlossen und mit diesem Nahrungsvorrat während ihrer Aufzucht mit Einschluss der Zeit zur Bildung der Kokons belassen werden.