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Die Erfindung betrifft eine Filtervorrichtung für ein fliessfähiges Medium, insbesondere eine Schmelze, mit einem an ein Rohrleitungssystem anschliessbaren, temperierbaren Gehäuse, in dem eine hohlkörperförmige Siebanordnung unter Bildung eines Ringraumes zwischen dem Gehäuse und der Siebanordnung angeordnet ist, wobei die Siebanordnung wenigstens an einer Stirnseite offen gestaltet ist, und wobei das Gehäuse einen Eintritt für das zu filternde Medium und einen Austritt für das gefilterte Medium aufweist.
Eine solche Filtervorrichtung ist aus einem Prospekt "Löffler Side Line Beutelfilter-System" der Fa Löffler-Filtertechnik GmbH aus dem Jahre 1992 bekannt. Die Filtervorrichtung weist ein geschlossenes, zylinderartiges Gehäuse auf, das an einem oberen Randbereich des Gehäuse- mantels einen radial nach aussen abragenden Eintrittsstutzen für das zu filternde Medium und an einem Boden einen - auf die Mittellängsachse des Gehäusezylinders gesehen - koaxialen Austritts- stutzen für das gefilterte Medium aufweist.
Das Gehäuse ist im Funktionszustand vertikal ausge- richtet und ist mit einem eingesetzten, formstabilen Siebeinsatz versehen, der durch die offene und durch einen Deckel verschliessbare Oberseite des Gehäuses hindurch in das Gehäuse einsetzbar oder aus diesem entfernbar ist Das Gehäuse ist mit einer Beheizung in Form eines Heizmantels versehen. Insbesondere bei zu filternden fliessfähigen Medien, die mit einem entsprechenden Anteil von Festkörperpartikelchen versehen sind, erfolgt ein schnelles Zusetzen des Siebeinsatzes, wodurch eine frühzeitige Leerung oder ein frühzeitiger Austausch des Siebeinsatzes notwendig werden. Die Herstellung dieser Filtervorrichtung ist relativ aufwendig.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Filtervorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, die unabhangig von der Wahl des zu filternden Mediums gegenüber dem Stand der Technik einen vereinfachten Aufbau und eine verbesserte Handhabung aufweist.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der Eintritt - auf eine Längsachse der Siebanordnung bezogen - koaxial zur offenen Stirnseite der Siebanordnung positioniert ist, und dass der Austritt - auf die Längsachse der Siebanordnung bezogen - radial ausserhalb der Siebanordnung am Gehäuse positioniert ist. Durch die axiale Einströmung und den radialen Austritt des gefilterten Mediums ist es insbesondere fur die Filterung von Schmelzen möglich, für die Filtervorrichtung einen vergleichsweise einfachen Aufbau zu erzielen, der die Kosten der Filtervorrichtung reduziert.
Der einfache Aufbau gewährleistet zudem eine einfache Handhabung der Filtervorrichtung, wodurch eine einfache Montage in ein bereits bestehendes Rohrleitungssystem erreicht wird. Auch das temperierbare, d. h. beheizbare oder kühlbare, Gehäuse ist durch den axialen Eintritt und den relativ zur Siebanordnung radialen Austritt einfach aufgebaut Die Filtervorrichtung kann in einem entsprechenden Rohrleitungssystem in einfacher oder in mehrfacher Ausführung angeordnet sein, wobei bei mehrfacher Ausführung die Anordnung von Filtervorrichtungen als parallele Anordnung oder als Reihenanordnung, insbesondere in Form von Doppelfiltern oder Kaskadenfiltem vorge- sehen sein kann.
Die erfindungsgemässe Filtervorrichtung kann für das Gehäuse und die Sieb- anordnung relativ geringe Durchmesser aufweisen, wodurch Schmelzen oder andere fliessfähige Medien mit hohen Drücken ohne den Einsatz zusätzlicher Stützelemente förderbar sind. Durch das geringe Füllvolumen fällt die Filtervorrichtung zudem in der Regel nicht unter eine Behörden- abnahmepflicht, die sich durch die Druckbehälterverordnung ergibt.
In Ausgestaltung der Erfindung ist die dem Eintritt gegenüberliegende Stirnseite der Sieb- anordnung offen gestaltet, und in dem Gehäuse ist ein Rücklauf für einen zu filternden Teilstrom des Mediums vorgesehen, der an die offene Stirnseite anschliesst. Durch diesen Rücklauf ergibt sich eine axiale Hindurchstromung eines Teilstromes des Mediums, der - verursacht durch Turbu- lenzen - die Selbstreinigungswirkung erheblich verbessert. Insbesondere bei Medien mit abrasiven Festkörperpartikeln ergibt sich zudem eine wesentlich schonendere Belastung der Siebanordnung, so dass eine verlängerte Lebensdauer der Siebanordnung erreichbar ist Der Rücklauf kann entweder in einen Speicherbehälter oder zurück in das Rohrleitungssystem in Strömungsrichtung vor dem Eintritt der Filtervorrichtung geführt sein.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist dem Rücklauf ein Steuerglied zugeordnet. Dieses Steuerglied kann innerhalb des Gehäuses oder im Bereich einer an das Gehäuse anschliessenden Rohrleitung des Rücklaufes angeordnet sein. Das Steuerglied kann als regelbares Ventil oder als konstante Blende zur Erzeugung eines Druckwiderstandes gestaltet sein. Durch das Steuerglied ist somit gegebenenfalls in Verbindung mit einer entsprechenden Regeleinheit eine Druckregelung wie auch eine Regelung der Durchflussmenge des fliessfähigen Mediums durch die Filtervorrichtung
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abhängig von dem gewählten Medium erzielbar.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist wenigstens ein Turbulenzelement zur Erzeugung einer turbulenten Strömung des Mediums innerhalb des Gehäuses vorgesehen. Dabei sind an sich bekannte, strömungstechnische Turbulenzelemente einsetzbar. Ein solches Turbulenzelement ist notwendig, falls das Medium nicht ohnehin bereits als turbulente Strömung in das Gehäuse eintritt, da vor allem durch eine hohe turbulente Strömung eine gute Filter- und Selbstreinigungswirkung erzielt wird.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Siebanordnung ein sich über zumindest einen Teil der Länge der Siebanordnung innerhalb dieser erstreckender Verdrängerkörper zugeordnet.
Durch diesen Verdrängerkörper ist eine Verringerung des Volumens innerhalb der Siebanordnung und des Gehäuses für die Strömung des fliessfähigen Mediums erzielbar, wodurch Turbulenz- erhöhungen für den Durchsatz des fliessfähigen Mediums durch die Siebanordnung sowie eine Volumenverringerung des Produktes im Filterraum erreichbar sind.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist das Gehäuse in seiner montierten Funktionsposition geneigt angeordnet. Vorzugsweise ist das Gehäuse zum Austritt bzw. zum Rücklauf hin geneigt angeordnet, um einen drucklosen Auslauf des fliessfähigen Mediums zu ermöglichen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Siebanordnung axial von einer dem Eintritt gegenüberliegenden Seite in das Gehäuse einsetzbar und lösbar in der eingesetzten Funktions- position festlegbar. Dadurch ist die Siebanordnung aus dem Gehäuse entfembar, so dass sie gereinigt oder ausgetauscht werden kann. Da die Siebanordnung durch die dem Eintritt gegen- überliegende Seite in das Gehäuse einsetzbar und aus diesem entfernbar ist, kann das Gehäuse und damit die Filtervorrichtung in ihrer in einem Rohrleitungssystem eingebauten Funktionsposition verbleiben, wodurch der Montage- und Demontageaufwand für die Siebanordnung erheblich reduziert wird.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen der Erfindung, die anhand der Zeichnungen dargestellt sind.
Fig. 1 zeigt schematisch eine Darstellung einer Verarbeitungsanlage für eine Schmelze, in deren Rohrleitungssystem zwei zueinander parallel geschaltete Ausführungsformen von erfindungsgemässen Filtervorrichtungen vorgesehen sind,
Fig. 2 in vergrösserter Darstellung einen Längsschnitt durch eine der beiden Filtervorrich- tungen nach Fig. 1,
Fig. 3 schematisch eine weitere Darstellung einer Schmelzenverarbeitungsanlage mit einem
Fördersystem für die Schmelze, in den zwei parallel angeordnete und alternativ ein- setzbare Ausführungsformen einer erfindungsgemässen Filtervorrichtung angeordnet sind, die jeweils mit einem Rücklauf versehen sind,
Fig. 4 in vergrösserter Darstellung einen Längsschnitt durch eine der beiden Filtervorrich- tungen nach Fig. 3,
Fig. 5 eine Siebanordnung für die Filtervorrichtung nach Fig. 4 ohne Verdrängerkörper,
Fig.
6 in einem Längsschnitt einen Siebmantel der Siebanordnung nach Fig. 5,
Fig. 7 eine Ansicht eines Deckels der Siebanordnung in Richtung des Pfeils VII in Fig. 5,
Fig. 8 die Anordnung der beiden Filtervorrichtungen nach Fig. 3 auf einem gemeinsamen
Träger,
Fig. 9 eine Draufsicht auf die Filtervorrichtung nach Fig. 4 in Richtung des Pfeils IX in Fig. 4,
Fig. 10 die Siebanordnung der Filtervorrichtung nach Fig. 4 einschliesslich Verdrängerkörper, und
Fig. 11eine Ansicht des Deckels der Siebanordnung nach Fig. 10 in Richtung des Pfeils XI in
Fig. 10.
Eine Schmelzenverarbeitungsanlage nach Fig. 1 weist einen beheizten Vorratsbehälter 3 für die als fliessfähiges Medium dienende Schmelze auf. Die Schmelze wird aus dem Vorratsbehälter 3 mittels einer Pumpe 4 über ein beheiztes Rohrleitungssystem 5,8, 9 in einem kontinuierlichen
Förderprozess zu einer Schmelzenverarbeitungsvorrichtung 2 transportiert, die gemäss einem bevorzugten Ausführungsbeispiel Vorrichtungseinheiten aufweist, mittels derer die Schmelze in
Tropfen- oder Pastillenform gebracht und verfestigt wird.
Um die geförderte Schmelze innerhalb des Fördersystems von Festkörperpartikelchen oder Verschmutzungen zu reinigen, sind in dem als
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Rohrleitungssystem gestalteten Fördersystem zwei Filtervorrichtungen 1 angeordnet, die eintritts- seitig mittels jeweils eines ersten, beheizten Rohrleitungsabschnittes 5 und austrittseitig mittels eines weiteren Rohrleitungsabschnittes 8 in das Rohrleitungssystem eingebunden sind. Bei dem dargestellten Rohrleitungssystem befindet sich jeweils lediglich eine der beiden Filtervorrichtungen 1 in Funktion, während die andere Filtervorrichtung 1 abgesperrt ist. Eine Umschaltung von der ersten auf die zweite Filtervorrichtung 1 erfolgt automatisch mittels einer nicht dargestellten Rege- lungseinheit, sobald die erste Filtervorrichtung 1 ihre Filterwirkung nicht mehr ausreichend erbringen kann.
Die Anschlüsse dieser ersten Filtervorrichtung 1 an das Rohrleitungssystem werden abgesperrt, so dass die Filtervorrichtung 1 in nachfolgend näher beschriebener Weise gereinigt werden kann. Gleichzeitig sind die anschliessenden Rohrabschnitte der zweiten Filtervor- richtung 1 geöffnet worden, so dass die Schmelze weiterhin kontinuierlich durch die zweite Filtervor- richtung 1 gefordert werden kann. Zum Absperren der Durchflussmenge der Schmelze sind an beiden Filtervorrichtungen 1 sowohl eintrittsseitig als auch austrittsseitig entsprechende Absperr- glieder 6,7 vorgesehen, die in die entsprechenden Rohrleitungsabschnitte 5,8 eingebunden sind.
Die Filtervorrichtungen 1 sind in ihrer montierten Funktionsposition innerhalb der Schmelzen- verarbeitungsanlage beim dargestellten Ausführungsbeispiel vertikal angeordnet, wobei gemäss anderen Ausführungsbeispielen auch horizontale oder geneigte Anordnungen möglich sind. Durch geneigte Anordnungen ist eine verbesserte Befüllung der Siebanordnung möglich und es kann zuverlässig verhindert werden, dass Schmelzenflüssigkeit beim Auswechseln der Siebanordnung austreten oder überlaufen kann.
Jede Filtervorrichtung 1 weist gemäss Fig. 2 ein Gehäuse 11,12, 13 auf, wobei das Gehäuse aus einem Gehäusemantel 11, einem eintrittsseitigen Abschlussflansch 12 und einem deckel- seitigen Abschlussflansch 13 zusammengesetzt ist. Alle Gehäuseteile 11,12, 13 sind aus Metall, vorzugsweise aus Stahl hergestellt und miteinander verschweisst. Der Gehäusemantel 11ist von einem Heizmantel 14 umgeben, wobei in dem zwischen dem Gehäusemantel 11 und dem Heiz- mantel 14 gebildeten Ringraum ein Heizmedium, vorzugsweise Wasser, geführt ist, das über entsprechende Rohrleitungsanschlüsse 15 zu- und abgeführt wird. Dabei ist der Heizmantel 14 Teil eines Heizleitungssystems zur Beheizung des gesamten Rohrleitungssystems, um die Schmelze in dem gewünschten flüssigen Zustand während der Förderung zu der Verarbeitungsvorrichtung 2 zu halten.
Das gegenüberliegende Stirnende des Gehäusemantels 11 ist im Bereich des ent- sprechend gegenüberliegenden Abschlussflansches 13 durch einen Deckel 19 einer nachfolgend näher beschriebenen Siebanordnung 10 verschlossen. Ein Austnttsstutzen 8 für einen austritts- seitigen Rohrleitungsabschnitt ist in axialem Abstand zu dem Eintritt des Gehäuses unmittelbar vor dem Abschlussflansch 13 angeordnet und ragt vom Gehäusemantel 11 aus - auf die Mittellängs- achse des Gehäusemantels 11bezogen - radial nach aussen ab. Durch diesen Austrittsstutzen 8 wird die gefilterte Schmelze zur Verarbeitungsvorrichtung 2 geführt. Im Bereich des Eintritts des Gehäuses tritt die rohe, ungefilterte Schmelze axial mit turbulenter Strömung in das Gehäuse ein.
Zur Filterung der einströmenden Schmelze ist in das Gehäuse 11,12, 13 eine nachfolgend näher beschriebene Siebanordnung 10 eingesetzt. Die Siebanordnung 10 weist einen zylind- rischen Siebmantel 16 auf, der vorzugsweise als gelochtes Edelstahlblech mit einer an die Grosse der zu filternden Partikel angepassten Maschenweite gestaltet ist. Der Siebmantel 16 erstreckt sich über die gesamte axiale Länge des Gehäusemantels 11und weist einen Aussendurchmesser auf, der geringer ist als der Innendurchmesser des Gehäusemantels 11, so dass zwischen dem Gehäusemantel 11 und dem Siebmantel 16 ein Ringraum 17 verbleibt. Der Ringraum 17 ist eintnttsseitig durch einen Dichtring 18 abgeschlossen, der auf die Aussenseite des Siebmantels 16 im eintrittsseitigen Stirnbereich aufgeschweisst ist.
Im Bereich des gegenüberliegenden Stirnendes ist der Zwischenraum 17 durch einen weiteren Dichtring 18 auf Höhe des Abschlussflansches 13 verschlossen, der in entsprechender Weise auf die Aussenfläche des Siebmantels 16 aufge- schweisst ist. Das dem Abschlussflansch 13 zugewandte Stimende des Siebmantels 16 ist - vor- zugsweise durch Verschweissung - fest mit einem Abschlussdeckel 19 verbunden, der scheiben- förmige Abmessungen aufweist und lösbar - vorzugsweise durch Schraubverbindungen - an dem Abschlussflansch 13 angeflanscht ist. Auf seiner dem Abschlussflansch 13 zugewandten Stirnseite weist der Abschlussdeckel 19 eine Ringnut auf, in der eine Ringdichtung zum dichten Anschluss des Abschlussdeckels 19 an den Abschlussflansch 13 integriert ist.
Auf der gegenüberliegenden Aussenseite des Abschlussdeckels 19 ist ein Griffbügel 20 zum Hineinschieben und Herausziehen
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der Siebanordnung festgelegt. Der Abschlussdeckel 19 bildet zusammen mit dem Siebmantel 16 eine formstabile Baueinheit, die im Bereich der stirnseitigen Öffnung des Gehäusemantels 11auf Höhe des Abschlussflansches 13 axial in den Gehäusemantel 11 einschiebbar oder axial aus diesem entfembar ist. Koaxial zum Siebmantel 16 ist innerhalb des Siebmantels 16 zudem ein vollzylindrischer Verdrängerkörper 21 vorgesehen, der mit Hilfe von Stützstreben 22 in seiner koaxialen Lage relativ zu dem Siebmantel 16 zentriert ist. Stimseitig ist der Verdrängerkörper 21 fest mit dem Abschlussdeckel 19 verbunden.
Durch den Verdrängerkörper 21 wird der Strömungs- raum für die zu filternde Schmelze innerhalb des Siebmantels 16 in seinem Volumen reduziert Ausserdem gewährleistet der Verdrängerkörper eine weitere Erhöhung der Turbulenzen des Schmelzenstromes, wodurch die Filterwirkung weiter verbessert wird.
Im Betrieb der Schmelzenverarbeitungsanlage nach Fig. 1 und 2 wird die Schmelze mittels der Förderpumpe 4 aus dem Vorratsbehälter 3 in das beheizte Rohrleitungssystem 5 gepumpt.
Vorausgesetzt, dass die in Förderrichtung vordere Filtervorrichtung 1 durch eine Absperrung der Absperrglieder 6 und 7 von dem Rohrleitungssystem getrennt ist, wird der durch die Schmelze gebildete Produktstrom in die Filtervorrichtung 1 gefördert, wobei sich innerhalb des Gehäuses 11, 12,13 und damit innerhalb des Siebmantels 16 eine turbulente Strömung der Schmelze ergibt Die Schmelze stromt axial in den Ringraum zwischen dem Verdrängerkörper 21 und dem Siebmantel 16 hinein und wird durch die Maschenöffnungen in dem Siebmantel 16 radial nach aussen in den als Zwischenraum gestalteten Ringraum 17 zwischen dem Siebmantel 16 und dem Gehäuse- mantel 11hineingepresst.
Abhängig von der Maschenweite des Siebmantels 16 bleiben Verunreini- gungen und kleine Festkörperpartikel der Schmelze innerhalb des Siebmantels 16, wobei diese durch die nachfolgende axiale und turbulente Umströmung des ungefilterten Schmelzenstromes wieder mitgerissen werden, so dass sie sich in den Maschenöffnungen des Siebmantels 16 nicht ohne weiteres festsetzen können. Die gefilterte Schmelze wird durch den Druck im Gehäuse aus dem Zwischenraum 17 heraus und durch den radialen Austrittsstutzen 8 in den anschliessenden Rohrleitungsabschnitt gefördert und dann über die Rohrleitung 9 der nachfolgenden Verarbeitungs- vorrichtung 2 zugeführt.
Sobald die Siebanordnung 10 einen gewissen Füllungsgrad erreicht hat, d. h. soweit der Siebmantel 16 vom Abschlussdeckel 19 ausgehend sich in einem gewissen Masse mit Verunreinigungen und Festkörperpartikeln zugesetzt hat, werden die der Filtervorrichtung 1 zugeordneten Absperrorgane betätigt, wodurch die Filtervorrichtung 1 vom Rohrleitungssystem getrennt wird. Gleichzeitig wird über die Absperrglieder 6,7 der benachbarten Filtervorrichtung 1 diese an das Rohrleitungssystem angeschlossen, indem die entsprechenden Absperrglieder 6,7 geöffnet werden, so dass weiterhin eine kontinuierliche Förderung der Schmelze sowie eine konti- nuierliche Filterung erfolgen kann. Bei der abgeschalteten Filtervorrichtung 1 wird der Abschluss- deckel 19 gelöst und anschliessend die gesamte Siebanordnung 10 axial aus dem Gehäuse herausgenommen.
Nach einer entsprechenden Reinigung oder einem Austausch der Sieban- ordnung 10 kann diese in einfacher Weise wieder von dem offenen Stimende her in das Gehäuse
11,12, 13 eingesetzt und über die Verbindung des Abschlussdeckels 19 mit dem Abschlussflansch
13 in der eingesetzten Position festgelegt werden. Nun ist die Filtervorrichtung 1 wieder einsatz- bereit.
Die beschriebene Filtervorrichtung kann grundsätzlich auch für unbeheizte oder gekühlte
Rohrleitungssysteme eingesetzt werden, wodurch auch andere fliessfähige Medien wie Schlämme oder Chemikalien gefördert und gefiltert werden können.
Das Ausführungsbeispiel nach den Fig. 3 bis 11 entspricht in seinen wesentlichen Merkmalen dem zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2, wobei gleiche Teile der
Schmelzenverarbeitungsanlage sowie der Filtervorrichtungen auch mit den gleichen Bezugs- zeichen, jedoch unter Hinzufügung eines Buchstabens "a" verwendet wurden. Aufbau und Funk- tionsweise dieser mit dem gleichen Bezugszeichen versehenen Teile entsprechen im wesentlichen dem zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel. Die Schmelzenverarbeitungsanlage nach Fig. 3 ist jedoch insbesondere zur Forderung, Filterung und Verarbeitung einer Schwefel-Bentonite-
Schmelze geeignet, wobei vorzugsweise eine Mischung aus 90% Schwefel und 10% Bentonite vorgesehen ist.
Diese ebenfalls in einem beheizten Vorratsbehälter 3a vorliegende Schmelze wird durch ein Rührwerk M im Vorratsbehälter gemischt, um eine relativ homogene Schmelze zu erzielen. Das zementartige Bentonite-Produkt ist schwerer als Schwefel und weist eine relativ hohe
Abrasivität auf. Die Mischung aus Schwefel und Bentonite ergibt eine mit Feststoffpartikeln
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versehene Schmelze, wobei diese Feststoffpartikel unterschiedliche Korngrössen aufweisen können. In das Rohrleitungssystem 5a, 8a, 9a sind wie beim zuvor beschriebenen Ausführungs- beispiel zwei Filtervorrichtungen 1 a integriert, die alternativ absperrbar sind, so dass immer lediglich eine der beiden Filtervorrichtungen 1a in Funktion ist.
Anders als beim zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel ist jede Filtervorrichtung 1 a jedoch zusätzlich mit einem Rücklauf R versehen, durch den ein ungefilterter Schmelzenteilstrom wieder zurück in den Vorratsbehälter 3a geführt wird Der Rücklauf R weist einen Rücklaufstutzen auf, der schräg zu dem Austrittsstutzen 8a gegenüberliegend radial nach aussen von dem Gehäusemantel 11 a abragt, wobei der Rücklauf- stutzen axial hinter dem Siebmantel 16a der Siebanordnung 10a positioniert ist. Dazu ist das gesamte Gehäuse und insbesondere der Gehäusemantel 11 a der Filtervorrichtung 1 a axial zum Abschlussflansch 13a hin verlängert. Dabei ist der Abschlussdeckel 19a nicht direkt an den Sieb- mantel 16a angesetzt, sondern über axial erstreckte Verbindungsstreben 24 mit dem rückseitigen Stirnende des Siebmantels 16a verbunden.
Die Verbindungsstreben 24 erstrecken sich in axialer Flucht des rückseitigen Dichtringes 18a und sind mit diesem verschweisst, so dass sich über die Verbindungsstreben 24 zwischen dem Abschlussdeckel 19a und dem Siebmantel 16a eine form- stabile Baueinheit ergibt. Die Verbindung zwischen dem Abschlussdeckel 25 und dem Siebmantel 16a über die Verbindungsstreben 24 ist anhand Fig. 5 gut erkennbar. In Fig. 6 ist der Siebmantel 16a fur sich dargestellt, wobei lediglich der rückseitige Dichtring 18a aufgesetzt ist. Der Siebmantel 16a entspricht in dieser Form dem Siebmantel 16 nach Fig. 2.
Beim dargestellten Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 sind die Siebanordnung 10a wie auch die Siebanordnung 10 nach Fig. 2 mit einem Verdrängerkorper 21 a versehen, der direkt an den Abschlussdeckel 19a angesetzt ist. Die Siebanordnung einschliesslich Verdrängerkörper 21 a ist in Fig. 10, die Siebanordnung ohne Verdrängerkörper 21a in Fig. 5 dargestellt. Dadurch, dass der Zwischenraum 17a zwischen dem Siebmantel 16a und dem Gehäusemantel 11 a unmittelbar axial hinter dem Austrittsstutzen 8a durch den Dichtring 18a abgeschlossen ist, ergibt sich im Bereich der Verbindungsstreben 24 und damit im Bereich des Rücklaufstutzens ein Rücklaufbereich 23, der axial den Strömungsbereich innerhalb des Siebmantels 16a fortsetzt. Dem Rücklaufstutzen des Rücklaufes R ist ein Absperrglied S1 nachgeschaltet, durch das ein Absperren des Rücklaufes R erzielbar ist.
Im weiteren Verlauf der Rücklaufleitung R ist ein regelbares Steuerglied S2 vorge- sehen, das für den normalen Betrieb so ausgelegt ist, dass etwa ein Viertel des zugeführten Schmelzenstromes gefiltert und über den Austrittsstutzen 8a zur nachfolgenden Verarbeitungs- vorrichtung 2a geführt wird. Die Verarbeitungsvorrichtung 2a ist beim dargestellten Ausführungs- beispiel vorteilhaft als Rotoformanlage gestaltet. Die verbleibenden 75% werden innerhalb des Siebmantels 16a axial zum Rücklaufbereich 23 und von dort in den Rücklauf R gespült, über den sie wieder in den Vorratsbehälter 3a gelangen. Diese axiale Rückspülung innerhalb des Sieb- mantels 16a bewirkt eine Selbstreinigung der Maschenoffnungen des Siebmantels 16a, so dass eine Verstopfung des Siebmantels 16a verhindert wird.
Durch die Verwendung eines Edelstahl- bleches für die Gestaltung des Siebmantels 16a ist der Siebmantel 16a auch ausreichend stabil gestaltet, um durch die Abrasivität der Bentonite-Partikel nicht eine Aufweitung der Maschen- öffnungen zuzulassen.
Die Filtervorrichtungen 1 a sind beim dargestellten Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 horizontal angeordnet, wobei der Rücklauf R nach unten gerichtet ist. Vorteilhaft sind die beiden Filter- vorrichtungen 1 a bei der dargestellten Variante gemäss Fig. 8 auf einem gemeinsamen Träger 26 gelagert und mit Hilfe von Befestigungsbügeln 27 auf diesem Träger 26 festgelegt. Besonders vorteilhaft sind die beiden Filtervorrichtungen 1 a zum Rücklauf R hin leicht geneigt angeordnet, um einen drucklosen Auslauf der Filtervorrichtung 1a zu ermoglichen. Auch die Filtervorrichtung 1a gemäss den Fig. 3 bis 11kann neben der Filterung der beschriebenen Schmelze auch zur Filterung anderer fliessfähiger Medien oder Produkte eingesetzt werden, wobei lediglich die Maschenweite des Siebmantels gegebenenfalls an die jeweiligen Medien anzupassen ist.
Dabei ist ein Einsatz analog dem zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel auch in unbeheizten Rohrleitungssystemen möglich.
Bei beiden beschriebenen Ausführungsformen findet eine grundsätzlich bekannte Drucküber- wachung des Rohrleitungssystems oder eine Differenzdrucküberwachung des Rohrleitungs- systems vor und hinter den Filtervorrichtungen - in Strömungsrichtung gesehen - statt, indem entsprechende Steuereinheiten (nicht dargestellt) vorgesehen sind.